Klangkosmos Archives - Aktuelle Veranstaltungen im Ruhrgebiet

Eine frische Stimme der klassischen persischen Musik

Posted by on September 25th, 2018  •  0 Comments  • 

Eine frische Stimme der klassischen persischen Musik

Einmal mehr lädt der Klangkosmos Weltmusik Interessierte dazu ein, mit Ihren Ohren in fremde, spannende, faszinierende und bis dato „ungehörte“ Klangwelten zu reisen. In der neuen Saison von September 2018 bis Juni 2019 werden Abstecher nach Asien, Europa, Südamerika und in die schillernde Inselwelt des Indischen Ozeans gemacht. Dabei wird den Hörorganen Einiges geboten: Starke Stimmen und außergewöhnliche Instrumente entführen in quirlige Städte und stille Bergwelten, Tradition verbindet sich mit Moderne, Gemeinsamkeiten, aber auch Unterschiede in Spielweisen werden deutlich.

Zum Saisonauftakt geht die Reise am Dienstag, 25. September (18 Uhr, Lutherkirche) nach Vorderasien, in einen Staat, der zu den größten und bevölkerungsreichsten der Welt zählt – den Iran. Zu den musikalischen Schätzen des Landes gehört zweifelsohne die klassische persische Musik. Sie ist meditativ, vor allem geprägt durch den tiefen und zarten Ton der viersaitigen Laute Setar, die Töne, labyrinthische Melodien, Erfahrungen mit der Natur und mystische Überzeugungen zu einem harmonischen Ganzen kombiniert.

Die Sängerin Sepideh Raissadat kam 1980 in Teheran auf die Welt, im Jahr nach der islamischen Revolution. Die Rechte der Frauen wurden stark eingeschränkt, Künstlerinnen durften beispielsweise nicht öffentlich solistisch auftreten.

Doch Sepideh entdeckte schon früh ihre Leidenschaft für Musik und begann als Neunjährige damit, Radif – das Repertoire der persischen klassischen Musik – bei der berühmten persischen Sängerin Parissa zu studieren. Danach wurde sie u. a. von Mohammad-Reza Lotfi unterrichtet, einem der bekanntesten Setarspieler persischer klassischer Musik. Im Laufe der Zeit lockerte der Iran seine Beschränkungen etwas, so dass Sepideh 1999 die erste Sängerin war, die mit einem Mann öffentlich im Duett auftrat. Ihr Partner war der berühmte Musiker und Komponist Parviz Meshkatian, mit dem sie auch ihr erstes Album (Konj-e Saburi, 2000) aufnahm.

Nach Abschluss ihres Studiums der Malerei im Iran studierte sie Musikwissenschaften an der Universität von Bologna. Sie trat im Vatikan auf und spielte mit namhaften italienischen Musikern, Konzerte und Sendungen der BBC machten sie europaweit bekannt. In Kanada konzertierte sie erfolgreich solistisch und mit dem Ensemble Constantinople. Dort setzte Sepideh Raissadat ihre Studien der Ethonomusikologie in den vergangenen Jahren fort, begann mit der Erforschung vorislamischer persischer Musik und arbeitet als eine weltweit anerkannte Spezialistin augenblicklich an ihrer Promotion mit dem Forschungsschwerpunkt sassanidische Musik.

Im Klangkosmos wird die charismatische Sängerin mit der samtenen Stimme von zwei Meistermusikern begleitet – ihrer ehemaligen Studienkollegin, der Perkussionistin Bahareh Moghtadei aus Teheran an der Tombak (Bechertrommel), und dem in Europa lebenden Violinisten Eskandar Abadi.

Das Konzert von Sepideh Raissadat beginnt um 18 Uhr in der Lutherkirche (Martin-Luther-Straße 27b, 59065 Hamm), der Eintritt ist wie immer frei!

Quelle: für das Kulturbüro der Stadt Hamm

Foto: Sepideh Raissadat © Roshanak Bahramlou


Klangkosmos Hamm Mande-Musiktradition

Posted by on September 5th, 2017  •  0 Comments  • 

Zeitgenössische Interpretationen der uralten Mande-Musiktradition

„Ich bin dann mal weg!“ Spannende wie klanglich außergewöhnliche Reiseziele auf vier Kontinenten und einem Inselstaat werden in der neuen Klangkosmos-Saison von September 2017 bis zum Juni 2018 immer dienstags um 18 Uhr in der Lutherkirche angesteuert. Im Zentrum steht die persönliche Begegnung mit Musikern von nah und fern, die ihre kulturellen Schätze in lebendigen Konzerten vor Ort präsentieren. Alt und neu sind dabei keine Gegensätze, sondern sorgen für den Erhalt und das Weiterleben von Traditionen.

Die erste Reise der neuen Saison führt am Dienstag, 5. September auf den afrikanischen Kontinent – nach Mali.

Hier beginnt der Tag meist mit Musik: die Rufe der Muezzins erschallen und wenig später vermischen sich die Klänge der Morgensendung der lokalen Radiostation mit den täglichen Alltagsarbeiten. Kaum eine andere traditionelle Musik kann sich mit der Malis messen und die Malier sind zu Recht stolz auf die Schönheit ihrer Melodien. Hohes Ansehen genießen daher auch die hiesigen Musiker, Griots oder auch Jelis genannt. Sie sind Bewahrer und Hüter von Geschichte und Wissen, Literatur und Musik. Griot ist die französische Bezeichnung der Musikerkasten Westafrikas, deren Rolle mit denen der Troubadoure in Europa vergleichbar ist.

Den größten Bevölkerungsanteil Malis stellen die Mande-Völker – mehrheitlich im Süden des Landes beheimatet – zu denen u. a. die Bambara, Malinke und Dioula (Jula) gehören. Seit dem Frühmittelalter standen Griots in den großen Reichen der Mande im Dienst wohlhabender Persönlichkeiten, von Herrschern und religiösen Führern, waren geschätzte und vertrauenswürdige Botschafter und Ratgeber. Auf diese Zeit geht das Wirken der bedeutenden Griot-Familien zurück, in denen Männer die Instrumente spielen und die Frauen singen.

 

Trio Da Kali

Dieser Tradition folgt das Trio Da Kali mit Sängerin, Balafon-Meister (ein in Westafrika sehr verbreitetes Xylofon) und Bass Ngoni-Spieler (Spieß-Langhalslaute). Die drei haben es sich zur Aufgabe gemacht, das uralte, traditionelle Repertoire zeitgenössisch zu interpretieren. Sie sind Sprachrohre einer friedlichen Bewegung, die die Weisheiten ihrer Vorfahren in einen unendlichen Melodienfluss verwandeln und mit der subtilen Kraft der Poesie und einem unverwechselbaren Rhythmus die Menschen weltweit erreichen und begeistern.

Sängerin Hawa Kassè Mady Diabaté ist die Tochter des legendären Kassé Mady Diabaté und wird dank ihrer reichen, eindrucksvollen Stimme und ihrem natürlichen Vibrato gern mit Mahalia Jackson verglichen. Künstlerischer Leiter des Ensembles und Balafon-Meister Lassana Diabaté hat schon mit vielen bedeutenden Künstlern Westafrikas gespielt, darunter auch in Toumani Diabatés Symmetric Orchestra. Jüngstes Mitglied des Trios ist Mamadou Kouyaté, der seinem Vater Bassekou in seinen Ngoni-Künsten in nichts nachsteht. Und genau wie er webt er zeitgenössische Emotionen in die uralten Traditionen.

Seit seiner Gründung hat das Trio Da Kali in vielen großen Konzerthallen der Welt gespielt: 2012 in der Royal Albert Hall bei den BBC Proms, den traditionsreichen Londoner Sommer-Promenadenkonzerten. 2013 folgten dann Konzerte mit Toumani Diabaté am Theater de la Ville in Paris und in der Royal Festival Hall als Teil des London Jazz Festivals. 2015 unternahmen sie in Großbritannien die Making Tracks Tour, gefolgt von zahlreichen Auftritten auf den großen Weltmusik-Festivals in Europa und Afrika.

Das Konzert des Trio da Kali beginnt um 18 Uhr in der Lutherkirche (Martin-Luther-Straße 27b, 59065 Hamm), der Eintritt ist wie immer frei!

Quelle: Kulturbüro der Stadt Hamm

Foto: © Youri Lenquette