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Der Wildnis so nah – Dülmener Wildpferde im Ruhrgebiet

Posted by on Juli 19th, 2016  •  0 Comments  • 

Die Wildlinge sind das Herzstück Dülmens

Damals: Eine Seltenheit in NRW

Ein leises Donnern ertönt, Herr von Merfeld dreht sich um. Dort sind sie. am Horizont tut sich der Himmel auf, eine riesige Staubwolke rast auf ihn zu, gefolgt von dutzenden Pferden. Ihre zotteligen Mähnen wehen sanft im Wind, die Beine sind angespannt, als würden sie nur darauf waten, wieder den Boden berühren und ein Stück weiterkommen zu können. Ihr Fell ist schmutzig. Man könnte meinen, sie seinen soeben aus dem Moor wiederauferstanden, doch es ist nur der Staub des Bodens und der dreckigen Luft, die aufgewirbelt und ihnen ein Stück weit folgt. Herr von Mergelt mustert sie unerschrocken. Die Pferde kommen auf ihn zu.

So oder ähnlich könnte es sich abgespielt haben, als Herr von Merfeld 1316 n. Chr. die Rechte an den Dülmener Wildpferden für sich beanspruchte. In diesem Jahr wurde die Existenz der Wildpferde das erste Mal schriftlich dokumentiert. Innerhalb der Industrialisierung der vergangenen Jahrhunderte schwand der Lebensraum der Wildpferde zunehmend dahin,  doch dank der herzöge von Croy konnten einige Hektar unberührte Natur für die Herde erhalten bleiben. Durch die harten Bedingungen und Herausforderungen, die die Natur ihnen immer wieder stellte, wuchsen die Dülmener Pferde zu einer der abgehärtesten Rassen heran.

 

Heute: Ein ganz besonderer Ausflugstipp in NRW

Heutzutage leben die etwa 400 Pferde auf einer 3,5 Kilometer großen Fläche. Das Gelände besteht hauptsächlich aus wild und ungezügelt wuchernden Pflanzen; diese werden selbstverständlich nicht von Menschenhand gepflegt. Hier sind sie ganz Aufsicht allein gestellt und erhalten auch bei Entbindungen oder anderen schwierigen Situationen keine Hilfe von Außerhalb. Zwar können die Dülmener  Pferde nicht mehr als reine Wildpferde gezählt werden, da deutlich etwaige Sucheinflüsse erkannt werden können.

Ein Mal im Jahr können einige wagemutige Teilnehmer ihr Glück versuchen und einen der ungezähmten Vierbeiner fangen. Diese werden gechipt und bi einer Auktion versteigert. Diese Veranstaltung ist besonders beliebt und  bereits einige Monate im Voraus ausverkauft. Dieses Fest dient zur „natürlichen Auslese“, denn ausschließlich ein Hengst – der Deckhengst – darf bei den Stuten bleiben; sonst würde die Gefahr auf Inzucht und somit auf das gebären kranker oder missgebildeter Fohlen bestehen.

Die Wildpferde können von März bis Anfang November besucht und betrachtet werden. Wer sich etwas mehr Zeit lässt, kann das faszinierende Herdenverhalten der Wildpferde genau beobachten. Durch ihre mystische Aura eignet sich der Wildpferd-Park besonders für einen Familienausflug und ist eines der Top-Ausflugsziele in NRW. Der Eintrittspreis beläuft sich bei Erwachsenen auf 3;00€ und bei Kindern auf 1;50€.

 

Zoos und Tierparks NRW

 

 

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Wildpferdebahn im Merfelder Bruch