Römermuseum Archives - Aktuelle Veranstaltungen im Ruhrgebiet

Ausstellung Haltern Triumph ohne Sieg

Posted by on November 5th, 2017  •  0 Comments  • 

Eingangsbereich der Ausstellung "Triumph ohne Sieg" (Foto: LWL/T. Arendt)

Triumph ohne Sieg

Neue Ausstellung über Roms Ende in Germanien – alternative Wahrheit vor 2.000 Jahren

Neun Jahre nach dem erfolgreichen Ausstellungsprojekt zur Varusschlacht wird das LWL-Römermuseum in Haltern am See wieder zum Schauplatz einer besonderen Ausstellung über die Römer im damaligen Germanien.
Der spektakuläre Triumphzug des Germanicus vor genau 2.000 Jahren in Rom am 26. Mai 17 n. Chr. und das Ende der römischen Herrschaft in Germanien bilden den Ausgangspunkt für das Ausstellungsprojekt, das der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) in seinem Römermuseum vom 2. Juni bis zum 5. November 2017 unter dem Titel „Triumph ohne Sieg. Roms Ende in Germanien“ präsentiert.

In zwei Jahren Vorbereitungszeit haben die Kuratoren mehr als 40 internationale und nationale Leihgeber für eine Zusammenarbeit gewonnen und ein faszinierendes Ausstellungskonzept erstellt. Über 250 wertvolle Kunstwerke und Artefakte aus Italien, Kroatien, der Schweiz, Slowenien, Ungarn und der Vatikanstadt sollen auf 800 Quadratmetern Ausstellungsfläche für 156 Tage diesen Triumph ohne Sieg verständlich machen.
„US-Präsident Trump hat wahrscheinlich noch nie von dem römischen Kaiser Tiberius gehört, aber gelernt hat auch er von ihm allemal“, sagte LWL-Direktor Matthias Löb am Montag (29.5.) bei der Vorstellung der Ausstellung in Haltern. „Unsere Ausstellung dreht sich um Fake news, um Niederlagen, die zu Siegen umgedeutet werden, um symbolische Politik durch Massenveranstaltungen und um alternative Wahrheit – nur eben vor 2.000 Jahren.“

Kaiser Tiberius kannte Germanien aus eigener Anschauung gut, er wusste, dass dieses Gebiet nicht reich an Bodenschätzen war und sah die erheblichen Verluste an Menschen und Material der vorhergegangenen Kriegsjahre. Auf geschickte Art hat er den dreijährigen, eigentlich nutzlosen und sieglosen Krieg seines Feldherrn Germanicus beendet und in einen Sieg umgewandelt, indem er Ende Mai 17 n.Chr. seinem Adoptivsohn einen grandiosen Triumphzug in Rom ausrichtet.

„Diese Wende bestimmt für die nächsten Jahrhunderte maßgeblich die Entwicklung der Gebiete westlich und östlich des Rheins“, so LWL-Museumsleiter Dr. Rudolf Aßkamp. „Im Westen hält römische Kultur weiter ihren Einzug, Städte werden gegründet an den Orten der ehemaligen Legionslager Xanten, Köln, Bonn, Mainz. Östlich des Rheins bleibt die germanische Bevölkerung in ihren überkommenen Stammesstrukturen gefangen, und es beginnen die sogenannten dunklen Jahrhunderte.“
Vor diesem Hintergrund werden die Besucher im ersten Teil der Ausstellung zunächst zu Zuschauern des Triumphzuges für Germanicus in Rom. Der Triumph in Rom dient als spektakulärer Fixpunkt, um die damit verbundenen Ereignisse schlaglichtartig zu beleuchten.

Der zweite Teil lenkt den Blick auf die militärischen und politischen Entwicklungen in Germanien und die Zeit vor dem vermeintlichen Sieg des Germanicus. Funde aus den römischen Lagern entlang der Lippe wie etwa Haltern am See, Holsterhausen (beide Kreis Recklinghausen), Oberaden, Beckinghausen (beide Kreis Unna), Olfen (Kreis Coesfeld) und Anreppen (Kreis Paderborn) sowie zahlreiche Exponate von weiteren Fundplätzen in Germanien veranschaulichen die römischen Okkupationsbemühungen in Germanien.

Der dritte Teil der Ausstellung widmet sich ganz dem „Römischen Triumph“ und den Fragen, wer, wann und aus welchem Anlass im antiken Rom einen Triumphzug abhalten durfte – mit strengem Protokoll: Zuerst kamen im Zug Beute und Gefangene, dann der Triumphator mit Opfertieren und Behördenvertretern (Lictoren und Staatsbeamten) und schließlich die Armee. Es geht aber auch um die spätere Darstellung von Triumphzügen, zum Beispiel um die Darstellung der gefangenen Thusnelda, der Ehefrau des Varus-Bezwingers Arminius. Diese prominente Geisel im Triumphzug des Germanicus war in der Historienmalerei des 18. und 19. Jahrhunderts ein beliebtes Motiv.

Der letzte Teil bietet einen Blick in die Zukunft in Form der sogenannten kontrafaktischen Geschichtsschreibung – die Geschichtsdarstellung , die sich nicht mit dem befasst, was tatsächlich geschehen ist, sondern mit dem, was geschehen wäre, wenn sich die Ereignisse anders entwickelt hätten.
Hätte Rom gesiegt, wäre die Geschichte der römischen Stützpunkte an der Lippe sicher anders verlaufen. Dann hätte sich Aliso, das heutige Haltern am See, vermutlich zu einem Zentralort in der Region entwickelt. An vielen einstigen Legionsstandorten westlich des Rheins entstanden eigenständige zivile Siedlungen. Zunächst mit Häusern in Fachwerkbauweise errichtet, wurden sie später durch Steingebäude ersetzt und zum Teil monumental ausgebaut. Alles, was städtisches römisches Leben ausmachte, erblühte auf der anderen Seite des Rheins und wäre vermutlich auch in Haltern geschehen, wenn sich die Römer nicht aus dem heutigen Nord- und Westdeutschland zurückgezogen hätten.

„Zwei Thesen halten wir mittlerweile für sehr wahrscheinlich“, so Aßkamp. „Das antike Aliso ist mit dem heutigen Haltern am See identisch. Und der Fundort im Osnabrücker Land bei Kalkriese ist nicht der Ort der Varusschlacht, sondern geht auf die Ereignisse des Jahres 15 n. Chr. rund um Germanicus zurück.“

 

Öffnungszeiten der Ausstellung Triumph ohne Sieg im LWL-Römermuseum Haltern am See:

Dienstag bis Freitag 9 bis 17 Uhr, Donnerstag bis 19 Uhr
Samstag, Sonntag, Feiertage 10 bis 18 Uhr

 

Eintrittspreise unter www.lwl-roemermuseum-haltern.de

 

Quelle: Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL)

Beitragsbild: Eingangsbereich der Ausstellung „Triumph ohne Sieg“ (Foto: LWL/T. Arendt)

 

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Ausstellung Haltern Triumph ohne Sieg

Posted by on November 4th, 2017  •  0 Comments  • 

Eingangsbereich der Ausstellung "Triumph ohne Sieg" (Foto: LWL/T. Arendt)

Triumph ohne Sieg

Neue Ausstellung über Roms Ende in Germanien – alternative Wahrheit vor 2.000 Jahren

Neun Jahre nach dem erfolgreichen Ausstellungsprojekt zur Varusschlacht wird das LWL-Römermuseum in Haltern am See wieder zum Schauplatz einer besonderen Ausstellung über die Römer im damaligen Germanien.
Der spektakuläre Triumphzug des Germanicus vor genau 2.000 Jahren in Rom am 26. Mai 17 n. Chr. und das Ende der römischen Herrschaft in Germanien bilden den Ausgangspunkt für das Ausstellungsprojekt, das der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) in seinem Römermuseum vom 2. Juni bis zum 5. November 2017 unter dem Titel „Triumph ohne Sieg. Roms Ende in Germanien“ präsentiert.

In zwei Jahren Vorbereitungszeit haben die Kuratoren mehr als 40 internationale und nationale Leihgeber für eine Zusammenarbeit gewonnen und ein faszinierendes Ausstellungskonzept erstellt. Über 250 wertvolle Kunstwerke und Artefakte aus Italien, Kroatien, der Schweiz, Slowenien, Ungarn und der Vatikanstadt sollen auf 800 Quadratmetern Ausstellungsfläche für 156 Tage diesen Triumph ohne Sieg verständlich machen.
„US-Präsident Trump hat wahrscheinlich noch nie von dem römischen Kaiser Tiberius gehört, aber gelernt hat auch er von ihm allemal“, sagte LWL-Direktor Matthias Löb am Montag (29.5.) bei der Vorstellung der Ausstellung in Haltern. „Unsere Ausstellung dreht sich um Fake news, um Niederlagen, die zu Siegen umgedeutet werden, um symbolische Politik durch Massenveranstaltungen und um alternative Wahrheit – nur eben vor 2.000 Jahren.“

Kaiser Tiberius kannte Germanien aus eigener Anschauung gut, er wusste, dass dieses Gebiet nicht reich an Bodenschätzen war und sah die erheblichen Verluste an Menschen und Material der vorhergegangenen Kriegsjahre. Auf geschickte Art hat er den dreijährigen, eigentlich nutzlosen und sieglosen Krieg seines Feldherrn Germanicus beendet und in einen Sieg umgewandelt, indem er Ende Mai 17 n.Chr. seinem Adoptivsohn einen grandiosen Triumphzug in Rom ausrichtet.

„Diese Wende bestimmt für die nächsten Jahrhunderte maßgeblich die Entwicklung der Gebiete westlich und östlich des Rheins“, so LWL-Museumsleiter Dr. Rudolf Aßkamp. „Im Westen hält römische Kultur weiter ihren Einzug, Städte werden gegründet an den Orten der ehemaligen Legionslager Xanten, Köln, Bonn, Mainz. Östlich des Rheins bleibt die germanische Bevölkerung in ihren überkommenen Stammesstrukturen gefangen, und es beginnen die sogenannten dunklen Jahrhunderte.“
Vor diesem Hintergrund werden die Besucher im ersten Teil der Ausstellung zunächst zu Zuschauern des Triumphzuges für Germanicus in Rom. Der Triumph in Rom dient als spektakulärer Fixpunkt, um die damit verbundenen Ereignisse schlaglichtartig zu beleuchten.

Der zweite Teil lenkt den Blick auf die militärischen und politischen Entwicklungen in Germanien und die Zeit vor dem vermeintlichen Sieg des Germanicus. Funde aus den römischen Lagern entlang der Lippe wie etwa Haltern am See, Holsterhausen (beide Kreis Recklinghausen), Oberaden, Beckinghausen (beide Kreis Unna), Olfen (Kreis Coesfeld) und Anreppen (Kreis Paderborn) sowie zahlreiche Exponate von weiteren Fundplätzen in Germanien veranschaulichen die römischen Okkupationsbemühungen in Germanien.

Der dritte Teil der Ausstellung widmet sich ganz dem „Römischen Triumph“ und den Fragen, wer, wann und aus welchem Anlass im antiken Rom einen Triumphzug abhalten durfte – mit strengem Protokoll: Zuerst kamen im Zug Beute und Gefangene, dann der Triumphator mit Opfertieren und Behördenvertretern (Lictoren und Staatsbeamten) und schließlich die Armee. Es geht aber auch um die spätere Darstellung von Triumphzügen, zum Beispiel um die Darstellung der gefangenen Thusnelda, der Ehefrau des Varus-Bezwingers Arminius. Diese prominente Geisel im Triumphzug des Germanicus war in der Historienmalerei des 18. und 19. Jahrhunderts ein beliebtes Motiv.

Der letzte Teil bietet einen Blick in die Zukunft in Form der sogenannten kontrafaktischen Geschichtsschreibung – die Geschichtsdarstellung , die sich nicht mit dem befasst, was tatsächlich geschehen ist, sondern mit dem, was geschehen wäre, wenn sich die Ereignisse anders entwickelt hätten.
Hätte Rom gesiegt, wäre die Geschichte der römischen Stützpunkte an der Lippe sicher anders verlaufen. Dann hätte sich Aliso, das heutige Haltern am See, vermutlich zu einem Zentralort in der Region entwickelt. An vielen einstigen Legionsstandorten westlich des Rheins entstanden eigenständige zivile Siedlungen. Zunächst mit Häusern in Fachwerkbauweise errichtet, wurden sie später durch Steingebäude ersetzt und zum Teil monumental ausgebaut. Alles, was städtisches römisches Leben ausmachte, erblühte auf der anderen Seite des Rheins und wäre vermutlich auch in Haltern geschehen, wenn sich die Römer nicht aus dem heutigen Nord- und Westdeutschland zurückgezogen hätten.

„Zwei Thesen halten wir mittlerweile für sehr wahrscheinlich“, so Aßkamp. „Das antike Aliso ist mit dem heutigen Haltern am See identisch. Und der Fundort im Osnabrücker Land bei Kalkriese ist nicht der Ort der Varusschlacht, sondern geht auf die Ereignisse des Jahres 15 n. Chr. rund um Germanicus zurück.“

 

Öffnungszeiten der Ausstellung Triumph ohne Sieg im LWL-Römermuseum Haltern am See:

Dienstag bis Freitag 9 bis 17 Uhr, Donnerstag bis 19 Uhr
Samstag, Sonntag, Feiertage 10 bis 18 Uhr

 

Eintrittspreise unter www.lwl-roemermuseum-haltern.de

 

Quelle: Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL)

Beitragsbild: Eingangsbereich der Ausstellung „Triumph ohne Sieg“ (Foto: LWL/T. Arendt)

 

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Ausstellung Haltern Triumph ohne Sieg

Posted by on November 3rd, 2017  •  0 Comments  • 

Eingangsbereich der Ausstellung "Triumph ohne Sieg" (Foto: LWL/T. Arendt)

Triumph ohne Sieg

Neue Ausstellung über Roms Ende in Germanien – alternative Wahrheit vor 2.000 Jahren

Neun Jahre nach dem erfolgreichen Ausstellungsprojekt zur Varusschlacht wird das LWL-Römermuseum in Haltern am See wieder zum Schauplatz einer besonderen Ausstellung über die Römer im damaligen Germanien.
Der spektakuläre Triumphzug des Germanicus vor genau 2.000 Jahren in Rom am 26. Mai 17 n. Chr. und das Ende der römischen Herrschaft in Germanien bilden den Ausgangspunkt für das Ausstellungsprojekt, das der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) in seinem Römermuseum vom 2. Juni bis zum 5. November 2017 unter dem Titel „Triumph ohne Sieg. Roms Ende in Germanien“ präsentiert.

In zwei Jahren Vorbereitungszeit haben die Kuratoren mehr als 40 internationale und nationale Leihgeber für eine Zusammenarbeit gewonnen und ein faszinierendes Ausstellungskonzept erstellt. Über 250 wertvolle Kunstwerke und Artefakte aus Italien, Kroatien, der Schweiz, Slowenien, Ungarn und der Vatikanstadt sollen auf 800 Quadratmetern Ausstellungsfläche für 156 Tage diesen Triumph ohne Sieg verständlich machen.
„US-Präsident Trump hat wahrscheinlich noch nie von dem römischen Kaiser Tiberius gehört, aber gelernt hat auch er von ihm allemal“, sagte LWL-Direktor Matthias Löb am Montag (29.5.) bei der Vorstellung der Ausstellung in Haltern. „Unsere Ausstellung dreht sich um Fake news, um Niederlagen, die zu Siegen umgedeutet werden, um symbolische Politik durch Massenveranstaltungen und um alternative Wahrheit – nur eben vor 2.000 Jahren.“

Kaiser Tiberius kannte Germanien aus eigener Anschauung gut, er wusste, dass dieses Gebiet nicht reich an Bodenschätzen war und sah die erheblichen Verluste an Menschen und Material der vorhergegangenen Kriegsjahre. Auf geschickte Art hat er den dreijährigen, eigentlich nutzlosen und sieglosen Krieg seines Feldherrn Germanicus beendet und in einen Sieg umgewandelt, indem er Ende Mai 17 n.Chr. seinem Adoptivsohn einen grandiosen Triumphzug in Rom ausrichtet.

„Diese Wende bestimmt für die nächsten Jahrhunderte maßgeblich die Entwicklung der Gebiete westlich und östlich des Rheins“, so LWL-Museumsleiter Dr. Rudolf Aßkamp. „Im Westen hält römische Kultur weiter ihren Einzug, Städte werden gegründet an den Orten der ehemaligen Legionslager Xanten, Köln, Bonn, Mainz. Östlich des Rheins bleibt die germanische Bevölkerung in ihren überkommenen Stammesstrukturen gefangen, und es beginnen die sogenannten dunklen Jahrhunderte.“
Vor diesem Hintergrund werden die Besucher im ersten Teil der Ausstellung zunächst zu Zuschauern des Triumphzuges für Germanicus in Rom. Der Triumph in Rom dient als spektakulärer Fixpunkt, um die damit verbundenen Ereignisse schlaglichtartig zu beleuchten.

Der zweite Teil lenkt den Blick auf die militärischen und politischen Entwicklungen in Germanien und die Zeit vor dem vermeintlichen Sieg des Germanicus. Funde aus den römischen Lagern entlang der Lippe wie etwa Haltern am See, Holsterhausen (beide Kreis Recklinghausen), Oberaden, Beckinghausen (beide Kreis Unna), Olfen (Kreis Coesfeld) und Anreppen (Kreis Paderborn) sowie zahlreiche Exponate von weiteren Fundplätzen in Germanien veranschaulichen die römischen Okkupationsbemühungen in Germanien.

Der dritte Teil der Ausstellung widmet sich ganz dem „Römischen Triumph“ und den Fragen, wer, wann und aus welchem Anlass im antiken Rom einen Triumphzug abhalten durfte – mit strengem Protokoll: Zuerst kamen im Zug Beute und Gefangene, dann der Triumphator mit Opfertieren und Behördenvertretern (Lictoren und Staatsbeamten) und schließlich die Armee. Es geht aber auch um die spätere Darstellung von Triumphzügen, zum Beispiel um die Darstellung der gefangenen Thusnelda, der Ehefrau des Varus-Bezwingers Arminius. Diese prominente Geisel im Triumphzug des Germanicus war in der Historienmalerei des 18. und 19. Jahrhunderts ein beliebtes Motiv.

Der letzte Teil bietet einen Blick in die Zukunft in Form der sogenannten kontrafaktischen Geschichtsschreibung – die Geschichtsdarstellung , die sich nicht mit dem befasst, was tatsächlich geschehen ist, sondern mit dem, was geschehen wäre, wenn sich die Ereignisse anders entwickelt hätten.
Hätte Rom gesiegt, wäre die Geschichte der römischen Stützpunkte an der Lippe sicher anders verlaufen. Dann hätte sich Aliso, das heutige Haltern am See, vermutlich zu einem Zentralort in der Region entwickelt. An vielen einstigen Legionsstandorten westlich des Rheins entstanden eigenständige zivile Siedlungen. Zunächst mit Häusern in Fachwerkbauweise errichtet, wurden sie später durch Steingebäude ersetzt und zum Teil monumental ausgebaut. Alles, was städtisches römisches Leben ausmachte, erblühte auf der anderen Seite des Rheins und wäre vermutlich auch in Haltern geschehen, wenn sich die Römer nicht aus dem heutigen Nord- und Westdeutschland zurückgezogen hätten.

„Zwei Thesen halten wir mittlerweile für sehr wahrscheinlich“, so Aßkamp. „Das antike Aliso ist mit dem heutigen Haltern am See identisch. Und der Fundort im Osnabrücker Land bei Kalkriese ist nicht der Ort der Varusschlacht, sondern geht auf die Ereignisse des Jahres 15 n. Chr. rund um Germanicus zurück.“

 

Öffnungszeiten der Ausstellung Triumph ohne Sieg im LWL-Römermuseum Haltern am See:

Dienstag bis Freitag 9 bis 17 Uhr, Donnerstag bis 19 Uhr
Samstag, Sonntag, Feiertage 10 bis 18 Uhr

 

Eintrittspreise unter www.lwl-roemermuseum-haltern.de

 

Quelle: Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL)

Beitragsbild: Eingangsbereich der Ausstellung „Triumph ohne Sieg“ (Foto: LWL/T. Arendt)

 

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Ausstellung Haltern Triumph ohne Sieg

Posted by on November 2nd, 2017  •  0 Comments  • 

Eingangsbereich der Ausstellung "Triumph ohne Sieg" (Foto: LWL/T. Arendt)

Triumph ohne Sieg

Neue Ausstellung über Roms Ende in Germanien – alternative Wahrheit vor 2.000 Jahren

Neun Jahre nach dem erfolgreichen Ausstellungsprojekt zur Varusschlacht wird das LWL-Römermuseum in Haltern am See wieder zum Schauplatz einer besonderen Ausstellung über die Römer im damaligen Germanien.
Der spektakuläre Triumphzug des Germanicus vor genau 2.000 Jahren in Rom am 26. Mai 17 n. Chr. und das Ende der römischen Herrschaft in Germanien bilden den Ausgangspunkt für das Ausstellungsprojekt, das der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) in seinem Römermuseum vom 2. Juni bis zum 5. November 2017 unter dem Titel „Triumph ohne Sieg. Roms Ende in Germanien“ präsentiert.

In zwei Jahren Vorbereitungszeit haben die Kuratoren mehr als 40 internationale und nationale Leihgeber für eine Zusammenarbeit gewonnen und ein faszinierendes Ausstellungskonzept erstellt. Über 250 wertvolle Kunstwerke und Artefakte aus Italien, Kroatien, der Schweiz, Slowenien, Ungarn und der Vatikanstadt sollen auf 800 Quadratmetern Ausstellungsfläche für 156 Tage diesen Triumph ohne Sieg verständlich machen.
„US-Präsident Trump hat wahrscheinlich noch nie von dem römischen Kaiser Tiberius gehört, aber gelernt hat auch er von ihm allemal“, sagte LWL-Direktor Matthias Löb am Montag (29.5.) bei der Vorstellung der Ausstellung in Haltern. „Unsere Ausstellung dreht sich um Fake news, um Niederlagen, die zu Siegen umgedeutet werden, um symbolische Politik durch Massenveranstaltungen und um alternative Wahrheit – nur eben vor 2.000 Jahren.“

Kaiser Tiberius kannte Germanien aus eigener Anschauung gut, er wusste, dass dieses Gebiet nicht reich an Bodenschätzen war und sah die erheblichen Verluste an Menschen und Material der vorhergegangenen Kriegsjahre. Auf geschickte Art hat er den dreijährigen, eigentlich nutzlosen und sieglosen Krieg seines Feldherrn Germanicus beendet und in einen Sieg umgewandelt, indem er Ende Mai 17 n.Chr. seinem Adoptivsohn einen grandiosen Triumphzug in Rom ausrichtet.

„Diese Wende bestimmt für die nächsten Jahrhunderte maßgeblich die Entwicklung der Gebiete westlich und östlich des Rheins“, so LWL-Museumsleiter Dr. Rudolf Aßkamp. „Im Westen hält römische Kultur weiter ihren Einzug, Städte werden gegründet an den Orten der ehemaligen Legionslager Xanten, Köln, Bonn, Mainz. Östlich des Rheins bleibt die germanische Bevölkerung in ihren überkommenen Stammesstrukturen gefangen, und es beginnen die sogenannten dunklen Jahrhunderte.“
Vor diesem Hintergrund werden die Besucher im ersten Teil der Ausstellung zunächst zu Zuschauern des Triumphzuges für Germanicus in Rom. Der Triumph in Rom dient als spektakulärer Fixpunkt, um die damit verbundenen Ereignisse schlaglichtartig zu beleuchten.

Der zweite Teil lenkt den Blick auf die militärischen und politischen Entwicklungen in Germanien und die Zeit vor dem vermeintlichen Sieg des Germanicus. Funde aus den römischen Lagern entlang der Lippe wie etwa Haltern am See, Holsterhausen (beide Kreis Recklinghausen), Oberaden, Beckinghausen (beide Kreis Unna), Olfen (Kreis Coesfeld) und Anreppen (Kreis Paderborn) sowie zahlreiche Exponate von weiteren Fundplätzen in Germanien veranschaulichen die römischen Okkupationsbemühungen in Germanien.

Der dritte Teil der Ausstellung widmet sich ganz dem „Römischen Triumph“ und den Fragen, wer, wann und aus welchem Anlass im antiken Rom einen Triumphzug abhalten durfte – mit strengem Protokoll: Zuerst kamen im Zug Beute und Gefangene, dann der Triumphator mit Opfertieren und Behördenvertretern (Lictoren und Staatsbeamten) und schließlich die Armee. Es geht aber auch um die spätere Darstellung von Triumphzügen, zum Beispiel um die Darstellung der gefangenen Thusnelda, der Ehefrau des Varus-Bezwingers Arminius. Diese prominente Geisel im Triumphzug des Germanicus war in der Historienmalerei des 18. und 19. Jahrhunderts ein beliebtes Motiv.

Der letzte Teil bietet einen Blick in die Zukunft in Form der sogenannten kontrafaktischen Geschichtsschreibung – die Geschichtsdarstellung , die sich nicht mit dem befasst, was tatsächlich geschehen ist, sondern mit dem, was geschehen wäre, wenn sich die Ereignisse anders entwickelt hätten.
Hätte Rom gesiegt, wäre die Geschichte der römischen Stützpunkte an der Lippe sicher anders verlaufen. Dann hätte sich Aliso, das heutige Haltern am See, vermutlich zu einem Zentralort in der Region entwickelt. An vielen einstigen Legionsstandorten westlich des Rheins entstanden eigenständige zivile Siedlungen. Zunächst mit Häusern in Fachwerkbauweise errichtet, wurden sie später durch Steingebäude ersetzt und zum Teil monumental ausgebaut. Alles, was städtisches römisches Leben ausmachte, erblühte auf der anderen Seite des Rheins und wäre vermutlich auch in Haltern geschehen, wenn sich die Römer nicht aus dem heutigen Nord- und Westdeutschland zurückgezogen hätten.

„Zwei Thesen halten wir mittlerweile für sehr wahrscheinlich“, so Aßkamp. „Das antike Aliso ist mit dem heutigen Haltern am See identisch. Und der Fundort im Osnabrücker Land bei Kalkriese ist nicht der Ort der Varusschlacht, sondern geht auf die Ereignisse des Jahres 15 n. Chr. rund um Germanicus zurück.“

 

Öffnungszeiten der Ausstellung Triumph ohne Sieg im LWL-Römermuseum Haltern am See:

Dienstag bis Freitag 9 bis 17 Uhr, Donnerstag bis 19 Uhr
Samstag, Sonntag, Feiertage 10 bis 18 Uhr

 

Eintrittspreise unter www.lwl-roemermuseum-haltern.de

 

Quelle: Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL)

Beitragsbild: Eingangsbereich der Ausstellung „Triumph ohne Sieg“ (Foto: LWL/T. Arendt)

 

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Posted by on November 1st, 2017  •  0 Comments  • 

Eingangsbereich der Ausstellung "Triumph ohne Sieg" (Foto: LWL/T. Arendt)

Triumph ohne Sieg

Neue Ausstellung über Roms Ende in Germanien – alternative Wahrheit vor 2.000 Jahren

Neun Jahre nach dem erfolgreichen Ausstellungsprojekt zur Varusschlacht wird das LWL-Römermuseum in Haltern am See wieder zum Schauplatz einer besonderen Ausstellung über die Römer im damaligen Germanien.
Der spektakuläre Triumphzug des Germanicus vor genau 2.000 Jahren in Rom am 26. Mai 17 n. Chr. und das Ende der römischen Herrschaft in Germanien bilden den Ausgangspunkt für das Ausstellungsprojekt, das der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) in seinem Römermuseum vom 2. Juni bis zum 5. November 2017 unter dem Titel „Triumph ohne Sieg. Roms Ende in Germanien“ präsentiert.

In zwei Jahren Vorbereitungszeit haben die Kuratoren mehr als 40 internationale und nationale Leihgeber für eine Zusammenarbeit gewonnen und ein faszinierendes Ausstellungskonzept erstellt. Über 250 wertvolle Kunstwerke und Artefakte aus Italien, Kroatien, der Schweiz, Slowenien, Ungarn und der Vatikanstadt sollen auf 800 Quadratmetern Ausstellungsfläche für 156 Tage diesen Triumph ohne Sieg verständlich machen.
„US-Präsident Trump hat wahrscheinlich noch nie von dem römischen Kaiser Tiberius gehört, aber gelernt hat auch er von ihm allemal“, sagte LWL-Direktor Matthias Löb am Montag (29.5.) bei der Vorstellung der Ausstellung in Haltern. „Unsere Ausstellung dreht sich um Fake news, um Niederlagen, die zu Siegen umgedeutet werden, um symbolische Politik durch Massenveranstaltungen und um alternative Wahrheit – nur eben vor 2.000 Jahren.“

Kaiser Tiberius kannte Germanien aus eigener Anschauung gut, er wusste, dass dieses Gebiet nicht reich an Bodenschätzen war und sah die erheblichen Verluste an Menschen und Material der vorhergegangenen Kriegsjahre. Auf geschickte Art hat er den dreijährigen, eigentlich nutzlosen und sieglosen Krieg seines Feldherrn Germanicus beendet und in einen Sieg umgewandelt, indem er Ende Mai 17 n.Chr. seinem Adoptivsohn einen grandiosen Triumphzug in Rom ausrichtet.

„Diese Wende bestimmt für die nächsten Jahrhunderte maßgeblich die Entwicklung der Gebiete westlich und östlich des Rheins“, so LWL-Museumsleiter Dr. Rudolf Aßkamp. „Im Westen hält römische Kultur weiter ihren Einzug, Städte werden gegründet an den Orten der ehemaligen Legionslager Xanten, Köln, Bonn, Mainz. Östlich des Rheins bleibt die germanische Bevölkerung in ihren überkommenen Stammesstrukturen gefangen, und es beginnen die sogenannten dunklen Jahrhunderte.“
Vor diesem Hintergrund werden die Besucher im ersten Teil der Ausstellung zunächst zu Zuschauern des Triumphzuges für Germanicus in Rom. Der Triumph in Rom dient als spektakulärer Fixpunkt, um die damit verbundenen Ereignisse schlaglichtartig zu beleuchten.

Der zweite Teil lenkt den Blick auf die militärischen und politischen Entwicklungen in Germanien und die Zeit vor dem vermeintlichen Sieg des Germanicus. Funde aus den römischen Lagern entlang der Lippe wie etwa Haltern am See, Holsterhausen (beide Kreis Recklinghausen), Oberaden, Beckinghausen (beide Kreis Unna), Olfen (Kreis Coesfeld) und Anreppen (Kreis Paderborn) sowie zahlreiche Exponate von weiteren Fundplätzen in Germanien veranschaulichen die römischen Okkupationsbemühungen in Germanien.

Der dritte Teil der Ausstellung widmet sich ganz dem „Römischen Triumph“ und den Fragen, wer, wann und aus welchem Anlass im antiken Rom einen Triumphzug abhalten durfte – mit strengem Protokoll: Zuerst kamen im Zug Beute und Gefangene, dann der Triumphator mit Opfertieren und Behördenvertretern (Lictoren und Staatsbeamten) und schließlich die Armee. Es geht aber auch um die spätere Darstellung von Triumphzügen, zum Beispiel um die Darstellung der gefangenen Thusnelda, der Ehefrau des Varus-Bezwingers Arminius. Diese prominente Geisel im Triumphzug des Germanicus war in der Historienmalerei des 18. und 19. Jahrhunderts ein beliebtes Motiv.

Der letzte Teil bietet einen Blick in die Zukunft in Form der sogenannten kontrafaktischen Geschichtsschreibung – die Geschichtsdarstellung , die sich nicht mit dem befasst, was tatsächlich geschehen ist, sondern mit dem, was geschehen wäre, wenn sich die Ereignisse anders entwickelt hätten.
Hätte Rom gesiegt, wäre die Geschichte der römischen Stützpunkte an der Lippe sicher anders verlaufen. Dann hätte sich Aliso, das heutige Haltern am See, vermutlich zu einem Zentralort in der Region entwickelt. An vielen einstigen Legionsstandorten westlich des Rheins entstanden eigenständige zivile Siedlungen. Zunächst mit Häusern in Fachwerkbauweise errichtet, wurden sie später durch Steingebäude ersetzt und zum Teil monumental ausgebaut. Alles, was städtisches römisches Leben ausmachte, erblühte auf der anderen Seite des Rheins und wäre vermutlich auch in Haltern geschehen, wenn sich die Römer nicht aus dem heutigen Nord- und Westdeutschland zurückgezogen hätten.

„Zwei Thesen halten wir mittlerweile für sehr wahrscheinlich“, so Aßkamp. „Das antike Aliso ist mit dem heutigen Haltern am See identisch. Und der Fundort im Osnabrücker Land bei Kalkriese ist nicht der Ort der Varusschlacht, sondern geht auf die Ereignisse des Jahres 15 n. Chr. rund um Germanicus zurück.“

 

Öffnungszeiten der Ausstellung Triumph ohne Sieg im LWL-Römermuseum Haltern am See:

Dienstag bis Freitag 9 bis 17 Uhr, Donnerstag bis 19 Uhr
Samstag, Sonntag, Feiertage 10 bis 18 Uhr

 

Eintrittspreise unter www.lwl-roemermuseum-haltern.de

 

Quelle: Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL)

Beitragsbild: Eingangsbereich der Ausstellung „Triumph ohne Sieg“ (Foto: LWL/T. Arendt)

 

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Ausstellung Haltern Triumph ohne Sieg

Posted by on Oktober 31st, 2017  •  0 Comments  • 

Eingangsbereich der Ausstellung "Triumph ohne Sieg" (Foto: LWL/T. Arendt)

Triumph ohne Sieg

Neue Ausstellung über Roms Ende in Germanien – alternative Wahrheit vor 2.000 Jahren

Neun Jahre nach dem erfolgreichen Ausstellungsprojekt zur Varusschlacht wird das LWL-Römermuseum in Haltern am See wieder zum Schauplatz einer besonderen Ausstellung über die Römer im damaligen Germanien.
Der spektakuläre Triumphzug des Germanicus vor genau 2.000 Jahren in Rom am 26. Mai 17 n. Chr. und das Ende der römischen Herrschaft in Germanien bilden den Ausgangspunkt für das Ausstellungsprojekt, das der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) in seinem Römermuseum vom 2. Juni bis zum 5. November 2017 unter dem Titel „Triumph ohne Sieg. Roms Ende in Germanien“ präsentiert.

In zwei Jahren Vorbereitungszeit haben die Kuratoren mehr als 40 internationale und nationale Leihgeber für eine Zusammenarbeit gewonnen und ein faszinierendes Ausstellungskonzept erstellt. Über 250 wertvolle Kunstwerke und Artefakte aus Italien, Kroatien, der Schweiz, Slowenien, Ungarn und der Vatikanstadt sollen auf 800 Quadratmetern Ausstellungsfläche für 156 Tage diesen Triumph ohne Sieg verständlich machen.
„US-Präsident Trump hat wahrscheinlich noch nie von dem römischen Kaiser Tiberius gehört, aber gelernt hat auch er von ihm allemal“, sagte LWL-Direktor Matthias Löb am Montag (29.5.) bei der Vorstellung der Ausstellung in Haltern. „Unsere Ausstellung dreht sich um Fake news, um Niederlagen, die zu Siegen umgedeutet werden, um symbolische Politik durch Massenveranstaltungen und um alternative Wahrheit – nur eben vor 2.000 Jahren.“

Kaiser Tiberius kannte Germanien aus eigener Anschauung gut, er wusste, dass dieses Gebiet nicht reich an Bodenschätzen war und sah die erheblichen Verluste an Menschen und Material der vorhergegangenen Kriegsjahre. Auf geschickte Art hat er den dreijährigen, eigentlich nutzlosen und sieglosen Krieg seines Feldherrn Germanicus beendet und in einen Sieg umgewandelt, indem er Ende Mai 17 n.Chr. seinem Adoptivsohn einen grandiosen Triumphzug in Rom ausrichtet.

„Diese Wende bestimmt für die nächsten Jahrhunderte maßgeblich die Entwicklung der Gebiete westlich und östlich des Rheins“, so LWL-Museumsleiter Dr. Rudolf Aßkamp. „Im Westen hält römische Kultur weiter ihren Einzug, Städte werden gegründet an den Orten der ehemaligen Legionslager Xanten, Köln, Bonn, Mainz. Östlich des Rheins bleibt die germanische Bevölkerung in ihren überkommenen Stammesstrukturen gefangen, und es beginnen die sogenannten dunklen Jahrhunderte.“
Vor diesem Hintergrund werden die Besucher im ersten Teil der Ausstellung zunächst zu Zuschauern des Triumphzuges für Germanicus in Rom. Der Triumph in Rom dient als spektakulärer Fixpunkt, um die damit verbundenen Ereignisse schlaglichtartig zu beleuchten.

Der zweite Teil lenkt den Blick auf die militärischen und politischen Entwicklungen in Germanien und die Zeit vor dem vermeintlichen Sieg des Germanicus. Funde aus den römischen Lagern entlang der Lippe wie etwa Haltern am See, Holsterhausen (beide Kreis Recklinghausen), Oberaden, Beckinghausen (beide Kreis Unna), Olfen (Kreis Coesfeld) und Anreppen (Kreis Paderborn) sowie zahlreiche Exponate von weiteren Fundplätzen in Germanien veranschaulichen die römischen Okkupationsbemühungen in Germanien.

Der dritte Teil der Ausstellung widmet sich ganz dem „Römischen Triumph“ und den Fragen, wer, wann und aus welchem Anlass im antiken Rom einen Triumphzug abhalten durfte – mit strengem Protokoll: Zuerst kamen im Zug Beute und Gefangene, dann der Triumphator mit Opfertieren und Behördenvertretern (Lictoren und Staatsbeamten) und schließlich die Armee. Es geht aber auch um die spätere Darstellung von Triumphzügen, zum Beispiel um die Darstellung der gefangenen Thusnelda, der Ehefrau des Varus-Bezwingers Arminius. Diese prominente Geisel im Triumphzug des Germanicus war in der Historienmalerei des 18. und 19. Jahrhunderts ein beliebtes Motiv.

Der letzte Teil bietet einen Blick in die Zukunft in Form der sogenannten kontrafaktischen Geschichtsschreibung – die Geschichtsdarstellung , die sich nicht mit dem befasst, was tatsächlich geschehen ist, sondern mit dem, was geschehen wäre, wenn sich die Ereignisse anders entwickelt hätten.
Hätte Rom gesiegt, wäre die Geschichte der römischen Stützpunkte an der Lippe sicher anders verlaufen. Dann hätte sich Aliso, das heutige Haltern am See, vermutlich zu einem Zentralort in der Region entwickelt. An vielen einstigen Legionsstandorten westlich des Rheins entstanden eigenständige zivile Siedlungen. Zunächst mit Häusern in Fachwerkbauweise errichtet, wurden sie später durch Steingebäude ersetzt und zum Teil monumental ausgebaut. Alles, was städtisches römisches Leben ausmachte, erblühte auf der anderen Seite des Rheins und wäre vermutlich auch in Haltern geschehen, wenn sich die Römer nicht aus dem heutigen Nord- und Westdeutschland zurückgezogen hätten.

„Zwei Thesen halten wir mittlerweile für sehr wahrscheinlich“, so Aßkamp. „Das antike Aliso ist mit dem heutigen Haltern am See identisch. Und der Fundort im Osnabrücker Land bei Kalkriese ist nicht der Ort der Varusschlacht, sondern geht auf die Ereignisse des Jahres 15 n. Chr. rund um Germanicus zurück.“

 

Öffnungszeiten der Ausstellung Triumph ohne Sieg im LWL-Römermuseum Haltern am See:

Dienstag bis Freitag 9 bis 17 Uhr, Donnerstag bis 19 Uhr
Samstag, Sonntag, Feiertage 10 bis 18 Uhr

 

Eintrittspreise unter www.lwl-roemermuseum-haltern.de

 

Quelle: Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL)

Beitragsbild: Eingangsbereich der Ausstellung „Triumph ohne Sieg“ (Foto: LWL/T. Arendt)

 

Weitere Ausstellungen im Ruhrgebiet finden


Ausstellung Haltern Triumph ohne Sieg

Posted by on Oktober 29th, 2017  •  0 Comments  • 

Eingangsbereich der Ausstellung "Triumph ohne Sieg" (Foto: LWL/T. Arendt)

Triumph ohne Sieg

Neue Ausstellung über Roms Ende in Germanien – alternative Wahrheit vor 2.000 Jahren

Neun Jahre nach dem erfolgreichen Ausstellungsprojekt zur Varusschlacht wird das LWL-Römermuseum in Haltern am See wieder zum Schauplatz einer besonderen Ausstellung über die Römer im damaligen Germanien.
Der spektakuläre Triumphzug des Germanicus vor genau 2.000 Jahren in Rom am 26. Mai 17 n. Chr. und das Ende der römischen Herrschaft in Germanien bilden den Ausgangspunkt für das Ausstellungsprojekt, das der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) in seinem Römermuseum vom 2. Juni bis zum 5. November 2017 unter dem Titel „Triumph ohne Sieg. Roms Ende in Germanien“ präsentiert.

In zwei Jahren Vorbereitungszeit haben die Kuratoren mehr als 40 internationale und nationale Leihgeber für eine Zusammenarbeit gewonnen und ein faszinierendes Ausstellungskonzept erstellt. Über 250 wertvolle Kunstwerke und Artefakte aus Italien, Kroatien, der Schweiz, Slowenien, Ungarn und der Vatikanstadt sollen auf 800 Quadratmetern Ausstellungsfläche für 156 Tage diesen Triumph ohne Sieg verständlich machen.
„US-Präsident Trump hat wahrscheinlich noch nie von dem römischen Kaiser Tiberius gehört, aber gelernt hat auch er von ihm allemal“, sagte LWL-Direktor Matthias Löb am Montag (29.5.) bei der Vorstellung der Ausstellung in Haltern. „Unsere Ausstellung dreht sich um Fake news, um Niederlagen, die zu Siegen umgedeutet werden, um symbolische Politik durch Massenveranstaltungen und um alternative Wahrheit – nur eben vor 2.000 Jahren.“

Kaiser Tiberius kannte Germanien aus eigener Anschauung gut, er wusste, dass dieses Gebiet nicht reich an Bodenschätzen war und sah die erheblichen Verluste an Menschen und Material der vorhergegangenen Kriegsjahre. Auf geschickte Art hat er den dreijährigen, eigentlich nutzlosen und sieglosen Krieg seines Feldherrn Germanicus beendet und in einen Sieg umgewandelt, indem er Ende Mai 17 n.Chr. seinem Adoptivsohn einen grandiosen Triumphzug in Rom ausrichtet.

„Diese Wende bestimmt für die nächsten Jahrhunderte maßgeblich die Entwicklung der Gebiete westlich und östlich des Rheins“, so LWL-Museumsleiter Dr. Rudolf Aßkamp. „Im Westen hält römische Kultur weiter ihren Einzug, Städte werden gegründet an den Orten der ehemaligen Legionslager Xanten, Köln, Bonn, Mainz. Östlich des Rheins bleibt die germanische Bevölkerung in ihren überkommenen Stammesstrukturen gefangen, und es beginnen die sogenannten dunklen Jahrhunderte.“
Vor diesem Hintergrund werden die Besucher im ersten Teil der Ausstellung zunächst zu Zuschauern des Triumphzuges für Germanicus in Rom. Der Triumph in Rom dient als spektakulärer Fixpunkt, um die damit verbundenen Ereignisse schlaglichtartig zu beleuchten.

Der zweite Teil lenkt den Blick auf die militärischen und politischen Entwicklungen in Germanien und die Zeit vor dem vermeintlichen Sieg des Germanicus. Funde aus den römischen Lagern entlang der Lippe wie etwa Haltern am See, Holsterhausen (beide Kreis Recklinghausen), Oberaden, Beckinghausen (beide Kreis Unna), Olfen (Kreis Coesfeld) und Anreppen (Kreis Paderborn) sowie zahlreiche Exponate von weiteren Fundplätzen in Germanien veranschaulichen die römischen Okkupationsbemühungen in Germanien.

Der dritte Teil der Ausstellung widmet sich ganz dem „Römischen Triumph“ und den Fragen, wer, wann und aus welchem Anlass im antiken Rom einen Triumphzug abhalten durfte – mit strengem Protokoll: Zuerst kamen im Zug Beute und Gefangene, dann der Triumphator mit Opfertieren und Behördenvertretern (Lictoren und Staatsbeamten) und schließlich die Armee. Es geht aber auch um die spätere Darstellung von Triumphzügen, zum Beispiel um die Darstellung der gefangenen Thusnelda, der Ehefrau des Varus-Bezwingers Arminius. Diese prominente Geisel im Triumphzug des Germanicus war in der Historienmalerei des 18. und 19. Jahrhunderts ein beliebtes Motiv.

Der letzte Teil bietet einen Blick in die Zukunft in Form der sogenannten kontrafaktischen Geschichtsschreibung – die Geschichtsdarstellung , die sich nicht mit dem befasst, was tatsächlich geschehen ist, sondern mit dem, was geschehen wäre, wenn sich die Ereignisse anders entwickelt hätten.
Hätte Rom gesiegt, wäre die Geschichte der römischen Stützpunkte an der Lippe sicher anders verlaufen. Dann hätte sich Aliso, das heutige Haltern am See, vermutlich zu einem Zentralort in der Region entwickelt. An vielen einstigen Legionsstandorten westlich des Rheins entstanden eigenständige zivile Siedlungen. Zunächst mit Häusern in Fachwerkbauweise errichtet, wurden sie später durch Steingebäude ersetzt und zum Teil monumental ausgebaut. Alles, was städtisches römisches Leben ausmachte, erblühte auf der anderen Seite des Rheins und wäre vermutlich auch in Haltern geschehen, wenn sich die Römer nicht aus dem heutigen Nord- und Westdeutschland zurückgezogen hätten.

„Zwei Thesen halten wir mittlerweile für sehr wahrscheinlich“, so Aßkamp. „Das antike Aliso ist mit dem heutigen Haltern am See identisch. Und der Fundort im Osnabrücker Land bei Kalkriese ist nicht der Ort der Varusschlacht, sondern geht auf die Ereignisse des Jahres 15 n. Chr. rund um Germanicus zurück.“

 

Öffnungszeiten der Ausstellung Triumph ohne Sieg im LWL-Römermuseum Haltern am See:

Dienstag bis Freitag 9 bis 17 Uhr, Donnerstag bis 19 Uhr
Samstag, Sonntag, Feiertage 10 bis 18 Uhr

 

Eintrittspreise unter www.lwl-roemermuseum-haltern.de

 

Quelle: Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL)

Beitragsbild: Eingangsbereich der Ausstellung „Triumph ohne Sieg“ (Foto: LWL/T. Arendt)

 

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Ausstellung Haltern Triumph ohne Sieg

Posted by on Oktober 28th, 2017  •  0 Comments  • 

Eingangsbereich der Ausstellung "Triumph ohne Sieg" (Foto: LWL/T. Arendt)

Triumph ohne Sieg

Neue Ausstellung über Roms Ende in Germanien – alternative Wahrheit vor 2.000 Jahren

Neun Jahre nach dem erfolgreichen Ausstellungsprojekt zur Varusschlacht wird das LWL-Römermuseum in Haltern am See wieder zum Schauplatz einer besonderen Ausstellung über die Römer im damaligen Germanien.
Der spektakuläre Triumphzug des Germanicus vor genau 2.000 Jahren in Rom am 26. Mai 17 n. Chr. und das Ende der römischen Herrschaft in Germanien bilden den Ausgangspunkt für das Ausstellungsprojekt, das der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) in seinem Römermuseum vom 2. Juni bis zum 5. November 2017 unter dem Titel „Triumph ohne Sieg. Roms Ende in Germanien“ präsentiert.

In zwei Jahren Vorbereitungszeit haben die Kuratoren mehr als 40 internationale und nationale Leihgeber für eine Zusammenarbeit gewonnen und ein faszinierendes Ausstellungskonzept erstellt. Über 250 wertvolle Kunstwerke und Artefakte aus Italien, Kroatien, der Schweiz, Slowenien, Ungarn und der Vatikanstadt sollen auf 800 Quadratmetern Ausstellungsfläche für 156 Tage diesen Triumph ohne Sieg verständlich machen.
„US-Präsident Trump hat wahrscheinlich noch nie von dem römischen Kaiser Tiberius gehört, aber gelernt hat auch er von ihm allemal“, sagte LWL-Direktor Matthias Löb am Montag (29.5.) bei der Vorstellung der Ausstellung in Haltern. „Unsere Ausstellung dreht sich um Fake news, um Niederlagen, die zu Siegen umgedeutet werden, um symbolische Politik durch Massenveranstaltungen und um alternative Wahrheit – nur eben vor 2.000 Jahren.“

Kaiser Tiberius kannte Germanien aus eigener Anschauung gut, er wusste, dass dieses Gebiet nicht reich an Bodenschätzen war und sah die erheblichen Verluste an Menschen und Material der vorhergegangenen Kriegsjahre. Auf geschickte Art hat er den dreijährigen, eigentlich nutzlosen und sieglosen Krieg seines Feldherrn Germanicus beendet und in einen Sieg umgewandelt, indem er Ende Mai 17 n.Chr. seinem Adoptivsohn einen grandiosen Triumphzug in Rom ausrichtet.

„Diese Wende bestimmt für die nächsten Jahrhunderte maßgeblich die Entwicklung der Gebiete westlich und östlich des Rheins“, so LWL-Museumsleiter Dr. Rudolf Aßkamp. „Im Westen hält römische Kultur weiter ihren Einzug, Städte werden gegründet an den Orten der ehemaligen Legionslager Xanten, Köln, Bonn, Mainz. Östlich des Rheins bleibt die germanische Bevölkerung in ihren überkommenen Stammesstrukturen gefangen, und es beginnen die sogenannten dunklen Jahrhunderte.“
Vor diesem Hintergrund werden die Besucher im ersten Teil der Ausstellung zunächst zu Zuschauern des Triumphzuges für Germanicus in Rom. Der Triumph in Rom dient als spektakulärer Fixpunkt, um die damit verbundenen Ereignisse schlaglichtartig zu beleuchten.

Der zweite Teil lenkt den Blick auf die militärischen und politischen Entwicklungen in Germanien und die Zeit vor dem vermeintlichen Sieg des Germanicus. Funde aus den römischen Lagern entlang der Lippe wie etwa Haltern am See, Holsterhausen (beide Kreis Recklinghausen), Oberaden, Beckinghausen (beide Kreis Unna), Olfen (Kreis Coesfeld) und Anreppen (Kreis Paderborn) sowie zahlreiche Exponate von weiteren Fundplätzen in Germanien veranschaulichen die römischen Okkupationsbemühungen in Germanien.

Der dritte Teil der Ausstellung widmet sich ganz dem „Römischen Triumph“ und den Fragen, wer, wann und aus welchem Anlass im antiken Rom einen Triumphzug abhalten durfte – mit strengem Protokoll: Zuerst kamen im Zug Beute und Gefangene, dann der Triumphator mit Opfertieren und Behördenvertretern (Lictoren und Staatsbeamten) und schließlich die Armee. Es geht aber auch um die spätere Darstellung von Triumphzügen, zum Beispiel um die Darstellung der gefangenen Thusnelda, der Ehefrau des Varus-Bezwingers Arminius. Diese prominente Geisel im Triumphzug des Germanicus war in der Historienmalerei des 18. und 19. Jahrhunderts ein beliebtes Motiv.

Der letzte Teil bietet einen Blick in die Zukunft in Form der sogenannten kontrafaktischen Geschichtsschreibung – die Geschichtsdarstellung , die sich nicht mit dem befasst, was tatsächlich geschehen ist, sondern mit dem, was geschehen wäre, wenn sich die Ereignisse anders entwickelt hätten.
Hätte Rom gesiegt, wäre die Geschichte der römischen Stützpunkte an der Lippe sicher anders verlaufen. Dann hätte sich Aliso, das heutige Haltern am See, vermutlich zu einem Zentralort in der Region entwickelt. An vielen einstigen Legionsstandorten westlich des Rheins entstanden eigenständige zivile Siedlungen. Zunächst mit Häusern in Fachwerkbauweise errichtet, wurden sie später durch Steingebäude ersetzt und zum Teil monumental ausgebaut. Alles, was städtisches römisches Leben ausmachte, erblühte auf der anderen Seite des Rheins und wäre vermutlich auch in Haltern geschehen, wenn sich die Römer nicht aus dem heutigen Nord- und Westdeutschland zurückgezogen hätten.

„Zwei Thesen halten wir mittlerweile für sehr wahrscheinlich“, so Aßkamp. „Das antike Aliso ist mit dem heutigen Haltern am See identisch. Und der Fundort im Osnabrücker Land bei Kalkriese ist nicht der Ort der Varusschlacht, sondern geht auf die Ereignisse des Jahres 15 n. Chr. rund um Germanicus zurück.“

 

Öffnungszeiten der Ausstellung Triumph ohne Sieg im LWL-Römermuseum Haltern am See:

Dienstag bis Freitag 9 bis 17 Uhr, Donnerstag bis 19 Uhr
Samstag, Sonntag, Feiertage 10 bis 18 Uhr

 

Eintrittspreise unter www.lwl-roemermuseum-haltern.de

 

Quelle: Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL)

Beitragsbild: Eingangsbereich der Ausstellung „Triumph ohne Sieg“ (Foto: LWL/T. Arendt)

 

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Ausstellung Haltern Triumph ohne Sieg

Posted by on Oktober 27th, 2017  •  0 Comments  • 

Eingangsbereich der Ausstellung "Triumph ohne Sieg" (Foto: LWL/T. Arendt)

Triumph ohne Sieg

Neue Ausstellung über Roms Ende in Germanien – alternative Wahrheit vor 2.000 Jahren

Neun Jahre nach dem erfolgreichen Ausstellungsprojekt zur Varusschlacht wird das LWL-Römermuseum in Haltern am See wieder zum Schauplatz einer besonderen Ausstellung über die Römer im damaligen Germanien.
Der spektakuläre Triumphzug des Germanicus vor genau 2.000 Jahren in Rom am 26. Mai 17 n. Chr. und das Ende der römischen Herrschaft in Germanien bilden den Ausgangspunkt für das Ausstellungsprojekt, das der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) in seinem Römermuseum vom 2. Juni bis zum 5. November 2017 unter dem Titel „Triumph ohne Sieg. Roms Ende in Germanien“ präsentiert.

In zwei Jahren Vorbereitungszeit haben die Kuratoren mehr als 40 internationale und nationale Leihgeber für eine Zusammenarbeit gewonnen und ein faszinierendes Ausstellungskonzept erstellt. Über 250 wertvolle Kunstwerke und Artefakte aus Italien, Kroatien, der Schweiz, Slowenien, Ungarn und der Vatikanstadt sollen auf 800 Quadratmetern Ausstellungsfläche für 156 Tage diesen Triumph ohne Sieg verständlich machen.
„US-Präsident Trump hat wahrscheinlich noch nie von dem römischen Kaiser Tiberius gehört, aber gelernt hat auch er von ihm allemal“, sagte LWL-Direktor Matthias Löb am Montag (29.5.) bei der Vorstellung der Ausstellung in Haltern. „Unsere Ausstellung dreht sich um Fake news, um Niederlagen, die zu Siegen umgedeutet werden, um symbolische Politik durch Massenveranstaltungen und um alternative Wahrheit – nur eben vor 2.000 Jahren.“

Kaiser Tiberius kannte Germanien aus eigener Anschauung gut, er wusste, dass dieses Gebiet nicht reich an Bodenschätzen war und sah die erheblichen Verluste an Menschen und Material der vorhergegangenen Kriegsjahre. Auf geschickte Art hat er den dreijährigen, eigentlich nutzlosen und sieglosen Krieg seines Feldherrn Germanicus beendet und in einen Sieg umgewandelt, indem er Ende Mai 17 n.Chr. seinem Adoptivsohn einen grandiosen Triumphzug in Rom ausrichtet.

„Diese Wende bestimmt für die nächsten Jahrhunderte maßgeblich die Entwicklung der Gebiete westlich und östlich des Rheins“, so LWL-Museumsleiter Dr. Rudolf Aßkamp. „Im Westen hält römische Kultur weiter ihren Einzug, Städte werden gegründet an den Orten der ehemaligen Legionslager Xanten, Köln, Bonn, Mainz. Östlich des Rheins bleibt die germanische Bevölkerung in ihren überkommenen Stammesstrukturen gefangen, und es beginnen die sogenannten dunklen Jahrhunderte.“
Vor diesem Hintergrund werden die Besucher im ersten Teil der Ausstellung zunächst zu Zuschauern des Triumphzuges für Germanicus in Rom. Der Triumph in Rom dient als spektakulärer Fixpunkt, um die damit verbundenen Ereignisse schlaglichtartig zu beleuchten.

Der zweite Teil lenkt den Blick auf die militärischen und politischen Entwicklungen in Germanien und die Zeit vor dem vermeintlichen Sieg des Germanicus. Funde aus den römischen Lagern entlang der Lippe wie etwa Haltern am See, Holsterhausen (beide Kreis Recklinghausen), Oberaden, Beckinghausen (beide Kreis Unna), Olfen (Kreis Coesfeld) und Anreppen (Kreis Paderborn) sowie zahlreiche Exponate von weiteren Fundplätzen in Germanien veranschaulichen die römischen Okkupationsbemühungen in Germanien.

Der dritte Teil der Ausstellung widmet sich ganz dem „Römischen Triumph“ und den Fragen, wer, wann und aus welchem Anlass im antiken Rom einen Triumphzug abhalten durfte – mit strengem Protokoll: Zuerst kamen im Zug Beute und Gefangene, dann der Triumphator mit Opfertieren und Behördenvertretern (Lictoren und Staatsbeamten) und schließlich die Armee. Es geht aber auch um die spätere Darstellung von Triumphzügen, zum Beispiel um die Darstellung der gefangenen Thusnelda, der Ehefrau des Varus-Bezwingers Arminius. Diese prominente Geisel im Triumphzug des Germanicus war in der Historienmalerei des 18. und 19. Jahrhunderts ein beliebtes Motiv.

Der letzte Teil bietet einen Blick in die Zukunft in Form der sogenannten kontrafaktischen Geschichtsschreibung – die Geschichtsdarstellung , die sich nicht mit dem befasst, was tatsächlich geschehen ist, sondern mit dem, was geschehen wäre, wenn sich die Ereignisse anders entwickelt hätten.
Hätte Rom gesiegt, wäre die Geschichte der römischen Stützpunkte an der Lippe sicher anders verlaufen. Dann hätte sich Aliso, das heutige Haltern am See, vermutlich zu einem Zentralort in der Region entwickelt. An vielen einstigen Legionsstandorten westlich des Rheins entstanden eigenständige zivile Siedlungen. Zunächst mit Häusern in Fachwerkbauweise errichtet, wurden sie später durch Steingebäude ersetzt und zum Teil monumental ausgebaut. Alles, was städtisches römisches Leben ausmachte, erblühte auf der anderen Seite des Rheins und wäre vermutlich auch in Haltern geschehen, wenn sich die Römer nicht aus dem heutigen Nord- und Westdeutschland zurückgezogen hätten.

„Zwei Thesen halten wir mittlerweile für sehr wahrscheinlich“, so Aßkamp. „Das antike Aliso ist mit dem heutigen Haltern am See identisch. Und der Fundort im Osnabrücker Land bei Kalkriese ist nicht der Ort der Varusschlacht, sondern geht auf die Ereignisse des Jahres 15 n. Chr. rund um Germanicus zurück.“

 

Öffnungszeiten der Ausstellung Triumph ohne Sieg im LWL-Römermuseum Haltern am See:

Dienstag bis Freitag 9 bis 17 Uhr, Donnerstag bis 19 Uhr
Samstag, Sonntag, Feiertage 10 bis 18 Uhr

 

Eintrittspreise unter www.lwl-roemermuseum-haltern.de

 

Quelle: Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL)

Beitragsbild: Eingangsbereich der Ausstellung „Triumph ohne Sieg“ (Foto: LWL/T. Arendt)

 

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Ausstellung Haltern Triumph ohne Sieg

Posted by on Oktober 26th, 2017  •  0 Comments  • 

Eingangsbereich der Ausstellung "Triumph ohne Sieg" (Foto: LWL/T. Arendt)

Triumph ohne Sieg

Neue Ausstellung über Roms Ende in Germanien – alternative Wahrheit vor 2.000 Jahren

Neun Jahre nach dem erfolgreichen Ausstellungsprojekt zur Varusschlacht wird das LWL-Römermuseum in Haltern am See wieder zum Schauplatz einer besonderen Ausstellung über die Römer im damaligen Germanien.
Der spektakuläre Triumphzug des Germanicus vor genau 2.000 Jahren in Rom am 26. Mai 17 n. Chr. und das Ende der römischen Herrschaft in Germanien bilden den Ausgangspunkt für das Ausstellungsprojekt, das der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) in seinem Römermuseum vom 2. Juni bis zum 5. November 2017 unter dem Titel „Triumph ohne Sieg. Roms Ende in Germanien“ präsentiert.

In zwei Jahren Vorbereitungszeit haben die Kuratoren mehr als 40 internationale und nationale Leihgeber für eine Zusammenarbeit gewonnen und ein faszinierendes Ausstellungskonzept erstellt. Über 250 wertvolle Kunstwerke und Artefakte aus Italien, Kroatien, der Schweiz, Slowenien, Ungarn und der Vatikanstadt sollen auf 800 Quadratmetern Ausstellungsfläche für 156 Tage diesen Triumph ohne Sieg verständlich machen.
„US-Präsident Trump hat wahrscheinlich noch nie von dem römischen Kaiser Tiberius gehört, aber gelernt hat auch er von ihm allemal“, sagte LWL-Direktor Matthias Löb am Montag (29.5.) bei der Vorstellung der Ausstellung in Haltern. „Unsere Ausstellung dreht sich um Fake news, um Niederlagen, die zu Siegen umgedeutet werden, um symbolische Politik durch Massenveranstaltungen und um alternative Wahrheit – nur eben vor 2.000 Jahren.“

Kaiser Tiberius kannte Germanien aus eigener Anschauung gut, er wusste, dass dieses Gebiet nicht reich an Bodenschätzen war und sah die erheblichen Verluste an Menschen und Material der vorhergegangenen Kriegsjahre. Auf geschickte Art hat er den dreijährigen, eigentlich nutzlosen und sieglosen Krieg seines Feldherrn Germanicus beendet und in einen Sieg umgewandelt, indem er Ende Mai 17 n.Chr. seinem Adoptivsohn einen grandiosen Triumphzug in Rom ausrichtet.

„Diese Wende bestimmt für die nächsten Jahrhunderte maßgeblich die Entwicklung der Gebiete westlich und östlich des Rheins“, so LWL-Museumsleiter Dr. Rudolf Aßkamp. „Im Westen hält römische Kultur weiter ihren Einzug, Städte werden gegründet an den Orten der ehemaligen Legionslager Xanten, Köln, Bonn, Mainz. Östlich des Rheins bleibt die germanische Bevölkerung in ihren überkommenen Stammesstrukturen gefangen, und es beginnen die sogenannten dunklen Jahrhunderte.“
Vor diesem Hintergrund werden die Besucher im ersten Teil der Ausstellung zunächst zu Zuschauern des Triumphzuges für Germanicus in Rom. Der Triumph in Rom dient als spektakulärer Fixpunkt, um die damit verbundenen Ereignisse schlaglichtartig zu beleuchten.

Der zweite Teil lenkt den Blick auf die militärischen und politischen Entwicklungen in Germanien und die Zeit vor dem vermeintlichen Sieg des Germanicus. Funde aus den römischen Lagern entlang der Lippe wie etwa Haltern am See, Holsterhausen (beide Kreis Recklinghausen), Oberaden, Beckinghausen (beide Kreis Unna), Olfen (Kreis Coesfeld) und Anreppen (Kreis Paderborn) sowie zahlreiche Exponate von weiteren Fundplätzen in Germanien veranschaulichen die römischen Okkupationsbemühungen in Germanien.

Der dritte Teil der Ausstellung widmet sich ganz dem „Römischen Triumph“ und den Fragen, wer, wann und aus welchem Anlass im antiken Rom einen Triumphzug abhalten durfte – mit strengem Protokoll: Zuerst kamen im Zug Beute und Gefangene, dann der Triumphator mit Opfertieren und Behördenvertretern (Lictoren und Staatsbeamten) und schließlich die Armee. Es geht aber auch um die spätere Darstellung von Triumphzügen, zum Beispiel um die Darstellung der gefangenen Thusnelda, der Ehefrau des Varus-Bezwingers Arminius. Diese prominente Geisel im Triumphzug des Germanicus war in der Historienmalerei des 18. und 19. Jahrhunderts ein beliebtes Motiv.

Der letzte Teil bietet einen Blick in die Zukunft in Form der sogenannten kontrafaktischen Geschichtsschreibung – die Geschichtsdarstellung , die sich nicht mit dem befasst, was tatsächlich geschehen ist, sondern mit dem, was geschehen wäre, wenn sich die Ereignisse anders entwickelt hätten.
Hätte Rom gesiegt, wäre die Geschichte der römischen Stützpunkte an der Lippe sicher anders verlaufen. Dann hätte sich Aliso, das heutige Haltern am See, vermutlich zu einem Zentralort in der Region entwickelt. An vielen einstigen Legionsstandorten westlich des Rheins entstanden eigenständige zivile Siedlungen. Zunächst mit Häusern in Fachwerkbauweise errichtet, wurden sie später durch Steingebäude ersetzt und zum Teil monumental ausgebaut. Alles, was städtisches römisches Leben ausmachte, erblühte auf der anderen Seite des Rheins und wäre vermutlich auch in Haltern geschehen, wenn sich die Römer nicht aus dem heutigen Nord- und Westdeutschland zurückgezogen hätten.

„Zwei Thesen halten wir mittlerweile für sehr wahrscheinlich“, so Aßkamp. „Das antike Aliso ist mit dem heutigen Haltern am See identisch. Und der Fundort im Osnabrücker Land bei Kalkriese ist nicht der Ort der Varusschlacht, sondern geht auf die Ereignisse des Jahres 15 n. Chr. rund um Germanicus zurück.“

 

Öffnungszeiten der Ausstellung Triumph ohne Sieg im LWL-Römermuseum Haltern am See:

Dienstag bis Freitag 9 bis 17 Uhr, Donnerstag bis 19 Uhr
Samstag, Sonntag, Feiertage 10 bis 18 Uhr

 

Eintrittspreise unter www.lwl-roemermuseum-haltern.de

 

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Beitragsbild: Eingangsbereich der Ausstellung „Triumph ohne Sieg“ (Foto: LWL/T. Arendt)

 

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Ausstellung Haltern Triumph ohne Sieg

Posted by on Oktober 25th, 2017  •  0 Comments  • 

Eingangsbereich der Ausstellung "Triumph ohne Sieg" (Foto: LWL/T. Arendt)

Triumph ohne Sieg

Neue Ausstellung über Roms Ende in Germanien – alternative Wahrheit vor 2.000 Jahren

Neun Jahre nach dem erfolgreichen Ausstellungsprojekt zur Varusschlacht wird das LWL-Römermuseum in Haltern am See wieder zum Schauplatz einer besonderen Ausstellung über die Römer im damaligen Germanien.
Der spektakuläre Triumphzug des Germanicus vor genau 2.000 Jahren in Rom am 26. Mai 17 n. Chr. und das Ende der römischen Herrschaft in Germanien bilden den Ausgangspunkt für das Ausstellungsprojekt, das der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) in seinem Römermuseum vom 2. Juni bis zum 5. November 2017 unter dem Titel „Triumph ohne Sieg. Roms Ende in Germanien“ präsentiert.

In zwei Jahren Vorbereitungszeit haben die Kuratoren mehr als 40 internationale und nationale Leihgeber für eine Zusammenarbeit gewonnen und ein faszinierendes Ausstellungskonzept erstellt. Über 250 wertvolle Kunstwerke und Artefakte aus Italien, Kroatien, der Schweiz, Slowenien, Ungarn und der Vatikanstadt sollen auf 800 Quadratmetern Ausstellungsfläche für 156 Tage diesen Triumph ohne Sieg verständlich machen.
„US-Präsident Trump hat wahrscheinlich noch nie von dem römischen Kaiser Tiberius gehört, aber gelernt hat auch er von ihm allemal“, sagte LWL-Direktor Matthias Löb am Montag (29.5.) bei der Vorstellung der Ausstellung in Haltern. „Unsere Ausstellung dreht sich um Fake news, um Niederlagen, die zu Siegen umgedeutet werden, um symbolische Politik durch Massenveranstaltungen und um alternative Wahrheit – nur eben vor 2.000 Jahren.“

Kaiser Tiberius kannte Germanien aus eigener Anschauung gut, er wusste, dass dieses Gebiet nicht reich an Bodenschätzen war und sah die erheblichen Verluste an Menschen und Material der vorhergegangenen Kriegsjahre. Auf geschickte Art hat er den dreijährigen, eigentlich nutzlosen und sieglosen Krieg seines Feldherrn Germanicus beendet und in einen Sieg umgewandelt, indem er Ende Mai 17 n.Chr. seinem Adoptivsohn einen grandiosen Triumphzug in Rom ausrichtet.

„Diese Wende bestimmt für die nächsten Jahrhunderte maßgeblich die Entwicklung der Gebiete westlich und östlich des Rheins“, so LWL-Museumsleiter Dr. Rudolf Aßkamp. „Im Westen hält römische Kultur weiter ihren Einzug, Städte werden gegründet an den Orten der ehemaligen Legionslager Xanten, Köln, Bonn, Mainz. Östlich des Rheins bleibt die germanische Bevölkerung in ihren überkommenen Stammesstrukturen gefangen, und es beginnen die sogenannten dunklen Jahrhunderte.“
Vor diesem Hintergrund werden die Besucher im ersten Teil der Ausstellung zunächst zu Zuschauern des Triumphzuges für Germanicus in Rom. Der Triumph in Rom dient als spektakulärer Fixpunkt, um die damit verbundenen Ereignisse schlaglichtartig zu beleuchten.

Der zweite Teil lenkt den Blick auf die militärischen und politischen Entwicklungen in Germanien und die Zeit vor dem vermeintlichen Sieg des Germanicus. Funde aus den römischen Lagern entlang der Lippe wie etwa Haltern am See, Holsterhausen (beide Kreis Recklinghausen), Oberaden, Beckinghausen (beide Kreis Unna), Olfen (Kreis Coesfeld) und Anreppen (Kreis Paderborn) sowie zahlreiche Exponate von weiteren Fundplätzen in Germanien veranschaulichen die römischen Okkupationsbemühungen in Germanien.

Der dritte Teil der Ausstellung widmet sich ganz dem „Römischen Triumph“ und den Fragen, wer, wann und aus welchem Anlass im antiken Rom einen Triumphzug abhalten durfte – mit strengem Protokoll: Zuerst kamen im Zug Beute und Gefangene, dann der Triumphator mit Opfertieren und Behördenvertretern (Lictoren und Staatsbeamten) und schließlich die Armee. Es geht aber auch um die spätere Darstellung von Triumphzügen, zum Beispiel um die Darstellung der gefangenen Thusnelda, der Ehefrau des Varus-Bezwingers Arminius. Diese prominente Geisel im Triumphzug des Germanicus war in der Historienmalerei des 18. und 19. Jahrhunderts ein beliebtes Motiv.

Der letzte Teil bietet einen Blick in die Zukunft in Form der sogenannten kontrafaktischen Geschichtsschreibung – die Geschichtsdarstellung , die sich nicht mit dem befasst, was tatsächlich geschehen ist, sondern mit dem, was geschehen wäre, wenn sich die Ereignisse anders entwickelt hätten.
Hätte Rom gesiegt, wäre die Geschichte der römischen Stützpunkte an der Lippe sicher anders verlaufen. Dann hätte sich Aliso, das heutige Haltern am See, vermutlich zu einem Zentralort in der Region entwickelt. An vielen einstigen Legionsstandorten westlich des Rheins entstanden eigenständige zivile Siedlungen. Zunächst mit Häusern in Fachwerkbauweise errichtet, wurden sie später durch Steingebäude ersetzt und zum Teil monumental ausgebaut. Alles, was städtisches römisches Leben ausmachte, erblühte auf der anderen Seite des Rheins und wäre vermutlich auch in Haltern geschehen, wenn sich die Römer nicht aus dem heutigen Nord- und Westdeutschland zurückgezogen hätten.

„Zwei Thesen halten wir mittlerweile für sehr wahrscheinlich“, so Aßkamp. „Das antike Aliso ist mit dem heutigen Haltern am See identisch. Und der Fundort im Osnabrücker Land bei Kalkriese ist nicht der Ort der Varusschlacht, sondern geht auf die Ereignisse des Jahres 15 n. Chr. rund um Germanicus zurück.“

 

Öffnungszeiten der Ausstellung Triumph ohne Sieg im LWL-Römermuseum Haltern am See:

Dienstag bis Freitag 9 bis 17 Uhr, Donnerstag bis 19 Uhr
Samstag, Sonntag, Feiertage 10 bis 18 Uhr

 

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Quelle: Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL)

Beitragsbild: Eingangsbereich der Ausstellung „Triumph ohne Sieg“ (Foto: LWL/T. Arendt)

 

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Ausstellung Haltern Triumph ohne Sieg

Posted by on Oktober 24th, 2017  •  0 Comments  • 

Eingangsbereich der Ausstellung "Triumph ohne Sieg" (Foto: LWL/T. Arendt)

Triumph ohne Sieg

Neue Ausstellung über Roms Ende in Germanien – alternative Wahrheit vor 2.000 Jahren

Neun Jahre nach dem erfolgreichen Ausstellungsprojekt zur Varusschlacht wird das LWL-Römermuseum in Haltern am See wieder zum Schauplatz einer besonderen Ausstellung über die Römer im damaligen Germanien.
Der spektakuläre Triumphzug des Germanicus vor genau 2.000 Jahren in Rom am 26. Mai 17 n. Chr. und das Ende der römischen Herrschaft in Germanien bilden den Ausgangspunkt für das Ausstellungsprojekt, das der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) in seinem Römermuseum vom 2. Juni bis zum 5. November 2017 unter dem Titel „Triumph ohne Sieg. Roms Ende in Germanien“ präsentiert.

In zwei Jahren Vorbereitungszeit haben die Kuratoren mehr als 40 internationale und nationale Leihgeber für eine Zusammenarbeit gewonnen und ein faszinierendes Ausstellungskonzept erstellt. Über 250 wertvolle Kunstwerke und Artefakte aus Italien, Kroatien, der Schweiz, Slowenien, Ungarn und der Vatikanstadt sollen auf 800 Quadratmetern Ausstellungsfläche für 156 Tage diesen Triumph ohne Sieg verständlich machen.
„US-Präsident Trump hat wahrscheinlich noch nie von dem römischen Kaiser Tiberius gehört, aber gelernt hat auch er von ihm allemal“, sagte LWL-Direktor Matthias Löb am Montag (29.5.) bei der Vorstellung der Ausstellung in Haltern. „Unsere Ausstellung dreht sich um Fake news, um Niederlagen, die zu Siegen umgedeutet werden, um symbolische Politik durch Massenveranstaltungen und um alternative Wahrheit – nur eben vor 2.000 Jahren.“

Kaiser Tiberius kannte Germanien aus eigener Anschauung gut, er wusste, dass dieses Gebiet nicht reich an Bodenschätzen war und sah die erheblichen Verluste an Menschen und Material der vorhergegangenen Kriegsjahre. Auf geschickte Art hat er den dreijährigen, eigentlich nutzlosen und sieglosen Krieg seines Feldherrn Germanicus beendet und in einen Sieg umgewandelt, indem er Ende Mai 17 n.Chr. seinem Adoptivsohn einen grandiosen Triumphzug in Rom ausrichtet.

„Diese Wende bestimmt für die nächsten Jahrhunderte maßgeblich die Entwicklung der Gebiete westlich und östlich des Rheins“, so LWL-Museumsleiter Dr. Rudolf Aßkamp. „Im Westen hält römische Kultur weiter ihren Einzug, Städte werden gegründet an den Orten der ehemaligen Legionslager Xanten, Köln, Bonn, Mainz. Östlich des Rheins bleibt die germanische Bevölkerung in ihren überkommenen Stammesstrukturen gefangen, und es beginnen die sogenannten dunklen Jahrhunderte.“
Vor diesem Hintergrund werden die Besucher im ersten Teil der Ausstellung zunächst zu Zuschauern des Triumphzuges für Germanicus in Rom. Der Triumph in Rom dient als spektakulärer Fixpunkt, um die damit verbundenen Ereignisse schlaglichtartig zu beleuchten.

Der zweite Teil lenkt den Blick auf die militärischen und politischen Entwicklungen in Germanien und die Zeit vor dem vermeintlichen Sieg des Germanicus. Funde aus den römischen Lagern entlang der Lippe wie etwa Haltern am See, Holsterhausen (beide Kreis Recklinghausen), Oberaden, Beckinghausen (beide Kreis Unna), Olfen (Kreis Coesfeld) und Anreppen (Kreis Paderborn) sowie zahlreiche Exponate von weiteren Fundplätzen in Germanien veranschaulichen die römischen Okkupationsbemühungen in Germanien.

Der dritte Teil der Ausstellung widmet sich ganz dem „Römischen Triumph“ und den Fragen, wer, wann und aus welchem Anlass im antiken Rom einen Triumphzug abhalten durfte – mit strengem Protokoll: Zuerst kamen im Zug Beute und Gefangene, dann der Triumphator mit Opfertieren und Behördenvertretern (Lictoren und Staatsbeamten) und schließlich die Armee. Es geht aber auch um die spätere Darstellung von Triumphzügen, zum Beispiel um die Darstellung der gefangenen Thusnelda, der Ehefrau des Varus-Bezwingers Arminius. Diese prominente Geisel im Triumphzug des Germanicus war in der Historienmalerei des 18. und 19. Jahrhunderts ein beliebtes Motiv.

Der letzte Teil bietet einen Blick in die Zukunft in Form der sogenannten kontrafaktischen Geschichtsschreibung – die Geschichtsdarstellung , die sich nicht mit dem befasst, was tatsächlich geschehen ist, sondern mit dem, was geschehen wäre, wenn sich die Ereignisse anders entwickelt hätten.
Hätte Rom gesiegt, wäre die Geschichte der römischen Stützpunkte an der Lippe sicher anders verlaufen. Dann hätte sich Aliso, das heutige Haltern am See, vermutlich zu einem Zentralort in der Region entwickelt. An vielen einstigen Legionsstandorten westlich des Rheins entstanden eigenständige zivile Siedlungen. Zunächst mit Häusern in Fachwerkbauweise errichtet, wurden sie später durch Steingebäude ersetzt und zum Teil monumental ausgebaut. Alles, was städtisches römisches Leben ausmachte, erblühte auf der anderen Seite des Rheins und wäre vermutlich auch in Haltern geschehen, wenn sich die Römer nicht aus dem heutigen Nord- und Westdeutschland zurückgezogen hätten.

„Zwei Thesen halten wir mittlerweile für sehr wahrscheinlich“, so Aßkamp. „Das antike Aliso ist mit dem heutigen Haltern am See identisch. Und der Fundort im Osnabrücker Land bei Kalkriese ist nicht der Ort der Varusschlacht, sondern geht auf die Ereignisse des Jahres 15 n. Chr. rund um Germanicus zurück.“

 

Öffnungszeiten der Ausstellung Triumph ohne Sieg im LWL-Römermuseum Haltern am See:

Dienstag bis Freitag 9 bis 17 Uhr, Donnerstag bis 19 Uhr
Samstag, Sonntag, Feiertage 10 bis 18 Uhr

 

Eintrittspreise unter www.lwl-roemermuseum-haltern.de

 

Quelle: Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL)

Beitragsbild: Eingangsbereich der Ausstellung „Triumph ohne Sieg“ (Foto: LWL/T. Arendt)

 

Weitere Ausstellungen im Ruhrgebiet finden


Ausstellung Haltern Triumph ohne Sieg

Posted by on Oktober 22nd, 2017  •  0 Comments  • 

Eingangsbereich der Ausstellung "Triumph ohne Sieg" (Foto: LWL/T. Arendt)

Triumph ohne Sieg

Neue Ausstellung über Roms Ende in Germanien – alternative Wahrheit vor 2.000 Jahren

Neun Jahre nach dem erfolgreichen Ausstellungsprojekt zur Varusschlacht wird das LWL-Römermuseum in Haltern am See wieder zum Schauplatz einer besonderen Ausstellung über die Römer im damaligen Germanien.
Der spektakuläre Triumphzug des Germanicus vor genau 2.000 Jahren in Rom am 26. Mai 17 n. Chr. und das Ende der römischen Herrschaft in Germanien bilden den Ausgangspunkt für das Ausstellungsprojekt, das der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) in seinem Römermuseum vom 2. Juni bis zum 5. November 2017 unter dem Titel „Triumph ohne Sieg. Roms Ende in Germanien“ präsentiert.

In zwei Jahren Vorbereitungszeit haben die Kuratoren mehr als 40 internationale und nationale Leihgeber für eine Zusammenarbeit gewonnen und ein faszinierendes Ausstellungskonzept erstellt. Über 250 wertvolle Kunstwerke und Artefakte aus Italien, Kroatien, der Schweiz, Slowenien, Ungarn und der Vatikanstadt sollen auf 800 Quadratmetern Ausstellungsfläche für 156 Tage diesen Triumph ohne Sieg verständlich machen.
„US-Präsident Trump hat wahrscheinlich noch nie von dem römischen Kaiser Tiberius gehört, aber gelernt hat auch er von ihm allemal“, sagte LWL-Direktor Matthias Löb am Montag (29.5.) bei der Vorstellung der Ausstellung in Haltern. „Unsere Ausstellung dreht sich um Fake news, um Niederlagen, die zu Siegen umgedeutet werden, um symbolische Politik durch Massenveranstaltungen und um alternative Wahrheit – nur eben vor 2.000 Jahren.“

Kaiser Tiberius kannte Germanien aus eigener Anschauung gut, er wusste, dass dieses Gebiet nicht reich an Bodenschätzen war und sah die erheblichen Verluste an Menschen und Material der vorhergegangenen Kriegsjahre. Auf geschickte Art hat er den dreijährigen, eigentlich nutzlosen und sieglosen Krieg seines Feldherrn Germanicus beendet und in einen Sieg umgewandelt, indem er Ende Mai 17 n.Chr. seinem Adoptivsohn einen grandiosen Triumphzug in Rom ausrichtet.

„Diese Wende bestimmt für die nächsten Jahrhunderte maßgeblich die Entwicklung der Gebiete westlich und östlich des Rheins“, so LWL-Museumsleiter Dr. Rudolf Aßkamp. „Im Westen hält römische Kultur weiter ihren Einzug, Städte werden gegründet an den Orten der ehemaligen Legionslager Xanten, Köln, Bonn, Mainz. Östlich des Rheins bleibt die germanische Bevölkerung in ihren überkommenen Stammesstrukturen gefangen, und es beginnen die sogenannten dunklen Jahrhunderte.“
Vor diesem Hintergrund werden die Besucher im ersten Teil der Ausstellung zunächst zu Zuschauern des Triumphzuges für Germanicus in Rom. Der Triumph in Rom dient als spektakulärer Fixpunkt, um die damit verbundenen Ereignisse schlaglichtartig zu beleuchten.

Der zweite Teil lenkt den Blick auf die militärischen und politischen Entwicklungen in Germanien und die Zeit vor dem vermeintlichen Sieg des Germanicus. Funde aus den römischen Lagern entlang der Lippe wie etwa Haltern am See, Holsterhausen (beide Kreis Recklinghausen), Oberaden, Beckinghausen (beide Kreis Unna), Olfen (Kreis Coesfeld) und Anreppen (Kreis Paderborn) sowie zahlreiche Exponate von weiteren Fundplätzen in Germanien veranschaulichen die römischen Okkupationsbemühungen in Germanien.

Der dritte Teil der Ausstellung widmet sich ganz dem „Römischen Triumph“ und den Fragen, wer, wann und aus welchem Anlass im antiken Rom einen Triumphzug abhalten durfte – mit strengem Protokoll: Zuerst kamen im Zug Beute und Gefangene, dann der Triumphator mit Opfertieren und Behördenvertretern (Lictoren und Staatsbeamten) und schließlich die Armee. Es geht aber auch um die spätere Darstellung von Triumphzügen, zum Beispiel um die Darstellung der gefangenen Thusnelda, der Ehefrau des Varus-Bezwingers Arminius. Diese prominente Geisel im Triumphzug des Germanicus war in der Historienmalerei des 18. und 19. Jahrhunderts ein beliebtes Motiv.

Der letzte Teil bietet einen Blick in die Zukunft in Form der sogenannten kontrafaktischen Geschichtsschreibung – die Geschichtsdarstellung , die sich nicht mit dem befasst, was tatsächlich geschehen ist, sondern mit dem, was geschehen wäre, wenn sich die Ereignisse anders entwickelt hätten.
Hätte Rom gesiegt, wäre die Geschichte der römischen Stützpunkte an der Lippe sicher anders verlaufen. Dann hätte sich Aliso, das heutige Haltern am See, vermutlich zu einem Zentralort in der Region entwickelt. An vielen einstigen Legionsstandorten westlich des Rheins entstanden eigenständige zivile Siedlungen. Zunächst mit Häusern in Fachwerkbauweise errichtet, wurden sie später durch Steingebäude ersetzt und zum Teil monumental ausgebaut. Alles, was städtisches römisches Leben ausmachte, erblühte auf der anderen Seite des Rheins und wäre vermutlich auch in Haltern geschehen, wenn sich die Römer nicht aus dem heutigen Nord- und Westdeutschland zurückgezogen hätten.

„Zwei Thesen halten wir mittlerweile für sehr wahrscheinlich“, so Aßkamp. „Das antike Aliso ist mit dem heutigen Haltern am See identisch. Und der Fundort im Osnabrücker Land bei Kalkriese ist nicht der Ort der Varusschlacht, sondern geht auf die Ereignisse des Jahres 15 n. Chr. rund um Germanicus zurück.“

 

Öffnungszeiten der Ausstellung Triumph ohne Sieg im LWL-Römermuseum Haltern am See:

Dienstag bis Freitag 9 bis 17 Uhr, Donnerstag bis 19 Uhr
Samstag, Sonntag, Feiertage 10 bis 18 Uhr

 

Eintrittspreise unter www.lwl-roemermuseum-haltern.de

 

Quelle: Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL)

Beitragsbild: Eingangsbereich der Ausstellung „Triumph ohne Sieg“ (Foto: LWL/T. Arendt)

 

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Ausstellung Haltern Triumph ohne Sieg

Posted by on Oktober 21st, 2017  •  0 Comments  • 

Eingangsbereich der Ausstellung "Triumph ohne Sieg" (Foto: LWL/T. Arendt)

Triumph ohne Sieg

Neue Ausstellung über Roms Ende in Germanien – alternative Wahrheit vor 2.000 Jahren

Neun Jahre nach dem erfolgreichen Ausstellungsprojekt zur Varusschlacht wird das LWL-Römermuseum in Haltern am See wieder zum Schauplatz einer besonderen Ausstellung über die Römer im damaligen Germanien.
Der spektakuläre Triumphzug des Germanicus vor genau 2.000 Jahren in Rom am 26. Mai 17 n. Chr. und das Ende der römischen Herrschaft in Germanien bilden den Ausgangspunkt für das Ausstellungsprojekt, das der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) in seinem Römermuseum vom 2. Juni bis zum 5. November 2017 unter dem Titel „Triumph ohne Sieg. Roms Ende in Germanien“ präsentiert.

In zwei Jahren Vorbereitungszeit haben die Kuratoren mehr als 40 internationale und nationale Leihgeber für eine Zusammenarbeit gewonnen und ein faszinierendes Ausstellungskonzept erstellt. Über 250 wertvolle Kunstwerke und Artefakte aus Italien, Kroatien, der Schweiz, Slowenien, Ungarn und der Vatikanstadt sollen auf 800 Quadratmetern Ausstellungsfläche für 156 Tage diesen Triumph ohne Sieg verständlich machen.
„US-Präsident Trump hat wahrscheinlich noch nie von dem römischen Kaiser Tiberius gehört, aber gelernt hat auch er von ihm allemal“, sagte LWL-Direktor Matthias Löb am Montag (29.5.) bei der Vorstellung der Ausstellung in Haltern. „Unsere Ausstellung dreht sich um Fake news, um Niederlagen, die zu Siegen umgedeutet werden, um symbolische Politik durch Massenveranstaltungen und um alternative Wahrheit – nur eben vor 2.000 Jahren.“

Kaiser Tiberius kannte Germanien aus eigener Anschauung gut, er wusste, dass dieses Gebiet nicht reich an Bodenschätzen war und sah die erheblichen Verluste an Menschen und Material der vorhergegangenen Kriegsjahre. Auf geschickte Art hat er den dreijährigen, eigentlich nutzlosen und sieglosen Krieg seines Feldherrn Germanicus beendet und in einen Sieg umgewandelt, indem er Ende Mai 17 n.Chr. seinem Adoptivsohn einen grandiosen Triumphzug in Rom ausrichtet.

„Diese Wende bestimmt für die nächsten Jahrhunderte maßgeblich die Entwicklung der Gebiete westlich und östlich des Rheins“, so LWL-Museumsleiter Dr. Rudolf Aßkamp. „Im Westen hält römische Kultur weiter ihren Einzug, Städte werden gegründet an den Orten der ehemaligen Legionslager Xanten, Köln, Bonn, Mainz. Östlich des Rheins bleibt die germanische Bevölkerung in ihren überkommenen Stammesstrukturen gefangen, und es beginnen die sogenannten dunklen Jahrhunderte.“
Vor diesem Hintergrund werden die Besucher im ersten Teil der Ausstellung zunächst zu Zuschauern des Triumphzuges für Germanicus in Rom. Der Triumph in Rom dient als spektakulärer Fixpunkt, um die damit verbundenen Ereignisse schlaglichtartig zu beleuchten.

Der zweite Teil lenkt den Blick auf die militärischen und politischen Entwicklungen in Germanien und die Zeit vor dem vermeintlichen Sieg des Germanicus. Funde aus den römischen Lagern entlang der Lippe wie etwa Haltern am See, Holsterhausen (beide Kreis Recklinghausen), Oberaden, Beckinghausen (beide Kreis Unna), Olfen (Kreis Coesfeld) und Anreppen (Kreis Paderborn) sowie zahlreiche Exponate von weiteren Fundplätzen in Germanien veranschaulichen die römischen Okkupationsbemühungen in Germanien.

Der dritte Teil der Ausstellung widmet sich ganz dem „Römischen Triumph“ und den Fragen, wer, wann und aus welchem Anlass im antiken Rom einen Triumphzug abhalten durfte – mit strengem Protokoll: Zuerst kamen im Zug Beute und Gefangene, dann der Triumphator mit Opfertieren und Behördenvertretern (Lictoren und Staatsbeamten) und schließlich die Armee. Es geht aber auch um die spätere Darstellung von Triumphzügen, zum Beispiel um die Darstellung der gefangenen Thusnelda, der Ehefrau des Varus-Bezwingers Arminius. Diese prominente Geisel im Triumphzug des Germanicus war in der Historienmalerei des 18. und 19. Jahrhunderts ein beliebtes Motiv.

Der letzte Teil bietet einen Blick in die Zukunft in Form der sogenannten kontrafaktischen Geschichtsschreibung – die Geschichtsdarstellung , die sich nicht mit dem befasst, was tatsächlich geschehen ist, sondern mit dem, was geschehen wäre, wenn sich die Ereignisse anders entwickelt hätten.
Hätte Rom gesiegt, wäre die Geschichte der römischen Stützpunkte an der Lippe sicher anders verlaufen. Dann hätte sich Aliso, das heutige Haltern am See, vermutlich zu einem Zentralort in der Region entwickelt. An vielen einstigen Legionsstandorten westlich des Rheins entstanden eigenständige zivile Siedlungen. Zunächst mit Häusern in Fachwerkbauweise errichtet, wurden sie später durch Steingebäude ersetzt und zum Teil monumental ausgebaut. Alles, was städtisches römisches Leben ausmachte, erblühte auf der anderen Seite des Rheins und wäre vermutlich auch in Haltern geschehen, wenn sich die Römer nicht aus dem heutigen Nord- und Westdeutschland zurückgezogen hätten.

„Zwei Thesen halten wir mittlerweile für sehr wahrscheinlich“, so Aßkamp. „Das antike Aliso ist mit dem heutigen Haltern am See identisch. Und der Fundort im Osnabrücker Land bei Kalkriese ist nicht der Ort der Varusschlacht, sondern geht auf die Ereignisse des Jahres 15 n. Chr. rund um Germanicus zurück.“

 

Öffnungszeiten der Ausstellung Triumph ohne Sieg im LWL-Römermuseum Haltern am See:

Dienstag bis Freitag 9 bis 17 Uhr, Donnerstag bis 19 Uhr
Samstag, Sonntag, Feiertage 10 bis 18 Uhr

 

Eintrittspreise unter www.lwl-roemermuseum-haltern.de

 

Quelle: Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL)

Beitragsbild: Eingangsbereich der Ausstellung „Triumph ohne Sieg“ (Foto: LWL/T. Arendt)

 

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Ausstellung Haltern Triumph ohne Sieg

Posted by on Oktober 20th, 2017  •  0 Comments  • 

Eingangsbereich der Ausstellung "Triumph ohne Sieg" (Foto: LWL/T. Arendt)

Triumph ohne Sieg

Neue Ausstellung über Roms Ende in Germanien – alternative Wahrheit vor 2.000 Jahren

Neun Jahre nach dem erfolgreichen Ausstellungsprojekt zur Varusschlacht wird das LWL-Römermuseum in Haltern am See wieder zum Schauplatz einer besonderen Ausstellung über die Römer im damaligen Germanien.
Der spektakuläre Triumphzug des Germanicus vor genau 2.000 Jahren in Rom am 26. Mai 17 n. Chr. und das Ende der römischen Herrschaft in Germanien bilden den Ausgangspunkt für das Ausstellungsprojekt, das der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) in seinem Römermuseum vom 2. Juni bis zum 5. November 2017 unter dem Titel „Triumph ohne Sieg. Roms Ende in Germanien“ präsentiert.

In zwei Jahren Vorbereitungszeit haben die Kuratoren mehr als 40 internationale und nationale Leihgeber für eine Zusammenarbeit gewonnen und ein faszinierendes Ausstellungskonzept erstellt. Über 250 wertvolle Kunstwerke und Artefakte aus Italien, Kroatien, der Schweiz, Slowenien, Ungarn und der Vatikanstadt sollen auf 800 Quadratmetern Ausstellungsfläche für 156 Tage diesen Triumph ohne Sieg verständlich machen.
„US-Präsident Trump hat wahrscheinlich noch nie von dem römischen Kaiser Tiberius gehört, aber gelernt hat auch er von ihm allemal“, sagte LWL-Direktor Matthias Löb am Montag (29.5.) bei der Vorstellung der Ausstellung in Haltern. „Unsere Ausstellung dreht sich um Fake news, um Niederlagen, die zu Siegen umgedeutet werden, um symbolische Politik durch Massenveranstaltungen und um alternative Wahrheit – nur eben vor 2.000 Jahren.“

Kaiser Tiberius kannte Germanien aus eigener Anschauung gut, er wusste, dass dieses Gebiet nicht reich an Bodenschätzen war und sah die erheblichen Verluste an Menschen und Material der vorhergegangenen Kriegsjahre. Auf geschickte Art hat er den dreijährigen, eigentlich nutzlosen und sieglosen Krieg seines Feldherrn Germanicus beendet und in einen Sieg umgewandelt, indem er Ende Mai 17 n.Chr. seinem Adoptivsohn einen grandiosen Triumphzug in Rom ausrichtet.

„Diese Wende bestimmt für die nächsten Jahrhunderte maßgeblich die Entwicklung der Gebiete westlich und östlich des Rheins“, so LWL-Museumsleiter Dr. Rudolf Aßkamp. „Im Westen hält römische Kultur weiter ihren Einzug, Städte werden gegründet an den Orten der ehemaligen Legionslager Xanten, Köln, Bonn, Mainz. Östlich des Rheins bleibt die germanische Bevölkerung in ihren überkommenen Stammesstrukturen gefangen, und es beginnen die sogenannten dunklen Jahrhunderte.“
Vor diesem Hintergrund werden die Besucher im ersten Teil der Ausstellung zunächst zu Zuschauern des Triumphzuges für Germanicus in Rom. Der Triumph in Rom dient als spektakulärer Fixpunkt, um die damit verbundenen Ereignisse schlaglichtartig zu beleuchten.

Der zweite Teil lenkt den Blick auf die militärischen und politischen Entwicklungen in Germanien und die Zeit vor dem vermeintlichen Sieg des Germanicus. Funde aus den römischen Lagern entlang der Lippe wie etwa Haltern am See, Holsterhausen (beide Kreis Recklinghausen), Oberaden, Beckinghausen (beide Kreis Unna), Olfen (Kreis Coesfeld) und Anreppen (Kreis Paderborn) sowie zahlreiche Exponate von weiteren Fundplätzen in Germanien veranschaulichen die römischen Okkupationsbemühungen in Germanien.

Der dritte Teil der Ausstellung widmet sich ganz dem „Römischen Triumph“ und den Fragen, wer, wann und aus welchem Anlass im antiken Rom einen Triumphzug abhalten durfte – mit strengem Protokoll: Zuerst kamen im Zug Beute und Gefangene, dann der Triumphator mit Opfertieren und Behördenvertretern (Lictoren und Staatsbeamten) und schließlich die Armee. Es geht aber auch um die spätere Darstellung von Triumphzügen, zum Beispiel um die Darstellung der gefangenen Thusnelda, der Ehefrau des Varus-Bezwingers Arminius. Diese prominente Geisel im Triumphzug des Germanicus war in der Historienmalerei des 18. und 19. Jahrhunderts ein beliebtes Motiv.

Der letzte Teil bietet einen Blick in die Zukunft in Form der sogenannten kontrafaktischen Geschichtsschreibung – die Geschichtsdarstellung , die sich nicht mit dem befasst, was tatsächlich geschehen ist, sondern mit dem, was geschehen wäre, wenn sich die Ereignisse anders entwickelt hätten.
Hätte Rom gesiegt, wäre die Geschichte der römischen Stützpunkte an der Lippe sicher anders verlaufen. Dann hätte sich Aliso, das heutige Haltern am See, vermutlich zu einem Zentralort in der Region entwickelt. An vielen einstigen Legionsstandorten westlich des Rheins entstanden eigenständige zivile Siedlungen. Zunächst mit Häusern in Fachwerkbauweise errichtet, wurden sie später durch Steingebäude ersetzt und zum Teil monumental ausgebaut. Alles, was städtisches römisches Leben ausmachte, erblühte auf der anderen Seite des Rheins und wäre vermutlich auch in Haltern geschehen, wenn sich die Römer nicht aus dem heutigen Nord- und Westdeutschland zurückgezogen hätten.

„Zwei Thesen halten wir mittlerweile für sehr wahrscheinlich“, so Aßkamp. „Das antike Aliso ist mit dem heutigen Haltern am See identisch. Und der Fundort im Osnabrücker Land bei Kalkriese ist nicht der Ort der Varusschlacht, sondern geht auf die Ereignisse des Jahres 15 n. Chr. rund um Germanicus zurück.“

 

Öffnungszeiten der Ausstellung Triumph ohne Sieg im LWL-Römermuseum Haltern am See:

Dienstag bis Freitag 9 bis 17 Uhr, Donnerstag bis 19 Uhr
Samstag, Sonntag, Feiertage 10 bis 18 Uhr

 

Eintrittspreise unter www.lwl-roemermuseum-haltern.de

 

Quelle: Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL)

Beitragsbild: Eingangsbereich der Ausstellung „Triumph ohne Sieg“ (Foto: LWL/T. Arendt)

 

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Ausstellung Haltern Triumph ohne Sieg

Posted by on Oktober 19th, 2017  •  0 Comments  • 

Eingangsbereich der Ausstellung "Triumph ohne Sieg" (Foto: LWL/T. Arendt)

Triumph ohne Sieg

Neue Ausstellung über Roms Ende in Germanien – alternative Wahrheit vor 2.000 Jahren

Neun Jahre nach dem erfolgreichen Ausstellungsprojekt zur Varusschlacht wird das LWL-Römermuseum in Haltern am See wieder zum Schauplatz einer besonderen Ausstellung über die Römer im damaligen Germanien.
Der spektakuläre Triumphzug des Germanicus vor genau 2.000 Jahren in Rom am 26. Mai 17 n. Chr. und das Ende der römischen Herrschaft in Germanien bilden den Ausgangspunkt für das Ausstellungsprojekt, das der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) in seinem Römermuseum vom 2. Juni bis zum 5. November 2017 unter dem Titel „Triumph ohne Sieg. Roms Ende in Germanien“ präsentiert.

In zwei Jahren Vorbereitungszeit haben die Kuratoren mehr als 40 internationale und nationale Leihgeber für eine Zusammenarbeit gewonnen und ein faszinierendes Ausstellungskonzept erstellt. Über 250 wertvolle Kunstwerke und Artefakte aus Italien, Kroatien, der Schweiz, Slowenien, Ungarn und der Vatikanstadt sollen auf 800 Quadratmetern Ausstellungsfläche für 156 Tage diesen Triumph ohne Sieg verständlich machen.
„US-Präsident Trump hat wahrscheinlich noch nie von dem römischen Kaiser Tiberius gehört, aber gelernt hat auch er von ihm allemal“, sagte LWL-Direktor Matthias Löb am Montag (29.5.) bei der Vorstellung der Ausstellung in Haltern. „Unsere Ausstellung dreht sich um Fake news, um Niederlagen, die zu Siegen umgedeutet werden, um symbolische Politik durch Massenveranstaltungen und um alternative Wahrheit – nur eben vor 2.000 Jahren.“

Kaiser Tiberius kannte Germanien aus eigener Anschauung gut, er wusste, dass dieses Gebiet nicht reich an Bodenschätzen war und sah die erheblichen Verluste an Menschen und Material der vorhergegangenen Kriegsjahre. Auf geschickte Art hat er den dreijährigen, eigentlich nutzlosen und sieglosen Krieg seines Feldherrn Germanicus beendet und in einen Sieg umgewandelt, indem er Ende Mai 17 n.Chr. seinem Adoptivsohn einen grandiosen Triumphzug in Rom ausrichtet.

„Diese Wende bestimmt für die nächsten Jahrhunderte maßgeblich die Entwicklung der Gebiete westlich und östlich des Rheins“, so LWL-Museumsleiter Dr. Rudolf Aßkamp. „Im Westen hält römische Kultur weiter ihren Einzug, Städte werden gegründet an den Orten der ehemaligen Legionslager Xanten, Köln, Bonn, Mainz. Östlich des Rheins bleibt die germanische Bevölkerung in ihren überkommenen Stammesstrukturen gefangen, und es beginnen die sogenannten dunklen Jahrhunderte.“
Vor diesem Hintergrund werden die Besucher im ersten Teil der Ausstellung zunächst zu Zuschauern des Triumphzuges für Germanicus in Rom. Der Triumph in Rom dient als spektakulärer Fixpunkt, um die damit verbundenen Ereignisse schlaglichtartig zu beleuchten.

Der zweite Teil lenkt den Blick auf die militärischen und politischen Entwicklungen in Germanien und die Zeit vor dem vermeintlichen Sieg des Germanicus. Funde aus den römischen Lagern entlang der Lippe wie etwa Haltern am See, Holsterhausen (beide Kreis Recklinghausen), Oberaden, Beckinghausen (beide Kreis Unna), Olfen (Kreis Coesfeld) und Anreppen (Kreis Paderborn) sowie zahlreiche Exponate von weiteren Fundplätzen in Germanien veranschaulichen die römischen Okkupationsbemühungen in Germanien.

Der dritte Teil der Ausstellung widmet sich ganz dem „Römischen Triumph“ und den Fragen, wer, wann und aus welchem Anlass im antiken Rom einen Triumphzug abhalten durfte – mit strengem Protokoll: Zuerst kamen im Zug Beute und Gefangene, dann der Triumphator mit Opfertieren und Behördenvertretern (Lictoren und Staatsbeamten) und schließlich die Armee. Es geht aber auch um die spätere Darstellung von Triumphzügen, zum Beispiel um die Darstellung der gefangenen Thusnelda, der Ehefrau des Varus-Bezwingers Arminius. Diese prominente Geisel im Triumphzug des Germanicus war in der Historienmalerei des 18. und 19. Jahrhunderts ein beliebtes Motiv.

Der letzte Teil bietet einen Blick in die Zukunft in Form der sogenannten kontrafaktischen Geschichtsschreibung – die Geschichtsdarstellung , die sich nicht mit dem befasst, was tatsächlich geschehen ist, sondern mit dem, was geschehen wäre, wenn sich die Ereignisse anders entwickelt hätten.
Hätte Rom gesiegt, wäre die Geschichte der römischen Stützpunkte an der Lippe sicher anders verlaufen. Dann hätte sich Aliso, das heutige Haltern am See, vermutlich zu einem Zentralort in der Region entwickelt. An vielen einstigen Legionsstandorten westlich des Rheins entstanden eigenständige zivile Siedlungen. Zunächst mit Häusern in Fachwerkbauweise errichtet, wurden sie später durch Steingebäude ersetzt und zum Teil monumental ausgebaut. Alles, was städtisches römisches Leben ausmachte, erblühte auf der anderen Seite des Rheins und wäre vermutlich auch in Haltern geschehen, wenn sich die Römer nicht aus dem heutigen Nord- und Westdeutschland zurückgezogen hätten.

„Zwei Thesen halten wir mittlerweile für sehr wahrscheinlich“, so Aßkamp. „Das antike Aliso ist mit dem heutigen Haltern am See identisch. Und der Fundort im Osnabrücker Land bei Kalkriese ist nicht der Ort der Varusschlacht, sondern geht auf die Ereignisse des Jahres 15 n. Chr. rund um Germanicus zurück.“

 

Öffnungszeiten der Ausstellung Triumph ohne Sieg im LWL-Römermuseum Haltern am See:

Dienstag bis Freitag 9 bis 17 Uhr, Donnerstag bis 19 Uhr
Samstag, Sonntag, Feiertage 10 bis 18 Uhr

 

Eintrittspreise unter www.lwl-roemermuseum-haltern.de

 

Quelle: Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL)

Beitragsbild: Eingangsbereich der Ausstellung „Triumph ohne Sieg“ (Foto: LWL/T. Arendt)

 

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Posted by on Oktober 18th, 2017  •  0 Comments  • 

Eingangsbereich der Ausstellung "Triumph ohne Sieg" (Foto: LWL/T. Arendt)

Triumph ohne Sieg

Neue Ausstellung über Roms Ende in Germanien – alternative Wahrheit vor 2.000 Jahren

Neun Jahre nach dem erfolgreichen Ausstellungsprojekt zur Varusschlacht wird das LWL-Römermuseum in Haltern am See wieder zum Schauplatz einer besonderen Ausstellung über die Römer im damaligen Germanien.
Der spektakuläre Triumphzug des Germanicus vor genau 2.000 Jahren in Rom am 26. Mai 17 n. Chr. und das Ende der römischen Herrschaft in Germanien bilden den Ausgangspunkt für das Ausstellungsprojekt, das der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) in seinem Römermuseum vom 2. Juni bis zum 5. November 2017 unter dem Titel „Triumph ohne Sieg. Roms Ende in Germanien“ präsentiert.

In zwei Jahren Vorbereitungszeit haben die Kuratoren mehr als 40 internationale und nationale Leihgeber für eine Zusammenarbeit gewonnen und ein faszinierendes Ausstellungskonzept erstellt. Über 250 wertvolle Kunstwerke und Artefakte aus Italien, Kroatien, der Schweiz, Slowenien, Ungarn und der Vatikanstadt sollen auf 800 Quadratmetern Ausstellungsfläche für 156 Tage diesen Triumph ohne Sieg verständlich machen.
„US-Präsident Trump hat wahrscheinlich noch nie von dem römischen Kaiser Tiberius gehört, aber gelernt hat auch er von ihm allemal“, sagte LWL-Direktor Matthias Löb am Montag (29.5.) bei der Vorstellung der Ausstellung in Haltern. „Unsere Ausstellung dreht sich um Fake news, um Niederlagen, die zu Siegen umgedeutet werden, um symbolische Politik durch Massenveranstaltungen und um alternative Wahrheit – nur eben vor 2.000 Jahren.“

Kaiser Tiberius kannte Germanien aus eigener Anschauung gut, er wusste, dass dieses Gebiet nicht reich an Bodenschätzen war und sah die erheblichen Verluste an Menschen und Material der vorhergegangenen Kriegsjahre. Auf geschickte Art hat er den dreijährigen, eigentlich nutzlosen und sieglosen Krieg seines Feldherrn Germanicus beendet und in einen Sieg umgewandelt, indem er Ende Mai 17 n.Chr. seinem Adoptivsohn einen grandiosen Triumphzug in Rom ausrichtet.

„Diese Wende bestimmt für die nächsten Jahrhunderte maßgeblich die Entwicklung der Gebiete westlich und östlich des Rheins“, so LWL-Museumsleiter Dr. Rudolf Aßkamp. „Im Westen hält römische Kultur weiter ihren Einzug, Städte werden gegründet an den Orten der ehemaligen Legionslager Xanten, Köln, Bonn, Mainz. Östlich des Rheins bleibt die germanische Bevölkerung in ihren überkommenen Stammesstrukturen gefangen, und es beginnen die sogenannten dunklen Jahrhunderte.“
Vor diesem Hintergrund werden die Besucher im ersten Teil der Ausstellung zunächst zu Zuschauern des Triumphzuges für Germanicus in Rom. Der Triumph in Rom dient als spektakulärer Fixpunkt, um die damit verbundenen Ereignisse schlaglichtartig zu beleuchten.

Der zweite Teil lenkt den Blick auf die militärischen und politischen Entwicklungen in Germanien und die Zeit vor dem vermeintlichen Sieg des Germanicus. Funde aus den römischen Lagern entlang der Lippe wie etwa Haltern am See, Holsterhausen (beide Kreis Recklinghausen), Oberaden, Beckinghausen (beide Kreis Unna), Olfen (Kreis Coesfeld) und Anreppen (Kreis Paderborn) sowie zahlreiche Exponate von weiteren Fundplätzen in Germanien veranschaulichen die römischen Okkupationsbemühungen in Germanien.

Der dritte Teil der Ausstellung widmet sich ganz dem „Römischen Triumph“ und den Fragen, wer, wann und aus welchem Anlass im antiken Rom einen Triumphzug abhalten durfte – mit strengem Protokoll: Zuerst kamen im Zug Beute und Gefangene, dann der Triumphator mit Opfertieren und Behördenvertretern (Lictoren und Staatsbeamten) und schließlich die Armee. Es geht aber auch um die spätere Darstellung von Triumphzügen, zum Beispiel um die Darstellung der gefangenen Thusnelda, der Ehefrau des Varus-Bezwingers Arminius. Diese prominente Geisel im Triumphzug des Germanicus war in der Historienmalerei des 18. und 19. Jahrhunderts ein beliebtes Motiv.

Der letzte Teil bietet einen Blick in die Zukunft in Form der sogenannten kontrafaktischen Geschichtsschreibung – die Geschichtsdarstellung , die sich nicht mit dem befasst, was tatsächlich geschehen ist, sondern mit dem, was geschehen wäre, wenn sich die Ereignisse anders entwickelt hätten.
Hätte Rom gesiegt, wäre die Geschichte der römischen Stützpunkte an der Lippe sicher anders verlaufen. Dann hätte sich Aliso, das heutige Haltern am See, vermutlich zu einem Zentralort in der Region entwickelt. An vielen einstigen Legionsstandorten westlich des Rheins entstanden eigenständige zivile Siedlungen. Zunächst mit Häusern in Fachwerkbauweise errichtet, wurden sie später durch Steingebäude ersetzt und zum Teil monumental ausgebaut. Alles, was städtisches römisches Leben ausmachte, erblühte auf der anderen Seite des Rheins und wäre vermutlich auch in Haltern geschehen, wenn sich die Römer nicht aus dem heutigen Nord- und Westdeutschland zurückgezogen hätten.

„Zwei Thesen halten wir mittlerweile für sehr wahrscheinlich“, so Aßkamp. „Das antike Aliso ist mit dem heutigen Haltern am See identisch. Und der Fundort im Osnabrücker Land bei Kalkriese ist nicht der Ort der Varusschlacht, sondern geht auf die Ereignisse des Jahres 15 n. Chr. rund um Germanicus zurück.“

 

Öffnungszeiten der Ausstellung Triumph ohne Sieg im LWL-Römermuseum Haltern am See:

Dienstag bis Freitag 9 bis 17 Uhr, Donnerstag bis 19 Uhr
Samstag, Sonntag, Feiertage 10 bis 18 Uhr

 

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Beitragsbild: Eingangsbereich der Ausstellung „Triumph ohne Sieg“ (Foto: LWL/T. Arendt)

 

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Eingangsbereich der Ausstellung "Triumph ohne Sieg" (Foto: LWL/T. Arendt)

Triumph ohne Sieg

Neue Ausstellung über Roms Ende in Germanien – alternative Wahrheit vor 2.000 Jahren

Neun Jahre nach dem erfolgreichen Ausstellungsprojekt zur Varusschlacht wird das LWL-Römermuseum in Haltern am See wieder zum Schauplatz einer besonderen Ausstellung über die Römer im damaligen Germanien.
Der spektakuläre Triumphzug des Germanicus vor genau 2.000 Jahren in Rom am 26. Mai 17 n. Chr. und das Ende der römischen Herrschaft in Germanien bilden den Ausgangspunkt für das Ausstellungsprojekt, das der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) in seinem Römermuseum vom 2. Juni bis zum 5. November 2017 unter dem Titel „Triumph ohne Sieg. Roms Ende in Germanien“ präsentiert.

In zwei Jahren Vorbereitungszeit haben die Kuratoren mehr als 40 internationale und nationale Leihgeber für eine Zusammenarbeit gewonnen und ein faszinierendes Ausstellungskonzept erstellt. Über 250 wertvolle Kunstwerke und Artefakte aus Italien, Kroatien, der Schweiz, Slowenien, Ungarn und der Vatikanstadt sollen auf 800 Quadratmetern Ausstellungsfläche für 156 Tage diesen Triumph ohne Sieg verständlich machen.
„US-Präsident Trump hat wahrscheinlich noch nie von dem römischen Kaiser Tiberius gehört, aber gelernt hat auch er von ihm allemal“, sagte LWL-Direktor Matthias Löb am Montag (29.5.) bei der Vorstellung der Ausstellung in Haltern. „Unsere Ausstellung dreht sich um Fake news, um Niederlagen, die zu Siegen umgedeutet werden, um symbolische Politik durch Massenveranstaltungen und um alternative Wahrheit – nur eben vor 2.000 Jahren.“

Kaiser Tiberius kannte Germanien aus eigener Anschauung gut, er wusste, dass dieses Gebiet nicht reich an Bodenschätzen war und sah die erheblichen Verluste an Menschen und Material der vorhergegangenen Kriegsjahre. Auf geschickte Art hat er den dreijährigen, eigentlich nutzlosen und sieglosen Krieg seines Feldherrn Germanicus beendet und in einen Sieg umgewandelt, indem er Ende Mai 17 n.Chr. seinem Adoptivsohn einen grandiosen Triumphzug in Rom ausrichtet.

„Diese Wende bestimmt für die nächsten Jahrhunderte maßgeblich die Entwicklung der Gebiete westlich und östlich des Rheins“, so LWL-Museumsleiter Dr. Rudolf Aßkamp. „Im Westen hält römische Kultur weiter ihren Einzug, Städte werden gegründet an den Orten der ehemaligen Legionslager Xanten, Köln, Bonn, Mainz. Östlich des Rheins bleibt die germanische Bevölkerung in ihren überkommenen Stammesstrukturen gefangen, und es beginnen die sogenannten dunklen Jahrhunderte.“
Vor diesem Hintergrund werden die Besucher im ersten Teil der Ausstellung zunächst zu Zuschauern des Triumphzuges für Germanicus in Rom. Der Triumph in Rom dient als spektakulärer Fixpunkt, um die damit verbundenen Ereignisse schlaglichtartig zu beleuchten.

Der zweite Teil lenkt den Blick auf die militärischen und politischen Entwicklungen in Germanien und die Zeit vor dem vermeintlichen Sieg des Germanicus. Funde aus den römischen Lagern entlang der Lippe wie etwa Haltern am See, Holsterhausen (beide Kreis Recklinghausen), Oberaden, Beckinghausen (beide Kreis Unna), Olfen (Kreis Coesfeld) und Anreppen (Kreis Paderborn) sowie zahlreiche Exponate von weiteren Fundplätzen in Germanien veranschaulichen die römischen Okkupationsbemühungen in Germanien.

Der dritte Teil der Ausstellung widmet sich ganz dem „Römischen Triumph“ und den Fragen, wer, wann und aus welchem Anlass im antiken Rom einen Triumphzug abhalten durfte – mit strengem Protokoll: Zuerst kamen im Zug Beute und Gefangene, dann der Triumphator mit Opfertieren und Behördenvertretern (Lictoren und Staatsbeamten) und schließlich die Armee. Es geht aber auch um die spätere Darstellung von Triumphzügen, zum Beispiel um die Darstellung der gefangenen Thusnelda, der Ehefrau des Varus-Bezwingers Arminius. Diese prominente Geisel im Triumphzug des Germanicus war in der Historienmalerei des 18. und 19. Jahrhunderts ein beliebtes Motiv.

Der letzte Teil bietet einen Blick in die Zukunft in Form der sogenannten kontrafaktischen Geschichtsschreibung – die Geschichtsdarstellung , die sich nicht mit dem befasst, was tatsächlich geschehen ist, sondern mit dem, was geschehen wäre, wenn sich die Ereignisse anders entwickelt hätten.
Hätte Rom gesiegt, wäre die Geschichte der römischen Stützpunkte an der Lippe sicher anders verlaufen. Dann hätte sich Aliso, das heutige Haltern am See, vermutlich zu einem Zentralort in der Region entwickelt. An vielen einstigen Legionsstandorten westlich des Rheins entstanden eigenständige zivile Siedlungen. Zunächst mit Häusern in Fachwerkbauweise errichtet, wurden sie später durch Steingebäude ersetzt und zum Teil monumental ausgebaut. Alles, was städtisches römisches Leben ausmachte, erblühte auf der anderen Seite des Rheins und wäre vermutlich auch in Haltern geschehen, wenn sich die Römer nicht aus dem heutigen Nord- und Westdeutschland zurückgezogen hätten.

„Zwei Thesen halten wir mittlerweile für sehr wahrscheinlich“, so Aßkamp. „Das antike Aliso ist mit dem heutigen Haltern am See identisch. Und der Fundort im Osnabrücker Land bei Kalkriese ist nicht der Ort der Varusschlacht, sondern geht auf die Ereignisse des Jahres 15 n. Chr. rund um Germanicus zurück.“

 

Öffnungszeiten der Ausstellung Triumph ohne Sieg im LWL-Römermuseum Haltern am See:

Dienstag bis Freitag 9 bis 17 Uhr, Donnerstag bis 19 Uhr
Samstag, Sonntag, Feiertage 10 bis 18 Uhr

 

Eintrittspreise unter www.lwl-roemermuseum-haltern.de

 

Quelle: Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL)

Beitragsbild: Eingangsbereich der Ausstellung „Triumph ohne Sieg“ (Foto: LWL/T. Arendt)

 

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Ausstellung Haltern Triumph ohne Sieg

Posted by on Oktober 15th, 2017  •  0 Comments  • 

Eingangsbereich der Ausstellung "Triumph ohne Sieg" (Foto: LWL/T. Arendt)

Triumph ohne Sieg

Neue Ausstellung über Roms Ende in Germanien – alternative Wahrheit vor 2.000 Jahren

Neun Jahre nach dem erfolgreichen Ausstellungsprojekt zur Varusschlacht wird das LWL-Römermuseum in Haltern am See wieder zum Schauplatz einer besonderen Ausstellung über die Römer im damaligen Germanien.
Der spektakuläre Triumphzug des Germanicus vor genau 2.000 Jahren in Rom am 26. Mai 17 n. Chr. und das Ende der römischen Herrschaft in Germanien bilden den Ausgangspunkt für das Ausstellungsprojekt, das der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) in seinem Römermuseum vom 2. Juni bis zum 5. November 2017 unter dem Titel „Triumph ohne Sieg. Roms Ende in Germanien“ präsentiert.

In zwei Jahren Vorbereitungszeit haben die Kuratoren mehr als 40 internationale und nationale Leihgeber für eine Zusammenarbeit gewonnen und ein faszinierendes Ausstellungskonzept erstellt. Über 250 wertvolle Kunstwerke und Artefakte aus Italien, Kroatien, der Schweiz, Slowenien, Ungarn und der Vatikanstadt sollen auf 800 Quadratmetern Ausstellungsfläche für 156 Tage diesen Triumph ohne Sieg verständlich machen.
„US-Präsident Trump hat wahrscheinlich noch nie von dem römischen Kaiser Tiberius gehört, aber gelernt hat auch er von ihm allemal“, sagte LWL-Direktor Matthias Löb am Montag (29.5.) bei der Vorstellung der Ausstellung in Haltern. „Unsere Ausstellung dreht sich um Fake news, um Niederlagen, die zu Siegen umgedeutet werden, um symbolische Politik durch Massenveranstaltungen und um alternative Wahrheit – nur eben vor 2.000 Jahren.“

Kaiser Tiberius kannte Germanien aus eigener Anschauung gut, er wusste, dass dieses Gebiet nicht reich an Bodenschätzen war und sah die erheblichen Verluste an Menschen und Material der vorhergegangenen Kriegsjahre. Auf geschickte Art hat er den dreijährigen, eigentlich nutzlosen und sieglosen Krieg seines Feldherrn Germanicus beendet und in einen Sieg umgewandelt, indem er Ende Mai 17 n.Chr. seinem Adoptivsohn einen grandiosen Triumphzug in Rom ausrichtet.

„Diese Wende bestimmt für die nächsten Jahrhunderte maßgeblich die Entwicklung der Gebiete westlich und östlich des Rheins“, so LWL-Museumsleiter Dr. Rudolf Aßkamp. „Im Westen hält römische Kultur weiter ihren Einzug, Städte werden gegründet an den Orten der ehemaligen Legionslager Xanten, Köln, Bonn, Mainz. Östlich des Rheins bleibt die germanische Bevölkerung in ihren überkommenen Stammesstrukturen gefangen, und es beginnen die sogenannten dunklen Jahrhunderte.“
Vor diesem Hintergrund werden die Besucher im ersten Teil der Ausstellung zunächst zu Zuschauern des Triumphzuges für Germanicus in Rom. Der Triumph in Rom dient als spektakulärer Fixpunkt, um die damit verbundenen Ereignisse schlaglichtartig zu beleuchten.

Der zweite Teil lenkt den Blick auf die militärischen und politischen Entwicklungen in Germanien und die Zeit vor dem vermeintlichen Sieg des Germanicus. Funde aus den römischen Lagern entlang der Lippe wie etwa Haltern am See, Holsterhausen (beide Kreis Recklinghausen), Oberaden, Beckinghausen (beide Kreis Unna), Olfen (Kreis Coesfeld) und Anreppen (Kreis Paderborn) sowie zahlreiche Exponate von weiteren Fundplätzen in Germanien veranschaulichen die römischen Okkupationsbemühungen in Germanien.

Der dritte Teil der Ausstellung widmet sich ganz dem „Römischen Triumph“ und den Fragen, wer, wann und aus welchem Anlass im antiken Rom einen Triumphzug abhalten durfte – mit strengem Protokoll: Zuerst kamen im Zug Beute und Gefangene, dann der Triumphator mit Opfertieren und Behördenvertretern (Lictoren und Staatsbeamten) und schließlich die Armee. Es geht aber auch um die spätere Darstellung von Triumphzügen, zum Beispiel um die Darstellung der gefangenen Thusnelda, der Ehefrau des Varus-Bezwingers Arminius. Diese prominente Geisel im Triumphzug des Germanicus war in der Historienmalerei des 18. und 19. Jahrhunderts ein beliebtes Motiv.

Der letzte Teil bietet einen Blick in die Zukunft in Form der sogenannten kontrafaktischen Geschichtsschreibung – die Geschichtsdarstellung , die sich nicht mit dem befasst, was tatsächlich geschehen ist, sondern mit dem, was geschehen wäre, wenn sich die Ereignisse anders entwickelt hätten.
Hätte Rom gesiegt, wäre die Geschichte der römischen Stützpunkte an der Lippe sicher anders verlaufen. Dann hätte sich Aliso, das heutige Haltern am See, vermutlich zu einem Zentralort in der Region entwickelt. An vielen einstigen Legionsstandorten westlich des Rheins entstanden eigenständige zivile Siedlungen. Zunächst mit Häusern in Fachwerkbauweise errichtet, wurden sie später durch Steingebäude ersetzt und zum Teil monumental ausgebaut. Alles, was städtisches römisches Leben ausmachte, erblühte auf der anderen Seite des Rheins und wäre vermutlich auch in Haltern geschehen, wenn sich die Römer nicht aus dem heutigen Nord- und Westdeutschland zurückgezogen hätten.

„Zwei Thesen halten wir mittlerweile für sehr wahrscheinlich“, so Aßkamp. „Das antike Aliso ist mit dem heutigen Haltern am See identisch. Und der Fundort im Osnabrücker Land bei Kalkriese ist nicht der Ort der Varusschlacht, sondern geht auf die Ereignisse des Jahres 15 n. Chr. rund um Germanicus zurück.“

 

Öffnungszeiten der Ausstellung Triumph ohne Sieg im LWL-Römermuseum Haltern am See:

Dienstag bis Freitag 9 bis 17 Uhr, Donnerstag bis 19 Uhr
Samstag, Sonntag, Feiertage 10 bis 18 Uhr

 

Eintrittspreise unter www.lwl-roemermuseum-haltern.de

 

Quelle: Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL)

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Posted by on Oktober 14th, 2017  •  0 Comments  • 

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Neue Ausstellung über Roms Ende in Germanien – alternative Wahrheit vor 2.000 Jahren

Neun Jahre nach dem erfolgreichen Ausstellungsprojekt zur Varusschlacht wird das LWL-Römermuseum in Haltern am See wieder zum Schauplatz einer besonderen Ausstellung über die Römer im damaligen Germanien.
Der spektakuläre Triumphzug des Germanicus vor genau 2.000 Jahren in Rom am 26. Mai 17 n. Chr. und das Ende der römischen Herrschaft in Germanien bilden den Ausgangspunkt für das Ausstellungsprojekt, das der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) in seinem Römermuseum vom 2. Juni bis zum 5. November 2017 unter dem Titel „Triumph ohne Sieg. Roms Ende in Germanien“ präsentiert.

In zwei Jahren Vorbereitungszeit haben die Kuratoren mehr als 40 internationale und nationale Leihgeber für eine Zusammenarbeit gewonnen und ein faszinierendes Ausstellungskonzept erstellt. Über 250 wertvolle Kunstwerke und Artefakte aus Italien, Kroatien, der Schweiz, Slowenien, Ungarn und der Vatikanstadt sollen auf 800 Quadratmetern Ausstellungsfläche für 156 Tage diesen Triumph ohne Sieg verständlich machen.
„US-Präsident Trump hat wahrscheinlich noch nie von dem römischen Kaiser Tiberius gehört, aber gelernt hat auch er von ihm allemal“, sagte LWL-Direktor Matthias Löb am Montag (29.5.) bei der Vorstellung der Ausstellung in Haltern. „Unsere Ausstellung dreht sich um Fake news, um Niederlagen, die zu Siegen umgedeutet werden, um symbolische Politik durch Massenveranstaltungen und um alternative Wahrheit – nur eben vor 2.000 Jahren.“

Kaiser Tiberius kannte Germanien aus eigener Anschauung gut, er wusste, dass dieses Gebiet nicht reich an Bodenschätzen war und sah die erheblichen Verluste an Menschen und Material der vorhergegangenen Kriegsjahre. Auf geschickte Art hat er den dreijährigen, eigentlich nutzlosen und sieglosen Krieg seines Feldherrn Germanicus beendet und in einen Sieg umgewandelt, indem er Ende Mai 17 n.Chr. seinem Adoptivsohn einen grandiosen Triumphzug in Rom ausrichtet.

„Diese Wende bestimmt für die nächsten Jahrhunderte maßgeblich die Entwicklung der Gebiete westlich und östlich des Rheins“, so LWL-Museumsleiter Dr. Rudolf Aßkamp. „Im Westen hält römische Kultur weiter ihren Einzug, Städte werden gegründet an den Orten der ehemaligen Legionslager Xanten, Köln, Bonn, Mainz. Östlich des Rheins bleibt die germanische Bevölkerung in ihren überkommenen Stammesstrukturen gefangen, und es beginnen die sogenannten dunklen Jahrhunderte.“
Vor diesem Hintergrund werden die Besucher im ersten Teil der Ausstellung zunächst zu Zuschauern des Triumphzuges für Germanicus in Rom. Der Triumph in Rom dient als spektakulärer Fixpunkt, um die damit verbundenen Ereignisse schlaglichtartig zu beleuchten.

Der zweite Teil lenkt den Blick auf die militärischen und politischen Entwicklungen in Germanien und die Zeit vor dem vermeintlichen Sieg des Germanicus. Funde aus den römischen Lagern entlang der Lippe wie etwa Haltern am See, Holsterhausen (beide Kreis Recklinghausen), Oberaden, Beckinghausen (beide Kreis Unna), Olfen (Kreis Coesfeld) und Anreppen (Kreis Paderborn) sowie zahlreiche Exponate von weiteren Fundplätzen in Germanien veranschaulichen die römischen Okkupationsbemühungen in Germanien.

Der dritte Teil der Ausstellung widmet sich ganz dem „Römischen Triumph“ und den Fragen, wer, wann und aus welchem Anlass im antiken Rom einen Triumphzug abhalten durfte – mit strengem Protokoll: Zuerst kamen im Zug Beute und Gefangene, dann der Triumphator mit Opfertieren und Behördenvertretern (Lictoren und Staatsbeamten) und schließlich die Armee. Es geht aber auch um die spätere Darstellung von Triumphzügen, zum Beispiel um die Darstellung der gefangenen Thusnelda, der Ehefrau des Varus-Bezwingers Arminius. Diese prominente Geisel im Triumphzug des Germanicus war in der Historienmalerei des 18. und 19. Jahrhunderts ein beliebtes Motiv.

Der letzte Teil bietet einen Blick in die Zukunft in Form der sogenannten kontrafaktischen Geschichtsschreibung – die Geschichtsdarstellung , die sich nicht mit dem befasst, was tatsächlich geschehen ist, sondern mit dem, was geschehen wäre, wenn sich die Ereignisse anders entwickelt hätten.
Hätte Rom gesiegt, wäre die Geschichte der römischen Stützpunkte an der Lippe sicher anders verlaufen. Dann hätte sich Aliso, das heutige Haltern am See, vermutlich zu einem Zentralort in der Region entwickelt. An vielen einstigen Legionsstandorten westlich des Rheins entstanden eigenständige zivile Siedlungen. Zunächst mit Häusern in Fachwerkbauweise errichtet, wurden sie später durch Steingebäude ersetzt und zum Teil monumental ausgebaut. Alles, was städtisches römisches Leben ausmachte, erblühte auf der anderen Seite des Rheins und wäre vermutlich auch in Haltern geschehen, wenn sich die Römer nicht aus dem heutigen Nord- und Westdeutschland zurückgezogen hätten.

„Zwei Thesen halten wir mittlerweile für sehr wahrscheinlich“, so Aßkamp. „Das antike Aliso ist mit dem heutigen Haltern am See identisch. Und der Fundort im Osnabrücker Land bei Kalkriese ist nicht der Ort der Varusschlacht, sondern geht auf die Ereignisse des Jahres 15 n. Chr. rund um Germanicus zurück.“

 

Öffnungszeiten der Ausstellung Triumph ohne Sieg im LWL-Römermuseum Haltern am See:

Dienstag bis Freitag 9 bis 17 Uhr, Donnerstag bis 19 Uhr
Samstag, Sonntag, Feiertage 10 bis 18 Uhr

 

Eintrittspreise unter www.lwl-roemermuseum-haltern.de

 

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Posted by on Oktober 13th, 2017  •  0 Comments  • 

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Neue Ausstellung über Roms Ende in Germanien – alternative Wahrheit vor 2.000 Jahren

Neun Jahre nach dem erfolgreichen Ausstellungsprojekt zur Varusschlacht wird das LWL-Römermuseum in Haltern am See wieder zum Schauplatz einer besonderen Ausstellung über die Römer im damaligen Germanien.
Der spektakuläre Triumphzug des Germanicus vor genau 2.000 Jahren in Rom am 26. Mai 17 n. Chr. und das Ende der römischen Herrschaft in Germanien bilden den Ausgangspunkt für das Ausstellungsprojekt, das der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) in seinem Römermuseum vom 2. Juni bis zum 5. November 2017 unter dem Titel „Triumph ohne Sieg. Roms Ende in Germanien“ präsentiert.

In zwei Jahren Vorbereitungszeit haben die Kuratoren mehr als 40 internationale und nationale Leihgeber für eine Zusammenarbeit gewonnen und ein faszinierendes Ausstellungskonzept erstellt. Über 250 wertvolle Kunstwerke und Artefakte aus Italien, Kroatien, der Schweiz, Slowenien, Ungarn und der Vatikanstadt sollen auf 800 Quadratmetern Ausstellungsfläche für 156 Tage diesen Triumph ohne Sieg verständlich machen.
„US-Präsident Trump hat wahrscheinlich noch nie von dem römischen Kaiser Tiberius gehört, aber gelernt hat auch er von ihm allemal“, sagte LWL-Direktor Matthias Löb am Montag (29.5.) bei der Vorstellung der Ausstellung in Haltern. „Unsere Ausstellung dreht sich um Fake news, um Niederlagen, die zu Siegen umgedeutet werden, um symbolische Politik durch Massenveranstaltungen und um alternative Wahrheit – nur eben vor 2.000 Jahren.“

Kaiser Tiberius kannte Germanien aus eigener Anschauung gut, er wusste, dass dieses Gebiet nicht reich an Bodenschätzen war und sah die erheblichen Verluste an Menschen und Material der vorhergegangenen Kriegsjahre. Auf geschickte Art hat er den dreijährigen, eigentlich nutzlosen und sieglosen Krieg seines Feldherrn Germanicus beendet und in einen Sieg umgewandelt, indem er Ende Mai 17 n.Chr. seinem Adoptivsohn einen grandiosen Triumphzug in Rom ausrichtet.

„Diese Wende bestimmt für die nächsten Jahrhunderte maßgeblich die Entwicklung der Gebiete westlich und östlich des Rheins“, so LWL-Museumsleiter Dr. Rudolf Aßkamp. „Im Westen hält römische Kultur weiter ihren Einzug, Städte werden gegründet an den Orten der ehemaligen Legionslager Xanten, Köln, Bonn, Mainz. Östlich des Rheins bleibt die germanische Bevölkerung in ihren überkommenen Stammesstrukturen gefangen, und es beginnen die sogenannten dunklen Jahrhunderte.“
Vor diesem Hintergrund werden die Besucher im ersten Teil der Ausstellung zunächst zu Zuschauern des Triumphzuges für Germanicus in Rom. Der Triumph in Rom dient als spektakulärer Fixpunkt, um die damit verbundenen Ereignisse schlaglichtartig zu beleuchten.

Der zweite Teil lenkt den Blick auf die militärischen und politischen Entwicklungen in Germanien und die Zeit vor dem vermeintlichen Sieg des Germanicus. Funde aus den römischen Lagern entlang der Lippe wie etwa Haltern am See, Holsterhausen (beide Kreis Recklinghausen), Oberaden, Beckinghausen (beide Kreis Unna), Olfen (Kreis Coesfeld) und Anreppen (Kreis Paderborn) sowie zahlreiche Exponate von weiteren Fundplätzen in Germanien veranschaulichen die römischen Okkupationsbemühungen in Germanien.

Der dritte Teil der Ausstellung widmet sich ganz dem „Römischen Triumph“ und den Fragen, wer, wann und aus welchem Anlass im antiken Rom einen Triumphzug abhalten durfte – mit strengem Protokoll: Zuerst kamen im Zug Beute und Gefangene, dann der Triumphator mit Opfertieren und Behördenvertretern (Lictoren und Staatsbeamten) und schließlich die Armee. Es geht aber auch um die spätere Darstellung von Triumphzügen, zum Beispiel um die Darstellung der gefangenen Thusnelda, der Ehefrau des Varus-Bezwingers Arminius. Diese prominente Geisel im Triumphzug des Germanicus war in der Historienmalerei des 18. und 19. Jahrhunderts ein beliebtes Motiv.

Der letzte Teil bietet einen Blick in die Zukunft in Form der sogenannten kontrafaktischen Geschichtsschreibung – die Geschichtsdarstellung , die sich nicht mit dem befasst, was tatsächlich geschehen ist, sondern mit dem, was geschehen wäre, wenn sich die Ereignisse anders entwickelt hätten.
Hätte Rom gesiegt, wäre die Geschichte der römischen Stützpunkte an der Lippe sicher anders verlaufen. Dann hätte sich Aliso, das heutige Haltern am See, vermutlich zu einem Zentralort in der Region entwickelt. An vielen einstigen Legionsstandorten westlich des Rheins entstanden eigenständige zivile Siedlungen. Zunächst mit Häusern in Fachwerkbauweise errichtet, wurden sie später durch Steingebäude ersetzt und zum Teil monumental ausgebaut. Alles, was städtisches römisches Leben ausmachte, erblühte auf der anderen Seite des Rheins und wäre vermutlich auch in Haltern geschehen, wenn sich die Römer nicht aus dem heutigen Nord- und Westdeutschland zurückgezogen hätten.

„Zwei Thesen halten wir mittlerweile für sehr wahrscheinlich“, so Aßkamp. „Das antike Aliso ist mit dem heutigen Haltern am See identisch. Und der Fundort im Osnabrücker Land bei Kalkriese ist nicht der Ort der Varusschlacht, sondern geht auf die Ereignisse des Jahres 15 n. Chr. rund um Germanicus zurück.“

 

Öffnungszeiten der Ausstellung Triumph ohne Sieg im LWL-Römermuseum Haltern am See:

Dienstag bis Freitag 9 bis 17 Uhr, Donnerstag bis 19 Uhr
Samstag, Sonntag, Feiertage 10 bis 18 Uhr

 

Eintrittspreise unter www.lwl-roemermuseum-haltern.de

 

Quelle: Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL)

Beitragsbild: Eingangsbereich der Ausstellung „Triumph ohne Sieg“ (Foto: LWL/T. Arendt)

 

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Neue Ausstellung über Roms Ende in Germanien – alternative Wahrheit vor 2.000 Jahren

Neun Jahre nach dem erfolgreichen Ausstellungsprojekt zur Varusschlacht wird das LWL-Römermuseum in Haltern am See wieder zum Schauplatz einer besonderen Ausstellung über die Römer im damaligen Germanien.
Der spektakuläre Triumphzug des Germanicus vor genau 2.000 Jahren in Rom am 26. Mai 17 n. Chr. und das Ende der römischen Herrschaft in Germanien bilden den Ausgangspunkt für das Ausstellungsprojekt, das der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) in seinem Römermuseum vom 2. Juni bis zum 5. November 2017 unter dem Titel „Triumph ohne Sieg. Roms Ende in Germanien“ präsentiert.

In zwei Jahren Vorbereitungszeit haben die Kuratoren mehr als 40 internationale und nationale Leihgeber für eine Zusammenarbeit gewonnen und ein faszinierendes Ausstellungskonzept erstellt. Über 250 wertvolle Kunstwerke und Artefakte aus Italien, Kroatien, der Schweiz, Slowenien, Ungarn und der Vatikanstadt sollen auf 800 Quadratmetern Ausstellungsfläche für 156 Tage diesen Triumph ohne Sieg verständlich machen.
„US-Präsident Trump hat wahrscheinlich noch nie von dem römischen Kaiser Tiberius gehört, aber gelernt hat auch er von ihm allemal“, sagte LWL-Direktor Matthias Löb am Montag (29.5.) bei der Vorstellung der Ausstellung in Haltern. „Unsere Ausstellung dreht sich um Fake news, um Niederlagen, die zu Siegen umgedeutet werden, um symbolische Politik durch Massenveranstaltungen und um alternative Wahrheit – nur eben vor 2.000 Jahren.“

Kaiser Tiberius kannte Germanien aus eigener Anschauung gut, er wusste, dass dieses Gebiet nicht reich an Bodenschätzen war und sah die erheblichen Verluste an Menschen und Material der vorhergegangenen Kriegsjahre. Auf geschickte Art hat er den dreijährigen, eigentlich nutzlosen und sieglosen Krieg seines Feldherrn Germanicus beendet und in einen Sieg umgewandelt, indem er Ende Mai 17 n.Chr. seinem Adoptivsohn einen grandiosen Triumphzug in Rom ausrichtet.

„Diese Wende bestimmt für die nächsten Jahrhunderte maßgeblich die Entwicklung der Gebiete westlich und östlich des Rheins“, so LWL-Museumsleiter Dr. Rudolf Aßkamp. „Im Westen hält römische Kultur weiter ihren Einzug, Städte werden gegründet an den Orten der ehemaligen Legionslager Xanten, Köln, Bonn, Mainz. Östlich des Rheins bleibt die germanische Bevölkerung in ihren überkommenen Stammesstrukturen gefangen, und es beginnen die sogenannten dunklen Jahrhunderte.“
Vor diesem Hintergrund werden die Besucher im ersten Teil der Ausstellung zunächst zu Zuschauern des Triumphzuges für Germanicus in Rom. Der Triumph in Rom dient als spektakulärer Fixpunkt, um die damit verbundenen Ereignisse schlaglichtartig zu beleuchten.

Der zweite Teil lenkt den Blick auf die militärischen und politischen Entwicklungen in Germanien und die Zeit vor dem vermeintlichen Sieg des Germanicus. Funde aus den römischen Lagern entlang der Lippe wie etwa Haltern am See, Holsterhausen (beide Kreis Recklinghausen), Oberaden, Beckinghausen (beide Kreis Unna), Olfen (Kreis Coesfeld) und Anreppen (Kreis Paderborn) sowie zahlreiche Exponate von weiteren Fundplätzen in Germanien veranschaulichen die römischen Okkupationsbemühungen in Germanien.

Der dritte Teil der Ausstellung widmet sich ganz dem „Römischen Triumph“ und den Fragen, wer, wann und aus welchem Anlass im antiken Rom einen Triumphzug abhalten durfte – mit strengem Protokoll: Zuerst kamen im Zug Beute und Gefangene, dann der Triumphator mit Opfertieren und Behördenvertretern (Lictoren und Staatsbeamten) und schließlich die Armee. Es geht aber auch um die spätere Darstellung von Triumphzügen, zum Beispiel um die Darstellung der gefangenen Thusnelda, der Ehefrau des Varus-Bezwingers Arminius. Diese prominente Geisel im Triumphzug des Germanicus war in der Historienmalerei des 18. und 19. Jahrhunderts ein beliebtes Motiv.

Der letzte Teil bietet einen Blick in die Zukunft in Form der sogenannten kontrafaktischen Geschichtsschreibung – die Geschichtsdarstellung , die sich nicht mit dem befasst, was tatsächlich geschehen ist, sondern mit dem, was geschehen wäre, wenn sich die Ereignisse anders entwickelt hätten.
Hätte Rom gesiegt, wäre die Geschichte der römischen Stützpunkte an der Lippe sicher anders verlaufen. Dann hätte sich Aliso, das heutige Haltern am See, vermutlich zu einem Zentralort in der Region entwickelt. An vielen einstigen Legionsstandorten westlich des Rheins entstanden eigenständige zivile Siedlungen. Zunächst mit Häusern in Fachwerkbauweise errichtet, wurden sie später durch Steingebäude ersetzt und zum Teil monumental ausgebaut. Alles, was städtisches römisches Leben ausmachte, erblühte auf der anderen Seite des Rheins und wäre vermutlich auch in Haltern geschehen, wenn sich die Römer nicht aus dem heutigen Nord- und Westdeutschland zurückgezogen hätten.

„Zwei Thesen halten wir mittlerweile für sehr wahrscheinlich“, so Aßkamp. „Das antike Aliso ist mit dem heutigen Haltern am See identisch. Und der Fundort im Osnabrücker Land bei Kalkriese ist nicht der Ort der Varusschlacht, sondern geht auf die Ereignisse des Jahres 15 n. Chr. rund um Germanicus zurück.“

 

Öffnungszeiten der Ausstellung Triumph ohne Sieg im LWL-Römermuseum Haltern am See:

Dienstag bis Freitag 9 bis 17 Uhr, Donnerstag bis 19 Uhr
Samstag, Sonntag, Feiertage 10 bis 18 Uhr

 

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Beitragsbild: Eingangsbereich der Ausstellung „Triumph ohne Sieg“ (Foto: LWL/T. Arendt)

 

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Eingangsbereich der Ausstellung "Triumph ohne Sieg" (Foto: LWL/T. Arendt)

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Neue Ausstellung über Roms Ende in Germanien – alternative Wahrheit vor 2.000 Jahren

Neun Jahre nach dem erfolgreichen Ausstellungsprojekt zur Varusschlacht wird das LWL-Römermuseum in Haltern am See wieder zum Schauplatz einer besonderen Ausstellung über die Römer im damaligen Germanien.
Der spektakuläre Triumphzug des Germanicus vor genau 2.000 Jahren in Rom am 26. Mai 17 n. Chr. und das Ende der römischen Herrschaft in Germanien bilden den Ausgangspunkt für das Ausstellungsprojekt, das der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) in seinem Römermuseum vom 2. Juni bis zum 5. November 2017 unter dem Titel „Triumph ohne Sieg. Roms Ende in Germanien“ präsentiert.

In zwei Jahren Vorbereitungszeit haben die Kuratoren mehr als 40 internationale und nationale Leihgeber für eine Zusammenarbeit gewonnen und ein faszinierendes Ausstellungskonzept erstellt. Über 250 wertvolle Kunstwerke und Artefakte aus Italien, Kroatien, der Schweiz, Slowenien, Ungarn und der Vatikanstadt sollen auf 800 Quadratmetern Ausstellungsfläche für 156 Tage diesen Triumph ohne Sieg verständlich machen.
„US-Präsident Trump hat wahrscheinlich noch nie von dem römischen Kaiser Tiberius gehört, aber gelernt hat auch er von ihm allemal“, sagte LWL-Direktor Matthias Löb am Montag (29.5.) bei der Vorstellung der Ausstellung in Haltern. „Unsere Ausstellung dreht sich um Fake news, um Niederlagen, die zu Siegen umgedeutet werden, um symbolische Politik durch Massenveranstaltungen und um alternative Wahrheit – nur eben vor 2.000 Jahren.“

Kaiser Tiberius kannte Germanien aus eigener Anschauung gut, er wusste, dass dieses Gebiet nicht reich an Bodenschätzen war und sah die erheblichen Verluste an Menschen und Material der vorhergegangenen Kriegsjahre. Auf geschickte Art hat er den dreijährigen, eigentlich nutzlosen und sieglosen Krieg seines Feldherrn Germanicus beendet und in einen Sieg umgewandelt, indem er Ende Mai 17 n.Chr. seinem Adoptivsohn einen grandiosen Triumphzug in Rom ausrichtet.

„Diese Wende bestimmt für die nächsten Jahrhunderte maßgeblich die Entwicklung der Gebiete westlich und östlich des Rheins“, so LWL-Museumsleiter Dr. Rudolf Aßkamp. „Im Westen hält römische Kultur weiter ihren Einzug, Städte werden gegründet an den Orten der ehemaligen Legionslager Xanten, Köln, Bonn, Mainz. Östlich des Rheins bleibt die germanische Bevölkerung in ihren überkommenen Stammesstrukturen gefangen, und es beginnen die sogenannten dunklen Jahrhunderte.“
Vor diesem Hintergrund werden die Besucher im ersten Teil der Ausstellung zunächst zu Zuschauern des Triumphzuges für Germanicus in Rom. Der Triumph in Rom dient als spektakulärer Fixpunkt, um die damit verbundenen Ereignisse schlaglichtartig zu beleuchten.

Der zweite Teil lenkt den Blick auf die militärischen und politischen Entwicklungen in Germanien und die Zeit vor dem vermeintlichen Sieg des Germanicus. Funde aus den römischen Lagern entlang der Lippe wie etwa Haltern am See, Holsterhausen (beide Kreis Recklinghausen), Oberaden, Beckinghausen (beide Kreis Unna), Olfen (Kreis Coesfeld) und Anreppen (Kreis Paderborn) sowie zahlreiche Exponate von weiteren Fundplätzen in Germanien veranschaulichen die römischen Okkupationsbemühungen in Germanien.

Der dritte Teil der Ausstellung widmet sich ganz dem „Römischen Triumph“ und den Fragen, wer, wann und aus welchem Anlass im antiken Rom einen Triumphzug abhalten durfte – mit strengem Protokoll: Zuerst kamen im Zug Beute und Gefangene, dann der Triumphator mit Opfertieren und Behördenvertretern (Lictoren und Staatsbeamten) und schließlich die Armee. Es geht aber auch um die spätere Darstellung von Triumphzügen, zum Beispiel um die Darstellung der gefangenen Thusnelda, der Ehefrau des Varus-Bezwingers Arminius. Diese prominente Geisel im Triumphzug des Germanicus war in der Historienmalerei des 18. und 19. Jahrhunderts ein beliebtes Motiv.

Der letzte Teil bietet einen Blick in die Zukunft in Form der sogenannten kontrafaktischen Geschichtsschreibung – die Geschichtsdarstellung , die sich nicht mit dem befasst, was tatsächlich geschehen ist, sondern mit dem, was geschehen wäre, wenn sich die Ereignisse anders entwickelt hätten.
Hätte Rom gesiegt, wäre die Geschichte der römischen Stützpunkte an der Lippe sicher anders verlaufen. Dann hätte sich Aliso, das heutige Haltern am See, vermutlich zu einem Zentralort in der Region entwickelt. An vielen einstigen Legionsstandorten westlich des Rheins entstanden eigenständige zivile Siedlungen. Zunächst mit Häusern in Fachwerkbauweise errichtet, wurden sie später durch Steingebäude ersetzt und zum Teil monumental ausgebaut. Alles, was städtisches römisches Leben ausmachte, erblühte auf der anderen Seite des Rheins und wäre vermutlich auch in Haltern geschehen, wenn sich die Römer nicht aus dem heutigen Nord- und Westdeutschland zurückgezogen hätten.

„Zwei Thesen halten wir mittlerweile für sehr wahrscheinlich“, so Aßkamp. „Das antike Aliso ist mit dem heutigen Haltern am See identisch. Und der Fundort im Osnabrücker Land bei Kalkriese ist nicht der Ort der Varusschlacht, sondern geht auf die Ereignisse des Jahres 15 n. Chr. rund um Germanicus zurück.“

 

Öffnungszeiten der Ausstellung Triumph ohne Sieg im LWL-Römermuseum Haltern am See:

Dienstag bis Freitag 9 bis 17 Uhr, Donnerstag bis 19 Uhr
Samstag, Sonntag, Feiertage 10 bis 18 Uhr

 

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Quelle: Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL)

Beitragsbild: Eingangsbereich der Ausstellung „Triumph ohne Sieg“ (Foto: LWL/T. Arendt)

 

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Posted by on Oktober 10th, 2017  •  0 Comments  • 

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Triumph ohne Sieg

Neue Ausstellung über Roms Ende in Germanien – alternative Wahrheit vor 2.000 Jahren

Neun Jahre nach dem erfolgreichen Ausstellungsprojekt zur Varusschlacht wird das LWL-Römermuseum in Haltern am See wieder zum Schauplatz einer besonderen Ausstellung über die Römer im damaligen Germanien.
Der spektakuläre Triumphzug des Germanicus vor genau 2.000 Jahren in Rom am 26. Mai 17 n. Chr. und das Ende der römischen Herrschaft in Germanien bilden den Ausgangspunkt für das Ausstellungsprojekt, das der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) in seinem Römermuseum vom 2. Juni bis zum 5. November 2017 unter dem Titel „Triumph ohne Sieg. Roms Ende in Germanien“ präsentiert.

In zwei Jahren Vorbereitungszeit haben die Kuratoren mehr als 40 internationale und nationale Leihgeber für eine Zusammenarbeit gewonnen und ein faszinierendes Ausstellungskonzept erstellt. Über 250 wertvolle Kunstwerke und Artefakte aus Italien, Kroatien, der Schweiz, Slowenien, Ungarn und der Vatikanstadt sollen auf 800 Quadratmetern Ausstellungsfläche für 156 Tage diesen Triumph ohne Sieg verständlich machen.
„US-Präsident Trump hat wahrscheinlich noch nie von dem römischen Kaiser Tiberius gehört, aber gelernt hat auch er von ihm allemal“, sagte LWL-Direktor Matthias Löb am Montag (29.5.) bei der Vorstellung der Ausstellung in Haltern. „Unsere Ausstellung dreht sich um Fake news, um Niederlagen, die zu Siegen umgedeutet werden, um symbolische Politik durch Massenveranstaltungen und um alternative Wahrheit – nur eben vor 2.000 Jahren.“

Kaiser Tiberius kannte Germanien aus eigener Anschauung gut, er wusste, dass dieses Gebiet nicht reich an Bodenschätzen war und sah die erheblichen Verluste an Menschen und Material der vorhergegangenen Kriegsjahre. Auf geschickte Art hat er den dreijährigen, eigentlich nutzlosen und sieglosen Krieg seines Feldherrn Germanicus beendet und in einen Sieg umgewandelt, indem er Ende Mai 17 n.Chr. seinem Adoptivsohn einen grandiosen Triumphzug in Rom ausrichtet.

„Diese Wende bestimmt für die nächsten Jahrhunderte maßgeblich die Entwicklung der Gebiete westlich und östlich des Rheins“, so LWL-Museumsleiter Dr. Rudolf Aßkamp. „Im Westen hält römische Kultur weiter ihren Einzug, Städte werden gegründet an den Orten der ehemaligen Legionslager Xanten, Köln, Bonn, Mainz. Östlich des Rheins bleibt die germanische Bevölkerung in ihren überkommenen Stammesstrukturen gefangen, und es beginnen die sogenannten dunklen Jahrhunderte.“
Vor diesem Hintergrund werden die Besucher im ersten Teil der Ausstellung zunächst zu Zuschauern des Triumphzuges für Germanicus in Rom. Der Triumph in Rom dient als spektakulärer Fixpunkt, um die damit verbundenen Ereignisse schlaglichtartig zu beleuchten.

Der zweite Teil lenkt den Blick auf die militärischen und politischen Entwicklungen in Germanien und die Zeit vor dem vermeintlichen Sieg des Germanicus. Funde aus den römischen Lagern entlang der Lippe wie etwa Haltern am See, Holsterhausen (beide Kreis Recklinghausen), Oberaden, Beckinghausen (beide Kreis Unna), Olfen (Kreis Coesfeld) und Anreppen (Kreis Paderborn) sowie zahlreiche Exponate von weiteren Fundplätzen in Germanien veranschaulichen die römischen Okkupationsbemühungen in Germanien.

Der dritte Teil der Ausstellung widmet sich ganz dem „Römischen Triumph“ und den Fragen, wer, wann und aus welchem Anlass im antiken Rom einen Triumphzug abhalten durfte – mit strengem Protokoll: Zuerst kamen im Zug Beute und Gefangene, dann der Triumphator mit Opfertieren und Behördenvertretern (Lictoren und Staatsbeamten) und schließlich die Armee. Es geht aber auch um die spätere Darstellung von Triumphzügen, zum Beispiel um die Darstellung der gefangenen Thusnelda, der Ehefrau des Varus-Bezwingers Arminius. Diese prominente Geisel im Triumphzug des Germanicus war in der Historienmalerei des 18. und 19. Jahrhunderts ein beliebtes Motiv.

Der letzte Teil bietet einen Blick in die Zukunft in Form der sogenannten kontrafaktischen Geschichtsschreibung – die Geschichtsdarstellung , die sich nicht mit dem befasst, was tatsächlich geschehen ist, sondern mit dem, was geschehen wäre, wenn sich die Ereignisse anders entwickelt hätten.
Hätte Rom gesiegt, wäre die Geschichte der römischen Stützpunkte an der Lippe sicher anders verlaufen. Dann hätte sich Aliso, das heutige Haltern am See, vermutlich zu einem Zentralort in der Region entwickelt. An vielen einstigen Legionsstandorten westlich des Rheins entstanden eigenständige zivile Siedlungen. Zunächst mit Häusern in Fachwerkbauweise errichtet, wurden sie später durch Steingebäude ersetzt und zum Teil monumental ausgebaut. Alles, was städtisches römisches Leben ausmachte, erblühte auf der anderen Seite des Rheins und wäre vermutlich auch in Haltern geschehen, wenn sich die Römer nicht aus dem heutigen Nord- und Westdeutschland zurückgezogen hätten.

„Zwei Thesen halten wir mittlerweile für sehr wahrscheinlich“, so Aßkamp. „Das antike Aliso ist mit dem heutigen Haltern am See identisch. Und der Fundort im Osnabrücker Land bei Kalkriese ist nicht der Ort der Varusschlacht, sondern geht auf die Ereignisse des Jahres 15 n. Chr. rund um Germanicus zurück.“

 

Öffnungszeiten der Ausstellung Triumph ohne Sieg im LWL-Römermuseum Haltern am See:

Dienstag bis Freitag 9 bis 17 Uhr, Donnerstag bis 19 Uhr
Samstag, Sonntag, Feiertage 10 bis 18 Uhr

 

Eintrittspreise unter www.lwl-roemermuseum-haltern.de

 

Quelle: Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL)

Beitragsbild: Eingangsbereich der Ausstellung „Triumph ohne Sieg“ (Foto: LWL/T. Arendt)

 

Weitere Ausstellungen im Ruhrgebiet finden


Ausstellung Haltern Triumph ohne Sieg

Posted by on Oktober 8th, 2017  •  0 Comments  • 

Eingangsbereich der Ausstellung "Triumph ohne Sieg" (Foto: LWL/T. Arendt)

Triumph ohne Sieg

Neue Ausstellung über Roms Ende in Germanien – alternative Wahrheit vor 2.000 Jahren

Neun Jahre nach dem erfolgreichen Ausstellungsprojekt zur Varusschlacht wird das LWL-Römermuseum in Haltern am See wieder zum Schauplatz einer besonderen Ausstellung über die Römer im damaligen Germanien.
Der spektakuläre Triumphzug des Germanicus vor genau 2.000 Jahren in Rom am 26. Mai 17 n. Chr. und das Ende der römischen Herrschaft in Germanien bilden den Ausgangspunkt für das Ausstellungsprojekt, das der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) in seinem Römermuseum vom 2. Juni bis zum 5. November 2017 unter dem Titel „Triumph ohne Sieg. Roms Ende in Germanien“ präsentiert.

In zwei Jahren Vorbereitungszeit haben die Kuratoren mehr als 40 internationale und nationale Leihgeber für eine Zusammenarbeit gewonnen und ein faszinierendes Ausstellungskonzept erstellt. Über 250 wertvolle Kunstwerke und Artefakte aus Italien, Kroatien, der Schweiz, Slowenien, Ungarn und der Vatikanstadt sollen auf 800 Quadratmetern Ausstellungsfläche für 156 Tage diesen Triumph ohne Sieg verständlich machen.
„US-Präsident Trump hat wahrscheinlich noch nie von dem römischen Kaiser Tiberius gehört, aber gelernt hat auch er von ihm allemal“, sagte LWL-Direktor Matthias Löb am Montag (29.5.) bei der Vorstellung der Ausstellung in Haltern. „Unsere Ausstellung dreht sich um Fake news, um Niederlagen, die zu Siegen umgedeutet werden, um symbolische Politik durch Massenveranstaltungen und um alternative Wahrheit – nur eben vor 2.000 Jahren.“

Kaiser Tiberius kannte Germanien aus eigener Anschauung gut, er wusste, dass dieses Gebiet nicht reich an Bodenschätzen war und sah die erheblichen Verluste an Menschen und Material der vorhergegangenen Kriegsjahre. Auf geschickte Art hat er den dreijährigen, eigentlich nutzlosen und sieglosen Krieg seines Feldherrn Germanicus beendet und in einen Sieg umgewandelt, indem er Ende Mai 17 n.Chr. seinem Adoptivsohn einen grandiosen Triumphzug in Rom ausrichtet.

„Diese Wende bestimmt für die nächsten Jahrhunderte maßgeblich die Entwicklung der Gebiete westlich und östlich des Rheins“, so LWL-Museumsleiter Dr. Rudolf Aßkamp. „Im Westen hält römische Kultur weiter ihren Einzug, Städte werden gegründet an den Orten der ehemaligen Legionslager Xanten, Köln, Bonn, Mainz. Östlich des Rheins bleibt die germanische Bevölkerung in ihren überkommenen Stammesstrukturen gefangen, und es beginnen die sogenannten dunklen Jahrhunderte.“
Vor diesem Hintergrund werden die Besucher im ersten Teil der Ausstellung zunächst zu Zuschauern des Triumphzuges für Germanicus in Rom. Der Triumph in Rom dient als spektakulärer Fixpunkt, um die damit verbundenen Ereignisse schlaglichtartig zu beleuchten.

Der zweite Teil lenkt den Blick auf die militärischen und politischen Entwicklungen in Germanien und die Zeit vor dem vermeintlichen Sieg des Germanicus. Funde aus den römischen Lagern entlang der Lippe wie etwa Haltern am See, Holsterhausen (beide Kreis Recklinghausen), Oberaden, Beckinghausen (beide Kreis Unna), Olfen (Kreis Coesfeld) und Anreppen (Kreis Paderborn) sowie zahlreiche Exponate von weiteren Fundplätzen in Germanien veranschaulichen die römischen Okkupationsbemühungen in Germanien.

Der dritte Teil der Ausstellung widmet sich ganz dem „Römischen Triumph“ und den Fragen, wer, wann und aus welchem Anlass im antiken Rom einen Triumphzug abhalten durfte – mit strengem Protokoll: Zuerst kamen im Zug Beute und Gefangene, dann der Triumphator mit Opfertieren und Behördenvertretern (Lictoren und Staatsbeamten) und schließlich die Armee. Es geht aber auch um die spätere Darstellung von Triumphzügen, zum Beispiel um die Darstellung der gefangenen Thusnelda, der Ehefrau des Varus-Bezwingers Arminius. Diese prominente Geisel im Triumphzug des Germanicus war in der Historienmalerei des 18. und 19. Jahrhunderts ein beliebtes Motiv.

Der letzte Teil bietet einen Blick in die Zukunft in Form der sogenannten kontrafaktischen Geschichtsschreibung – die Geschichtsdarstellung , die sich nicht mit dem befasst, was tatsächlich geschehen ist, sondern mit dem, was geschehen wäre, wenn sich die Ereignisse anders entwickelt hätten.
Hätte Rom gesiegt, wäre die Geschichte der römischen Stützpunkte an der Lippe sicher anders verlaufen. Dann hätte sich Aliso, das heutige Haltern am See, vermutlich zu einem Zentralort in der Region entwickelt. An vielen einstigen Legionsstandorten westlich des Rheins entstanden eigenständige zivile Siedlungen. Zunächst mit Häusern in Fachwerkbauweise errichtet, wurden sie später durch Steingebäude ersetzt und zum Teil monumental ausgebaut. Alles, was städtisches römisches Leben ausmachte, erblühte auf der anderen Seite des Rheins und wäre vermutlich auch in Haltern geschehen, wenn sich die Römer nicht aus dem heutigen Nord- und Westdeutschland zurückgezogen hätten.

„Zwei Thesen halten wir mittlerweile für sehr wahrscheinlich“, so Aßkamp. „Das antike Aliso ist mit dem heutigen Haltern am See identisch. Und der Fundort im Osnabrücker Land bei Kalkriese ist nicht der Ort der Varusschlacht, sondern geht auf die Ereignisse des Jahres 15 n. Chr. rund um Germanicus zurück.“

 

Öffnungszeiten der Ausstellung Triumph ohne Sieg im LWL-Römermuseum Haltern am See:

Dienstag bis Freitag 9 bis 17 Uhr, Donnerstag bis 19 Uhr
Samstag, Sonntag, Feiertage 10 bis 18 Uhr

 

Eintrittspreise unter www.lwl-roemermuseum-haltern.de

 

Quelle: Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL)

Beitragsbild: Eingangsbereich der Ausstellung „Triumph ohne Sieg“ (Foto: LWL/T. Arendt)

 

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Ausstellung Haltern Triumph ohne Sieg

Posted by on Oktober 7th, 2017  •  0 Comments  • 

Eingangsbereich der Ausstellung "Triumph ohne Sieg" (Foto: LWL/T. Arendt)

Triumph ohne Sieg

Neue Ausstellung über Roms Ende in Germanien – alternative Wahrheit vor 2.000 Jahren

Neun Jahre nach dem erfolgreichen Ausstellungsprojekt zur Varusschlacht wird das LWL-Römermuseum in Haltern am See wieder zum Schauplatz einer besonderen Ausstellung über die Römer im damaligen Germanien.
Der spektakuläre Triumphzug des Germanicus vor genau 2.000 Jahren in Rom am 26. Mai 17 n. Chr. und das Ende der römischen Herrschaft in Germanien bilden den Ausgangspunkt für das Ausstellungsprojekt, das der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) in seinem Römermuseum vom 2. Juni bis zum 5. November 2017 unter dem Titel „Triumph ohne Sieg. Roms Ende in Germanien“ präsentiert.

In zwei Jahren Vorbereitungszeit haben die Kuratoren mehr als 40 internationale und nationale Leihgeber für eine Zusammenarbeit gewonnen und ein faszinierendes Ausstellungskonzept erstellt. Über 250 wertvolle Kunstwerke und Artefakte aus Italien, Kroatien, der Schweiz, Slowenien, Ungarn und der Vatikanstadt sollen auf 800 Quadratmetern Ausstellungsfläche für 156 Tage diesen Triumph ohne Sieg verständlich machen.
„US-Präsident Trump hat wahrscheinlich noch nie von dem römischen Kaiser Tiberius gehört, aber gelernt hat auch er von ihm allemal“, sagte LWL-Direktor Matthias Löb am Montag (29.5.) bei der Vorstellung der Ausstellung in Haltern. „Unsere Ausstellung dreht sich um Fake news, um Niederlagen, die zu Siegen umgedeutet werden, um symbolische Politik durch Massenveranstaltungen und um alternative Wahrheit – nur eben vor 2.000 Jahren.“

Kaiser Tiberius kannte Germanien aus eigener Anschauung gut, er wusste, dass dieses Gebiet nicht reich an Bodenschätzen war und sah die erheblichen Verluste an Menschen und Material der vorhergegangenen Kriegsjahre. Auf geschickte Art hat er den dreijährigen, eigentlich nutzlosen und sieglosen Krieg seines Feldherrn Germanicus beendet und in einen Sieg umgewandelt, indem er Ende Mai 17 n.Chr. seinem Adoptivsohn einen grandiosen Triumphzug in Rom ausrichtet.

„Diese Wende bestimmt für die nächsten Jahrhunderte maßgeblich die Entwicklung der Gebiete westlich und östlich des Rheins“, so LWL-Museumsleiter Dr. Rudolf Aßkamp. „Im Westen hält römische Kultur weiter ihren Einzug, Städte werden gegründet an den Orten der ehemaligen Legionslager Xanten, Köln, Bonn, Mainz. Östlich des Rheins bleibt die germanische Bevölkerung in ihren überkommenen Stammesstrukturen gefangen, und es beginnen die sogenannten dunklen Jahrhunderte.“
Vor diesem Hintergrund werden die Besucher im ersten Teil der Ausstellung zunächst zu Zuschauern des Triumphzuges für Germanicus in Rom. Der Triumph in Rom dient als spektakulärer Fixpunkt, um die damit verbundenen Ereignisse schlaglichtartig zu beleuchten.

Der zweite Teil lenkt den Blick auf die militärischen und politischen Entwicklungen in Germanien und die Zeit vor dem vermeintlichen Sieg des Germanicus. Funde aus den römischen Lagern entlang der Lippe wie etwa Haltern am See, Holsterhausen (beide Kreis Recklinghausen), Oberaden, Beckinghausen (beide Kreis Unna), Olfen (Kreis Coesfeld) und Anreppen (Kreis Paderborn) sowie zahlreiche Exponate von weiteren Fundplätzen in Germanien veranschaulichen die römischen Okkupationsbemühungen in Germanien.

Der dritte Teil der Ausstellung widmet sich ganz dem „Römischen Triumph“ und den Fragen, wer, wann und aus welchem Anlass im antiken Rom einen Triumphzug abhalten durfte – mit strengem Protokoll: Zuerst kamen im Zug Beute und Gefangene, dann der Triumphator mit Opfertieren und Behördenvertretern (Lictoren und Staatsbeamten) und schließlich die Armee. Es geht aber auch um die spätere Darstellung von Triumphzügen, zum Beispiel um die Darstellung der gefangenen Thusnelda, der Ehefrau des Varus-Bezwingers Arminius. Diese prominente Geisel im Triumphzug des Germanicus war in der Historienmalerei des 18. und 19. Jahrhunderts ein beliebtes Motiv.

Der letzte Teil bietet einen Blick in die Zukunft in Form der sogenannten kontrafaktischen Geschichtsschreibung – die Geschichtsdarstellung , die sich nicht mit dem befasst, was tatsächlich geschehen ist, sondern mit dem, was geschehen wäre, wenn sich die Ereignisse anders entwickelt hätten.
Hätte Rom gesiegt, wäre die Geschichte der römischen Stützpunkte an der Lippe sicher anders verlaufen. Dann hätte sich Aliso, das heutige Haltern am See, vermutlich zu einem Zentralort in der Region entwickelt. An vielen einstigen Legionsstandorten westlich des Rheins entstanden eigenständige zivile Siedlungen. Zunächst mit Häusern in Fachwerkbauweise errichtet, wurden sie später durch Steingebäude ersetzt und zum Teil monumental ausgebaut. Alles, was städtisches römisches Leben ausmachte, erblühte auf der anderen Seite des Rheins und wäre vermutlich auch in Haltern geschehen, wenn sich die Römer nicht aus dem heutigen Nord- und Westdeutschland zurückgezogen hätten.

„Zwei Thesen halten wir mittlerweile für sehr wahrscheinlich“, so Aßkamp. „Das antike Aliso ist mit dem heutigen Haltern am See identisch. Und der Fundort im Osnabrücker Land bei Kalkriese ist nicht der Ort der Varusschlacht, sondern geht auf die Ereignisse des Jahres 15 n. Chr. rund um Germanicus zurück.“

 

Öffnungszeiten der Ausstellung Triumph ohne Sieg im LWL-Römermuseum Haltern am See:

Dienstag bis Freitag 9 bis 17 Uhr, Donnerstag bis 19 Uhr
Samstag, Sonntag, Feiertage 10 bis 18 Uhr

 

Eintrittspreise unter www.lwl-roemermuseum-haltern.de

 

Quelle: Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL)

Beitragsbild: Eingangsbereich der Ausstellung „Triumph ohne Sieg“ (Foto: LWL/T. Arendt)

 

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Ausstellung Haltern Triumph ohne Sieg

Posted by on Oktober 6th, 2017  •  0 Comments  • 

Eingangsbereich der Ausstellung "Triumph ohne Sieg" (Foto: LWL/T. Arendt)

Triumph ohne Sieg

Neue Ausstellung über Roms Ende in Germanien – alternative Wahrheit vor 2.000 Jahren

Neun Jahre nach dem erfolgreichen Ausstellungsprojekt zur Varusschlacht wird das LWL-Römermuseum in Haltern am See wieder zum Schauplatz einer besonderen Ausstellung über die Römer im damaligen Germanien.
Der spektakuläre Triumphzug des Germanicus vor genau 2.000 Jahren in Rom am 26. Mai 17 n. Chr. und das Ende der römischen Herrschaft in Germanien bilden den Ausgangspunkt für das Ausstellungsprojekt, das der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) in seinem Römermuseum vom 2. Juni bis zum 5. November 2017 unter dem Titel „Triumph ohne Sieg. Roms Ende in Germanien“ präsentiert.

In zwei Jahren Vorbereitungszeit haben die Kuratoren mehr als 40 internationale und nationale Leihgeber für eine Zusammenarbeit gewonnen und ein faszinierendes Ausstellungskonzept erstellt. Über 250 wertvolle Kunstwerke und Artefakte aus Italien, Kroatien, der Schweiz, Slowenien, Ungarn und der Vatikanstadt sollen auf 800 Quadratmetern Ausstellungsfläche für 156 Tage diesen Triumph ohne Sieg verständlich machen.
„US-Präsident Trump hat wahrscheinlich noch nie von dem römischen Kaiser Tiberius gehört, aber gelernt hat auch er von ihm allemal“, sagte LWL-Direktor Matthias Löb am Montag (29.5.) bei der Vorstellung der Ausstellung in Haltern. „Unsere Ausstellung dreht sich um Fake news, um Niederlagen, die zu Siegen umgedeutet werden, um symbolische Politik durch Massenveranstaltungen und um alternative Wahrheit – nur eben vor 2.000 Jahren.“

Kaiser Tiberius kannte Germanien aus eigener Anschauung gut, er wusste, dass dieses Gebiet nicht reich an Bodenschätzen war und sah die erheblichen Verluste an Menschen und Material der vorhergegangenen Kriegsjahre. Auf geschickte Art hat er den dreijährigen, eigentlich nutzlosen und sieglosen Krieg seines Feldherrn Germanicus beendet und in einen Sieg umgewandelt, indem er Ende Mai 17 n.Chr. seinem Adoptivsohn einen grandiosen Triumphzug in Rom ausrichtet.

„Diese Wende bestimmt für die nächsten Jahrhunderte maßgeblich die Entwicklung der Gebiete westlich und östlich des Rheins“, so LWL-Museumsleiter Dr. Rudolf Aßkamp. „Im Westen hält römische Kultur weiter ihren Einzug, Städte werden gegründet an den Orten der ehemaligen Legionslager Xanten, Köln, Bonn, Mainz. Östlich des Rheins bleibt die germanische Bevölkerung in ihren überkommenen Stammesstrukturen gefangen, und es beginnen die sogenannten dunklen Jahrhunderte.“
Vor diesem Hintergrund werden die Besucher im ersten Teil der Ausstellung zunächst zu Zuschauern des Triumphzuges für Germanicus in Rom. Der Triumph in Rom dient als spektakulärer Fixpunkt, um die damit verbundenen Ereignisse schlaglichtartig zu beleuchten.

Der zweite Teil lenkt den Blick auf die militärischen und politischen Entwicklungen in Germanien und die Zeit vor dem vermeintlichen Sieg des Germanicus. Funde aus den römischen Lagern entlang der Lippe wie etwa Haltern am See, Holsterhausen (beide Kreis Recklinghausen), Oberaden, Beckinghausen (beide Kreis Unna), Olfen (Kreis Coesfeld) und Anreppen (Kreis Paderborn) sowie zahlreiche Exponate von weiteren Fundplätzen in Germanien veranschaulichen die römischen Okkupationsbemühungen in Germanien.

Der dritte Teil der Ausstellung widmet sich ganz dem „Römischen Triumph“ und den Fragen, wer, wann und aus welchem Anlass im antiken Rom einen Triumphzug abhalten durfte – mit strengem Protokoll: Zuerst kamen im Zug Beute und Gefangene, dann der Triumphator mit Opfertieren und Behördenvertretern (Lictoren und Staatsbeamten) und schließlich die Armee. Es geht aber auch um die spätere Darstellung von Triumphzügen, zum Beispiel um die Darstellung der gefangenen Thusnelda, der Ehefrau des Varus-Bezwingers Arminius. Diese prominente Geisel im Triumphzug des Germanicus war in der Historienmalerei des 18. und 19. Jahrhunderts ein beliebtes Motiv.

Der letzte Teil bietet einen Blick in die Zukunft in Form der sogenannten kontrafaktischen Geschichtsschreibung – die Geschichtsdarstellung , die sich nicht mit dem befasst, was tatsächlich geschehen ist, sondern mit dem, was geschehen wäre, wenn sich die Ereignisse anders entwickelt hätten.
Hätte Rom gesiegt, wäre die Geschichte der römischen Stützpunkte an der Lippe sicher anders verlaufen. Dann hätte sich Aliso, das heutige Haltern am See, vermutlich zu einem Zentralort in der Region entwickelt. An vielen einstigen Legionsstandorten westlich des Rheins entstanden eigenständige zivile Siedlungen. Zunächst mit Häusern in Fachwerkbauweise errichtet, wurden sie später durch Steingebäude ersetzt und zum Teil monumental ausgebaut. Alles, was städtisches römisches Leben ausmachte, erblühte auf der anderen Seite des Rheins und wäre vermutlich auch in Haltern geschehen, wenn sich die Römer nicht aus dem heutigen Nord- und Westdeutschland zurückgezogen hätten.

„Zwei Thesen halten wir mittlerweile für sehr wahrscheinlich“, so Aßkamp. „Das antike Aliso ist mit dem heutigen Haltern am See identisch. Und der Fundort im Osnabrücker Land bei Kalkriese ist nicht der Ort der Varusschlacht, sondern geht auf die Ereignisse des Jahres 15 n. Chr. rund um Germanicus zurück.“

 

Öffnungszeiten der Ausstellung Triumph ohne Sieg im LWL-Römermuseum Haltern am See:

Dienstag bis Freitag 9 bis 17 Uhr, Donnerstag bis 19 Uhr
Samstag, Sonntag, Feiertage 10 bis 18 Uhr

 

Eintrittspreise unter www.lwl-roemermuseum-haltern.de

 

Quelle: Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL)

Beitragsbild: Eingangsbereich der Ausstellung „Triumph ohne Sieg“ (Foto: LWL/T. Arendt)

 

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Ausstellung Haltern Triumph ohne Sieg

Posted by on Oktober 5th, 2017  •  0 Comments  • 

Eingangsbereich der Ausstellung "Triumph ohne Sieg" (Foto: LWL/T. Arendt)

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Neue Ausstellung über Roms Ende in Germanien – alternative Wahrheit vor 2.000 Jahren

Neun Jahre nach dem erfolgreichen Ausstellungsprojekt zur Varusschlacht wird das LWL-Römermuseum in Haltern am See wieder zum Schauplatz einer besonderen Ausstellung über die Römer im damaligen Germanien.
Der spektakuläre Triumphzug des Germanicus vor genau 2.000 Jahren in Rom am 26. Mai 17 n. Chr. und das Ende der römischen Herrschaft in Germanien bilden den Ausgangspunkt für das Ausstellungsprojekt, das der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) in seinem Römermuseum vom 2. Juni bis zum 5. November 2017 unter dem Titel „Triumph ohne Sieg. Roms Ende in Germanien“ präsentiert.

In zwei Jahren Vorbereitungszeit haben die Kuratoren mehr als 40 internationale und nationale Leihgeber für eine Zusammenarbeit gewonnen und ein faszinierendes Ausstellungskonzept erstellt. Über 250 wertvolle Kunstwerke und Artefakte aus Italien, Kroatien, der Schweiz, Slowenien, Ungarn und der Vatikanstadt sollen auf 800 Quadratmetern Ausstellungsfläche für 156 Tage diesen Triumph ohne Sieg verständlich machen.
„US-Präsident Trump hat wahrscheinlich noch nie von dem römischen Kaiser Tiberius gehört, aber gelernt hat auch er von ihm allemal“, sagte LWL-Direktor Matthias Löb am Montag (29.5.) bei der Vorstellung der Ausstellung in Haltern. „Unsere Ausstellung dreht sich um Fake news, um Niederlagen, die zu Siegen umgedeutet werden, um symbolische Politik durch Massenveranstaltungen und um alternative Wahrheit – nur eben vor 2.000 Jahren.“

Kaiser Tiberius kannte Germanien aus eigener Anschauung gut, er wusste, dass dieses Gebiet nicht reich an Bodenschätzen war und sah die erheblichen Verluste an Menschen und Material der vorhergegangenen Kriegsjahre. Auf geschickte Art hat er den dreijährigen, eigentlich nutzlosen und sieglosen Krieg seines Feldherrn Germanicus beendet und in einen Sieg umgewandelt, indem er Ende Mai 17 n.Chr. seinem Adoptivsohn einen grandiosen Triumphzug in Rom ausrichtet.

„Diese Wende bestimmt für die nächsten Jahrhunderte maßgeblich die Entwicklung der Gebiete westlich und östlich des Rheins“, so LWL-Museumsleiter Dr. Rudolf Aßkamp. „Im Westen hält römische Kultur weiter ihren Einzug, Städte werden gegründet an den Orten der ehemaligen Legionslager Xanten, Köln, Bonn, Mainz. Östlich des Rheins bleibt die germanische Bevölkerung in ihren überkommenen Stammesstrukturen gefangen, und es beginnen die sogenannten dunklen Jahrhunderte.“
Vor diesem Hintergrund werden die Besucher im ersten Teil der Ausstellung zunächst zu Zuschauern des Triumphzuges für Germanicus in Rom. Der Triumph in Rom dient als spektakulärer Fixpunkt, um die damit verbundenen Ereignisse schlaglichtartig zu beleuchten.

Der zweite Teil lenkt den Blick auf die militärischen und politischen Entwicklungen in Germanien und die Zeit vor dem vermeintlichen Sieg des Germanicus. Funde aus den römischen Lagern entlang der Lippe wie etwa Haltern am See, Holsterhausen (beide Kreis Recklinghausen), Oberaden, Beckinghausen (beide Kreis Unna), Olfen (Kreis Coesfeld) und Anreppen (Kreis Paderborn) sowie zahlreiche Exponate von weiteren Fundplätzen in Germanien veranschaulichen die römischen Okkupationsbemühungen in Germanien.

Der dritte Teil der Ausstellung widmet sich ganz dem „Römischen Triumph“ und den Fragen, wer, wann und aus welchem Anlass im antiken Rom einen Triumphzug abhalten durfte – mit strengem Protokoll: Zuerst kamen im Zug Beute und Gefangene, dann der Triumphator mit Opfertieren und Behördenvertretern (Lictoren und Staatsbeamten) und schließlich die Armee. Es geht aber auch um die spätere Darstellung von Triumphzügen, zum Beispiel um die Darstellung der gefangenen Thusnelda, der Ehefrau des Varus-Bezwingers Arminius. Diese prominente Geisel im Triumphzug des Germanicus war in der Historienmalerei des 18. und 19. Jahrhunderts ein beliebtes Motiv.

Der letzte Teil bietet einen Blick in die Zukunft in Form der sogenannten kontrafaktischen Geschichtsschreibung – die Geschichtsdarstellung , die sich nicht mit dem befasst, was tatsächlich geschehen ist, sondern mit dem, was geschehen wäre, wenn sich die Ereignisse anders entwickelt hätten.
Hätte Rom gesiegt, wäre die Geschichte der römischen Stützpunkte an der Lippe sicher anders verlaufen. Dann hätte sich Aliso, das heutige Haltern am See, vermutlich zu einem Zentralort in der Region entwickelt. An vielen einstigen Legionsstandorten westlich des Rheins entstanden eigenständige zivile Siedlungen. Zunächst mit Häusern in Fachwerkbauweise errichtet, wurden sie später durch Steingebäude ersetzt und zum Teil monumental ausgebaut. Alles, was städtisches römisches Leben ausmachte, erblühte auf der anderen Seite des Rheins und wäre vermutlich auch in Haltern geschehen, wenn sich die Römer nicht aus dem heutigen Nord- und Westdeutschland zurückgezogen hätten.

„Zwei Thesen halten wir mittlerweile für sehr wahrscheinlich“, so Aßkamp. „Das antike Aliso ist mit dem heutigen Haltern am See identisch. Und der Fundort im Osnabrücker Land bei Kalkriese ist nicht der Ort der Varusschlacht, sondern geht auf die Ereignisse des Jahres 15 n. Chr. rund um Germanicus zurück.“

 

Öffnungszeiten der Ausstellung Triumph ohne Sieg im LWL-Römermuseum Haltern am See:

Dienstag bis Freitag 9 bis 17 Uhr, Donnerstag bis 19 Uhr
Samstag, Sonntag, Feiertage 10 bis 18 Uhr

 

Eintrittspreise unter www.lwl-roemermuseum-haltern.de

 

Quelle: Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL)

Beitragsbild: Eingangsbereich der Ausstellung „Triumph ohne Sieg“ (Foto: LWL/T. Arendt)

 

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Eingangsbereich der Ausstellung "Triumph ohne Sieg" (Foto: LWL/T. Arendt)

Triumph ohne Sieg

Neue Ausstellung über Roms Ende in Germanien – alternative Wahrheit vor 2.000 Jahren

Neun Jahre nach dem erfolgreichen Ausstellungsprojekt zur Varusschlacht wird das LWL-Römermuseum in Haltern am See wieder zum Schauplatz einer besonderen Ausstellung über die Römer im damaligen Germanien.
Der spektakuläre Triumphzug des Germanicus vor genau 2.000 Jahren in Rom am 26. Mai 17 n. Chr. und das Ende der römischen Herrschaft in Germanien bilden den Ausgangspunkt für das Ausstellungsprojekt, das der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) in seinem Römermuseum vom 2. Juni bis zum 5. November 2017 unter dem Titel „Triumph ohne Sieg. Roms Ende in Germanien“ präsentiert.

In zwei Jahren Vorbereitungszeit haben die Kuratoren mehr als 40 internationale und nationale Leihgeber für eine Zusammenarbeit gewonnen und ein faszinierendes Ausstellungskonzept erstellt. Über 250 wertvolle Kunstwerke und Artefakte aus Italien, Kroatien, der Schweiz, Slowenien, Ungarn und der Vatikanstadt sollen auf 800 Quadratmetern Ausstellungsfläche für 156 Tage diesen Triumph ohne Sieg verständlich machen.
„US-Präsident Trump hat wahrscheinlich noch nie von dem römischen Kaiser Tiberius gehört, aber gelernt hat auch er von ihm allemal“, sagte LWL-Direktor Matthias Löb am Montag (29.5.) bei der Vorstellung der Ausstellung in Haltern. „Unsere Ausstellung dreht sich um Fake news, um Niederlagen, die zu Siegen umgedeutet werden, um symbolische Politik durch Massenveranstaltungen und um alternative Wahrheit – nur eben vor 2.000 Jahren.“

Kaiser Tiberius kannte Germanien aus eigener Anschauung gut, er wusste, dass dieses Gebiet nicht reich an Bodenschätzen war und sah die erheblichen Verluste an Menschen und Material der vorhergegangenen Kriegsjahre. Auf geschickte Art hat er den dreijährigen, eigentlich nutzlosen und sieglosen Krieg seines Feldherrn Germanicus beendet und in einen Sieg umgewandelt, indem er Ende Mai 17 n.Chr. seinem Adoptivsohn einen grandiosen Triumphzug in Rom ausrichtet.

„Diese Wende bestimmt für die nächsten Jahrhunderte maßgeblich die Entwicklung der Gebiete westlich und östlich des Rheins“, so LWL-Museumsleiter Dr. Rudolf Aßkamp. „Im Westen hält römische Kultur weiter ihren Einzug, Städte werden gegründet an den Orten der ehemaligen Legionslager Xanten, Köln, Bonn, Mainz. Östlich des Rheins bleibt die germanische Bevölkerung in ihren überkommenen Stammesstrukturen gefangen, und es beginnen die sogenannten dunklen Jahrhunderte.“
Vor diesem Hintergrund werden die Besucher im ersten Teil der Ausstellung zunächst zu Zuschauern des Triumphzuges für Germanicus in Rom. Der Triumph in Rom dient als spektakulärer Fixpunkt, um die damit verbundenen Ereignisse schlaglichtartig zu beleuchten.

Der zweite Teil lenkt den Blick auf die militärischen und politischen Entwicklungen in Germanien und die Zeit vor dem vermeintlichen Sieg des Germanicus. Funde aus den römischen Lagern entlang der Lippe wie etwa Haltern am See, Holsterhausen (beide Kreis Recklinghausen), Oberaden, Beckinghausen (beide Kreis Unna), Olfen (Kreis Coesfeld) und Anreppen (Kreis Paderborn) sowie zahlreiche Exponate von weiteren Fundplätzen in Germanien veranschaulichen die römischen Okkupationsbemühungen in Germanien.

Der dritte Teil der Ausstellung widmet sich ganz dem „Römischen Triumph“ und den Fragen, wer, wann und aus welchem Anlass im antiken Rom einen Triumphzug abhalten durfte – mit strengem Protokoll: Zuerst kamen im Zug Beute und Gefangene, dann der Triumphator mit Opfertieren und Behördenvertretern (Lictoren und Staatsbeamten) und schließlich die Armee. Es geht aber auch um die spätere Darstellung von Triumphzügen, zum Beispiel um die Darstellung der gefangenen Thusnelda, der Ehefrau des Varus-Bezwingers Arminius. Diese prominente Geisel im Triumphzug des Germanicus war in der Historienmalerei des 18. und 19. Jahrhunderts ein beliebtes Motiv.

Der letzte Teil bietet einen Blick in die Zukunft in Form der sogenannten kontrafaktischen Geschichtsschreibung – die Geschichtsdarstellung , die sich nicht mit dem befasst, was tatsächlich geschehen ist, sondern mit dem, was geschehen wäre, wenn sich die Ereignisse anders entwickelt hätten.
Hätte Rom gesiegt, wäre die Geschichte der römischen Stützpunkte an der Lippe sicher anders verlaufen. Dann hätte sich Aliso, das heutige Haltern am See, vermutlich zu einem Zentralort in der Region entwickelt. An vielen einstigen Legionsstandorten westlich des Rheins entstanden eigenständige zivile Siedlungen. Zunächst mit Häusern in Fachwerkbauweise errichtet, wurden sie später durch Steingebäude ersetzt und zum Teil monumental ausgebaut. Alles, was städtisches römisches Leben ausmachte, erblühte auf der anderen Seite des Rheins und wäre vermutlich auch in Haltern geschehen, wenn sich die Römer nicht aus dem heutigen Nord- und Westdeutschland zurückgezogen hätten.

„Zwei Thesen halten wir mittlerweile für sehr wahrscheinlich“, so Aßkamp. „Das antike Aliso ist mit dem heutigen Haltern am See identisch. Und der Fundort im Osnabrücker Land bei Kalkriese ist nicht der Ort der Varusschlacht, sondern geht auf die Ereignisse des Jahres 15 n. Chr. rund um Germanicus zurück.“

 

Öffnungszeiten der Ausstellung Triumph ohne Sieg im LWL-Römermuseum Haltern am See:

Dienstag bis Freitag 9 bis 17 Uhr, Donnerstag bis 19 Uhr
Samstag, Sonntag, Feiertage 10 bis 18 Uhr

 

Eintrittspreise unter www.lwl-roemermuseum-haltern.de

 

Quelle: Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL)

Beitragsbild: Eingangsbereich der Ausstellung „Triumph ohne Sieg“ (Foto: LWL/T. Arendt)

 

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Ausstellung Haltern Triumph ohne Sieg

Posted by on Oktober 3rd, 2017  •  0 Comments  • 

Eingangsbereich der Ausstellung "Triumph ohne Sieg" (Foto: LWL/T. Arendt)

Triumph ohne Sieg

Neue Ausstellung über Roms Ende in Germanien – alternative Wahrheit vor 2.000 Jahren

Neun Jahre nach dem erfolgreichen Ausstellungsprojekt zur Varusschlacht wird das LWL-Römermuseum in Haltern am See wieder zum Schauplatz einer besonderen Ausstellung über die Römer im damaligen Germanien.
Der spektakuläre Triumphzug des Germanicus vor genau 2.000 Jahren in Rom am 26. Mai 17 n. Chr. und das Ende der römischen Herrschaft in Germanien bilden den Ausgangspunkt für das Ausstellungsprojekt, das der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) in seinem Römermuseum vom 2. Juni bis zum 5. November 2017 unter dem Titel „Triumph ohne Sieg. Roms Ende in Germanien“ präsentiert.

In zwei Jahren Vorbereitungszeit haben die Kuratoren mehr als 40 internationale und nationale Leihgeber für eine Zusammenarbeit gewonnen und ein faszinierendes Ausstellungskonzept erstellt. Über 250 wertvolle Kunstwerke und Artefakte aus Italien, Kroatien, der Schweiz, Slowenien, Ungarn und der Vatikanstadt sollen auf 800 Quadratmetern Ausstellungsfläche für 156 Tage diesen Triumph ohne Sieg verständlich machen.
„US-Präsident Trump hat wahrscheinlich noch nie von dem römischen Kaiser Tiberius gehört, aber gelernt hat auch er von ihm allemal“, sagte LWL-Direktor Matthias Löb am Montag (29.5.) bei der Vorstellung der Ausstellung in Haltern. „Unsere Ausstellung dreht sich um Fake news, um Niederlagen, die zu Siegen umgedeutet werden, um symbolische Politik durch Massenveranstaltungen und um alternative Wahrheit – nur eben vor 2.000 Jahren.“

Kaiser Tiberius kannte Germanien aus eigener Anschauung gut, er wusste, dass dieses Gebiet nicht reich an Bodenschätzen war und sah die erheblichen Verluste an Menschen und Material der vorhergegangenen Kriegsjahre. Auf geschickte Art hat er den dreijährigen, eigentlich nutzlosen und sieglosen Krieg seines Feldherrn Germanicus beendet und in einen Sieg umgewandelt, indem er Ende Mai 17 n.Chr. seinem Adoptivsohn einen grandiosen Triumphzug in Rom ausrichtet.

„Diese Wende bestimmt für die nächsten Jahrhunderte maßgeblich die Entwicklung der Gebiete westlich und östlich des Rheins“, so LWL-Museumsleiter Dr. Rudolf Aßkamp. „Im Westen hält römische Kultur weiter ihren Einzug, Städte werden gegründet an den Orten der ehemaligen Legionslager Xanten, Köln, Bonn, Mainz. Östlich des Rheins bleibt die germanische Bevölkerung in ihren überkommenen Stammesstrukturen gefangen, und es beginnen die sogenannten dunklen Jahrhunderte.“
Vor diesem Hintergrund werden die Besucher im ersten Teil der Ausstellung zunächst zu Zuschauern des Triumphzuges für Germanicus in Rom. Der Triumph in Rom dient als spektakulärer Fixpunkt, um die damit verbundenen Ereignisse schlaglichtartig zu beleuchten.

Der zweite Teil lenkt den Blick auf die militärischen und politischen Entwicklungen in Germanien und die Zeit vor dem vermeintlichen Sieg des Germanicus. Funde aus den römischen Lagern entlang der Lippe wie etwa Haltern am See, Holsterhausen (beide Kreis Recklinghausen), Oberaden, Beckinghausen (beide Kreis Unna), Olfen (Kreis Coesfeld) und Anreppen (Kreis Paderborn) sowie zahlreiche Exponate von weiteren Fundplätzen in Germanien veranschaulichen die römischen Okkupationsbemühungen in Germanien.

Der dritte Teil der Ausstellung widmet sich ganz dem „Römischen Triumph“ und den Fragen, wer, wann und aus welchem Anlass im antiken Rom einen Triumphzug abhalten durfte – mit strengem Protokoll: Zuerst kamen im Zug Beute und Gefangene, dann der Triumphator mit Opfertieren und Behördenvertretern (Lictoren und Staatsbeamten) und schließlich die Armee. Es geht aber auch um die spätere Darstellung von Triumphzügen, zum Beispiel um die Darstellung der gefangenen Thusnelda, der Ehefrau des Varus-Bezwingers Arminius. Diese prominente Geisel im Triumphzug des Germanicus war in der Historienmalerei des 18. und 19. Jahrhunderts ein beliebtes Motiv.

Der letzte Teil bietet einen Blick in die Zukunft in Form der sogenannten kontrafaktischen Geschichtsschreibung – die Geschichtsdarstellung , die sich nicht mit dem befasst, was tatsächlich geschehen ist, sondern mit dem, was geschehen wäre, wenn sich die Ereignisse anders entwickelt hätten.
Hätte Rom gesiegt, wäre die Geschichte der römischen Stützpunkte an der Lippe sicher anders verlaufen. Dann hätte sich Aliso, das heutige Haltern am See, vermutlich zu einem Zentralort in der Region entwickelt. An vielen einstigen Legionsstandorten westlich des Rheins entstanden eigenständige zivile Siedlungen. Zunächst mit Häusern in Fachwerkbauweise errichtet, wurden sie später durch Steingebäude ersetzt und zum Teil monumental ausgebaut. Alles, was städtisches römisches Leben ausmachte, erblühte auf der anderen Seite des Rheins und wäre vermutlich auch in Haltern geschehen, wenn sich die Römer nicht aus dem heutigen Nord- und Westdeutschland zurückgezogen hätten.

„Zwei Thesen halten wir mittlerweile für sehr wahrscheinlich“, so Aßkamp. „Das antike Aliso ist mit dem heutigen Haltern am See identisch. Und der Fundort im Osnabrücker Land bei Kalkriese ist nicht der Ort der Varusschlacht, sondern geht auf die Ereignisse des Jahres 15 n. Chr. rund um Germanicus zurück.“

 

Öffnungszeiten der Ausstellung Triumph ohne Sieg im LWL-Römermuseum Haltern am See:

Dienstag bis Freitag 9 bis 17 Uhr, Donnerstag bis 19 Uhr
Samstag, Sonntag, Feiertage 10 bis 18 Uhr

 

Eintrittspreise unter www.lwl-roemermuseum-haltern.de

 

Quelle: Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL)

Beitragsbild: Eingangsbereich der Ausstellung „Triumph ohne Sieg“ (Foto: LWL/T. Arendt)

 

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Ausstellung Haltern Triumph ohne Sieg

Posted by on Oktober 1st, 2017  •  0 Comments  • 

Eingangsbereich der Ausstellung "Triumph ohne Sieg" (Foto: LWL/T. Arendt)

Triumph ohne Sieg

Neue Ausstellung über Roms Ende in Germanien – alternative Wahrheit vor 2.000 Jahren

Neun Jahre nach dem erfolgreichen Ausstellungsprojekt zur Varusschlacht wird das LWL-Römermuseum in Haltern am See wieder zum Schauplatz einer besonderen Ausstellung über die Römer im damaligen Germanien.
Der spektakuläre Triumphzug des Germanicus vor genau 2.000 Jahren in Rom am 26. Mai 17 n. Chr. und das Ende der römischen Herrschaft in Germanien bilden den Ausgangspunkt für das Ausstellungsprojekt, das der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) in seinem Römermuseum vom 2. Juni bis zum 5. November 2017 unter dem Titel „Triumph ohne Sieg. Roms Ende in Germanien“ präsentiert.

In zwei Jahren Vorbereitungszeit haben die Kuratoren mehr als 40 internationale und nationale Leihgeber für eine Zusammenarbeit gewonnen und ein faszinierendes Ausstellungskonzept erstellt. Über 250 wertvolle Kunstwerke und Artefakte aus Italien, Kroatien, der Schweiz, Slowenien, Ungarn und der Vatikanstadt sollen auf 800 Quadratmetern Ausstellungsfläche für 156 Tage diesen Triumph ohne Sieg verständlich machen.
„US-Präsident Trump hat wahrscheinlich noch nie von dem römischen Kaiser Tiberius gehört, aber gelernt hat auch er von ihm allemal“, sagte LWL-Direktor Matthias Löb am Montag (29.5.) bei der Vorstellung der Ausstellung in Haltern. „Unsere Ausstellung dreht sich um Fake news, um Niederlagen, die zu Siegen umgedeutet werden, um symbolische Politik durch Massenveranstaltungen und um alternative Wahrheit – nur eben vor 2.000 Jahren.“

Kaiser Tiberius kannte Germanien aus eigener Anschauung gut, er wusste, dass dieses Gebiet nicht reich an Bodenschätzen war und sah die erheblichen Verluste an Menschen und Material der vorhergegangenen Kriegsjahre. Auf geschickte Art hat er den dreijährigen, eigentlich nutzlosen und sieglosen Krieg seines Feldherrn Germanicus beendet und in einen Sieg umgewandelt, indem er Ende Mai 17 n.Chr. seinem Adoptivsohn einen grandiosen Triumphzug in Rom ausrichtet.

„Diese Wende bestimmt für die nächsten Jahrhunderte maßgeblich die Entwicklung der Gebiete westlich und östlich des Rheins“, so LWL-Museumsleiter Dr. Rudolf Aßkamp. „Im Westen hält römische Kultur weiter ihren Einzug, Städte werden gegründet an den Orten der ehemaligen Legionslager Xanten, Köln, Bonn, Mainz. Östlich des Rheins bleibt die germanische Bevölkerung in ihren überkommenen Stammesstrukturen gefangen, und es beginnen die sogenannten dunklen Jahrhunderte.“
Vor diesem Hintergrund werden die Besucher im ersten Teil der Ausstellung zunächst zu Zuschauern des Triumphzuges für Germanicus in Rom. Der Triumph in Rom dient als spektakulärer Fixpunkt, um die damit verbundenen Ereignisse schlaglichtartig zu beleuchten.

Der zweite Teil lenkt den Blick auf die militärischen und politischen Entwicklungen in Germanien und die Zeit vor dem vermeintlichen Sieg des Germanicus. Funde aus den römischen Lagern entlang der Lippe wie etwa Haltern am See, Holsterhausen (beide Kreis Recklinghausen), Oberaden, Beckinghausen (beide Kreis Unna), Olfen (Kreis Coesfeld) und Anreppen (Kreis Paderborn) sowie zahlreiche Exponate von weiteren Fundplätzen in Germanien veranschaulichen die römischen Okkupationsbemühungen in Germanien.

Der dritte Teil der Ausstellung widmet sich ganz dem „Römischen Triumph“ und den Fragen, wer, wann und aus welchem Anlass im antiken Rom einen Triumphzug abhalten durfte – mit strengem Protokoll: Zuerst kamen im Zug Beute und Gefangene, dann der Triumphator mit Opfertieren und Behördenvertretern (Lictoren und Staatsbeamten) und schließlich die Armee. Es geht aber auch um die spätere Darstellung von Triumphzügen, zum Beispiel um die Darstellung der gefangenen Thusnelda, der Ehefrau des Varus-Bezwingers Arminius. Diese prominente Geisel im Triumphzug des Germanicus war in der Historienmalerei des 18. und 19. Jahrhunderts ein beliebtes Motiv.

Der letzte Teil bietet einen Blick in die Zukunft in Form der sogenannten kontrafaktischen Geschichtsschreibung – die Geschichtsdarstellung , die sich nicht mit dem befasst, was tatsächlich geschehen ist, sondern mit dem, was geschehen wäre, wenn sich die Ereignisse anders entwickelt hätten.
Hätte Rom gesiegt, wäre die Geschichte der römischen Stützpunkte an der Lippe sicher anders verlaufen. Dann hätte sich Aliso, das heutige Haltern am See, vermutlich zu einem Zentralort in der Region entwickelt. An vielen einstigen Legionsstandorten westlich des Rheins entstanden eigenständige zivile Siedlungen. Zunächst mit Häusern in Fachwerkbauweise errichtet, wurden sie später durch Steingebäude ersetzt und zum Teil monumental ausgebaut. Alles, was städtisches römisches Leben ausmachte, erblühte auf der anderen Seite des Rheins und wäre vermutlich auch in Haltern geschehen, wenn sich die Römer nicht aus dem heutigen Nord- und Westdeutschland zurückgezogen hätten.

„Zwei Thesen halten wir mittlerweile für sehr wahrscheinlich“, so Aßkamp. „Das antike Aliso ist mit dem heutigen Haltern am See identisch. Und der Fundort im Osnabrücker Land bei Kalkriese ist nicht der Ort der Varusschlacht, sondern geht auf die Ereignisse des Jahres 15 n. Chr. rund um Germanicus zurück.“

 

Öffnungszeiten der Ausstellung Triumph ohne Sieg im LWL-Römermuseum Haltern am See:

Dienstag bis Freitag 9 bis 17 Uhr, Donnerstag bis 19 Uhr
Samstag, Sonntag, Feiertage 10 bis 18 Uhr

 

Eintrittspreise unter www.lwl-roemermuseum-haltern.de

 

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Posted by on September 30th, 2017  •  0 Comments  • 

Eingangsbereich der Ausstellung "Triumph ohne Sieg" (Foto: LWL/T. Arendt)

Triumph ohne Sieg

Neue Ausstellung über Roms Ende in Germanien – alternative Wahrheit vor 2.000 Jahren

Neun Jahre nach dem erfolgreichen Ausstellungsprojekt zur Varusschlacht wird das LWL-Römermuseum in Haltern am See wieder zum Schauplatz einer besonderen Ausstellung über die Römer im damaligen Germanien.
Der spektakuläre Triumphzug des Germanicus vor genau 2.000 Jahren in Rom am 26. Mai 17 n. Chr. und das Ende der römischen Herrschaft in Germanien bilden den Ausgangspunkt für das Ausstellungsprojekt, das der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) in seinem Römermuseum vom 2. Juni bis zum 5. November 2017 unter dem Titel „Triumph ohne Sieg. Roms Ende in Germanien“ präsentiert.

In zwei Jahren Vorbereitungszeit haben die Kuratoren mehr als 40 internationale und nationale Leihgeber für eine Zusammenarbeit gewonnen und ein faszinierendes Ausstellungskonzept erstellt. Über 250 wertvolle Kunstwerke und Artefakte aus Italien, Kroatien, der Schweiz, Slowenien, Ungarn und der Vatikanstadt sollen auf 800 Quadratmetern Ausstellungsfläche für 156 Tage diesen Triumph ohne Sieg verständlich machen.
„US-Präsident Trump hat wahrscheinlich noch nie von dem römischen Kaiser Tiberius gehört, aber gelernt hat auch er von ihm allemal“, sagte LWL-Direktor Matthias Löb am Montag (29.5.) bei der Vorstellung der Ausstellung in Haltern. „Unsere Ausstellung dreht sich um Fake news, um Niederlagen, die zu Siegen umgedeutet werden, um symbolische Politik durch Massenveranstaltungen und um alternative Wahrheit – nur eben vor 2.000 Jahren.“

Kaiser Tiberius kannte Germanien aus eigener Anschauung gut, er wusste, dass dieses Gebiet nicht reich an Bodenschätzen war und sah die erheblichen Verluste an Menschen und Material der vorhergegangenen Kriegsjahre. Auf geschickte Art hat er den dreijährigen, eigentlich nutzlosen und sieglosen Krieg seines Feldherrn Germanicus beendet und in einen Sieg umgewandelt, indem er Ende Mai 17 n.Chr. seinem Adoptivsohn einen grandiosen Triumphzug in Rom ausrichtet.

„Diese Wende bestimmt für die nächsten Jahrhunderte maßgeblich die Entwicklung der Gebiete westlich und östlich des Rheins“, so LWL-Museumsleiter Dr. Rudolf Aßkamp. „Im Westen hält römische Kultur weiter ihren Einzug, Städte werden gegründet an den Orten der ehemaligen Legionslager Xanten, Köln, Bonn, Mainz. Östlich des Rheins bleibt die germanische Bevölkerung in ihren überkommenen Stammesstrukturen gefangen, und es beginnen die sogenannten dunklen Jahrhunderte.“
Vor diesem Hintergrund werden die Besucher im ersten Teil der Ausstellung zunächst zu Zuschauern des Triumphzuges für Germanicus in Rom. Der Triumph in Rom dient als spektakulärer Fixpunkt, um die damit verbundenen Ereignisse schlaglichtartig zu beleuchten.

Der zweite Teil lenkt den Blick auf die militärischen und politischen Entwicklungen in Germanien und die Zeit vor dem vermeintlichen Sieg des Germanicus. Funde aus den römischen Lagern entlang der Lippe wie etwa Haltern am See, Holsterhausen (beide Kreis Recklinghausen), Oberaden, Beckinghausen (beide Kreis Unna), Olfen (Kreis Coesfeld) und Anreppen (Kreis Paderborn) sowie zahlreiche Exponate von weiteren Fundplätzen in Germanien veranschaulichen die römischen Okkupationsbemühungen in Germanien.

Der dritte Teil der Ausstellung widmet sich ganz dem „Römischen Triumph“ und den Fragen, wer, wann und aus welchem Anlass im antiken Rom einen Triumphzug abhalten durfte – mit strengem Protokoll: Zuerst kamen im Zug Beute und Gefangene, dann der Triumphator mit Opfertieren und Behördenvertretern (Lictoren und Staatsbeamten) und schließlich die Armee. Es geht aber auch um die spätere Darstellung von Triumphzügen, zum Beispiel um die Darstellung der gefangenen Thusnelda, der Ehefrau des Varus-Bezwingers Arminius. Diese prominente Geisel im Triumphzug des Germanicus war in der Historienmalerei des 18. und 19. Jahrhunderts ein beliebtes Motiv.

Der letzte Teil bietet einen Blick in die Zukunft in Form der sogenannten kontrafaktischen Geschichtsschreibung – die Geschichtsdarstellung , die sich nicht mit dem befasst, was tatsächlich geschehen ist, sondern mit dem, was geschehen wäre, wenn sich die Ereignisse anders entwickelt hätten.
Hätte Rom gesiegt, wäre die Geschichte der römischen Stützpunkte an der Lippe sicher anders verlaufen. Dann hätte sich Aliso, das heutige Haltern am See, vermutlich zu einem Zentralort in der Region entwickelt. An vielen einstigen Legionsstandorten westlich des Rheins entstanden eigenständige zivile Siedlungen. Zunächst mit Häusern in Fachwerkbauweise errichtet, wurden sie später durch Steingebäude ersetzt und zum Teil monumental ausgebaut. Alles, was städtisches römisches Leben ausmachte, erblühte auf der anderen Seite des Rheins und wäre vermutlich auch in Haltern geschehen, wenn sich die Römer nicht aus dem heutigen Nord- und Westdeutschland zurückgezogen hätten.

„Zwei Thesen halten wir mittlerweile für sehr wahrscheinlich“, so Aßkamp. „Das antike Aliso ist mit dem heutigen Haltern am See identisch. Und der Fundort im Osnabrücker Land bei Kalkriese ist nicht der Ort der Varusschlacht, sondern geht auf die Ereignisse des Jahres 15 n. Chr. rund um Germanicus zurück.“

 

Öffnungszeiten der Ausstellung Triumph ohne Sieg im LWL-Römermuseum Haltern am See:

Dienstag bis Freitag 9 bis 17 Uhr, Donnerstag bis 19 Uhr
Samstag, Sonntag, Feiertage 10 bis 18 Uhr

 

Eintrittspreise unter www.lwl-roemermuseum-haltern.de

 

Quelle: Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL)

Beitragsbild: Eingangsbereich der Ausstellung „Triumph ohne Sieg“ (Foto: LWL/T. Arendt)

 

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Posted by on September 29th, 2017  •  0 Comments  • 

Eingangsbereich der Ausstellung "Triumph ohne Sieg" (Foto: LWL/T. Arendt)

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Neue Ausstellung über Roms Ende in Germanien – alternative Wahrheit vor 2.000 Jahren

Neun Jahre nach dem erfolgreichen Ausstellungsprojekt zur Varusschlacht wird das LWL-Römermuseum in Haltern am See wieder zum Schauplatz einer besonderen Ausstellung über die Römer im damaligen Germanien.
Der spektakuläre Triumphzug des Germanicus vor genau 2.000 Jahren in Rom am 26. Mai 17 n. Chr. und das Ende der römischen Herrschaft in Germanien bilden den Ausgangspunkt für das Ausstellungsprojekt, das der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) in seinem Römermuseum vom 2. Juni bis zum 5. November 2017 unter dem Titel „Triumph ohne Sieg. Roms Ende in Germanien“ präsentiert.

In zwei Jahren Vorbereitungszeit haben die Kuratoren mehr als 40 internationale und nationale Leihgeber für eine Zusammenarbeit gewonnen und ein faszinierendes Ausstellungskonzept erstellt. Über 250 wertvolle Kunstwerke und Artefakte aus Italien, Kroatien, der Schweiz, Slowenien, Ungarn und der Vatikanstadt sollen auf 800 Quadratmetern Ausstellungsfläche für 156 Tage diesen Triumph ohne Sieg verständlich machen.
„US-Präsident Trump hat wahrscheinlich noch nie von dem römischen Kaiser Tiberius gehört, aber gelernt hat auch er von ihm allemal“, sagte LWL-Direktor Matthias Löb am Montag (29.5.) bei der Vorstellung der Ausstellung in Haltern. „Unsere Ausstellung dreht sich um Fake news, um Niederlagen, die zu Siegen umgedeutet werden, um symbolische Politik durch Massenveranstaltungen und um alternative Wahrheit – nur eben vor 2.000 Jahren.“

Kaiser Tiberius kannte Germanien aus eigener Anschauung gut, er wusste, dass dieses Gebiet nicht reich an Bodenschätzen war und sah die erheblichen Verluste an Menschen und Material der vorhergegangenen Kriegsjahre. Auf geschickte Art hat er den dreijährigen, eigentlich nutzlosen und sieglosen Krieg seines Feldherrn Germanicus beendet und in einen Sieg umgewandelt, indem er Ende Mai 17 n.Chr. seinem Adoptivsohn einen grandiosen Triumphzug in Rom ausrichtet.

„Diese Wende bestimmt für die nächsten Jahrhunderte maßgeblich die Entwicklung der Gebiete westlich und östlich des Rheins“, so LWL-Museumsleiter Dr. Rudolf Aßkamp. „Im Westen hält römische Kultur weiter ihren Einzug, Städte werden gegründet an den Orten der ehemaligen Legionslager Xanten, Köln, Bonn, Mainz. Östlich des Rheins bleibt die germanische Bevölkerung in ihren überkommenen Stammesstrukturen gefangen, und es beginnen die sogenannten dunklen Jahrhunderte.“
Vor diesem Hintergrund werden die Besucher im ersten Teil der Ausstellung zunächst zu Zuschauern des Triumphzuges für Germanicus in Rom. Der Triumph in Rom dient als spektakulärer Fixpunkt, um die damit verbundenen Ereignisse schlaglichtartig zu beleuchten.

Der zweite Teil lenkt den Blick auf die militärischen und politischen Entwicklungen in Germanien und die Zeit vor dem vermeintlichen Sieg des Germanicus. Funde aus den römischen Lagern entlang der Lippe wie etwa Haltern am See, Holsterhausen (beide Kreis Recklinghausen), Oberaden, Beckinghausen (beide Kreis Unna), Olfen (Kreis Coesfeld) und Anreppen (Kreis Paderborn) sowie zahlreiche Exponate von weiteren Fundplätzen in Germanien veranschaulichen die römischen Okkupationsbemühungen in Germanien.

Der dritte Teil der Ausstellung widmet sich ganz dem „Römischen Triumph“ und den Fragen, wer, wann und aus welchem Anlass im antiken Rom einen Triumphzug abhalten durfte – mit strengem Protokoll: Zuerst kamen im Zug Beute und Gefangene, dann der Triumphator mit Opfertieren und Behördenvertretern (Lictoren und Staatsbeamten) und schließlich die Armee. Es geht aber auch um die spätere Darstellung von Triumphzügen, zum Beispiel um die Darstellung der gefangenen Thusnelda, der Ehefrau des Varus-Bezwingers Arminius. Diese prominente Geisel im Triumphzug des Germanicus war in der Historienmalerei des 18. und 19. Jahrhunderts ein beliebtes Motiv.

Der letzte Teil bietet einen Blick in die Zukunft in Form der sogenannten kontrafaktischen Geschichtsschreibung – die Geschichtsdarstellung , die sich nicht mit dem befasst, was tatsächlich geschehen ist, sondern mit dem, was geschehen wäre, wenn sich die Ereignisse anders entwickelt hätten.
Hätte Rom gesiegt, wäre die Geschichte der römischen Stützpunkte an der Lippe sicher anders verlaufen. Dann hätte sich Aliso, das heutige Haltern am See, vermutlich zu einem Zentralort in der Region entwickelt. An vielen einstigen Legionsstandorten westlich des Rheins entstanden eigenständige zivile Siedlungen. Zunächst mit Häusern in Fachwerkbauweise errichtet, wurden sie später durch Steingebäude ersetzt und zum Teil monumental ausgebaut. Alles, was städtisches römisches Leben ausmachte, erblühte auf der anderen Seite des Rheins und wäre vermutlich auch in Haltern geschehen, wenn sich die Römer nicht aus dem heutigen Nord- und Westdeutschland zurückgezogen hätten.

„Zwei Thesen halten wir mittlerweile für sehr wahrscheinlich“, so Aßkamp. „Das antike Aliso ist mit dem heutigen Haltern am See identisch. Und der Fundort im Osnabrücker Land bei Kalkriese ist nicht der Ort der Varusschlacht, sondern geht auf die Ereignisse des Jahres 15 n. Chr. rund um Germanicus zurück.“

 

Öffnungszeiten der Ausstellung Triumph ohne Sieg im LWL-Römermuseum Haltern am See:

Dienstag bis Freitag 9 bis 17 Uhr, Donnerstag bis 19 Uhr
Samstag, Sonntag, Feiertage 10 bis 18 Uhr

 

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Beitragsbild: Eingangsbereich der Ausstellung „Triumph ohne Sieg“ (Foto: LWL/T. Arendt)

 

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Posted by on September 28th, 2017  •  0 Comments  • 

Eingangsbereich der Ausstellung "Triumph ohne Sieg" (Foto: LWL/T. Arendt)

Triumph ohne Sieg

Neue Ausstellung über Roms Ende in Germanien – alternative Wahrheit vor 2.000 Jahren

Neun Jahre nach dem erfolgreichen Ausstellungsprojekt zur Varusschlacht wird das LWL-Römermuseum in Haltern am See wieder zum Schauplatz einer besonderen Ausstellung über die Römer im damaligen Germanien.
Der spektakuläre Triumphzug des Germanicus vor genau 2.000 Jahren in Rom am 26. Mai 17 n. Chr. und das Ende der römischen Herrschaft in Germanien bilden den Ausgangspunkt für das Ausstellungsprojekt, das der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) in seinem Römermuseum vom 2. Juni bis zum 5. November 2017 unter dem Titel „Triumph ohne Sieg. Roms Ende in Germanien“ präsentiert.

In zwei Jahren Vorbereitungszeit haben die Kuratoren mehr als 40 internationale und nationale Leihgeber für eine Zusammenarbeit gewonnen und ein faszinierendes Ausstellungskonzept erstellt. Über 250 wertvolle Kunstwerke und Artefakte aus Italien, Kroatien, der Schweiz, Slowenien, Ungarn und der Vatikanstadt sollen auf 800 Quadratmetern Ausstellungsfläche für 156 Tage diesen Triumph ohne Sieg verständlich machen.
„US-Präsident Trump hat wahrscheinlich noch nie von dem römischen Kaiser Tiberius gehört, aber gelernt hat auch er von ihm allemal“, sagte LWL-Direktor Matthias Löb am Montag (29.5.) bei der Vorstellung der Ausstellung in Haltern. „Unsere Ausstellung dreht sich um Fake news, um Niederlagen, die zu Siegen umgedeutet werden, um symbolische Politik durch Massenveranstaltungen und um alternative Wahrheit – nur eben vor 2.000 Jahren.“

Kaiser Tiberius kannte Germanien aus eigener Anschauung gut, er wusste, dass dieses Gebiet nicht reich an Bodenschätzen war und sah die erheblichen Verluste an Menschen und Material der vorhergegangenen Kriegsjahre. Auf geschickte Art hat er den dreijährigen, eigentlich nutzlosen und sieglosen Krieg seines Feldherrn Germanicus beendet und in einen Sieg umgewandelt, indem er Ende Mai 17 n.Chr. seinem Adoptivsohn einen grandiosen Triumphzug in Rom ausrichtet.

„Diese Wende bestimmt für die nächsten Jahrhunderte maßgeblich die Entwicklung der Gebiete westlich und östlich des Rheins“, so LWL-Museumsleiter Dr. Rudolf Aßkamp. „Im Westen hält römische Kultur weiter ihren Einzug, Städte werden gegründet an den Orten der ehemaligen Legionslager Xanten, Köln, Bonn, Mainz. Östlich des Rheins bleibt die germanische Bevölkerung in ihren überkommenen Stammesstrukturen gefangen, und es beginnen die sogenannten dunklen Jahrhunderte.“
Vor diesem Hintergrund werden die Besucher im ersten Teil der Ausstellung zunächst zu Zuschauern des Triumphzuges für Germanicus in Rom. Der Triumph in Rom dient als spektakulärer Fixpunkt, um die damit verbundenen Ereignisse schlaglichtartig zu beleuchten.

Der zweite Teil lenkt den Blick auf die militärischen und politischen Entwicklungen in Germanien und die Zeit vor dem vermeintlichen Sieg des Germanicus. Funde aus den römischen Lagern entlang der Lippe wie etwa Haltern am See, Holsterhausen (beide Kreis Recklinghausen), Oberaden, Beckinghausen (beide Kreis Unna), Olfen (Kreis Coesfeld) und Anreppen (Kreis Paderborn) sowie zahlreiche Exponate von weiteren Fundplätzen in Germanien veranschaulichen die römischen Okkupationsbemühungen in Germanien.

Der dritte Teil der Ausstellung widmet sich ganz dem „Römischen Triumph“ und den Fragen, wer, wann und aus welchem Anlass im antiken Rom einen Triumphzug abhalten durfte – mit strengem Protokoll: Zuerst kamen im Zug Beute und Gefangene, dann der Triumphator mit Opfertieren und Behördenvertretern (Lictoren und Staatsbeamten) und schließlich die Armee. Es geht aber auch um die spätere Darstellung von Triumphzügen, zum Beispiel um die Darstellung der gefangenen Thusnelda, der Ehefrau des Varus-Bezwingers Arminius. Diese prominente Geisel im Triumphzug des Germanicus war in der Historienmalerei des 18. und 19. Jahrhunderts ein beliebtes Motiv.

Der letzte Teil bietet einen Blick in die Zukunft in Form der sogenannten kontrafaktischen Geschichtsschreibung – die Geschichtsdarstellung , die sich nicht mit dem befasst, was tatsächlich geschehen ist, sondern mit dem, was geschehen wäre, wenn sich die Ereignisse anders entwickelt hätten.
Hätte Rom gesiegt, wäre die Geschichte der römischen Stützpunkte an der Lippe sicher anders verlaufen. Dann hätte sich Aliso, das heutige Haltern am See, vermutlich zu einem Zentralort in der Region entwickelt. An vielen einstigen Legionsstandorten westlich des Rheins entstanden eigenständige zivile Siedlungen. Zunächst mit Häusern in Fachwerkbauweise errichtet, wurden sie später durch Steingebäude ersetzt und zum Teil monumental ausgebaut. Alles, was städtisches römisches Leben ausmachte, erblühte auf der anderen Seite des Rheins und wäre vermutlich auch in Haltern geschehen, wenn sich die Römer nicht aus dem heutigen Nord- und Westdeutschland zurückgezogen hätten.

„Zwei Thesen halten wir mittlerweile für sehr wahrscheinlich“, so Aßkamp. „Das antike Aliso ist mit dem heutigen Haltern am See identisch. Und der Fundort im Osnabrücker Land bei Kalkriese ist nicht der Ort der Varusschlacht, sondern geht auf die Ereignisse des Jahres 15 n. Chr. rund um Germanicus zurück.“

 

Öffnungszeiten der Ausstellung Triumph ohne Sieg im LWL-Römermuseum Haltern am See:

Dienstag bis Freitag 9 bis 17 Uhr, Donnerstag bis 19 Uhr
Samstag, Sonntag, Feiertage 10 bis 18 Uhr

 

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Beitragsbild: Eingangsbereich der Ausstellung „Triumph ohne Sieg“ (Foto: LWL/T. Arendt)

 

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Ausstellung Haltern Triumph ohne Sieg

Posted by on September 27th, 2017  •  0 Comments  • 

Eingangsbereich der Ausstellung "Triumph ohne Sieg" (Foto: LWL/T. Arendt)

Triumph ohne Sieg

Neue Ausstellung über Roms Ende in Germanien – alternative Wahrheit vor 2.000 Jahren

Neun Jahre nach dem erfolgreichen Ausstellungsprojekt zur Varusschlacht wird das LWL-Römermuseum in Haltern am See wieder zum Schauplatz einer besonderen Ausstellung über die Römer im damaligen Germanien.
Der spektakuläre Triumphzug des Germanicus vor genau 2.000 Jahren in Rom am 26. Mai 17 n. Chr. und das Ende der römischen Herrschaft in Germanien bilden den Ausgangspunkt für das Ausstellungsprojekt, das der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) in seinem Römermuseum vom 2. Juni bis zum 5. November 2017 unter dem Titel „Triumph ohne Sieg. Roms Ende in Germanien“ präsentiert.

In zwei Jahren Vorbereitungszeit haben die Kuratoren mehr als 40 internationale und nationale Leihgeber für eine Zusammenarbeit gewonnen und ein faszinierendes Ausstellungskonzept erstellt. Über 250 wertvolle Kunstwerke und Artefakte aus Italien, Kroatien, der Schweiz, Slowenien, Ungarn und der Vatikanstadt sollen auf 800 Quadratmetern Ausstellungsfläche für 156 Tage diesen Triumph ohne Sieg verständlich machen.
„US-Präsident Trump hat wahrscheinlich noch nie von dem römischen Kaiser Tiberius gehört, aber gelernt hat auch er von ihm allemal“, sagte LWL-Direktor Matthias Löb am Montag (29.5.) bei der Vorstellung der Ausstellung in Haltern. „Unsere Ausstellung dreht sich um Fake news, um Niederlagen, die zu Siegen umgedeutet werden, um symbolische Politik durch Massenveranstaltungen und um alternative Wahrheit – nur eben vor 2.000 Jahren.“

Kaiser Tiberius kannte Germanien aus eigener Anschauung gut, er wusste, dass dieses Gebiet nicht reich an Bodenschätzen war und sah die erheblichen Verluste an Menschen und Material der vorhergegangenen Kriegsjahre. Auf geschickte Art hat er den dreijährigen, eigentlich nutzlosen und sieglosen Krieg seines Feldherrn Germanicus beendet und in einen Sieg umgewandelt, indem er Ende Mai 17 n.Chr. seinem Adoptivsohn einen grandiosen Triumphzug in Rom ausrichtet.

„Diese Wende bestimmt für die nächsten Jahrhunderte maßgeblich die Entwicklung der Gebiete westlich und östlich des Rheins“, so LWL-Museumsleiter Dr. Rudolf Aßkamp. „Im Westen hält römische Kultur weiter ihren Einzug, Städte werden gegründet an den Orten der ehemaligen Legionslager Xanten, Köln, Bonn, Mainz. Östlich des Rheins bleibt die germanische Bevölkerung in ihren überkommenen Stammesstrukturen gefangen, und es beginnen die sogenannten dunklen Jahrhunderte.“
Vor diesem Hintergrund werden die Besucher im ersten Teil der Ausstellung zunächst zu Zuschauern des Triumphzuges für Germanicus in Rom. Der Triumph in Rom dient als spektakulärer Fixpunkt, um die damit verbundenen Ereignisse schlaglichtartig zu beleuchten.

Der zweite Teil lenkt den Blick auf die militärischen und politischen Entwicklungen in Germanien und die Zeit vor dem vermeintlichen Sieg des Germanicus. Funde aus den römischen Lagern entlang der Lippe wie etwa Haltern am See, Holsterhausen (beide Kreis Recklinghausen), Oberaden, Beckinghausen (beide Kreis Unna), Olfen (Kreis Coesfeld) und Anreppen (Kreis Paderborn) sowie zahlreiche Exponate von weiteren Fundplätzen in Germanien veranschaulichen die römischen Okkupationsbemühungen in Germanien.

Der dritte Teil der Ausstellung widmet sich ganz dem „Römischen Triumph“ und den Fragen, wer, wann und aus welchem Anlass im antiken Rom einen Triumphzug abhalten durfte – mit strengem Protokoll: Zuerst kamen im Zug Beute und Gefangene, dann der Triumphator mit Opfertieren und Behördenvertretern (Lictoren und Staatsbeamten) und schließlich die Armee. Es geht aber auch um die spätere Darstellung von Triumphzügen, zum Beispiel um die Darstellung der gefangenen Thusnelda, der Ehefrau des Varus-Bezwingers Arminius. Diese prominente Geisel im Triumphzug des Germanicus war in der Historienmalerei des 18. und 19. Jahrhunderts ein beliebtes Motiv.

Der letzte Teil bietet einen Blick in die Zukunft in Form der sogenannten kontrafaktischen Geschichtsschreibung – die Geschichtsdarstellung , die sich nicht mit dem befasst, was tatsächlich geschehen ist, sondern mit dem, was geschehen wäre, wenn sich die Ereignisse anders entwickelt hätten.
Hätte Rom gesiegt, wäre die Geschichte der römischen Stützpunkte an der Lippe sicher anders verlaufen. Dann hätte sich Aliso, das heutige Haltern am See, vermutlich zu einem Zentralort in der Region entwickelt. An vielen einstigen Legionsstandorten westlich des Rheins entstanden eigenständige zivile Siedlungen. Zunächst mit Häusern in Fachwerkbauweise errichtet, wurden sie später durch Steingebäude ersetzt und zum Teil monumental ausgebaut. Alles, was städtisches römisches Leben ausmachte, erblühte auf der anderen Seite des Rheins und wäre vermutlich auch in Haltern geschehen, wenn sich die Römer nicht aus dem heutigen Nord- und Westdeutschland zurückgezogen hätten.

„Zwei Thesen halten wir mittlerweile für sehr wahrscheinlich“, so Aßkamp. „Das antike Aliso ist mit dem heutigen Haltern am See identisch. Und der Fundort im Osnabrücker Land bei Kalkriese ist nicht der Ort der Varusschlacht, sondern geht auf die Ereignisse des Jahres 15 n. Chr. rund um Germanicus zurück.“

 

Öffnungszeiten der Ausstellung Triumph ohne Sieg im LWL-Römermuseum Haltern am See:

Dienstag bis Freitag 9 bis 17 Uhr, Donnerstag bis 19 Uhr
Samstag, Sonntag, Feiertage 10 bis 18 Uhr

 

Eintrittspreise unter www.lwl-roemermuseum-haltern.de

 

Quelle: Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL)

Beitragsbild: Eingangsbereich der Ausstellung „Triumph ohne Sieg“ (Foto: LWL/T. Arendt)

 

Weitere Ausstellungen im Ruhrgebiet finden


Ausstellung Haltern Triumph ohne Sieg

Posted by on September 26th, 2017  •  0 Comments  • 

Eingangsbereich der Ausstellung "Triumph ohne Sieg" (Foto: LWL/T. Arendt)

Triumph ohne Sieg

Neue Ausstellung über Roms Ende in Germanien – alternative Wahrheit vor 2.000 Jahren

Neun Jahre nach dem erfolgreichen Ausstellungsprojekt zur Varusschlacht wird das LWL-Römermuseum in Haltern am See wieder zum Schauplatz einer besonderen Ausstellung über die Römer im damaligen Germanien.
Der spektakuläre Triumphzug des Germanicus vor genau 2.000 Jahren in Rom am 26. Mai 17 n. Chr. und das Ende der römischen Herrschaft in Germanien bilden den Ausgangspunkt für das Ausstellungsprojekt, das der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) in seinem Römermuseum vom 2. Juni bis zum 5. November 2017 unter dem Titel „Triumph ohne Sieg. Roms Ende in Germanien“ präsentiert.

In zwei Jahren Vorbereitungszeit haben die Kuratoren mehr als 40 internationale und nationale Leihgeber für eine Zusammenarbeit gewonnen und ein faszinierendes Ausstellungskonzept erstellt. Über 250 wertvolle Kunstwerke und Artefakte aus Italien, Kroatien, der Schweiz, Slowenien, Ungarn und der Vatikanstadt sollen auf 800 Quadratmetern Ausstellungsfläche für 156 Tage diesen Triumph ohne Sieg verständlich machen.
„US-Präsident Trump hat wahrscheinlich noch nie von dem römischen Kaiser Tiberius gehört, aber gelernt hat auch er von ihm allemal“, sagte LWL-Direktor Matthias Löb am Montag (29.5.) bei der Vorstellung der Ausstellung in Haltern. „Unsere Ausstellung dreht sich um Fake news, um Niederlagen, die zu Siegen umgedeutet werden, um symbolische Politik durch Massenveranstaltungen und um alternative Wahrheit – nur eben vor 2.000 Jahren.“

Kaiser Tiberius kannte Germanien aus eigener Anschauung gut, er wusste, dass dieses Gebiet nicht reich an Bodenschätzen war und sah die erheblichen Verluste an Menschen und Material der vorhergegangenen Kriegsjahre. Auf geschickte Art hat er den dreijährigen, eigentlich nutzlosen und sieglosen Krieg seines Feldherrn Germanicus beendet und in einen Sieg umgewandelt, indem er Ende Mai 17 n.Chr. seinem Adoptivsohn einen grandiosen Triumphzug in Rom ausrichtet.

„Diese Wende bestimmt für die nächsten Jahrhunderte maßgeblich die Entwicklung der Gebiete westlich und östlich des Rheins“, so LWL-Museumsleiter Dr. Rudolf Aßkamp. „Im Westen hält römische Kultur weiter ihren Einzug, Städte werden gegründet an den Orten der ehemaligen Legionslager Xanten, Köln, Bonn, Mainz. Östlich des Rheins bleibt die germanische Bevölkerung in ihren überkommenen Stammesstrukturen gefangen, und es beginnen die sogenannten dunklen Jahrhunderte.“
Vor diesem Hintergrund werden die Besucher im ersten Teil der Ausstellung zunächst zu Zuschauern des Triumphzuges für Germanicus in Rom. Der Triumph in Rom dient als spektakulärer Fixpunkt, um die damit verbundenen Ereignisse schlaglichtartig zu beleuchten.

Der zweite Teil lenkt den Blick auf die militärischen und politischen Entwicklungen in Germanien und die Zeit vor dem vermeintlichen Sieg des Germanicus. Funde aus den römischen Lagern entlang der Lippe wie etwa Haltern am See, Holsterhausen (beide Kreis Recklinghausen), Oberaden, Beckinghausen (beide Kreis Unna), Olfen (Kreis Coesfeld) und Anreppen (Kreis Paderborn) sowie zahlreiche Exponate von weiteren Fundplätzen in Germanien veranschaulichen die römischen Okkupationsbemühungen in Germanien.

Der dritte Teil der Ausstellung widmet sich ganz dem „Römischen Triumph“ und den Fragen, wer, wann und aus welchem Anlass im antiken Rom einen Triumphzug abhalten durfte – mit strengem Protokoll: Zuerst kamen im Zug Beute und Gefangene, dann der Triumphator mit Opfertieren und Behördenvertretern (Lictoren und Staatsbeamten) und schließlich die Armee. Es geht aber auch um die spätere Darstellung von Triumphzügen, zum Beispiel um die Darstellung der gefangenen Thusnelda, der Ehefrau des Varus-Bezwingers Arminius. Diese prominente Geisel im Triumphzug des Germanicus war in der Historienmalerei des 18. und 19. Jahrhunderts ein beliebtes Motiv.

Der letzte Teil bietet einen Blick in die Zukunft in Form der sogenannten kontrafaktischen Geschichtsschreibung – die Geschichtsdarstellung , die sich nicht mit dem befasst, was tatsächlich geschehen ist, sondern mit dem, was geschehen wäre, wenn sich die Ereignisse anders entwickelt hätten.
Hätte Rom gesiegt, wäre die Geschichte der römischen Stützpunkte an der Lippe sicher anders verlaufen. Dann hätte sich Aliso, das heutige Haltern am See, vermutlich zu einem Zentralort in der Region entwickelt. An vielen einstigen Legionsstandorten westlich des Rheins entstanden eigenständige zivile Siedlungen. Zunächst mit Häusern in Fachwerkbauweise errichtet, wurden sie später durch Steingebäude ersetzt und zum Teil monumental ausgebaut. Alles, was städtisches römisches Leben ausmachte, erblühte auf der anderen Seite des Rheins und wäre vermutlich auch in Haltern geschehen, wenn sich die Römer nicht aus dem heutigen Nord- und Westdeutschland zurückgezogen hätten.

„Zwei Thesen halten wir mittlerweile für sehr wahrscheinlich“, so Aßkamp. „Das antike Aliso ist mit dem heutigen Haltern am See identisch. Und der Fundort im Osnabrücker Land bei Kalkriese ist nicht der Ort der Varusschlacht, sondern geht auf die Ereignisse des Jahres 15 n. Chr. rund um Germanicus zurück.“

 

Öffnungszeiten der Ausstellung Triumph ohne Sieg im LWL-Römermuseum Haltern am See:

Dienstag bis Freitag 9 bis 17 Uhr, Donnerstag bis 19 Uhr
Samstag, Sonntag, Feiertage 10 bis 18 Uhr

 

Eintrittspreise unter www.lwl-roemermuseum-haltern.de

 

Quelle: Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL)

Beitragsbild: Eingangsbereich der Ausstellung „Triumph ohne Sieg“ (Foto: LWL/T. Arendt)

 

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Ausstellung Haltern Triumph ohne Sieg

Posted by on September 24th, 2017  •  0 Comments  • 

Eingangsbereich der Ausstellung "Triumph ohne Sieg" (Foto: LWL/T. Arendt)

Triumph ohne Sieg

Neue Ausstellung über Roms Ende in Germanien – alternative Wahrheit vor 2.000 Jahren

Neun Jahre nach dem erfolgreichen Ausstellungsprojekt zur Varusschlacht wird das LWL-Römermuseum in Haltern am See wieder zum Schauplatz einer besonderen Ausstellung über die Römer im damaligen Germanien.
Der spektakuläre Triumphzug des Germanicus vor genau 2.000 Jahren in Rom am 26. Mai 17 n. Chr. und das Ende der römischen Herrschaft in Germanien bilden den Ausgangspunkt für das Ausstellungsprojekt, das der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) in seinem Römermuseum vom 2. Juni bis zum 5. November 2017 unter dem Titel „Triumph ohne Sieg. Roms Ende in Germanien“ präsentiert.

In zwei Jahren Vorbereitungszeit haben die Kuratoren mehr als 40 internationale und nationale Leihgeber für eine Zusammenarbeit gewonnen und ein faszinierendes Ausstellungskonzept erstellt. Über 250 wertvolle Kunstwerke und Artefakte aus Italien, Kroatien, der Schweiz, Slowenien, Ungarn und der Vatikanstadt sollen auf 800 Quadratmetern Ausstellungsfläche für 156 Tage diesen Triumph ohne Sieg verständlich machen.
„US-Präsident Trump hat wahrscheinlich noch nie von dem römischen Kaiser Tiberius gehört, aber gelernt hat auch er von ihm allemal“, sagte LWL-Direktor Matthias Löb am Montag (29.5.) bei der Vorstellung der Ausstellung in Haltern. „Unsere Ausstellung dreht sich um Fake news, um Niederlagen, die zu Siegen umgedeutet werden, um symbolische Politik durch Massenveranstaltungen und um alternative Wahrheit – nur eben vor 2.000 Jahren.“

Kaiser Tiberius kannte Germanien aus eigener Anschauung gut, er wusste, dass dieses Gebiet nicht reich an Bodenschätzen war und sah die erheblichen Verluste an Menschen und Material der vorhergegangenen Kriegsjahre. Auf geschickte Art hat er den dreijährigen, eigentlich nutzlosen und sieglosen Krieg seines Feldherrn Germanicus beendet und in einen Sieg umgewandelt, indem er Ende Mai 17 n.Chr. seinem Adoptivsohn einen grandiosen Triumphzug in Rom ausrichtet.

„Diese Wende bestimmt für die nächsten Jahrhunderte maßgeblich die Entwicklung der Gebiete westlich und östlich des Rheins“, so LWL-Museumsleiter Dr. Rudolf Aßkamp. „Im Westen hält römische Kultur weiter ihren Einzug, Städte werden gegründet an den Orten der ehemaligen Legionslager Xanten, Köln, Bonn, Mainz. Östlich des Rheins bleibt die germanische Bevölkerung in ihren überkommenen Stammesstrukturen gefangen, und es beginnen die sogenannten dunklen Jahrhunderte.“
Vor diesem Hintergrund werden die Besucher im ersten Teil der Ausstellung zunächst zu Zuschauern des Triumphzuges für Germanicus in Rom. Der Triumph in Rom dient als spektakulärer Fixpunkt, um die damit verbundenen Ereignisse schlaglichtartig zu beleuchten.

Der zweite Teil lenkt den Blick auf die militärischen und politischen Entwicklungen in Germanien und die Zeit vor dem vermeintlichen Sieg des Germanicus. Funde aus den römischen Lagern entlang der Lippe wie etwa Haltern am See, Holsterhausen (beide Kreis Recklinghausen), Oberaden, Beckinghausen (beide Kreis Unna), Olfen (Kreis Coesfeld) und Anreppen (Kreis Paderborn) sowie zahlreiche Exponate von weiteren Fundplätzen in Germanien veranschaulichen die römischen Okkupationsbemühungen in Germanien.

Der dritte Teil der Ausstellung widmet sich ganz dem „Römischen Triumph“ und den Fragen, wer, wann und aus welchem Anlass im antiken Rom einen Triumphzug abhalten durfte – mit strengem Protokoll: Zuerst kamen im Zug Beute und Gefangene, dann der Triumphator mit Opfertieren und Behördenvertretern (Lictoren und Staatsbeamten) und schließlich die Armee. Es geht aber auch um die spätere Darstellung von Triumphzügen, zum Beispiel um die Darstellung der gefangenen Thusnelda, der Ehefrau des Varus-Bezwingers Arminius. Diese prominente Geisel im Triumphzug des Germanicus war in der Historienmalerei des 18. und 19. Jahrhunderts ein beliebtes Motiv.

Der letzte Teil bietet einen Blick in die Zukunft in Form der sogenannten kontrafaktischen Geschichtsschreibung – die Geschichtsdarstellung , die sich nicht mit dem befasst, was tatsächlich geschehen ist, sondern mit dem, was geschehen wäre, wenn sich die Ereignisse anders entwickelt hätten.
Hätte Rom gesiegt, wäre die Geschichte der römischen Stützpunkte an der Lippe sicher anders verlaufen. Dann hätte sich Aliso, das heutige Haltern am See, vermutlich zu einem Zentralort in der Region entwickelt. An vielen einstigen Legionsstandorten westlich des Rheins entstanden eigenständige zivile Siedlungen. Zunächst mit Häusern in Fachwerkbauweise errichtet, wurden sie später durch Steingebäude ersetzt und zum Teil monumental ausgebaut. Alles, was städtisches römisches Leben ausmachte, erblühte auf der anderen Seite des Rheins und wäre vermutlich auch in Haltern geschehen, wenn sich die Römer nicht aus dem heutigen Nord- und Westdeutschland zurückgezogen hätten.

„Zwei Thesen halten wir mittlerweile für sehr wahrscheinlich“, so Aßkamp. „Das antike Aliso ist mit dem heutigen Haltern am See identisch. Und der Fundort im Osnabrücker Land bei Kalkriese ist nicht der Ort der Varusschlacht, sondern geht auf die Ereignisse des Jahres 15 n. Chr. rund um Germanicus zurück.“

 

Öffnungszeiten der Ausstellung Triumph ohne Sieg im LWL-Römermuseum Haltern am See:

Dienstag bis Freitag 9 bis 17 Uhr, Donnerstag bis 19 Uhr
Samstag, Sonntag, Feiertage 10 bis 18 Uhr

 

Eintrittspreise unter www.lwl-roemermuseum-haltern.de

 

Quelle: Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL)

Beitragsbild: Eingangsbereich der Ausstellung „Triumph ohne Sieg“ (Foto: LWL/T. Arendt)

 

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Ausstellung Haltern Triumph ohne Sieg

Posted by on September 23rd, 2017  •  0 Comments  • 

Eingangsbereich der Ausstellung "Triumph ohne Sieg" (Foto: LWL/T. Arendt)

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Neue Ausstellung über Roms Ende in Germanien – alternative Wahrheit vor 2.000 Jahren

Neun Jahre nach dem erfolgreichen Ausstellungsprojekt zur Varusschlacht wird das LWL-Römermuseum in Haltern am See wieder zum Schauplatz einer besonderen Ausstellung über die Römer im damaligen Germanien.
Der spektakuläre Triumphzug des Germanicus vor genau 2.000 Jahren in Rom am 26. Mai 17 n. Chr. und das Ende der römischen Herrschaft in Germanien bilden den Ausgangspunkt für das Ausstellungsprojekt, das der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) in seinem Römermuseum vom 2. Juni bis zum 5. November 2017 unter dem Titel „Triumph ohne Sieg. Roms Ende in Germanien“ präsentiert.

In zwei Jahren Vorbereitungszeit haben die Kuratoren mehr als 40 internationale und nationale Leihgeber für eine Zusammenarbeit gewonnen und ein faszinierendes Ausstellungskonzept erstellt. Über 250 wertvolle Kunstwerke und Artefakte aus Italien, Kroatien, der Schweiz, Slowenien, Ungarn und der Vatikanstadt sollen auf 800 Quadratmetern Ausstellungsfläche für 156 Tage diesen Triumph ohne Sieg verständlich machen.
„US-Präsident Trump hat wahrscheinlich noch nie von dem römischen Kaiser Tiberius gehört, aber gelernt hat auch er von ihm allemal“, sagte LWL-Direktor Matthias Löb am Montag (29.5.) bei der Vorstellung der Ausstellung in Haltern. „Unsere Ausstellung dreht sich um Fake news, um Niederlagen, die zu Siegen umgedeutet werden, um symbolische Politik durch Massenveranstaltungen und um alternative Wahrheit – nur eben vor 2.000 Jahren.“

Kaiser Tiberius kannte Germanien aus eigener Anschauung gut, er wusste, dass dieses Gebiet nicht reich an Bodenschätzen war und sah die erheblichen Verluste an Menschen und Material der vorhergegangenen Kriegsjahre. Auf geschickte Art hat er den dreijährigen, eigentlich nutzlosen und sieglosen Krieg seines Feldherrn Germanicus beendet und in einen Sieg umgewandelt, indem er Ende Mai 17 n.Chr. seinem Adoptivsohn einen grandiosen Triumphzug in Rom ausrichtet.

„Diese Wende bestimmt für die nächsten Jahrhunderte maßgeblich die Entwicklung der Gebiete westlich und östlich des Rheins“, so LWL-Museumsleiter Dr. Rudolf Aßkamp. „Im Westen hält römische Kultur weiter ihren Einzug, Städte werden gegründet an den Orten der ehemaligen Legionslager Xanten, Köln, Bonn, Mainz. Östlich des Rheins bleibt die germanische Bevölkerung in ihren überkommenen Stammesstrukturen gefangen, und es beginnen die sogenannten dunklen Jahrhunderte.“
Vor diesem Hintergrund werden die Besucher im ersten Teil der Ausstellung zunächst zu Zuschauern des Triumphzuges für Germanicus in Rom. Der Triumph in Rom dient als spektakulärer Fixpunkt, um die damit verbundenen Ereignisse schlaglichtartig zu beleuchten.

Der zweite Teil lenkt den Blick auf die militärischen und politischen Entwicklungen in Germanien und die Zeit vor dem vermeintlichen Sieg des Germanicus. Funde aus den römischen Lagern entlang der Lippe wie etwa Haltern am See, Holsterhausen (beide Kreis Recklinghausen), Oberaden, Beckinghausen (beide Kreis Unna), Olfen (Kreis Coesfeld) und Anreppen (Kreis Paderborn) sowie zahlreiche Exponate von weiteren Fundplätzen in Germanien veranschaulichen die römischen Okkupationsbemühungen in Germanien.

Der dritte Teil der Ausstellung widmet sich ganz dem „Römischen Triumph“ und den Fragen, wer, wann und aus welchem Anlass im antiken Rom einen Triumphzug abhalten durfte – mit strengem Protokoll: Zuerst kamen im Zug Beute und Gefangene, dann der Triumphator mit Opfertieren und Behördenvertretern (Lictoren und Staatsbeamten) und schließlich die Armee. Es geht aber auch um die spätere Darstellung von Triumphzügen, zum Beispiel um die Darstellung der gefangenen Thusnelda, der Ehefrau des Varus-Bezwingers Arminius. Diese prominente Geisel im Triumphzug des Germanicus war in der Historienmalerei des 18. und 19. Jahrhunderts ein beliebtes Motiv.

Der letzte Teil bietet einen Blick in die Zukunft in Form der sogenannten kontrafaktischen Geschichtsschreibung – die Geschichtsdarstellung , die sich nicht mit dem befasst, was tatsächlich geschehen ist, sondern mit dem, was geschehen wäre, wenn sich die Ereignisse anders entwickelt hätten.
Hätte Rom gesiegt, wäre die Geschichte der römischen Stützpunkte an der Lippe sicher anders verlaufen. Dann hätte sich Aliso, das heutige Haltern am See, vermutlich zu einem Zentralort in der Region entwickelt. An vielen einstigen Legionsstandorten westlich des Rheins entstanden eigenständige zivile Siedlungen. Zunächst mit Häusern in Fachwerkbauweise errichtet, wurden sie später durch Steingebäude ersetzt und zum Teil monumental ausgebaut. Alles, was städtisches römisches Leben ausmachte, erblühte auf der anderen Seite des Rheins und wäre vermutlich auch in Haltern geschehen, wenn sich die Römer nicht aus dem heutigen Nord- und Westdeutschland zurückgezogen hätten.

„Zwei Thesen halten wir mittlerweile für sehr wahrscheinlich“, so Aßkamp. „Das antike Aliso ist mit dem heutigen Haltern am See identisch. Und der Fundort im Osnabrücker Land bei Kalkriese ist nicht der Ort der Varusschlacht, sondern geht auf die Ereignisse des Jahres 15 n. Chr. rund um Germanicus zurück.“

 

Öffnungszeiten der Ausstellung Triumph ohne Sieg im LWL-Römermuseum Haltern am See:

Dienstag bis Freitag 9 bis 17 Uhr, Donnerstag bis 19 Uhr
Samstag, Sonntag, Feiertage 10 bis 18 Uhr

 

Eintrittspreise unter www.lwl-roemermuseum-haltern.de

 

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Beitragsbild: Eingangsbereich der Ausstellung „Triumph ohne Sieg“ (Foto: LWL/T. Arendt)

 

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Ausstellung Haltern Triumph ohne Sieg

Posted by on September 22nd, 2017  •  0 Comments  • 

Eingangsbereich der Ausstellung "Triumph ohne Sieg" (Foto: LWL/T. Arendt)

Triumph ohne Sieg

Neue Ausstellung über Roms Ende in Germanien – alternative Wahrheit vor 2.000 Jahren

Neun Jahre nach dem erfolgreichen Ausstellungsprojekt zur Varusschlacht wird das LWL-Römermuseum in Haltern am See wieder zum Schauplatz einer besonderen Ausstellung über die Römer im damaligen Germanien.
Der spektakuläre Triumphzug des Germanicus vor genau 2.000 Jahren in Rom am 26. Mai 17 n. Chr. und das Ende der römischen Herrschaft in Germanien bilden den Ausgangspunkt für das Ausstellungsprojekt, das der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) in seinem Römermuseum vom 2. Juni bis zum 5. November 2017 unter dem Titel „Triumph ohne Sieg. Roms Ende in Germanien“ präsentiert.

In zwei Jahren Vorbereitungszeit haben die Kuratoren mehr als 40 internationale und nationale Leihgeber für eine Zusammenarbeit gewonnen und ein faszinierendes Ausstellungskonzept erstellt. Über 250 wertvolle Kunstwerke und Artefakte aus Italien, Kroatien, der Schweiz, Slowenien, Ungarn und der Vatikanstadt sollen auf 800 Quadratmetern Ausstellungsfläche für 156 Tage diesen Triumph ohne Sieg verständlich machen.
„US-Präsident Trump hat wahrscheinlich noch nie von dem römischen Kaiser Tiberius gehört, aber gelernt hat auch er von ihm allemal“, sagte LWL-Direktor Matthias Löb am Montag (29.5.) bei der Vorstellung der Ausstellung in Haltern. „Unsere Ausstellung dreht sich um Fake news, um Niederlagen, die zu Siegen umgedeutet werden, um symbolische Politik durch Massenveranstaltungen und um alternative Wahrheit – nur eben vor 2.000 Jahren.“

Kaiser Tiberius kannte Germanien aus eigener Anschauung gut, er wusste, dass dieses Gebiet nicht reich an Bodenschätzen war und sah die erheblichen Verluste an Menschen und Material der vorhergegangenen Kriegsjahre. Auf geschickte Art hat er den dreijährigen, eigentlich nutzlosen und sieglosen Krieg seines Feldherrn Germanicus beendet und in einen Sieg umgewandelt, indem er Ende Mai 17 n.Chr. seinem Adoptivsohn einen grandiosen Triumphzug in Rom ausrichtet.

„Diese Wende bestimmt für die nächsten Jahrhunderte maßgeblich die Entwicklung der Gebiete westlich und östlich des Rheins“, so LWL-Museumsleiter Dr. Rudolf Aßkamp. „Im Westen hält römische Kultur weiter ihren Einzug, Städte werden gegründet an den Orten der ehemaligen Legionslager Xanten, Köln, Bonn, Mainz. Östlich des Rheins bleibt die germanische Bevölkerung in ihren überkommenen Stammesstrukturen gefangen, und es beginnen die sogenannten dunklen Jahrhunderte.“
Vor diesem Hintergrund werden die Besucher im ersten Teil der Ausstellung zunächst zu Zuschauern des Triumphzuges für Germanicus in Rom. Der Triumph in Rom dient als spektakulärer Fixpunkt, um die damit verbundenen Ereignisse schlaglichtartig zu beleuchten.

Der zweite Teil lenkt den Blick auf die militärischen und politischen Entwicklungen in Germanien und die Zeit vor dem vermeintlichen Sieg des Germanicus. Funde aus den römischen Lagern entlang der Lippe wie etwa Haltern am See, Holsterhausen (beide Kreis Recklinghausen), Oberaden, Beckinghausen (beide Kreis Unna), Olfen (Kreis Coesfeld) und Anreppen (Kreis Paderborn) sowie zahlreiche Exponate von weiteren Fundplätzen in Germanien veranschaulichen die römischen Okkupationsbemühungen in Germanien.

Der dritte Teil der Ausstellung widmet sich ganz dem „Römischen Triumph“ und den Fragen, wer, wann und aus welchem Anlass im antiken Rom einen Triumphzug abhalten durfte – mit strengem Protokoll: Zuerst kamen im Zug Beute und Gefangene, dann der Triumphator mit Opfertieren und Behördenvertretern (Lictoren und Staatsbeamten) und schließlich die Armee. Es geht aber auch um die spätere Darstellung von Triumphzügen, zum Beispiel um die Darstellung der gefangenen Thusnelda, der Ehefrau des Varus-Bezwingers Arminius. Diese prominente Geisel im Triumphzug des Germanicus war in der Historienmalerei des 18. und 19. Jahrhunderts ein beliebtes Motiv.

Der letzte Teil bietet einen Blick in die Zukunft in Form der sogenannten kontrafaktischen Geschichtsschreibung – die Geschichtsdarstellung , die sich nicht mit dem befasst, was tatsächlich geschehen ist, sondern mit dem, was geschehen wäre, wenn sich die Ereignisse anders entwickelt hätten.
Hätte Rom gesiegt, wäre die Geschichte der römischen Stützpunkte an der Lippe sicher anders verlaufen. Dann hätte sich Aliso, das heutige Haltern am See, vermutlich zu einem Zentralort in der Region entwickelt. An vielen einstigen Legionsstandorten westlich des Rheins entstanden eigenständige zivile Siedlungen. Zunächst mit Häusern in Fachwerkbauweise errichtet, wurden sie später durch Steingebäude ersetzt und zum Teil monumental ausgebaut. Alles, was städtisches römisches Leben ausmachte, erblühte auf der anderen Seite des Rheins und wäre vermutlich auch in Haltern geschehen, wenn sich die Römer nicht aus dem heutigen Nord- und Westdeutschland zurückgezogen hätten.

„Zwei Thesen halten wir mittlerweile für sehr wahrscheinlich“, so Aßkamp. „Das antike Aliso ist mit dem heutigen Haltern am See identisch. Und der Fundort im Osnabrücker Land bei Kalkriese ist nicht der Ort der Varusschlacht, sondern geht auf die Ereignisse des Jahres 15 n. Chr. rund um Germanicus zurück.“

 

Öffnungszeiten der Ausstellung Triumph ohne Sieg im LWL-Römermuseum Haltern am See:

Dienstag bis Freitag 9 bis 17 Uhr, Donnerstag bis 19 Uhr
Samstag, Sonntag, Feiertage 10 bis 18 Uhr

 

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Beitragsbild: Eingangsbereich der Ausstellung „Triumph ohne Sieg“ (Foto: LWL/T. Arendt)

 

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Posted by on September 21st, 2017  •  0 Comments  • 

Eingangsbereich der Ausstellung "Triumph ohne Sieg" (Foto: LWL/T. Arendt)

Triumph ohne Sieg

Neue Ausstellung über Roms Ende in Germanien – alternative Wahrheit vor 2.000 Jahren

Neun Jahre nach dem erfolgreichen Ausstellungsprojekt zur Varusschlacht wird das LWL-Römermuseum in Haltern am See wieder zum Schauplatz einer besonderen Ausstellung über die Römer im damaligen Germanien.
Der spektakuläre Triumphzug des Germanicus vor genau 2.000 Jahren in Rom am 26. Mai 17 n. Chr. und das Ende der römischen Herrschaft in Germanien bilden den Ausgangspunkt für das Ausstellungsprojekt, das der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) in seinem Römermuseum vom 2. Juni bis zum 5. November 2017 unter dem Titel „Triumph ohne Sieg. Roms Ende in Germanien“ präsentiert.

In zwei Jahren Vorbereitungszeit haben die Kuratoren mehr als 40 internationale und nationale Leihgeber für eine Zusammenarbeit gewonnen und ein faszinierendes Ausstellungskonzept erstellt. Über 250 wertvolle Kunstwerke und Artefakte aus Italien, Kroatien, der Schweiz, Slowenien, Ungarn und der Vatikanstadt sollen auf 800 Quadratmetern Ausstellungsfläche für 156 Tage diesen Triumph ohne Sieg verständlich machen.
„US-Präsident Trump hat wahrscheinlich noch nie von dem römischen Kaiser Tiberius gehört, aber gelernt hat auch er von ihm allemal“, sagte LWL-Direktor Matthias Löb am Montag (29.5.) bei der Vorstellung der Ausstellung in Haltern. „Unsere Ausstellung dreht sich um Fake news, um Niederlagen, die zu Siegen umgedeutet werden, um symbolische Politik durch Massenveranstaltungen und um alternative Wahrheit – nur eben vor 2.000 Jahren.“

Kaiser Tiberius kannte Germanien aus eigener Anschauung gut, er wusste, dass dieses Gebiet nicht reich an Bodenschätzen war und sah die erheblichen Verluste an Menschen und Material der vorhergegangenen Kriegsjahre. Auf geschickte Art hat er den dreijährigen, eigentlich nutzlosen und sieglosen Krieg seines Feldherrn Germanicus beendet und in einen Sieg umgewandelt, indem er Ende Mai 17 n.Chr. seinem Adoptivsohn einen grandiosen Triumphzug in Rom ausrichtet.

„Diese Wende bestimmt für die nächsten Jahrhunderte maßgeblich die Entwicklung der Gebiete westlich und östlich des Rheins“, so LWL-Museumsleiter Dr. Rudolf Aßkamp. „Im Westen hält römische Kultur weiter ihren Einzug, Städte werden gegründet an den Orten der ehemaligen Legionslager Xanten, Köln, Bonn, Mainz. Östlich des Rheins bleibt die germanische Bevölkerung in ihren überkommenen Stammesstrukturen gefangen, und es beginnen die sogenannten dunklen Jahrhunderte.“
Vor diesem Hintergrund werden die Besucher im ersten Teil der Ausstellung zunächst zu Zuschauern des Triumphzuges für Germanicus in Rom. Der Triumph in Rom dient als spektakulärer Fixpunkt, um die damit verbundenen Ereignisse schlaglichtartig zu beleuchten.

Der zweite Teil lenkt den Blick auf die militärischen und politischen Entwicklungen in Germanien und die Zeit vor dem vermeintlichen Sieg des Germanicus. Funde aus den römischen Lagern entlang der Lippe wie etwa Haltern am See, Holsterhausen (beide Kreis Recklinghausen), Oberaden, Beckinghausen (beide Kreis Unna), Olfen (Kreis Coesfeld) und Anreppen (Kreis Paderborn) sowie zahlreiche Exponate von weiteren Fundplätzen in Germanien veranschaulichen die römischen Okkupationsbemühungen in Germanien.

Der dritte Teil der Ausstellung widmet sich ganz dem „Römischen Triumph“ und den Fragen, wer, wann und aus welchem Anlass im antiken Rom einen Triumphzug abhalten durfte – mit strengem Protokoll: Zuerst kamen im Zug Beute und Gefangene, dann der Triumphator mit Opfertieren und Behördenvertretern (Lictoren und Staatsbeamten) und schließlich die Armee. Es geht aber auch um die spätere Darstellung von Triumphzügen, zum Beispiel um die Darstellung der gefangenen Thusnelda, der Ehefrau des Varus-Bezwingers Arminius. Diese prominente Geisel im Triumphzug des Germanicus war in der Historienmalerei des 18. und 19. Jahrhunderts ein beliebtes Motiv.

Der letzte Teil bietet einen Blick in die Zukunft in Form der sogenannten kontrafaktischen Geschichtsschreibung – die Geschichtsdarstellung , die sich nicht mit dem befasst, was tatsächlich geschehen ist, sondern mit dem, was geschehen wäre, wenn sich die Ereignisse anders entwickelt hätten.
Hätte Rom gesiegt, wäre die Geschichte der römischen Stützpunkte an der Lippe sicher anders verlaufen. Dann hätte sich Aliso, das heutige Haltern am See, vermutlich zu einem Zentralort in der Region entwickelt. An vielen einstigen Legionsstandorten westlich des Rheins entstanden eigenständige zivile Siedlungen. Zunächst mit Häusern in Fachwerkbauweise errichtet, wurden sie später durch Steingebäude ersetzt und zum Teil monumental ausgebaut. Alles, was städtisches römisches Leben ausmachte, erblühte auf der anderen Seite des Rheins und wäre vermutlich auch in Haltern geschehen, wenn sich die Römer nicht aus dem heutigen Nord- und Westdeutschland zurückgezogen hätten.

„Zwei Thesen halten wir mittlerweile für sehr wahrscheinlich“, so Aßkamp. „Das antike Aliso ist mit dem heutigen Haltern am See identisch. Und der Fundort im Osnabrücker Land bei Kalkriese ist nicht der Ort der Varusschlacht, sondern geht auf die Ereignisse des Jahres 15 n. Chr. rund um Germanicus zurück.“

 

Öffnungszeiten der Ausstellung Triumph ohne Sieg im LWL-Römermuseum Haltern am See:

Dienstag bis Freitag 9 bis 17 Uhr, Donnerstag bis 19 Uhr
Samstag, Sonntag, Feiertage 10 bis 18 Uhr

 

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Quelle: Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL)

Beitragsbild: Eingangsbereich der Ausstellung „Triumph ohne Sieg“ (Foto: LWL/T. Arendt)

 

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Ausstellung Haltern Triumph ohne Sieg

Posted by on September 20th, 2017  •  0 Comments  • 

Eingangsbereich der Ausstellung "Triumph ohne Sieg" (Foto: LWL/T. Arendt)

Triumph ohne Sieg

Neue Ausstellung über Roms Ende in Germanien – alternative Wahrheit vor 2.000 Jahren

Neun Jahre nach dem erfolgreichen Ausstellungsprojekt zur Varusschlacht wird das LWL-Römermuseum in Haltern am See wieder zum Schauplatz einer besonderen Ausstellung über die Römer im damaligen Germanien.
Der spektakuläre Triumphzug des Germanicus vor genau 2.000 Jahren in Rom am 26. Mai 17 n. Chr. und das Ende der römischen Herrschaft in Germanien bilden den Ausgangspunkt für das Ausstellungsprojekt, das der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) in seinem Römermuseum vom 2. Juni bis zum 5. November 2017 unter dem Titel „Triumph ohne Sieg. Roms Ende in Germanien“ präsentiert.

In zwei Jahren Vorbereitungszeit haben die Kuratoren mehr als 40 internationale und nationale Leihgeber für eine Zusammenarbeit gewonnen und ein faszinierendes Ausstellungskonzept erstellt. Über 250 wertvolle Kunstwerke und Artefakte aus Italien, Kroatien, der Schweiz, Slowenien, Ungarn und der Vatikanstadt sollen auf 800 Quadratmetern Ausstellungsfläche für 156 Tage diesen Triumph ohne Sieg verständlich machen.
„US-Präsident Trump hat wahrscheinlich noch nie von dem römischen Kaiser Tiberius gehört, aber gelernt hat auch er von ihm allemal“, sagte LWL-Direktor Matthias Löb am Montag (29.5.) bei der Vorstellung der Ausstellung in Haltern. „Unsere Ausstellung dreht sich um Fake news, um Niederlagen, die zu Siegen umgedeutet werden, um symbolische Politik durch Massenveranstaltungen und um alternative Wahrheit – nur eben vor 2.000 Jahren.“

Kaiser Tiberius kannte Germanien aus eigener Anschauung gut, er wusste, dass dieses Gebiet nicht reich an Bodenschätzen war und sah die erheblichen Verluste an Menschen und Material der vorhergegangenen Kriegsjahre. Auf geschickte Art hat er den dreijährigen, eigentlich nutzlosen und sieglosen Krieg seines Feldherrn Germanicus beendet und in einen Sieg umgewandelt, indem er Ende Mai 17 n.Chr. seinem Adoptivsohn einen grandiosen Triumphzug in Rom ausrichtet.

„Diese Wende bestimmt für die nächsten Jahrhunderte maßgeblich die Entwicklung der Gebiete westlich und östlich des Rheins“, so LWL-Museumsleiter Dr. Rudolf Aßkamp. „Im Westen hält römische Kultur weiter ihren Einzug, Städte werden gegründet an den Orten der ehemaligen Legionslager Xanten, Köln, Bonn, Mainz. Östlich des Rheins bleibt die germanische Bevölkerung in ihren überkommenen Stammesstrukturen gefangen, und es beginnen die sogenannten dunklen Jahrhunderte.“
Vor diesem Hintergrund werden die Besucher im ersten Teil der Ausstellung zunächst zu Zuschauern des Triumphzuges für Germanicus in Rom. Der Triumph in Rom dient als spektakulärer Fixpunkt, um die damit verbundenen Ereignisse schlaglichtartig zu beleuchten.

Der zweite Teil lenkt den Blick auf die militärischen und politischen Entwicklungen in Germanien und die Zeit vor dem vermeintlichen Sieg des Germanicus. Funde aus den römischen Lagern entlang der Lippe wie etwa Haltern am See, Holsterhausen (beide Kreis Recklinghausen), Oberaden, Beckinghausen (beide Kreis Unna), Olfen (Kreis Coesfeld) und Anreppen (Kreis Paderborn) sowie zahlreiche Exponate von weiteren Fundplätzen in Germanien veranschaulichen die römischen Okkupationsbemühungen in Germanien.

Der dritte Teil der Ausstellung widmet sich ganz dem „Römischen Triumph“ und den Fragen, wer, wann und aus welchem Anlass im antiken Rom einen Triumphzug abhalten durfte – mit strengem Protokoll: Zuerst kamen im Zug Beute und Gefangene, dann der Triumphator mit Opfertieren und Behördenvertretern (Lictoren und Staatsbeamten) und schließlich die Armee. Es geht aber auch um die spätere Darstellung von Triumphzügen, zum Beispiel um die Darstellung der gefangenen Thusnelda, der Ehefrau des Varus-Bezwingers Arminius. Diese prominente Geisel im Triumphzug des Germanicus war in der Historienmalerei des 18. und 19. Jahrhunderts ein beliebtes Motiv.

Der letzte Teil bietet einen Blick in die Zukunft in Form der sogenannten kontrafaktischen Geschichtsschreibung – die Geschichtsdarstellung , die sich nicht mit dem befasst, was tatsächlich geschehen ist, sondern mit dem, was geschehen wäre, wenn sich die Ereignisse anders entwickelt hätten.
Hätte Rom gesiegt, wäre die Geschichte der römischen Stützpunkte an der Lippe sicher anders verlaufen. Dann hätte sich Aliso, das heutige Haltern am See, vermutlich zu einem Zentralort in der Region entwickelt. An vielen einstigen Legionsstandorten westlich des Rheins entstanden eigenständige zivile Siedlungen. Zunächst mit Häusern in Fachwerkbauweise errichtet, wurden sie später durch Steingebäude ersetzt und zum Teil monumental ausgebaut. Alles, was städtisches römisches Leben ausmachte, erblühte auf der anderen Seite des Rheins und wäre vermutlich auch in Haltern geschehen, wenn sich die Römer nicht aus dem heutigen Nord- und Westdeutschland zurückgezogen hätten.

„Zwei Thesen halten wir mittlerweile für sehr wahrscheinlich“, so Aßkamp. „Das antike Aliso ist mit dem heutigen Haltern am See identisch. Und der Fundort im Osnabrücker Land bei Kalkriese ist nicht der Ort der Varusschlacht, sondern geht auf die Ereignisse des Jahres 15 n. Chr. rund um Germanicus zurück.“

 

Öffnungszeiten der Ausstellung Triumph ohne Sieg im LWL-Römermuseum Haltern am See:

Dienstag bis Freitag 9 bis 17 Uhr, Donnerstag bis 19 Uhr
Samstag, Sonntag, Feiertage 10 bis 18 Uhr

 

Eintrittspreise unter www.lwl-roemermuseum-haltern.de

 

Quelle: Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL)

Beitragsbild: Eingangsbereich der Ausstellung „Triumph ohne Sieg“ (Foto: LWL/T. Arendt)

 

Weitere Ausstellungen im Ruhrgebiet finden


Ausstellung Haltern Triumph ohne Sieg

Posted by on September 19th, 2017  •  0 Comments  • 

Eingangsbereich der Ausstellung "Triumph ohne Sieg" (Foto: LWL/T. Arendt)

Triumph ohne Sieg

Neue Ausstellung über Roms Ende in Germanien – alternative Wahrheit vor 2.000 Jahren

Neun Jahre nach dem erfolgreichen Ausstellungsprojekt zur Varusschlacht wird das LWL-Römermuseum in Haltern am See wieder zum Schauplatz einer besonderen Ausstellung über die Römer im damaligen Germanien.
Der spektakuläre Triumphzug des Germanicus vor genau 2.000 Jahren in Rom am 26. Mai 17 n. Chr. und das Ende der römischen Herrschaft in Germanien bilden den Ausgangspunkt für das Ausstellungsprojekt, das der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) in seinem Römermuseum vom 2. Juni bis zum 5. November 2017 unter dem Titel „Triumph ohne Sieg. Roms Ende in Germanien“ präsentiert.

In zwei Jahren Vorbereitungszeit haben die Kuratoren mehr als 40 internationale und nationale Leihgeber für eine Zusammenarbeit gewonnen und ein faszinierendes Ausstellungskonzept erstellt. Über 250 wertvolle Kunstwerke und Artefakte aus Italien, Kroatien, der Schweiz, Slowenien, Ungarn und der Vatikanstadt sollen auf 800 Quadratmetern Ausstellungsfläche für 156 Tage diesen Triumph ohne Sieg verständlich machen.
„US-Präsident Trump hat wahrscheinlich noch nie von dem römischen Kaiser Tiberius gehört, aber gelernt hat auch er von ihm allemal“, sagte LWL-Direktor Matthias Löb am Montag (29.5.) bei der Vorstellung der Ausstellung in Haltern. „Unsere Ausstellung dreht sich um Fake news, um Niederlagen, die zu Siegen umgedeutet werden, um symbolische Politik durch Massenveranstaltungen und um alternative Wahrheit – nur eben vor 2.000 Jahren.“

Kaiser Tiberius kannte Germanien aus eigener Anschauung gut, er wusste, dass dieses Gebiet nicht reich an Bodenschätzen war und sah die erheblichen Verluste an Menschen und Material der vorhergegangenen Kriegsjahre. Auf geschickte Art hat er den dreijährigen, eigentlich nutzlosen und sieglosen Krieg seines Feldherrn Germanicus beendet und in einen Sieg umgewandelt, indem er Ende Mai 17 n.Chr. seinem Adoptivsohn einen grandiosen Triumphzug in Rom ausrichtet.

„Diese Wende bestimmt für die nächsten Jahrhunderte maßgeblich die Entwicklung der Gebiete westlich und östlich des Rheins“, so LWL-Museumsleiter Dr. Rudolf Aßkamp. „Im Westen hält römische Kultur weiter ihren Einzug, Städte werden gegründet an den Orten der ehemaligen Legionslager Xanten, Köln, Bonn, Mainz. Östlich des Rheins bleibt die germanische Bevölkerung in ihren überkommenen Stammesstrukturen gefangen, und es beginnen die sogenannten dunklen Jahrhunderte.“
Vor diesem Hintergrund werden die Besucher im ersten Teil der Ausstellung zunächst zu Zuschauern des Triumphzuges für Germanicus in Rom. Der Triumph in Rom dient als spektakulärer Fixpunkt, um die damit verbundenen Ereignisse schlaglichtartig zu beleuchten.

Der zweite Teil lenkt den Blick auf die militärischen und politischen Entwicklungen in Germanien und die Zeit vor dem vermeintlichen Sieg des Germanicus. Funde aus den römischen Lagern entlang der Lippe wie etwa Haltern am See, Holsterhausen (beide Kreis Recklinghausen), Oberaden, Beckinghausen (beide Kreis Unna), Olfen (Kreis Coesfeld) und Anreppen (Kreis Paderborn) sowie zahlreiche Exponate von weiteren Fundplätzen in Germanien veranschaulichen die römischen Okkupationsbemühungen in Germanien.

Der dritte Teil der Ausstellung widmet sich ganz dem „Römischen Triumph“ und den Fragen, wer, wann und aus welchem Anlass im antiken Rom einen Triumphzug abhalten durfte – mit strengem Protokoll: Zuerst kamen im Zug Beute und Gefangene, dann der Triumphator mit Opfertieren und Behördenvertretern (Lictoren und Staatsbeamten) und schließlich die Armee. Es geht aber auch um die spätere Darstellung von Triumphzügen, zum Beispiel um die Darstellung der gefangenen Thusnelda, der Ehefrau des Varus-Bezwingers Arminius. Diese prominente Geisel im Triumphzug des Germanicus war in der Historienmalerei des 18. und 19. Jahrhunderts ein beliebtes Motiv.

Der letzte Teil bietet einen Blick in die Zukunft in Form der sogenannten kontrafaktischen Geschichtsschreibung – die Geschichtsdarstellung , die sich nicht mit dem befasst, was tatsächlich geschehen ist, sondern mit dem, was geschehen wäre, wenn sich die Ereignisse anders entwickelt hätten.
Hätte Rom gesiegt, wäre die Geschichte der römischen Stützpunkte an der Lippe sicher anders verlaufen. Dann hätte sich Aliso, das heutige Haltern am See, vermutlich zu einem Zentralort in der Region entwickelt. An vielen einstigen Legionsstandorten westlich des Rheins entstanden eigenständige zivile Siedlungen. Zunächst mit Häusern in Fachwerkbauweise errichtet, wurden sie später durch Steingebäude ersetzt und zum Teil monumental ausgebaut. Alles, was städtisches römisches Leben ausmachte, erblühte auf der anderen Seite des Rheins und wäre vermutlich auch in Haltern geschehen, wenn sich die Römer nicht aus dem heutigen Nord- und Westdeutschland zurückgezogen hätten.

„Zwei Thesen halten wir mittlerweile für sehr wahrscheinlich“, so Aßkamp. „Das antike Aliso ist mit dem heutigen Haltern am See identisch. Und der Fundort im Osnabrücker Land bei Kalkriese ist nicht der Ort der Varusschlacht, sondern geht auf die Ereignisse des Jahres 15 n. Chr. rund um Germanicus zurück.“

 

Öffnungszeiten der Ausstellung Triumph ohne Sieg im LWL-Römermuseum Haltern am See:

Dienstag bis Freitag 9 bis 17 Uhr, Donnerstag bis 19 Uhr
Samstag, Sonntag, Feiertage 10 bis 18 Uhr

 

Eintrittspreise unter www.lwl-roemermuseum-haltern.de

 

Quelle: Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL)

Beitragsbild: Eingangsbereich der Ausstellung „Triumph ohne Sieg“ (Foto: LWL/T. Arendt)

 

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Ausstellung Haltern Triumph ohne Sieg

Posted by on September 17th, 2017  •  0 Comments  • 

Eingangsbereich der Ausstellung "Triumph ohne Sieg" (Foto: LWL/T. Arendt)

Triumph ohne Sieg

Neue Ausstellung über Roms Ende in Germanien – alternative Wahrheit vor 2.000 Jahren

Neun Jahre nach dem erfolgreichen Ausstellungsprojekt zur Varusschlacht wird das LWL-Römermuseum in Haltern am See wieder zum Schauplatz einer besonderen Ausstellung über die Römer im damaligen Germanien.
Der spektakuläre Triumphzug des Germanicus vor genau 2.000 Jahren in Rom am 26. Mai 17 n. Chr. und das Ende der römischen Herrschaft in Germanien bilden den Ausgangspunkt für das Ausstellungsprojekt, das der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) in seinem Römermuseum vom 2. Juni bis zum 5. November 2017 unter dem Titel „Triumph ohne Sieg. Roms Ende in Germanien“ präsentiert.

In zwei Jahren Vorbereitungszeit haben die Kuratoren mehr als 40 internationale und nationale Leihgeber für eine Zusammenarbeit gewonnen und ein faszinierendes Ausstellungskonzept erstellt. Über 250 wertvolle Kunstwerke und Artefakte aus Italien, Kroatien, der Schweiz, Slowenien, Ungarn und der Vatikanstadt sollen auf 800 Quadratmetern Ausstellungsfläche für 156 Tage diesen Triumph ohne Sieg verständlich machen.
„US-Präsident Trump hat wahrscheinlich noch nie von dem römischen Kaiser Tiberius gehört, aber gelernt hat auch er von ihm allemal“, sagte LWL-Direktor Matthias Löb am Montag (29.5.) bei der Vorstellung der Ausstellung in Haltern. „Unsere Ausstellung dreht sich um Fake news, um Niederlagen, die zu Siegen umgedeutet werden, um symbolische Politik durch Massenveranstaltungen und um alternative Wahrheit – nur eben vor 2.000 Jahren.“

Kaiser Tiberius kannte Germanien aus eigener Anschauung gut, er wusste, dass dieses Gebiet nicht reich an Bodenschätzen war und sah die erheblichen Verluste an Menschen und Material der vorhergegangenen Kriegsjahre. Auf geschickte Art hat er den dreijährigen, eigentlich nutzlosen und sieglosen Krieg seines Feldherrn Germanicus beendet und in einen Sieg umgewandelt, indem er Ende Mai 17 n.Chr. seinem Adoptivsohn einen grandiosen Triumphzug in Rom ausrichtet.

„Diese Wende bestimmt für die nächsten Jahrhunderte maßgeblich die Entwicklung der Gebiete westlich und östlich des Rheins“, so LWL-Museumsleiter Dr. Rudolf Aßkamp. „Im Westen hält römische Kultur weiter ihren Einzug, Städte werden gegründet an den Orten der ehemaligen Legionslager Xanten, Köln, Bonn, Mainz. Östlich des Rheins bleibt die germanische Bevölkerung in ihren überkommenen Stammesstrukturen gefangen, und es beginnen die sogenannten dunklen Jahrhunderte.“
Vor diesem Hintergrund werden die Besucher im ersten Teil der Ausstellung zunächst zu Zuschauern des Triumphzuges für Germanicus in Rom. Der Triumph in Rom dient als spektakulärer Fixpunkt, um die damit verbundenen Ereignisse schlaglichtartig zu beleuchten.

Der zweite Teil lenkt den Blick auf die militärischen und politischen Entwicklungen in Germanien und die Zeit vor dem vermeintlichen Sieg des Germanicus. Funde aus den römischen Lagern entlang der Lippe wie etwa Haltern am See, Holsterhausen (beide Kreis Recklinghausen), Oberaden, Beckinghausen (beide Kreis Unna), Olfen (Kreis Coesfeld) und Anreppen (Kreis Paderborn) sowie zahlreiche Exponate von weiteren Fundplätzen in Germanien veranschaulichen die römischen Okkupationsbemühungen in Germanien.

Der dritte Teil der Ausstellung widmet sich ganz dem „Römischen Triumph“ und den Fragen, wer, wann und aus welchem Anlass im antiken Rom einen Triumphzug abhalten durfte – mit strengem Protokoll: Zuerst kamen im Zug Beute und Gefangene, dann der Triumphator mit Opfertieren und Behördenvertretern (Lictoren und Staatsbeamten) und schließlich die Armee. Es geht aber auch um die spätere Darstellung von Triumphzügen, zum Beispiel um die Darstellung der gefangenen Thusnelda, der Ehefrau des Varus-Bezwingers Arminius. Diese prominente Geisel im Triumphzug des Germanicus war in der Historienmalerei des 18. und 19. Jahrhunderts ein beliebtes Motiv.

Der letzte Teil bietet einen Blick in die Zukunft in Form der sogenannten kontrafaktischen Geschichtsschreibung – die Geschichtsdarstellung , die sich nicht mit dem befasst, was tatsächlich geschehen ist, sondern mit dem, was geschehen wäre, wenn sich die Ereignisse anders entwickelt hätten.
Hätte Rom gesiegt, wäre die Geschichte der römischen Stützpunkte an der Lippe sicher anders verlaufen. Dann hätte sich Aliso, das heutige Haltern am See, vermutlich zu einem Zentralort in der Region entwickelt. An vielen einstigen Legionsstandorten westlich des Rheins entstanden eigenständige zivile Siedlungen. Zunächst mit Häusern in Fachwerkbauweise errichtet, wurden sie später durch Steingebäude ersetzt und zum Teil monumental ausgebaut. Alles, was städtisches römisches Leben ausmachte, erblühte auf der anderen Seite des Rheins und wäre vermutlich auch in Haltern geschehen, wenn sich die Römer nicht aus dem heutigen Nord- und Westdeutschland zurückgezogen hätten.

„Zwei Thesen halten wir mittlerweile für sehr wahrscheinlich“, so Aßkamp. „Das antike Aliso ist mit dem heutigen Haltern am See identisch. Und der Fundort im Osnabrücker Land bei Kalkriese ist nicht der Ort der Varusschlacht, sondern geht auf die Ereignisse des Jahres 15 n. Chr. rund um Germanicus zurück.“

 

Öffnungszeiten der Ausstellung Triumph ohne Sieg im LWL-Römermuseum Haltern am See:

Dienstag bis Freitag 9 bis 17 Uhr, Donnerstag bis 19 Uhr
Samstag, Sonntag, Feiertage 10 bis 18 Uhr

 

Eintrittspreise unter www.lwl-roemermuseum-haltern.de

 

Quelle: Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL)

Beitragsbild: Eingangsbereich der Ausstellung „Triumph ohne Sieg“ (Foto: LWL/T. Arendt)

 

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Ausstellung Haltern Triumph ohne Sieg

Posted by on September 16th, 2017  •  0 Comments  • 

Eingangsbereich der Ausstellung "Triumph ohne Sieg" (Foto: LWL/T. Arendt)

Triumph ohne Sieg

Neue Ausstellung über Roms Ende in Germanien – alternative Wahrheit vor 2.000 Jahren

Neun Jahre nach dem erfolgreichen Ausstellungsprojekt zur Varusschlacht wird das LWL-Römermuseum in Haltern am See wieder zum Schauplatz einer besonderen Ausstellung über die Römer im damaligen Germanien.
Der spektakuläre Triumphzug des Germanicus vor genau 2.000 Jahren in Rom am 26. Mai 17 n. Chr. und das Ende der römischen Herrschaft in Germanien bilden den Ausgangspunkt für das Ausstellungsprojekt, das der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) in seinem Römermuseum vom 2. Juni bis zum 5. November 2017 unter dem Titel „Triumph ohne Sieg. Roms Ende in Germanien“ präsentiert.

In zwei Jahren Vorbereitungszeit haben die Kuratoren mehr als 40 internationale und nationale Leihgeber für eine Zusammenarbeit gewonnen und ein faszinierendes Ausstellungskonzept erstellt. Über 250 wertvolle Kunstwerke und Artefakte aus Italien, Kroatien, der Schweiz, Slowenien, Ungarn und der Vatikanstadt sollen auf 800 Quadratmetern Ausstellungsfläche für 156 Tage diesen Triumph ohne Sieg verständlich machen.
„US-Präsident Trump hat wahrscheinlich noch nie von dem römischen Kaiser Tiberius gehört, aber gelernt hat auch er von ihm allemal“, sagte LWL-Direktor Matthias Löb am Montag (29.5.) bei der Vorstellung der Ausstellung in Haltern. „Unsere Ausstellung dreht sich um Fake news, um Niederlagen, die zu Siegen umgedeutet werden, um symbolische Politik durch Massenveranstaltungen und um alternative Wahrheit – nur eben vor 2.000 Jahren.“

Kaiser Tiberius kannte Germanien aus eigener Anschauung gut, er wusste, dass dieses Gebiet nicht reich an Bodenschätzen war und sah die erheblichen Verluste an Menschen und Material der vorhergegangenen Kriegsjahre. Auf geschickte Art hat er den dreijährigen, eigentlich nutzlosen und sieglosen Krieg seines Feldherrn Germanicus beendet und in einen Sieg umgewandelt, indem er Ende Mai 17 n.Chr. seinem Adoptivsohn einen grandiosen Triumphzug in Rom ausrichtet.

„Diese Wende bestimmt für die nächsten Jahrhunderte maßgeblich die Entwicklung der Gebiete westlich und östlich des Rheins“, so LWL-Museumsleiter Dr. Rudolf Aßkamp. „Im Westen hält römische Kultur weiter ihren Einzug, Städte werden gegründet an den Orten der ehemaligen Legionslager Xanten, Köln, Bonn, Mainz. Östlich des Rheins bleibt die germanische Bevölkerung in ihren überkommenen Stammesstrukturen gefangen, und es beginnen die sogenannten dunklen Jahrhunderte.“
Vor diesem Hintergrund werden die Besucher im ersten Teil der Ausstellung zunächst zu Zuschauern des Triumphzuges für Germanicus in Rom. Der Triumph in Rom dient als spektakulärer Fixpunkt, um die damit verbundenen Ereignisse schlaglichtartig zu beleuchten.

Der zweite Teil lenkt den Blick auf die militärischen und politischen Entwicklungen in Germanien und die Zeit vor dem vermeintlichen Sieg des Germanicus. Funde aus den römischen Lagern entlang der Lippe wie etwa Haltern am See, Holsterhausen (beide Kreis Recklinghausen), Oberaden, Beckinghausen (beide Kreis Unna), Olfen (Kreis Coesfeld) und Anreppen (Kreis Paderborn) sowie zahlreiche Exponate von weiteren Fundplätzen in Germanien veranschaulichen die römischen Okkupationsbemühungen in Germanien.

Der dritte Teil der Ausstellung widmet sich ganz dem „Römischen Triumph“ und den Fragen, wer, wann und aus welchem Anlass im antiken Rom einen Triumphzug abhalten durfte – mit strengem Protokoll: Zuerst kamen im Zug Beute und Gefangene, dann der Triumphator mit Opfertieren und Behördenvertretern (Lictoren und Staatsbeamten) und schließlich die Armee. Es geht aber auch um die spätere Darstellung von Triumphzügen, zum Beispiel um die Darstellung der gefangenen Thusnelda, der Ehefrau des Varus-Bezwingers Arminius. Diese prominente Geisel im Triumphzug des Germanicus war in der Historienmalerei des 18. und 19. Jahrhunderts ein beliebtes Motiv.

Der letzte Teil bietet einen Blick in die Zukunft in Form der sogenannten kontrafaktischen Geschichtsschreibung – die Geschichtsdarstellung , die sich nicht mit dem befasst, was tatsächlich geschehen ist, sondern mit dem, was geschehen wäre, wenn sich die Ereignisse anders entwickelt hätten.
Hätte Rom gesiegt, wäre die Geschichte der römischen Stützpunkte an der Lippe sicher anders verlaufen. Dann hätte sich Aliso, das heutige Haltern am See, vermutlich zu einem Zentralort in der Region entwickelt. An vielen einstigen Legionsstandorten westlich des Rheins entstanden eigenständige zivile Siedlungen. Zunächst mit Häusern in Fachwerkbauweise errichtet, wurden sie später durch Steingebäude ersetzt und zum Teil monumental ausgebaut. Alles, was städtisches römisches Leben ausmachte, erblühte auf der anderen Seite des Rheins und wäre vermutlich auch in Haltern geschehen, wenn sich die Römer nicht aus dem heutigen Nord- und Westdeutschland zurückgezogen hätten.

„Zwei Thesen halten wir mittlerweile für sehr wahrscheinlich“, so Aßkamp. „Das antike Aliso ist mit dem heutigen Haltern am See identisch. Und der Fundort im Osnabrücker Land bei Kalkriese ist nicht der Ort der Varusschlacht, sondern geht auf die Ereignisse des Jahres 15 n. Chr. rund um Germanicus zurück.“

 

Öffnungszeiten der Ausstellung Triumph ohne Sieg im LWL-Römermuseum Haltern am See:

Dienstag bis Freitag 9 bis 17 Uhr, Donnerstag bis 19 Uhr
Samstag, Sonntag, Feiertage 10 bis 18 Uhr

 

Eintrittspreise unter www.lwl-roemermuseum-haltern.de

 

Quelle: Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL)

Beitragsbild: Eingangsbereich der Ausstellung „Triumph ohne Sieg“ (Foto: LWL/T. Arendt)

 

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Ausstellung Haltern Triumph ohne Sieg

Posted by on September 15th, 2017  •  0 Comments  • 

Eingangsbereich der Ausstellung "Triumph ohne Sieg" (Foto: LWL/T. Arendt)

Triumph ohne Sieg

Neue Ausstellung über Roms Ende in Germanien – alternative Wahrheit vor 2.000 Jahren

Neun Jahre nach dem erfolgreichen Ausstellungsprojekt zur Varusschlacht wird das LWL-Römermuseum in Haltern am See wieder zum Schauplatz einer besonderen Ausstellung über die Römer im damaligen Germanien.
Der spektakuläre Triumphzug des Germanicus vor genau 2.000 Jahren in Rom am 26. Mai 17 n. Chr. und das Ende der römischen Herrschaft in Germanien bilden den Ausgangspunkt für das Ausstellungsprojekt, das der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) in seinem Römermuseum vom 2. Juni bis zum 5. November 2017 unter dem Titel „Triumph ohne Sieg. Roms Ende in Germanien“ präsentiert.

In zwei Jahren Vorbereitungszeit haben die Kuratoren mehr als 40 internationale und nationale Leihgeber für eine Zusammenarbeit gewonnen und ein faszinierendes Ausstellungskonzept erstellt. Über 250 wertvolle Kunstwerke und Artefakte aus Italien, Kroatien, der Schweiz, Slowenien, Ungarn und der Vatikanstadt sollen auf 800 Quadratmetern Ausstellungsfläche für 156 Tage diesen Triumph ohne Sieg verständlich machen.
„US-Präsident Trump hat wahrscheinlich noch nie von dem römischen Kaiser Tiberius gehört, aber gelernt hat auch er von ihm allemal“, sagte LWL-Direktor Matthias Löb am Montag (29.5.) bei der Vorstellung der Ausstellung in Haltern. „Unsere Ausstellung dreht sich um Fake news, um Niederlagen, die zu Siegen umgedeutet werden, um symbolische Politik durch Massenveranstaltungen und um alternative Wahrheit – nur eben vor 2.000 Jahren.“

Kaiser Tiberius kannte Germanien aus eigener Anschauung gut, er wusste, dass dieses Gebiet nicht reich an Bodenschätzen war und sah die erheblichen Verluste an Menschen und Material der vorhergegangenen Kriegsjahre. Auf geschickte Art hat er den dreijährigen, eigentlich nutzlosen und sieglosen Krieg seines Feldherrn Germanicus beendet und in einen Sieg umgewandelt, indem er Ende Mai 17 n.Chr. seinem Adoptivsohn einen grandiosen Triumphzug in Rom ausrichtet.

„Diese Wende bestimmt für die nächsten Jahrhunderte maßgeblich die Entwicklung der Gebiete westlich und östlich des Rheins“, so LWL-Museumsleiter Dr. Rudolf Aßkamp. „Im Westen hält römische Kultur weiter ihren Einzug, Städte werden gegründet an den Orten der ehemaligen Legionslager Xanten, Köln, Bonn, Mainz. Östlich des Rheins bleibt die germanische Bevölkerung in ihren überkommenen Stammesstrukturen gefangen, und es beginnen die sogenannten dunklen Jahrhunderte.“
Vor diesem Hintergrund werden die Besucher im ersten Teil der Ausstellung zunächst zu Zuschauern des Triumphzuges für Germanicus in Rom. Der Triumph in Rom dient als spektakulärer Fixpunkt, um die damit verbundenen Ereignisse schlaglichtartig zu beleuchten.

Der zweite Teil lenkt den Blick auf die militärischen und politischen Entwicklungen in Germanien und die Zeit vor dem vermeintlichen Sieg des Germanicus. Funde aus den römischen Lagern entlang der Lippe wie etwa Haltern am See, Holsterhausen (beide Kreis Recklinghausen), Oberaden, Beckinghausen (beide Kreis Unna), Olfen (Kreis Coesfeld) und Anreppen (Kreis Paderborn) sowie zahlreiche Exponate von weiteren Fundplätzen in Germanien veranschaulichen die römischen Okkupationsbemühungen in Germanien.

Der dritte Teil der Ausstellung widmet sich ganz dem „Römischen Triumph“ und den Fragen, wer, wann und aus welchem Anlass im antiken Rom einen Triumphzug abhalten durfte – mit strengem Protokoll: Zuerst kamen im Zug Beute und Gefangene, dann der Triumphator mit Opfertieren und Behördenvertretern (Lictoren und Staatsbeamten) und schließlich die Armee. Es geht aber auch um die spätere Darstellung von Triumphzügen, zum Beispiel um die Darstellung der gefangenen Thusnelda, der Ehefrau des Varus-Bezwingers Arminius. Diese prominente Geisel im Triumphzug des Germanicus war in der Historienmalerei des 18. und 19. Jahrhunderts ein beliebtes Motiv.

Der letzte Teil bietet einen Blick in die Zukunft in Form der sogenannten kontrafaktischen Geschichtsschreibung – die Geschichtsdarstellung , die sich nicht mit dem befasst, was tatsächlich geschehen ist, sondern mit dem, was geschehen wäre, wenn sich die Ereignisse anders entwickelt hätten.
Hätte Rom gesiegt, wäre die Geschichte der römischen Stützpunkte an der Lippe sicher anders verlaufen. Dann hätte sich Aliso, das heutige Haltern am See, vermutlich zu einem Zentralort in der Region entwickelt. An vielen einstigen Legionsstandorten westlich des Rheins entstanden eigenständige zivile Siedlungen. Zunächst mit Häusern in Fachwerkbauweise errichtet, wurden sie später durch Steingebäude ersetzt und zum Teil monumental ausgebaut. Alles, was städtisches römisches Leben ausmachte, erblühte auf der anderen Seite des Rheins und wäre vermutlich auch in Haltern geschehen, wenn sich die Römer nicht aus dem heutigen Nord- und Westdeutschland zurückgezogen hätten.

„Zwei Thesen halten wir mittlerweile für sehr wahrscheinlich“, so Aßkamp. „Das antike Aliso ist mit dem heutigen Haltern am See identisch. Und der Fundort im Osnabrücker Land bei Kalkriese ist nicht der Ort der Varusschlacht, sondern geht auf die Ereignisse des Jahres 15 n. Chr. rund um Germanicus zurück.“

 

Öffnungszeiten der Ausstellung Triumph ohne Sieg im LWL-Römermuseum Haltern am See:

Dienstag bis Freitag 9 bis 17 Uhr, Donnerstag bis 19 Uhr
Samstag, Sonntag, Feiertage 10 bis 18 Uhr

 

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Beitragsbild: Eingangsbereich der Ausstellung „Triumph ohne Sieg“ (Foto: LWL/T. Arendt)

 

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Ausstellung Haltern Triumph ohne Sieg

Posted by on September 14th, 2017  •  0 Comments  • 

Eingangsbereich der Ausstellung "Triumph ohne Sieg" (Foto: LWL/T. Arendt)

Triumph ohne Sieg

Neue Ausstellung über Roms Ende in Germanien – alternative Wahrheit vor 2.000 Jahren

Neun Jahre nach dem erfolgreichen Ausstellungsprojekt zur Varusschlacht wird das LWL-Römermuseum in Haltern am See wieder zum Schauplatz einer besonderen Ausstellung über die Römer im damaligen Germanien.
Der spektakuläre Triumphzug des Germanicus vor genau 2.000 Jahren in Rom am 26. Mai 17 n. Chr. und das Ende der römischen Herrschaft in Germanien bilden den Ausgangspunkt für das Ausstellungsprojekt, das der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) in seinem Römermuseum vom 2. Juni bis zum 5. November 2017 unter dem Titel „Triumph ohne Sieg. Roms Ende in Germanien“ präsentiert.

In zwei Jahren Vorbereitungszeit haben die Kuratoren mehr als 40 internationale und nationale Leihgeber für eine Zusammenarbeit gewonnen und ein faszinierendes Ausstellungskonzept erstellt. Über 250 wertvolle Kunstwerke und Artefakte aus Italien, Kroatien, der Schweiz, Slowenien, Ungarn und der Vatikanstadt sollen auf 800 Quadratmetern Ausstellungsfläche für 156 Tage diesen Triumph ohne Sieg verständlich machen.
„US-Präsident Trump hat wahrscheinlich noch nie von dem römischen Kaiser Tiberius gehört, aber gelernt hat auch er von ihm allemal“, sagte LWL-Direktor Matthias Löb am Montag (29.5.) bei der Vorstellung der Ausstellung in Haltern. „Unsere Ausstellung dreht sich um Fake news, um Niederlagen, die zu Siegen umgedeutet werden, um symbolische Politik durch Massenveranstaltungen und um alternative Wahrheit – nur eben vor 2.000 Jahren.“

Kaiser Tiberius kannte Germanien aus eigener Anschauung gut, er wusste, dass dieses Gebiet nicht reich an Bodenschätzen war und sah die erheblichen Verluste an Menschen und Material der vorhergegangenen Kriegsjahre. Auf geschickte Art hat er den dreijährigen, eigentlich nutzlosen und sieglosen Krieg seines Feldherrn Germanicus beendet und in einen Sieg umgewandelt, indem er Ende Mai 17 n.Chr. seinem Adoptivsohn einen grandiosen Triumphzug in Rom ausrichtet.

„Diese Wende bestimmt für die nächsten Jahrhunderte maßgeblich die Entwicklung der Gebiete westlich und östlich des Rheins“, so LWL-Museumsleiter Dr. Rudolf Aßkamp. „Im Westen hält römische Kultur weiter ihren Einzug, Städte werden gegründet an den Orten der ehemaligen Legionslager Xanten, Köln, Bonn, Mainz. Östlich des Rheins bleibt die germanische Bevölkerung in ihren überkommenen Stammesstrukturen gefangen, und es beginnen die sogenannten dunklen Jahrhunderte.“
Vor diesem Hintergrund werden die Besucher im ersten Teil der Ausstellung zunächst zu Zuschauern des Triumphzuges für Germanicus in Rom. Der Triumph in Rom dient als spektakulärer Fixpunkt, um die damit verbundenen Ereignisse schlaglichtartig zu beleuchten.

Der zweite Teil lenkt den Blick auf die militärischen und politischen Entwicklungen in Germanien und die Zeit vor dem vermeintlichen Sieg des Germanicus. Funde aus den römischen Lagern entlang der Lippe wie etwa Haltern am See, Holsterhausen (beide Kreis Recklinghausen), Oberaden, Beckinghausen (beide Kreis Unna), Olfen (Kreis Coesfeld) und Anreppen (Kreis Paderborn) sowie zahlreiche Exponate von weiteren Fundplätzen in Germanien veranschaulichen die römischen Okkupationsbemühungen in Germanien.

Der dritte Teil der Ausstellung widmet sich ganz dem „Römischen Triumph“ und den Fragen, wer, wann und aus welchem Anlass im antiken Rom einen Triumphzug abhalten durfte – mit strengem Protokoll: Zuerst kamen im Zug Beute und Gefangene, dann der Triumphator mit Opfertieren und Behördenvertretern (Lictoren und Staatsbeamten) und schließlich die Armee. Es geht aber auch um die spätere Darstellung von Triumphzügen, zum Beispiel um die Darstellung der gefangenen Thusnelda, der Ehefrau des Varus-Bezwingers Arminius. Diese prominente Geisel im Triumphzug des Germanicus war in der Historienmalerei des 18. und 19. Jahrhunderts ein beliebtes Motiv.

Der letzte Teil bietet einen Blick in die Zukunft in Form der sogenannten kontrafaktischen Geschichtsschreibung – die Geschichtsdarstellung , die sich nicht mit dem befasst, was tatsächlich geschehen ist, sondern mit dem, was geschehen wäre, wenn sich die Ereignisse anders entwickelt hätten.
Hätte Rom gesiegt, wäre die Geschichte der römischen Stützpunkte an der Lippe sicher anders verlaufen. Dann hätte sich Aliso, das heutige Haltern am See, vermutlich zu einem Zentralort in der Region entwickelt. An vielen einstigen Legionsstandorten westlich des Rheins entstanden eigenständige zivile Siedlungen. Zunächst mit Häusern in Fachwerkbauweise errichtet, wurden sie später durch Steingebäude ersetzt und zum Teil monumental ausgebaut. Alles, was städtisches römisches Leben ausmachte, erblühte auf der anderen Seite des Rheins und wäre vermutlich auch in Haltern geschehen, wenn sich die Römer nicht aus dem heutigen Nord- und Westdeutschland zurückgezogen hätten.

„Zwei Thesen halten wir mittlerweile für sehr wahrscheinlich“, so Aßkamp. „Das antike Aliso ist mit dem heutigen Haltern am See identisch. Und der Fundort im Osnabrücker Land bei Kalkriese ist nicht der Ort der Varusschlacht, sondern geht auf die Ereignisse des Jahres 15 n. Chr. rund um Germanicus zurück.“

 

Öffnungszeiten der Ausstellung Triumph ohne Sieg im LWL-Römermuseum Haltern am See:

Dienstag bis Freitag 9 bis 17 Uhr, Donnerstag bis 19 Uhr
Samstag, Sonntag, Feiertage 10 bis 18 Uhr

 

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Beitragsbild: Eingangsbereich der Ausstellung „Triumph ohne Sieg“ (Foto: LWL/T. Arendt)

 

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Ausstellung Haltern Triumph ohne Sieg

Posted by on September 13th, 2017  •  0 Comments  • 

Eingangsbereich der Ausstellung "Triumph ohne Sieg" (Foto: LWL/T. Arendt)

Triumph ohne Sieg

Neue Ausstellung über Roms Ende in Germanien – alternative Wahrheit vor 2.000 Jahren

Neun Jahre nach dem erfolgreichen Ausstellungsprojekt zur Varusschlacht wird das LWL-Römermuseum in Haltern am See wieder zum Schauplatz einer besonderen Ausstellung über die Römer im damaligen Germanien.
Der spektakuläre Triumphzug des Germanicus vor genau 2.000 Jahren in Rom am 26. Mai 17 n. Chr. und das Ende der römischen Herrschaft in Germanien bilden den Ausgangspunkt für das Ausstellungsprojekt, das der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) in seinem Römermuseum vom 2. Juni bis zum 5. November 2017 unter dem Titel „Triumph ohne Sieg. Roms Ende in Germanien“ präsentiert.

In zwei Jahren Vorbereitungszeit haben die Kuratoren mehr als 40 internationale und nationale Leihgeber für eine Zusammenarbeit gewonnen und ein faszinierendes Ausstellungskonzept erstellt. Über 250 wertvolle Kunstwerke und Artefakte aus Italien, Kroatien, der Schweiz, Slowenien, Ungarn und der Vatikanstadt sollen auf 800 Quadratmetern Ausstellungsfläche für 156 Tage diesen Triumph ohne Sieg verständlich machen.
„US-Präsident Trump hat wahrscheinlich noch nie von dem römischen Kaiser Tiberius gehört, aber gelernt hat auch er von ihm allemal“, sagte LWL-Direktor Matthias Löb am Montag (29.5.) bei der Vorstellung der Ausstellung in Haltern. „Unsere Ausstellung dreht sich um Fake news, um Niederlagen, die zu Siegen umgedeutet werden, um symbolische Politik durch Massenveranstaltungen und um alternative Wahrheit – nur eben vor 2.000 Jahren.“

Kaiser Tiberius kannte Germanien aus eigener Anschauung gut, er wusste, dass dieses Gebiet nicht reich an Bodenschätzen war und sah die erheblichen Verluste an Menschen und Material der vorhergegangenen Kriegsjahre. Auf geschickte Art hat er den dreijährigen, eigentlich nutzlosen und sieglosen Krieg seines Feldherrn Germanicus beendet und in einen Sieg umgewandelt, indem er Ende Mai 17 n.Chr. seinem Adoptivsohn einen grandiosen Triumphzug in Rom ausrichtet.

„Diese Wende bestimmt für die nächsten Jahrhunderte maßgeblich die Entwicklung der Gebiete westlich und östlich des Rheins“, so LWL-Museumsleiter Dr. Rudolf Aßkamp. „Im Westen hält römische Kultur weiter ihren Einzug, Städte werden gegründet an den Orten der ehemaligen Legionslager Xanten, Köln, Bonn, Mainz. Östlich des Rheins bleibt die germanische Bevölkerung in ihren überkommenen Stammesstrukturen gefangen, und es beginnen die sogenannten dunklen Jahrhunderte.“
Vor diesem Hintergrund werden die Besucher im ersten Teil der Ausstellung zunächst zu Zuschauern des Triumphzuges für Germanicus in Rom. Der Triumph in Rom dient als spektakulärer Fixpunkt, um die damit verbundenen Ereignisse schlaglichtartig zu beleuchten.

Der zweite Teil lenkt den Blick auf die militärischen und politischen Entwicklungen in Germanien und die Zeit vor dem vermeintlichen Sieg des Germanicus. Funde aus den römischen Lagern entlang der Lippe wie etwa Haltern am See, Holsterhausen (beide Kreis Recklinghausen), Oberaden, Beckinghausen (beide Kreis Unna), Olfen (Kreis Coesfeld) und Anreppen (Kreis Paderborn) sowie zahlreiche Exponate von weiteren Fundplätzen in Germanien veranschaulichen die römischen Okkupationsbemühungen in Germanien.

Der dritte Teil der Ausstellung widmet sich ganz dem „Römischen Triumph“ und den Fragen, wer, wann und aus welchem Anlass im antiken Rom einen Triumphzug abhalten durfte – mit strengem Protokoll: Zuerst kamen im Zug Beute und Gefangene, dann der Triumphator mit Opfertieren und Behördenvertretern (Lictoren und Staatsbeamten) und schließlich die Armee. Es geht aber auch um die spätere Darstellung von Triumphzügen, zum Beispiel um die Darstellung der gefangenen Thusnelda, der Ehefrau des Varus-Bezwingers Arminius. Diese prominente Geisel im Triumphzug des Germanicus war in der Historienmalerei des 18. und 19. Jahrhunderts ein beliebtes Motiv.

Der letzte Teil bietet einen Blick in die Zukunft in Form der sogenannten kontrafaktischen Geschichtsschreibung – die Geschichtsdarstellung , die sich nicht mit dem befasst, was tatsächlich geschehen ist, sondern mit dem, was geschehen wäre, wenn sich die Ereignisse anders entwickelt hätten.
Hätte Rom gesiegt, wäre die Geschichte der römischen Stützpunkte an der Lippe sicher anders verlaufen. Dann hätte sich Aliso, das heutige Haltern am See, vermutlich zu einem Zentralort in der Region entwickelt. An vielen einstigen Legionsstandorten westlich des Rheins entstanden eigenständige zivile Siedlungen. Zunächst mit Häusern in Fachwerkbauweise errichtet, wurden sie später durch Steingebäude ersetzt und zum Teil monumental ausgebaut. Alles, was städtisches römisches Leben ausmachte, erblühte auf der anderen Seite des Rheins und wäre vermutlich auch in Haltern geschehen, wenn sich die Römer nicht aus dem heutigen Nord- und Westdeutschland zurückgezogen hätten.

„Zwei Thesen halten wir mittlerweile für sehr wahrscheinlich“, so Aßkamp. „Das antike Aliso ist mit dem heutigen Haltern am See identisch. Und der Fundort im Osnabrücker Land bei Kalkriese ist nicht der Ort der Varusschlacht, sondern geht auf die Ereignisse des Jahres 15 n. Chr. rund um Germanicus zurück.“

 

Öffnungszeiten der Ausstellung Triumph ohne Sieg im LWL-Römermuseum Haltern am See:

Dienstag bis Freitag 9 bis 17 Uhr, Donnerstag bis 19 Uhr
Samstag, Sonntag, Feiertage 10 bis 18 Uhr

 

Eintrittspreise unter www.lwl-roemermuseum-haltern.de

 

Quelle: Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL)

Beitragsbild: Eingangsbereich der Ausstellung „Triumph ohne Sieg“ (Foto: LWL/T. Arendt)

 

Weitere Ausstellungen im Ruhrgebiet finden


Römermuseum Haltern am See

Posted by on September 12th, 2017  •  0 Comments  • 

Immer sonntags zwischen 14 und 16 Uhr stehen Fachleute direkt in der Ausstellung als "Live Speaker" für Fragen zur Verfügung. Foto: LWL/ T. Arendt

LWL-Römermuseum Haltern am See – Ein Museum für die ganze Familie in dem sich das Leben der Römer vor 2000 Jahren lebhaft entdecken lässt

Auf den Spuren römischer Legionäre

Das Römermuseum Haltern am See eignet sich perfekt als Ausflugsziel für Familien mit Kindern. Denn anders als in vielen anderen Museen NRW ist hier anfassen und mitmachen ausdrücklich erwünscht. Hier kann man lebendig erfahren, wie die Legionäre damals lebten. Was ein Legionär damals so zu buckeln hatte, spürt man merklich, wenn man mit schwerem Marschgepäck auf dem Rücken durch das Museum stiefelt. Auch das Einritzen von Wörtern in das Wachs der originalgetreuen Schreibtafeln wird insbesondere bei Kindern große Augen ins Gesicht zaubern.

Sind das wirklich 15.000 Minilegionäre auf ihrem Weg in die Varusschlacht? Foto: LWL-Römermuseum

Sind das wirklich 15.000 Minilegionäre auf ihrem Weg in die Varusschlacht? Foto: LWL-Römermuseum

Das heutige Römermuseum steht an der Stelle in Haltern am See, an der die Römer vor circa 2000 Jahren ihr Feldlager errichtet hatten. Circa 28 Jahre lang lagerten die Römer hier in Westfalen und nutzten die Lippe als Transportweg zur Versorgung der Legionen sowie als Handelsweg, denn damals konnte auf der Lippe noch Schiffe fahren. Das Römerlager Haltern war damals einer der wichtigsten Stützpunkte des mächtigen Römischen Reiches. Von hier aus planten und organisierten die Römer ihre Feldzüge.

Das Römermuseum Haltern am See zeigt den Besuchern die Resultate von über 100 Jahren archäologischer Forschungsarbeiten. Die Ausgrabungen von römischen Militärstandorten an der Lippe und des Römerlagers in Haltern am See bilden die Basis für das heutige Museum, das Geschichte zum Anfassen präsentiert. Im Jahr 1993 wurde durch den Landschaftsverband Westfalen-Lippe das Römermuseum in Haltern am See eröffnet. Ehemalige Befestigungsanlagen geben dem Standort ein authentisches Gesicht. Auf einer Ausstellungsfläche von rund 1000 Quadratmetern wird die römisch-germanische Geschichte mithilfe vieler Exponate den Besuchern sehr lebendig vermittelt.

 

Das Römermuseum ist barrierefrei und bietet für Menschen mit besonderen Bedürfnissen zudem museumspädagogische Angebote. In einem regelmäßigen Turnus werden auch Führungen für gehörlose Menschen angeboten.

 

LWL-Römerbaustelle Aliso

Auf der Römerbaustelle ist der Eintritt am Tag des offenen Denkmals kostenlos. Foto: LWL/Brentführer

Auf der Römerbaustelle ist der Eintritt am Tag des offenen Denkmals kostenlos.
Foto: LWL/Brentführer

Bei dem Römerlager Aliso handelt es sich um eine Römerbaustelle, auf der Überreste einer römischen Militäranlage sowie originalgetreu rekonstruierte Bauten besichtigt werden können. Dazu gehören Spitzgraben, Holz-Erdemauer und Westtor. Das Römerlager Aliso erstreckt sich direkt hinter dem LWL-Römermuseum in einem Archäologischen Park auf einer Fläche von rund 5 Hektar. Anhand von zahlreichen Modellen, Markierungen und Rekonstruktionen, lässt sich ein realistischer Eindruck gewinnen, unter welchen Bedingungen die Legionäre in der Zeit um Christi Geburt gelebt und gearbeitet haben. Das Besondere an dieser Baustelle ist, dass diese nicht nur die Bauten der damalige Zeit widerspiegelt, sondern dass diese auch mit den damals gängigen Materialien, Werkzeugen und Handwerkstechniken errichtet wurde.

 

 

Eintrittspreise der Sonderausstellung inklusive der Römerbaustelle Aliso

Erwachsene: 8,- €, ermäßigt 4,- €

Kinder und Jugendliche von 6 bis 17 Jahren: 3,- €

Kinder unter 6 Jahre: Eintritt frei

Familientageskarte: 18,- €

Gruppenermäßigung für erwachsene Besucher ab 16 Personen: 7,-€

Gruppenermäßigung für Schüler im Klassenverbund: 2,50 €

Ein Audioguide ist kann zum Preis von 2,- € entliehen werden.

Einblicke in den römischen Alltag – im LWL-Römermuseum. Foto: LWL-Römermuseum/J. Hähnel

Einblicke in den römischen Alltag – im LWL-Römermuseum.
Foto: LWL-Römermuseum/J. Hähnel

Öffnungszeiten LWL-Römermuseum Haltern am See:

dienstags bis freitags 9:00 Uhr bis 17:00 Uhr, donnerstags bis 19:00 Uhr

samstags, sonntags sowie an Feiertagen von 10:00 Uhr bis 18:00 Uhr

 


Aktuelle Veranstaltungen LWL-Römermuseum Haltern am See:

Von Workshops für Kinder und Jugendliche in den Ferien über interessante Themenführungen für Erwachsene bis hin zu informativen Schulprogrammen und Sonderveranstaltungen reicht die Angebotspalette in diesem Museum im Ruhrgebiet. Ein absolutes Highlight sind die leider nur circa alle 2 Jahre stattfindenden Römertage.

Seit dem 02. Juni 2017 ist die Sonderausstellung „Triumph ohne Sieg – Roms Ende in Germanien“ zu begutachten. Noch bis zum 05. November 2017 widmet sich die Ausstellung der Niederlage gegen die Germanen bei der Schlacht im Teutoburger Wald – der Varusschlacht.

 

Weseler Straße 100
Haltern am See,Nordrhein-Westfalen45721Deutschland
Keine anstehenden Veranstaltungen. Zeige alle Veranstaltungen an diesem Veranstaltungsort

 

Beitragsbild:Immer sonntags zwischen 14 und 16 Uhr stehen Fachleute direkt in der Ausstellung als „Live Speaker“ für Fragen zur Verfügung.
Foto: LWL/ T. Arendt

Weitere interessante Museen, die sich als Ausflugsziel für die gesamte Familie eignen finden Sie unter Museen im Ruhrgebiet und NRW

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Römisches Wochenende Xanten Im APX fliegen die Späne

Posted by on September 3rd, 2017  •  0 Comments  • 

Römisches Wochenende Xanten

Im APX fliegen die Späne

Am 2. und 3. September 2017 erwartet die Besucher wieder lebendiges römisches Handwerk im LVR-Archäologischen Park Xanten. In der Herberge öffnen Schuhmacher und Knochenschnitzer ihre Werkstätten. Dort fliegen auch die Späne, wenn nach römischer Manier Holz verarbeitet wird. Unter fachkundiger Anleitung können kleine Gäste mit Hobel, Beil und Raspel Spielzeugmesser herstellen.

Auch in den  Handwerkerhäusern entstehen persönliche Andenken, wenn die Weberinnen in die alte Kunst des Bändchenwebens einführen. Kinder und Erwachsene sind eingeladen, selbst Hand anzulegen und ganz nach eigenem Geschmack bunte Bänder anzufertigen. Bei kostenlosen Führungen am Samstag erfahren neugierige Besucher den aktuellen Stand der Ausgrabungen im antiken Wohnviertel an der Herberge. Alle Aktionen finden von 11 bis 17 Uhr statt.

 

Es gelten die normalen Eintrittspreise LVR-Archäologischer Park Xanten / LVR-RömerMuseum.

Quelle: LVR-Archäologischer Park Xanten / LVR-RömerMuseum

RRrFoto: © Axel Thünker DGPh


Malerische Antike

Posted by on Juni 11th, 2017  •  0 Comments  • 

Malerische Antike

Römisches Wochenende im LVR-Archäologischen Park Xanten

Am kommenden Wochenende präsentiert ein römischer Maler die Farbigkeit der Antike im LVR-Archäologischen Park Xanten. Die Besucher sind eingeladen, Schritt für Schritt das traditionelle Anfertigen der Farben und das Kolorieren eines Grabsteinabgusses zu verfolgen. Kleine Gäste können mit den frisch angerührten Naturfarben römische Motive auf Pappe ausmalen. Zum Gestalten mit eigenen Händen laden auch die Werkstätten der Schmiede, Schuhmacher und Knochenschnitzer ein. Außerdem gibt es bei einer kleinen Präsentation rund ums römische Backen Kostproben aus dem römischen Ofen. Vom Kornmahlen über die Zubereitung des Teiges bis zum knusprigen Finish können die Besucher mitmachen und ofenfrische Brötchen genießen.

Alle Aktionen finden von 11 bis 17 Uhr statt.

Quelle: LVR-Archäologischer Park Xanten / LVR-RömerMuseum

Beitragsbild: Das LVR-RömerMuseum im Archäologischen Park Xanten Foto: Axel Thünker DGPh

 

Eintritt Archäologischer Park & LVR-RömerMuseum

Erwachsene: 9 €, ermäßigt 6 €
Kinder & Jugendliche unter 18 Jahren: frei