Triumph ohne Sieg Archives - Aktuelle Veranstaltungen im Ruhrgebiet

Ausstellung Haltern Triumph ohne Sieg

Posted by on November 5th, 2017  •  0 Comments  • 

Eingangsbereich der Ausstellung "Triumph ohne Sieg" (Foto: LWL/T. Arendt)

Triumph ohne Sieg

Neue Ausstellung über Roms Ende in Germanien – alternative Wahrheit vor 2.000 Jahren

Neun Jahre nach dem erfolgreichen Ausstellungsprojekt zur Varusschlacht wird das LWL-Römermuseum in Haltern am See wieder zum Schauplatz einer besonderen Ausstellung über die Römer im damaligen Germanien.
Der spektakuläre Triumphzug des Germanicus vor genau 2.000 Jahren in Rom am 26. Mai 17 n. Chr. und das Ende der römischen Herrschaft in Germanien bilden den Ausgangspunkt für das Ausstellungsprojekt, das der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) in seinem Römermuseum vom 2. Juni bis zum 5. November 2017 unter dem Titel „Triumph ohne Sieg. Roms Ende in Germanien“ präsentiert.

In zwei Jahren Vorbereitungszeit haben die Kuratoren mehr als 40 internationale und nationale Leihgeber für eine Zusammenarbeit gewonnen und ein faszinierendes Ausstellungskonzept erstellt. Über 250 wertvolle Kunstwerke und Artefakte aus Italien, Kroatien, der Schweiz, Slowenien, Ungarn und der Vatikanstadt sollen auf 800 Quadratmetern Ausstellungsfläche für 156 Tage diesen Triumph ohne Sieg verständlich machen.
„US-Präsident Trump hat wahrscheinlich noch nie von dem römischen Kaiser Tiberius gehört, aber gelernt hat auch er von ihm allemal“, sagte LWL-Direktor Matthias Löb am Montag (29.5.) bei der Vorstellung der Ausstellung in Haltern. „Unsere Ausstellung dreht sich um Fake news, um Niederlagen, die zu Siegen umgedeutet werden, um symbolische Politik durch Massenveranstaltungen und um alternative Wahrheit – nur eben vor 2.000 Jahren.“

Kaiser Tiberius kannte Germanien aus eigener Anschauung gut, er wusste, dass dieses Gebiet nicht reich an Bodenschätzen war und sah die erheblichen Verluste an Menschen und Material der vorhergegangenen Kriegsjahre. Auf geschickte Art hat er den dreijährigen, eigentlich nutzlosen und sieglosen Krieg seines Feldherrn Germanicus beendet und in einen Sieg umgewandelt, indem er Ende Mai 17 n.Chr. seinem Adoptivsohn einen grandiosen Triumphzug in Rom ausrichtet.

„Diese Wende bestimmt für die nächsten Jahrhunderte maßgeblich die Entwicklung der Gebiete westlich und östlich des Rheins“, so LWL-Museumsleiter Dr. Rudolf Aßkamp. „Im Westen hält römische Kultur weiter ihren Einzug, Städte werden gegründet an den Orten der ehemaligen Legionslager Xanten, Köln, Bonn, Mainz. Östlich des Rheins bleibt die germanische Bevölkerung in ihren überkommenen Stammesstrukturen gefangen, und es beginnen die sogenannten dunklen Jahrhunderte.“
Vor diesem Hintergrund werden die Besucher im ersten Teil der Ausstellung zunächst zu Zuschauern des Triumphzuges für Germanicus in Rom. Der Triumph in Rom dient als spektakulärer Fixpunkt, um die damit verbundenen Ereignisse schlaglichtartig zu beleuchten.

Der zweite Teil lenkt den Blick auf die militärischen und politischen Entwicklungen in Germanien und die Zeit vor dem vermeintlichen Sieg des Germanicus. Funde aus den römischen Lagern entlang der Lippe wie etwa Haltern am See, Holsterhausen (beide Kreis Recklinghausen), Oberaden, Beckinghausen (beide Kreis Unna), Olfen (Kreis Coesfeld) und Anreppen (Kreis Paderborn) sowie zahlreiche Exponate von weiteren Fundplätzen in Germanien veranschaulichen die römischen Okkupationsbemühungen in Germanien.

Der dritte Teil der Ausstellung widmet sich ganz dem „Römischen Triumph“ und den Fragen, wer, wann und aus welchem Anlass im antiken Rom einen Triumphzug abhalten durfte – mit strengem Protokoll: Zuerst kamen im Zug Beute und Gefangene, dann der Triumphator mit Opfertieren und Behördenvertretern (Lictoren und Staatsbeamten) und schließlich die Armee. Es geht aber auch um die spätere Darstellung von Triumphzügen, zum Beispiel um die Darstellung der gefangenen Thusnelda, der Ehefrau des Varus-Bezwingers Arminius. Diese prominente Geisel im Triumphzug des Germanicus war in der Historienmalerei des 18. und 19. Jahrhunderts ein beliebtes Motiv.

Der letzte Teil bietet einen Blick in die Zukunft in Form der sogenannten kontrafaktischen Geschichtsschreibung – die Geschichtsdarstellung , die sich nicht mit dem befasst, was tatsächlich geschehen ist, sondern mit dem, was geschehen wäre, wenn sich die Ereignisse anders entwickelt hätten.
Hätte Rom gesiegt, wäre die Geschichte der römischen Stützpunkte an der Lippe sicher anders verlaufen. Dann hätte sich Aliso, das heutige Haltern am See, vermutlich zu einem Zentralort in der Region entwickelt. An vielen einstigen Legionsstandorten westlich des Rheins entstanden eigenständige zivile Siedlungen. Zunächst mit Häusern in Fachwerkbauweise errichtet, wurden sie später durch Steingebäude ersetzt und zum Teil monumental ausgebaut. Alles, was städtisches römisches Leben ausmachte, erblühte auf der anderen Seite des Rheins und wäre vermutlich auch in Haltern geschehen, wenn sich die Römer nicht aus dem heutigen Nord- und Westdeutschland zurückgezogen hätten.

„Zwei Thesen halten wir mittlerweile für sehr wahrscheinlich“, so Aßkamp. „Das antike Aliso ist mit dem heutigen Haltern am See identisch. Und der Fundort im Osnabrücker Land bei Kalkriese ist nicht der Ort der Varusschlacht, sondern geht auf die Ereignisse des Jahres 15 n. Chr. rund um Germanicus zurück.“

 

Öffnungszeiten der Ausstellung Triumph ohne Sieg im LWL-Römermuseum Haltern am See:

Dienstag bis Freitag 9 bis 17 Uhr, Donnerstag bis 19 Uhr
Samstag, Sonntag, Feiertage 10 bis 18 Uhr

 

Eintrittspreise unter www.lwl-roemermuseum-haltern.de

 

Quelle: Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL)

Beitragsbild: Eingangsbereich der Ausstellung „Triumph ohne Sieg“ (Foto: LWL/T. Arendt)

 

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Ausstellung Haltern Triumph ohne Sieg

Posted by on November 4th, 2017  •  0 Comments  • 

Eingangsbereich der Ausstellung "Triumph ohne Sieg" (Foto: LWL/T. Arendt)

Triumph ohne Sieg

Neue Ausstellung über Roms Ende in Germanien – alternative Wahrheit vor 2.000 Jahren

Neun Jahre nach dem erfolgreichen Ausstellungsprojekt zur Varusschlacht wird das LWL-Römermuseum in Haltern am See wieder zum Schauplatz einer besonderen Ausstellung über die Römer im damaligen Germanien.
Der spektakuläre Triumphzug des Germanicus vor genau 2.000 Jahren in Rom am 26. Mai 17 n. Chr. und das Ende der römischen Herrschaft in Germanien bilden den Ausgangspunkt für das Ausstellungsprojekt, das der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) in seinem Römermuseum vom 2. Juni bis zum 5. November 2017 unter dem Titel „Triumph ohne Sieg. Roms Ende in Germanien“ präsentiert.

In zwei Jahren Vorbereitungszeit haben die Kuratoren mehr als 40 internationale und nationale Leihgeber für eine Zusammenarbeit gewonnen und ein faszinierendes Ausstellungskonzept erstellt. Über 250 wertvolle Kunstwerke und Artefakte aus Italien, Kroatien, der Schweiz, Slowenien, Ungarn und der Vatikanstadt sollen auf 800 Quadratmetern Ausstellungsfläche für 156 Tage diesen Triumph ohne Sieg verständlich machen.
„US-Präsident Trump hat wahrscheinlich noch nie von dem römischen Kaiser Tiberius gehört, aber gelernt hat auch er von ihm allemal“, sagte LWL-Direktor Matthias Löb am Montag (29.5.) bei der Vorstellung der Ausstellung in Haltern. „Unsere Ausstellung dreht sich um Fake news, um Niederlagen, die zu Siegen umgedeutet werden, um symbolische Politik durch Massenveranstaltungen und um alternative Wahrheit – nur eben vor 2.000 Jahren.“

Kaiser Tiberius kannte Germanien aus eigener Anschauung gut, er wusste, dass dieses Gebiet nicht reich an Bodenschätzen war und sah die erheblichen Verluste an Menschen und Material der vorhergegangenen Kriegsjahre. Auf geschickte Art hat er den dreijährigen, eigentlich nutzlosen und sieglosen Krieg seines Feldherrn Germanicus beendet und in einen Sieg umgewandelt, indem er Ende Mai 17 n.Chr. seinem Adoptivsohn einen grandiosen Triumphzug in Rom ausrichtet.

„Diese Wende bestimmt für die nächsten Jahrhunderte maßgeblich die Entwicklung der Gebiete westlich und östlich des Rheins“, so LWL-Museumsleiter Dr. Rudolf Aßkamp. „Im Westen hält römische Kultur weiter ihren Einzug, Städte werden gegründet an den Orten der ehemaligen Legionslager Xanten, Köln, Bonn, Mainz. Östlich des Rheins bleibt die germanische Bevölkerung in ihren überkommenen Stammesstrukturen gefangen, und es beginnen die sogenannten dunklen Jahrhunderte.“
Vor diesem Hintergrund werden die Besucher im ersten Teil der Ausstellung zunächst zu Zuschauern des Triumphzuges für Germanicus in Rom. Der Triumph in Rom dient als spektakulärer Fixpunkt, um die damit verbundenen Ereignisse schlaglichtartig zu beleuchten.

Der zweite Teil lenkt den Blick auf die militärischen und politischen Entwicklungen in Germanien und die Zeit vor dem vermeintlichen Sieg des Germanicus. Funde aus den römischen Lagern entlang der Lippe wie etwa Haltern am See, Holsterhausen (beide Kreis Recklinghausen), Oberaden, Beckinghausen (beide Kreis Unna), Olfen (Kreis Coesfeld) und Anreppen (Kreis Paderborn) sowie zahlreiche Exponate von weiteren Fundplätzen in Germanien veranschaulichen die römischen Okkupationsbemühungen in Germanien.

Der dritte Teil der Ausstellung widmet sich ganz dem „Römischen Triumph“ und den Fragen, wer, wann und aus welchem Anlass im antiken Rom einen Triumphzug abhalten durfte – mit strengem Protokoll: Zuerst kamen im Zug Beute und Gefangene, dann der Triumphator mit Opfertieren und Behördenvertretern (Lictoren und Staatsbeamten) und schließlich die Armee. Es geht aber auch um die spätere Darstellung von Triumphzügen, zum Beispiel um die Darstellung der gefangenen Thusnelda, der Ehefrau des Varus-Bezwingers Arminius. Diese prominente Geisel im Triumphzug des Germanicus war in der Historienmalerei des 18. und 19. Jahrhunderts ein beliebtes Motiv.

Der letzte Teil bietet einen Blick in die Zukunft in Form der sogenannten kontrafaktischen Geschichtsschreibung – die Geschichtsdarstellung , die sich nicht mit dem befasst, was tatsächlich geschehen ist, sondern mit dem, was geschehen wäre, wenn sich die Ereignisse anders entwickelt hätten.
Hätte Rom gesiegt, wäre die Geschichte der römischen Stützpunkte an der Lippe sicher anders verlaufen. Dann hätte sich Aliso, das heutige Haltern am See, vermutlich zu einem Zentralort in der Region entwickelt. An vielen einstigen Legionsstandorten westlich des Rheins entstanden eigenständige zivile Siedlungen. Zunächst mit Häusern in Fachwerkbauweise errichtet, wurden sie später durch Steingebäude ersetzt und zum Teil monumental ausgebaut. Alles, was städtisches römisches Leben ausmachte, erblühte auf der anderen Seite des Rheins und wäre vermutlich auch in Haltern geschehen, wenn sich die Römer nicht aus dem heutigen Nord- und Westdeutschland zurückgezogen hätten.

„Zwei Thesen halten wir mittlerweile für sehr wahrscheinlich“, so Aßkamp. „Das antike Aliso ist mit dem heutigen Haltern am See identisch. Und der Fundort im Osnabrücker Land bei Kalkriese ist nicht der Ort der Varusschlacht, sondern geht auf die Ereignisse des Jahres 15 n. Chr. rund um Germanicus zurück.“

 

Öffnungszeiten der Ausstellung Triumph ohne Sieg im LWL-Römermuseum Haltern am See:

Dienstag bis Freitag 9 bis 17 Uhr, Donnerstag bis 19 Uhr
Samstag, Sonntag, Feiertage 10 bis 18 Uhr

 

Eintrittspreise unter www.lwl-roemermuseum-haltern.de

 

Quelle: Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL)

Beitragsbild: Eingangsbereich der Ausstellung „Triumph ohne Sieg“ (Foto: LWL/T. Arendt)

 

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Ausstellung Haltern Triumph ohne Sieg

Posted by on November 3rd, 2017  •  0 Comments  • 

Eingangsbereich der Ausstellung "Triumph ohne Sieg" (Foto: LWL/T. Arendt)

Triumph ohne Sieg

Neue Ausstellung über Roms Ende in Germanien – alternative Wahrheit vor 2.000 Jahren

Neun Jahre nach dem erfolgreichen Ausstellungsprojekt zur Varusschlacht wird das LWL-Römermuseum in Haltern am See wieder zum Schauplatz einer besonderen Ausstellung über die Römer im damaligen Germanien.
Der spektakuläre Triumphzug des Germanicus vor genau 2.000 Jahren in Rom am 26. Mai 17 n. Chr. und das Ende der römischen Herrschaft in Germanien bilden den Ausgangspunkt für das Ausstellungsprojekt, das der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) in seinem Römermuseum vom 2. Juni bis zum 5. November 2017 unter dem Titel „Triumph ohne Sieg. Roms Ende in Germanien“ präsentiert.

In zwei Jahren Vorbereitungszeit haben die Kuratoren mehr als 40 internationale und nationale Leihgeber für eine Zusammenarbeit gewonnen und ein faszinierendes Ausstellungskonzept erstellt. Über 250 wertvolle Kunstwerke und Artefakte aus Italien, Kroatien, der Schweiz, Slowenien, Ungarn und der Vatikanstadt sollen auf 800 Quadratmetern Ausstellungsfläche für 156 Tage diesen Triumph ohne Sieg verständlich machen.
„US-Präsident Trump hat wahrscheinlich noch nie von dem römischen Kaiser Tiberius gehört, aber gelernt hat auch er von ihm allemal“, sagte LWL-Direktor Matthias Löb am Montag (29.5.) bei der Vorstellung der Ausstellung in Haltern. „Unsere Ausstellung dreht sich um Fake news, um Niederlagen, die zu Siegen umgedeutet werden, um symbolische Politik durch Massenveranstaltungen und um alternative Wahrheit – nur eben vor 2.000 Jahren.“

Kaiser Tiberius kannte Germanien aus eigener Anschauung gut, er wusste, dass dieses Gebiet nicht reich an Bodenschätzen war und sah die erheblichen Verluste an Menschen und Material der vorhergegangenen Kriegsjahre. Auf geschickte Art hat er den dreijährigen, eigentlich nutzlosen und sieglosen Krieg seines Feldherrn Germanicus beendet und in einen Sieg umgewandelt, indem er Ende Mai 17 n.Chr. seinem Adoptivsohn einen grandiosen Triumphzug in Rom ausrichtet.

„Diese Wende bestimmt für die nächsten Jahrhunderte maßgeblich die Entwicklung der Gebiete westlich und östlich des Rheins“, so LWL-Museumsleiter Dr. Rudolf Aßkamp. „Im Westen hält römische Kultur weiter ihren Einzug, Städte werden gegründet an den Orten der ehemaligen Legionslager Xanten, Köln, Bonn, Mainz. Östlich des Rheins bleibt die germanische Bevölkerung in ihren überkommenen Stammesstrukturen gefangen, und es beginnen die sogenannten dunklen Jahrhunderte.“
Vor diesem Hintergrund werden die Besucher im ersten Teil der Ausstellung zunächst zu Zuschauern des Triumphzuges für Germanicus in Rom. Der Triumph in Rom dient als spektakulärer Fixpunkt, um die damit verbundenen Ereignisse schlaglichtartig zu beleuchten.

Der zweite Teil lenkt den Blick auf die militärischen und politischen Entwicklungen in Germanien und die Zeit vor dem vermeintlichen Sieg des Germanicus. Funde aus den römischen Lagern entlang der Lippe wie etwa Haltern am See, Holsterhausen (beide Kreis Recklinghausen), Oberaden, Beckinghausen (beide Kreis Unna), Olfen (Kreis Coesfeld) und Anreppen (Kreis Paderborn) sowie zahlreiche Exponate von weiteren Fundplätzen in Germanien veranschaulichen die römischen Okkupationsbemühungen in Germanien.

Der dritte Teil der Ausstellung widmet sich ganz dem „Römischen Triumph“ und den Fragen, wer, wann und aus welchem Anlass im antiken Rom einen Triumphzug abhalten durfte – mit strengem Protokoll: Zuerst kamen im Zug Beute und Gefangene, dann der Triumphator mit Opfertieren und Behördenvertretern (Lictoren und Staatsbeamten) und schließlich die Armee. Es geht aber auch um die spätere Darstellung von Triumphzügen, zum Beispiel um die Darstellung der gefangenen Thusnelda, der Ehefrau des Varus-Bezwingers Arminius. Diese prominente Geisel im Triumphzug des Germanicus war in der Historienmalerei des 18. und 19. Jahrhunderts ein beliebtes Motiv.

Der letzte Teil bietet einen Blick in die Zukunft in Form der sogenannten kontrafaktischen Geschichtsschreibung – die Geschichtsdarstellung , die sich nicht mit dem befasst, was tatsächlich geschehen ist, sondern mit dem, was geschehen wäre, wenn sich die Ereignisse anders entwickelt hätten.
Hätte Rom gesiegt, wäre die Geschichte der römischen Stützpunkte an der Lippe sicher anders verlaufen. Dann hätte sich Aliso, das heutige Haltern am See, vermutlich zu einem Zentralort in der Region entwickelt. An vielen einstigen Legionsstandorten westlich des Rheins entstanden eigenständige zivile Siedlungen. Zunächst mit Häusern in Fachwerkbauweise errichtet, wurden sie später durch Steingebäude ersetzt und zum Teil monumental ausgebaut. Alles, was städtisches römisches Leben ausmachte, erblühte auf der anderen Seite des Rheins und wäre vermutlich auch in Haltern geschehen, wenn sich die Römer nicht aus dem heutigen Nord- und Westdeutschland zurückgezogen hätten.

„Zwei Thesen halten wir mittlerweile für sehr wahrscheinlich“, so Aßkamp. „Das antike Aliso ist mit dem heutigen Haltern am See identisch. Und der Fundort im Osnabrücker Land bei Kalkriese ist nicht der Ort der Varusschlacht, sondern geht auf die Ereignisse des Jahres 15 n. Chr. rund um Germanicus zurück.“

 

Öffnungszeiten der Ausstellung Triumph ohne Sieg im LWL-Römermuseum Haltern am See:

Dienstag bis Freitag 9 bis 17 Uhr, Donnerstag bis 19 Uhr
Samstag, Sonntag, Feiertage 10 bis 18 Uhr

 

Eintrittspreise unter www.lwl-roemermuseum-haltern.de

 

Quelle: Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL)

Beitragsbild: Eingangsbereich der Ausstellung „Triumph ohne Sieg“ (Foto: LWL/T. Arendt)

 

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Ausstellung Haltern Triumph ohne Sieg

Posted by on November 2nd, 2017  •  0 Comments  • 

Eingangsbereich der Ausstellung "Triumph ohne Sieg" (Foto: LWL/T. Arendt)

Triumph ohne Sieg

Neue Ausstellung über Roms Ende in Germanien – alternative Wahrheit vor 2.000 Jahren

Neun Jahre nach dem erfolgreichen Ausstellungsprojekt zur Varusschlacht wird das LWL-Römermuseum in Haltern am See wieder zum Schauplatz einer besonderen Ausstellung über die Römer im damaligen Germanien.
Der spektakuläre Triumphzug des Germanicus vor genau 2.000 Jahren in Rom am 26. Mai 17 n. Chr. und das Ende der römischen Herrschaft in Germanien bilden den Ausgangspunkt für das Ausstellungsprojekt, das der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) in seinem Römermuseum vom 2. Juni bis zum 5. November 2017 unter dem Titel „Triumph ohne Sieg. Roms Ende in Germanien“ präsentiert.

In zwei Jahren Vorbereitungszeit haben die Kuratoren mehr als 40 internationale und nationale Leihgeber für eine Zusammenarbeit gewonnen und ein faszinierendes Ausstellungskonzept erstellt. Über 250 wertvolle Kunstwerke und Artefakte aus Italien, Kroatien, der Schweiz, Slowenien, Ungarn und der Vatikanstadt sollen auf 800 Quadratmetern Ausstellungsfläche für 156 Tage diesen Triumph ohne Sieg verständlich machen.
„US-Präsident Trump hat wahrscheinlich noch nie von dem römischen Kaiser Tiberius gehört, aber gelernt hat auch er von ihm allemal“, sagte LWL-Direktor Matthias Löb am Montag (29.5.) bei der Vorstellung der Ausstellung in Haltern. „Unsere Ausstellung dreht sich um Fake news, um Niederlagen, die zu Siegen umgedeutet werden, um symbolische Politik durch Massenveranstaltungen und um alternative Wahrheit – nur eben vor 2.000 Jahren.“

Kaiser Tiberius kannte Germanien aus eigener Anschauung gut, er wusste, dass dieses Gebiet nicht reich an Bodenschätzen war und sah die erheblichen Verluste an Menschen und Material der vorhergegangenen Kriegsjahre. Auf geschickte Art hat er den dreijährigen, eigentlich nutzlosen und sieglosen Krieg seines Feldherrn Germanicus beendet und in einen Sieg umgewandelt, indem er Ende Mai 17 n.Chr. seinem Adoptivsohn einen grandiosen Triumphzug in Rom ausrichtet.

„Diese Wende bestimmt für die nächsten Jahrhunderte maßgeblich die Entwicklung der Gebiete westlich und östlich des Rheins“, so LWL-Museumsleiter Dr. Rudolf Aßkamp. „Im Westen hält römische Kultur weiter ihren Einzug, Städte werden gegründet an den Orten der ehemaligen Legionslager Xanten, Köln, Bonn, Mainz. Östlich des Rheins bleibt die germanische Bevölkerung in ihren überkommenen Stammesstrukturen gefangen, und es beginnen die sogenannten dunklen Jahrhunderte.“
Vor diesem Hintergrund werden die Besucher im ersten Teil der Ausstellung zunächst zu Zuschauern des Triumphzuges für Germanicus in Rom. Der Triumph in Rom dient als spektakulärer Fixpunkt, um die damit verbundenen Ereignisse schlaglichtartig zu beleuchten.

Der zweite Teil lenkt den Blick auf die militärischen und politischen Entwicklungen in Germanien und die Zeit vor dem vermeintlichen Sieg des Germanicus. Funde aus den römischen Lagern entlang der Lippe wie etwa Haltern am See, Holsterhausen (beide Kreis Recklinghausen), Oberaden, Beckinghausen (beide Kreis Unna), Olfen (Kreis Coesfeld) und Anreppen (Kreis Paderborn) sowie zahlreiche Exponate von weiteren Fundplätzen in Germanien veranschaulichen die römischen Okkupationsbemühungen in Germanien.

Der dritte Teil der Ausstellung widmet sich ganz dem „Römischen Triumph“ und den Fragen, wer, wann und aus welchem Anlass im antiken Rom einen Triumphzug abhalten durfte – mit strengem Protokoll: Zuerst kamen im Zug Beute und Gefangene, dann der Triumphator mit Opfertieren und Behördenvertretern (Lictoren und Staatsbeamten) und schließlich die Armee. Es geht aber auch um die spätere Darstellung von Triumphzügen, zum Beispiel um die Darstellung der gefangenen Thusnelda, der Ehefrau des Varus-Bezwingers Arminius. Diese prominente Geisel im Triumphzug des Germanicus war in der Historienmalerei des 18. und 19. Jahrhunderts ein beliebtes Motiv.

Der letzte Teil bietet einen Blick in die Zukunft in Form der sogenannten kontrafaktischen Geschichtsschreibung – die Geschichtsdarstellung , die sich nicht mit dem befasst, was tatsächlich geschehen ist, sondern mit dem, was geschehen wäre, wenn sich die Ereignisse anders entwickelt hätten.
Hätte Rom gesiegt, wäre die Geschichte der römischen Stützpunkte an der Lippe sicher anders verlaufen. Dann hätte sich Aliso, das heutige Haltern am See, vermutlich zu einem Zentralort in der Region entwickelt. An vielen einstigen Legionsstandorten westlich des Rheins entstanden eigenständige zivile Siedlungen. Zunächst mit Häusern in Fachwerkbauweise errichtet, wurden sie später durch Steingebäude ersetzt und zum Teil monumental ausgebaut. Alles, was städtisches römisches Leben ausmachte, erblühte auf der anderen Seite des Rheins und wäre vermutlich auch in Haltern geschehen, wenn sich die Römer nicht aus dem heutigen Nord- und Westdeutschland zurückgezogen hätten.

„Zwei Thesen halten wir mittlerweile für sehr wahrscheinlich“, so Aßkamp. „Das antike Aliso ist mit dem heutigen Haltern am See identisch. Und der Fundort im Osnabrücker Land bei Kalkriese ist nicht der Ort der Varusschlacht, sondern geht auf die Ereignisse des Jahres 15 n. Chr. rund um Germanicus zurück.“

 

Öffnungszeiten der Ausstellung Triumph ohne Sieg im LWL-Römermuseum Haltern am See:

Dienstag bis Freitag 9 bis 17 Uhr, Donnerstag bis 19 Uhr
Samstag, Sonntag, Feiertage 10 bis 18 Uhr

 

Eintrittspreise unter www.lwl-roemermuseum-haltern.de

 

Quelle: Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL)

Beitragsbild: Eingangsbereich der Ausstellung „Triumph ohne Sieg“ (Foto: LWL/T. Arendt)

 

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Posted by on November 1st, 2017  •  0 Comments  • 

Eingangsbereich der Ausstellung "Triumph ohne Sieg" (Foto: LWL/T. Arendt)

Triumph ohne Sieg

Neue Ausstellung über Roms Ende in Germanien – alternative Wahrheit vor 2.000 Jahren

Neun Jahre nach dem erfolgreichen Ausstellungsprojekt zur Varusschlacht wird das LWL-Römermuseum in Haltern am See wieder zum Schauplatz einer besonderen Ausstellung über die Römer im damaligen Germanien.
Der spektakuläre Triumphzug des Germanicus vor genau 2.000 Jahren in Rom am 26. Mai 17 n. Chr. und das Ende der römischen Herrschaft in Germanien bilden den Ausgangspunkt für das Ausstellungsprojekt, das der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) in seinem Römermuseum vom 2. Juni bis zum 5. November 2017 unter dem Titel „Triumph ohne Sieg. Roms Ende in Germanien“ präsentiert.

In zwei Jahren Vorbereitungszeit haben die Kuratoren mehr als 40 internationale und nationale Leihgeber für eine Zusammenarbeit gewonnen und ein faszinierendes Ausstellungskonzept erstellt. Über 250 wertvolle Kunstwerke und Artefakte aus Italien, Kroatien, der Schweiz, Slowenien, Ungarn und der Vatikanstadt sollen auf 800 Quadratmetern Ausstellungsfläche für 156 Tage diesen Triumph ohne Sieg verständlich machen.
„US-Präsident Trump hat wahrscheinlich noch nie von dem römischen Kaiser Tiberius gehört, aber gelernt hat auch er von ihm allemal“, sagte LWL-Direktor Matthias Löb am Montag (29.5.) bei der Vorstellung der Ausstellung in Haltern. „Unsere Ausstellung dreht sich um Fake news, um Niederlagen, die zu Siegen umgedeutet werden, um symbolische Politik durch Massenveranstaltungen und um alternative Wahrheit – nur eben vor 2.000 Jahren.“

Kaiser Tiberius kannte Germanien aus eigener Anschauung gut, er wusste, dass dieses Gebiet nicht reich an Bodenschätzen war und sah die erheblichen Verluste an Menschen und Material der vorhergegangenen Kriegsjahre. Auf geschickte Art hat er den dreijährigen, eigentlich nutzlosen und sieglosen Krieg seines Feldherrn Germanicus beendet und in einen Sieg umgewandelt, indem er Ende Mai 17 n.Chr. seinem Adoptivsohn einen grandiosen Triumphzug in Rom ausrichtet.

„Diese Wende bestimmt für die nächsten Jahrhunderte maßgeblich die Entwicklung der Gebiete westlich und östlich des Rheins“, so LWL-Museumsleiter Dr. Rudolf Aßkamp. „Im Westen hält römische Kultur weiter ihren Einzug, Städte werden gegründet an den Orten der ehemaligen Legionslager Xanten, Köln, Bonn, Mainz. Östlich des Rheins bleibt die germanische Bevölkerung in ihren überkommenen Stammesstrukturen gefangen, und es beginnen die sogenannten dunklen Jahrhunderte.“
Vor diesem Hintergrund werden die Besucher im ersten Teil der Ausstellung zunächst zu Zuschauern des Triumphzuges für Germanicus in Rom. Der Triumph in Rom dient als spektakulärer Fixpunkt, um die damit verbundenen Ereignisse schlaglichtartig zu beleuchten.

Der zweite Teil lenkt den Blick auf die militärischen und politischen Entwicklungen in Germanien und die Zeit vor dem vermeintlichen Sieg des Germanicus. Funde aus den römischen Lagern entlang der Lippe wie etwa Haltern am See, Holsterhausen (beide Kreis Recklinghausen), Oberaden, Beckinghausen (beide Kreis Unna), Olfen (Kreis Coesfeld) und Anreppen (Kreis Paderborn) sowie zahlreiche Exponate von weiteren Fundplätzen in Germanien veranschaulichen die römischen Okkupationsbemühungen in Germanien.

Der dritte Teil der Ausstellung widmet sich ganz dem „Römischen Triumph“ und den Fragen, wer, wann und aus welchem Anlass im antiken Rom einen Triumphzug abhalten durfte – mit strengem Protokoll: Zuerst kamen im Zug Beute und Gefangene, dann der Triumphator mit Opfertieren und Behördenvertretern (Lictoren und Staatsbeamten) und schließlich die Armee. Es geht aber auch um die spätere Darstellung von Triumphzügen, zum Beispiel um die Darstellung der gefangenen Thusnelda, der Ehefrau des Varus-Bezwingers Arminius. Diese prominente Geisel im Triumphzug des Germanicus war in der Historienmalerei des 18. und 19. Jahrhunderts ein beliebtes Motiv.

Der letzte Teil bietet einen Blick in die Zukunft in Form der sogenannten kontrafaktischen Geschichtsschreibung – die Geschichtsdarstellung , die sich nicht mit dem befasst, was tatsächlich geschehen ist, sondern mit dem, was geschehen wäre, wenn sich die Ereignisse anders entwickelt hätten.
Hätte Rom gesiegt, wäre die Geschichte der römischen Stützpunkte an der Lippe sicher anders verlaufen. Dann hätte sich Aliso, das heutige Haltern am See, vermutlich zu einem Zentralort in der Region entwickelt. An vielen einstigen Legionsstandorten westlich des Rheins entstanden eigenständige zivile Siedlungen. Zunächst mit Häusern in Fachwerkbauweise errichtet, wurden sie später durch Steingebäude ersetzt und zum Teil monumental ausgebaut. Alles, was städtisches römisches Leben ausmachte, erblühte auf der anderen Seite des Rheins und wäre vermutlich auch in Haltern geschehen, wenn sich die Römer nicht aus dem heutigen Nord- und Westdeutschland zurückgezogen hätten.

„Zwei Thesen halten wir mittlerweile für sehr wahrscheinlich“, so Aßkamp. „Das antike Aliso ist mit dem heutigen Haltern am See identisch. Und der Fundort im Osnabrücker Land bei Kalkriese ist nicht der Ort der Varusschlacht, sondern geht auf die Ereignisse des Jahres 15 n. Chr. rund um Germanicus zurück.“

 

Öffnungszeiten der Ausstellung Triumph ohne Sieg im LWL-Römermuseum Haltern am See:

Dienstag bis Freitag 9 bis 17 Uhr, Donnerstag bis 19 Uhr
Samstag, Sonntag, Feiertage 10 bis 18 Uhr

 

Eintrittspreise unter www.lwl-roemermuseum-haltern.de

 

Quelle: Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL)

Beitragsbild: Eingangsbereich der Ausstellung „Triumph ohne Sieg“ (Foto: LWL/T. Arendt)

 

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Posted by on Oktober 31st, 2017  •  0 Comments  • 

Eingangsbereich der Ausstellung "Triumph ohne Sieg" (Foto: LWL/T. Arendt)

Triumph ohne Sieg

Neue Ausstellung über Roms Ende in Germanien – alternative Wahrheit vor 2.000 Jahren

Neun Jahre nach dem erfolgreichen Ausstellungsprojekt zur Varusschlacht wird das LWL-Römermuseum in Haltern am See wieder zum Schauplatz einer besonderen Ausstellung über die Römer im damaligen Germanien.
Der spektakuläre Triumphzug des Germanicus vor genau 2.000 Jahren in Rom am 26. Mai 17 n. Chr. und das Ende der römischen Herrschaft in Germanien bilden den Ausgangspunkt für das Ausstellungsprojekt, das der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) in seinem Römermuseum vom 2. Juni bis zum 5. November 2017 unter dem Titel „Triumph ohne Sieg. Roms Ende in Germanien“ präsentiert.

In zwei Jahren Vorbereitungszeit haben die Kuratoren mehr als 40 internationale und nationale Leihgeber für eine Zusammenarbeit gewonnen und ein faszinierendes Ausstellungskonzept erstellt. Über 250 wertvolle Kunstwerke und Artefakte aus Italien, Kroatien, der Schweiz, Slowenien, Ungarn und der Vatikanstadt sollen auf 800 Quadratmetern Ausstellungsfläche für 156 Tage diesen Triumph ohne Sieg verständlich machen.
„US-Präsident Trump hat wahrscheinlich noch nie von dem römischen Kaiser Tiberius gehört, aber gelernt hat auch er von ihm allemal“, sagte LWL-Direktor Matthias Löb am Montag (29.5.) bei der Vorstellung der Ausstellung in Haltern. „Unsere Ausstellung dreht sich um Fake news, um Niederlagen, die zu Siegen umgedeutet werden, um symbolische Politik durch Massenveranstaltungen und um alternative Wahrheit – nur eben vor 2.000 Jahren.“

Kaiser Tiberius kannte Germanien aus eigener Anschauung gut, er wusste, dass dieses Gebiet nicht reich an Bodenschätzen war und sah die erheblichen Verluste an Menschen und Material der vorhergegangenen Kriegsjahre. Auf geschickte Art hat er den dreijährigen, eigentlich nutzlosen und sieglosen Krieg seines Feldherrn Germanicus beendet und in einen Sieg umgewandelt, indem er Ende Mai 17 n.Chr. seinem Adoptivsohn einen grandiosen Triumphzug in Rom ausrichtet.

„Diese Wende bestimmt für die nächsten Jahrhunderte maßgeblich die Entwicklung der Gebiete westlich und östlich des Rheins“, so LWL-Museumsleiter Dr. Rudolf Aßkamp. „Im Westen hält römische Kultur weiter ihren Einzug, Städte werden gegründet an den Orten der ehemaligen Legionslager Xanten, Köln, Bonn, Mainz. Östlich des Rheins bleibt die germanische Bevölkerung in ihren überkommenen Stammesstrukturen gefangen, und es beginnen die sogenannten dunklen Jahrhunderte.“
Vor diesem Hintergrund werden die Besucher im ersten Teil der Ausstellung zunächst zu Zuschauern des Triumphzuges für Germanicus in Rom. Der Triumph in Rom dient als spektakulärer Fixpunkt, um die damit verbundenen Ereignisse schlaglichtartig zu beleuchten.

Der zweite Teil lenkt den Blick auf die militärischen und politischen Entwicklungen in Germanien und die Zeit vor dem vermeintlichen Sieg des Germanicus. Funde aus den römischen Lagern entlang der Lippe wie etwa Haltern am See, Holsterhausen (beide Kreis Recklinghausen), Oberaden, Beckinghausen (beide Kreis Unna), Olfen (Kreis Coesfeld) und Anreppen (Kreis Paderborn) sowie zahlreiche Exponate von weiteren Fundplätzen in Germanien veranschaulichen die römischen Okkupationsbemühungen in Germanien.

Der dritte Teil der Ausstellung widmet sich ganz dem „Römischen Triumph“ und den Fragen, wer, wann und aus welchem Anlass im antiken Rom einen Triumphzug abhalten durfte – mit strengem Protokoll: Zuerst kamen im Zug Beute und Gefangene, dann der Triumphator mit Opfertieren und Behördenvertretern (Lictoren und Staatsbeamten) und schließlich die Armee. Es geht aber auch um die spätere Darstellung von Triumphzügen, zum Beispiel um die Darstellung der gefangenen Thusnelda, der Ehefrau des Varus-Bezwingers Arminius. Diese prominente Geisel im Triumphzug des Germanicus war in der Historienmalerei des 18. und 19. Jahrhunderts ein beliebtes Motiv.

Der letzte Teil bietet einen Blick in die Zukunft in Form der sogenannten kontrafaktischen Geschichtsschreibung – die Geschichtsdarstellung , die sich nicht mit dem befasst, was tatsächlich geschehen ist, sondern mit dem, was geschehen wäre, wenn sich die Ereignisse anders entwickelt hätten.
Hätte Rom gesiegt, wäre die Geschichte der römischen Stützpunkte an der Lippe sicher anders verlaufen. Dann hätte sich Aliso, das heutige Haltern am See, vermutlich zu einem Zentralort in der Region entwickelt. An vielen einstigen Legionsstandorten westlich des Rheins entstanden eigenständige zivile Siedlungen. Zunächst mit Häusern in Fachwerkbauweise errichtet, wurden sie später durch Steingebäude ersetzt und zum Teil monumental ausgebaut. Alles, was städtisches römisches Leben ausmachte, erblühte auf der anderen Seite des Rheins und wäre vermutlich auch in Haltern geschehen, wenn sich die Römer nicht aus dem heutigen Nord- und Westdeutschland zurückgezogen hätten.

„Zwei Thesen halten wir mittlerweile für sehr wahrscheinlich“, so Aßkamp. „Das antike Aliso ist mit dem heutigen Haltern am See identisch. Und der Fundort im Osnabrücker Land bei Kalkriese ist nicht der Ort der Varusschlacht, sondern geht auf die Ereignisse des Jahres 15 n. Chr. rund um Germanicus zurück.“

 

Öffnungszeiten der Ausstellung Triumph ohne Sieg im LWL-Römermuseum Haltern am See:

Dienstag bis Freitag 9 bis 17 Uhr, Donnerstag bis 19 Uhr
Samstag, Sonntag, Feiertage 10 bis 18 Uhr

 

Eintrittspreise unter www.lwl-roemermuseum-haltern.de

 

Quelle: Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL)

Beitragsbild: Eingangsbereich der Ausstellung „Triumph ohne Sieg“ (Foto: LWL/T. Arendt)

 

Weitere Ausstellungen im Ruhrgebiet finden


Ausstellung Haltern Triumph ohne Sieg

Posted by on Oktober 29th, 2017  •  0 Comments  • 

Eingangsbereich der Ausstellung "Triumph ohne Sieg" (Foto: LWL/T. Arendt)

Triumph ohne Sieg

Neue Ausstellung über Roms Ende in Germanien – alternative Wahrheit vor 2.000 Jahren

Neun Jahre nach dem erfolgreichen Ausstellungsprojekt zur Varusschlacht wird das LWL-Römermuseum in Haltern am See wieder zum Schauplatz einer besonderen Ausstellung über die Römer im damaligen Germanien.
Der spektakuläre Triumphzug des Germanicus vor genau 2.000 Jahren in Rom am 26. Mai 17 n. Chr. und das Ende der römischen Herrschaft in Germanien bilden den Ausgangspunkt für das Ausstellungsprojekt, das der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) in seinem Römermuseum vom 2. Juni bis zum 5. November 2017 unter dem Titel „Triumph ohne Sieg. Roms Ende in Germanien“ präsentiert.

In zwei Jahren Vorbereitungszeit haben die Kuratoren mehr als 40 internationale und nationale Leihgeber für eine Zusammenarbeit gewonnen und ein faszinierendes Ausstellungskonzept erstellt. Über 250 wertvolle Kunstwerke und Artefakte aus Italien, Kroatien, der Schweiz, Slowenien, Ungarn und der Vatikanstadt sollen auf 800 Quadratmetern Ausstellungsfläche für 156 Tage diesen Triumph ohne Sieg verständlich machen.
„US-Präsident Trump hat wahrscheinlich noch nie von dem römischen Kaiser Tiberius gehört, aber gelernt hat auch er von ihm allemal“, sagte LWL-Direktor Matthias Löb am Montag (29.5.) bei der Vorstellung der Ausstellung in Haltern. „Unsere Ausstellung dreht sich um Fake news, um Niederlagen, die zu Siegen umgedeutet werden, um symbolische Politik durch Massenveranstaltungen und um alternative Wahrheit – nur eben vor 2.000 Jahren.“

Kaiser Tiberius kannte Germanien aus eigener Anschauung gut, er wusste, dass dieses Gebiet nicht reich an Bodenschätzen war und sah die erheblichen Verluste an Menschen und Material der vorhergegangenen Kriegsjahre. Auf geschickte Art hat er den dreijährigen, eigentlich nutzlosen und sieglosen Krieg seines Feldherrn Germanicus beendet und in einen Sieg umgewandelt, indem er Ende Mai 17 n.Chr. seinem Adoptivsohn einen grandiosen Triumphzug in Rom ausrichtet.

„Diese Wende bestimmt für die nächsten Jahrhunderte maßgeblich die Entwicklung der Gebiete westlich und östlich des Rheins“, so LWL-Museumsleiter Dr. Rudolf Aßkamp. „Im Westen hält römische Kultur weiter ihren Einzug, Städte werden gegründet an den Orten der ehemaligen Legionslager Xanten, Köln, Bonn, Mainz. Östlich des Rheins bleibt die germanische Bevölkerung in ihren überkommenen Stammesstrukturen gefangen, und es beginnen die sogenannten dunklen Jahrhunderte.“
Vor diesem Hintergrund werden die Besucher im ersten Teil der Ausstellung zunächst zu Zuschauern des Triumphzuges für Germanicus in Rom. Der Triumph in Rom dient als spektakulärer Fixpunkt, um die damit verbundenen Ereignisse schlaglichtartig zu beleuchten.

Der zweite Teil lenkt den Blick auf die militärischen und politischen Entwicklungen in Germanien und die Zeit vor dem vermeintlichen Sieg des Germanicus. Funde aus den römischen Lagern entlang der Lippe wie etwa Haltern am See, Holsterhausen (beide Kreis Recklinghausen), Oberaden, Beckinghausen (beide Kreis Unna), Olfen (Kreis Coesfeld) und Anreppen (Kreis Paderborn) sowie zahlreiche Exponate von weiteren Fundplätzen in Germanien veranschaulichen die römischen Okkupationsbemühungen in Germanien.

Der dritte Teil der Ausstellung widmet sich ganz dem „Römischen Triumph“ und den Fragen, wer, wann und aus welchem Anlass im antiken Rom einen Triumphzug abhalten durfte – mit strengem Protokoll: Zuerst kamen im Zug Beute und Gefangene, dann der Triumphator mit Opfertieren und Behördenvertretern (Lictoren und Staatsbeamten) und schließlich die Armee. Es geht aber auch um die spätere Darstellung von Triumphzügen, zum Beispiel um die Darstellung der gefangenen Thusnelda, der Ehefrau des Varus-Bezwingers Arminius. Diese prominente Geisel im Triumphzug des Germanicus war in der Historienmalerei des 18. und 19. Jahrhunderts ein beliebtes Motiv.

Der letzte Teil bietet einen Blick in die Zukunft in Form der sogenannten kontrafaktischen Geschichtsschreibung – die Geschichtsdarstellung , die sich nicht mit dem befasst, was tatsächlich geschehen ist, sondern mit dem, was geschehen wäre, wenn sich die Ereignisse anders entwickelt hätten.
Hätte Rom gesiegt, wäre die Geschichte der römischen Stützpunkte an der Lippe sicher anders verlaufen. Dann hätte sich Aliso, das heutige Haltern am See, vermutlich zu einem Zentralort in der Region entwickelt. An vielen einstigen Legionsstandorten westlich des Rheins entstanden eigenständige zivile Siedlungen. Zunächst mit Häusern in Fachwerkbauweise errichtet, wurden sie später durch Steingebäude ersetzt und zum Teil monumental ausgebaut. Alles, was städtisches römisches Leben ausmachte, erblühte auf der anderen Seite des Rheins und wäre vermutlich auch in Haltern geschehen, wenn sich die Römer nicht aus dem heutigen Nord- und Westdeutschland zurückgezogen hätten.

„Zwei Thesen halten wir mittlerweile für sehr wahrscheinlich“, so Aßkamp. „Das antike Aliso ist mit dem heutigen Haltern am See identisch. Und der Fundort im Osnabrücker Land bei Kalkriese ist nicht der Ort der Varusschlacht, sondern geht auf die Ereignisse des Jahres 15 n. Chr. rund um Germanicus zurück.“

 

Öffnungszeiten der Ausstellung Triumph ohne Sieg im LWL-Römermuseum Haltern am See:

Dienstag bis Freitag 9 bis 17 Uhr, Donnerstag bis 19 Uhr
Samstag, Sonntag, Feiertage 10 bis 18 Uhr

 

Eintrittspreise unter www.lwl-roemermuseum-haltern.de

 

Quelle: Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL)

Beitragsbild: Eingangsbereich der Ausstellung „Triumph ohne Sieg“ (Foto: LWL/T. Arendt)

 

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Ausstellung Haltern Triumph ohne Sieg

Posted by on Oktober 28th, 2017  •  0 Comments  • 

Eingangsbereich der Ausstellung "Triumph ohne Sieg" (Foto: LWL/T. Arendt)

Triumph ohne Sieg

Neue Ausstellung über Roms Ende in Germanien – alternative Wahrheit vor 2.000 Jahren

Neun Jahre nach dem erfolgreichen Ausstellungsprojekt zur Varusschlacht wird das LWL-Römermuseum in Haltern am See wieder zum Schauplatz einer besonderen Ausstellung über die Römer im damaligen Germanien.
Der spektakuläre Triumphzug des Germanicus vor genau 2.000 Jahren in Rom am 26. Mai 17 n. Chr. und das Ende der römischen Herrschaft in Germanien bilden den Ausgangspunkt für das Ausstellungsprojekt, das der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) in seinem Römermuseum vom 2. Juni bis zum 5. November 2017 unter dem Titel „Triumph ohne Sieg. Roms Ende in Germanien“ präsentiert.

In zwei Jahren Vorbereitungszeit haben die Kuratoren mehr als 40 internationale und nationale Leihgeber für eine Zusammenarbeit gewonnen und ein faszinierendes Ausstellungskonzept erstellt. Über 250 wertvolle Kunstwerke und Artefakte aus Italien, Kroatien, der Schweiz, Slowenien, Ungarn und der Vatikanstadt sollen auf 800 Quadratmetern Ausstellungsfläche für 156 Tage diesen Triumph ohne Sieg verständlich machen.
„US-Präsident Trump hat wahrscheinlich noch nie von dem römischen Kaiser Tiberius gehört, aber gelernt hat auch er von ihm allemal“, sagte LWL-Direktor Matthias Löb am Montag (29.5.) bei der Vorstellung der Ausstellung in Haltern. „Unsere Ausstellung dreht sich um Fake news, um Niederlagen, die zu Siegen umgedeutet werden, um symbolische Politik durch Massenveranstaltungen und um alternative Wahrheit – nur eben vor 2.000 Jahren.“

Kaiser Tiberius kannte Germanien aus eigener Anschauung gut, er wusste, dass dieses Gebiet nicht reich an Bodenschätzen war und sah die erheblichen Verluste an Menschen und Material der vorhergegangenen Kriegsjahre. Auf geschickte Art hat er den dreijährigen, eigentlich nutzlosen und sieglosen Krieg seines Feldherrn Germanicus beendet und in einen Sieg umgewandelt, indem er Ende Mai 17 n.Chr. seinem Adoptivsohn einen grandiosen Triumphzug in Rom ausrichtet.

„Diese Wende bestimmt für die nächsten Jahrhunderte maßgeblich die Entwicklung der Gebiete westlich und östlich des Rheins“, so LWL-Museumsleiter Dr. Rudolf Aßkamp. „Im Westen hält römische Kultur weiter ihren Einzug, Städte werden gegründet an den Orten der ehemaligen Legionslager Xanten, Köln, Bonn, Mainz. Östlich des Rheins bleibt die germanische Bevölkerung in ihren überkommenen Stammesstrukturen gefangen, und es beginnen die sogenannten dunklen Jahrhunderte.“
Vor diesem Hintergrund werden die Besucher im ersten Teil der Ausstellung zunächst zu Zuschauern des Triumphzuges für Germanicus in Rom. Der Triumph in Rom dient als spektakulärer Fixpunkt, um die damit verbundenen Ereignisse schlaglichtartig zu beleuchten.

Der zweite Teil lenkt den Blick auf die militärischen und politischen Entwicklungen in Germanien und die Zeit vor dem vermeintlichen Sieg des Germanicus. Funde aus den römischen Lagern entlang der Lippe wie etwa Haltern am See, Holsterhausen (beide Kreis Recklinghausen), Oberaden, Beckinghausen (beide Kreis Unna), Olfen (Kreis Coesfeld) und Anreppen (Kreis Paderborn) sowie zahlreiche Exponate von weiteren Fundplätzen in Germanien veranschaulichen die römischen Okkupationsbemühungen in Germanien.

Der dritte Teil der Ausstellung widmet sich ganz dem „Römischen Triumph“ und den Fragen, wer, wann und aus welchem Anlass im antiken Rom einen Triumphzug abhalten durfte – mit strengem Protokoll: Zuerst kamen im Zug Beute und Gefangene, dann der Triumphator mit Opfertieren und Behördenvertretern (Lictoren und Staatsbeamten) und schließlich die Armee. Es geht aber auch um die spätere Darstellung von Triumphzügen, zum Beispiel um die Darstellung der gefangenen Thusnelda, der Ehefrau des Varus-Bezwingers Arminius. Diese prominente Geisel im Triumphzug des Germanicus war in der Historienmalerei des 18. und 19. Jahrhunderts ein beliebtes Motiv.

Der letzte Teil bietet einen Blick in die Zukunft in Form der sogenannten kontrafaktischen Geschichtsschreibung – die Geschichtsdarstellung , die sich nicht mit dem befasst, was tatsächlich geschehen ist, sondern mit dem, was geschehen wäre, wenn sich die Ereignisse anders entwickelt hätten.
Hätte Rom gesiegt, wäre die Geschichte der römischen Stützpunkte an der Lippe sicher anders verlaufen. Dann hätte sich Aliso, das heutige Haltern am See, vermutlich zu einem Zentralort in der Region entwickelt. An vielen einstigen Legionsstandorten westlich des Rheins entstanden eigenständige zivile Siedlungen. Zunächst mit Häusern in Fachwerkbauweise errichtet, wurden sie später durch Steingebäude ersetzt und zum Teil monumental ausgebaut. Alles, was städtisches römisches Leben ausmachte, erblühte auf der anderen Seite des Rheins und wäre vermutlich auch in Haltern geschehen, wenn sich die Römer nicht aus dem heutigen Nord- und Westdeutschland zurückgezogen hätten.

„Zwei Thesen halten wir mittlerweile für sehr wahrscheinlich“, so Aßkamp. „Das antike Aliso ist mit dem heutigen Haltern am See identisch. Und der Fundort im Osnabrücker Land bei Kalkriese ist nicht der Ort der Varusschlacht, sondern geht auf die Ereignisse des Jahres 15 n. Chr. rund um Germanicus zurück.“

 

Öffnungszeiten der Ausstellung Triumph ohne Sieg im LWL-Römermuseum Haltern am See:

Dienstag bis Freitag 9 bis 17 Uhr, Donnerstag bis 19 Uhr
Samstag, Sonntag, Feiertage 10 bis 18 Uhr

 

Eintrittspreise unter www.lwl-roemermuseum-haltern.de

 

Quelle: Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL)

Beitragsbild: Eingangsbereich der Ausstellung „Triumph ohne Sieg“ (Foto: LWL/T. Arendt)

 

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Ausstellung Haltern Triumph ohne Sieg

Posted by on Oktober 27th, 2017  •  0 Comments  • 

Eingangsbereich der Ausstellung "Triumph ohne Sieg" (Foto: LWL/T. Arendt)

Triumph ohne Sieg

Neue Ausstellung über Roms Ende in Germanien – alternative Wahrheit vor 2.000 Jahren

Neun Jahre nach dem erfolgreichen Ausstellungsprojekt zur Varusschlacht wird das LWL-Römermuseum in Haltern am See wieder zum Schauplatz einer besonderen Ausstellung über die Römer im damaligen Germanien.
Der spektakuläre Triumphzug des Germanicus vor genau 2.000 Jahren in Rom am 26. Mai 17 n. Chr. und das Ende der römischen Herrschaft in Germanien bilden den Ausgangspunkt für das Ausstellungsprojekt, das der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) in seinem Römermuseum vom 2. Juni bis zum 5. November 2017 unter dem Titel „Triumph ohne Sieg. Roms Ende in Germanien“ präsentiert.

In zwei Jahren Vorbereitungszeit haben die Kuratoren mehr als 40 internationale und nationale Leihgeber für eine Zusammenarbeit gewonnen und ein faszinierendes Ausstellungskonzept erstellt. Über 250 wertvolle Kunstwerke und Artefakte aus Italien, Kroatien, der Schweiz, Slowenien, Ungarn und der Vatikanstadt sollen auf 800 Quadratmetern Ausstellungsfläche für 156 Tage diesen Triumph ohne Sieg verständlich machen.
„US-Präsident Trump hat wahrscheinlich noch nie von dem römischen Kaiser Tiberius gehört, aber gelernt hat auch er von ihm allemal“, sagte LWL-Direktor Matthias Löb am Montag (29.5.) bei der Vorstellung der Ausstellung in Haltern. „Unsere Ausstellung dreht sich um Fake news, um Niederlagen, die zu Siegen umgedeutet werden, um symbolische Politik durch Massenveranstaltungen und um alternative Wahrheit – nur eben vor 2.000 Jahren.“

Kaiser Tiberius kannte Germanien aus eigener Anschauung gut, er wusste, dass dieses Gebiet nicht reich an Bodenschätzen war und sah die erheblichen Verluste an Menschen und Material der vorhergegangenen Kriegsjahre. Auf geschickte Art hat er den dreijährigen, eigentlich nutzlosen und sieglosen Krieg seines Feldherrn Germanicus beendet und in einen Sieg umgewandelt, indem er Ende Mai 17 n.Chr. seinem Adoptivsohn einen grandiosen Triumphzug in Rom ausrichtet.

„Diese Wende bestimmt für die nächsten Jahrhunderte maßgeblich die Entwicklung der Gebiete westlich und östlich des Rheins“, so LWL-Museumsleiter Dr. Rudolf Aßkamp. „Im Westen hält römische Kultur weiter ihren Einzug, Städte werden gegründet an den Orten der ehemaligen Legionslager Xanten, Köln, Bonn, Mainz. Östlich des Rheins bleibt die germanische Bevölkerung in ihren überkommenen Stammesstrukturen gefangen, und es beginnen die sogenannten dunklen Jahrhunderte.“
Vor diesem Hintergrund werden die Besucher im ersten Teil der Ausstellung zunächst zu Zuschauern des Triumphzuges für Germanicus in Rom. Der Triumph in Rom dient als spektakulärer Fixpunkt, um die damit verbundenen Ereignisse schlaglichtartig zu beleuchten.

Der zweite Teil lenkt den Blick auf die militärischen und politischen Entwicklungen in Germanien und die Zeit vor dem vermeintlichen Sieg des Germanicus. Funde aus den römischen Lagern entlang der Lippe wie etwa Haltern am See, Holsterhausen (beide Kreis Recklinghausen), Oberaden, Beckinghausen (beide Kreis Unna), Olfen (Kreis Coesfeld) und Anreppen (Kreis Paderborn) sowie zahlreiche Exponate von weiteren Fundplätzen in Germanien veranschaulichen die römischen Okkupationsbemühungen in Germanien.

Der dritte Teil der Ausstellung widmet sich ganz dem „Römischen Triumph“ und den Fragen, wer, wann und aus welchem Anlass im antiken Rom einen Triumphzug abhalten durfte – mit strengem Protokoll: Zuerst kamen im Zug Beute und Gefangene, dann der Triumphator mit Opfertieren und Behördenvertretern (Lictoren und Staatsbeamten) und schließlich die Armee. Es geht aber auch um die spätere Darstellung von Triumphzügen, zum Beispiel um die Darstellung der gefangenen Thusnelda, der Ehefrau des Varus-Bezwingers Arminius. Diese prominente Geisel im Triumphzug des Germanicus war in der Historienmalerei des 18. und 19. Jahrhunderts ein beliebtes Motiv.

Der letzte Teil bietet einen Blick in die Zukunft in Form der sogenannten kontrafaktischen Geschichtsschreibung – die Geschichtsdarstellung , die sich nicht mit dem befasst, was tatsächlich geschehen ist, sondern mit dem, was geschehen wäre, wenn sich die Ereignisse anders entwickelt hätten.
Hätte Rom gesiegt, wäre die Geschichte der römischen Stützpunkte an der Lippe sicher anders verlaufen. Dann hätte sich Aliso, das heutige Haltern am See, vermutlich zu einem Zentralort in der Region entwickelt. An vielen einstigen Legionsstandorten westlich des Rheins entstanden eigenständige zivile Siedlungen. Zunächst mit Häusern in Fachwerkbauweise errichtet, wurden sie später durch Steingebäude ersetzt und zum Teil monumental ausgebaut. Alles, was städtisches römisches Leben ausmachte, erblühte auf der anderen Seite des Rheins und wäre vermutlich auch in Haltern geschehen, wenn sich die Römer nicht aus dem heutigen Nord- und Westdeutschland zurückgezogen hätten.

„Zwei Thesen halten wir mittlerweile für sehr wahrscheinlich“, so Aßkamp. „Das antike Aliso ist mit dem heutigen Haltern am See identisch. Und der Fundort im Osnabrücker Land bei Kalkriese ist nicht der Ort der Varusschlacht, sondern geht auf die Ereignisse des Jahres 15 n. Chr. rund um Germanicus zurück.“

 

Öffnungszeiten der Ausstellung Triumph ohne Sieg im LWL-Römermuseum Haltern am See:

Dienstag bis Freitag 9 bis 17 Uhr, Donnerstag bis 19 Uhr
Samstag, Sonntag, Feiertage 10 bis 18 Uhr

 

Eintrittspreise unter www.lwl-roemermuseum-haltern.de

 

Quelle: Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL)

Beitragsbild: Eingangsbereich der Ausstellung „Triumph ohne Sieg“ (Foto: LWL/T. Arendt)

 

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Ausstellung Haltern Triumph ohne Sieg

Posted by on Oktober 26th, 2017  •  0 Comments  • 

Eingangsbereich der Ausstellung "Triumph ohne Sieg" (Foto: LWL/T. Arendt)

Triumph ohne Sieg

Neue Ausstellung über Roms Ende in Germanien – alternative Wahrheit vor 2.000 Jahren

Neun Jahre nach dem erfolgreichen Ausstellungsprojekt zur Varusschlacht wird das LWL-Römermuseum in Haltern am See wieder zum Schauplatz einer besonderen Ausstellung über die Römer im damaligen Germanien.
Der spektakuläre Triumphzug des Germanicus vor genau 2.000 Jahren in Rom am 26. Mai 17 n. Chr. und das Ende der römischen Herrschaft in Germanien bilden den Ausgangspunkt für das Ausstellungsprojekt, das der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) in seinem Römermuseum vom 2. Juni bis zum 5. November 2017 unter dem Titel „Triumph ohne Sieg. Roms Ende in Germanien“ präsentiert.

In zwei Jahren Vorbereitungszeit haben die Kuratoren mehr als 40 internationale und nationale Leihgeber für eine Zusammenarbeit gewonnen und ein faszinierendes Ausstellungskonzept erstellt. Über 250 wertvolle Kunstwerke und Artefakte aus Italien, Kroatien, der Schweiz, Slowenien, Ungarn und der Vatikanstadt sollen auf 800 Quadratmetern Ausstellungsfläche für 156 Tage diesen Triumph ohne Sieg verständlich machen.
„US-Präsident Trump hat wahrscheinlich noch nie von dem römischen Kaiser Tiberius gehört, aber gelernt hat auch er von ihm allemal“, sagte LWL-Direktor Matthias Löb am Montag (29.5.) bei der Vorstellung der Ausstellung in Haltern. „Unsere Ausstellung dreht sich um Fake news, um Niederlagen, die zu Siegen umgedeutet werden, um symbolische Politik durch Massenveranstaltungen und um alternative Wahrheit – nur eben vor 2.000 Jahren.“

Kaiser Tiberius kannte Germanien aus eigener Anschauung gut, er wusste, dass dieses Gebiet nicht reich an Bodenschätzen war und sah die erheblichen Verluste an Menschen und Material der vorhergegangenen Kriegsjahre. Auf geschickte Art hat er den dreijährigen, eigentlich nutzlosen und sieglosen Krieg seines Feldherrn Germanicus beendet und in einen Sieg umgewandelt, indem er Ende Mai 17 n.Chr. seinem Adoptivsohn einen grandiosen Triumphzug in Rom ausrichtet.

„Diese Wende bestimmt für die nächsten Jahrhunderte maßgeblich die Entwicklung der Gebiete westlich und östlich des Rheins“, so LWL-Museumsleiter Dr. Rudolf Aßkamp. „Im Westen hält römische Kultur weiter ihren Einzug, Städte werden gegründet an den Orten der ehemaligen Legionslager Xanten, Köln, Bonn, Mainz. Östlich des Rheins bleibt die germanische Bevölkerung in ihren überkommenen Stammesstrukturen gefangen, und es beginnen die sogenannten dunklen Jahrhunderte.“
Vor diesem Hintergrund werden die Besucher im ersten Teil der Ausstellung zunächst zu Zuschauern des Triumphzuges für Germanicus in Rom. Der Triumph in Rom dient als spektakulärer Fixpunkt, um die damit verbundenen Ereignisse schlaglichtartig zu beleuchten.

Der zweite Teil lenkt den Blick auf die militärischen und politischen Entwicklungen in Germanien und die Zeit vor dem vermeintlichen Sieg des Germanicus. Funde aus den römischen Lagern entlang der Lippe wie etwa Haltern am See, Holsterhausen (beide Kreis Recklinghausen), Oberaden, Beckinghausen (beide Kreis Unna), Olfen (Kreis Coesfeld) und Anreppen (Kreis Paderborn) sowie zahlreiche Exponate von weiteren Fundplätzen in Germanien veranschaulichen die römischen Okkupationsbemühungen in Germanien.

Der dritte Teil der Ausstellung widmet sich ganz dem „Römischen Triumph“ und den Fragen, wer, wann und aus welchem Anlass im antiken Rom einen Triumphzug abhalten durfte – mit strengem Protokoll: Zuerst kamen im Zug Beute und Gefangene, dann der Triumphator mit Opfertieren und Behördenvertretern (Lictoren und Staatsbeamten) und schließlich die Armee. Es geht aber auch um die spätere Darstellung von Triumphzügen, zum Beispiel um die Darstellung der gefangenen Thusnelda, der Ehefrau des Varus-Bezwingers Arminius. Diese prominente Geisel im Triumphzug des Germanicus war in der Historienmalerei des 18. und 19. Jahrhunderts ein beliebtes Motiv.

Der letzte Teil bietet einen Blick in die Zukunft in Form der sogenannten kontrafaktischen Geschichtsschreibung – die Geschichtsdarstellung , die sich nicht mit dem befasst, was tatsächlich geschehen ist, sondern mit dem, was geschehen wäre, wenn sich die Ereignisse anders entwickelt hätten.
Hätte Rom gesiegt, wäre die Geschichte der römischen Stützpunkte an der Lippe sicher anders verlaufen. Dann hätte sich Aliso, das heutige Haltern am See, vermutlich zu einem Zentralort in der Region entwickelt. An vielen einstigen Legionsstandorten westlich des Rheins entstanden eigenständige zivile Siedlungen. Zunächst mit Häusern in Fachwerkbauweise errichtet, wurden sie später durch Steingebäude ersetzt und zum Teil monumental ausgebaut. Alles, was städtisches römisches Leben ausmachte, erblühte auf der anderen Seite des Rheins und wäre vermutlich auch in Haltern geschehen, wenn sich die Römer nicht aus dem heutigen Nord- und Westdeutschland zurückgezogen hätten.

„Zwei Thesen halten wir mittlerweile für sehr wahrscheinlich“, so Aßkamp. „Das antike Aliso ist mit dem heutigen Haltern am See identisch. Und der Fundort im Osnabrücker Land bei Kalkriese ist nicht der Ort der Varusschlacht, sondern geht auf die Ereignisse des Jahres 15 n. Chr. rund um Germanicus zurück.“

 

Öffnungszeiten der Ausstellung Triumph ohne Sieg im LWL-Römermuseum Haltern am See:

Dienstag bis Freitag 9 bis 17 Uhr, Donnerstag bis 19 Uhr
Samstag, Sonntag, Feiertage 10 bis 18 Uhr

 

Eintrittspreise unter www.lwl-roemermuseum-haltern.de

 

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Beitragsbild: Eingangsbereich der Ausstellung „Triumph ohne Sieg“ (Foto: LWL/T. Arendt)

 

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Ausstellung Haltern Triumph ohne Sieg

Posted by on Oktober 25th, 2017  •  0 Comments  • 

Eingangsbereich der Ausstellung "Triumph ohne Sieg" (Foto: LWL/T. Arendt)

Triumph ohne Sieg

Neue Ausstellung über Roms Ende in Germanien – alternative Wahrheit vor 2.000 Jahren

Neun Jahre nach dem erfolgreichen Ausstellungsprojekt zur Varusschlacht wird das LWL-Römermuseum in Haltern am See wieder zum Schauplatz einer besonderen Ausstellung über die Römer im damaligen Germanien.
Der spektakuläre Triumphzug des Germanicus vor genau 2.000 Jahren in Rom am 26. Mai 17 n. Chr. und das Ende der römischen Herrschaft in Germanien bilden den Ausgangspunkt für das Ausstellungsprojekt, das der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) in seinem Römermuseum vom 2. Juni bis zum 5. November 2017 unter dem Titel „Triumph ohne Sieg. Roms Ende in Germanien“ präsentiert.

In zwei Jahren Vorbereitungszeit haben die Kuratoren mehr als 40 internationale und nationale Leihgeber für eine Zusammenarbeit gewonnen und ein faszinierendes Ausstellungskonzept erstellt. Über 250 wertvolle Kunstwerke und Artefakte aus Italien, Kroatien, der Schweiz, Slowenien, Ungarn und der Vatikanstadt sollen auf 800 Quadratmetern Ausstellungsfläche für 156 Tage diesen Triumph ohne Sieg verständlich machen.
„US-Präsident Trump hat wahrscheinlich noch nie von dem römischen Kaiser Tiberius gehört, aber gelernt hat auch er von ihm allemal“, sagte LWL-Direktor Matthias Löb am Montag (29.5.) bei der Vorstellung der Ausstellung in Haltern. „Unsere Ausstellung dreht sich um Fake news, um Niederlagen, die zu Siegen umgedeutet werden, um symbolische Politik durch Massenveranstaltungen und um alternative Wahrheit – nur eben vor 2.000 Jahren.“

Kaiser Tiberius kannte Germanien aus eigener Anschauung gut, er wusste, dass dieses Gebiet nicht reich an Bodenschätzen war und sah die erheblichen Verluste an Menschen und Material der vorhergegangenen Kriegsjahre. Auf geschickte Art hat er den dreijährigen, eigentlich nutzlosen und sieglosen Krieg seines Feldherrn Germanicus beendet und in einen Sieg umgewandelt, indem er Ende Mai 17 n.Chr. seinem Adoptivsohn einen grandiosen Triumphzug in Rom ausrichtet.

„Diese Wende bestimmt für die nächsten Jahrhunderte maßgeblich die Entwicklung der Gebiete westlich und östlich des Rheins“, so LWL-Museumsleiter Dr. Rudolf Aßkamp. „Im Westen hält römische Kultur weiter ihren Einzug, Städte werden gegründet an den Orten der ehemaligen Legionslager Xanten, Köln, Bonn, Mainz. Östlich des Rheins bleibt die germanische Bevölkerung in ihren überkommenen Stammesstrukturen gefangen, und es beginnen die sogenannten dunklen Jahrhunderte.“
Vor diesem Hintergrund werden die Besucher im ersten Teil der Ausstellung zunächst zu Zuschauern des Triumphzuges für Germanicus in Rom. Der Triumph in Rom dient als spektakulärer Fixpunkt, um die damit verbundenen Ereignisse schlaglichtartig zu beleuchten.

Der zweite Teil lenkt den Blick auf die militärischen und politischen Entwicklungen in Germanien und die Zeit vor dem vermeintlichen Sieg des Germanicus. Funde aus den römischen Lagern entlang der Lippe wie etwa Haltern am See, Holsterhausen (beide Kreis Recklinghausen), Oberaden, Beckinghausen (beide Kreis Unna), Olfen (Kreis Coesfeld) und Anreppen (Kreis Paderborn) sowie zahlreiche Exponate von weiteren Fundplätzen in Germanien veranschaulichen die römischen Okkupationsbemühungen in Germanien.

Der dritte Teil der Ausstellung widmet sich ganz dem „Römischen Triumph“ und den Fragen, wer, wann und aus welchem Anlass im antiken Rom einen Triumphzug abhalten durfte – mit strengem Protokoll: Zuerst kamen im Zug Beute und Gefangene, dann der Triumphator mit Opfertieren und Behördenvertretern (Lictoren und Staatsbeamten) und schließlich die Armee. Es geht aber auch um die spätere Darstellung von Triumphzügen, zum Beispiel um die Darstellung der gefangenen Thusnelda, der Ehefrau des Varus-Bezwingers Arminius. Diese prominente Geisel im Triumphzug des Germanicus war in der Historienmalerei des 18. und 19. Jahrhunderts ein beliebtes Motiv.

Der letzte Teil bietet einen Blick in die Zukunft in Form der sogenannten kontrafaktischen Geschichtsschreibung – die Geschichtsdarstellung , die sich nicht mit dem befasst, was tatsächlich geschehen ist, sondern mit dem, was geschehen wäre, wenn sich die Ereignisse anders entwickelt hätten.
Hätte Rom gesiegt, wäre die Geschichte der römischen Stützpunkte an der Lippe sicher anders verlaufen. Dann hätte sich Aliso, das heutige Haltern am See, vermutlich zu einem Zentralort in der Region entwickelt. An vielen einstigen Legionsstandorten westlich des Rheins entstanden eigenständige zivile Siedlungen. Zunächst mit Häusern in Fachwerkbauweise errichtet, wurden sie später durch Steingebäude ersetzt und zum Teil monumental ausgebaut. Alles, was städtisches römisches Leben ausmachte, erblühte auf der anderen Seite des Rheins und wäre vermutlich auch in Haltern geschehen, wenn sich die Römer nicht aus dem heutigen Nord- und Westdeutschland zurückgezogen hätten.

„Zwei Thesen halten wir mittlerweile für sehr wahrscheinlich“, so Aßkamp. „Das antike Aliso ist mit dem heutigen Haltern am See identisch. Und der Fundort im Osnabrücker Land bei Kalkriese ist nicht der Ort der Varusschlacht, sondern geht auf die Ereignisse des Jahres 15 n. Chr. rund um Germanicus zurück.“

 

Öffnungszeiten der Ausstellung Triumph ohne Sieg im LWL-Römermuseum Haltern am See:

Dienstag bis Freitag 9 bis 17 Uhr, Donnerstag bis 19 Uhr
Samstag, Sonntag, Feiertage 10 bis 18 Uhr

 

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Quelle: Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL)

Beitragsbild: Eingangsbereich der Ausstellung „Triumph ohne Sieg“ (Foto: LWL/T. Arendt)

 

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Ausstellung Haltern Triumph ohne Sieg

Posted by on Oktober 24th, 2017  •  0 Comments  • 

Eingangsbereich der Ausstellung "Triumph ohne Sieg" (Foto: LWL/T. Arendt)

Triumph ohne Sieg

Neue Ausstellung über Roms Ende in Germanien – alternative Wahrheit vor 2.000 Jahren

Neun Jahre nach dem erfolgreichen Ausstellungsprojekt zur Varusschlacht wird das LWL-Römermuseum in Haltern am See wieder zum Schauplatz einer besonderen Ausstellung über die Römer im damaligen Germanien.
Der spektakuläre Triumphzug des Germanicus vor genau 2.000 Jahren in Rom am 26. Mai 17 n. Chr. und das Ende der römischen Herrschaft in Germanien bilden den Ausgangspunkt für das Ausstellungsprojekt, das der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) in seinem Römermuseum vom 2. Juni bis zum 5. November 2017 unter dem Titel „Triumph ohne Sieg. Roms Ende in Germanien“ präsentiert.

In zwei Jahren Vorbereitungszeit haben die Kuratoren mehr als 40 internationale und nationale Leihgeber für eine Zusammenarbeit gewonnen und ein faszinierendes Ausstellungskonzept erstellt. Über 250 wertvolle Kunstwerke und Artefakte aus Italien, Kroatien, der Schweiz, Slowenien, Ungarn und der Vatikanstadt sollen auf 800 Quadratmetern Ausstellungsfläche für 156 Tage diesen Triumph ohne Sieg verständlich machen.
„US-Präsident Trump hat wahrscheinlich noch nie von dem römischen Kaiser Tiberius gehört, aber gelernt hat auch er von ihm allemal“, sagte LWL-Direktor Matthias Löb am Montag (29.5.) bei der Vorstellung der Ausstellung in Haltern. „Unsere Ausstellung dreht sich um Fake news, um Niederlagen, die zu Siegen umgedeutet werden, um symbolische Politik durch Massenveranstaltungen und um alternative Wahrheit – nur eben vor 2.000 Jahren.“

Kaiser Tiberius kannte Germanien aus eigener Anschauung gut, er wusste, dass dieses Gebiet nicht reich an Bodenschätzen war und sah die erheblichen Verluste an Menschen und Material der vorhergegangenen Kriegsjahre. Auf geschickte Art hat er den dreijährigen, eigentlich nutzlosen und sieglosen Krieg seines Feldherrn Germanicus beendet und in einen Sieg umgewandelt, indem er Ende Mai 17 n.Chr. seinem Adoptivsohn einen grandiosen Triumphzug in Rom ausrichtet.

„Diese Wende bestimmt für die nächsten Jahrhunderte maßgeblich die Entwicklung der Gebiete westlich und östlich des Rheins“, so LWL-Museumsleiter Dr. Rudolf Aßkamp. „Im Westen hält römische Kultur weiter ihren Einzug, Städte werden gegründet an den Orten der ehemaligen Legionslager Xanten, Köln, Bonn, Mainz. Östlich des Rheins bleibt die germanische Bevölkerung in ihren überkommenen Stammesstrukturen gefangen, und es beginnen die sogenannten dunklen Jahrhunderte.“
Vor diesem Hintergrund werden die Besucher im ersten Teil der Ausstellung zunächst zu Zuschauern des Triumphzuges für Germanicus in Rom. Der Triumph in Rom dient als spektakulärer Fixpunkt, um die damit verbundenen Ereignisse schlaglichtartig zu beleuchten.

Der zweite Teil lenkt den Blick auf die militärischen und politischen Entwicklungen in Germanien und die Zeit vor dem vermeintlichen Sieg des Germanicus. Funde aus den römischen Lagern entlang der Lippe wie etwa Haltern am See, Holsterhausen (beide Kreis Recklinghausen), Oberaden, Beckinghausen (beide Kreis Unna), Olfen (Kreis Coesfeld) und Anreppen (Kreis Paderborn) sowie zahlreiche Exponate von weiteren Fundplätzen in Germanien veranschaulichen die römischen Okkupationsbemühungen in Germanien.

Der dritte Teil der Ausstellung widmet sich ganz dem „Römischen Triumph“ und den Fragen, wer, wann und aus welchem Anlass im antiken Rom einen Triumphzug abhalten durfte – mit strengem Protokoll: Zuerst kamen im Zug Beute und Gefangene, dann der Triumphator mit Opfertieren und Behördenvertretern (Lictoren und Staatsbeamten) und schließlich die Armee. Es geht aber auch um die spätere Darstellung von Triumphzügen, zum Beispiel um die Darstellung der gefangenen Thusnelda, der Ehefrau des Varus-Bezwingers Arminius. Diese prominente Geisel im Triumphzug des Germanicus war in der Historienmalerei des 18. und 19. Jahrhunderts ein beliebtes Motiv.

Der letzte Teil bietet einen Blick in die Zukunft in Form der sogenannten kontrafaktischen Geschichtsschreibung – die Geschichtsdarstellung , die sich nicht mit dem befasst, was tatsächlich geschehen ist, sondern mit dem, was geschehen wäre, wenn sich die Ereignisse anders entwickelt hätten.
Hätte Rom gesiegt, wäre die Geschichte der römischen Stützpunkte an der Lippe sicher anders verlaufen. Dann hätte sich Aliso, das heutige Haltern am See, vermutlich zu einem Zentralort in der Region entwickelt. An vielen einstigen Legionsstandorten westlich des Rheins entstanden eigenständige zivile Siedlungen. Zunächst mit Häusern in Fachwerkbauweise errichtet, wurden sie später durch Steingebäude ersetzt und zum Teil monumental ausgebaut. Alles, was städtisches römisches Leben ausmachte, erblühte auf der anderen Seite des Rheins und wäre vermutlich auch in Haltern geschehen, wenn sich die Römer nicht aus dem heutigen Nord- und Westdeutschland zurückgezogen hätten.

„Zwei Thesen halten wir mittlerweile für sehr wahrscheinlich“, so Aßkamp. „Das antike Aliso ist mit dem heutigen Haltern am See identisch. Und der Fundort im Osnabrücker Land bei Kalkriese ist nicht der Ort der Varusschlacht, sondern geht auf die Ereignisse des Jahres 15 n. Chr. rund um Germanicus zurück.“

 

Öffnungszeiten der Ausstellung Triumph ohne Sieg im LWL-Römermuseum Haltern am See:

Dienstag bis Freitag 9 bis 17 Uhr, Donnerstag bis 19 Uhr
Samstag, Sonntag, Feiertage 10 bis 18 Uhr

 

Eintrittspreise unter www.lwl-roemermuseum-haltern.de

 

Quelle: Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL)

Beitragsbild: Eingangsbereich der Ausstellung „Triumph ohne Sieg“ (Foto: LWL/T. Arendt)

 

Weitere Ausstellungen im Ruhrgebiet finden


Ausstellung Haltern Triumph ohne Sieg

Posted by on Oktober 22nd, 2017  •  0 Comments  • 

Eingangsbereich der Ausstellung "Triumph ohne Sieg" (Foto: LWL/T. Arendt)

Triumph ohne Sieg

Neue Ausstellung über Roms Ende in Germanien – alternative Wahrheit vor 2.000 Jahren

Neun Jahre nach dem erfolgreichen Ausstellungsprojekt zur Varusschlacht wird das LWL-Römermuseum in Haltern am See wieder zum Schauplatz einer besonderen Ausstellung über die Römer im damaligen Germanien.
Der spektakuläre Triumphzug des Germanicus vor genau 2.000 Jahren in Rom am 26. Mai 17 n. Chr. und das Ende der römischen Herrschaft in Germanien bilden den Ausgangspunkt für das Ausstellungsprojekt, das der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) in seinem Römermuseum vom 2. Juni bis zum 5. November 2017 unter dem Titel „Triumph ohne Sieg. Roms Ende in Germanien“ präsentiert.

In zwei Jahren Vorbereitungszeit haben die Kuratoren mehr als 40 internationale und nationale Leihgeber für eine Zusammenarbeit gewonnen und ein faszinierendes Ausstellungskonzept erstellt. Über 250 wertvolle Kunstwerke und Artefakte aus Italien, Kroatien, der Schweiz, Slowenien, Ungarn und der Vatikanstadt sollen auf 800 Quadratmetern Ausstellungsfläche für 156 Tage diesen Triumph ohne Sieg verständlich machen.
„US-Präsident Trump hat wahrscheinlich noch nie von dem römischen Kaiser Tiberius gehört, aber gelernt hat auch er von ihm allemal“, sagte LWL-Direktor Matthias Löb am Montag (29.5.) bei der Vorstellung der Ausstellung in Haltern. „Unsere Ausstellung dreht sich um Fake news, um Niederlagen, die zu Siegen umgedeutet werden, um symbolische Politik durch Massenveranstaltungen und um alternative Wahrheit – nur eben vor 2.000 Jahren.“

Kaiser Tiberius kannte Germanien aus eigener Anschauung gut, er wusste, dass dieses Gebiet nicht reich an Bodenschätzen war und sah die erheblichen Verluste an Menschen und Material der vorhergegangenen Kriegsjahre. Auf geschickte Art hat er den dreijährigen, eigentlich nutzlosen und sieglosen Krieg seines Feldherrn Germanicus beendet und in einen Sieg umgewandelt, indem er Ende Mai 17 n.Chr. seinem Adoptivsohn einen grandiosen Triumphzug in Rom ausrichtet.

„Diese Wende bestimmt für die nächsten Jahrhunderte maßgeblich die Entwicklung der Gebiete westlich und östlich des Rheins“, so LWL-Museumsleiter Dr. Rudolf Aßkamp. „Im Westen hält römische Kultur weiter ihren Einzug, Städte werden gegründet an den Orten der ehemaligen Legionslager Xanten, Köln, Bonn, Mainz. Östlich des Rheins bleibt die germanische Bevölkerung in ihren überkommenen Stammesstrukturen gefangen, und es beginnen die sogenannten dunklen Jahrhunderte.“
Vor diesem Hintergrund werden die Besucher im ersten Teil der Ausstellung zunächst zu Zuschauern des Triumphzuges für Germanicus in Rom. Der Triumph in Rom dient als spektakulärer Fixpunkt, um die damit verbundenen Ereignisse schlaglichtartig zu beleuchten.

Der zweite Teil lenkt den Blick auf die militärischen und politischen Entwicklungen in Germanien und die Zeit vor dem vermeintlichen Sieg des Germanicus. Funde aus den römischen Lagern entlang der Lippe wie etwa Haltern am See, Holsterhausen (beide Kreis Recklinghausen), Oberaden, Beckinghausen (beide Kreis Unna), Olfen (Kreis Coesfeld) und Anreppen (Kreis Paderborn) sowie zahlreiche Exponate von weiteren Fundplätzen in Germanien veranschaulichen die römischen Okkupationsbemühungen in Germanien.

Der dritte Teil der Ausstellung widmet sich ganz dem „Römischen Triumph“ und den Fragen, wer, wann und aus welchem Anlass im antiken Rom einen Triumphzug abhalten durfte – mit strengem Protokoll: Zuerst kamen im Zug Beute und Gefangene, dann der Triumphator mit Opfertieren und Behördenvertretern (Lictoren und Staatsbeamten) und schließlich die Armee. Es geht aber auch um die spätere Darstellung von Triumphzügen, zum Beispiel um die Darstellung der gefangenen Thusnelda, der Ehefrau des Varus-Bezwingers Arminius. Diese prominente Geisel im Triumphzug des Germanicus war in der Historienmalerei des 18. und 19. Jahrhunderts ein beliebtes Motiv.

Der letzte Teil bietet einen Blick in die Zukunft in Form der sogenannten kontrafaktischen Geschichtsschreibung – die Geschichtsdarstellung , die sich nicht mit dem befasst, was tatsächlich geschehen ist, sondern mit dem, was geschehen wäre, wenn sich die Ereignisse anders entwickelt hätten.
Hätte Rom gesiegt, wäre die Geschichte der römischen Stützpunkte an der Lippe sicher anders verlaufen. Dann hätte sich Aliso, das heutige Haltern am See, vermutlich zu einem Zentralort in der Region entwickelt. An vielen einstigen Legionsstandorten westlich des Rheins entstanden eigenständige zivile Siedlungen. Zunächst mit Häusern in Fachwerkbauweise errichtet, wurden sie später durch Steingebäude ersetzt und zum Teil monumental ausgebaut. Alles, was städtisches römisches Leben ausmachte, erblühte auf der anderen Seite des Rheins und wäre vermutlich auch in Haltern geschehen, wenn sich die Römer nicht aus dem heutigen Nord- und Westdeutschland zurückgezogen hätten.

„Zwei Thesen halten wir mittlerweile für sehr wahrscheinlich“, so Aßkamp. „Das antike Aliso ist mit dem heutigen Haltern am See identisch. Und der Fundort im Osnabrücker Land bei Kalkriese ist nicht der Ort der Varusschlacht, sondern geht auf die Ereignisse des Jahres 15 n. Chr. rund um Germanicus zurück.“

 

Öffnungszeiten der Ausstellung Triumph ohne Sieg im LWL-Römermuseum Haltern am See:

Dienstag bis Freitag 9 bis 17 Uhr, Donnerstag bis 19 Uhr
Samstag, Sonntag, Feiertage 10 bis 18 Uhr

 

Eintrittspreise unter www.lwl-roemermuseum-haltern.de

 

Quelle: Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL)

Beitragsbild: Eingangsbereich der Ausstellung „Triumph ohne Sieg“ (Foto: LWL/T. Arendt)

 

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Ausstellung Haltern Triumph ohne Sieg

Posted by on Oktober 21st, 2017  •  0 Comments  • 

Eingangsbereich der Ausstellung "Triumph ohne Sieg" (Foto: LWL/T. Arendt)

Triumph ohne Sieg

Neue Ausstellung über Roms Ende in Germanien – alternative Wahrheit vor 2.000 Jahren

Neun Jahre nach dem erfolgreichen Ausstellungsprojekt zur Varusschlacht wird das LWL-Römermuseum in Haltern am See wieder zum Schauplatz einer besonderen Ausstellung über die Römer im damaligen Germanien.
Der spektakuläre Triumphzug des Germanicus vor genau 2.000 Jahren in Rom am 26. Mai 17 n. Chr. und das Ende der römischen Herrschaft in Germanien bilden den Ausgangspunkt für das Ausstellungsprojekt, das der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) in seinem Römermuseum vom 2. Juni bis zum 5. November 2017 unter dem Titel „Triumph ohne Sieg. Roms Ende in Germanien“ präsentiert.

In zwei Jahren Vorbereitungszeit haben die Kuratoren mehr als 40 internationale und nationale Leihgeber für eine Zusammenarbeit gewonnen und ein faszinierendes Ausstellungskonzept erstellt. Über 250 wertvolle Kunstwerke und Artefakte aus Italien, Kroatien, der Schweiz, Slowenien, Ungarn und der Vatikanstadt sollen auf 800 Quadratmetern Ausstellungsfläche für 156 Tage diesen Triumph ohne Sieg verständlich machen.
„US-Präsident Trump hat wahrscheinlich noch nie von dem römischen Kaiser Tiberius gehört, aber gelernt hat auch er von ihm allemal“, sagte LWL-Direktor Matthias Löb am Montag (29.5.) bei der Vorstellung der Ausstellung in Haltern. „Unsere Ausstellung dreht sich um Fake news, um Niederlagen, die zu Siegen umgedeutet werden, um symbolische Politik durch Massenveranstaltungen und um alternative Wahrheit – nur eben vor 2.000 Jahren.“

Kaiser Tiberius kannte Germanien aus eigener Anschauung gut, er wusste, dass dieses Gebiet nicht reich an Bodenschätzen war und sah die erheblichen Verluste an Menschen und Material der vorhergegangenen Kriegsjahre. Auf geschickte Art hat er den dreijährigen, eigentlich nutzlosen und sieglosen Krieg seines Feldherrn Germanicus beendet und in einen Sieg umgewandelt, indem er Ende Mai 17 n.Chr. seinem Adoptivsohn einen grandiosen Triumphzug in Rom ausrichtet.

„Diese Wende bestimmt für die nächsten Jahrhunderte maßgeblich die Entwicklung der Gebiete westlich und östlich des Rheins“, so LWL-Museumsleiter Dr. Rudolf Aßkamp. „Im Westen hält römische Kultur weiter ihren Einzug, Städte werden gegründet an den Orten der ehemaligen Legionslager Xanten, Köln, Bonn, Mainz. Östlich des Rheins bleibt die germanische Bevölkerung in ihren überkommenen Stammesstrukturen gefangen, und es beginnen die sogenannten dunklen Jahrhunderte.“
Vor diesem Hintergrund werden die Besucher im ersten Teil der Ausstellung zunächst zu Zuschauern des Triumphzuges für Germanicus in Rom. Der Triumph in Rom dient als spektakulärer Fixpunkt, um die damit verbundenen Ereignisse schlaglichtartig zu beleuchten.

Der zweite Teil lenkt den Blick auf die militärischen und politischen Entwicklungen in Germanien und die Zeit vor dem vermeintlichen Sieg des Germanicus. Funde aus den römischen Lagern entlang der Lippe wie etwa Haltern am See, Holsterhausen (beide Kreis Recklinghausen), Oberaden, Beckinghausen (beide Kreis Unna), Olfen (Kreis Coesfeld) und Anreppen (Kreis Paderborn) sowie zahlreiche Exponate von weiteren Fundplätzen in Germanien veranschaulichen die römischen Okkupationsbemühungen in Germanien.

Der dritte Teil der Ausstellung widmet sich ganz dem „Römischen Triumph“ und den Fragen, wer, wann und aus welchem Anlass im antiken Rom einen Triumphzug abhalten durfte – mit strengem Protokoll: Zuerst kamen im Zug Beute und Gefangene, dann der Triumphator mit Opfertieren und Behördenvertretern (Lictoren und Staatsbeamten) und schließlich die Armee. Es geht aber auch um die spätere Darstellung von Triumphzügen, zum Beispiel um die Darstellung der gefangenen Thusnelda, der Ehefrau des Varus-Bezwingers Arminius. Diese prominente Geisel im Triumphzug des Germanicus war in der Historienmalerei des 18. und 19. Jahrhunderts ein beliebtes Motiv.

Der letzte Teil bietet einen Blick in die Zukunft in Form der sogenannten kontrafaktischen Geschichtsschreibung – die Geschichtsdarstellung , die sich nicht mit dem befasst, was tatsächlich geschehen ist, sondern mit dem, was geschehen wäre, wenn sich die Ereignisse anders entwickelt hätten.
Hätte Rom gesiegt, wäre die Geschichte der römischen Stützpunkte an der Lippe sicher anders verlaufen. Dann hätte sich Aliso, das heutige Haltern am See, vermutlich zu einem Zentralort in der Region entwickelt. An vielen einstigen Legionsstandorten westlich des Rheins entstanden eigenständige zivile Siedlungen. Zunächst mit Häusern in Fachwerkbauweise errichtet, wurden sie später durch Steingebäude ersetzt und zum Teil monumental ausgebaut. Alles, was städtisches römisches Leben ausmachte, erblühte auf der anderen Seite des Rheins und wäre vermutlich auch in Haltern geschehen, wenn sich die Römer nicht aus dem heutigen Nord- und Westdeutschland zurückgezogen hätten.

„Zwei Thesen halten wir mittlerweile für sehr wahrscheinlich“, so Aßkamp. „Das antike Aliso ist mit dem heutigen Haltern am See identisch. Und der Fundort im Osnabrücker Land bei Kalkriese ist nicht der Ort der Varusschlacht, sondern geht auf die Ereignisse des Jahres 15 n. Chr. rund um Germanicus zurück.“

 

Öffnungszeiten der Ausstellung Triumph ohne Sieg im LWL-Römermuseum Haltern am See:

Dienstag bis Freitag 9 bis 17 Uhr, Donnerstag bis 19 Uhr
Samstag, Sonntag, Feiertage 10 bis 18 Uhr

 

Eintrittspreise unter www.lwl-roemermuseum-haltern.de

 

Quelle: Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL)

Beitragsbild: Eingangsbereich der Ausstellung „Triumph ohne Sieg“ (Foto: LWL/T. Arendt)

 

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Ausstellung Haltern Triumph ohne Sieg

Posted by on Oktober 20th, 2017  •  0 Comments  • 

Eingangsbereich der Ausstellung "Triumph ohne Sieg" (Foto: LWL/T. Arendt)

Triumph ohne Sieg

Neue Ausstellung über Roms Ende in Germanien – alternative Wahrheit vor 2.000 Jahren

Neun Jahre nach dem erfolgreichen Ausstellungsprojekt zur Varusschlacht wird das LWL-Römermuseum in Haltern am See wieder zum Schauplatz einer besonderen Ausstellung über die Römer im damaligen Germanien.
Der spektakuläre Triumphzug des Germanicus vor genau 2.000 Jahren in Rom am 26. Mai 17 n. Chr. und das Ende der römischen Herrschaft in Germanien bilden den Ausgangspunkt für das Ausstellungsprojekt, das der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) in seinem Römermuseum vom 2. Juni bis zum 5. November 2017 unter dem Titel „Triumph ohne Sieg. Roms Ende in Germanien“ präsentiert.

In zwei Jahren Vorbereitungszeit haben die Kuratoren mehr als 40 internationale und nationale Leihgeber für eine Zusammenarbeit gewonnen und ein faszinierendes Ausstellungskonzept erstellt. Über 250 wertvolle Kunstwerke und Artefakte aus Italien, Kroatien, der Schweiz, Slowenien, Ungarn und der Vatikanstadt sollen auf 800 Quadratmetern Ausstellungsfläche für 156 Tage diesen Triumph ohne Sieg verständlich machen.
„US-Präsident Trump hat wahrscheinlich noch nie von dem römischen Kaiser Tiberius gehört, aber gelernt hat auch er von ihm allemal“, sagte LWL-Direktor Matthias Löb am Montag (29.5.) bei der Vorstellung der Ausstellung in Haltern. „Unsere Ausstellung dreht sich um Fake news, um Niederlagen, die zu Siegen umgedeutet werden, um symbolische Politik durch Massenveranstaltungen und um alternative Wahrheit – nur eben vor 2.000 Jahren.“

Kaiser Tiberius kannte Germanien aus eigener Anschauung gut, er wusste, dass dieses Gebiet nicht reich an Bodenschätzen war und sah die erheblichen Verluste an Menschen und Material der vorhergegangenen Kriegsjahre. Auf geschickte Art hat er den dreijährigen, eigentlich nutzlosen und sieglosen Krieg seines Feldherrn Germanicus beendet und in einen Sieg umgewandelt, indem er Ende Mai 17 n.Chr. seinem Adoptivsohn einen grandiosen Triumphzug in Rom ausrichtet.

„Diese Wende bestimmt für die nächsten Jahrhunderte maßgeblich die Entwicklung der Gebiete westlich und östlich des Rheins“, so LWL-Museumsleiter Dr. Rudolf Aßkamp. „Im Westen hält römische Kultur weiter ihren Einzug, Städte werden gegründet an den Orten der ehemaligen Legionslager Xanten, Köln, Bonn, Mainz. Östlich des Rheins bleibt die germanische Bevölkerung in ihren überkommenen Stammesstrukturen gefangen, und es beginnen die sogenannten dunklen Jahrhunderte.“
Vor diesem Hintergrund werden die Besucher im ersten Teil der Ausstellung zunächst zu Zuschauern des Triumphzuges für Germanicus in Rom. Der Triumph in Rom dient als spektakulärer Fixpunkt, um die damit verbundenen Ereignisse schlaglichtartig zu beleuchten.

Der zweite Teil lenkt den Blick auf die militärischen und politischen Entwicklungen in Germanien und die Zeit vor dem vermeintlichen Sieg des Germanicus. Funde aus den römischen Lagern entlang der Lippe wie etwa Haltern am See, Holsterhausen (beide Kreis Recklinghausen), Oberaden, Beckinghausen (beide Kreis Unna), Olfen (Kreis Coesfeld) und Anreppen (Kreis Paderborn) sowie zahlreiche Exponate von weiteren Fundplätzen in Germanien veranschaulichen die römischen Okkupationsbemühungen in Germanien.

Der dritte Teil der Ausstellung widmet sich ganz dem „Römischen Triumph“ und den Fragen, wer, wann und aus welchem Anlass im antiken Rom einen Triumphzug abhalten durfte – mit strengem Protokoll: Zuerst kamen im Zug Beute und Gefangene, dann der Triumphator mit Opfertieren und Behördenvertretern (Lictoren und Staatsbeamten) und schließlich die Armee. Es geht aber auch um die spätere Darstellung von Triumphzügen, zum Beispiel um die Darstellung der gefangenen Thusnelda, der Ehefrau des Varus-Bezwingers Arminius. Diese prominente Geisel im Triumphzug des Germanicus war in der Historienmalerei des 18. und 19. Jahrhunderts ein beliebtes Motiv.

Der letzte Teil bietet einen Blick in die Zukunft in Form der sogenannten kontrafaktischen Geschichtsschreibung – die Geschichtsdarstellung , die sich nicht mit dem befasst, was tatsächlich geschehen ist, sondern mit dem, was geschehen wäre, wenn sich die Ereignisse anders entwickelt hätten.
Hätte Rom gesiegt, wäre die Geschichte der römischen Stützpunkte an der Lippe sicher anders verlaufen. Dann hätte sich Aliso, das heutige Haltern am See, vermutlich zu einem Zentralort in der Region entwickelt. An vielen einstigen Legionsstandorten westlich des Rheins entstanden eigenständige zivile Siedlungen. Zunächst mit Häusern in Fachwerkbauweise errichtet, wurden sie später durch Steingebäude ersetzt und zum Teil monumental ausgebaut. Alles, was städtisches römisches Leben ausmachte, erblühte auf der anderen Seite des Rheins und wäre vermutlich auch in Haltern geschehen, wenn sich die Römer nicht aus dem heutigen Nord- und Westdeutschland zurückgezogen hätten.

„Zwei Thesen halten wir mittlerweile für sehr wahrscheinlich“, so Aßkamp. „Das antike Aliso ist mit dem heutigen Haltern am See identisch. Und der Fundort im Osnabrücker Land bei Kalkriese ist nicht der Ort der Varusschlacht, sondern geht auf die Ereignisse des Jahres 15 n. Chr. rund um Germanicus zurück.“

 

Öffnungszeiten der Ausstellung Triumph ohne Sieg im LWL-Römermuseum Haltern am See:

Dienstag bis Freitag 9 bis 17 Uhr, Donnerstag bis 19 Uhr
Samstag, Sonntag, Feiertage 10 bis 18 Uhr

 

Eintrittspreise unter www.lwl-roemermuseum-haltern.de

 

Quelle: Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL)

Beitragsbild: Eingangsbereich der Ausstellung „Triumph ohne Sieg“ (Foto: LWL/T. Arendt)

 

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Ausstellung Haltern Triumph ohne Sieg

Posted by on Oktober 19th, 2017  •  0 Comments  • 

Eingangsbereich der Ausstellung "Triumph ohne Sieg" (Foto: LWL/T. Arendt)

Triumph ohne Sieg

Neue Ausstellung über Roms Ende in Germanien – alternative Wahrheit vor 2.000 Jahren

Neun Jahre nach dem erfolgreichen Ausstellungsprojekt zur Varusschlacht wird das LWL-Römermuseum in Haltern am See wieder zum Schauplatz einer besonderen Ausstellung über die Römer im damaligen Germanien.
Der spektakuläre Triumphzug des Germanicus vor genau 2.000 Jahren in Rom am 26. Mai 17 n. Chr. und das Ende der römischen Herrschaft in Germanien bilden den Ausgangspunkt für das Ausstellungsprojekt, das der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) in seinem Römermuseum vom 2. Juni bis zum 5. November 2017 unter dem Titel „Triumph ohne Sieg. Roms Ende in Germanien“ präsentiert.

In zwei Jahren Vorbereitungszeit haben die Kuratoren mehr als 40 internationale und nationale Leihgeber für eine Zusammenarbeit gewonnen und ein faszinierendes Ausstellungskonzept erstellt. Über 250 wertvolle Kunstwerke und Artefakte aus Italien, Kroatien, der Schweiz, Slowenien, Ungarn und der Vatikanstadt sollen auf 800 Quadratmetern Ausstellungsfläche für 156 Tage diesen Triumph ohne Sieg verständlich machen.
„US-Präsident Trump hat wahrscheinlich noch nie von dem römischen Kaiser Tiberius gehört, aber gelernt hat auch er von ihm allemal“, sagte LWL-Direktor Matthias Löb am Montag (29.5.) bei der Vorstellung der Ausstellung in Haltern. „Unsere Ausstellung dreht sich um Fake news, um Niederlagen, die zu Siegen umgedeutet werden, um symbolische Politik durch Massenveranstaltungen und um alternative Wahrheit – nur eben vor 2.000 Jahren.“

Kaiser Tiberius kannte Germanien aus eigener Anschauung gut, er wusste, dass dieses Gebiet nicht reich an Bodenschätzen war und sah die erheblichen Verluste an Menschen und Material der vorhergegangenen Kriegsjahre. Auf geschickte Art hat er den dreijährigen, eigentlich nutzlosen und sieglosen Krieg seines Feldherrn Germanicus beendet und in einen Sieg umgewandelt, indem er Ende Mai 17 n.Chr. seinem Adoptivsohn einen grandiosen Triumphzug in Rom ausrichtet.

„Diese Wende bestimmt für die nächsten Jahrhunderte maßgeblich die Entwicklung der Gebiete westlich und östlich des Rheins“, so LWL-Museumsleiter Dr. Rudolf Aßkamp. „Im Westen hält römische Kultur weiter ihren Einzug, Städte werden gegründet an den Orten der ehemaligen Legionslager Xanten, Köln, Bonn, Mainz. Östlich des Rheins bleibt die germanische Bevölkerung in ihren überkommenen Stammesstrukturen gefangen, und es beginnen die sogenannten dunklen Jahrhunderte.“
Vor diesem Hintergrund werden die Besucher im ersten Teil der Ausstellung zunächst zu Zuschauern des Triumphzuges für Germanicus in Rom. Der Triumph in Rom dient als spektakulärer Fixpunkt, um die damit verbundenen Ereignisse schlaglichtartig zu beleuchten.

Der zweite Teil lenkt den Blick auf die militärischen und politischen Entwicklungen in Germanien und die Zeit vor dem vermeintlichen Sieg des Germanicus. Funde aus den römischen Lagern entlang der Lippe wie etwa Haltern am See, Holsterhausen (beide Kreis Recklinghausen), Oberaden, Beckinghausen (beide Kreis Unna), Olfen (Kreis Coesfeld) und Anreppen (Kreis Paderborn) sowie zahlreiche Exponate von weiteren Fundplätzen in Germanien veranschaulichen die römischen Okkupationsbemühungen in Germanien.

Der dritte Teil der Ausstellung widmet sich ganz dem „Römischen Triumph“ und den Fragen, wer, wann und aus welchem Anlass im antiken Rom einen Triumphzug abhalten durfte – mit strengem Protokoll: Zuerst kamen im Zug Beute und Gefangene, dann der Triumphator mit Opfertieren und Behördenvertretern (Lictoren und Staatsbeamten) und schließlich die Armee. Es geht aber auch um die spätere Darstellung von Triumphzügen, zum Beispiel um die Darstellung der gefangenen Thusnelda, der Ehefrau des Varus-Bezwingers Arminius. Diese prominente Geisel im Triumphzug des Germanicus war in der Historienmalerei des 18. und 19. Jahrhunderts ein beliebtes Motiv.

Der letzte Teil bietet einen Blick in die Zukunft in Form der sogenannten kontrafaktischen Geschichtsschreibung – die Geschichtsdarstellung , die sich nicht mit dem befasst, was tatsächlich geschehen ist, sondern mit dem, was geschehen wäre, wenn sich die Ereignisse anders entwickelt hätten.
Hätte Rom gesiegt, wäre die Geschichte der römischen Stützpunkte an der Lippe sicher anders verlaufen. Dann hätte sich Aliso, das heutige Haltern am See, vermutlich zu einem Zentralort in der Region entwickelt. An vielen einstigen Legionsstandorten westlich des Rheins entstanden eigenständige zivile Siedlungen. Zunächst mit Häusern in Fachwerkbauweise errichtet, wurden sie später durch Steingebäude ersetzt und zum Teil monumental ausgebaut. Alles, was städtisches römisches Leben ausmachte, erblühte auf der anderen Seite des Rheins und wäre vermutlich auch in Haltern geschehen, wenn sich die Römer nicht aus dem heutigen Nord- und Westdeutschland zurückgezogen hätten.

„Zwei Thesen halten wir mittlerweile für sehr wahrscheinlich“, so Aßkamp. „Das antike Aliso ist mit dem heutigen Haltern am See identisch. Und der Fundort im Osnabrücker Land bei Kalkriese ist nicht der Ort der Varusschlacht, sondern geht auf die Ereignisse des Jahres 15 n. Chr. rund um Germanicus zurück.“

 

Öffnungszeiten der Ausstellung Triumph ohne Sieg im LWL-Römermuseum Haltern am See:

Dienstag bis Freitag 9 bis 17 Uhr, Donnerstag bis 19 Uhr
Samstag, Sonntag, Feiertage 10 bis 18 Uhr

 

Eintrittspreise unter www.lwl-roemermuseum-haltern.de

 

Quelle: Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL)

Beitragsbild: Eingangsbereich der Ausstellung „Triumph ohne Sieg“ (Foto: LWL/T. Arendt)

 

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Posted by on Oktober 18th, 2017  •  0 Comments  • 

Eingangsbereich der Ausstellung "Triumph ohne Sieg" (Foto: LWL/T. Arendt)

Triumph ohne Sieg

Neue Ausstellung über Roms Ende in Germanien – alternative Wahrheit vor 2.000 Jahren

Neun Jahre nach dem erfolgreichen Ausstellungsprojekt zur Varusschlacht wird das LWL-Römermuseum in Haltern am See wieder zum Schauplatz einer besonderen Ausstellung über die Römer im damaligen Germanien.
Der spektakuläre Triumphzug des Germanicus vor genau 2.000 Jahren in Rom am 26. Mai 17 n. Chr. und das Ende der römischen Herrschaft in Germanien bilden den Ausgangspunkt für das Ausstellungsprojekt, das der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) in seinem Römermuseum vom 2. Juni bis zum 5. November 2017 unter dem Titel „Triumph ohne Sieg. Roms Ende in Germanien“ präsentiert.

In zwei Jahren Vorbereitungszeit haben die Kuratoren mehr als 40 internationale und nationale Leihgeber für eine Zusammenarbeit gewonnen und ein faszinierendes Ausstellungskonzept erstellt. Über 250 wertvolle Kunstwerke und Artefakte aus Italien, Kroatien, der Schweiz, Slowenien, Ungarn und der Vatikanstadt sollen auf 800 Quadratmetern Ausstellungsfläche für 156 Tage diesen Triumph ohne Sieg verständlich machen.
„US-Präsident Trump hat wahrscheinlich noch nie von dem römischen Kaiser Tiberius gehört, aber gelernt hat auch er von ihm allemal“, sagte LWL-Direktor Matthias Löb am Montag (29.5.) bei der Vorstellung der Ausstellung in Haltern. „Unsere Ausstellung dreht sich um Fake news, um Niederlagen, die zu Siegen umgedeutet werden, um symbolische Politik durch Massenveranstaltungen und um alternative Wahrheit – nur eben vor 2.000 Jahren.“

Kaiser Tiberius kannte Germanien aus eigener Anschauung gut, er wusste, dass dieses Gebiet nicht reich an Bodenschätzen war und sah die erheblichen Verluste an Menschen und Material der vorhergegangenen Kriegsjahre. Auf geschickte Art hat er den dreijährigen, eigentlich nutzlosen und sieglosen Krieg seines Feldherrn Germanicus beendet und in einen Sieg umgewandelt, indem er Ende Mai 17 n.Chr. seinem Adoptivsohn einen grandiosen Triumphzug in Rom ausrichtet.

„Diese Wende bestimmt für die nächsten Jahrhunderte maßgeblich die Entwicklung der Gebiete westlich und östlich des Rheins“, so LWL-Museumsleiter Dr. Rudolf Aßkamp. „Im Westen hält römische Kultur weiter ihren Einzug, Städte werden gegründet an den Orten der ehemaligen Legionslager Xanten, Köln, Bonn, Mainz. Östlich des Rheins bleibt die germanische Bevölkerung in ihren überkommenen Stammesstrukturen gefangen, und es beginnen die sogenannten dunklen Jahrhunderte.“
Vor diesem Hintergrund werden die Besucher im ersten Teil der Ausstellung zunächst zu Zuschauern des Triumphzuges für Germanicus in Rom. Der Triumph in Rom dient als spektakulärer Fixpunkt, um die damit verbundenen Ereignisse schlaglichtartig zu beleuchten.

Der zweite Teil lenkt den Blick auf die militärischen und politischen Entwicklungen in Germanien und die Zeit vor dem vermeintlichen Sieg des Germanicus. Funde aus den römischen Lagern entlang der Lippe wie etwa Haltern am See, Holsterhausen (beide Kreis Recklinghausen), Oberaden, Beckinghausen (beide Kreis Unna), Olfen (Kreis Coesfeld) und Anreppen (Kreis Paderborn) sowie zahlreiche Exponate von weiteren Fundplätzen in Germanien veranschaulichen die römischen Okkupationsbemühungen in Germanien.

Der dritte Teil der Ausstellung widmet sich ganz dem „Römischen Triumph“ und den Fragen, wer, wann und aus welchem Anlass im antiken Rom einen Triumphzug abhalten durfte – mit strengem Protokoll: Zuerst kamen im Zug Beute und Gefangene, dann der Triumphator mit Opfertieren und Behördenvertretern (Lictoren und Staatsbeamten) und schließlich die Armee. Es geht aber auch um die spätere Darstellung von Triumphzügen, zum Beispiel um die Darstellung der gefangenen Thusnelda, der Ehefrau des Varus-Bezwingers Arminius. Diese prominente Geisel im Triumphzug des Germanicus war in der Historienmalerei des 18. und 19. Jahrhunderts ein beliebtes Motiv.

Der letzte Teil bietet einen Blick in die Zukunft in Form der sogenannten kontrafaktischen Geschichtsschreibung – die Geschichtsdarstellung , die sich nicht mit dem befasst, was tatsächlich geschehen ist, sondern mit dem, was geschehen wäre, wenn sich die Ereignisse anders entwickelt hätten.
Hätte Rom gesiegt, wäre die Geschichte der römischen Stützpunkte an der Lippe sicher anders verlaufen. Dann hätte sich Aliso, das heutige Haltern am See, vermutlich zu einem Zentralort in der Region entwickelt. An vielen einstigen Legionsstandorten westlich des Rheins entstanden eigenständige zivile Siedlungen. Zunächst mit Häusern in Fachwerkbauweise errichtet, wurden sie später durch Steingebäude ersetzt und zum Teil monumental ausgebaut. Alles, was städtisches römisches Leben ausmachte, erblühte auf der anderen Seite des Rheins und wäre vermutlich auch in Haltern geschehen, wenn sich die Römer nicht aus dem heutigen Nord- und Westdeutschland zurückgezogen hätten.

„Zwei Thesen halten wir mittlerweile für sehr wahrscheinlich“, so Aßkamp. „Das antike Aliso ist mit dem heutigen Haltern am See identisch. Und der Fundort im Osnabrücker Land bei Kalkriese ist nicht der Ort der Varusschlacht, sondern geht auf die Ereignisse des Jahres 15 n. Chr. rund um Germanicus zurück.“

 

Öffnungszeiten der Ausstellung Triumph ohne Sieg im LWL-Römermuseum Haltern am See:

Dienstag bis Freitag 9 bis 17 Uhr, Donnerstag bis 19 Uhr
Samstag, Sonntag, Feiertage 10 bis 18 Uhr

 

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Beitragsbild: Eingangsbereich der Ausstellung „Triumph ohne Sieg“ (Foto: LWL/T. Arendt)

 

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Eingangsbereich der Ausstellung "Triumph ohne Sieg" (Foto: LWL/T. Arendt)

Triumph ohne Sieg

Neue Ausstellung über Roms Ende in Germanien – alternative Wahrheit vor 2.000 Jahren

Neun Jahre nach dem erfolgreichen Ausstellungsprojekt zur Varusschlacht wird das LWL-Römermuseum in Haltern am See wieder zum Schauplatz einer besonderen Ausstellung über die Römer im damaligen Germanien.
Der spektakuläre Triumphzug des Germanicus vor genau 2.000 Jahren in Rom am 26. Mai 17 n. Chr. und das Ende der römischen Herrschaft in Germanien bilden den Ausgangspunkt für das Ausstellungsprojekt, das der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) in seinem Römermuseum vom 2. Juni bis zum 5. November 2017 unter dem Titel „Triumph ohne Sieg. Roms Ende in Germanien“ präsentiert.

In zwei Jahren Vorbereitungszeit haben die Kuratoren mehr als 40 internationale und nationale Leihgeber für eine Zusammenarbeit gewonnen und ein faszinierendes Ausstellungskonzept erstellt. Über 250 wertvolle Kunstwerke und Artefakte aus Italien, Kroatien, der Schweiz, Slowenien, Ungarn und der Vatikanstadt sollen auf 800 Quadratmetern Ausstellungsfläche für 156 Tage diesen Triumph ohne Sieg verständlich machen.
„US-Präsident Trump hat wahrscheinlich noch nie von dem römischen Kaiser Tiberius gehört, aber gelernt hat auch er von ihm allemal“, sagte LWL-Direktor Matthias Löb am Montag (29.5.) bei der Vorstellung der Ausstellung in Haltern. „Unsere Ausstellung dreht sich um Fake news, um Niederlagen, die zu Siegen umgedeutet werden, um symbolische Politik durch Massenveranstaltungen und um alternative Wahrheit – nur eben vor 2.000 Jahren.“

Kaiser Tiberius kannte Germanien aus eigener Anschauung gut, er wusste, dass dieses Gebiet nicht reich an Bodenschätzen war und sah die erheblichen Verluste an Menschen und Material der vorhergegangenen Kriegsjahre. Auf geschickte Art hat er den dreijährigen, eigentlich nutzlosen und sieglosen Krieg seines Feldherrn Germanicus beendet und in einen Sieg umgewandelt, indem er Ende Mai 17 n.Chr. seinem Adoptivsohn einen grandiosen Triumphzug in Rom ausrichtet.

„Diese Wende bestimmt für die nächsten Jahrhunderte maßgeblich die Entwicklung der Gebiete westlich und östlich des Rheins“, so LWL-Museumsleiter Dr. Rudolf Aßkamp. „Im Westen hält römische Kultur weiter ihren Einzug, Städte werden gegründet an den Orten der ehemaligen Legionslager Xanten, Köln, Bonn, Mainz. Östlich des Rheins bleibt die germanische Bevölkerung in ihren überkommenen Stammesstrukturen gefangen, und es beginnen die sogenannten dunklen Jahrhunderte.“
Vor diesem Hintergrund werden die Besucher im ersten Teil der Ausstellung zunächst zu Zuschauern des Triumphzuges für Germanicus in Rom. Der Triumph in Rom dient als spektakulärer Fixpunkt, um die damit verbundenen Ereignisse schlaglichtartig zu beleuchten.

Der zweite Teil lenkt den Blick auf die militärischen und politischen Entwicklungen in Germanien und die Zeit vor dem vermeintlichen Sieg des Germanicus. Funde aus den römischen Lagern entlang der Lippe wie etwa Haltern am See, Holsterhausen (beide Kreis Recklinghausen), Oberaden, Beckinghausen (beide Kreis Unna), Olfen (Kreis Coesfeld) und Anreppen (Kreis Paderborn) sowie zahlreiche Exponate von weiteren Fundplätzen in Germanien veranschaulichen die römischen Okkupationsbemühungen in Germanien.

Der dritte Teil der Ausstellung widmet sich ganz dem „Römischen Triumph“ und den Fragen, wer, wann und aus welchem Anlass im antiken Rom einen Triumphzug abhalten durfte – mit strengem Protokoll: Zuerst kamen im Zug Beute und Gefangene, dann der Triumphator mit Opfertieren und Behördenvertretern (Lictoren und Staatsbeamten) und schließlich die Armee. Es geht aber auch um die spätere Darstellung von Triumphzügen, zum Beispiel um die Darstellung der gefangenen Thusnelda, der Ehefrau des Varus-Bezwingers Arminius. Diese prominente Geisel im Triumphzug des Germanicus war in der Historienmalerei des 18. und 19. Jahrhunderts ein beliebtes Motiv.

Der letzte Teil bietet einen Blick in die Zukunft in Form der sogenannten kontrafaktischen Geschichtsschreibung – die Geschichtsdarstellung , die sich nicht mit dem befasst, was tatsächlich geschehen ist, sondern mit dem, was geschehen wäre, wenn sich die Ereignisse anders entwickelt hätten.
Hätte Rom gesiegt, wäre die Geschichte der römischen Stützpunkte an der Lippe sicher anders verlaufen. Dann hätte sich Aliso, das heutige Haltern am See, vermutlich zu einem Zentralort in der Region entwickelt. An vielen einstigen Legionsstandorten westlich des Rheins entstanden eigenständige zivile Siedlungen. Zunächst mit Häusern in Fachwerkbauweise errichtet, wurden sie später durch Steingebäude ersetzt und zum Teil monumental ausgebaut. Alles, was städtisches römisches Leben ausmachte, erblühte auf der anderen Seite des Rheins und wäre vermutlich auch in Haltern geschehen, wenn sich die Römer nicht aus dem heutigen Nord- und Westdeutschland zurückgezogen hätten.

„Zwei Thesen halten wir mittlerweile für sehr wahrscheinlich“, so Aßkamp. „Das antike Aliso ist mit dem heutigen Haltern am See identisch. Und der Fundort im Osnabrücker Land bei Kalkriese ist nicht der Ort der Varusschlacht, sondern geht auf die Ereignisse des Jahres 15 n. Chr. rund um Germanicus zurück.“

 

Öffnungszeiten der Ausstellung Triumph ohne Sieg im LWL-Römermuseum Haltern am See:

Dienstag bis Freitag 9 bis 17 Uhr, Donnerstag bis 19 Uhr
Samstag, Sonntag, Feiertage 10 bis 18 Uhr

 

Eintrittspreise unter www.lwl-roemermuseum-haltern.de

 

Quelle: Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL)

Beitragsbild: Eingangsbereich der Ausstellung „Triumph ohne Sieg“ (Foto: LWL/T. Arendt)

 

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Ausstellung Haltern Triumph ohne Sieg

Posted by on Oktober 15th, 2017  •  0 Comments  • 

Eingangsbereich der Ausstellung "Triumph ohne Sieg" (Foto: LWL/T. Arendt)

Triumph ohne Sieg

Neue Ausstellung über Roms Ende in Germanien – alternative Wahrheit vor 2.000 Jahren

Neun Jahre nach dem erfolgreichen Ausstellungsprojekt zur Varusschlacht wird das LWL-Römermuseum in Haltern am See wieder zum Schauplatz einer besonderen Ausstellung über die Römer im damaligen Germanien.
Der spektakuläre Triumphzug des Germanicus vor genau 2.000 Jahren in Rom am 26. Mai 17 n. Chr. und das Ende der römischen Herrschaft in Germanien bilden den Ausgangspunkt für das Ausstellungsprojekt, das der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) in seinem Römermuseum vom 2. Juni bis zum 5. November 2017 unter dem Titel „Triumph ohne Sieg. Roms Ende in Germanien“ präsentiert.

In zwei Jahren Vorbereitungszeit haben die Kuratoren mehr als 40 internationale und nationale Leihgeber für eine Zusammenarbeit gewonnen und ein faszinierendes Ausstellungskonzept erstellt. Über 250 wertvolle Kunstwerke und Artefakte aus Italien, Kroatien, der Schweiz, Slowenien, Ungarn und der Vatikanstadt sollen auf 800 Quadratmetern Ausstellungsfläche für 156 Tage diesen Triumph ohne Sieg verständlich machen.
„US-Präsident Trump hat wahrscheinlich noch nie von dem römischen Kaiser Tiberius gehört, aber gelernt hat auch er von ihm allemal“, sagte LWL-Direktor Matthias Löb am Montag (29.5.) bei der Vorstellung der Ausstellung in Haltern. „Unsere Ausstellung dreht sich um Fake news, um Niederlagen, die zu Siegen umgedeutet werden, um symbolische Politik durch Massenveranstaltungen und um alternative Wahrheit – nur eben vor 2.000 Jahren.“

Kaiser Tiberius kannte Germanien aus eigener Anschauung gut, er wusste, dass dieses Gebiet nicht reich an Bodenschätzen war und sah die erheblichen Verluste an Menschen und Material der vorhergegangenen Kriegsjahre. Auf geschickte Art hat er den dreijährigen, eigentlich nutzlosen und sieglosen Krieg seines Feldherrn Germanicus beendet und in einen Sieg umgewandelt, indem er Ende Mai 17 n.Chr. seinem Adoptivsohn einen grandiosen Triumphzug in Rom ausrichtet.

„Diese Wende bestimmt für die nächsten Jahrhunderte maßgeblich die Entwicklung der Gebiete westlich und östlich des Rheins“, so LWL-Museumsleiter Dr. Rudolf Aßkamp. „Im Westen hält römische Kultur weiter ihren Einzug, Städte werden gegründet an den Orten der ehemaligen Legionslager Xanten, Köln, Bonn, Mainz. Östlich des Rheins bleibt die germanische Bevölkerung in ihren überkommenen Stammesstrukturen gefangen, und es beginnen die sogenannten dunklen Jahrhunderte.“
Vor diesem Hintergrund werden die Besucher im ersten Teil der Ausstellung zunächst zu Zuschauern des Triumphzuges für Germanicus in Rom. Der Triumph in Rom dient als spektakulärer Fixpunkt, um die damit verbundenen Ereignisse schlaglichtartig zu beleuchten.

Der zweite Teil lenkt den Blick auf die militärischen und politischen Entwicklungen in Germanien und die Zeit vor dem vermeintlichen Sieg des Germanicus. Funde aus den römischen Lagern entlang der Lippe wie etwa Haltern am See, Holsterhausen (beide Kreis Recklinghausen), Oberaden, Beckinghausen (beide Kreis Unna), Olfen (Kreis Coesfeld) und Anreppen (Kreis Paderborn) sowie zahlreiche Exponate von weiteren Fundplätzen in Germanien veranschaulichen die römischen Okkupationsbemühungen in Germanien.

Der dritte Teil der Ausstellung widmet sich ganz dem „Römischen Triumph“ und den Fragen, wer, wann und aus welchem Anlass im antiken Rom einen Triumphzug abhalten durfte – mit strengem Protokoll: Zuerst kamen im Zug Beute und Gefangene, dann der Triumphator mit Opfertieren und Behördenvertretern (Lictoren und Staatsbeamten) und schließlich die Armee. Es geht aber auch um die spätere Darstellung von Triumphzügen, zum Beispiel um die Darstellung der gefangenen Thusnelda, der Ehefrau des Varus-Bezwingers Arminius. Diese prominente Geisel im Triumphzug des Germanicus war in der Historienmalerei des 18. und 19. Jahrhunderts ein beliebtes Motiv.

Der letzte Teil bietet einen Blick in die Zukunft in Form der sogenannten kontrafaktischen Geschichtsschreibung – die Geschichtsdarstellung , die sich nicht mit dem befasst, was tatsächlich geschehen ist, sondern mit dem, was geschehen wäre, wenn sich die Ereignisse anders entwickelt hätten.
Hätte Rom gesiegt, wäre die Geschichte der römischen Stützpunkte an der Lippe sicher anders verlaufen. Dann hätte sich Aliso, das heutige Haltern am See, vermutlich zu einem Zentralort in der Region entwickelt. An vielen einstigen Legionsstandorten westlich des Rheins entstanden eigenständige zivile Siedlungen. Zunächst mit Häusern in Fachwerkbauweise errichtet, wurden sie später durch Steingebäude ersetzt und zum Teil monumental ausgebaut. Alles, was städtisches römisches Leben ausmachte, erblühte auf der anderen Seite des Rheins und wäre vermutlich auch in Haltern geschehen, wenn sich die Römer nicht aus dem heutigen Nord- und Westdeutschland zurückgezogen hätten.

„Zwei Thesen halten wir mittlerweile für sehr wahrscheinlich“, so Aßkamp. „Das antike Aliso ist mit dem heutigen Haltern am See identisch. Und der Fundort im Osnabrücker Land bei Kalkriese ist nicht der Ort der Varusschlacht, sondern geht auf die Ereignisse des Jahres 15 n. Chr. rund um Germanicus zurück.“

 

Öffnungszeiten der Ausstellung Triumph ohne Sieg im LWL-Römermuseum Haltern am See:

Dienstag bis Freitag 9 bis 17 Uhr, Donnerstag bis 19 Uhr
Samstag, Sonntag, Feiertage 10 bis 18 Uhr

 

Eintrittspreise unter www.lwl-roemermuseum-haltern.de

 

Quelle: Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL)

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Posted by on Oktober 14th, 2017  •  0 Comments  • 

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Neue Ausstellung über Roms Ende in Germanien – alternative Wahrheit vor 2.000 Jahren

Neun Jahre nach dem erfolgreichen Ausstellungsprojekt zur Varusschlacht wird das LWL-Römermuseum in Haltern am See wieder zum Schauplatz einer besonderen Ausstellung über die Römer im damaligen Germanien.
Der spektakuläre Triumphzug des Germanicus vor genau 2.000 Jahren in Rom am 26. Mai 17 n. Chr. und das Ende der römischen Herrschaft in Germanien bilden den Ausgangspunkt für das Ausstellungsprojekt, das der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) in seinem Römermuseum vom 2. Juni bis zum 5. November 2017 unter dem Titel „Triumph ohne Sieg. Roms Ende in Germanien“ präsentiert.

In zwei Jahren Vorbereitungszeit haben die Kuratoren mehr als 40 internationale und nationale Leihgeber für eine Zusammenarbeit gewonnen und ein faszinierendes Ausstellungskonzept erstellt. Über 250 wertvolle Kunstwerke und Artefakte aus Italien, Kroatien, der Schweiz, Slowenien, Ungarn und der Vatikanstadt sollen auf 800 Quadratmetern Ausstellungsfläche für 156 Tage diesen Triumph ohne Sieg verständlich machen.
„US-Präsident Trump hat wahrscheinlich noch nie von dem römischen Kaiser Tiberius gehört, aber gelernt hat auch er von ihm allemal“, sagte LWL-Direktor Matthias Löb am Montag (29.5.) bei der Vorstellung der Ausstellung in Haltern. „Unsere Ausstellung dreht sich um Fake news, um Niederlagen, die zu Siegen umgedeutet werden, um symbolische Politik durch Massenveranstaltungen und um alternative Wahrheit – nur eben vor 2.000 Jahren.“

Kaiser Tiberius kannte Germanien aus eigener Anschauung gut, er wusste, dass dieses Gebiet nicht reich an Bodenschätzen war und sah die erheblichen Verluste an Menschen und Material der vorhergegangenen Kriegsjahre. Auf geschickte Art hat er den dreijährigen, eigentlich nutzlosen und sieglosen Krieg seines Feldherrn Germanicus beendet und in einen Sieg umgewandelt, indem er Ende Mai 17 n.Chr. seinem Adoptivsohn einen grandiosen Triumphzug in Rom ausrichtet.

„Diese Wende bestimmt für die nächsten Jahrhunderte maßgeblich die Entwicklung der Gebiete westlich und östlich des Rheins“, so LWL-Museumsleiter Dr. Rudolf Aßkamp. „Im Westen hält römische Kultur weiter ihren Einzug, Städte werden gegründet an den Orten der ehemaligen Legionslager Xanten, Köln, Bonn, Mainz. Östlich des Rheins bleibt die germanische Bevölkerung in ihren überkommenen Stammesstrukturen gefangen, und es beginnen die sogenannten dunklen Jahrhunderte.“
Vor diesem Hintergrund werden die Besucher im ersten Teil der Ausstellung zunächst zu Zuschauern des Triumphzuges für Germanicus in Rom. Der Triumph in Rom dient als spektakulärer Fixpunkt, um die damit verbundenen Ereignisse schlaglichtartig zu beleuchten.

Der zweite Teil lenkt den Blick auf die militärischen und politischen Entwicklungen in Germanien und die Zeit vor dem vermeintlichen Sieg des Germanicus. Funde aus den römischen Lagern entlang der Lippe wie etwa Haltern am See, Holsterhausen (beide Kreis Recklinghausen), Oberaden, Beckinghausen (beide Kreis Unna), Olfen (Kreis Coesfeld) und Anreppen (Kreis Paderborn) sowie zahlreiche Exponate von weiteren Fundplätzen in Germanien veranschaulichen die römischen Okkupationsbemühungen in Germanien.

Der dritte Teil der Ausstellung widmet sich ganz dem „Römischen Triumph“ und den Fragen, wer, wann und aus welchem Anlass im antiken Rom einen Triumphzug abhalten durfte – mit strengem Protokoll: Zuerst kamen im Zug Beute und Gefangene, dann der Triumphator mit Opfertieren und Behördenvertretern (Lictoren und Staatsbeamten) und schließlich die Armee. Es geht aber auch um die spätere Darstellung von Triumphzügen, zum Beispiel um die Darstellung der gefangenen Thusnelda, der Ehefrau des Varus-Bezwingers Arminius. Diese prominente Geisel im Triumphzug des Germanicus war in der Historienmalerei des 18. und 19. Jahrhunderts ein beliebtes Motiv.

Der letzte Teil bietet einen Blick in die Zukunft in Form der sogenannten kontrafaktischen Geschichtsschreibung – die Geschichtsdarstellung , die sich nicht mit dem befasst, was tatsächlich geschehen ist, sondern mit dem, was geschehen wäre, wenn sich die Ereignisse anders entwickelt hätten.
Hätte Rom gesiegt, wäre die Geschichte der römischen Stützpunkte an der Lippe sicher anders verlaufen. Dann hätte sich Aliso, das heutige Haltern am See, vermutlich zu einem Zentralort in der Region entwickelt. An vielen einstigen Legionsstandorten westlich des Rheins entstanden eigenständige zivile Siedlungen. Zunächst mit Häusern in Fachwerkbauweise errichtet, wurden sie später durch Steingebäude ersetzt und zum Teil monumental ausgebaut. Alles, was städtisches römisches Leben ausmachte, erblühte auf der anderen Seite des Rheins und wäre vermutlich auch in Haltern geschehen, wenn sich die Römer nicht aus dem heutigen Nord- und Westdeutschland zurückgezogen hätten.

„Zwei Thesen halten wir mittlerweile für sehr wahrscheinlich“, so Aßkamp. „Das antike Aliso ist mit dem heutigen Haltern am See identisch. Und der Fundort im Osnabrücker Land bei Kalkriese ist nicht der Ort der Varusschlacht, sondern geht auf die Ereignisse des Jahres 15 n. Chr. rund um Germanicus zurück.“

 

Öffnungszeiten der Ausstellung Triumph ohne Sieg im LWL-Römermuseum Haltern am See:

Dienstag bis Freitag 9 bis 17 Uhr, Donnerstag bis 19 Uhr
Samstag, Sonntag, Feiertage 10 bis 18 Uhr

 

Eintrittspreise unter www.lwl-roemermuseum-haltern.de

 

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Posted by on Oktober 13th, 2017  •  0 Comments  • 

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Neue Ausstellung über Roms Ende in Germanien – alternative Wahrheit vor 2.000 Jahren

Neun Jahre nach dem erfolgreichen Ausstellungsprojekt zur Varusschlacht wird das LWL-Römermuseum in Haltern am See wieder zum Schauplatz einer besonderen Ausstellung über die Römer im damaligen Germanien.
Der spektakuläre Triumphzug des Germanicus vor genau 2.000 Jahren in Rom am 26. Mai 17 n. Chr. und das Ende der römischen Herrschaft in Germanien bilden den Ausgangspunkt für das Ausstellungsprojekt, das der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) in seinem Römermuseum vom 2. Juni bis zum 5. November 2017 unter dem Titel „Triumph ohne Sieg. Roms Ende in Germanien“ präsentiert.

In zwei Jahren Vorbereitungszeit haben die Kuratoren mehr als 40 internationale und nationale Leihgeber für eine Zusammenarbeit gewonnen und ein faszinierendes Ausstellungskonzept erstellt. Über 250 wertvolle Kunstwerke und Artefakte aus Italien, Kroatien, der Schweiz, Slowenien, Ungarn und der Vatikanstadt sollen auf 800 Quadratmetern Ausstellungsfläche für 156 Tage diesen Triumph ohne Sieg verständlich machen.
„US-Präsident Trump hat wahrscheinlich noch nie von dem römischen Kaiser Tiberius gehört, aber gelernt hat auch er von ihm allemal“, sagte LWL-Direktor Matthias Löb am Montag (29.5.) bei der Vorstellung der Ausstellung in Haltern. „Unsere Ausstellung dreht sich um Fake news, um Niederlagen, die zu Siegen umgedeutet werden, um symbolische Politik durch Massenveranstaltungen und um alternative Wahrheit – nur eben vor 2.000 Jahren.“

Kaiser Tiberius kannte Germanien aus eigener Anschauung gut, er wusste, dass dieses Gebiet nicht reich an Bodenschätzen war und sah die erheblichen Verluste an Menschen und Material der vorhergegangenen Kriegsjahre. Auf geschickte Art hat er den dreijährigen, eigentlich nutzlosen und sieglosen Krieg seines Feldherrn Germanicus beendet und in einen Sieg umgewandelt, indem er Ende Mai 17 n.Chr. seinem Adoptivsohn einen grandiosen Triumphzug in Rom ausrichtet.

„Diese Wende bestimmt für die nächsten Jahrhunderte maßgeblich die Entwicklung der Gebiete westlich und östlich des Rheins“, so LWL-Museumsleiter Dr. Rudolf Aßkamp. „Im Westen hält römische Kultur weiter ihren Einzug, Städte werden gegründet an den Orten der ehemaligen Legionslager Xanten, Köln, Bonn, Mainz. Östlich des Rheins bleibt die germanische Bevölkerung in ihren überkommenen Stammesstrukturen gefangen, und es beginnen die sogenannten dunklen Jahrhunderte.“
Vor diesem Hintergrund werden die Besucher im ersten Teil der Ausstellung zunächst zu Zuschauern des Triumphzuges für Germanicus in Rom. Der Triumph in Rom dient als spektakulärer Fixpunkt, um die damit verbundenen Ereignisse schlaglichtartig zu beleuchten.

Der zweite Teil lenkt den Blick auf die militärischen und politischen Entwicklungen in Germanien und die Zeit vor dem vermeintlichen Sieg des Germanicus. Funde aus den römischen Lagern entlang der Lippe wie etwa Haltern am See, Holsterhausen (beide Kreis Recklinghausen), Oberaden, Beckinghausen (beide Kreis Unna), Olfen (Kreis Coesfeld) und Anreppen (Kreis Paderborn) sowie zahlreiche Exponate von weiteren Fundplätzen in Germanien veranschaulichen die römischen Okkupationsbemühungen in Germanien.

Der dritte Teil der Ausstellung widmet sich ganz dem „Römischen Triumph“ und den Fragen, wer, wann und aus welchem Anlass im antiken Rom einen Triumphzug abhalten durfte – mit strengem Protokoll: Zuerst kamen im Zug Beute und Gefangene, dann der Triumphator mit Opfertieren und Behördenvertretern (Lictoren und Staatsbeamten) und schließlich die Armee. Es geht aber auch um die spätere Darstellung von Triumphzügen, zum Beispiel um die Darstellung der gefangenen Thusnelda, der Ehefrau des Varus-Bezwingers Arminius. Diese prominente Geisel im Triumphzug des Germanicus war in der Historienmalerei des 18. und 19. Jahrhunderts ein beliebtes Motiv.

Der letzte Teil bietet einen Blick in die Zukunft in Form der sogenannten kontrafaktischen Geschichtsschreibung – die Geschichtsdarstellung , die sich nicht mit dem befasst, was tatsächlich geschehen ist, sondern mit dem, was geschehen wäre, wenn sich die Ereignisse anders entwickelt hätten.
Hätte Rom gesiegt, wäre die Geschichte der römischen Stützpunkte an der Lippe sicher anders verlaufen. Dann hätte sich Aliso, das heutige Haltern am See, vermutlich zu einem Zentralort in der Region entwickelt. An vielen einstigen Legionsstandorten westlich des Rheins entstanden eigenständige zivile Siedlungen. Zunächst mit Häusern in Fachwerkbauweise errichtet, wurden sie später durch Steingebäude ersetzt und zum Teil monumental ausgebaut. Alles, was städtisches römisches Leben ausmachte, erblühte auf der anderen Seite des Rheins und wäre vermutlich auch in Haltern geschehen, wenn sich die Römer nicht aus dem heutigen Nord- und Westdeutschland zurückgezogen hätten.

„Zwei Thesen halten wir mittlerweile für sehr wahrscheinlich“, so Aßkamp. „Das antike Aliso ist mit dem heutigen Haltern am See identisch. Und der Fundort im Osnabrücker Land bei Kalkriese ist nicht der Ort der Varusschlacht, sondern geht auf die Ereignisse des Jahres 15 n. Chr. rund um Germanicus zurück.“

 

Öffnungszeiten der Ausstellung Triumph ohne Sieg im LWL-Römermuseum Haltern am See:

Dienstag bis Freitag 9 bis 17 Uhr, Donnerstag bis 19 Uhr
Samstag, Sonntag, Feiertage 10 bis 18 Uhr

 

Eintrittspreise unter www.lwl-roemermuseum-haltern.de

 

Quelle: Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL)

Beitragsbild: Eingangsbereich der Ausstellung „Triumph ohne Sieg“ (Foto: LWL/T. Arendt)

 

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Neue Ausstellung über Roms Ende in Germanien – alternative Wahrheit vor 2.000 Jahren

Neun Jahre nach dem erfolgreichen Ausstellungsprojekt zur Varusschlacht wird das LWL-Römermuseum in Haltern am See wieder zum Schauplatz einer besonderen Ausstellung über die Römer im damaligen Germanien.
Der spektakuläre Triumphzug des Germanicus vor genau 2.000 Jahren in Rom am 26. Mai 17 n. Chr. und das Ende der römischen Herrschaft in Germanien bilden den Ausgangspunkt für das Ausstellungsprojekt, das der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) in seinem Römermuseum vom 2. Juni bis zum 5. November 2017 unter dem Titel „Triumph ohne Sieg. Roms Ende in Germanien“ präsentiert.

In zwei Jahren Vorbereitungszeit haben die Kuratoren mehr als 40 internationale und nationale Leihgeber für eine Zusammenarbeit gewonnen und ein faszinierendes Ausstellungskonzept erstellt. Über 250 wertvolle Kunstwerke und Artefakte aus Italien, Kroatien, der Schweiz, Slowenien, Ungarn und der Vatikanstadt sollen auf 800 Quadratmetern Ausstellungsfläche für 156 Tage diesen Triumph ohne Sieg verständlich machen.
„US-Präsident Trump hat wahrscheinlich noch nie von dem römischen Kaiser Tiberius gehört, aber gelernt hat auch er von ihm allemal“, sagte LWL-Direktor Matthias Löb am Montag (29.5.) bei der Vorstellung der Ausstellung in Haltern. „Unsere Ausstellung dreht sich um Fake news, um Niederlagen, die zu Siegen umgedeutet werden, um symbolische Politik durch Massenveranstaltungen und um alternative Wahrheit – nur eben vor 2.000 Jahren.“

Kaiser Tiberius kannte Germanien aus eigener Anschauung gut, er wusste, dass dieses Gebiet nicht reich an Bodenschätzen war und sah die erheblichen Verluste an Menschen und Material der vorhergegangenen Kriegsjahre. Auf geschickte Art hat er den dreijährigen, eigentlich nutzlosen und sieglosen Krieg seines Feldherrn Germanicus beendet und in einen Sieg umgewandelt, indem er Ende Mai 17 n.Chr. seinem Adoptivsohn einen grandiosen Triumphzug in Rom ausrichtet.

„Diese Wende bestimmt für die nächsten Jahrhunderte maßgeblich die Entwicklung der Gebiete westlich und östlich des Rheins“, so LWL-Museumsleiter Dr. Rudolf Aßkamp. „Im Westen hält römische Kultur weiter ihren Einzug, Städte werden gegründet an den Orten der ehemaligen Legionslager Xanten, Köln, Bonn, Mainz. Östlich des Rheins bleibt die germanische Bevölkerung in ihren überkommenen Stammesstrukturen gefangen, und es beginnen die sogenannten dunklen Jahrhunderte.“
Vor diesem Hintergrund werden die Besucher im ersten Teil der Ausstellung zunächst zu Zuschauern des Triumphzuges für Germanicus in Rom. Der Triumph in Rom dient als spektakulärer Fixpunkt, um die damit verbundenen Ereignisse schlaglichtartig zu beleuchten.

Der zweite Teil lenkt den Blick auf die militärischen und politischen Entwicklungen in Germanien und die Zeit vor dem vermeintlichen Sieg des Germanicus. Funde aus den römischen Lagern entlang der Lippe wie etwa Haltern am See, Holsterhausen (beide Kreis Recklinghausen), Oberaden, Beckinghausen (beide Kreis Unna), Olfen (Kreis Coesfeld) und Anreppen (Kreis Paderborn) sowie zahlreiche Exponate von weiteren Fundplätzen in Germanien veranschaulichen die römischen Okkupationsbemühungen in Germanien.

Der dritte Teil der Ausstellung widmet sich ganz dem „Römischen Triumph“ und den Fragen, wer, wann und aus welchem Anlass im antiken Rom einen Triumphzug abhalten durfte – mit strengem Protokoll: Zuerst kamen im Zug Beute und Gefangene, dann der Triumphator mit Opfertieren und Behördenvertretern (Lictoren und Staatsbeamten) und schließlich die Armee. Es geht aber auch um die spätere Darstellung von Triumphzügen, zum Beispiel um die Darstellung der gefangenen Thusnelda, der Ehefrau des Varus-Bezwingers Arminius. Diese prominente Geisel im Triumphzug des Germanicus war in der Historienmalerei des 18. und 19. Jahrhunderts ein beliebtes Motiv.

Der letzte Teil bietet einen Blick in die Zukunft in Form der sogenannten kontrafaktischen Geschichtsschreibung – die Geschichtsdarstellung , die sich nicht mit dem befasst, was tatsächlich geschehen ist, sondern mit dem, was geschehen wäre, wenn sich die Ereignisse anders entwickelt hätten.
Hätte Rom gesiegt, wäre die Geschichte der römischen Stützpunkte an der Lippe sicher anders verlaufen. Dann hätte sich Aliso, das heutige Haltern am See, vermutlich zu einem Zentralort in der Region entwickelt. An vielen einstigen Legionsstandorten westlich des Rheins entstanden eigenständige zivile Siedlungen. Zunächst mit Häusern in Fachwerkbauweise errichtet, wurden sie später durch Steingebäude ersetzt und zum Teil monumental ausgebaut. Alles, was städtisches römisches Leben ausmachte, erblühte auf der anderen Seite des Rheins und wäre vermutlich auch in Haltern geschehen, wenn sich die Römer nicht aus dem heutigen Nord- und Westdeutschland zurückgezogen hätten.

„Zwei Thesen halten wir mittlerweile für sehr wahrscheinlich“, so Aßkamp. „Das antike Aliso ist mit dem heutigen Haltern am See identisch. Und der Fundort im Osnabrücker Land bei Kalkriese ist nicht der Ort der Varusschlacht, sondern geht auf die Ereignisse des Jahres 15 n. Chr. rund um Germanicus zurück.“

 

Öffnungszeiten der Ausstellung Triumph ohne Sieg im LWL-Römermuseum Haltern am See:

Dienstag bis Freitag 9 bis 17 Uhr, Donnerstag bis 19 Uhr
Samstag, Sonntag, Feiertage 10 bis 18 Uhr

 

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Beitragsbild: Eingangsbereich der Ausstellung „Triumph ohne Sieg“ (Foto: LWL/T. Arendt)

 

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Eingangsbereich der Ausstellung "Triumph ohne Sieg" (Foto: LWL/T. Arendt)

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Neue Ausstellung über Roms Ende in Germanien – alternative Wahrheit vor 2.000 Jahren

Neun Jahre nach dem erfolgreichen Ausstellungsprojekt zur Varusschlacht wird das LWL-Römermuseum in Haltern am See wieder zum Schauplatz einer besonderen Ausstellung über die Römer im damaligen Germanien.
Der spektakuläre Triumphzug des Germanicus vor genau 2.000 Jahren in Rom am 26. Mai 17 n. Chr. und das Ende der römischen Herrschaft in Germanien bilden den Ausgangspunkt für das Ausstellungsprojekt, das der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) in seinem Römermuseum vom 2. Juni bis zum 5. November 2017 unter dem Titel „Triumph ohne Sieg. Roms Ende in Germanien“ präsentiert.

In zwei Jahren Vorbereitungszeit haben die Kuratoren mehr als 40 internationale und nationale Leihgeber für eine Zusammenarbeit gewonnen und ein faszinierendes Ausstellungskonzept erstellt. Über 250 wertvolle Kunstwerke und Artefakte aus Italien, Kroatien, der Schweiz, Slowenien, Ungarn und der Vatikanstadt sollen auf 800 Quadratmetern Ausstellungsfläche für 156 Tage diesen Triumph ohne Sieg verständlich machen.
„US-Präsident Trump hat wahrscheinlich noch nie von dem römischen Kaiser Tiberius gehört, aber gelernt hat auch er von ihm allemal“, sagte LWL-Direktor Matthias Löb am Montag (29.5.) bei der Vorstellung der Ausstellung in Haltern. „Unsere Ausstellung dreht sich um Fake news, um Niederlagen, die zu Siegen umgedeutet werden, um symbolische Politik durch Massenveranstaltungen und um alternative Wahrheit – nur eben vor 2.000 Jahren.“

Kaiser Tiberius kannte Germanien aus eigener Anschauung gut, er wusste, dass dieses Gebiet nicht reich an Bodenschätzen war und sah die erheblichen Verluste an Menschen und Material der vorhergegangenen Kriegsjahre. Auf geschickte Art hat er den dreijährigen, eigentlich nutzlosen und sieglosen Krieg seines Feldherrn Germanicus beendet und in einen Sieg umgewandelt, indem er Ende Mai 17 n.Chr. seinem Adoptivsohn einen grandiosen Triumphzug in Rom ausrichtet.

„Diese Wende bestimmt für die nächsten Jahrhunderte maßgeblich die Entwicklung der Gebiete westlich und östlich des Rheins“, so LWL-Museumsleiter Dr. Rudolf Aßkamp. „Im Westen hält römische Kultur weiter ihren Einzug, Städte werden gegründet an den Orten der ehemaligen Legionslager Xanten, Köln, Bonn, Mainz. Östlich des Rheins bleibt die germanische Bevölkerung in ihren überkommenen Stammesstrukturen gefangen, und es beginnen die sogenannten dunklen Jahrhunderte.“
Vor diesem Hintergrund werden die Besucher im ersten Teil der Ausstellung zunächst zu Zuschauern des Triumphzuges für Germanicus in Rom. Der Triumph in Rom dient als spektakulärer Fixpunkt, um die damit verbundenen Ereignisse schlaglichtartig zu beleuchten.

Der zweite Teil lenkt den Blick auf die militärischen und politischen Entwicklungen in Germanien und die Zeit vor dem vermeintlichen Sieg des Germanicus. Funde aus den römischen Lagern entlang der Lippe wie etwa Haltern am See, Holsterhausen (beide Kreis Recklinghausen), Oberaden, Beckinghausen (beide Kreis Unna), Olfen (Kreis Coesfeld) und Anreppen (Kreis Paderborn) sowie zahlreiche Exponate von weiteren Fundplätzen in Germanien veranschaulichen die römischen Okkupationsbemühungen in Germanien.

Der dritte Teil der Ausstellung widmet sich ganz dem „Römischen Triumph“ und den Fragen, wer, wann und aus welchem Anlass im antiken Rom einen Triumphzug abhalten durfte – mit strengem Protokoll: Zuerst kamen im Zug Beute und Gefangene, dann der Triumphator mit Opfertieren und Behördenvertretern (Lictoren und Staatsbeamten) und schließlich die Armee. Es geht aber auch um die spätere Darstellung von Triumphzügen, zum Beispiel um die Darstellung der gefangenen Thusnelda, der Ehefrau des Varus-Bezwingers Arminius. Diese prominente Geisel im Triumphzug des Germanicus war in der Historienmalerei des 18. und 19. Jahrhunderts ein beliebtes Motiv.

Der letzte Teil bietet einen Blick in die Zukunft in Form der sogenannten kontrafaktischen Geschichtsschreibung – die Geschichtsdarstellung , die sich nicht mit dem befasst, was tatsächlich geschehen ist, sondern mit dem, was geschehen wäre, wenn sich die Ereignisse anders entwickelt hätten.
Hätte Rom gesiegt, wäre die Geschichte der römischen Stützpunkte an der Lippe sicher anders verlaufen. Dann hätte sich Aliso, das heutige Haltern am See, vermutlich zu einem Zentralort in der Region entwickelt. An vielen einstigen Legionsstandorten westlich des Rheins entstanden eigenständige zivile Siedlungen. Zunächst mit Häusern in Fachwerkbauweise errichtet, wurden sie später durch Steingebäude ersetzt und zum Teil monumental ausgebaut. Alles, was städtisches römisches Leben ausmachte, erblühte auf der anderen Seite des Rheins und wäre vermutlich auch in Haltern geschehen, wenn sich die Römer nicht aus dem heutigen Nord- und Westdeutschland zurückgezogen hätten.

„Zwei Thesen halten wir mittlerweile für sehr wahrscheinlich“, so Aßkamp. „Das antike Aliso ist mit dem heutigen Haltern am See identisch. Und der Fundort im Osnabrücker Land bei Kalkriese ist nicht der Ort der Varusschlacht, sondern geht auf die Ereignisse des Jahres 15 n. Chr. rund um Germanicus zurück.“

 

Öffnungszeiten der Ausstellung Triumph ohne Sieg im LWL-Römermuseum Haltern am See:

Dienstag bis Freitag 9 bis 17 Uhr, Donnerstag bis 19 Uhr
Samstag, Sonntag, Feiertage 10 bis 18 Uhr

 

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Quelle: Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL)

Beitragsbild: Eingangsbereich der Ausstellung „Triumph ohne Sieg“ (Foto: LWL/T. Arendt)

 

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Posted by on Oktober 10th, 2017  •  0 Comments  • 

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Triumph ohne Sieg

Neue Ausstellung über Roms Ende in Germanien – alternative Wahrheit vor 2.000 Jahren

Neun Jahre nach dem erfolgreichen Ausstellungsprojekt zur Varusschlacht wird das LWL-Römermuseum in Haltern am See wieder zum Schauplatz einer besonderen Ausstellung über die Römer im damaligen Germanien.
Der spektakuläre Triumphzug des Germanicus vor genau 2.000 Jahren in Rom am 26. Mai 17 n. Chr. und das Ende der römischen Herrschaft in Germanien bilden den Ausgangspunkt für das Ausstellungsprojekt, das der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) in seinem Römermuseum vom 2. Juni bis zum 5. November 2017 unter dem Titel „Triumph ohne Sieg. Roms Ende in Germanien“ präsentiert.

In zwei Jahren Vorbereitungszeit haben die Kuratoren mehr als 40 internationale und nationale Leihgeber für eine Zusammenarbeit gewonnen und ein faszinierendes Ausstellungskonzept erstellt. Über 250 wertvolle Kunstwerke und Artefakte aus Italien, Kroatien, der Schweiz, Slowenien, Ungarn und der Vatikanstadt sollen auf 800 Quadratmetern Ausstellungsfläche für 156 Tage diesen Triumph ohne Sieg verständlich machen.
„US-Präsident Trump hat wahrscheinlich noch nie von dem römischen Kaiser Tiberius gehört, aber gelernt hat auch er von ihm allemal“, sagte LWL-Direktor Matthias Löb am Montag (29.5.) bei der Vorstellung der Ausstellung in Haltern. „Unsere Ausstellung dreht sich um Fake news, um Niederlagen, die zu Siegen umgedeutet werden, um symbolische Politik durch Massenveranstaltungen und um alternative Wahrheit – nur eben vor 2.000 Jahren.“

Kaiser Tiberius kannte Germanien aus eigener Anschauung gut, er wusste, dass dieses Gebiet nicht reich an Bodenschätzen war und sah die erheblichen Verluste an Menschen und Material der vorhergegangenen Kriegsjahre. Auf geschickte Art hat er den dreijährigen, eigentlich nutzlosen und sieglosen Krieg seines Feldherrn Germanicus beendet und in einen Sieg umgewandelt, indem er Ende Mai 17 n.Chr. seinem Adoptivsohn einen grandiosen Triumphzug in Rom ausrichtet.

„Diese Wende bestimmt für die nächsten Jahrhunderte maßgeblich die Entwicklung der Gebiete westlich und östlich des Rheins“, so LWL-Museumsleiter Dr. Rudolf Aßkamp. „Im Westen hält römische Kultur weiter ihren Einzug, Städte werden gegründet an den Orten der ehemaligen Legionslager Xanten, Köln, Bonn, Mainz. Östlich des Rheins bleibt die germanische Bevölkerung in ihren überkommenen Stammesstrukturen gefangen, und es beginnen die sogenannten dunklen Jahrhunderte.“
Vor diesem Hintergrund werden die Besucher im ersten Teil der Ausstellung zunächst zu Zuschauern des Triumphzuges für Germanicus in Rom. Der Triumph in Rom dient als spektakulärer Fixpunkt, um die damit verbundenen Ereignisse schlaglichtartig zu beleuchten.

Der zweite Teil lenkt den Blick auf die militärischen und politischen Entwicklungen in Germanien und die Zeit vor dem vermeintlichen Sieg des Germanicus. Funde aus den römischen Lagern entlang der Lippe wie etwa Haltern am See, Holsterhausen (beide Kreis Recklinghausen), Oberaden, Beckinghausen (beide Kreis Unna), Olfen (Kreis Coesfeld) und Anreppen (Kreis Paderborn) sowie zahlreiche Exponate von weiteren Fundplätzen in Germanien veranschaulichen die römischen Okkupationsbemühungen in Germanien.

Der dritte Teil der Ausstellung widmet sich ganz dem „Römischen Triumph“ und den Fragen, wer, wann und aus welchem Anlass im antiken Rom einen Triumphzug abhalten durfte – mit strengem Protokoll: Zuerst kamen im Zug Beute und Gefangene, dann der Triumphator mit Opfertieren und Behördenvertretern (Lictoren und Staatsbeamten) und schließlich die Armee. Es geht aber auch um die spätere Darstellung von Triumphzügen, zum Beispiel um die Darstellung der gefangenen Thusnelda, der Ehefrau des Varus-Bezwingers Arminius. Diese prominente Geisel im Triumphzug des Germanicus war in der Historienmalerei des 18. und 19. Jahrhunderts ein beliebtes Motiv.

Der letzte Teil bietet einen Blick in die Zukunft in Form der sogenannten kontrafaktischen Geschichtsschreibung – die Geschichtsdarstellung , die sich nicht mit dem befasst, was tatsächlich geschehen ist, sondern mit dem, was geschehen wäre, wenn sich die Ereignisse anders entwickelt hätten.
Hätte Rom gesiegt, wäre die Geschichte der römischen Stützpunkte an der Lippe sicher anders verlaufen. Dann hätte sich Aliso, das heutige Haltern am See, vermutlich zu einem Zentralort in der Region entwickelt. An vielen einstigen Legionsstandorten westlich des Rheins entstanden eigenständige zivile Siedlungen. Zunächst mit Häusern in Fachwerkbauweise errichtet, wurden sie später durch Steingebäude ersetzt und zum Teil monumental ausgebaut. Alles, was städtisches römisches Leben ausmachte, erblühte auf der anderen Seite des Rheins und wäre vermutlich auch in Haltern geschehen, wenn sich die Römer nicht aus dem heutigen Nord- und Westdeutschland zurückgezogen hätten.

„Zwei Thesen halten wir mittlerweile für sehr wahrscheinlich“, so Aßkamp. „Das antike Aliso ist mit dem heutigen Haltern am See identisch. Und der Fundort im Osnabrücker Land bei Kalkriese ist nicht der Ort der Varusschlacht, sondern geht auf die Ereignisse des Jahres 15 n. Chr. rund um Germanicus zurück.“

 

Öffnungszeiten der Ausstellung Triumph ohne Sieg im LWL-Römermuseum Haltern am See:

Dienstag bis Freitag 9 bis 17 Uhr, Donnerstag bis 19 Uhr
Samstag, Sonntag, Feiertage 10 bis 18 Uhr

 

Eintrittspreise unter www.lwl-roemermuseum-haltern.de

 

Quelle: Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL)

Beitragsbild: Eingangsbereich der Ausstellung „Triumph ohne Sieg“ (Foto: LWL/T. Arendt)

 

Weitere Ausstellungen im Ruhrgebiet finden


Ausstellung Haltern Triumph ohne Sieg

Posted by on Oktober 8th, 2017  •  0 Comments  • 

Eingangsbereich der Ausstellung "Triumph ohne Sieg" (Foto: LWL/T. Arendt)

Triumph ohne Sieg

Neue Ausstellung über Roms Ende in Germanien – alternative Wahrheit vor 2.000 Jahren

Neun Jahre nach dem erfolgreichen Ausstellungsprojekt zur Varusschlacht wird das LWL-Römermuseum in Haltern am See wieder zum Schauplatz einer besonderen Ausstellung über die Römer im damaligen Germanien.
Der spektakuläre Triumphzug des Germanicus vor genau 2.000 Jahren in Rom am 26. Mai 17 n. Chr. und das Ende der römischen Herrschaft in Germanien bilden den Ausgangspunkt für das Ausstellungsprojekt, das der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) in seinem Römermuseum vom 2. Juni bis zum 5. November 2017 unter dem Titel „Triumph ohne Sieg. Roms Ende in Germanien“ präsentiert.

In zwei Jahren Vorbereitungszeit haben die Kuratoren mehr als 40 internationale und nationale Leihgeber für eine Zusammenarbeit gewonnen und ein faszinierendes Ausstellungskonzept erstellt. Über 250 wertvolle Kunstwerke und Artefakte aus Italien, Kroatien, der Schweiz, Slowenien, Ungarn und der Vatikanstadt sollen auf 800 Quadratmetern Ausstellungsfläche für 156 Tage diesen Triumph ohne Sieg verständlich machen.
„US-Präsident Trump hat wahrscheinlich noch nie von dem römischen Kaiser Tiberius gehört, aber gelernt hat auch er von ihm allemal“, sagte LWL-Direktor Matthias Löb am Montag (29.5.) bei der Vorstellung der Ausstellung in Haltern. „Unsere Ausstellung dreht sich um Fake news, um Niederlagen, die zu Siegen umgedeutet werden, um symbolische Politik durch Massenveranstaltungen und um alternative Wahrheit – nur eben vor 2.000 Jahren.“

Kaiser Tiberius kannte Germanien aus eigener Anschauung gut, er wusste, dass dieses Gebiet nicht reich an Bodenschätzen war und sah die erheblichen Verluste an Menschen und Material der vorhergegangenen Kriegsjahre. Auf geschickte Art hat er den dreijährigen, eigentlich nutzlosen und sieglosen Krieg seines Feldherrn Germanicus beendet und in einen Sieg umgewandelt, indem er Ende Mai 17 n.Chr. seinem Adoptivsohn einen grandiosen Triumphzug in Rom ausrichtet.

„Diese Wende bestimmt für die nächsten Jahrhunderte maßgeblich die Entwicklung der Gebiete westlich und östlich des Rheins“, so LWL-Museumsleiter Dr. Rudolf Aßkamp. „Im Westen hält römische Kultur weiter ihren Einzug, Städte werden gegründet an den Orten der ehemaligen Legionslager Xanten, Köln, Bonn, Mainz. Östlich des Rheins bleibt die germanische Bevölkerung in ihren überkommenen Stammesstrukturen gefangen, und es beginnen die sogenannten dunklen Jahrhunderte.“
Vor diesem Hintergrund werden die Besucher im ersten Teil der Ausstellung zunächst zu Zuschauern des Triumphzuges für Germanicus in Rom. Der Triumph in Rom dient als spektakulärer Fixpunkt, um die damit verbundenen Ereignisse schlaglichtartig zu beleuchten.

Der zweite Teil lenkt den Blick auf die militärischen und politischen Entwicklungen in Germanien und die Zeit vor dem vermeintlichen Sieg des Germanicus. Funde aus den römischen Lagern entlang der Lippe wie etwa Haltern am See, Holsterhausen (beide Kreis Recklinghausen), Oberaden, Beckinghausen (beide Kreis Unna), Olfen (Kreis Coesfeld) und Anreppen (Kreis Paderborn) sowie zahlreiche Exponate von weiteren Fundplätzen in Germanien veranschaulichen die römischen Okkupationsbemühungen in Germanien.

Der dritte Teil der Ausstellung widmet sich ganz dem „Römischen Triumph“ und den Fragen, wer, wann und aus welchem Anlass im antiken Rom einen Triumphzug abhalten durfte – mit strengem Protokoll: Zuerst kamen im Zug Beute und Gefangene, dann der Triumphator mit Opfertieren und Behördenvertretern (Lictoren und Staatsbeamten) und schließlich die Armee. Es geht aber auch um die spätere Darstellung von Triumphzügen, zum Beispiel um die Darstellung der gefangenen Thusnelda, der Ehefrau des Varus-Bezwingers Arminius. Diese prominente Geisel im Triumphzug des Germanicus war in der Historienmalerei des 18. und 19. Jahrhunderts ein beliebtes Motiv.

Der letzte Teil bietet einen Blick in die Zukunft in Form der sogenannten kontrafaktischen Geschichtsschreibung – die Geschichtsdarstellung , die sich nicht mit dem befasst, was tatsächlich geschehen ist, sondern mit dem, was geschehen wäre, wenn sich die Ereignisse anders entwickelt hätten.
Hätte Rom gesiegt, wäre die Geschichte der römischen Stützpunkte an der Lippe sicher anders verlaufen. Dann hätte sich Aliso, das heutige Haltern am See, vermutlich zu einem Zentralort in der Region entwickelt. An vielen einstigen Legionsstandorten westlich des Rheins entstanden eigenständige zivile Siedlungen. Zunächst mit Häusern in Fachwerkbauweise errichtet, wurden sie später durch Steingebäude ersetzt und zum Teil monumental ausgebaut. Alles, was städtisches römisches Leben ausmachte, erblühte auf der anderen Seite des Rheins und wäre vermutlich auch in Haltern geschehen, wenn sich die Römer nicht aus dem heutigen Nord- und Westdeutschland zurückgezogen hätten.

„Zwei Thesen halten wir mittlerweile für sehr wahrscheinlich“, so Aßkamp. „Das antike Aliso ist mit dem heutigen Haltern am See identisch. Und der Fundort im Osnabrücker Land bei Kalkriese ist nicht der Ort der Varusschlacht, sondern geht auf die Ereignisse des Jahres 15 n. Chr. rund um Germanicus zurück.“

 

Öffnungszeiten der Ausstellung Triumph ohne Sieg im LWL-Römermuseum Haltern am See:

Dienstag bis Freitag 9 bis 17 Uhr, Donnerstag bis 19 Uhr
Samstag, Sonntag, Feiertage 10 bis 18 Uhr

 

Eintrittspreise unter www.lwl-roemermuseum-haltern.de

 

Quelle: Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL)

Beitragsbild: Eingangsbereich der Ausstellung „Triumph ohne Sieg“ (Foto: LWL/T. Arendt)

 

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Ausstellung Haltern Triumph ohne Sieg

Posted by on Oktober 7th, 2017  •  0 Comments  • 

Eingangsbereich der Ausstellung "Triumph ohne Sieg" (Foto: LWL/T. Arendt)

Triumph ohne Sieg

Neue Ausstellung über Roms Ende in Germanien – alternative Wahrheit vor 2.000 Jahren

Neun Jahre nach dem erfolgreichen Ausstellungsprojekt zur Varusschlacht wird das LWL-Römermuseum in Haltern am See wieder zum Schauplatz einer besonderen Ausstellung über die Römer im damaligen Germanien.
Der spektakuläre Triumphzug des Germanicus vor genau 2.000 Jahren in Rom am 26. Mai 17 n. Chr. und das Ende der römischen Herrschaft in Germanien bilden den Ausgangspunkt für das Ausstellungsprojekt, das der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) in seinem Römermuseum vom 2. Juni bis zum 5. November 2017 unter dem Titel „Triumph ohne Sieg. Roms Ende in Germanien“ präsentiert.

In zwei Jahren Vorbereitungszeit haben die Kuratoren mehr als 40 internationale und nationale Leihgeber für eine Zusammenarbeit gewonnen und ein faszinierendes Ausstellungskonzept erstellt. Über 250 wertvolle Kunstwerke und Artefakte aus Italien, Kroatien, der Schweiz, Slowenien, Ungarn und der Vatikanstadt sollen auf 800 Quadratmetern Ausstellungsfläche für 156 Tage diesen Triumph ohne Sieg verständlich machen.
„US-Präsident Trump hat wahrscheinlich noch nie von dem römischen Kaiser Tiberius gehört, aber gelernt hat auch er von ihm allemal“, sagte LWL-Direktor Matthias Löb am Montag (29.5.) bei der Vorstellung der Ausstellung in Haltern. „Unsere Ausstellung dreht sich um Fake news, um Niederlagen, die zu Siegen umgedeutet werden, um symbolische Politik durch Massenveranstaltungen und um alternative Wahrheit – nur eben vor 2.000 Jahren.“

Kaiser Tiberius kannte Germanien aus eigener Anschauung gut, er wusste, dass dieses Gebiet nicht reich an Bodenschätzen war und sah die erheblichen Verluste an Menschen und Material der vorhergegangenen Kriegsjahre. Auf geschickte Art hat er den dreijährigen, eigentlich nutzlosen und sieglosen Krieg seines Feldherrn Germanicus beendet und in einen Sieg umgewandelt, indem er Ende Mai 17 n.Chr. seinem Adoptivsohn einen grandiosen Triumphzug in Rom ausrichtet.

„Diese Wende bestimmt für die nächsten Jahrhunderte maßgeblich die Entwicklung der Gebiete westlich und östlich des Rheins“, so LWL-Museumsleiter Dr. Rudolf Aßkamp. „Im Westen hält römische Kultur weiter ihren Einzug, Städte werden gegründet an den Orten der ehemaligen Legionslager Xanten, Köln, Bonn, Mainz. Östlich des Rheins bleibt die germanische Bevölkerung in ihren überkommenen Stammesstrukturen gefangen, und es beginnen die sogenannten dunklen Jahrhunderte.“
Vor diesem Hintergrund werden die Besucher im ersten Teil der Ausstellung zunächst zu Zuschauern des Triumphzuges für Germanicus in Rom. Der Triumph in Rom dient als spektakulärer Fixpunkt, um die damit verbundenen Ereignisse schlaglichtartig zu beleuchten.

Der zweite Teil lenkt den Blick auf die militärischen und politischen Entwicklungen in Germanien und die Zeit vor dem vermeintlichen Sieg des Germanicus. Funde aus den römischen Lagern entlang der Lippe wie etwa Haltern am See, Holsterhausen (beide Kreis Recklinghausen), Oberaden, Beckinghausen (beide Kreis Unna), Olfen (Kreis Coesfeld) und Anreppen (Kreis Paderborn) sowie zahlreiche Exponate von weiteren Fundplätzen in Germanien veranschaulichen die römischen Okkupationsbemühungen in Germanien.

Der dritte Teil der Ausstellung widmet sich ganz dem „Römischen Triumph“ und den Fragen, wer, wann und aus welchem Anlass im antiken Rom einen Triumphzug abhalten durfte – mit strengem Protokoll: Zuerst kamen im Zug Beute und Gefangene, dann der Triumphator mit Opfertieren und Behördenvertretern (Lictoren und Staatsbeamten) und schließlich die Armee. Es geht aber auch um die spätere Darstellung von Triumphzügen, zum Beispiel um die Darstellung der gefangenen Thusnelda, der Ehefrau des Varus-Bezwingers Arminius. Diese prominente Geisel im Triumphzug des Germanicus war in der Historienmalerei des 18. und 19. Jahrhunderts ein beliebtes Motiv.

Der letzte Teil bietet einen Blick in die Zukunft in Form der sogenannten kontrafaktischen Geschichtsschreibung – die Geschichtsdarstellung , die sich nicht mit dem befasst, was tatsächlich geschehen ist, sondern mit dem, was geschehen wäre, wenn sich die Ereignisse anders entwickelt hätten.
Hätte Rom gesiegt, wäre die Geschichte der römischen Stützpunkte an der Lippe sicher anders verlaufen. Dann hätte sich Aliso, das heutige Haltern am See, vermutlich zu einem Zentralort in der Region entwickelt. An vielen einstigen Legionsstandorten westlich des Rheins entstanden eigenständige zivile Siedlungen. Zunächst mit Häusern in Fachwerkbauweise errichtet, wurden sie später durch Steingebäude ersetzt und zum Teil monumental ausgebaut. Alles, was städtisches römisches Leben ausmachte, erblühte auf der anderen Seite des Rheins und wäre vermutlich auch in Haltern geschehen, wenn sich die Römer nicht aus dem heutigen Nord- und Westdeutschland zurückgezogen hätten.

„Zwei Thesen halten wir mittlerweile für sehr wahrscheinlich“, so Aßkamp. „Das antike Aliso ist mit dem heutigen Haltern am See identisch. Und der Fundort im Osnabrücker Land bei Kalkriese ist nicht der Ort der Varusschlacht, sondern geht auf die Ereignisse des Jahres 15 n. Chr. rund um Germanicus zurück.“

 

Öffnungszeiten der Ausstellung Triumph ohne Sieg im LWL-Römermuseum Haltern am See:

Dienstag bis Freitag 9 bis 17 Uhr, Donnerstag bis 19 Uhr
Samstag, Sonntag, Feiertage 10 bis 18 Uhr

 

Eintrittspreise unter www.lwl-roemermuseum-haltern.de

 

Quelle: Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL)

Beitragsbild: Eingangsbereich der Ausstellung „Triumph ohne Sieg“ (Foto: LWL/T. Arendt)

 

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Ausstellung Haltern Triumph ohne Sieg

Posted by on Oktober 6th, 2017  •  0 Comments  • 

Eingangsbereich der Ausstellung "Triumph ohne Sieg" (Foto: LWL/T. Arendt)

Triumph ohne Sieg

Neue Ausstellung über Roms Ende in Germanien – alternative Wahrheit vor 2.000 Jahren

Neun Jahre nach dem erfolgreichen Ausstellungsprojekt zur Varusschlacht wird das LWL-Römermuseum in Haltern am See wieder zum Schauplatz einer besonderen Ausstellung über die Römer im damaligen Germanien.
Der spektakuläre Triumphzug des Germanicus vor genau 2.000 Jahren in Rom am 26. Mai 17 n. Chr. und das Ende der römischen Herrschaft in Germanien bilden den Ausgangspunkt für das Ausstellungsprojekt, das der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) in seinem Römermuseum vom 2. Juni bis zum 5. November 2017 unter dem Titel „Triumph ohne Sieg. Roms Ende in Germanien“ präsentiert.

In zwei Jahren Vorbereitungszeit haben die Kuratoren mehr als 40 internationale und nationale Leihgeber für eine Zusammenarbeit gewonnen und ein faszinierendes Ausstellungskonzept erstellt. Über 250 wertvolle Kunstwerke und Artefakte aus Italien, Kroatien, der Schweiz, Slowenien, Ungarn und der Vatikanstadt sollen auf 800 Quadratmetern Ausstellungsfläche für 156 Tage diesen Triumph ohne Sieg verständlich machen.
„US-Präsident Trump hat wahrscheinlich noch nie von dem römischen Kaiser Tiberius gehört, aber gelernt hat auch er von ihm allemal“, sagte LWL-Direktor Matthias Löb am Montag (29.5.) bei der Vorstellung der Ausstellung in Haltern. „Unsere Ausstellung dreht sich um Fake news, um Niederlagen, die zu Siegen umgedeutet werden, um symbolische Politik durch Massenveranstaltungen und um alternative Wahrheit – nur eben vor 2.000 Jahren.“

Kaiser Tiberius kannte Germanien aus eigener Anschauung gut, er wusste, dass dieses Gebiet nicht reich an Bodenschätzen war und sah die erheblichen Verluste an Menschen und Material der vorhergegangenen Kriegsjahre. Auf geschickte Art hat er den dreijährigen, eigentlich nutzlosen und sieglosen Krieg seines Feldherrn Germanicus beendet und in einen Sieg umgewandelt, indem er Ende Mai 17 n.Chr. seinem Adoptivsohn einen grandiosen Triumphzug in Rom ausrichtet.

„Diese Wende bestimmt für die nächsten Jahrhunderte maßgeblich die Entwicklung der Gebiete westlich und östlich des Rheins“, so LWL-Museumsleiter Dr. Rudolf Aßkamp. „Im Westen hält römische Kultur weiter ihren Einzug, Städte werden gegründet an den Orten der ehemaligen Legionslager Xanten, Köln, Bonn, Mainz. Östlich des Rheins bleibt die germanische Bevölkerung in ihren überkommenen Stammesstrukturen gefangen, und es beginnen die sogenannten dunklen Jahrhunderte.“
Vor diesem Hintergrund werden die Besucher im ersten Teil der Ausstellung zunächst zu Zuschauern des Triumphzuges für Germanicus in Rom. Der Triumph in Rom dient als spektakulärer Fixpunkt, um die damit verbundenen Ereignisse schlaglichtartig zu beleuchten.

Der zweite Teil lenkt den Blick auf die militärischen und politischen Entwicklungen in Germanien und die Zeit vor dem vermeintlichen Sieg des Germanicus. Funde aus den römischen Lagern entlang der Lippe wie etwa Haltern am See, Holsterhausen (beide Kreis Recklinghausen), Oberaden, Beckinghausen (beide Kreis Unna), Olfen (Kreis Coesfeld) und Anreppen (Kreis Paderborn) sowie zahlreiche Exponate von weiteren Fundplätzen in Germanien veranschaulichen die römischen Okkupationsbemühungen in Germanien.

Der dritte Teil der Ausstellung widmet sich ganz dem „Römischen Triumph“ und den Fragen, wer, wann und aus welchem Anlass im antiken Rom einen Triumphzug abhalten durfte – mit strengem Protokoll: Zuerst kamen im Zug Beute und Gefangene, dann der Triumphator mit Opfertieren und Behördenvertretern (Lictoren und Staatsbeamten) und schließlich die Armee. Es geht aber auch um die spätere Darstellung von Triumphzügen, zum Beispiel um die Darstellung der gefangenen Thusnelda, der Ehefrau des Varus-Bezwingers Arminius. Diese prominente Geisel im Triumphzug des Germanicus war in der Historienmalerei des 18. und 19. Jahrhunderts ein beliebtes Motiv.

Der letzte Teil bietet einen Blick in die Zukunft in Form der sogenannten kontrafaktischen Geschichtsschreibung – die Geschichtsdarstellung , die sich nicht mit dem befasst, was tatsächlich geschehen ist, sondern mit dem, was geschehen wäre, wenn sich die Ereignisse anders entwickelt hätten.
Hätte Rom gesiegt, wäre die Geschichte der römischen Stützpunkte an der Lippe sicher anders verlaufen. Dann hätte sich Aliso, das heutige Haltern am See, vermutlich zu einem Zentralort in der Region entwickelt. An vielen einstigen Legionsstandorten westlich des Rheins entstanden eigenständige zivile Siedlungen. Zunächst mit Häusern in Fachwerkbauweise errichtet, wurden sie später durch Steingebäude ersetzt und zum Teil monumental ausgebaut. Alles, was städtisches römisches Leben ausmachte, erblühte auf der anderen Seite des Rheins und wäre vermutlich auch in Haltern geschehen, wenn sich die Römer nicht aus dem heutigen Nord- und Westdeutschland zurückgezogen hätten.

„Zwei Thesen halten wir mittlerweile für sehr wahrscheinlich“, so Aßkamp. „Das antike Aliso ist mit dem heutigen Haltern am See identisch. Und der Fundort im Osnabrücker Land bei Kalkriese ist nicht der Ort der Varusschlacht, sondern geht auf die Ereignisse des Jahres 15 n. Chr. rund um Germanicus zurück.“

 

Öffnungszeiten der Ausstellung Triumph ohne Sieg im LWL-Römermuseum Haltern am See:

Dienstag bis Freitag 9 bis 17 Uhr, Donnerstag bis 19 Uhr
Samstag, Sonntag, Feiertage 10 bis 18 Uhr

 

Eintrittspreise unter www.lwl-roemermuseum-haltern.de

 

Quelle: Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL)

Beitragsbild: Eingangsbereich der Ausstellung „Triumph ohne Sieg“ (Foto: LWL/T. Arendt)

 

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Ausstellung Haltern Triumph ohne Sieg

Posted by on Oktober 5th, 2017  •  0 Comments  • 

Eingangsbereich der Ausstellung "Triumph ohne Sieg" (Foto: LWL/T. Arendt)

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Neue Ausstellung über Roms Ende in Germanien – alternative Wahrheit vor 2.000 Jahren

Neun Jahre nach dem erfolgreichen Ausstellungsprojekt zur Varusschlacht wird das LWL-Römermuseum in Haltern am See wieder zum Schauplatz einer besonderen Ausstellung über die Römer im damaligen Germanien.
Der spektakuläre Triumphzug des Germanicus vor genau 2.000 Jahren in Rom am 26. Mai 17 n. Chr. und das Ende der römischen Herrschaft in Germanien bilden den Ausgangspunkt für das Ausstellungsprojekt, das der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) in seinem Römermuseum vom 2. Juni bis zum 5. November 2017 unter dem Titel „Triumph ohne Sieg. Roms Ende in Germanien“ präsentiert.

In zwei Jahren Vorbereitungszeit haben die Kuratoren mehr als 40 internationale und nationale Leihgeber für eine Zusammenarbeit gewonnen und ein faszinierendes Ausstellungskonzept erstellt. Über 250 wertvolle Kunstwerke und Artefakte aus Italien, Kroatien, der Schweiz, Slowenien, Ungarn und der Vatikanstadt sollen auf 800 Quadratmetern Ausstellungsfläche für 156 Tage diesen Triumph ohne Sieg verständlich machen.
„US-Präsident Trump hat wahrscheinlich noch nie von dem römischen Kaiser Tiberius gehört, aber gelernt hat auch er von ihm allemal“, sagte LWL-Direktor Matthias Löb am Montag (29.5.) bei der Vorstellung der Ausstellung in Haltern. „Unsere Ausstellung dreht sich um Fake news, um Niederlagen, die zu Siegen umgedeutet werden, um symbolische Politik durch Massenveranstaltungen und um alternative Wahrheit – nur eben vor 2.000 Jahren.“

Kaiser Tiberius kannte Germanien aus eigener Anschauung gut, er wusste, dass dieses Gebiet nicht reich an Bodenschätzen war und sah die erheblichen Verluste an Menschen und Material der vorhergegangenen Kriegsjahre. Auf geschickte Art hat er den dreijährigen, eigentlich nutzlosen und sieglosen Krieg seines Feldherrn Germanicus beendet und in einen Sieg umgewandelt, indem er Ende Mai 17 n.Chr. seinem Adoptivsohn einen grandiosen Triumphzug in Rom ausrichtet.

„Diese Wende bestimmt für die nächsten Jahrhunderte maßgeblich die Entwicklung der Gebiete westlich und östlich des Rheins“, so LWL-Museumsleiter Dr. Rudolf Aßkamp. „Im Westen hält römische Kultur weiter ihren Einzug, Städte werden gegründet an den Orten der ehemaligen Legionslager Xanten, Köln, Bonn, Mainz. Östlich des Rheins bleibt die germanische Bevölkerung in ihren überkommenen Stammesstrukturen gefangen, und es beginnen die sogenannten dunklen Jahrhunderte.“
Vor diesem Hintergrund werden die Besucher im ersten Teil der Ausstellung zunächst zu Zuschauern des Triumphzuges für Germanicus in Rom. Der Triumph in Rom dient als spektakulärer Fixpunkt, um die damit verbundenen Ereignisse schlaglichtartig zu beleuchten.

Der zweite Teil lenkt den Blick auf die militärischen und politischen Entwicklungen in Germanien und die Zeit vor dem vermeintlichen Sieg des Germanicus. Funde aus den römischen Lagern entlang der Lippe wie etwa Haltern am See, Holsterhausen (beide Kreis Recklinghausen), Oberaden, Beckinghausen (beide Kreis Unna), Olfen (Kreis Coesfeld) und Anreppen (Kreis Paderborn) sowie zahlreiche Exponate von weiteren Fundplätzen in Germanien veranschaulichen die römischen Okkupationsbemühungen in Germanien.

Der dritte Teil der Ausstellung widmet sich ganz dem „Römischen Triumph“ und den Fragen, wer, wann und aus welchem Anlass im antiken Rom einen Triumphzug abhalten durfte – mit strengem Protokoll: Zuerst kamen im Zug Beute und Gefangene, dann der Triumphator mit Opfertieren und Behördenvertretern (Lictoren und Staatsbeamten) und schließlich die Armee. Es geht aber auch um die spätere Darstellung von Triumphzügen, zum Beispiel um die Darstellung der gefangenen Thusnelda, der Ehefrau des Varus-Bezwingers Arminius. Diese prominente Geisel im Triumphzug des Germanicus war in der Historienmalerei des 18. und 19. Jahrhunderts ein beliebtes Motiv.

Der letzte Teil bietet einen Blick in die Zukunft in Form der sogenannten kontrafaktischen Geschichtsschreibung – die Geschichtsdarstellung , die sich nicht mit dem befasst, was tatsächlich geschehen ist, sondern mit dem, was geschehen wäre, wenn sich die Ereignisse anders entwickelt hätten.
Hätte Rom gesiegt, wäre die Geschichte der römischen Stützpunkte an der Lippe sicher anders verlaufen. Dann hätte sich Aliso, das heutige Haltern am See, vermutlich zu einem Zentralort in der Region entwickelt. An vielen einstigen Legionsstandorten westlich des Rheins entstanden eigenständige zivile Siedlungen. Zunächst mit Häusern in Fachwerkbauweise errichtet, wurden sie später durch Steingebäude ersetzt und zum Teil monumental ausgebaut. Alles, was städtisches römisches Leben ausmachte, erblühte auf der anderen Seite des Rheins und wäre vermutlich auch in Haltern geschehen, wenn sich die Römer nicht aus dem heutigen Nord- und Westdeutschland zurückgezogen hätten.

„Zwei Thesen halten wir mittlerweile für sehr wahrscheinlich“, so Aßkamp. „Das antike Aliso ist mit dem heutigen Haltern am See identisch. Und der Fundort im Osnabrücker Land bei Kalkriese ist nicht der Ort der Varusschlacht, sondern geht auf die Ereignisse des Jahres 15 n. Chr. rund um Germanicus zurück.“

 

Öffnungszeiten der Ausstellung Triumph ohne Sieg im LWL-Römermuseum Haltern am See:

Dienstag bis Freitag 9 bis 17 Uhr, Donnerstag bis 19 Uhr
Samstag, Sonntag, Feiertage 10 bis 18 Uhr

 

Eintrittspreise unter www.lwl-roemermuseum-haltern.de

 

Quelle: Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL)

Beitragsbild: Eingangsbereich der Ausstellung „Triumph ohne Sieg“ (Foto: LWL/T. Arendt)

 

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Eingangsbereich der Ausstellung "Triumph ohne Sieg" (Foto: LWL/T. Arendt)

Triumph ohne Sieg

Neue Ausstellung über Roms Ende in Germanien – alternative Wahrheit vor 2.000 Jahren

Neun Jahre nach dem erfolgreichen Ausstellungsprojekt zur Varusschlacht wird das LWL-Römermuseum in Haltern am See wieder zum Schauplatz einer besonderen Ausstellung über die Römer im damaligen Germanien.
Der spektakuläre Triumphzug des Germanicus vor genau 2.000 Jahren in Rom am 26. Mai 17 n. Chr. und das Ende der römischen Herrschaft in Germanien bilden den Ausgangspunkt für das Ausstellungsprojekt, das der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) in seinem Römermuseum vom 2. Juni bis zum 5. November 2017 unter dem Titel „Triumph ohne Sieg. Roms Ende in Germanien“ präsentiert.

In zwei Jahren Vorbereitungszeit haben die Kuratoren mehr als 40 internationale und nationale Leihgeber für eine Zusammenarbeit gewonnen und ein faszinierendes Ausstellungskonzept erstellt. Über 250 wertvolle Kunstwerke und Artefakte aus Italien, Kroatien, der Schweiz, Slowenien, Ungarn und der Vatikanstadt sollen auf 800 Quadratmetern Ausstellungsfläche für 156 Tage diesen Triumph ohne Sieg verständlich machen.
„US-Präsident Trump hat wahrscheinlich noch nie von dem römischen Kaiser Tiberius gehört, aber gelernt hat auch er von ihm allemal“, sagte LWL-Direktor Matthias Löb am Montag (29.5.) bei der Vorstellung der Ausstellung in Haltern. „Unsere Ausstellung dreht sich um Fake news, um Niederlagen, die zu Siegen umgedeutet werden, um symbolische Politik durch Massenveranstaltungen und um alternative Wahrheit – nur eben vor 2.000 Jahren.“

Kaiser Tiberius kannte Germanien aus eigener Anschauung gut, er wusste, dass dieses Gebiet nicht reich an Bodenschätzen war und sah die erheblichen Verluste an Menschen und Material der vorhergegangenen Kriegsjahre. Auf geschickte Art hat er den dreijährigen, eigentlich nutzlosen und sieglosen Krieg seines Feldherrn Germanicus beendet und in einen Sieg umgewandelt, indem er Ende Mai 17 n.Chr. seinem Adoptivsohn einen grandiosen Triumphzug in Rom ausrichtet.

„Diese Wende bestimmt für die nächsten Jahrhunderte maßgeblich die Entwicklung der Gebiete westlich und östlich des Rheins“, so LWL-Museumsleiter Dr. Rudolf Aßkamp. „Im Westen hält römische Kultur weiter ihren Einzug, Städte werden gegründet an den Orten der ehemaligen Legionslager Xanten, Köln, Bonn, Mainz. Östlich des Rheins bleibt die germanische Bevölkerung in ihren überkommenen Stammesstrukturen gefangen, und es beginnen die sogenannten dunklen Jahrhunderte.“
Vor diesem Hintergrund werden die Besucher im ersten Teil der Ausstellung zunächst zu Zuschauern des Triumphzuges für Germanicus in Rom. Der Triumph in Rom dient als spektakulärer Fixpunkt, um die damit verbundenen Ereignisse schlaglichtartig zu beleuchten.

Der zweite Teil lenkt den Blick auf die militärischen und politischen Entwicklungen in Germanien und die Zeit vor dem vermeintlichen Sieg des Germanicus. Funde aus den römischen Lagern entlang der Lippe wie etwa Haltern am See, Holsterhausen (beide Kreis Recklinghausen), Oberaden, Beckinghausen (beide Kreis Unna), Olfen (Kreis Coesfeld) und Anreppen (Kreis Paderborn) sowie zahlreiche Exponate von weiteren Fundplätzen in Germanien veranschaulichen die römischen Okkupationsbemühungen in Germanien.

Der dritte Teil der Ausstellung widmet sich ganz dem „Römischen Triumph“ und den Fragen, wer, wann und aus welchem Anlass im antiken Rom einen Triumphzug abhalten durfte – mit strengem Protokoll: Zuerst kamen im Zug Beute und Gefangene, dann der Triumphator mit Opfertieren und Behördenvertretern (Lictoren und Staatsbeamten) und schließlich die Armee. Es geht aber auch um die spätere Darstellung von Triumphzügen, zum Beispiel um die Darstellung der gefangenen Thusnelda, der Ehefrau des Varus-Bezwingers Arminius. Diese prominente Geisel im Triumphzug des Germanicus war in der Historienmalerei des 18. und 19. Jahrhunderts ein beliebtes Motiv.

Der letzte Teil bietet einen Blick in die Zukunft in Form der sogenannten kontrafaktischen Geschichtsschreibung – die Geschichtsdarstellung , die sich nicht mit dem befasst, was tatsächlich geschehen ist, sondern mit dem, was geschehen wäre, wenn sich die Ereignisse anders entwickelt hätten.
Hätte Rom gesiegt, wäre die Geschichte der römischen Stützpunkte an der Lippe sicher anders verlaufen. Dann hätte sich Aliso, das heutige Haltern am See, vermutlich zu einem Zentralort in der Region entwickelt. An vielen einstigen Legionsstandorten westlich des Rheins entstanden eigenständige zivile Siedlungen. Zunächst mit Häusern in Fachwerkbauweise errichtet, wurden sie später durch Steingebäude ersetzt und zum Teil monumental ausgebaut. Alles, was städtisches römisches Leben ausmachte, erblühte auf der anderen Seite des Rheins und wäre vermutlich auch in Haltern geschehen, wenn sich die Römer nicht aus dem heutigen Nord- und Westdeutschland zurückgezogen hätten.

„Zwei Thesen halten wir mittlerweile für sehr wahrscheinlich“, so Aßkamp. „Das antike Aliso ist mit dem heutigen Haltern am See identisch. Und der Fundort im Osnabrücker Land bei Kalkriese ist nicht der Ort der Varusschlacht, sondern geht auf die Ereignisse des Jahres 15 n. Chr. rund um Germanicus zurück.“

 

Öffnungszeiten der Ausstellung Triumph ohne Sieg im LWL-Römermuseum Haltern am See:

Dienstag bis Freitag 9 bis 17 Uhr, Donnerstag bis 19 Uhr
Samstag, Sonntag, Feiertage 10 bis 18 Uhr

 

Eintrittspreise unter www.lwl-roemermuseum-haltern.de

 

Quelle: Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL)

Beitragsbild: Eingangsbereich der Ausstellung „Triumph ohne Sieg“ (Foto: LWL/T. Arendt)

 

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Ausstellung Haltern Triumph ohne Sieg

Posted by on Oktober 3rd, 2017  •  0 Comments  • 

Eingangsbereich der Ausstellung "Triumph ohne Sieg" (Foto: LWL/T. Arendt)

Triumph ohne Sieg

Neue Ausstellung über Roms Ende in Germanien – alternative Wahrheit vor 2.000 Jahren

Neun Jahre nach dem erfolgreichen Ausstellungsprojekt zur Varusschlacht wird das LWL-Römermuseum in Haltern am See wieder zum Schauplatz einer besonderen Ausstellung über die Römer im damaligen Germanien.
Der spektakuläre Triumphzug des Germanicus vor genau 2.000 Jahren in Rom am 26. Mai 17 n. Chr. und das Ende der römischen Herrschaft in Germanien bilden den Ausgangspunkt für das Ausstellungsprojekt, das der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) in seinem Römermuseum vom 2. Juni bis zum 5. November 2017 unter dem Titel „Triumph ohne Sieg. Roms Ende in Germanien“ präsentiert.

In zwei Jahren Vorbereitungszeit haben die Kuratoren mehr als 40 internationale und nationale Leihgeber für eine Zusammenarbeit gewonnen und ein faszinierendes Ausstellungskonzept erstellt. Über 250 wertvolle Kunstwerke und Artefakte aus Italien, Kroatien, der Schweiz, Slowenien, Ungarn und der Vatikanstadt sollen auf 800 Quadratmetern Ausstellungsfläche für 156 Tage diesen Triumph ohne Sieg verständlich machen.
„US-Präsident Trump hat wahrscheinlich noch nie von dem römischen Kaiser Tiberius gehört, aber gelernt hat auch er von ihm allemal“, sagte LWL-Direktor Matthias Löb am Montag (29.5.) bei der Vorstellung der Ausstellung in Haltern. „Unsere Ausstellung dreht sich um Fake news, um Niederlagen, die zu Siegen umgedeutet werden, um symbolische Politik durch Massenveranstaltungen und um alternative Wahrheit – nur eben vor 2.000 Jahren.“

Kaiser Tiberius kannte Germanien aus eigener Anschauung gut, er wusste, dass dieses Gebiet nicht reich an Bodenschätzen war und sah die erheblichen Verluste an Menschen und Material der vorhergegangenen Kriegsjahre. Auf geschickte Art hat er den dreijährigen, eigentlich nutzlosen und sieglosen Krieg seines Feldherrn Germanicus beendet und in einen Sieg umgewandelt, indem er Ende Mai 17 n.Chr. seinem Adoptivsohn einen grandiosen Triumphzug in Rom ausrichtet.

„Diese Wende bestimmt für die nächsten Jahrhunderte maßgeblich die Entwicklung der Gebiete westlich und östlich des Rheins“, so LWL-Museumsleiter Dr. Rudolf Aßkamp. „Im Westen hält römische Kultur weiter ihren Einzug, Städte werden gegründet an den Orten der ehemaligen Legionslager Xanten, Köln, Bonn, Mainz. Östlich des Rheins bleibt die germanische Bevölkerung in ihren überkommenen Stammesstrukturen gefangen, und es beginnen die sogenannten dunklen Jahrhunderte.“
Vor diesem Hintergrund werden die Besucher im ersten Teil der Ausstellung zunächst zu Zuschauern des Triumphzuges für Germanicus in Rom. Der Triumph in Rom dient als spektakulärer Fixpunkt, um die damit verbundenen Ereignisse schlaglichtartig zu beleuchten.

Der zweite Teil lenkt den Blick auf die militärischen und politischen Entwicklungen in Germanien und die Zeit vor dem vermeintlichen Sieg des Germanicus. Funde aus den römischen Lagern entlang der Lippe wie etwa Haltern am See, Holsterhausen (beide Kreis Recklinghausen), Oberaden, Beckinghausen (beide Kreis Unna), Olfen (Kreis Coesfeld) und Anreppen (Kreis Paderborn) sowie zahlreiche Exponate von weiteren Fundplätzen in Germanien veranschaulichen die römischen Okkupationsbemühungen in Germanien.

Der dritte Teil der Ausstellung widmet sich ganz dem „Römischen Triumph“ und den Fragen, wer, wann und aus welchem Anlass im antiken Rom einen Triumphzug abhalten durfte – mit strengem Protokoll: Zuerst kamen im Zug Beute und Gefangene, dann der Triumphator mit Opfertieren und Behördenvertretern (Lictoren und Staatsbeamten) und schließlich die Armee. Es geht aber auch um die spätere Darstellung von Triumphzügen, zum Beispiel um die Darstellung der gefangenen Thusnelda, der Ehefrau des Varus-Bezwingers Arminius. Diese prominente Geisel im Triumphzug des Germanicus war in der Historienmalerei des 18. und 19. Jahrhunderts ein beliebtes Motiv.

Der letzte Teil bietet einen Blick in die Zukunft in Form der sogenannten kontrafaktischen Geschichtsschreibung – die Geschichtsdarstellung , die sich nicht mit dem befasst, was tatsächlich geschehen ist, sondern mit dem, was geschehen wäre, wenn sich die Ereignisse anders entwickelt hätten.
Hätte Rom gesiegt, wäre die Geschichte der römischen Stützpunkte an der Lippe sicher anders verlaufen. Dann hätte sich Aliso, das heutige Haltern am See, vermutlich zu einem Zentralort in der Region entwickelt. An vielen einstigen Legionsstandorten westlich des Rheins entstanden eigenständige zivile Siedlungen. Zunächst mit Häusern in Fachwerkbauweise errichtet, wurden sie später durch Steingebäude ersetzt und zum Teil monumental ausgebaut. Alles, was städtisches römisches Leben ausmachte, erblühte auf der anderen Seite des Rheins und wäre vermutlich auch in Haltern geschehen, wenn sich die Römer nicht aus dem heutigen Nord- und Westdeutschland zurückgezogen hätten.

„Zwei Thesen halten wir mittlerweile für sehr wahrscheinlich“, so Aßkamp. „Das antike Aliso ist mit dem heutigen Haltern am See identisch. Und der Fundort im Osnabrücker Land bei Kalkriese ist nicht der Ort der Varusschlacht, sondern geht auf die Ereignisse des Jahres 15 n. Chr. rund um Germanicus zurück.“

 

Öffnungszeiten der Ausstellung Triumph ohne Sieg im LWL-Römermuseum Haltern am See:

Dienstag bis Freitag 9 bis 17 Uhr, Donnerstag bis 19 Uhr
Samstag, Sonntag, Feiertage 10 bis 18 Uhr

 

Eintrittspreise unter www.lwl-roemermuseum-haltern.de

 

Quelle: Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL)

Beitragsbild: Eingangsbereich der Ausstellung „Triumph ohne Sieg“ (Foto: LWL/T. Arendt)

 

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Ausstellung Haltern Triumph ohne Sieg

Posted by on Oktober 1st, 2017  •  0 Comments  • 

Eingangsbereich der Ausstellung "Triumph ohne Sieg" (Foto: LWL/T. Arendt)

Triumph ohne Sieg

Neue Ausstellung über Roms Ende in Germanien – alternative Wahrheit vor 2.000 Jahren

Neun Jahre nach dem erfolgreichen Ausstellungsprojekt zur Varusschlacht wird das LWL-Römermuseum in Haltern am See wieder zum Schauplatz einer besonderen Ausstellung über die Römer im damaligen Germanien.
Der spektakuläre Triumphzug des Germanicus vor genau 2.000 Jahren in Rom am 26. Mai 17 n. Chr. und das Ende der römischen Herrschaft in Germanien bilden den Ausgangspunkt für das Ausstellungsprojekt, das der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) in seinem Römermuseum vom 2. Juni bis zum 5. November 2017 unter dem Titel „Triumph ohne Sieg. Roms Ende in Germanien“ präsentiert.

In zwei Jahren Vorbereitungszeit haben die Kuratoren mehr als 40 internationale und nationale Leihgeber für eine Zusammenarbeit gewonnen und ein faszinierendes Ausstellungskonzept erstellt. Über 250 wertvolle Kunstwerke und Artefakte aus Italien, Kroatien, der Schweiz, Slowenien, Ungarn und der Vatikanstadt sollen auf 800 Quadratmetern Ausstellungsfläche für 156 Tage diesen Triumph ohne Sieg verständlich machen.
„US-Präsident Trump hat wahrscheinlich noch nie von dem römischen Kaiser Tiberius gehört, aber gelernt hat auch er von ihm allemal“, sagte LWL-Direktor Matthias Löb am Montag (29.5.) bei der Vorstellung der Ausstellung in Haltern. „Unsere Ausstellung dreht sich um Fake news, um Niederlagen, die zu Siegen umgedeutet werden, um symbolische Politik durch Massenveranstaltungen und um alternative Wahrheit – nur eben vor 2.000 Jahren.“

Kaiser Tiberius kannte Germanien aus eigener Anschauung gut, er wusste, dass dieses Gebiet nicht reich an Bodenschätzen war und sah die erheblichen Verluste an Menschen und Material der vorhergegangenen Kriegsjahre. Auf geschickte Art hat er den dreijährigen, eigentlich nutzlosen und sieglosen Krieg seines Feldherrn Germanicus beendet und in einen Sieg umgewandelt, indem er Ende Mai 17 n.Chr. seinem Adoptivsohn einen grandiosen Triumphzug in Rom ausrichtet.

„Diese Wende bestimmt für die nächsten Jahrhunderte maßgeblich die Entwicklung der Gebiete westlich und östlich des Rheins“, so LWL-Museumsleiter Dr. Rudolf Aßkamp. „Im Westen hält römische Kultur weiter ihren Einzug, Städte werden gegründet an den Orten der ehemaligen Legionslager Xanten, Köln, Bonn, Mainz. Östlich des Rheins bleibt die germanische Bevölkerung in ihren überkommenen Stammesstrukturen gefangen, und es beginnen die sogenannten dunklen Jahrhunderte.“
Vor diesem Hintergrund werden die Besucher im ersten Teil der Ausstellung zunächst zu Zuschauern des Triumphzuges für Germanicus in Rom. Der Triumph in Rom dient als spektakulärer Fixpunkt, um die damit verbundenen Ereignisse schlaglichtartig zu beleuchten.

Der zweite Teil lenkt den Blick auf die militärischen und politischen Entwicklungen in Germanien und die Zeit vor dem vermeintlichen Sieg des Germanicus. Funde aus den römischen Lagern entlang der Lippe wie etwa Haltern am See, Holsterhausen (beide Kreis Recklinghausen), Oberaden, Beckinghausen (beide Kreis Unna), Olfen (Kreis Coesfeld) und Anreppen (Kreis Paderborn) sowie zahlreiche Exponate von weiteren Fundplätzen in Germanien veranschaulichen die römischen Okkupationsbemühungen in Germanien.

Der dritte Teil der Ausstellung widmet sich ganz dem „Römischen Triumph“ und den Fragen, wer, wann und aus welchem Anlass im antiken Rom einen Triumphzug abhalten durfte – mit strengem Protokoll: Zuerst kamen im Zug Beute und Gefangene, dann der Triumphator mit Opfertieren und Behördenvertretern (Lictoren und Staatsbeamten) und schließlich die Armee. Es geht aber auch um die spätere Darstellung von Triumphzügen, zum Beispiel um die Darstellung der gefangenen Thusnelda, der Ehefrau des Varus-Bezwingers Arminius. Diese prominente Geisel im Triumphzug des Germanicus war in der Historienmalerei des 18. und 19. Jahrhunderts ein beliebtes Motiv.

Der letzte Teil bietet einen Blick in die Zukunft in Form der sogenannten kontrafaktischen Geschichtsschreibung – die Geschichtsdarstellung , die sich nicht mit dem befasst, was tatsächlich geschehen ist, sondern mit dem, was geschehen wäre, wenn sich die Ereignisse anders entwickelt hätten.
Hätte Rom gesiegt, wäre die Geschichte der römischen Stützpunkte an der Lippe sicher anders verlaufen. Dann hätte sich Aliso, das heutige Haltern am See, vermutlich zu einem Zentralort in der Region entwickelt. An vielen einstigen Legionsstandorten westlich des Rheins entstanden eigenständige zivile Siedlungen. Zunächst mit Häusern in Fachwerkbauweise errichtet, wurden sie später durch Steingebäude ersetzt und zum Teil monumental ausgebaut. Alles, was städtisches römisches Leben ausmachte, erblühte auf der anderen Seite des Rheins und wäre vermutlich auch in Haltern geschehen, wenn sich die Römer nicht aus dem heutigen Nord- und Westdeutschland zurückgezogen hätten.

„Zwei Thesen halten wir mittlerweile für sehr wahrscheinlich“, so Aßkamp. „Das antike Aliso ist mit dem heutigen Haltern am See identisch. Und der Fundort im Osnabrücker Land bei Kalkriese ist nicht der Ort der Varusschlacht, sondern geht auf die Ereignisse des Jahres 15 n. Chr. rund um Germanicus zurück.“

 

Öffnungszeiten der Ausstellung Triumph ohne Sieg im LWL-Römermuseum Haltern am See:

Dienstag bis Freitag 9 bis 17 Uhr, Donnerstag bis 19 Uhr
Samstag, Sonntag, Feiertage 10 bis 18 Uhr

 

Eintrittspreise unter www.lwl-roemermuseum-haltern.de

 

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Posted by on September 30th, 2017  •  0 Comments  • 

Eingangsbereich der Ausstellung "Triumph ohne Sieg" (Foto: LWL/T. Arendt)

Triumph ohne Sieg

Neue Ausstellung über Roms Ende in Germanien – alternative Wahrheit vor 2.000 Jahren

Neun Jahre nach dem erfolgreichen Ausstellungsprojekt zur Varusschlacht wird das LWL-Römermuseum in Haltern am See wieder zum Schauplatz einer besonderen Ausstellung über die Römer im damaligen Germanien.
Der spektakuläre Triumphzug des Germanicus vor genau 2.000 Jahren in Rom am 26. Mai 17 n. Chr. und das Ende der römischen Herrschaft in Germanien bilden den Ausgangspunkt für das Ausstellungsprojekt, das der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) in seinem Römermuseum vom 2. Juni bis zum 5. November 2017 unter dem Titel „Triumph ohne Sieg. Roms Ende in Germanien“ präsentiert.

In zwei Jahren Vorbereitungszeit haben die Kuratoren mehr als 40 internationale und nationale Leihgeber für eine Zusammenarbeit gewonnen und ein faszinierendes Ausstellungskonzept erstellt. Über 250 wertvolle Kunstwerke und Artefakte aus Italien, Kroatien, der Schweiz, Slowenien, Ungarn und der Vatikanstadt sollen auf 800 Quadratmetern Ausstellungsfläche für 156 Tage diesen Triumph ohne Sieg verständlich machen.
„US-Präsident Trump hat wahrscheinlich noch nie von dem römischen Kaiser Tiberius gehört, aber gelernt hat auch er von ihm allemal“, sagte LWL-Direktor Matthias Löb am Montag (29.5.) bei der Vorstellung der Ausstellung in Haltern. „Unsere Ausstellung dreht sich um Fake news, um Niederlagen, die zu Siegen umgedeutet werden, um symbolische Politik durch Massenveranstaltungen und um alternative Wahrheit – nur eben vor 2.000 Jahren.“

Kaiser Tiberius kannte Germanien aus eigener Anschauung gut, er wusste, dass dieses Gebiet nicht reich an Bodenschätzen war und sah die erheblichen Verluste an Menschen und Material der vorhergegangenen Kriegsjahre. Auf geschickte Art hat er den dreijährigen, eigentlich nutzlosen und sieglosen Krieg seines Feldherrn Germanicus beendet und in einen Sieg umgewandelt, indem er Ende Mai 17 n.Chr. seinem Adoptivsohn einen grandiosen Triumphzug in Rom ausrichtet.

„Diese Wende bestimmt für die nächsten Jahrhunderte maßgeblich die Entwicklung der Gebiete westlich und östlich des Rheins“, so LWL-Museumsleiter Dr. Rudolf Aßkamp. „Im Westen hält römische Kultur weiter ihren Einzug, Städte werden gegründet an den Orten der ehemaligen Legionslager Xanten, Köln, Bonn, Mainz. Östlich des Rheins bleibt die germanische Bevölkerung in ihren überkommenen Stammesstrukturen gefangen, und es beginnen die sogenannten dunklen Jahrhunderte.“
Vor diesem Hintergrund werden die Besucher im ersten Teil der Ausstellung zunächst zu Zuschauern des Triumphzuges für Germanicus in Rom. Der Triumph in Rom dient als spektakulärer Fixpunkt, um die damit verbundenen Ereignisse schlaglichtartig zu beleuchten.

Der zweite Teil lenkt den Blick auf die militärischen und politischen Entwicklungen in Germanien und die Zeit vor dem vermeintlichen Sieg des Germanicus. Funde aus den römischen Lagern entlang der Lippe wie etwa Haltern am See, Holsterhausen (beide Kreis Recklinghausen), Oberaden, Beckinghausen (beide Kreis Unna), Olfen (Kreis Coesfeld) und Anreppen (Kreis Paderborn) sowie zahlreiche Exponate von weiteren Fundplätzen in Germanien veranschaulichen die römischen Okkupationsbemühungen in Germanien.

Der dritte Teil der Ausstellung widmet sich ganz dem „Römischen Triumph“ und den Fragen, wer, wann und aus welchem Anlass im antiken Rom einen Triumphzug abhalten durfte – mit strengem Protokoll: Zuerst kamen im Zug Beute und Gefangene, dann der Triumphator mit Opfertieren und Behördenvertretern (Lictoren und Staatsbeamten) und schließlich die Armee. Es geht aber auch um die spätere Darstellung von Triumphzügen, zum Beispiel um die Darstellung der gefangenen Thusnelda, der Ehefrau des Varus-Bezwingers Arminius. Diese prominente Geisel im Triumphzug des Germanicus war in der Historienmalerei des 18. und 19. Jahrhunderts ein beliebtes Motiv.

Der letzte Teil bietet einen Blick in die Zukunft in Form der sogenannten kontrafaktischen Geschichtsschreibung – die Geschichtsdarstellung , die sich nicht mit dem befasst, was tatsächlich geschehen ist, sondern mit dem, was geschehen wäre, wenn sich die Ereignisse anders entwickelt hätten.
Hätte Rom gesiegt, wäre die Geschichte der römischen Stützpunkte an der Lippe sicher anders verlaufen. Dann hätte sich Aliso, das heutige Haltern am See, vermutlich zu einem Zentralort in der Region entwickelt. An vielen einstigen Legionsstandorten westlich des Rheins entstanden eigenständige zivile Siedlungen. Zunächst mit Häusern in Fachwerkbauweise errichtet, wurden sie später durch Steingebäude ersetzt und zum Teil monumental ausgebaut. Alles, was städtisches römisches Leben ausmachte, erblühte auf der anderen Seite des Rheins und wäre vermutlich auch in Haltern geschehen, wenn sich die Römer nicht aus dem heutigen Nord- und Westdeutschland zurückgezogen hätten.

„Zwei Thesen halten wir mittlerweile für sehr wahrscheinlich“, so Aßkamp. „Das antike Aliso ist mit dem heutigen Haltern am See identisch. Und der Fundort im Osnabrücker Land bei Kalkriese ist nicht der Ort der Varusschlacht, sondern geht auf die Ereignisse des Jahres 15 n. Chr. rund um Germanicus zurück.“

 

Öffnungszeiten der Ausstellung Triumph ohne Sieg im LWL-Römermuseum Haltern am See:

Dienstag bis Freitag 9 bis 17 Uhr, Donnerstag bis 19 Uhr
Samstag, Sonntag, Feiertage 10 bis 18 Uhr

 

Eintrittspreise unter www.lwl-roemermuseum-haltern.de

 

Quelle: Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL)

Beitragsbild: Eingangsbereich der Ausstellung „Triumph ohne Sieg“ (Foto: LWL/T. Arendt)

 

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Posted by on September 29th, 2017  •  0 Comments  • 

Eingangsbereich der Ausstellung "Triumph ohne Sieg" (Foto: LWL/T. Arendt)

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Neue Ausstellung über Roms Ende in Germanien – alternative Wahrheit vor 2.000 Jahren

Neun Jahre nach dem erfolgreichen Ausstellungsprojekt zur Varusschlacht wird das LWL-Römermuseum in Haltern am See wieder zum Schauplatz einer besonderen Ausstellung über die Römer im damaligen Germanien.
Der spektakuläre Triumphzug des Germanicus vor genau 2.000 Jahren in Rom am 26. Mai 17 n. Chr. und das Ende der römischen Herrschaft in Germanien bilden den Ausgangspunkt für das Ausstellungsprojekt, das der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) in seinem Römermuseum vom 2. Juni bis zum 5. November 2017 unter dem Titel „Triumph ohne Sieg. Roms Ende in Germanien“ präsentiert.

In zwei Jahren Vorbereitungszeit haben die Kuratoren mehr als 40 internationale und nationale Leihgeber für eine Zusammenarbeit gewonnen und ein faszinierendes Ausstellungskonzept erstellt. Über 250 wertvolle Kunstwerke und Artefakte aus Italien, Kroatien, der Schweiz, Slowenien, Ungarn und der Vatikanstadt sollen auf 800 Quadratmetern Ausstellungsfläche für 156 Tage diesen Triumph ohne Sieg verständlich machen.
„US-Präsident Trump hat wahrscheinlich noch nie von dem römischen Kaiser Tiberius gehört, aber gelernt hat auch er von ihm allemal“, sagte LWL-Direktor Matthias Löb am Montag (29.5.) bei der Vorstellung der Ausstellung in Haltern. „Unsere Ausstellung dreht sich um Fake news, um Niederlagen, die zu Siegen umgedeutet werden, um symbolische Politik durch Massenveranstaltungen und um alternative Wahrheit – nur eben vor 2.000 Jahren.“

Kaiser Tiberius kannte Germanien aus eigener Anschauung gut, er wusste, dass dieses Gebiet nicht reich an Bodenschätzen war und sah die erheblichen Verluste an Menschen und Material der vorhergegangenen Kriegsjahre. Auf geschickte Art hat er den dreijährigen, eigentlich nutzlosen und sieglosen Krieg seines Feldherrn Germanicus beendet und in einen Sieg umgewandelt, indem er Ende Mai 17 n.Chr. seinem Adoptivsohn einen grandiosen Triumphzug in Rom ausrichtet.

„Diese Wende bestimmt für die nächsten Jahrhunderte maßgeblich die Entwicklung der Gebiete westlich und östlich des Rheins“, so LWL-Museumsleiter Dr. Rudolf Aßkamp. „Im Westen hält römische Kultur weiter ihren Einzug, Städte werden gegründet an den Orten der ehemaligen Legionslager Xanten, Köln, Bonn, Mainz. Östlich des Rheins bleibt die germanische Bevölkerung in ihren überkommenen Stammesstrukturen gefangen, und es beginnen die sogenannten dunklen Jahrhunderte.“
Vor diesem Hintergrund werden die Besucher im ersten Teil der Ausstellung zunächst zu Zuschauern des Triumphzuges für Germanicus in Rom. Der Triumph in Rom dient als spektakulärer Fixpunkt, um die damit verbundenen Ereignisse schlaglichtartig zu beleuchten.

Der zweite Teil lenkt den Blick auf die militärischen und politischen Entwicklungen in Germanien und die Zeit vor dem vermeintlichen Sieg des Germanicus. Funde aus den römischen Lagern entlang der Lippe wie etwa Haltern am See, Holsterhausen (beide Kreis Recklinghausen), Oberaden, Beckinghausen (beide Kreis Unna), Olfen (Kreis Coesfeld) und Anreppen (Kreis Paderborn) sowie zahlreiche Exponate von weiteren Fundplätzen in Germanien veranschaulichen die römischen Okkupationsbemühungen in Germanien.

Der dritte Teil der Ausstellung widmet sich ganz dem „Römischen Triumph“ und den Fragen, wer, wann und aus welchem Anlass im antiken Rom einen Triumphzug abhalten durfte – mit strengem Protokoll: Zuerst kamen im Zug Beute und Gefangene, dann der Triumphator mit Opfertieren und Behördenvertretern (Lictoren und Staatsbeamten) und schließlich die Armee. Es geht aber auch um die spätere Darstellung von Triumphzügen, zum Beispiel um die Darstellung der gefangenen Thusnelda, der Ehefrau des Varus-Bezwingers Arminius. Diese prominente Geisel im Triumphzug des Germanicus war in der Historienmalerei des 18. und 19. Jahrhunderts ein beliebtes Motiv.

Der letzte Teil bietet einen Blick in die Zukunft in Form der sogenannten kontrafaktischen Geschichtsschreibung – die Geschichtsdarstellung , die sich nicht mit dem befasst, was tatsächlich geschehen ist, sondern mit dem, was geschehen wäre, wenn sich die Ereignisse anders entwickelt hätten.
Hätte Rom gesiegt, wäre die Geschichte der römischen Stützpunkte an der Lippe sicher anders verlaufen. Dann hätte sich Aliso, das heutige Haltern am See, vermutlich zu einem Zentralort in der Region entwickelt. An vielen einstigen Legionsstandorten westlich des Rheins entstanden eigenständige zivile Siedlungen. Zunächst mit Häusern in Fachwerkbauweise errichtet, wurden sie später durch Steingebäude ersetzt und zum Teil monumental ausgebaut. Alles, was städtisches römisches Leben ausmachte, erblühte auf der anderen Seite des Rheins und wäre vermutlich auch in Haltern geschehen, wenn sich die Römer nicht aus dem heutigen Nord- und Westdeutschland zurückgezogen hätten.

„Zwei Thesen halten wir mittlerweile für sehr wahrscheinlich“, so Aßkamp. „Das antike Aliso ist mit dem heutigen Haltern am See identisch. Und der Fundort im Osnabrücker Land bei Kalkriese ist nicht der Ort der Varusschlacht, sondern geht auf die Ereignisse des Jahres 15 n. Chr. rund um Germanicus zurück.“

 

Öffnungszeiten der Ausstellung Triumph ohne Sieg im LWL-Römermuseum Haltern am See:

Dienstag bis Freitag 9 bis 17 Uhr, Donnerstag bis 19 Uhr
Samstag, Sonntag, Feiertage 10 bis 18 Uhr

 

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Beitragsbild: Eingangsbereich der Ausstellung „Triumph ohne Sieg“ (Foto: LWL/T. Arendt)

 

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Posted by on September 28th, 2017  •  0 Comments  • 

Eingangsbereich der Ausstellung "Triumph ohne Sieg" (Foto: LWL/T. Arendt)

Triumph ohne Sieg

Neue Ausstellung über Roms Ende in Germanien – alternative Wahrheit vor 2.000 Jahren

Neun Jahre nach dem erfolgreichen Ausstellungsprojekt zur Varusschlacht wird das LWL-Römermuseum in Haltern am See wieder zum Schauplatz einer besonderen Ausstellung über die Römer im damaligen Germanien.
Der spektakuläre Triumphzug des Germanicus vor genau 2.000 Jahren in Rom am 26. Mai 17 n. Chr. und das Ende der römischen Herrschaft in Germanien bilden den Ausgangspunkt für das Ausstellungsprojekt, das der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) in seinem Römermuseum vom 2. Juni bis zum 5. November 2017 unter dem Titel „Triumph ohne Sieg. Roms Ende in Germanien“ präsentiert.

In zwei Jahren Vorbereitungszeit haben die Kuratoren mehr als 40 internationale und nationale Leihgeber für eine Zusammenarbeit gewonnen und ein faszinierendes Ausstellungskonzept erstellt. Über 250 wertvolle Kunstwerke und Artefakte aus Italien, Kroatien, der Schweiz, Slowenien, Ungarn und der Vatikanstadt sollen auf 800 Quadratmetern Ausstellungsfläche für 156 Tage diesen Triumph ohne Sieg verständlich machen.
„US-Präsident Trump hat wahrscheinlich noch nie von dem römischen Kaiser Tiberius gehört, aber gelernt hat auch er von ihm allemal“, sagte LWL-Direktor Matthias Löb am Montag (29.5.) bei der Vorstellung der Ausstellung in Haltern. „Unsere Ausstellung dreht sich um Fake news, um Niederlagen, die zu Siegen umgedeutet werden, um symbolische Politik durch Massenveranstaltungen und um alternative Wahrheit – nur eben vor 2.000 Jahren.“

Kaiser Tiberius kannte Germanien aus eigener Anschauung gut, er wusste, dass dieses Gebiet nicht reich an Bodenschätzen war und sah die erheblichen Verluste an Menschen und Material der vorhergegangenen Kriegsjahre. Auf geschickte Art hat er den dreijährigen, eigentlich nutzlosen und sieglosen Krieg seines Feldherrn Germanicus beendet und in einen Sieg umgewandelt, indem er Ende Mai 17 n.Chr. seinem Adoptivsohn einen grandiosen Triumphzug in Rom ausrichtet.

„Diese Wende bestimmt für die nächsten Jahrhunderte maßgeblich die Entwicklung der Gebiete westlich und östlich des Rheins“, so LWL-Museumsleiter Dr. Rudolf Aßkamp. „Im Westen hält römische Kultur weiter ihren Einzug, Städte werden gegründet an den Orten der ehemaligen Legionslager Xanten, Köln, Bonn, Mainz. Östlich des Rheins bleibt die germanische Bevölkerung in ihren überkommenen Stammesstrukturen gefangen, und es beginnen die sogenannten dunklen Jahrhunderte.“
Vor diesem Hintergrund werden die Besucher im ersten Teil der Ausstellung zunächst zu Zuschauern des Triumphzuges für Germanicus in Rom. Der Triumph in Rom dient als spektakulärer Fixpunkt, um die damit verbundenen Ereignisse schlaglichtartig zu beleuchten.

Der zweite Teil lenkt den Blick auf die militärischen und politischen Entwicklungen in Germanien und die Zeit vor dem vermeintlichen Sieg des Germanicus. Funde aus den römischen Lagern entlang der Lippe wie etwa Haltern am See, Holsterhausen (beide Kreis Recklinghausen), Oberaden, Beckinghausen (beide Kreis Unna), Olfen (Kreis Coesfeld) und Anreppen (Kreis Paderborn) sowie zahlreiche Exponate von weiteren Fundplätzen in Germanien veranschaulichen die römischen Okkupationsbemühungen in Germanien.

Der dritte Teil der Ausstellung widmet sich ganz dem „Römischen Triumph“ und den Fragen, wer, wann und aus welchem Anlass im antiken Rom einen Triumphzug abhalten durfte – mit strengem Protokoll: Zuerst kamen im Zug Beute und Gefangene, dann der Triumphator mit Opfertieren und Behördenvertretern (Lictoren und Staatsbeamten) und schließlich die Armee. Es geht aber auch um die spätere Darstellung von Triumphzügen, zum Beispiel um die Darstellung der gefangenen Thusnelda, der Ehefrau des Varus-Bezwingers Arminius. Diese prominente Geisel im Triumphzug des Germanicus war in der Historienmalerei des 18. und 19. Jahrhunderts ein beliebtes Motiv.

Der letzte Teil bietet einen Blick in die Zukunft in Form der sogenannten kontrafaktischen Geschichtsschreibung – die Geschichtsdarstellung , die sich nicht mit dem befasst, was tatsächlich geschehen ist, sondern mit dem, was geschehen wäre, wenn sich die Ereignisse anders entwickelt hätten.
Hätte Rom gesiegt, wäre die Geschichte der römischen Stützpunkte an der Lippe sicher anders verlaufen. Dann hätte sich Aliso, das heutige Haltern am See, vermutlich zu einem Zentralort in der Region entwickelt. An vielen einstigen Legionsstandorten westlich des Rheins entstanden eigenständige zivile Siedlungen. Zunächst mit Häusern in Fachwerkbauweise errichtet, wurden sie später durch Steingebäude ersetzt und zum Teil monumental ausgebaut. Alles, was städtisches römisches Leben ausmachte, erblühte auf der anderen Seite des Rheins und wäre vermutlich auch in Haltern geschehen, wenn sich die Römer nicht aus dem heutigen Nord- und Westdeutschland zurückgezogen hätten.

„Zwei Thesen halten wir mittlerweile für sehr wahrscheinlich“, so Aßkamp. „Das antike Aliso ist mit dem heutigen Haltern am See identisch. Und der Fundort im Osnabrücker Land bei Kalkriese ist nicht der Ort der Varusschlacht, sondern geht auf die Ereignisse des Jahres 15 n. Chr. rund um Germanicus zurück.“

 

Öffnungszeiten der Ausstellung Triumph ohne Sieg im LWL-Römermuseum Haltern am See:

Dienstag bis Freitag 9 bis 17 Uhr, Donnerstag bis 19 Uhr
Samstag, Sonntag, Feiertage 10 bis 18 Uhr

 

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Beitragsbild: Eingangsbereich der Ausstellung „Triumph ohne Sieg“ (Foto: LWL/T. Arendt)

 

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Ausstellung Haltern Triumph ohne Sieg

Posted by on September 27th, 2017  •  0 Comments  • 

Eingangsbereich der Ausstellung "Triumph ohne Sieg" (Foto: LWL/T. Arendt)

Triumph ohne Sieg

Neue Ausstellung über Roms Ende in Germanien – alternative Wahrheit vor 2.000 Jahren

Neun Jahre nach dem erfolgreichen Ausstellungsprojekt zur Varusschlacht wird das LWL-Römermuseum in Haltern am See wieder zum Schauplatz einer besonderen Ausstellung über die Römer im damaligen Germanien.
Der spektakuläre Triumphzug des Germanicus vor genau 2.000 Jahren in Rom am 26. Mai 17 n. Chr. und das Ende der römischen Herrschaft in Germanien bilden den Ausgangspunkt für das Ausstellungsprojekt, das der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) in seinem Römermuseum vom 2. Juni bis zum 5. November 2017 unter dem Titel „Triumph ohne Sieg. Roms Ende in Germanien“ präsentiert.

In zwei Jahren Vorbereitungszeit haben die Kuratoren mehr als 40 internationale und nationale Leihgeber für eine Zusammenarbeit gewonnen und ein faszinierendes Ausstellungskonzept erstellt. Über 250 wertvolle Kunstwerke und Artefakte aus Italien, Kroatien, der Schweiz, Slowenien, Ungarn und der Vatikanstadt sollen auf 800 Quadratmetern Ausstellungsfläche für 156 Tage diesen Triumph ohne Sieg verständlich machen.
„US-Präsident Trump hat wahrscheinlich noch nie von dem römischen Kaiser Tiberius gehört, aber gelernt hat auch er von ihm allemal“, sagte LWL-Direktor Matthias Löb am Montag (29.5.) bei der Vorstellung der Ausstellung in Haltern. „Unsere Ausstellung dreht sich um Fake news, um Niederlagen, die zu Siegen umgedeutet werden, um symbolische Politik durch Massenveranstaltungen und um alternative Wahrheit – nur eben vor 2.000 Jahren.“

Kaiser Tiberius kannte Germanien aus eigener Anschauung gut, er wusste, dass dieses Gebiet nicht reich an Bodenschätzen war und sah die erheblichen Verluste an Menschen und Material der vorhergegangenen Kriegsjahre. Auf geschickte Art hat er den dreijährigen, eigentlich nutzlosen und sieglosen Krieg seines Feldherrn Germanicus beendet und in einen Sieg umgewandelt, indem er Ende Mai 17 n.Chr. seinem Adoptivsohn einen grandiosen Triumphzug in Rom ausrichtet.

„Diese Wende bestimmt für die nächsten Jahrhunderte maßgeblich die Entwicklung der Gebiete westlich und östlich des Rheins“, so LWL-Museumsleiter Dr. Rudolf Aßkamp. „Im Westen hält römische Kultur weiter ihren Einzug, Städte werden gegründet an den Orten der ehemaligen Legionslager Xanten, Köln, Bonn, Mainz. Östlich des Rheins bleibt die germanische Bevölkerung in ihren überkommenen Stammesstrukturen gefangen, und es beginnen die sogenannten dunklen Jahrhunderte.“
Vor diesem Hintergrund werden die Besucher im ersten Teil der Ausstellung zunächst zu Zuschauern des Triumphzuges für Germanicus in Rom. Der Triumph in Rom dient als spektakulärer Fixpunkt, um die damit verbundenen Ereignisse schlaglichtartig zu beleuchten.

Der zweite Teil lenkt den Blick auf die militärischen und politischen Entwicklungen in Germanien und die Zeit vor dem vermeintlichen Sieg des Germanicus. Funde aus den römischen Lagern entlang der Lippe wie etwa Haltern am See, Holsterhausen (beide Kreis Recklinghausen), Oberaden, Beckinghausen (beide Kreis Unna), Olfen (Kreis Coesfeld) und Anreppen (Kreis Paderborn) sowie zahlreiche Exponate von weiteren Fundplätzen in Germanien veranschaulichen die römischen Okkupationsbemühungen in Germanien.

Der dritte Teil der Ausstellung widmet sich ganz dem „Römischen Triumph“ und den Fragen, wer, wann und aus welchem Anlass im antiken Rom einen Triumphzug abhalten durfte – mit strengem Protokoll: Zuerst kamen im Zug Beute und Gefangene, dann der Triumphator mit Opfertieren und Behördenvertretern (Lictoren und Staatsbeamten) und schließlich die Armee. Es geht aber auch um die spätere Darstellung von Triumphzügen, zum Beispiel um die Darstellung der gefangenen Thusnelda, der Ehefrau des Varus-Bezwingers Arminius. Diese prominente Geisel im Triumphzug des Germanicus war in der Historienmalerei des 18. und 19. Jahrhunderts ein beliebtes Motiv.

Der letzte Teil bietet einen Blick in die Zukunft in Form der sogenannten kontrafaktischen Geschichtsschreibung – die Geschichtsdarstellung , die sich nicht mit dem befasst, was tatsächlich geschehen ist, sondern mit dem, was geschehen wäre, wenn sich die Ereignisse anders entwickelt hätten.
Hätte Rom gesiegt, wäre die Geschichte der römischen Stützpunkte an der Lippe sicher anders verlaufen. Dann hätte sich Aliso, das heutige Haltern am See, vermutlich zu einem Zentralort in der Region entwickelt. An vielen einstigen Legionsstandorten westlich des Rheins entstanden eigenständige zivile Siedlungen. Zunächst mit Häusern in Fachwerkbauweise errichtet, wurden sie später durch Steingebäude ersetzt und zum Teil monumental ausgebaut. Alles, was städtisches römisches Leben ausmachte, erblühte auf der anderen Seite des Rheins und wäre vermutlich auch in Haltern geschehen, wenn sich die Römer nicht aus dem heutigen Nord- und Westdeutschland zurückgezogen hätten.

„Zwei Thesen halten wir mittlerweile für sehr wahrscheinlich“, so Aßkamp. „Das antike Aliso ist mit dem heutigen Haltern am See identisch. Und der Fundort im Osnabrücker Land bei Kalkriese ist nicht der Ort der Varusschlacht, sondern geht auf die Ereignisse des Jahres 15 n. Chr. rund um Germanicus zurück.“

 

Öffnungszeiten der Ausstellung Triumph ohne Sieg im LWL-Römermuseum Haltern am See:

Dienstag bis Freitag 9 bis 17 Uhr, Donnerstag bis 19 Uhr
Samstag, Sonntag, Feiertage 10 bis 18 Uhr

 

Eintrittspreise unter www.lwl-roemermuseum-haltern.de

 

Quelle: Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL)

Beitragsbild: Eingangsbereich der Ausstellung „Triumph ohne Sieg“ (Foto: LWL/T. Arendt)

 

Weitere Ausstellungen im Ruhrgebiet finden


Ausstellung Haltern Triumph ohne Sieg

Posted by on September 26th, 2017  •  0 Comments  • 

Eingangsbereich der Ausstellung "Triumph ohne Sieg" (Foto: LWL/T. Arendt)

Triumph ohne Sieg

Neue Ausstellung über Roms Ende in Germanien – alternative Wahrheit vor 2.000 Jahren

Neun Jahre nach dem erfolgreichen Ausstellungsprojekt zur Varusschlacht wird das LWL-Römermuseum in Haltern am See wieder zum Schauplatz einer besonderen Ausstellung über die Römer im damaligen Germanien.
Der spektakuläre Triumphzug des Germanicus vor genau 2.000 Jahren in Rom am 26. Mai 17 n. Chr. und das Ende der römischen Herrschaft in Germanien bilden den Ausgangspunkt für das Ausstellungsprojekt, das der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) in seinem Römermuseum vom 2. Juni bis zum 5. November 2017 unter dem Titel „Triumph ohne Sieg. Roms Ende in Germanien“ präsentiert.

In zwei Jahren Vorbereitungszeit haben die Kuratoren mehr als 40 internationale und nationale Leihgeber für eine Zusammenarbeit gewonnen und ein faszinierendes Ausstellungskonzept erstellt. Über 250 wertvolle Kunstwerke und Artefakte aus Italien, Kroatien, der Schweiz, Slowenien, Ungarn und der Vatikanstadt sollen auf 800 Quadratmetern Ausstellungsfläche für 156 Tage diesen Triumph ohne Sieg verständlich machen.
„US-Präsident Trump hat wahrscheinlich noch nie von dem römischen Kaiser Tiberius gehört, aber gelernt hat auch er von ihm allemal“, sagte LWL-Direktor Matthias Löb am Montag (29.5.) bei der Vorstellung der Ausstellung in Haltern. „Unsere Ausstellung dreht sich um Fake news, um Niederlagen, die zu Siegen umgedeutet werden, um symbolische Politik durch Massenveranstaltungen und um alternative Wahrheit – nur eben vor 2.000 Jahren.“

Kaiser Tiberius kannte Germanien aus eigener Anschauung gut, er wusste, dass dieses Gebiet nicht reich an Bodenschätzen war und sah die erheblichen Verluste an Menschen und Material der vorhergegangenen Kriegsjahre. Auf geschickte Art hat er den dreijährigen, eigentlich nutzlosen und sieglosen Krieg seines Feldherrn Germanicus beendet und in einen Sieg umgewandelt, indem er Ende Mai 17 n.Chr. seinem Adoptivsohn einen grandiosen Triumphzug in Rom ausrichtet.

„Diese Wende bestimmt für die nächsten Jahrhunderte maßgeblich die Entwicklung der Gebiete westlich und östlich des Rheins“, so LWL-Museumsleiter Dr. Rudolf Aßkamp. „Im Westen hält römische Kultur weiter ihren Einzug, Städte werden gegründet an den Orten der ehemaligen Legionslager Xanten, Köln, Bonn, Mainz. Östlich des Rheins bleibt die germanische Bevölkerung in ihren überkommenen Stammesstrukturen gefangen, und es beginnen die sogenannten dunklen Jahrhunderte.“
Vor diesem Hintergrund werden die Besucher im ersten Teil der Ausstellung zunächst zu Zuschauern des Triumphzuges für Germanicus in Rom. Der Triumph in Rom dient als spektakulärer Fixpunkt, um die damit verbundenen Ereignisse schlaglichtartig zu beleuchten.

Der zweite Teil lenkt den Blick auf die militärischen und politischen Entwicklungen in Germanien und die Zeit vor dem vermeintlichen Sieg des Germanicus. Funde aus den römischen Lagern entlang der Lippe wie etwa Haltern am See, Holsterhausen (beide Kreis Recklinghausen), Oberaden, Beckinghausen (beide Kreis Unna), Olfen (Kreis Coesfeld) und Anreppen (Kreis Paderborn) sowie zahlreiche Exponate von weiteren Fundplätzen in Germanien veranschaulichen die römischen Okkupationsbemühungen in Germanien.

Der dritte Teil der Ausstellung widmet sich ganz dem „Römischen Triumph“ und den Fragen, wer, wann und aus welchem Anlass im antiken Rom einen Triumphzug abhalten durfte – mit strengem Protokoll: Zuerst kamen im Zug Beute und Gefangene, dann der Triumphator mit Opfertieren und Behördenvertretern (Lictoren und Staatsbeamten) und schließlich die Armee. Es geht aber auch um die spätere Darstellung von Triumphzügen, zum Beispiel um die Darstellung der gefangenen Thusnelda, der Ehefrau des Varus-Bezwingers Arminius. Diese prominente Geisel im Triumphzug des Germanicus war in der Historienmalerei des 18. und 19. Jahrhunderts ein beliebtes Motiv.

Der letzte Teil bietet einen Blick in die Zukunft in Form der sogenannten kontrafaktischen Geschichtsschreibung – die Geschichtsdarstellung , die sich nicht mit dem befasst, was tatsächlich geschehen ist, sondern mit dem, was geschehen wäre, wenn sich die Ereignisse anders entwickelt hätten.
Hätte Rom gesiegt, wäre die Geschichte der römischen Stützpunkte an der Lippe sicher anders verlaufen. Dann hätte sich Aliso, das heutige Haltern am See, vermutlich zu einem Zentralort in der Region entwickelt. An vielen einstigen Legionsstandorten westlich des Rheins entstanden eigenständige zivile Siedlungen. Zunächst mit Häusern in Fachwerkbauweise errichtet, wurden sie später durch Steingebäude ersetzt und zum Teil monumental ausgebaut. Alles, was städtisches römisches Leben ausmachte, erblühte auf der anderen Seite des Rheins und wäre vermutlich auch in Haltern geschehen, wenn sich die Römer nicht aus dem heutigen Nord- und Westdeutschland zurückgezogen hätten.

„Zwei Thesen halten wir mittlerweile für sehr wahrscheinlich“, so Aßkamp. „Das antike Aliso ist mit dem heutigen Haltern am See identisch. Und der Fundort im Osnabrücker Land bei Kalkriese ist nicht der Ort der Varusschlacht, sondern geht auf die Ereignisse des Jahres 15 n. Chr. rund um Germanicus zurück.“

 

Öffnungszeiten der Ausstellung Triumph ohne Sieg im LWL-Römermuseum Haltern am See:

Dienstag bis Freitag 9 bis 17 Uhr, Donnerstag bis 19 Uhr
Samstag, Sonntag, Feiertage 10 bis 18 Uhr

 

Eintrittspreise unter www.lwl-roemermuseum-haltern.de

 

Quelle: Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL)

Beitragsbild: Eingangsbereich der Ausstellung „Triumph ohne Sieg“ (Foto: LWL/T. Arendt)

 

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Ausstellung Haltern Triumph ohne Sieg

Posted by on September 24th, 2017  •  0 Comments  • 

Eingangsbereich der Ausstellung "Triumph ohne Sieg" (Foto: LWL/T. Arendt)

Triumph ohne Sieg

Neue Ausstellung über Roms Ende in Germanien – alternative Wahrheit vor 2.000 Jahren

Neun Jahre nach dem erfolgreichen Ausstellungsprojekt zur Varusschlacht wird das LWL-Römermuseum in Haltern am See wieder zum Schauplatz einer besonderen Ausstellung über die Römer im damaligen Germanien.
Der spektakuläre Triumphzug des Germanicus vor genau 2.000 Jahren in Rom am 26. Mai 17 n. Chr. und das Ende der römischen Herrschaft in Germanien bilden den Ausgangspunkt für das Ausstellungsprojekt, das der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) in seinem Römermuseum vom 2. Juni bis zum 5. November 2017 unter dem Titel „Triumph ohne Sieg. Roms Ende in Germanien“ präsentiert.

In zwei Jahren Vorbereitungszeit haben die Kuratoren mehr als 40 internationale und nationale Leihgeber für eine Zusammenarbeit gewonnen und ein faszinierendes Ausstellungskonzept erstellt. Über 250 wertvolle Kunstwerke und Artefakte aus Italien, Kroatien, der Schweiz, Slowenien, Ungarn und der Vatikanstadt sollen auf 800 Quadratmetern Ausstellungsfläche für 156 Tage diesen Triumph ohne Sieg verständlich machen.
„US-Präsident Trump hat wahrscheinlich noch nie von dem römischen Kaiser Tiberius gehört, aber gelernt hat auch er von ihm allemal“, sagte LWL-Direktor Matthias Löb am Montag (29.5.) bei der Vorstellung der Ausstellung in Haltern. „Unsere Ausstellung dreht sich um Fake news, um Niederlagen, die zu Siegen umgedeutet werden, um symbolische Politik durch Massenveranstaltungen und um alternative Wahrheit – nur eben vor 2.000 Jahren.“

Kaiser Tiberius kannte Germanien aus eigener Anschauung gut, er wusste, dass dieses Gebiet nicht reich an Bodenschätzen war und sah die erheblichen Verluste an Menschen und Material der vorhergegangenen Kriegsjahre. Auf geschickte Art hat er den dreijährigen, eigentlich nutzlosen und sieglosen Krieg seines Feldherrn Germanicus beendet und in einen Sieg umgewandelt, indem er Ende Mai 17 n.Chr. seinem Adoptivsohn einen grandiosen Triumphzug in Rom ausrichtet.

„Diese Wende bestimmt für die nächsten Jahrhunderte maßgeblich die Entwicklung der Gebiete westlich und östlich des Rheins“, so LWL-Museumsleiter Dr. Rudolf Aßkamp. „Im Westen hält römische Kultur weiter ihren Einzug, Städte werden gegründet an den Orten der ehemaligen Legionslager Xanten, Köln, Bonn, Mainz. Östlich des Rheins bleibt die germanische Bevölkerung in ihren überkommenen Stammesstrukturen gefangen, und es beginnen die sogenannten dunklen Jahrhunderte.“
Vor diesem Hintergrund werden die Besucher im ersten Teil der Ausstellung zunächst zu Zuschauern des Triumphzuges für Germanicus in Rom. Der Triumph in Rom dient als spektakulärer Fixpunkt, um die damit verbundenen Ereignisse schlaglichtartig zu beleuchten.

Der zweite Teil lenkt den Blick auf die militärischen und politischen Entwicklungen in Germanien und die Zeit vor dem vermeintlichen Sieg des Germanicus. Funde aus den römischen Lagern entlang der Lippe wie etwa Haltern am See, Holsterhausen (beide Kreis Recklinghausen), Oberaden, Beckinghausen (beide Kreis Unna), Olfen (Kreis Coesfeld) und Anreppen (Kreis Paderborn) sowie zahlreiche Exponate von weiteren Fundplätzen in Germanien veranschaulichen die römischen Okkupationsbemühungen in Germanien.

Der dritte Teil der Ausstellung widmet sich ganz dem „Römischen Triumph“ und den Fragen, wer, wann und aus welchem Anlass im antiken Rom einen Triumphzug abhalten durfte – mit strengem Protokoll: Zuerst kamen im Zug Beute und Gefangene, dann der Triumphator mit Opfertieren und Behördenvertretern (Lictoren und Staatsbeamten) und schließlich die Armee. Es geht aber auch um die spätere Darstellung von Triumphzügen, zum Beispiel um die Darstellung der gefangenen Thusnelda, der Ehefrau des Varus-Bezwingers Arminius. Diese prominente Geisel im Triumphzug des Germanicus war in der Historienmalerei des 18. und 19. Jahrhunderts ein beliebtes Motiv.

Der letzte Teil bietet einen Blick in die Zukunft in Form der sogenannten kontrafaktischen Geschichtsschreibung – die Geschichtsdarstellung , die sich nicht mit dem befasst, was tatsächlich geschehen ist, sondern mit dem, was geschehen wäre, wenn sich die Ereignisse anders entwickelt hätten.
Hätte Rom gesiegt, wäre die Geschichte der römischen Stützpunkte an der Lippe sicher anders verlaufen. Dann hätte sich Aliso, das heutige Haltern am See, vermutlich zu einem Zentralort in der Region entwickelt. An vielen einstigen Legionsstandorten westlich des Rheins entstanden eigenständige zivile Siedlungen. Zunächst mit Häusern in Fachwerkbauweise errichtet, wurden sie später durch Steingebäude ersetzt und zum Teil monumental ausgebaut. Alles, was städtisches römisches Leben ausmachte, erblühte auf der anderen Seite des Rheins und wäre vermutlich auch in Haltern geschehen, wenn sich die Römer nicht aus dem heutigen Nord- und Westdeutschland zurückgezogen hätten.

„Zwei Thesen halten wir mittlerweile für sehr wahrscheinlich“, so Aßkamp. „Das antike Aliso ist mit dem heutigen Haltern am See identisch. Und der Fundort im Osnabrücker Land bei Kalkriese ist nicht der Ort der Varusschlacht, sondern geht auf die Ereignisse des Jahres 15 n. Chr. rund um Germanicus zurück.“

 

Öffnungszeiten der Ausstellung Triumph ohne Sieg im LWL-Römermuseum Haltern am See:

Dienstag bis Freitag 9 bis 17 Uhr, Donnerstag bis 19 Uhr
Samstag, Sonntag, Feiertage 10 bis 18 Uhr

 

Eintrittspreise unter www.lwl-roemermuseum-haltern.de

 

Quelle: Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL)

Beitragsbild: Eingangsbereich der Ausstellung „Triumph ohne Sieg“ (Foto: LWL/T. Arendt)

 

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Ausstellung Haltern Triumph ohne Sieg

Posted by on September 23rd, 2017  •  0 Comments  • 

Eingangsbereich der Ausstellung "Triumph ohne Sieg" (Foto: LWL/T. Arendt)

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Neue Ausstellung über Roms Ende in Germanien – alternative Wahrheit vor 2.000 Jahren

Neun Jahre nach dem erfolgreichen Ausstellungsprojekt zur Varusschlacht wird das LWL-Römermuseum in Haltern am See wieder zum Schauplatz einer besonderen Ausstellung über die Römer im damaligen Germanien.
Der spektakuläre Triumphzug des Germanicus vor genau 2.000 Jahren in Rom am 26. Mai 17 n. Chr. und das Ende der römischen Herrschaft in Germanien bilden den Ausgangspunkt für das Ausstellungsprojekt, das der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) in seinem Römermuseum vom 2. Juni bis zum 5. November 2017 unter dem Titel „Triumph ohne Sieg. Roms Ende in Germanien“ präsentiert.

In zwei Jahren Vorbereitungszeit haben die Kuratoren mehr als 40 internationale und nationale Leihgeber für eine Zusammenarbeit gewonnen und ein faszinierendes Ausstellungskonzept erstellt. Über 250 wertvolle Kunstwerke und Artefakte aus Italien, Kroatien, der Schweiz, Slowenien, Ungarn und der Vatikanstadt sollen auf 800 Quadratmetern Ausstellungsfläche für 156 Tage diesen Triumph ohne Sieg verständlich machen.
„US-Präsident Trump hat wahrscheinlich noch nie von dem römischen Kaiser Tiberius gehört, aber gelernt hat auch er von ihm allemal“, sagte LWL-Direktor Matthias Löb am Montag (29.5.) bei der Vorstellung der Ausstellung in Haltern. „Unsere Ausstellung dreht sich um Fake news, um Niederlagen, die zu Siegen umgedeutet werden, um symbolische Politik durch Massenveranstaltungen und um alternative Wahrheit – nur eben vor 2.000 Jahren.“

Kaiser Tiberius kannte Germanien aus eigener Anschauung gut, er wusste, dass dieses Gebiet nicht reich an Bodenschätzen war und sah die erheblichen Verluste an Menschen und Material der vorhergegangenen Kriegsjahre. Auf geschickte Art hat er den dreijährigen, eigentlich nutzlosen und sieglosen Krieg seines Feldherrn Germanicus beendet und in einen Sieg umgewandelt, indem er Ende Mai 17 n.Chr. seinem Adoptivsohn einen grandiosen Triumphzug in Rom ausrichtet.

„Diese Wende bestimmt für die nächsten Jahrhunderte maßgeblich die Entwicklung der Gebiete westlich und östlich des Rheins“, so LWL-Museumsleiter Dr. Rudolf Aßkamp. „Im Westen hält römische Kultur weiter ihren Einzug, Städte werden gegründet an den Orten der ehemaligen Legionslager Xanten, Köln, Bonn, Mainz. Östlich des Rheins bleibt die germanische Bevölkerung in ihren überkommenen Stammesstrukturen gefangen, und es beginnen die sogenannten dunklen Jahrhunderte.“
Vor diesem Hintergrund werden die Besucher im ersten Teil der Ausstellung zunächst zu Zuschauern des Triumphzuges für Germanicus in Rom. Der Triumph in Rom dient als spektakulärer Fixpunkt, um die damit verbundenen Ereignisse schlaglichtartig zu beleuchten.

Der zweite Teil lenkt den Blick auf die militärischen und politischen Entwicklungen in Germanien und die Zeit vor dem vermeintlichen Sieg des Germanicus. Funde aus den römischen Lagern entlang der Lippe wie etwa Haltern am See, Holsterhausen (beide Kreis Recklinghausen), Oberaden, Beckinghausen (beide Kreis Unna), Olfen (Kreis Coesfeld) und Anreppen (Kreis Paderborn) sowie zahlreiche Exponate von weiteren Fundplätzen in Germanien veranschaulichen die römischen Okkupationsbemühungen in Germanien.

Der dritte Teil der Ausstellung widmet sich ganz dem „Römischen Triumph“ und den Fragen, wer, wann und aus welchem Anlass im antiken Rom einen Triumphzug abhalten durfte – mit strengem Protokoll: Zuerst kamen im Zug Beute und Gefangene, dann der Triumphator mit Opfertieren und Behördenvertretern (Lictoren und Staatsbeamten) und schließlich die Armee. Es geht aber auch um die spätere Darstellung von Triumphzügen, zum Beispiel um die Darstellung der gefangenen Thusnelda, der Ehefrau des Varus-Bezwingers Arminius. Diese prominente Geisel im Triumphzug des Germanicus war in der Historienmalerei des 18. und 19. Jahrhunderts ein beliebtes Motiv.

Der letzte Teil bietet einen Blick in die Zukunft in Form der sogenannten kontrafaktischen Geschichtsschreibung – die Geschichtsdarstellung , die sich nicht mit dem befasst, was tatsächlich geschehen ist, sondern mit dem, was geschehen wäre, wenn sich die Ereignisse anders entwickelt hätten.
Hätte Rom gesiegt, wäre die Geschichte der römischen Stützpunkte an der Lippe sicher anders verlaufen. Dann hätte sich Aliso, das heutige Haltern am See, vermutlich zu einem Zentralort in der Region entwickelt. An vielen einstigen Legionsstandorten westlich des Rheins entstanden eigenständige zivile Siedlungen. Zunächst mit Häusern in Fachwerkbauweise errichtet, wurden sie später durch Steingebäude ersetzt und zum Teil monumental ausgebaut. Alles, was städtisches römisches Leben ausmachte, erblühte auf der anderen Seite des Rheins und wäre vermutlich auch in Haltern geschehen, wenn sich die Römer nicht aus dem heutigen Nord- und Westdeutschland zurückgezogen hätten.

„Zwei Thesen halten wir mittlerweile für sehr wahrscheinlich“, so Aßkamp. „Das antike Aliso ist mit dem heutigen Haltern am See identisch. Und der Fundort im Osnabrücker Land bei Kalkriese ist nicht der Ort der Varusschlacht, sondern geht auf die Ereignisse des Jahres 15 n. Chr. rund um Germanicus zurück.“

 

Öffnungszeiten der Ausstellung Triumph ohne Sieg im LWL-Römermuseum Haltern am See:

Dienstag bis Freitag 9 bis 17 Uhr, Donnerstag bis 19 Uhr
Samstag, Sonntag, Feiertage 10 bis 18 Uhr

 

Eintrittspreise unter www.lwl-roemermuseum-haltern.de

 

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Beitragsbild: Eingangsbereich der Ausstellung „Triumph ohne Sieg“ (Foto: LWL/T. Arendt)

 

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Ausstellung Haltern Triumph ohne Sieg

Posted by on September 22nd, 2017  •  0 Comments  • 

Eingangsbereich der Ausstellung "Triumph ohne Sieg" (Foto: LWL/T. Arendt)

Triumph ohne Sieg

Neue Ausstellung über Roms Ende in Germanien – alternative Wahrheit vor 2.000 Jahren

Neun Jahre nach dem erfolgreichen Ausstellungsprojekt zur Varusschlacht wird das LWL-Römermuseum in Haltern am See wieder zum Schauplatz einer besonderen Ausstellung über die Römer im damaligen Germanien.
Der spektakuläre Triumphzug des Germanicus vor genau 2.000 Jahren in Rom am 26. Mai 17 n. Chr. und das Ende der römischen Herrschaft in Germanien bilden den Ausgangspunkt für das Ausstellungsprojekt, das der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) in seinem Römermuseum vom 2. Juni bis zum 5. November 2017 unter dem Titel „Triumph ohne Sieg. Roms Ende in Germanien“ präsentiert.

In zwei Jahren Vorbereitungszeit haben die Kuratoren mehr als 40 internationale und nationale Leihgeber für eine Zusammenarbeit gewonnen und ein faszinierendes Ausstellungskonzept erstellt. Über 250 wertvolle Kunstwerke und Artefakte aus Italien, Kroatien, der Schweiz, Slowenien, Ungarn und der Vatikanstadt sollen auf 800 Quadratmetern Ausstellungsfläche für 156 Tage diesen Triumph ohne Sieg verständlich machen.
„US-Präsident Trump hat wahrscheinlich noch nie von dem römischen Kaiser Tiberius gehört, aber gelernt hat auch er von ihm allemal“, sagte LWL-Direktor Matthias Löb am Montag (29.5.) bei der Vorstellung der Ausstellung in Haltern. „Unsere Ausstellung dreht sich um Fake news, um Niederlagen, die zu Siegen umgedeutet werden, um symbolische Politik durch Massenveranstaltungen und um alternative Wahrheit – nur eben vor 2.000 Jahren.“

Kaiser Tiberius kannte Germanien aus eigener Anschauung gut, er wusste, dass dieses Gebiet nicht reich an Bodenschätzen war und sah die erheblichen Verluste an Menschen und Material der vorhergegangenen Kriegsjahre. Auf geschickte Art hat er den dreijährigen, eigentlich nutzlosen und sieglosen Krieg seines Feldherrn Germanicus beendet und in einen Sieg umgewandelt, indem er Ende Mai 17 n.Chr. seinem Adoptivsohn einen grandiosen Triumphzug in Rom ausrichtet.

„Diese Wende bestimmt für die nächsten Jahrhunderte maßgeblich die Entwicklung der Gebiete westlich und östlich des Rheins“, so LWL-Museumsleiter Dr. Rudolf Aßkamp. „Im Westen hält römische Kultur weiter ihren Einzug, Städte werden gegründet an den Orten der ehemaligen Legionslager Xanten, Köln, Bonn, Mainz. Östlich des Rheins bleibt die germanische Bevölkerung in ihren überkommenen Stammesstrukturen gefangen, und es beginnen die sogenannten dunklen Jahrhunderte.“
Vor diesem Hintergrund werden die Besucher im ersten Teil der Ausstellung zunächst zu Zuschauern des Triumphzuges für Germanicus in Rom. Der Triumph in Rom dient als spektakulärer Fixpunkt, um die damit verbundenen Ereignisse schlaglichtartig zu beleuchten.

Der zweite Teil lenkt den Blick auf die militärischen und politischen Entwicklungen in Germanien und die Zeit vor dem vermeintlichen Sieg des Germanicus. Funde aus den römischen Lagern entlang der Lippe wie etwa Haltern am See, Holsterhausen (beide Kreis Recklinghausen), Oberaden, Beckinghausen (beide Kreis Unna), Olfen (Kreis Coesfeld) und Anreppen (Kreis Paderborn) sowie zahlreiche Exponate von weiteren Fundplätzen in Germanien veranschaulichen die römischen Okkupationsbemühungen in Germanien.

Der dritte Teil der Ausstellung widmet sich ganz dem „Römischen Triumph“ und den Fragen, wer, wann und aus welchem Anlass im antiken Rom einen Triumphzug abhalten durfte – mit strengem Protokoll: Zuerst kamen im Zug Beute und Gefangene, dann der Triumphator mit Opfertieren und Behördenvertretern (Lictoren und Staatsbeamten) und schließlich die Armee. Es geht aber auch um die spätere Darstellung von Triumphzügen, zum Beispiel um die Darstellung der gefangenen Thusnelda, der Ehefrau des Varus-Bezwingers Arminius. Diese prominente Geisel im Triumphzug des Germanicus war in der Historienmalerei des 18. und 19. Jahrhunderts ein beliebtes Motiv.

Der letzte Teil bietet einen Blick in die Zukunft in Form der sogenannten kontrafaktischen Geschichtsschreibung – die Geschichtsdarstellung , die sich nicht mit dem befasst, was tatsächlich geschehen ist, sondern mit dem, was geschehen wäre, wenn sich die Ereignisse anders entwickelt hätten.
Hätte Rom gesiegt, wäre die Geschichte der römischen Stützpunkte an der Lippe sicher anders verlaufen. Dann hätte sich Aliso, das heutige Haltern am See, vermutlich zu einem Zentralort in der Region entwickelt. An vielen einstigen Legionsstandorten westlich des Rheins entstanden eigenständige zivile Siedlungen. Zunächst mit Häusern in Fachwerkbauweise errichtet, wurden sie später durch Steingebäude ersetzt und zum Teil monumental ausgebaut. Alles, was städtisches römisches Leben ausmachte, erblühte auf der anderen Seite des Rheins und wäre vermutlich auch in Haltern geschehen, wenn sich die Römer nicht aus dem heutigen Nord- und Westdeutschland zurückgezogen hätten.

„Zwei Thesen halten wir mittlerweile für sehr wahrscheinlich“, so Aßkamp. „Das antike Aliso ist mit dem heutigen Haltern am See identisch. Und der Fundort im Osnabrücker Land bei Kalkriese ist nicht der Ort der Varusschlacht, sondern geht auf die Ereignisse des Jahres 15 n. Chr. rund um Germanicus zurück.“

 

Öffnungszeiten der Ausstellung Triumph ohne Sieg im LWL-Römermuseum Haltern am See:

Dienstag bis Freitag 9 bis 17 Uhr, Donnerstag bis 19 Uhr
Samstag, Sonntag, Feiertage 10 bis 18 Uhr

 

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Beitragsbild: Eingangsbereich der Ausstellung „Triumph ohne Sieg“ (Foto: LWL/T. Arendt)

 

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Posted by on September 21st, 2017  •  0 Comments  • 

Eingangsbereich der Ausstellung "Triumph ohne Sieg" (Foto: LWL/T. Arendt)

Triumph ohne Sieg

Neue Ausstellung über Roms Ende in Germanien – alternative Wahrheit vor 2.000 Jahren

Neun Jahre nach dem erfolgreichen Ausstellungsprojekt zur Varusschlacht wird das LWL-Römermuseum in Haltern am See wieder zum Schauplatz einer besonderen Ausstellung über die Römer im damaligen Germanien.
Der spektakuläre Triumphzug des Germanicus vor genau 2.000 Jahren in Rom am 26. Mai 17 n. Chr. und das Ende der römischen Herrschaft in Germanien bilden den Ausgangspunkt für das Ausstellungsprojekt, das der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) in seinem Römermuseum vom 2. Juni bis zum 5. November 2017 unter dem Titel „Triumph ohne Sieg. Roms Ende in Germanien“ präsentiert.

In zwei Jahren Vorbereitungszeit haben die Kuratoren mehr als 40 internationale und nationale Leihgeber für eine Zusammenarbeit gewonnen und ein faszinierendes Ausstellungskonzept erstellt. Über 250 wertvolle Kunstwerke und Artefakte aus Italien, Kroatien, der Schweiz, Slowenien, Ungarn und der Vatikanstadt sollen auf 800 Quadratmetern Ausstellungsfläche für 156 Tage diesen Triumph ohne Sieg verständlich machen.
„US-Präsident Trump hat wahrscheinlich noch nie von dem römischen Kaiser Tiberius gehört, aber gelernt hat auch er von ihm allemal“, sagte LWL-Direktor Matthias Löb am Montag (29.5.) bei der Vorstellung der Ausstellung in Haltern. „Unsere Ausstellung dreht sich um Fake news, um Niederlagen, die zu Siegen umgedeutet werden, um symbolische Politik durch Massenveranstaltungen und um alternative Wahrheit – nur eben vor 2.000 Jahren.“

Kaiser Tiberius kannte Germanien aus eigener Anschauung gut, er wusste, dass dieses Gebiet nicht reich an Bodenschätzen war und sah die erheblichen Verluste an Menschen und Material der vorhergegangenen Kriegsjahre. Auf geschickte Art hat er den dreijährigen, eigentlich nutzlosen und sieglosen Krieg seines Feldherrn Germanicus beendet und in einen Sieg umgewandelt, indem er Ende Mai 17 n.Chr. seinem Adoptivsohn einen grandiosen Triumphzug in Rom ausrichtet.

„Diese Wende bestimmt für die nächsten Jahrhunderte maßgeblich die Entwicklung der Gebiete westlich und östlich des Rheins“, so LWL-Museumsleiter Dr. Rudolf Aßkamp. „Im Westen hält römische Kultur weiter ihren Einzug, Städte werden gegründet an den Orten der ehemaligen Legionslager Xanten, Köln, Bonn, Mainz. Östlich des Rheins bleibt die germanische Bevölkerung in ihren überkommenen Stammesstrukturen gefangen, und es beginnen die sogenannten dunklen Jahrhunderte.“
Vor diesem Hintergrund werden die Besucher im ersten Teil der Ausstellung zunächst zu Zuschauern des Triumphzuges für Germanicus in Rom. Der Triumph in Rom dient als spektakulärer Fixpunkt, um die damit verbundenen Ereignisse schlaglichtartig zu beleuchten.

Der zweite Teil lenkt den Blick auf die militärischen und politischen Entwicklungen in Germanien und die Zeit vor dem vermeintlichen Sieg des Germanicus. Funde aus den römischen Lagern entlang der Lippe wie etwa Haltern am See, Holsterhausen (beide Kreis Recklinghausen), Oberaden, Beckinghausen (beide Kreis Unna), Olfen (Kreis Coesfeld) und Anreppen (Kreis Paderborn) sowie zahlreiche Exponate von weiteren Fundplätzen in Germanien veranschaulichen die römischen Okkupationsbemühungen in Germanien.

Der dritte Teil der Ausstellung widmet sich ganz dem „Römischen Triumph“ und den Fragen, wer, wann und aus welchem Anlass im antiken Rom einen Triumphzug abhalten durfte – mit strengem Protokoll: Zuerst kamen im Zug Beute und Gefangene, dann der Triumphator mit Opfertieren und Behördenvertretern (Lictoren und Staatsbeamten) und schließlich die Armee. Es geht aber auch um die spätere Darstellung von Triumphzügen, zum Beispiel um die Darstellung der gefangenen Thusnelda, der Ehefrau des Varus-Bezwingers Arminius. Diese prominente Geisel im Triumphzug des Germanicus war in der Historienmalerei des 18. und 19. Jahrhunderts ein beliebtes Motiv.

Der letzte Teil bietet einen Blick in die Zukunft in Form der sogenannten kontrafaktischen Geschichtsschreibung – die Geschichtsdarstellung , die sich nicht mit dem befasst, was tatsächlich geschehen ist, sondern mit dem, was geschehen wäre, wenn sich die Ereignisse anders entwickelt hätten.
Hätte Rom gesiegt, wäre die Geschichte der römischen Stützpunkte an der Lippe sicher anders verlaufen. Dann hätte sich Aliso, das heutige Haltern am See, vermutlich zu einem Zentralort in der Region entwickelt. An vielen einstigen Legionsstandorten westlich des Rheins entstanden eigenständige zivile Siedlungen. Zunächst mit Häusern in Fachwerkbauweise errichtet, wurden sie später durch Steingebäude ersetzt und zum Teil monumental ausgebaut. Alles, was städtisches römisches Leben ausmachte, erblühte auf der anderen Seite des Rheins und wäre vermutlich auch in Haltern geschehen, wenn sich die Römer nicht aus dem heutigen Nord- und Westdeutschland zurückgezogen hätten.

„Zwei Thesen halten wir mittlerweile für sehr wahrscheinlich“, so Aßkamp. „Das antike Aliso ist mit dem heutigen Haltern am See identisch. Und der Fundort im Osnabrücker Land bei Kalkriese ist nicht der Ort der Varusschlacht, sondern geht auf die Ereignisse des Jahres 15 n. Chr. rund um Germanicus zurück.“

 

Öffnungszeiten der Ausstellung Triumph ohne Sieg im LWL-Römermuseum Haltern am See:

Dienstag bis Freitag 9 bis 17 Uhr, Donnerstag bis 19 Uhr
Samstag, Sonntag, Feiertage 10 bis 18 Uhr

 

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Quelle: Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL)

Beitragsbild: Eingangsbereich der Ausstellung „Triumph ohne Sieg“ (Foto: LWL/T. Arendt)

 

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Ausstellung Haltern Triumph ohne Sieg

Posted by on September 20th, 2017  •  0 Comments  • 

Eingangsbereich der Ausstellung "Triumph ohne Sieg" (Foto: LWL/T. Arendt)

Triumph ohne Sieg

Neue Ausstellung über Roms Ende in Germanien – alternative Wahrheit vor 2.000 Jahren

Neun Jahre nach dem erfolgreichen Ausstellungsprojekt zur Varusschlacht wird das LWL-Römermuseum in Haltern am See wieder zum Schauplatz einer besonderen Ausstellung über die Römer im damaligen Germanien.
Der spektakuläre Triumphzug des Germanicus vor genau 2.000 Jahren in Rom am 26. Mai 17 n. Chr. und das Ende der römischen Herrschaft in Germanien bilden den Ausgangspunkt für das Ausstellungsprojekt, das der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) in seinem Römermuseum vom 2. Juni bis zum 5. November 2017 unter dem Titel „Triumph ohne Sieg. Roms Ende in Germanien“ präsentiert.

In zwei Jahren Vorbereitungszeit haben die Kuratoren mehr als 40 internationale und nationale Leihgeber für eine Zusammenarbeit gewonnen und ein faszinierendes Ausstellungskonzept erstellt. Über 250 wertvolle Kunstwerke und Artefakte aus Italien, Kroatien, der Schweiz, Slowenien, Ungarn und der Vatikanstadt sollen auf 800 Quadratmetern Ausstellungsfläche für 156 Tage diesen Triumph ohne Sieg verständlich machen.
„US-Präsident Trump hat wahrscheinlich noch nie von dem römischen Kaiser Tiberius gehört, aber gelernt hat auch er von ihm allemal“, sagte LWL-Direktor Matthias Löb am Montag (29.5.) bei der Vorstellung der Ausstellung in Haltern. „Unsere Ausstellung dreht sich um Fake news, um Niederlagen, die zu Siegen umgedeutet werden, um symbolische Politik durch Massenveranstaltungen und um alternative Wahrheit – nur eben vor 2.000 Jahren.“

Kaiser Tiberius kannte Germanien aus eigener Anschauung gut, er wusste, dass dieses Gebiet nicht reich an Bodenschätzen war und sah die erheblichen Verluste an Menschen und Material der vorhergegangenen Kriegsjahre. Auf geschickte Art hat er den dreijährigen, eigentlich nutzlosen und sieglosen Krieg seines Feldherrn Germanicus beendet und in einen Sieg umgewandelt, indem er Ende Mai 17 n.Chr. seinem Adoptivsohn einen grandiosen Triumphzug in Rom ausrichtet.

„Diese Wende bestimmt für die nächsten Jahrhunderte maßgeblich die Entwicklung der Gebiete westlich und östlich des Rheins“, so LWL-Museumsleiter Dr. Rudolf Aßkamp. „Im Westen hält römische Kultur weiter ihren Einzug, Städte werden gegründet an den Orten der ehemaligen Legionslager Xanten, Köln, Bonn, Mainz. Östlich des Rheins bleibt die germanische Bevölkerung in ihren überkommenen Stammesstrukturen gefangen, und es beginnen die sogenannten dunklen Jahrhunderte.“
Vor diesem Hintergrund werden die Besucher im ersten Teil der Ausstellung zunächst zu Zuschauern des Triumphzuges für Germanicus in Rom. Der Triumph in Rom dient als spektakulärer Fixpunkt, um die damit verbundenen Ereignisse schlaglichtartig zu beleuchten.

Der zweite Teil lenkt den Blick auf die militärischen und politischen Entwicklungen in Germanien und die Zeit vor dem vermeintlichen Sieg des Germanicus. Funde aus den römischen Lagern entlang der Lippe wie etwa Haltern am See, Holsterhausen (beide Kreis Recklinghausen), Oberaden, Beckinghausen (beide Kreis Unna), Olfen (Kreis Coesfeld) und Anreppen (Kreis Paderborn) sowie zahlreiche Exponate von weiteren Fundplätzen in Germanien veranschaulichen die römischen Okkupationsbemühungen in Germanien.

Der dritte Teil der Ausstellung widmet sich ganz dem „Römischen Triumph“ und den Fragen, wer, wann und aus welchem Anlass im antiken Rom einen Triumphzug abhalten durfte – mit strengem Protokoll: Zuerst kamen im Zug Beute und Gefangene, dann der Triumphator mit Opfertieren und Behördenvertretern (Lictoren und Staatsbeamten) und schließlich die Armee. Es geht aber auch um die spätere Darstellung von Triumphzügen, zum Beispiel um die Darstellung der gefangenen Thusnelda, der Ehefrau des Varus-Bezwingers Arminius. Diese prominente Geisel im Triumphzug des Germanicus war in der Historienmalerei des 18. und 19. Jahrhunderts ein beliebtes Motiv.

Der letzte Teil bietet einen Blick in die Zukunft in Form der sogenannten kontrafaktischen Geschichtsschreibung – die Geschichtsdarstellung , die sich nicht mit dem befasst, was tatsächlich geschehen ist, sondern mit dem, was geschehen wäre, wenn sich die Ereignisse anders entwickelt hätten.
Hätte Rom gesiegt, wäre die Geschichte der römischen Stützpunkte an der Lippe sicher anders verlaufen. Dann hätte sich Aliso, das heutige Haltern am See, vermutlich zu einem Zentralort in der Region entwickelt. An vielen einstigen Legionsstandorten westlich des Rheins entstanden eigenständige zivile Siedlungen. Zunächst mit Häusern in Fachwerkbauweise errichtet, wurden sie später durch Steingebäude ersetzt und zum Teil monumental ausgebaut. Alles, was städtisches römisches Leben ausmachte, erblühte auf der anderen Seite des Rheins und wäre vermutlich auch in Haltern geschehen, wenn sich die Römer nicht aus dem heutigen Nord- und Westdeutschland zurückgezogen hätten.

„Zwei Thesen halten wir mittlerweile für sehr wahrscheinlich“, so Aßkamp. „Das antike Aliso ist mit dem heutigen Haltern am See identisch. Und der Fundort im Osnabrücker Land bei Kalkriese ist nicht der Ort der Varusschlacht, sondern geht auf die Ereignisse des Jahres 15 n. Chr. rund um Germanicus zurück.“

 

Öffnungszeiten der Ausstellung Triumph ohne Sieg im LWL-Römermuseum Haltern am See:

Dienstag bis Freitag 9 bis 17 Uhr, Donnerstag bis 19 Uhr
Samstag, Sonntag, Feiertage 10 bis 18 Uhr

 

Eintrittspreise unter www.lwl-roemermuseum-haltern.de

 

Quelle: Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL)

Beitragsbild: Eingangsbereich der Ausstellung „Triumph ohne Sieg“ (Foto: LWL/T. Arendt)

 

Weitere Ausstellungen im Ruhrgebiet finden


Ausstellung Haltern Triumph ohne Sieg

Posted by on September 19th, 2017  •  0 Comments  • 

Eingangsbereich der Ausstellung "Triumph ohne Sieg" (Foto: LWL/T. Arendt)

Triumph ohne Sieg

Neue Ausstellung über Roms Ende in Germanien – alternative Wahrheit vor 2.000 Jahren

Neun Jahre nach dem erfolgreichen Ausstellungsprojekt zur Varusschlacht wird das LWL-Römermuseum in Haltern am See wieder zum Schauplatz einer besonderen Ausstellung über die Römer im damaligen Germanien.
Der spektakuläre Triumphzug des Germanicus vor genau 2.000 Jahren in Rom am 26. Mai 17 n. Chr. und das Ende der römischen Herrschaft in Germanien bilden den Ausgangspunkt für das Ausstellungsprojekt, das der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) in seinem Römermuseum vom 2. Juni bis zum 5. November 2017 unter dem Titel „Triumph ohne Sieg. Roms Ende in Germanien“ präsentiert.

In zwei Jahren Vorbereitungszeit haben die Kuratoren mehr als 40 internationale und nationale Leihgeber für eine Zusammenarbeit gewonnen und ein faszinierendes Ausstellungskonzept erstellt. Über 250 wertvolle Kunstwerke und Artefakte aus Italien, Kroatien, der Schweiz, Slowenien, Ungarn und der Vatikanstadt sollen auf 800 Quadratmetern Ausstellungsfläche für 156 Tage diesen Triumph ohne Sieg verständlich machen.
„US-Präsident Trump hat wahrscheinlich noch nie von dem römischen Kaiser Tiberius gehört, aber gelernt hat auch er von ihm allemal“, sagte LWL-Direktor Matthias Löb am Montag (29.5.) bei der Vorstellung der Ausstellung in Haltern. „Unsere Ausstellung dreht sich um Fake news, um Niederlagen, die zu Siegen umgedeutet werden, um symbolische Politik durch Massenveranstaltungen und um alternative Wahrheit – nur eben vor 2.000 Jahren.“

Kaiser Tiberius kannte Germanien aus eigener Anschauung gut, er wusste, dass dieses Gebiet nicht reich an Bodenschätzen war und sah die erheblichen Verluste an Menschen und Material der vorhergegangenen Kriegsjahre. Auf geschickte Art hat er den dreijährigen, eigentlich nutzlosen und sieglosen Krieg seines Feldherrn Germanicus beendet und in einen Sieg umgewandelt, indem er Ende Mai 17 n.Chr. seinem Adoptivsohn einen grandiosen Triumphzug in Rom ausrichtet.

„Diese Wende bestimmt für die nächsten Jahrhunderte maßgeblich die Entwicklung der Gebiete westlich und östlich des Rheins“, so LWL-Museumsleiter Dr. Rudolf Aßkamp. „Im Westen hält römische Kultur weiter ihren Einzug, Städte werden gegründet an den Orten der ehemaligen Legionslager Xanten, Köln, Bonn, Mainz. Östlich des Rheins bleibt die germanische Bevölkerung in ihren überkommenen Stammesstrukturen gefangen, und es beginnen die sogenannten dunklen Jahrhunderte.“
Vor diesem Hintergrund werden die Besucher im ersten Teil der Ausstellung zunächst zu Zuschauern des Triumphzuges für Germanicus in Rom. Der Triumph in Rom dient als spektakulärer Fixpunkt, um die damit verbundenen Ereignisse schlaglichtartig zu beleuchten.

Der zweite Teil lenkt den Blick auf die militärischen und politischen Entwicklungen in Germanien und die Zeit vor dem vermeintlichen Sieg des Germanicus. Funde aus den römischen Lagern entlang der Lippe wie etwa Haltern am See, Holsterhausen (beide Kreis Recklinghausen), Oberaden, Beckinghausen (beide Kreis Unna), Olfen (Kreis Coesfeld) und Anreppen (Kreis Paderborn) sowie zahlreiche Exponate von weiteren Fundplätzen in Germanien veranschaulichen die römischen Okkupationsbemühungen in Germanien.

Der dritte Teil der Ausstellung widmet sich ganz dem „Römischen Triumph“ und den Fragen, wer, wann und aus welchem Anlass im antiken Rom einen Triumphzug abhalten durfte – mit strengem Protokoll: Zuerst kamen im Zug Beute und Gefangene, dann der Triumphator mit Opfertieren und Behördenvertretern (Lictoren und Staatsbeamten) und schließlich die Armee. Es geht aber auch um die spätere Darstellung von Triumphzügen, zum Beispiel um die Darstellung der gefangenen Thusnelda, der Ehefrau des Varus-Bezwingers Arminius. Diese prominente Geisel im Triumphzug des Germanicus war in der Historienmalerei des 18. und 19. Jahrhunderts ein beliebtes Motiv.

Der letzte Teil bietet einen Blick in die Zukunft in Form der sogenannten kontrafaktischen Geschichtsschreibung – die Geschichtsdarstellung , die sich nicht mit dem befasst, was tatsächlich geschehen ist, sondern mit dem, was geschehen wäre, wenn sich die Ereignisse anders entwickelt hätten.
Hätte Rom gesiegt, wäre die Geschichte der römischen Stützpunkte an der Lippe sicher anders verlaufen. Dann hätte sich Aliso, das heutige Haltern am See, vermutlich zu einem Zentralort in der Region entwickelt. An vielen einstigen Legionsstandorten westlich des Rheins entstanden eigenständige zivile Siedlungen. Zunächst mit Häusern in Fachwerkbauweise errichtet, wurden sie später durch Steingebäude ersetzt und zum Teil monumental ausgebaut. Alles, was städtisches römisches Leben ausmachte, erblühte auf der anderen Seite des Rheins und wäre vermutlich auch in Haltern geschehen, wenn sich die Römer nicht aus dem heutigen Nord- und Westdeutschland zurückgezogen hätten.

„Zwei Thesen halten wir mittlerweile für sehr wahrscheinlich“, so Aßkamp. „Das antike Aliso ist mit dem heutigen Haltern am See identisch. Und der Fundort im Osnabrücker Land bei Kalkriese ist nicht der Ort der Varusschlacht, sondern geht auf die Ereignisse des Jahres 15 n. Chr. rund um Germanicus zurück.“

 

Öffnungszeiten der Ausstellung Triumph ohne Sieg im LWL-Römermuseum Haltern am See:

Dienstag bis Freitag 9 bis 17 Uhr, Donnerstag bis 19 Uhr
Samstag, Sonntag, Feiertage 10 bis 18 Uhr

 

Eintrittspreise unter www.lwl-roemermuseum-haltern.de

 

Quelle: Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL)

Beitragsbild: Eingangsbereich der Ausstellung „Triumph ohne Sieg“ (Foto: LWL/T. Arendt)

 

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Ausstellung Haltern Triumph ohne Sieg

Posted by on September 17th, 2017  •  0 Comments  • 

Eingangsbereich der Ausstellung "Triumph ohne Sieg" (Foto: LWL/T. Arendt)

Triumph ohne Sieg

Neue Ausstellung über Roms Ende in Germanien – alternative Wahrheit vor 2.000 Jahren

Neun Jahre nach dem erfolgreichen Ausstellungsprojekt zur Varusschlacht wird das LWL-Römermuseum in Haltern am See wieder zum Schauplatz einer besonderen Ausstellung über die Römer im damaligen Germanien.
Der spektakuläre Triumphzug des Germanicus vor genau 2.000 Jahren in Rom am 26. Mai 17 n. Chr. und das Ende der römischen Herrschaft in Germanien bilden den Ausgangspunkt für das Ausstellungsprojekt, das der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) in seinem Römermuseum vom 2. Juni bis zum 5. November 2017 unter dem Titel „Triumph ohne Sieg. Roms Ende in Germanien“ präsentiert.

In zwei Jahren Vorbereitungszeit haben die Kuratoren mehr als 40 internationale und nationale Leihgeber für eine Zusammenarbeit gewonnen und ein faszinierendes Ausstellungskonzept erstellt. Über 250 wertvolle Kunstwerke und Artefakte aus Italien, Kroatien, der Schweiz, Slowenien, Ungarn und der Vatikanstadt sollen auf 800 Quadratmetern Ausstellungsfläche für 156 Tage diesen Triumph ohne Sieg verständlich machen.
„US-Präsident Trump hat wahrscheinlich noch nie von dem römischen Kaiser Tiberius gehört, aber gelernt hat auch er von ihm allemal“, sagte LWL-Direktor Matthias Löb am Montag (29.5.) bei der Vorstellung der Ausstellung in Haltern. „Unsere Ausstellung dreht sich um Fake news, um Niederlagen, die zu Siegen umgedeutet werden, um symbolische Politik durch Massenveranstaltungen und um alternative Wahrheit – nur eben vor 2.000 Jahren.“

Kaiser Tiberius kannte Germanien aus eigener Anschauung gut, er wusste, dass dieses Gebiet nicht reich an Bodenschätzen war und sah die erheblichen Verluste an Menschen und Material der vorhergegangenen Kriegsjahre. Auf geschickte Art hat er den dreijährigen, eigentlich nutzlosen und sieglosen Krieg seines Feldherrn Germanicus beendet und in einen Sieg umgewandelt, indem er Ende Mai 17 n.Chr. seinem Adoptivsohn einen grandiosen Triumphzug in Rom ausrichtet.

„Diese Wende bestimmt für die nächsten Jahrhunderte maßgeblich die Entwicklung der Gebiete westlich und östlich des Rheins“, so LWL-Museumsleiter Dr. Rudolf Aßkamp. „Im Westen hält römische Kultur weiter ihren Einzug, Städte werden gegründet an den Orten der ehemaligen Legionslager Xanten, Köln, Bonn, Mainz. Östlich des Rheins bleibt die germanische Bevölkerung in ihren überkommenen Stammesstrukturen gefangen, und es beginnen die sogenannten dunklen Jahrhunderte.“
Vor diesem Hintergrund werden die Besucher im ersten Teil der Ausstellung zunächst zu Zuschauern des Triumphzuges für Germanicus in Rom. Der Triumph in Rom dient als spektakulärer Fixpunkt, um die damit verbundenen Ereignisse schlaglichtartig zu beleuchten.

Der zweite Teil lenkt den Blick auf die militärischen und politischen Entwicklungen in Germanien und die Zeit vor dem vermeintlichen Sieg des Germanicus. Funde aus den römischen Lagern entlang der Lippe wie etwa Haltern am See, Holsterhausen (beide Kreis Recklinghausen), Oberaden, Beckinghausen (beide Kreis Unna), Olfen (Kreis Coesfeld) und Anreppen (Kreis Paderborn) sowie zahlreiche Exponate von weiteren Fundplätzen in Germanien veranschaulichen die römischen Okkupationsbemühungen in Germanien.

Der dritte Teil der Ausstellung widmet sich ganz dem „Römischen Triumph“ und den Fragen, wer, wann und aus welchem Anlass im antiken Rom einen Triumphzug abhalten durfte – mit strengem Protokoll: Zuerst kamen im Zug Beute und Gefangene, dann der Triumphator mit Opfertieren und Behördenvertretern (Lictoren und Staatsbeamten) und schließlich die Armee. Es geht aber auch um die spätere Darstellung von Triumphzügen, zum Beispiel um die Darstellung der gefangenen Thusnelda, der Ehefrau des Varus-Bezwingers Arminius. Diese prominente Geisel im Triumphzug des Germanicus war in der Historienmalerei des 18. und 19. Jahrhunderts ein beliebtes Motiv.

Der letzte Teil bietet einen Blick in die Zukunft in Form der sogenannten kontrafaktischen Geschichtsschreibung – die Geschichtsdarstellung , die sich nicht mit dem befasst, was tatsächlich geschehen ist, sondern mit dem, was geschehen wäre, wenn sich die Ereignisse anders entwickelt hätten.
Hätte Rom gesiegt, wäre die Geschichte der römischen Stützpunkte an der Lippe sicher anders verlaufen. Dann hätte sich Aliso, das heutige Haltern am See, vermutlich zu einem Zentralort in der Region entwickelt. An vielen einstigen Legionsstandorten westlich des Rheins entstanden eigenständige zivile Siedlungen. Zunächst mit Häusern in Fachwerkbauweise errichtet, wurden sie später durch Steingebäude ersetzt und zum Teil monumental ausgebaut. Alles, was städtisches römisches Leben ausmachte, erblühte auf der anderen Seite des Rheins und wäre vermutlich auch in Haltern geschehen, wenn sich die Römer nicht aus dem heutigen Nord- und Westdeutschland zurückgezogen hätten.

„Zwei Thesen halten wir mittlerweile für sehr wahrscheinlich“, so Aßkamp. „Das antike Aliso ist mit dem heutigen Haltern am See identisch. Und der Fundort im Osnabrücker Land bei Kalkriese ist nicht der Ort der Varusschlacht, sondern geht auf die Ereignisse des Jahres 15 n. Chr. rund um Germanicus zurück.“

 

Öffnungszeiten der Ausstellung Triumph ohne Sieg im LWL-Römermuseum Haltern am See:

Dienstag bis Freitag 9 bis 17 Uhr, Donnerstag bis 19 Uhr
Samstag, Sonntag, Feiertage 10 bis 18 Uhr

 

Eintrittspreise unter www.lwl-roemermuseum-haltern.de

 

Quelle: Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL)

Beitragsbild: Eingangsbereich der Ausstellung „Triumph ohne Sieg“ (Foto: LWL/T. Arendt)

 

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Ausstellung Haltern Triumph ohne Sieg

Posted by on September 16th, 2017  •  0 Comments  • 

Eingangsbereich der Ausstellung "Triumph ohne Sieg" (Foto: LWL/T. Arendt)

Triumph ohne Sieg

Neue Ausstellung über Roms Ende in Germanien – alternative Wahrheit vor 2.000 Jahren

Neun Jahre nach dem erfolgreichen Ausstellungsprojekt zur Varusschlacht wird das LWL-Römermuseum in Haltern am See wieder zum Schauplatz einer besonderen Ausstellung über die Römer im damaligen Germanien.
Der spektakuläre Triumphzug des Germanicus vor genau 2.000 Jahren in Rom am 26. Mai 17 n. Chr. und das Ende der römischen Herrschaft in Germanien bilden den Ausgangspunkt für das Ausstellungsprojekt, das der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) in seinem Römermuseum vom 2. Juni bis zum 5. November 2017 unter dem Titel „Triumph ohne Sieg. Roms Ende in Germanien“ präsentiert.

In zwei Jahren Vorbereitungszeit haben die Kuratoren mehr als 40 internationale und nationale Leihgeber für eine Zusammenarbeit gewonnen und ein faszinierendes Ausstellungskonzept erstellt. Über 250 wertvolle Kunstwerke und Artefakte aus Italien, Kroatien, der Schweiz, Slowenien, Ungarn und der Vatikanstadt sollen auf 800 Quadratmetern Ausstellungsfläche für 156 Tage diesen Triumph ohne Sieg verständlich machen.
„US-Präsident Trump hat wahrscheinlich noch nie von dem römischen Kaiser Tiberius gehört, aber gelernt hat auch er von ihm allemal“, sagte LWL-Direktor Matthias Löb am Montag (29.5.) bei der Vorstellung der Ausstellung in Haltern. „Unsere Ausstellung dreht sich um Fake news, um Niederlagen, die zu Siegen umgedeutet werden, um symbolische Politik durch Massenveranstaltungen und um alternative Wahrheit – nur eben vor 2.000 Jahren.“

Kaiser Tiberius kannte Germanien aus eigener Anschauung gut, er wusste, dass dieses Gebiet nicht reich an Bodenschätzen war und sah die erheblichen Verluste an Menschen und Material der vorhergegangenen Kriegsjahre. Auf geschickte Art hat er den dreijährigen, eigentlich nutzlosen und sieglosen Krieg seines Feldherrn Germanicus beendet und in einen Sieg umgewandelt, indem er Ende Mai 17 n.Chr. seinem Adoptivsohn einen grandiosen Triumphzug in Rom ausrichtet.

„Diese Wende bestimmt für die nächsten Jahrhunderte maßgeblich die Entwicklung der Gebiete westlich und östlich des Rheins“, so LWL-Museumsleiter Dr. Rudolf Aßkamp. „Im Westen hält römische Kultur weiter ihren Einzug, Städte werden gegründet an den Orten der ehemaligen Legionslager Xanten, Köln, Bonn, Mainz. Östlich des Rheins bleibt die germanische Bevölkerung in ihren überkommenen Stammesstrukturen gefangen, und es beginnen die sogenannten dunklen Jahrhunderte.“
Vor diesem Hintergrund werden die Besucher im ersten Teil der Ausstellung zunächst zu Zuschauern des Triumphzuges für Germanicus in Rom. Der Triumph in Rom dient als spektakulärer Fixpunkt, um die damit verbundenen Ereignisse schlaglichtartig zu beleuchten.

Der zweite Teil lenkt den Blick auf die militärischen und politischen Entwicklungen in Germanien und die Zeit vor dem vermeintlichen Sieg des Germanicus. Funde aus den römischen Lagern entlang der Lippe wie etwa Haltern am See, Holsterhausen (beide Kreis Recklinghausen), Oberaden, Beckinghausen (beide Kreis Unna), Olfen (Kreis Coesfeld) und Anreppen (Kreis Paderborn) sowie zahlreiche Exponate von weiteren Fundplätzen in Germanien veranschaulichen die römischen Okkupationsbemühungen in Germanien.

Der dritte Teil der Ausstellung widmet sich ganz dem „Römischen Triumph“ und den Fragen, wer, wann und aus welchem Anlass im antiken Rom einen Triumphzug abhalten durfte – mit strengem Protokoll: Zuerst kamen im Zug Beute und Gefangene, dann der Triumphator mit Opfertieren und Behördenvertretern (Lictoren und Staatsbeamten) und schließlich die Armee. Es geht aber auch um die spätere Darstellung von Triumphzügen, zum Beispiel um die Darstellung der gefangenen Thusnelda, der Ehefrau des Varus-Bezwingers Arminius. Diese prominente Geisel im Triumphzug des Germanicus war in der Historienmalerei des 18. und 19. Jahrhunderts ein beliebtes Motiv.

Der letzte Teil bietet einen Blick in die Zukunft in Form der sogenannten kontrafaktischen Geschichtsschreibung – die Geschichtsdarstellung , die sich nicht mit dem befasst, was tatsächlich geschehen ist, sondern mit dem, was geschehen wäre, wenn sich die Ereignisse anders entwickelt hätten.
Hätte Rom gesiegt, wäre die Geschichte der römischen Stützpunkte an der Lippe sicher anders verlaufen. Dann hätte sich Aliso, das heutige Haltern am See, vermutlich zu einem Zentralort in der Region entwickelt. An vielen einstigen Legionsstandorten westlich des Rheins entstanden eigenständige zivile Siedlungen. Zunächst mit Häusern in Fachwerkbauweise errichtet, wurden sie später durch Steingebäude ersetzt und zum Teil monumental ausgebaut. Alles, was städtisches römisches Leben ausmachte, erblühte auf der anderen Seite des Rheins und wäre vermutlich auch in Haltern geschehen, wenn sich die Römer nicht aus dem heutigen Nord- und Westdeutschland zurückgezogen hätten.

„Zwei Thesen halten wir mittlerweile für sehr wahrscheinlich“, so Aßkamp. „Das antike Aliso ist mit dem heutigen Haltern am See identisch. Und der Fundort im Osnabrücker Land bei Kalkriese ist nicht der Ort der Varusschlacht, sondern geht auf die Ereignisse des Jahres 15 n. Chr. rund um Germanicus zurück.“

 

Öffnungszeiten der Ausstellung Triumph ohne Sieg im LWL-Römermuseum Haltern am See:

Dienstag bis Freitag 9 bis 17 Uhr, Donnerstag bis 19 Uhr
Samstag, Sonntag, Feiertage 10 bis 18 Uhr

 

Eintrittspreise unter www.lwl-roemermuseum-haltern.de

 

Quelle: Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL)

Beitragsbild: Eingangsbereich der Ausstellung „Triumph ohne Sieg“ (Foto: LWL/T. Arendt)

 

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Ausstellung Haltern Triumph ohne Sieg

Posted by on September 15th, 2017  •  0 Comments  • 

Eingangsbereich der Ausstellung "Triumph ohne Sieg" (Foto: LWL/T. Arendt)

Triumph ohne Sieg

Neue Ausstellung über Roms Ende in Germanien – alternative Wahrheit vor 2.000 Jahren

Neun Jahre nach dem erfolgreichen Ausstellungsprojekt zur Varusschlacht wird das LWL-Römermuseum in Haltern am See wieder zum Schauplatz einer besonderen Ausstellung über die Römer im damaligen Germanien.
Der spektakuläre Triumphzug des Germanicus vor genau 2.000 Jahren in Rom am 26. Mai 17 n. Chr. und das Ende der römischen Herrschaft in Germanien bilden den Ausgangspunkt für das Ausstellungsprojekt, das der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) in seinem Römermuseum vom 2. Juni bis zum 5. November 2017 unter dem Titel „Triumph ohne Sieg. Roms Ende in Germanien“ präsentiert.

In zwei Jahren Vorbereitungszeit haben die Kuratoren mehr als 40 internationale und nationale Leihgeber für eine Zusammenarbeit gewonnen und ein faszinierendes Ausstellungskonzept erstellt. Über 250 wertvolle Kunstwerke und Artefakte aus Italien, Kroatien, der Schweiz, Slowenien, Ungarn und der Vatikanstadt sollen auf 800 Quadratmetern Ausstellungsfläche für 156 Tage diesen Triumph ohne Sieg verständlich machen.
„US-Präsident Trump hat wahrscheinlich noch nie von dem römischen Kaiser Tiberius gehört, aber gelernt hat auch er von ihm allemal“, sagte LWL-Direktor Matthias Löb am Montag (29.5.) bei der Vorstellung der Ausstellung in Haltern. „Unsere Ausstellung dreht sich um Fake news, um Niederlagen, die zu Siegen umgedeutet werden, um symbolische Politik durch Massenveranstaltungen und um alternative Wahrheit – nur eben vor 2.000 Jahren.“

Kaiser Tiberius kannte Germanien aus eigener Anschauung gut, er wusste, dass dieses Gebiet nicht reich an Bodenschätzen war und sah die erheblichen Verluste an Menschen und Material der vorhergegangenen Kriegsjahre. Auf geschickte Art hat er den dreijährigen, eigentlich nutzlosen und sieglosen Krieg seines Feldherrn Germanicus beendet und in einen Sieg umgewandelt, indem er Ende Mai 17 n.Chr. seinem Adoptivsohn einen grandiosen Triumphzug in Rom ausrichtet.

„Diese Wende bestimmt für die nächsten Jahrhunderte maßgeblich die Entwicklung der Gebiete westlich und östlich des Rheins“, so LWL-Museumsleiter Dr. Rudolf Aßkamp. „Im Westen hält römische Kultur weiter ihren Einzug, Städte werden gegründet an den Orten der ehemaligen Legionslager Xanten, Köln, Bonn, Mainz. Östlich des Rheins bleibt die germanische Bevölkerung in ihren überkommenen Stammesstrukturen gefangen, und es beginnen die sogenannten dunklen Jahrhunderte.“
Vor diesem Hintergrund werden die Besucher im ersten Teil der Ausstellung zunächst zu Zuschauern des Triumphzuges für Germanicus in Rom. Der Triumph in Rom dient als spektakulärer Fixpunkt, um die damit verbundenen Ereignisse schlaglichtartig zu beleuchten.

Der zweite Teil lenkt den Blick auf die militärischen und politischen Entwicklungen in Germanien und die Zeit vor dem vermeintlichen Sieg des Germanicus. Funde aus den römischen Lagern entlang der Lippe wie etwa Haltern am See, Holsterhausen (beide Kreis Recklinghausen), Oberaden, Beckinghausen (beide Kreis Unna), Olfen (Kreis Coesfeld) und Anreppen (Kreis Paderborn) sowie zahlreiche Exponate von weiteren Fundplätzen in Germanien veranschaulichen die römischen Okkupationsbemühungen in Germanien.

Der dritte Teil der Ausstellung widmet sich ganz dem „Römischen Triumph“ und den Fragen, wer, wann und aus welchem Anlass im antiken Rom einen Triumphzug abhalten durfte – mit strengem Protokoll: Zuerst kamen im Zug Beute und Gefangene, dann der Triumphator mit Opfertieren und Behördenvertretern (Lictoren und Staatsbeamten) und schließlich die Armee. Es geht aber auch um die spätere Darstellung von Triumphzügen, zum Beispiel um die Darstellung der gefangenen Thusnelda, der Ehefrau des Varus-Bezwingers Arminius. Diese prominente Geisel im Triumphzug des Germanicus war in der Historienmalerei des 18. und 19. Jahrhunderts ein beliebtes Motiv.

Der letzte Teil bietet einen Blick in die Zukunft in Form der sogenannten kontrafaktischen Geschichtsschreibung – die Geschichtsdarstellung , die sich nicht mit dem befasst, was tatsächlich geschehen ist, sondern mit dem, was geschehen wäre, wenn sich die Ereignisse anders entwickelt hätten.
Hätte Rom gesiegt, wäre die Geschichte der römischen Stützpunkte an der Lippe sicher anders verlaufen. Dann hätte sich Aliso, das heutige Haltern am See, vermutlich zu einem Zentralort in der Region entwickelt. An vielen einstigen Legionsstandorten westlich des Rheins entstanden eigenständige zivile Siedlungen. Zunächst mit Häusern in Fachwerkbauweise errichtet, wurden sie später durch Steingebäude ersetzt und zum Teil monumental ausgebaut. Alles, was städtisches römisches Leben ausmachte, erblühte auf der anderen Seite des Rheins und wäre vermutlich auch in Haltern geschehen, wenn sich die Römer nicht aus dem heutigen Nord- und Westdeutschland zurückgezogen hätten.

„Zwei Thesen halten wir mittlerweile für sehr wahrscheinlich“, so Aßkamp. „Das antike Aliso ist mit dem heutigen Haltern am See identisch. Und der Fundort im Osnabrücker Land bei Kalkriese ist nicht der Ort der Varusschlacht, sondern geht auf die Ereignisse des Jahres 15 n. Chr. rund um Germanicus zurück.“

 

Öffnungszeiten der Ausstellung Triumph ohne Sieg im LWL-Römermuseum Haltern am See:

Dienstag bis Freitag 9 bis 17 Uhr, Donnerstag bis 19 Uhr
Samstag, Sonntag, Feiertage 10 bis 18 Uhr

 

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Beitragsbild: Eingangsbereich der Ausstellung „Triumph ohne Sieg“ (Foto: LWL/T. Arendt)

 

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Ausstellung Haltern Triumph ohne Sieg

Posted by on September 14th, 2017  •  0 Comments  • 

Eingangsbereich der Ausstellung "Triumph ohne Sieg" (Foto: LWL/T. Arendt)

Triumph ohne Sieg

Neue Ausstellung über Roms Ende in Germanien – alternative Wahrheit vor 2.000 Jahren

Neun Jahre nach dem erfolgreichen Ausstellungsprojekt zur Varusschlacht wird das LWL-Römermuseum in Haltern am See wieder zum Schauplatz einer besonderen Ausstellung über die Römer im damaligen Germanien.
Der spektakuläre Triumphzug des Germanicus vor genau 2.000 Jahren in Rom am 26. Mai 17 n. Chr. und das Ende der römischen Herrschaft in Germanien bilden den Ausgangspunkt für das Ausstellungsprojekt, das der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) in seinem Römermuseum vom 2. Juni bis zum 5. November 2017 unter dem Titel „Triumph ohne Sieg. Roms Ende in Germanien“ präsentiert.

In zwei Jahren Vorbereitungszeit haben die Kuratoren mehr als 40 internationale und nationale Leihgeber für eine Zusammenarbeit gewonnen und ein faszinierendes Ausstellungskonzept erstellt. Über 250 wertvolle Kunstwerke und Artefakte aus Italien, Kroatien, der Schweiz, Slowenien, Ungarn und der Vatikanstadt sollen auf 800 Quadratmetern Ausstellungsfläche für 156 Tage diesen Triumph ohne Sieg verständlich machen.
„US-Präsident Trump hat wahrscheinlich noch nie von dem römischen Kaiser Tiberius gehört, aber gelernt hat auch er von ihm allemal“, sagte LWL-Direktor Matthias Löb am Montag (29.5.) bei der Vorstellung der Ausstellung in Haltern. „Unsere Ausstellung dreht sich um Fake news, um Niederlagen, die zu Siegen umgedeutet werden, um symbolische Politik durch Massenveranstaltungen und um alternative Wahrheit – nur eben vor 2.000 Jahren.“

Kaiser Tiberius kannte Germanien aus eigener Anschauung gut, er wusste, dass dieses Gebiet nicht reich an Bodenschätzen war und sah die erheblichen Verluste an Menschen und Material der vorhergegangenen Kriegsjahre. Auf geschickte Art hat er den dreijährigen, eigentlich nutzlosen und sieglosen Krieg seines Feldherrn Germanicus beendet und in einen Sieg umgewandelt, indem er Ende Mai 17 n.Chr. seinem Adoptivsohn einen grandiosen Triumphzug in Rom ausrichtet.

„Diese Wende bestimmt für die nächsten Jahrhunderte maßgeblich die Entwicklung der Gebiete westlich und östlich des Rheins“, so LWL-Museumsleiter Dr. Rudolf Aßkamp. „Im Westen hält römische Kultur weiter ihren Einzug, Städte werden gegründet an den Orten der ehemaligen Legionslager Xanten, Köln, Bonn, Mainz. Östlich des Rheins bleibt die germanische Bevölkerung in ihren überkommenen Stammesstrukturen gefangen, und es beginnen die sogenannten dunklen Jahrhunderte.“
Vor diesem Hintergrund werden die Besucher im ersten Teil der Ausstellung zunächst zu Zuschauern des Triumphzuges für Germanicus in Rom. Der Triumph in Rom dient als spektakulärer Fixpunkt, um die damit verbundenen Ereignisse schlaglichtartig zu beleuchten.

Der zweite Teil lenkt den Blick auf die militärischen und politischen Entwicklungen in Germanien und die Zeit vor dem vermeintlichen Sieg des Germanicus. Funde aus den römischen Lagern entlang der Lippe wie etwa Haltern am See, Holsterhausen (beide Kreis Recklinghausen), Oberaden, Beckinghausen (beide Kreis Unna), Olfen (Kreis Coesfeld) und Anreppen (Kreis Paderborn) sowie zahlreiche Exponate von weiteren Fundplätzen in Germanien veranschaulichen die römischen Okkupationsbemühungen in Germanien.

Der dritte Teil der Ausstellung widmet sich ganz dem „Römischen Triumph“ und den Fragen, wer, wann und aus welchem Anlass im antiken Rom einen Triumphzug abhalten durfte – mit strengem Protokoll: Zuerst kamen im Zug Beute und Gefangene, dann der Triumphator mit Opfertieren und Behördenvertretern (Lictoren und Staatsbeamten) und schließlich die Armee. Es geht aber auch um die spätere Darstellung von Triumphzügen, zum Beispiel um die Darstellung der gefangenen Thusnelda, der Ehefrau des Varus-Bezwingers Arminius. Diese prominente Geisel im Triumphzug des Germanicus war in der Historienmalerei des 18. und 19. Jahrhunderts ein beliebtes Motiv.

Der letzte Teil bietet einen Blick in die Zukunft in Form der sogenannten kontrafaktischen Geschichtsschreibung – die Geschichtsdarstellung , die sich nicht mit dem befasst, was tatsächlich geschehen ist, sondern mit dem, was geschehen wäre, wenn sich die Ereignisse anders entwickelt hätten.
Hätte Rom gesiegt, wäre die Geschichte der römischen Stützpunkte an der Lippe sicher anders verlaufen. Dann hätte sich Aliso, das heutige Haltern am See, vermutlich zu einem Zentralort in der Region entwickelt. An vielen einstigen Legionsstandorten westlich des Rheins entstanden eigenständige zivile Siedlungen. Zunächst mit Häusern in Fachwerkbauweise errichtet, wurden sie später durch Steingebäude ersetzt und zum Teil monumental ausgebaut. Alles, was städtisches römisches Leben ausmachte, erblühte auf der anderen Seite des Rheins und wäre vermutlich auch in Haltern geschehen, wenn sich die Römer nicht aus dem heutigen Nord- und Westdeutschland zurückgezogen hätten.

„Zwei Thesen halten wir mittlerweile für sehr wahrscheinlich“, so Aßkamp. „Das antike Aliso ist mit dem heutigen Haltern am See identisch. Und der Fundort im Osnabrücker Land bei Kalkriese ist nicht der Ort der Varusschlacht, sondern geht auf die Ereignisse des Jahres 15 n. Chr. rund um Germanicus zurück.“

 

Öffnungszeiten der Ausstellung Triumph ohne Sieg im LWL-Römermuseum Haltern am See:

Dienstag bis Freitag 9 bis 17 Uhr, Donnerstag bis 19 Uhr
Samstag, Sonntag, Feiertage 10 bis 18 Uhr

 

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Beitragsbild: Eingangsbereich der Ausstellung „Triumph ohne Sieg“ (Foto: LWL/T. Arendt)

 

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Ausstellung Haltern Triumph ohne Sieg

Posted by on September 13th, 2017  •  0 Comments  • 

Eingangsbereich der Ausstellung "Triumph ohne Sieg" (Foto: LWL/T. Arendt)

Triumph ohne Sieg

Neue Ausstellung über Roms Ende in Germanien – alternative Wahrheit vor 2.000 Jahren

Neun Jahre nach dem erfolgreichen Ausstellungsprojekt zur Varusschlacht wird das LWL-Römermuseum in Haltern am See wieder zum Schauplatz einer besonderen Ausstellung über die Römer im damaligen Germanien.
Der spektakuläre Triumphzug des Germanicus vor genau 2.000 Jahren in Rom am 26. Mai 17 n. Chr. und das Ende der römischen Herrschaft in Germanien bilden den Ausgangspunkt für das Ausstellungsprojekt, das der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) in seinem Römermuseum vom 2. Juni bis zum 5. November 2017 unter dem Titel „Triumph ohne Sieg. Roms Ende in Germanien“ präsentiert.

In zwei Jahren Vorbereitungszeit haben die Kuratoren mehr als 40 internationale und nationale Leihgeber für eine Zusammenarbeit gewonnen und ein faszinierendes Ausstellungskonzept erstellt. Über 250 wertvolle Kunstwerke und Artefakte aus Italien, Kroatien, der Schweiz, Slowenien, Ungarn und der Vatikanstadt sollen auf 800 Quadratmetern Ausstellungsfläche für 156 Tage diesen Triumph ohne Sieg verständlich machen.
„US-Präsident Trump hat wahrscheinlich noch nie von dem römischen Kaiser Tiberius gehört, aber gelernt hat auch er von ihm allemal“, sagte LWL-Direktor Matthias Löb am Montag (29.5.) bei der Vorstellung der Ausstellung in Haltern. „Unsere Ausstellung dreht sich um Fake news, um Niederlagen, die zu Siegen umgedeutet werden, um symbolische Politik durch Massenveranstaltungen und um alternative Wahrheit – nur eben vor 2.000 Jahren.“

Kaiser Tiberius kannte Germanien aus eigener Anschauung gut, er wusste, dass dieses Gebiet nicht reich an Bodenschätzen war und sah die erheblichen Verluste an Menschen und Material der vorhergegangenen Kriegsjahre. Auf geschickte Art hat er den dreijährigen, eigentlich nutzlosen und sieglosen Krieg seines Feldherrn Germanicus beendet und in einen Sieg umgewandelt, indem er Ende Mai 17 n.Chr. seinem Adoptivsohn einen grandiosen Triumphzug in Rom ausrichtet.

„Diese Wende bestimmt für die nächsten Jahrhunderte maßgeblich die Entwicklung der Gebiete westlich und östlich des Rheins“, so LWL-Museumsleiter Dr. Rudolf Aßkamp. „Im Westen hält römische Kultur weiter ihren Einzug, Städte werden gegründet an den Orten der ehemaligen Legionslager Xanten, Köln, Bonn, Mainz. Östlich des Rheins bleibt die germanische Bevölkerung in ihren überkommenen Stammesstrukturen gefangen, und es beginnen die sogenannten dunklen Jahrhunderte.“
Vor diesem Hintergrund werden die Besucher im ersten Teil der Ausstellung zunächst zu Zuschauern des Triumphzuges für Germanicus in Rom. Der Triumph in Rom dient als spektakulärer Fixpunkt, um die damit verbundenen Ereignisse schlaglichtartig zu beleuchten.

Der zweite Teil lenkt den Blick auf die militärischen und politischen Entwicklungen in Germanien und die Zeit vor dem vermeintlichen Sieg des Germanicus. Funde aus den römischen Lagern entlang der Lippe wie etwa Haltern am See, Holsterhausen (beide Kreis Recklinghausen), Oberaden, Beckinghausen (beide Kreis Unna), Olfen (Kreis Coesfeld) und Anreppen (Kreis Paderborn) sowie zahlreiche Exponate von weiteren Fundplätzen in Germanien veranschaulichen die römischen Okkupationsbemühungen in Germanien.

Der dritte Teil der Ausstellung widmet sich ganz dem „Römischen Triumph“ und den Fragen, wer, wann und aus welchem Anlass im antiken Rom einen Triumphzug abhalten durfte – mit strengem Protokoll: Zuerst kamen im Zug Beute und Gefangene, dann der Triumphator mit Opfertieren und Behördenvertretern (Lictoren und Staatsbeamten) und schließlich die Armee. Es geht aber auch um die spätere Darstellung von Triumphzügen, zum Beispiel um die Darstellung der gefangenen Thusnelda, der Ehefrau des Varus-Bezwingers Arminius. Diese prominente Geisel im Triumphzug des Germanicus war in der Historienmalerei des 18. und 19. Jahrhunderts ein beliebtes Motiv.

Der letzte Teil bietet einen Blick in die Zukunft in Form der sogenannten kontrafaktischen Geschichtsschreibung – die Geschichtsdarstellung , die sich nicht mit dem befasst, was tatsächlich geschehen ist, sondern mit dem, was geschehen wäre, wenn sich die Ereignisse anders entwickelt hätten.
Hätte Rom gesiegt, wäre die Geschichte der römischen Stützpunkte an der Lippe sicher anders verlaufen. Dann hätte sich Aliso, das heutige Haltern am See, vermutlich zu einem Zentralort in der Region entwickelt. An vielen einstigen Legionsstandorten westlich des Rheins entstanden eigenständige zivile Siedlungen. Zunächst mit Häusern in Fachwerkbauweise errichtet, wurden sie später durch Steingebäude ersetzt und zum Teil monumental ausgebaut. Alles, was städtisches römisches Leben ausmachte, erblühte auf der anderen Seite des Rheins und wäre vermutlich auch in Haltern geschehen, wenn sich die Römer nicht aus dem heutigen Nord- und Westdeutschland zurückgezogen hätten.

„Zwei Thesen halten wir mittlerweile für sehr wahrscheinlich“, so Aßkamp. „Das antike Aliso ist mit dem heutigen Haltern am See identisch. Und der Fundort im Osnabrücker Land bei Kalkriese ist nicht der Ort der Varusschlacht, sondern geht auf die Ereignisse des Jahres 15 n. Chr. rund um Germanicus zurück.“

 

Öffnungszeiten der Ausstellung Triumph ohne Sieg im LWL-Römermuseum Haltern am See:

Dienstag bis Freitag 9 bis 17 Uhr, Donnerstag bis 19 Uhr
Samstag, Sonntag, Feiertage 10 bis 18 Uhr

 

Eintrittspreise unter www.lwl-roemermuseum-haltern.de

 

Quelle: Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL)

Beitragsbild: Eingangsbereich der Ausstellung „Triumph ohne Sieg“ (Foto: LWL/T. Arendt)

 

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Triumph ohne Sieg

Posted by on August 27th, 2017  •  0 Comments  • 

„Triumph ohne Sieg“

„Live Speaker“ stehen Rede und Antwort im LWL-Römermuseum in Haltern am See

„Fragen?“ Das steht auf den Ansteckschildern der „Live Speaker“ im Römermuseum des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) in Haltern am See. „Live Speaker“ sind Fachleute, die einmal pro Woche vor Ort für Fragen rund um die neue Sonderausstellung „Triumph ohne Sieg“ zur Verfügung stehen. Ihre Antworten sind individuell, direkt und verständlich.
Warum zog Germanicus im Triumphzug durch Rom, wenn es gar nichts zu feiern gab? Wieso sind die Römer nicht in Haltern geblieben? Und: Was ist eigentlich ein Tropaion? Fragen über Fragen, die Besucher des LWL-Römermuseums den neun Archäologinnen und Althistorikern ab sofort vor Ort stellen dürfen. Als „Live Speaker“ stehen diese im Juni jeden Donnerstag, oder ab Juli jeden Sonntag, in der Ausstellung bereit. An drei Stationen sind sie Spezialist für unterschiedliche Bereiche.

„Alle sind vom Fach, mit dem Thema bestens vertraut und hochmotiviert“, erklärt Renate Wiechers, wissenschaftliche Referentin für Museumspädagogik und stellvertretende Leiterin des LWL-Römermuseums. „In erster Linie möchten wir unseren Besuchern die Möglichkeit geben, ganz ungezwungen Fragen zu stellen. Bestenfalls kommen unsere Live Speaker dabei mit ihnen ins Gespräch, laden zum Diskutieren und Nachdenken ein.“

 

Die „Live Speaker“ arbeiten seit vielen Jahren als freischaffende Museumspädagogen im LWL-Römermuseum. Sie wissen worum es in der Sonderausstellung geht und wie sie das Thema für jeden verständlich machen können.

 

„Live Speaker“ sind in vielen Museen mittlerweile eine echte Alternative zu öffentlichen Führungen: „Live Speaker gehen viel persönlicher und direkter auf die Interessen der Besucher ein“, meint Wiechers. „Deshalb bleibt die Ausstellung bei vielen als Erlebnis im Gedächtnis.“ Aus diesem Grund hat sich das LWL-Römermuseum im Rahmen der neuen Sonderausstellung „Triumph ohne Sieg“ erstmals zu dieser kostenlosen Leistung entschlossen. Sie ist im Museumseintritt enthalten.

Neun Jahre nach dem Ausstellungsprojekt zur Varusschlacht wird das LWL-Römermuseum in Haltern am See wieder zum Schauplatz einer Ausstellung über die Römer im damaligen Germanien. Der Triumphzug des Germanicus vor 2.000 Jahren in Rom und das Ende der römischen Herrschaft in Germanien bilden den Ausgangspunkt für das Ausstellungsprojekt, das der LWL in seinem Römermuseum noch bis zum 5. November 2017 unter dem Titel „Triumph ohne Sieg. Roms Ende in Germanien“ zeigt.

Mehr als 40 internationale und nationale Leihgeber und über 250 wertvolle Kunstwerke und Artefakte aus Italien, Kroatien, der Schweiz, Slowenien, Ungarn und der Vatikanstadt sollen auf 800 Quadratmetern Ausstellungsfläche für 156 Tage diesen Triumph ohne Sieg verständlich machen.

 

Quelle: LWL-Pressestelle


Triumph ohne Sieg

Posted by on August 20th, 2017  •  0 Comments  • 

„Triumph ohne Sieg“

„Live Speaker“ stehen Rede und Antwort im LWL-Römermuseum in Haltern am See

„Fragen?“ Das steht auf den Ansteckschildern der „Live Speaker“ im Römermuseum des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) in Haltern am See. „Live Speaker“ sind Fachleute, die einmal pro Woche vor Ort für Fragen rund um die neue Sonderausstellung „Triumph ohne Sieg“ zur Verfügung stehen. Ihre Antworten sind individuell, direkt und verständlich.
Warum zog Germanicus im Triumphzug durch Rom, wenn es gar nichts zu feiern gab? Wieso sind die Römer nicht in Haltern geblieben? Und: Was ist eigentlich ein Tropaion? Fragen über Fragen, die Besucher des LWL-Römermuseums den neun Archäologinnen und Althistorikern ab sofort vor Ort stellen dürfen. Als „Live Speaker“ stehen diese im Juni jeden Donnerstag, oder ab Juli jeden Sonntag, in der Ausstellung bereit. An drei Stationen sind sie Spezialist für unterschiedliche Bereiche.

„Alle sind vom Fach, mit dem Thema bestens vertraut und hochmotiviert“, erklärt Renate Wiechers, wissenschaftliche Referentin für Museumspädagogik und stellvertretende Leiterin des LWL-Römermuseums. „In erster Linie möchten wir unseren Besuchern die Möglichkeit geben, ganz ungezwungen Fragen zu stellen. Bestenfalls kommen unsere Live Speaker dabei mit ihnen ins Gespräch, laden zum Diskutieren und Nachdenken ein.“

 

Die „Live Speaker“ arbeiten seit vielen Jahren als freischaffende Museumspädagogen im LWL-Römermuseum. Sie wissen worum es in der Sonderausstellung geht und wie sie das Thema für jeden verständlich machen können.

 

„Live Speaker“ sind in vielen Museen mittlerweile eine echte Alternative zu öffentlichen Führungen: „Live Speaker gehen viel persönlicher und direkter auf die Interessen der Besucher ein“, meint Wiechers. „Deshalb bleibt die Ausstellung bei vielen als Erlebnis im Gedächtnis.“ Aus diesem Grund hat sich das LWL-Römermuseum im Rahmen der neuen Sonderausstellung „Triumph ohne Sieg“ erstmals zu dieser kostenlosen Leistung entschlossen. Sie ist im Museumseintritt enthalten.

Neun Jahre nach dem Ausstellungsprojekt zur Varusschlacht wird das LWL-Römermuseum in Haltern am See wieder zum Schauplatz einer Ausstellung über die Römer im damaligen Germanien. Der Triumphzug des Germanicus vor 2.000 Jahren in Rom und das Ende der römischen Herrschaft in Germanien bilden den Ausgangspunkt für das Ausstellungsprojekt, das der LWL in seinem Römermuseum noch bis zum 5. November 2017 unter dem Titel „Triumph ohne Sieg. Roms Ende in Germanien“ zeigt.

Mehr als 40 internationale und nationale Leihgeber und über 250 wertvolle Kunstwerke und Artefakte aus Italien, Kroatien, der Schweiz, Slowenien, Ungarn und der Vatikanstadt sollen auf 800 Quadratmetern Ausstellungsfläche für 156 Tage diesen Triumph ohne Sieg verständlich machen.

 

Quelle: LWL-Pressestelle


Triumph ohne Sieg

Posted by on August 13th, 2017  •  0 Comments  • 

„Triumph ohne Sieg“

„Live Speaker“ stehen Rede und Antwort im LWL-Römermuseum in Haltern am See

„Fragen?“ Das steht auf den Ansteckschildern der „Live Speaker“ im Römermuseum des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) in Haltern am See. „Live Speaker“ sind Fachleute, die einmal pro Woche vor Ort für Fragen rund um die neue Sonderausstellung „Triumph ohne Sieg“ zur Verfügung stehen. Ihre Antworten sind individuell, direkt und verständlich.
Warum zog Germanicus im Triumphzug durch Rom, wenn es gar nichts zu feiern gab? Wieso sind die Römer nicht in Haltern geblieben? Und: Was ist eigentlich ein Tropaion? Fragen über Fragen, die Besucher des LWL-Römermuseums den neun Archäologinnen und Althistorikern ab sofort vor Ort stellen dürfen. Als „Live Speaker“ stehen diese im Juni jeden Donnerstag, oder ab Juli jeden Sonntag, in der Ausstellung bereit. An drei Stationen sind sie Spezialist für unterschiedliche Bereiche.

„Alle sind vom Fach, mit dem Thema bestens vertraut und hochmotiviert“, erklärt Renate Wiechers, wissenschaftliche Referentin für Museumspädagogik und stellvertretende Leiterin des LWL-Römermuseums. „In erster Linie möchten wir unseren Besuchern die Möglichkeit geben, ganz ungezwungen Fragen zu stellen. Bestenfalls kommen unsere Live Speaker dabei mit ihnen ins Gespräch, laden zum Diskutieren und Nachdenken ein.“

 

Die „Live Speaker“ arbeiten seit vielen Jahren als freischaffende Museumspädagogen im LWL-Römermuseum. Sie wissen worum es in der Sonderausstellung geht und wie sie das Thema für jeden verständlich machen können.

 

„Live Speaker“ sind in vielen Museen mittlerweile eine echte Alternative zu öffentlichen Führungen: „Live Speaker gehen viel persönlicher und direkter auf die Interessen der Besucher ein“, meint Wiechers. „Deshalb bleibt die Ausstellung bei vielen als Erlebnis im Gedächtnis.“ Aus diesem Grund hat sich das LWL-Römermuseum im Rahmen der neuen Sonderausstellung „Triumph ohne Sieg“ erstmals zu dieser kostenlosen Leistung entschlossen. Sie ist im Museumseintritt enthalten.

Neun Jahre nach dem Ausstellungsprojekt zur Varusschlacht wird das LWL-Römermuseum in Haltern am See wieder zum Schauplatz einer Ausstellung über die Römer im damaligen Germanien. Der Triumphzug des Germanicus vor 2.000 Jahren in Rom und das Ende der römischen Herrschaft in Germanien bilden den Ausgangspunkt für das Ausstellungsprojekt, das der LWL in seinem Römermuseum noch bis zum 5. November 2017 unter dem Titel „Triumph ohne Sieg. Roms Ende in Germanien“ zeigt.

Mehr als 40 internationale und nationale Leihgeber und über 250 wertvolle Kunstwerke und Artefakte aus Italien, Kroatien, der Schweiz, Slowenien, Ungarn und der Vatikanstadt sollen auf 800 Quadratmetern Ausstellungsfläche für 156 Tage diesen Triumph ohne Sieg verständlich machen.

 

Quelle: LWL-Pressestelle