Bochum Veranstaltungen Archives - Aktuelle Veranstaltungen im Ruhrgebiet

Alle meine Söhne

Posted by on Juli 15th, 2017  •  0 Comments  • 

ALLE MEINE SÖHNE

VON ARTHUR MILLER | REGIE: ANSELM WEBER

Joe Kellers Welt ist das Werk seiner Hände: der sorgenlose Wohlstand seiner Familie, die Firma, der Platz in der Gemeinschaft. Alles hat er sich selbst aufgebaut, mit Anstand, harter Arbeit und Treue zu sich selbst. Fast vergessen das Unglück, das die Familie vor drei Jahren heimsuchte: Larry, der ältere Sohn, hat im Krieg als Kampfpilot gekämpft; er gilt seit dieser Zeit als vermisst. Nur seine Mutter Kate ist überzeugt davon, dass er noch lebt. So beginnt ein heißer Tag im August. An diesem Tag will Chris, der jüngere Sohn, Larrys ehemalige Verlobte Ann als seine zukünftige Braut vorstellen. Er muss seine Mutter davon überzeugen, dass Larry tot ist. Und Joe Keller muss eine Entdeckung verhindern, die seine ganze Welt zum Einstürzen bringen würde. An diesem Tag wird Joe Keller sterben. Arthur Millers berühmtes Drama zeigt eine moderne Familiengeschichte mit der schicksalhaften Unausweichlichkeit einer antiken Tragödie.
© Schauspielhaus Bochum

Kampf des Negers und der Hunde

Posted by on Juli 15th, 2017  •  0 Comments  • 

Kampf des Negers und der Hunde

von Bernard-Marie Koltès

Bernard-Marie Koltès entwirft ein Gesellschaftspanorama, das aktueller nicht sein könnte. Drei in die Fremde geworfene Figuren sind plötzlich gezwungen, sich mit ihren wankenden Weltbildern auseinanderzusetzen. Werden sie zur Rede gestellt, scheinen nichts als Feuerwerkskörper die Antwort auf brennende Fragen zu sein: Baustellenleiter Horn und Ingenieur Cal leben an einem isolierten und von Wachtürmen gesicherten Ort, der ihnen fremd ist. Eigentlich sind sie hier, um ein angefangenes Projekt zu Ende zu bringen, doch dazu wird es nicht mehr kommen. Ein Eindringling namens Alboury, der hier ursprünglich zu Hause ist, fordert viel mehr als Horn und Cal bieten können. Wie aus einem schwarzen Angstraum heraus scheinen mehr als 1000 Augen auf die drei zu blicken und ihr Gewissen zu quälen. Während der altersmüde Horn zunächst noch als Vermittler auftritt, sich dann aber viel besser darin gefällt, seiner viel zu jungen und extra angereisten Geliebten ein noch nie gesehenes Spektakel darzubieten, lässt sich Kollege Cal als Rassist der neuen Schule von fehlgeleiteten Instinkten treiben.

© Schauspielhaus Bochum

 


Biedermann und die Brandstifter

Posted by on Juli 14th, 2017  •  0 Comments  • 

BIEDERMANN UND DIE BRANDSTIFTER

VON MAX FRISCH | REGIE: HASKO WEBER

Gottlieb Biedermann und seine Frau Babette sind wirkliche Gutbürger. Bieten sie doch dem arbeits- und wohnungslosen Ringer Schmitz Obdach. Und als sich ein ungutes Gefühl einschleichen will, bleiben die Biedermanns tapfer. So findet sich auch für Schmitz‘ Freund Eisenring eine Bleibe. Abwegig, dass die neuen, so verständnisvollen Mitbewohner etwas mit den jüngsten Bränden zu tun haben. Und Benzin und Holzwolle, gleichwohl sie so gut zündeln, kann schließlich jeder gut gebrauchen, der doch deshalb nicht gleich ein Brandstifter ist!
Das „Lehrstück ohne Lehre“ von 1953, oft als Analogie zur ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts gelesen, entzieht sich bis heute einer monokausalen Lesart. Welches gleichsam totalitäre System – ob in Gestalt von scheinbar unbeirrter Rechtschaffenheit oder radikaler Impertinenz – um seine Glaubwürdigkeit ringt, liegt im Auge des Betrachters. Regisseur Hasko Weber zieht zudem das Nachspiel hinzu, um welches Max Frisch sein Stück 1958 ergänzte. Vorgeblich eine konkrete Analyse über Verdrängung und Verschleierung von Mittäterschaft nach dem Zweiten Weltkrieg, legt es als Vexierspiel die vielfache Umdeutung von Teilhabe und Widerstand offen.
© Schauspielhaus Bochum

Der zerbrochene Krug

Posted by on Juli 14th, 2017  •  0 Comments  • 

DER ZERBROCHNE KRUG

VON HEINRICH VON KLEIST | REGIE: ANSELM WEBER

Ein Krug ist zerbrochen. Frau Marthe, Besitzerin des Kruges, beschuldigt Ruprecht, das Gefäß zerbrochen zu haben. Ruprecht gibt jedoch zu Protokoll, dass er beobachtet habe, wie ein Fremder in das Haus eingebrochen sei und es dann wieder fluchtartig verlassen habe. Dabei sei der Krug zu Bruch gegangen. Er wittert einen Betrug und beschimpft die eigene Verlobte, ihn mit einem anderen zu hintergehen. Ruprecht glaubt, dass der Unbekannte der Geliebte seiner Verlobten Eve war. Eve, die Tochter der Frau Marthe, schweigt zu den Vorwürfen. Dorfrichter Adam, mit einer großen Platzwunde am Kopf, ist wenig bemüht, Licht ins Dunkel zu bringen. Denn wie sich herausstellt, war er selbst der Übeltäter, der sich Eve des Nachts aufgedrängt hat. So sitzt er über einen Fall zu Gericht, in dem er selbst der Täter ist.
Die Rolle des Dorfrichters Adam übernimmt Dietmar Bär, der u. a. bereits in „Gift. Eine Ehegeschichte“, „Vor Sonnenaufgang“ und „Aus dem bürgerlichen Heldenleben“ am Schauspielhaus Bochum zu sehen war.
© Schauspielhaus Bochum

Der Steppenwolf

Posted by on Juli 13th, 2017  •  0 Comments  • 

Der Steppenwolf

nach dem Roman von Hermann Hesse

Harry Haller ist ein einsamer Steppenwolf. Gerade ist er Untermieter in einem ordentlichen Haus geworden und hat sich mit seinen staubigen Büchern in die Mansarde zurückgezogen. Er geht nicht oft aus, trifft keine Menschen. Nur ab und an unterhält er sich kurz mit seinen Vermietern. Harry leidet an der von Umbruch, Orientierungslosigkeit und kleinbürgerlicher Angst getriebenen Zeit, die sich einen neuen Krieg geradezu herbeizusehnen scheint. Schließlich wird sein Welt-Ekel so groß, dass er beschließt, sich beim nächsten Anlass ein Messer in die Pulsadern zu stechen. Doch zuvor flüchtet sich Harry in eine schäbige Weinstube, um dem Drang, sich das Leben zu nehmen, mit billigem Wein zu betäuben. Da begegnet er der lebenslustigen und nicht ganz durchschaubaren Hermine. Sie erkennt gleich, dass Harry in einem bejammernswerten Zustand ist und dringend eine Aufmunterung braucht. Mit Hermines Hilfe bekommt Harry Zutritt zu einer gänzlich anderen Gesellschaft. Hier lernt er zu tanzen und zu lieben – und erhält schließlich den ersehnten Einlass in das „Magische Theater“.

© Schauspielhaus Bochum


Gefährliche Liebschaften

Posted by on Juli 12th, 2017  •  0 Comments  • 

Gefährliche Liebschaften

von Christopher Hampton, nach dem Roman von Choderlos de Laclos

Paris. Kurz vor der französischen Revolution. Die Marquise de Merteuil spielt ein riskantes Spiel mit der Liebe. Aus purer Lust an der Zerstörung knüpft sie gefährliche Liebschaften, die die Menschen, die sie verkuppelt, zu Grunde richten. Im Vicomte de Valmont, ihrem ehemaligen Geliebten, findet sie einen kongenialen Verbündeten. Die beiden schließen eine Wette ab: Schafft er es, der verheirateten, überaus tugendhaften Madame de Tourvel die Ehre zu nehmen, soll eine Liebesnacht mit der Marquise der Preis sein. Bald aber werden die beiden selbst Opfer der Ereignisse, die sie lostraten. Das Theaterstück von Christopher Hampton adaptiert den weltberühmten Briefroman von Choderlos de Laclos. Libertins des ausgehenden 18. Jahrhunderts tanzen darin einen artistischen Drahtseilakt über dem Abgrund ihrer Begierden. Doch ihr Versprechen von der freien Liebe scheitert am wahrhaftigen Liebesgefühl zu einem einzigen Menschen. Eine dekadente Gesellschaft kurz vor dem Untergang. Ungebremst und in einem selbstzerstörerischen Rausch aus Lust und Liebe, aus Menschenverachtung und Manipulation rast sie auf den Abgrund zu.

© Schauspielhaus Bochum


Arc de Triomphe

Posted by on Juli 11th, 2017  •  0 Comments  • 

Arc de Triomphe

nach dem Roman von Erich Maria Remarque

Kate: In welchem Jahrhundert möchten Sie leben, wenn Sie es sich aussuchen könnten?
Ravic: In diesem. Es ist das lausigste, blutigste, korrupteste, farbloseste, feigste und dreckigste soweit. Aber trotzdem.

Paris 1938. Der deutsche Arzt Ravic ist auf der Flucht vor der Gestapo in Paris untergetaucht, er lebt und praktiziert dort illegal, ohne Papiere, ohne Zulassung. Um sich sein Leben zu finanzieren, übernimmt er die schwierigsten Operationen für andere Ärzte und riskiert damit Tag für Tag die Ausweisung. Auf einem seiner nächtlichen Streifzüge lernt er die Schauspielerin Joan Madou kennen, die neu in Paris und ebenso fremd und verloren ist wie er. Zwischen ihnen entspinnt sich eine Amour fou am Vorabend des Zweiten Weltkrieges. Sie lieben und streiten sich leidenschaftlich, sie leben intensiv, denn sie wissen nicht, wie viel Zeit ihnen noch bleibt. Und dann taucht plötzlich der Gestapo-Agent Haake in Paris auf, der Ravics Geliebte Sybil tötete und ihn folterte. Er schwört Rache und macht sich auf die Suche nach seinem Peiniger.
Während sich in ganz Europa die Konflikte mit den Nationalsozialisten zuspitzen, sind die Menschen in Paris noch auf der Suche nach dem guten Leben. Viele sind auf der Durchreise und warten auf ein Visum nach Amerika. Tagtäglich werden die Anzeichen für den bevorstehenden Kriegsausbruch deutlicher. Erich Maria Remarque hat mit „Arc de Triomphe“ ein vielschichtiges Figurenpanorama geschrieben. Nach „Im Westen nichts Neues“ ist dieser Roman über einen deutschen Flüchtling in Paris Erich Maria Remarques zweiter literarischer Welterfolg. Wir spielen die für diese Inszenierung entstandene Theaterfassung von Stefan Wipplinger und Fabian Gerhardt.

© Schauspielhaus Bochum


Alle meine Söhne

Posted by on Juli 11th, 2017  •  0 Comments  • 

ALLE MEINE SÖHNE

VON ARTHUR MILLER | REGIE: ANSELM WEBER

Joe Kellers Welt ist das Werk seiner Hände: der sorgenlose Wohlstand seiner Familie, die Firma, der Platz in der Gemeinschaft. Alles hat er sich selbst aufgebaut, mit Anstand, harter Arbeit und Treue zu sich selbst. Fast vergessen das Unglück, das die Familie vor drei Jahren heimsuchte: Larry, der ältere Sohn, hat im Krieg als Kampfpilot gekämpft; er gilt seit dieser Zeit als vermisst. Nur seine Mutter Kate ist überzeugt davon, dass er noch lebt. So beginnt ein heißer Tag im August. An diesem Tag will Chris, der jüngere Sohn, Larrys ehemalige Verlobte Ann als seine zukünftige Braut vorstellen. Er muss seine Mutter davon überzeugen, dass Larry tot ist. Und Joe Keller muss eine Entdeckung verhindern, die seine ganze Welt zum Einstürzen bringen würde. An diesem Tag wird Joe Keller sterben. Arthur Millers berühmtes Drama zeigt eine moderne Familiengeschichte mit der schicksalhaften Unausweichlichkeit einer antiken Tragödie.
© Schauspielhaus Bochum

Über meine Leiche

Posted by on Juli 10th, 2017  •  0 Comments  • 

Über meine Leiche

VON STEFAN HORNBACH
REGIE: ANNE LIEBTRAU

Friedrich ist ein junger Mann mit keinen besonderen Talenten. Er ist schüchtern und will nur eins: leben. Und dafür bleibt ihm vielleicht nicht mehr viel Zeit, denn Friedrich hat Krebs. Jana dagegen ist stark, selbstbewusst und gesund, aber sie will nicht mehr leben. Gegensätzlicher könnten die beiden also nicht sein. Und während Friedrich um sein Leben kämpft und sich von Jana leiten lässt, zeigt er ihr, wie man stirbt. Allmählich entschwindet ihm das Bewusstsein und am Ende weiß man nicht, ob nicht alles nur ein fiebriger Traum ist.

Stefan Hornbach beschreibt in seinem Debütstück, das mit dem Osnabrücker Dramatikerpreis 2015 ausgezeichnet wurde, das Erwachsenwerden. Sein poetisches Stück erzählt mit abgründigem Witz und großer Kraft nicht vom Tod, nicht einmal vom Sterben, sondern vom Leben und Lebenwollen. Anne Liebtrau zeigt dieses humorvoll tiefgründige Stück in ihrer ersten Inszenierung im Theater Unten.

Blog:
Schauspielerin Bettina Engelhardt spielt in dieser Inszenierung die Mutter des Protagonisten Friedrich und schreibt während der Probenzeit einen Blog über die entstehende Inszenierung.

© Schauspielhaus Bochum

Der zerbrochene Krug

Posted by on Juli 10th, 2017  •  0 Comments  • 

DER ZERBROCHNE KRUG

VON HEINRICH VON KLEIST | REGIE: ANSELM WEBER

Ein Krug ist zerbrochen. Frau Marthe, Besitzerin des Kruges, beschuldigt Ruprecht, das Gefäß zerbrochen zu haben. Ruprecht gibt jedoch zu Protokoll, dass er beobachtet habe, wie ein Fremder in das Haus eingebrochen sei und es dann wieder fluchtartig verlassen habe. Dabei sei der Krug zu Bruch gegangen. Er wittert einen Betrug und beschimpft die eigene Verlobte, ihn mit einem anderen zu hintergehen. Ruprecht glaubt, dass der Unbekannte der Geliebte seiner Verlobten Eve war. Eve, die Tochter der Frau Marthe, schweigt zu den Vorwürfen. Dorfrichter Adam, mit einer großen Platzwunde am Kopf, ist wenig bemüht, Licht ins Dunkel zu bringen. Denn wie sich herausstellt, war er selbst der Übeltäter, der sich Eve des Nachts aufgedrängt hat. So sitzt er über einen Fall zu Gericht, in dem er selbst der Täter ist.
Die Rolle des Dorfrichters Adam übernimmt Dietmar Bär, der u. a. bereits in „Gift. Eine Ehegeschichte“, „Vor Sonnenaufgang“ und „Aus dem bürgerlichen Heldenleben“ am Schauspielhaus Bochum zu sehen war.
© Schauspielhaus Bochum

Biedermann und die Brandstifter

Posted by on Juli 9th, 2017  •  0 Comments  • 

BIEDERMANN UND DIE BRANDSTIFTER

VON MAX FRISCH | REGIE: HASKO WEBER

Gottlieb Biedermann und seine Frau Babette sind wirkliche Gutbürger. Bieten sie doch dem arbeits- und wohnungslosen Ringer Schmitz Obdach. Und als sich ein ungutes Gefühl einschleichen will, bleiben die Biedermanns tapfer. So findet sich auch für Schmitz‘ Freund Eisenring eine Bleibe. Abwegig, dass die neuen, so verständnisvollen Mitbewohner etwas mit den jüngsten Bränden zu tun haben. Und Benzin und Holzwolle, gleichwohl sie so gut zündeln, kann schließlich jeder gut gebrauchen, der doch deshalb nicht gleich ein Brandstifter ist!
Das „Lehrstück ohne Lehre“ von 1953, oft als Analogie zur ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts gelesen, entzieht sich bis heute einer monokausalen Lesart. Welches gleichsam totalitäre System – ob in Gestalt von scheinbar unbeirrter Rechtschaffenheit oder radikaler Impertinenz – um seine Glaubwürdigkeit ringt, liegt im Auge des Betrachters. Regisseur Hasko Weber zieht zudem das Nachspiel hinzu, um welches Max Frisch sein Stück 1958 ergänzte. Vorgeblich eine konkrete Analyse über Verdrängung und Verschleierung von Mittäterschaft nach dem Zweiten Weltkrieg, legt es als Vexierspiel die vielfache Umdeutung von Teilhabe und Widerstand offen.
© Schauspielhaus Bochum

Der zerbrochene Krug

Posted by on Juli 9th, 2017  •  0 Comments  • 

DER ZERBROCHNE KRUG

VON HEINRICH VON KLEIST | REGIE: ANSELM WEBER

Ein Krug ist zerbrochen. Frau Marthe, Besitzerin des Kruges, beschuldigt Ruprecht, das Gefäß zerbrochen zu haben. Ruprecht gibt jedoch zu Protokoll, dass er beobachtet habe, wie ein Fremder in das Haus eingebrochen sei und es dann wieder fluchtartig verlassen habe. Dabei sei der Krug zu Bruch gegangen. Er wittert einen Betrug und beschimpft die eigene Verlobte, ihn mit einem anderen zu hintergehen. Ruprecht glaubt, dass der Unbekannte der Geliebte seiner Verlobten Eve war. Eve, die Tochter der Frau Marthe, schweigt zu den Vorwürfen. Dorfrichter Adam, mit einer großen Platzwunde am Kopf, ist wenig bemüht, Licht ins Dunkel zu bringen. Denn wie sich herausstellt, war er selbst der Übeltäter, der sich Eve des Nachts aufgedrängt hat. So sitzt er über einen Fall zu Gericht, in dem er selbst der Täter ist.
Die Rolle des Dorfrichters Adam übernimmt Dietmar Bär, der u. a. bereits in „Gift. Eine Ehegeschichte“, „Vor Sonnenaufgang“ und „Aus dem bürgerlichen Heldenleben“ am Schauspielhaus Bochum zu sehen war.
© Schauspielhaus Bochum

Kampf des Negers und der Hunde

Posted by on Juli 8th, 2017  •  0 Comments  • 

Kampf des Negers und der Hunde

von Bernard-Marie Koltès

Bernard-Marie Koltès entwirft ein Gesellschaftspanorama, das aktueller nicht sein könnte. Drei in die Fremde geworfene Figuren sind plötzlich gezwungen, sich mit ihren wankenden Weltbildern auseinanderzusetzen. Werden sie zur Rede gestellt, scheinen nichts als Feuerwerkskörper die Antwort auf brennende Fragen zu sein: Baustellenleiter Horn und Ingenieur Cal leben an einem isolierten und von Wachtürmen gesicherten Ort, der ihnen fremd ist. Eigentlich sind sie hier, um ein angefangenes Projekt zu Ende zu bringen, doch dazu wird es nicht mehr kommen. Ein Eindringling namens Alboury, der hier ursprünglich zu Hause ist, fordert viel mehr als Horn und Cal bieten können. Wie aus einem schwarzen Angstraum heraus scheinen mehr als 1000 Augen auf die drei zu blicken und ihr Gewissen zu quälen. Während der altersmüde Horn zunächst noch als Vermittler auftritt, sich dann aber viel besser darin gefällt, seiner viel zu jungen und extra angereisten Geliebten ein noch nie gesehenes Spektakel darzubieten, lässt sich Kollege Cal als Rassist der neuen Schule von fehlgeleiteten Instinkten treiben.

© Schauspielhaus Bochum

 


Alle meine Söhne

Posted by on Juli 8th, 2017  •  0 Comments  • 

ALLE MEINE SÖHNE

VON ARTHUR MILLER | REGIE: ANSELM WEBER

Joe Kellers Welt ist das Werk seiner Hände: der sorgenlose Wohlstand seiner Familie, die Firma, der Platz in der Gemeinschaft. Alles hat er sich selbst aufgebaut, mit Anstand, harter Arbeit und Treue zu sich selbst. Fast vergessen das Unglück, das die Familie vor drei Jahren heimsuchte: Larry, der ältere Sohn, hat im Krieg als Kampfpilot gekämpft; er gilt seit dieser Zeit als vermisst. Nur seine Mutter Kate ist überzeugt davon, dass er noch lebt. So beginnt ein heißer Tag im August. An diesem Tag will Chris, der jüngere Sohn, Larrys ehemalige Verlobte Ann als seine zukünftige Braut vorstellen. Er muss seine Mutter davon überzeugen, dass Larry tot ist. Und Joe Keller muss eine Entdeckung verhindern, die seine ganze Welt zum Einstürzen bringen würde. An diesem Tag wird Joe Keller sterben. Arthur Millers berühmtes Drama zeigt eine moderne Familiengeschichte mit der schicksalhaften Unausweichlichkeit einer antiken Tragödie.
© Schauspielhaus Bochum

Homo Empathicus

Posted by on Juli 8th, 2017  •  0 Comments  • 

HOMO EMPATHICUS

VON REBEKKA KRICHELDORF | REGIE: THOMAS LADWIG

Stellen wir uns eine Welt vor, in der es keine sozialen Hierarchien gibt, in der Diskriminierung undenkbar ist, das Geschlecht Privatsache, Arbeitslosigkeit eine neue Chance und der Tod Gelegenheit, kleineren Lebewesen als Nahrung zu dienen. In dieser Welt leben ein „Hygienespezialisiertes“, das für das Reinigen öffentlicher Toiletten geschätzt und bewundert wird, ein „Wegsprechendes“, das Konflikte in Euphemismen ertränkt, und viele andere achtsame, gendergerechte und vor allem empathische Menschen. Die Gesellschaft, die die zeitgenössische Dramatikerin Rebekka Kricheldorf skizziert, ist geprägt von unbedingter Harmonie und zwanghafter Selbstoptimierung. Denn der Traum einer besseren Welt erfordert einen besseren Menschen: einen Homo Empathicus. „Der Mensch ist ein Kuscheltier“, heißt es hier. Aber stimmt das? Kann ein friedliches Zusammenleben gelingen? Oder liegt Aggressivität gegenüber dem Fremden in der Natur des Menschen? Diesen Fragen stellt sich Regisseur Thomas Ladwig gemeinsam mit elf Schauspielstudierenden der Folkwang Universität der Künste.
IN ZUSAMMENARBEIT MIT DER FOLKWANG UNIVERSITÄT DER KÜNSTE
© Schauspielhaus Bochum

Bochum

Posted by on Juli 7th, 2017  •  0 Comments  • 

Bochum

EIN SINGSPIEL VON LUTZ HÜBNER
MIT LIEDERN VON HERBERT GRÖNEMEYER
REGIE: BARBARA HAUCK
MUSIKALISCHE LEITUNG: TORSTEN KINDERMANN

Nach vielen Jahrzehnten schließt die Kneipe und Lotte, die Frau hinterm Tresen, hat ihre Sachen schon gepackt. Die Band baut ab, die letzten Gäste gehen, nur Sandra, Ralf, Peter und Roger, die hier schon 1984 ihr Abitur begossen haben, wollen noch ein Glas trinken. Also spendiert Lotte eine letzte Runde und stellt dreißig Schnäpse auf die Theke. Für jedes Jahr einen. Der Alkohol löst die Zungen. Er beschwört Träume, Gespenster und gute Geister der zurückliegenden Jahre herauf. Und wenn Worte nicht mehr reichen, wird gesungen: schöne und traurige Lieder, Mut machende Hymnen und beschwingte Songs der Enttäuschung.

Autor Lutz Hübner (u. a. „Richtfest“) hat das Libretto zu diesem Singspiel geschrieben und Musiker Torsten Kindermann hat dazu die schönsten und bekanntesten, aber auch fast vergessene Lieder des berühmtesten aus Bochum stammenden Künstlers für das Ensemble arrangiert: Lieder von Herbert Grönemeyer.

Weitere Termine in Planung!
Auch in dieser Spielzeit sind Vorstellungen von „Bochum“ geplant. Wenn Sie sich für den E-Mail-Versand unseres Spielplans als PDF anmelden, sind Sie rechtzeitig zum Vorverkaufsbeginn über unsere Termine informiert.

© Schauspielhaus Bochum


Der Steppenwolf

Posted by on Juli 7th, 2017  •  0 Comments  • 

Der Steppenwolf

nach dem Roman von Hermann Hesse

Harry Haller ist ein einsamer Steppenwolf. Gerade ist er Untermieter in einem ordentlichen Haus geworden und hat sich mit seinen staubigen Büchern in die Mansarde zurückgezogen. Er geht nicht oft aus, trifft keine Menschen. Nur ab und an unterhält er sich kurz mit seinen Vermietern. Harry leidet an der von Umbruch, Orientierungslosigkeit und kleinbürgerlicher Angst getriebenen Zeit, die sich einen neuen Krieg geradezu herbeizusehnen scheint. Schließlich wird sein Welt-Ekel so groß, dass er beschließt, sich beim nächsten Anlass ein Messer in die Pulsadern zu stechen. Doch zuvor flüchtet sich Harry in eine schäbige Weinstube, um dem Drang, sich das Leben zu nehmen, mit billigem Wein zu betäuben. Da begegnet er der lebenslustigen und nicht ganz durchschaubaren Hermine. Sie erkennt gleich, dass Harry in einem bejammernswerten Zustand ist und dringend eine Aufmunterung braucht. Mit Hermines Hilfe bekommt Harry Zutritt zu einer gänzlich anderen Gesellschaft. Hier lernt er zu tanzen und zu lieben – und erhält schließlich den ersehnten Einlass in das „Magische Theater“.

© Schauspielhaus Bochum


A Tribute to Johnny Cash

Posted by on Juli 6th, 2017  •  0 Comments  • 

A TRIBUTE TO JOHNNY CASH

EINE MUSIKALISCHE SPURENSUCHE
REGIE: ARNE NOBEL

Johnny Cash, the Duke of Country; es dürfte kaum einen anderen Musiker geben, der einen ähnlich ikonenhaften Charakter für die Pop-Musik und den amerikanischen Traum – und zwar die hellen und die dunklen Seiten – besitzt wie Johnny Cash. Er war erfolgreicher Countrymusiker, Mann der Religion, tablettensüchtiger Raufbold, Bewahrer amerikanischer Traditionen und schließlich Kultfigur für die junge Generation – ein Mann voller Widersprüche. Doch nur wenige Helden der amerikanischen Musikgeschichte vereinen diese Widersprüche dermaßen zwanglos. Er vermied in seinen Liedern die Gemeinplätze seines Genres, spielte im Weißen Haus keine gefälligen Patrioten-Nummern und besang im Folsom Prison oder in St. Quentin keine heile Welt. So bleibt von ihm mehr als nur sein berühmter „Boom-Chicka-Boom“-Sound – „We’ll meet again…“.
© Schauspielhaus Bochum

Gefährliche Liebschaften

Posted by on Juli 5th, 2017  •  0 Comments  • 

Gefährliche Liebschaften

von Christopher Hampton, nach dem Roman von Choderlos de Laclos

Paris. Kurz vor der französischen Revolution. Die Marquise de Merteuil spielt ein riskantes Spiel mit der Liebe. Aus purer Lust an der Zerstörung knüpft sie gefährliche Liebschaften, die die Menschen, die sie verkuppelt, zu Grunde richten. Im Vicomte de Valmont, ihrem ehemaligen Geliebten, findet sie einen kongenialen Verbündeten. Die beiden schließen eine Wette ab: Schafft er es, der verheirateten, überaus tugendhaften Madame de Tourvel die Ehre zu nehmen, soll eine Liebesnacht mit der Marquise der Preis sein. Bald aber werden die beiden selbst Opfer der Ereignisse, die sie lostraten. Das Theaterstück von Christopher Hampton adaptiert den weltberühmten Briefroman von Choderlos de Laclos. Libertins des ausgehenden 18. Jahrhunderts tanzen darin einen artistischen Drahtseilakt über dem Abgrund ihrer Begierden. Doch ihr Versprechen von der freien Liebe scheitert am wahrhaftigen Liebesgefühl zu einem einzigen Menschen. Eine dekadente Gesellschaft kurz vor dem Untergang. Ungebremst und in einem selbstzerstörerischen Rausch aus Lust und Liebe, aus Menschenverachtung und Manipulation rast sie auf den Abgrund zu.

© Schauspielhaus Bochum


Kampf des Negers und der Hunde

Posted by on Juli 5th, 2017  •  0 Comments  • 

Kampf des Negers und der Hunde

von Bernard-Marie Koltès

Bernard-Marie Koltès entwirft ein Gesellschaftspanorama, das aktueller nicht sein könnte. Drei in die Fremde geworfene Figuren sind plötzlich gezwungen, sich mit ihren wankenden Weltbildern auseinanderzusetzen. Werden sie zur Rede gestellt, scheinen nichts als Feuerwerkskörper die Antwort auf brennende Fragen zu sein: Baustellenleiter Horn und Ingenieur Cal leben an einem isolierten und von Wachtürmen gesicherten Ort, der ihnen fremd ist. Eigentlich sind sie hier, um ein angefangenes Projekt zu Ende zu bringen, doch dazu wird es nicht mehr kommen. Ein Eindringling namens Alboury, der hier ursprünglich zu Hause ist, fordert viel mehr als Horn und Cal bieten können. Wie aus einem schwarzen Angstraum heraus scheinen mehr als 1000 Augen auf die drei zu blicken und ihr Gewissen zu quälen. Während der altersmüde Horn zunächst noch als Vermittler auftritt, sich dann aber viel besser darin gefällt, seiner viel zu jungen und extra angereisten Geliebten ein noch nie gesehenes Spektakel darzubieten, lässt sich Kollege Cal als Rassist der neuen Schule von fehlgeleiteten Instinkten treiben.

© Schauspielhaus Bochum

 


Arc de Triomphe

Posted by on Juli 4th, 2017  •  0 Comments  • 

Arc de Triomphe

nach dem Roman von Erich Maria Remarque

Kate: In welchem Jahrhundert möchten Sie leben, wenn Sie es sich aussuchen könnten?
Ravic: In diesem. Es ist das lausigste, blutigste, korrupteste, farbloseste, feigste und dreckigste soweit. Aber trotzdem.

Paris 1938. Der deutsche Arzt Ravic ist auf der Flucht vor der Gestapo in Paris untergetaucht, er lebt und praktiziert dort illegal, ohne Papiere, ohne Zulassung. Um sich sein Leben zu finanzieren, übernimmt er die schwierigsten Operationen für andere Ärzte und riskiert damit Tag für Tag die Ausweisung. Auf einem seiner nächtlichen Streifzüge lernt er die Schauspielerin Joan Madou kennen, die neu in Paris und ebenso fremd und verloren ist wie er. Zwischen ihnen entspinnt sich eine Amour fou am Vorabend des Zweiten Weltkrieges. Sie lieben und streiten sich leidenschaftlich, sie leben intensiv, denn sie wissen nicht, wie viel Zeit ihnen noch bleibt. Und dann taucht plötzlich der Gestapo-Agent Haake in Paris auf, der Ravics Geliebte Sybil tötete und ihn folterte. Er schwört Rache und macht sich auf die Suche nach seinem Peiniger.
Während sich in ganz Europa die Konflikte mit den Nationalsozialisten zuspitzen, sind die Menschen in Paris noch auf der Suche nach dem guten Leben. Viele sind auf der Durchreise und warten auf ein Visum nach Amerika. Tagtäglich werden die Anzeichen für den bevorstehenden Kriegsausbruch deutlicher. Erich Maria Remarque hat mit „Arc de Triomphe“ ein vielschichtiges Figurenpanorama geschrieben. Nach „Im Westen nichts Neues“ ist dieser Roman über einen deutschen Flüchtling in Paris Erich Maria Remarques zweiter literarischer Welterfolg. Wir spielen die für diese Inszenierung entstandene Theaterfassung von Stefan Wipplinger und Fabian Gerhardt.

© Schauspielhaus Bochum


Der Herr der Fliegen

Posted by on Juli 4th, 2017  •  0 Comments  • 

Schulen in Bewegung 2017

Der Herr der Fliegen

Von William Golding für die Bühne eingerichtet von Nigel Williams

Genreübergreifendes Theaterprojekt mit sechs Bochumer Schulen aller Schulformen
Künstlerische Leitung: Martina van Boxen

„Irre!“, ruft Ralph aus. Eine Gruppe Minderjähriger findet sich nach einem Flugzeugabsturz plötzlich auf einer unbewohnten Insel inmitten des Pazifiks wieder. Doch das Gefühl der Freiheit hält nicht lange an. Die Ungewissheit darüber, ob sie gerettet werden, zwingt die Jugendlichen, sich mit der neuen Situation vertraut zu machen. Schnell zeigt sich, dass die Vorstellungen über Gemeinschaft innerhalb der Gruppe gegensätzlicher nicht sein könnten. Während sich Piggy um eine liberale Ordnung innerhalb der Gruppe bemüht, versucht Jack die Gruppe unter ihr Kommando zu bringen. Die Wahl zum Anführer fällt jedoch auf Ralph. Sichtlich gekränkt, lässt Jack keinen Zweifel daran, dass sie Ralph diese Position nicht widerspruchslos überlassen wird. Wann immer sich ihr die Möglichkeit bietet, sorgt sie dafür, dass sich die Konflikte innerhalb der Gruppe verschärfen. Bis sich schließlich zwei feindliche Fraktionen gegenüberstehen, deren Gefolgschaft jeweils einen Teil der Insel für sich beanspruchen. Um ihre Überlegenheit zu demonstrieren, macht die Gruppe um Jack schließlich auch vor blutiger Gewalt nicht Halt.

William Golding stellt in seinem erstmals 1954 veröffentlichten Roman zwei unvereinbare Wahrheiten gegenüber. Am Beispiel der heranwachsenden Jugendlichen zeigt der Autor, wie sich ein totalitäres System etablieren und soziale Bemühungen verdrängen kann. Golding beschreibt jene Gewalt, die aus Interessenskonflikten resultiert und schließlich in extremistische Gesinnungen mündet. Verursacht durch die reale Existenzbedrohung, der die Minderjährigen ausgesetzt sind, wird die ursprüngliche Unschuld der Kinder in ihr Gegenteil verkehrt.

Schulen in Bewegung
Sechs Bochumer Schulen, sechs verschiedene Schulformen, sechs Monate vom ersten Treffen bis zur Premiere, etwa 80 Schüler, 7 Gruppen, 14 Künstler und Mitarbeiter des Schauspielhauses, ca. 130 Probestunden: das ist „Schulen in Bewegung“! Unter der Leitung von freien Künstlern und Profis aus dem Schauspielhaus Bochum erarbeiten alle Teilnehmer gemeinsam ein genreübergreifendes Theaterstück. In den Arbeitsgruppen Schauspiel, Tanz, Musik, Bühnenbild, Kostüm, Multimedia und PR sowie Video durchmischen sich Schüler aller Schulformen. Vorurteile, Ängste und Stigmatisierungen werden mit Hilfe künstlerischer Arbeit abgebaut. Die Proben zu „Schulen in Bewegung“ beginnen im Januar 2017, zum Abschluss wird das Ergebnis am 8. Juni 2017 in den Kammerspielen des Schauspielhauses Bochum aufgeführt.

© Schauspielhaus Bochum

 


Der Herr der Fliegen

Posted by on Juli 3rd, 2017  •  0 Comments  • 

Schulen in Bewegung 2017

Der Herr der Fliegen

Von William Golding für die Bühne eingerichtet von Nigel Williams

Genreübergreifendes Theaterprojekt mit sechs Bochumer Schulen aller Schulformen
Künstlerische Leitung: Martina van Boxen

„Irre!“, ruft Ralph aus. Eine Gruppe Minderjähriger findet sich nach einem Flugzeugabsturz plötzlich auf einer unbewohnten Insel inmitten des Pazifiks wieder. Doch das Gefühl der Freiheit hält nicht lange an. Die Ungewissheit darüber, ob sie gerettet werden, zwingt die Jugendlichen, sich mit der neuen Situation vertraut zu machen. Schnell zeigt sich, dass die Vorstellungen über Gemeinschaft innerhalb der Gruppe gegensätzlicher nicht sein könnten. Während sich Piggy um eine liberale Ordnung innerhalb der Gruppe bemüht, versucht Jack die Gruppe unter ihr Kommando zu bringen. Die Wahl zum Anführer fällt jedoch auf Ralph. Sichtlich gekränkt, lässt Jack keinen Zweifel daran, dass sie Ralph diese Position nicht widerspruchslos überlassen wird. Wann immer sich ihr die Möglichkeit bietet, sorgt sie dafür, dass sich die Konflikte innerhalb der Gruppe verschärfen. Bis sich schließlich zwei feindliche Fraktionen gegenüberstehen, deren Gefolgschaft jeweils einen Teil der Insel für sich beanspruchen. Um ihre Überlegenheit zu demonstrieren, macht die Gruppe um Jack schließlich auch vor blutiger Gewalt nicht Halt.

William Golding stellt in seinem erstmals 1954 veröffentlichten Roman zwei unvereinbare Wahrheiten gegenüber. Am Beispiel der heranwachsenden Jugendlichen zeigt der Autor, wie sich ein totalitäres System etablieren und soziale Bemühungen verdrängen kann. Golding beschreibt jene Gewalt, die aus Interessenskonflikten resultiert und schließlich in extremistische Gesinnungen mündet. Verursacht durch die reale Existenzbedrohung, der die Minderjährigen ausgesetzt sind, wird die ursprüngliche Unschuld der Kinder in ihr Gegenteil verkehrt.

Schulen in Bewegung
Sechs Bochumer Schulen, sechs verschiedene Schulformen, sechs Monate vom ersten Treffen bis zur Premiere, etwa 80 Schüler, 7 Gruppen, 14 Künstler und Mitarbeiter des Schauspielhauses, ca. 130 Probestunden: das ist „Schulen in Bewegung“! Unter der Leitung von freien Künstlern und Profis aus dem Schauspielhaus Bochum erarbeiten alle Teilnehmer gemeinsam ein genreübergreifendes Theaterstück. In den Arbeitsgruppen Schauspiel, Tanz, Musik, Bühnenbild, Kostüm, Multimedia und PR sowie Video durchmischen sich Schüler aller Schulformen. Vorurteile, Ängste und Stigmatisierungen werden mit Hilfe künstlerischer Arbeit abgebaut. Die Proben zu „Schulen in Bewegung“ beginnen im Januar 2017, zum Abschluss wird das Ergebnis am 8. Juni 2017 in den Kammerspielen des Schauspielhauses Bochum aufgeführt.

© Schauspielhaus Bochum

 


Hagar

Posted by on Juli 2nd, 2017  •  0 Comments  • 

Hagar

Eine Globe Opera Performance von kainkollektiv

Inszenierung, Text & Musikalische Leitung: kainkollektiv (Fabian Lettow, Mirjam Schmuck) – Bühne und Kostüme: Zdravka Ivandija Kirgin – Musik: Raums Nordholt-Frieling – Produktionsleitung: Mina Novakova, Christina Schabert – Dramaturgie: Mina Novakova sowie in Begleitung von Antoine Effroy, Catherine Jodoin, David Guy Kino, Bianca Künzel, Florian Lauss, Kristina Peters, Kerstin Pohle, Simin Soraya, Edith Voges und Nana Tchuinang.

 


Alle meine Söhne

Posted by on Juli 2nd, 2017  •  0 Comments  • 

ALLE MEINE SÖHNE

VON ARTHUR MILLER | REGIE: ANSELM WEBER

Joe Kellers Welt ist das Werk seiner Hände: der sorgenlose Wohlstand seiner Familie, die Firma, der Platz in der Gemeinschaft. Alles hat er sich selbst aufgebaut, mit Anstand, harter Arbeit und Treue zu sich selbst. Fast vergessen das Unglück, das die Familie vor drei Jahren heimsuchte: Larry, der ältere Sohn, hat im Krieg als Kampfpilot gekämpft; er gilt seit dieser Zeit als vermisst. Nur seine Mutter Kate ist überzeugt davon, dass er noch lebt. So beginnt ein heißer Tag im August. An diesem Tag will Chris, der jüngere Sohn, Larrys ehemalige Verlobte Ann als seine zukünftige Braut vorstellen. Er muss seine Mutter davon überzeugen, dass Larry tot ist. Und Joe Keller muss eine Entdeckung verhindern, die seine ganze Welt zum Einstürzen bringen würde. An diesem Tag wird Joe Keller sterben. Arthur Millers berühmtes Drama zeigt eine moderne Familiengeschichte mit der schicksalhaften Unausweichlichkeit einer antiken Tragödie.
© Schauspielhaus Bochum

Hagar

Posted by on Juli 2nd, 2017  •  0 Comments  • 

HAGAR

EINE GLOBE OPERA PERFORMANCE VON KAINKOLLEKTIV | KÜNSTLERISCHE LEITUNG: KAINKOLLEKTIV

Hagar, ‚die Fremde‘, ist eine für Christentum, Judentum und Islam gleichermaßen wichtige Figur. Als ägyptische Magd und Neben-Frau Abrahams gebiert sie diesem einen Sohn, Ismael, während Abraham mit seiner Frau Sara kinderlos bleibt. Als Sara doch schwanger wird und Isaak gebiert, werden Hagar und Ismael verstoßen und fliehen in die Wüste. Ismael, Stammvater der Araber, wird Prophet der islamischen, Isaak Protagonist der jüdisch-christlichen Welt. Die Geschichte der drei Religionen ist damit auch als verwickelte Familiengeschichte lesbar.

In Kooperation mit Kulturvereinen und Gemeinden verschiedener Konfessionen und Nationalitäten in Bochum entwickelt kainkollektiv eine zeitgenössische Globe Opera: Zwischen szenischem Konzert, begehbarer Installation und Opern-Performance wird in „Hagar“ der Theaterraum zur Versammlungsstätte, in der sich die lokal-globale Weltfamilie (Bochums) selbst begegnet. Was heißt es heute, in Bochum zusammen zu leben, zu singen, zu beten? Während die Verwicklungen der Gegenwart ins Unabsehbare wuchern, inszeniert kainkollektiv ein Familienfest unter fremden Verwandten und entfernten Nachbarn. Hagar ist die Schutzpatronin dieser Zusammenkunft, in der die lokale Weltgesellschaft zu sich selbst kommt, indem sie sich fremd wird: Welcome home, all you beautiful strangers!

© Schauspielhaus Bochum

Kurze Interviews mit fiesen Männern

Posted by on Juli 1st, 2017  •  0 Comments  • 

KURZE INTERVIEWS MIT FIESEN MÄNNERN

VON DAVID FOSTER WALLACE
REGIE: MONIKA GIES

David Foster Wallace beschreibt in seinen Kurzgeschichten Figuren am Abgrund. Die „fiesen“ Männer sprechen ihre dunkelsten und politisch unkorrektesten Gedanken aus. Geschickt spielt Wallace mit dem Klischee, dass Männer nur das eine und Frauen nur das andere wollen. Mit seinen fiktiven Interviews erzählt er Geschichten, bei denen einem das Lachen im Halse stecken bleibt. Er lässt die Männer über komplizierte Verführungsstrategien schwadronieren und mit Lust von der Arbeit in einem öffentlichen WC berichten. Ein Dritter fragt sich, was den Mensch zum Menschen macht, und zieht dabei zweifelhafte Schlüsse hinsichtlich einer Vergewaltigung. Und eine junge Frau ergeht sich in Selbstzweifeln über ihr Können im Bett. In ihrer ersten Inszenierung zeigt Monika Gies im Theater Unten einen Beziehungskosmos, in dem die Protagonisten ihre Ängste zu verbergen suchen oder ihre Höhenflüge selbstbewusst zur Schau stellen.
© Schauspielhaus Bochum

Verbrechen und Strafe

Posted by on Juli 1st, 2017  •  0 Comments  • 

VERBRECHEN UND STRAFE

NACH DEM ROMAN VON FJODOR M. DOSTOJEWSKI
REGIE: JAN KLATA

Unter welchen Bedingungen darf ein Mensch einen anderen Menschen töten? Gibt es eine höhere Seinsstufe, die einem das Recht verleiht, über das Leben eines anderen zu richten? Der Jurastudent Rodion Romanowitsch Raskolnikow glaubt, dass die Natur oder die Geschichte einigen Auserwählten dieses Überlegenheitsrecht verliehen habe: Napoleon zum Beispiel, oder ihm selbst. Und um sich zu beweisen, dass kein Gewissen und keine Moral ihn in die Knie zwingen können, tritt er den Selbstversuch an und erschlägt eine alte Pfandleiherin mit einem Beil. Es soll der perfekte Mord werden und Raskolnikow will ungestraft und frei von Gewissensbissen weiterleben.
Dostojewskis Roman ist eine der größten Kriminalgeschichten der Weltliteratur und erzählt von Größenwahn, Schuld und Reue. Der zunächst unter dem Titel „Schuld und Sühne“ bekannt gewordene Text erhielt im Zuge der hochgepriesenen Neuübersetzung von Swetlana Geier einen neuen Titel, der viel näher an der eigentlichen Wortbedeutung des russischen Originals liegt. Die Figur des Raskolnikow spielt Jana Schulz, die zum ersten Mal mit Jan Klata arbeitet.
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Der Steppenwolf

Posted by on Juni 30th, 2017  •  0 Comments  • 

Der Steppenwolf

nach dem Roman von Hermann Hesse

Harry Haller ist ein einsamer Steppenwolf. Gerade ist er Untermieter in einem ordentlichen Haus geworden und hat sich mit seinen staubigen Büchern in die Mansarde zurückgezogen. Er geht nicht oft aus, trifft keine Menschen. Nur ab und an unterhält er sich kurz mit seinen Vermietern. Harry leidet an der von Umbruch, Orientierungslosigkeit und kleinbürgerlicher Angst getriebenen Zeit, die sich einen neuen Krieg geradezu herbeizusehnen scheint. Schließlich wird sein Welt-Ekel so groß, dass er beschließt, sich beim nächsten Anlass ein Messer in die Pulsadern zu stechen. Doch zuvor flüchtet sich Harry in eine schäbige Weinstube, um dem Drang, sich das Leben zu nehmen, mit billigem Wein zu betäuben. Da begegnet er der lebenslustigen und nicht ganz durchschaubaren Hermine. Sie erkennt gleich, dass Harry in einem bejammernswerten Zustand ist und dringend eine Aufmunterung braucht. Mit Hermines Hilfe bekommt Harry Zutritt zu einer gänzlich anderen Gesellschaft. Hier lernt er zu tanzen und zu lieben – und erhält schließlich den ersehnten Einlass in das „Magische Theater“.

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Die Nibelungen

Posted by on Juni 29th, 2017  •  0 Comments  • 

DIE NIBELUNGEN

VON FRIEDRICH HEBBEL | REGIE: ROGER VONTOBEL

Roger Vontobel inszenierte für das Schauspielhaus ein fünfstündiges Theatererlebnis, das in zwei Pausen von szenischen Installationen und einem vielfältigen Beiprogramm flankiert wird. Im Zentrum steht das mittelhochdeutsche Nibelungenlied, aus dem Friedrich Hebbel 1862 eine Trilogie geschrieben hat, die in dem alten Sagenstoff archetypische Konflikte freilegt: Liebe, Betrug, Verrat und Mord.
Der durch ein Bad im Drachenblut nahezu unverletzbare Siegfried möchte die schöne Kriemhild heiraten. Zuvor aber muss er für den König der Burgunder, Kriemhilds Bruder, die stärkste Frau der Welt bezwingen und sie dem König Gunter gefügig machen. Als die Täuschung auffliegt, scheint Brunhild endgültig gebrochen. Sie fordert Rache, die Hagen im Dienste der Staatssicherheit ausführt. Hinterlistig entlockt er Kriemhild das Geheimnis von Siegfrieds verletzlicher Stelle und ersticht den Helden hinterrücks auf der Jagd. Die Familie versucht den Mord zu vertuschen, doch Kriemhild pocht auf Wahrheit und Recht. Um ihre Hoffnung betrogen, entsteht eine Leere und Ohnmacht, der sie durch einen fanatischen Amok zu entkommen versucht.
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Nalu und das Polymeer

Posted by on Juni 28th, 2017  •  0 Comments  • 

NALU UND DAS POLYMEER

EIN STÜCK MUSIKTHEATER VON MARTINA VAN BOXEN AB 9 JAHREN | REGIE: MARTINA VAN BOXEN

„Irgendwann in nicht allzu ferner Zukunft, inmitten eines unermesslichen Ozeans, lebt auf einer Insel ein Mädchen.“ Nalu ist ihr Name. Wenige tauchen so gut wie sie. Nur wer tief tauchen kann, dem gelingt es, das lebensnotwendige PI zu finden. Denn davon ernähren sich die Inselbewohner, daraus stellen sie ihre Kleidung her, ja, daraus sind sogar ihre Häuser gemacht. Doch Nalu kommt immer öfter mit leeren Händen von ihren Tauchgängen zurück. Und die Insel, ebenfalls aus PI, beginnt langsam zu schrumpfen. Da entdeckt Nalu im Meer etwas, das sie noch nie zuvor gesehen hat. Etwas, das nicht PI ist!

Eigens von Martina van Boxen für das Junge Schauspielhaus geschrieben und inszeniert, geht das Team in diesem Stück der Frage nach, was wäre, wenn eine Umweltkatastrophe unermesslichen Ausmaßes unseren Planeten derart verändert hätte, dass Plastik der einzige verfügbare Rohstoff wäre, mit dem sich die Menschen ihr Überleben sichern können.

© Schauspielhaus Bochum

Über meine Leiche

Posted by on Juni 26th, 2017  •  0 Comments  • 

Über meine Leiche

VON STEFAN HORNBACH
REGIE: ANNE LIEBTRAU

Friedrich ist ein junger Mann mit keinen besonderen Talenten. Er ist schüchtern und will nur eins: leben. Und dafür bleibt ihm vielleicht nicht mehr viel Zeit, denn Friedrich hat Krebs. Jana dagegen ist stark, selbstbewusst und gesund, aber sie will nicht mehr leben. Gegensätzlicher könnten die beiden also nicht sein. Und während Friedrich um sein Leben kämpft und sich von Jana leiten lässt, zeigt er ihr, wie man stirbt. Allmählich entschwindet ihm das Bewusstsein und am Ende weiß man nicht, ob nicht alles nur ein fiebriger Traum ist.

Stefan Hornbach beschreibt in seinem Debütstück, das mit dem Osnabrücker Dramatikerpreis 2015 ausgezeichnet wurde, das Erwachsenwerden. Sein poetisches Stück erzählt mit abgründigem Witz und großer Kraft nicht vom Tod, nicht einmal vom Sterben, sondern vom Leben und Lebenwollen. Anne Liebtrau zeigt dieses humorvoll tiefgründige Stück in ihrer ersten Inszenierung im Theater Unten.

Blog:
Schauspielerin Bettina Engelhardt spielt in dieser Inszenierung die Mutter des Protagonisten Friedrich und schreibt während der Probenzeit einen Blog über die entstehende Inszenierung.

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Der Steppenwolf

Posted by on Juni 25th, 2017  •  0 Comments  • 

Der Steppenwolf

nach dem Roman von Hermann Hesse

Harry Haller ist ein einsamer Steppenwolf. Gerade ist er Untermieter in einem ordentlichen Haus geworden und hat sich mit seinen staubigen Büchern in die Mansarde zurückgezogen. Er geht nicht oft aus, trifft keine Menschen. Nur ab und an unterhält er sich kurz mit seinen Vermietern. Harry leidet an der von Umbruch, Orientierungslosigkeit und kleinbürgerlicher Angst getriebenen Zeit, die sich einen neuen Krieg geradezu herbeizusehnen scheint. Schließlich wird sein Welt-Ekel so groß, dass er beschließt, sich beim nächsten Anlass ein Messer in die Pulsadern zu stechen. Doch zuvor flüchtet sich Harry in eine schäbige Weinstube, um dem Drang, sich das Leben zu nehmen, mit billigem Wein zu betäuben. Da begegnet er der lebenslustigen und nicht ganz durchschaubaren Hermine. Sie erkennt gleich, dass Harry in einem bejammernswerten Zustand ist und dringend eine Aufmunterung braucht. Mit Hermines Hilfe bekommt Harry Zutritt zu einer gänzlich anderen Gesellschaft. Hier lernt er zu tanzen und zu lieben – und erhält schließlich den ersehnten Einlass in das „Magische Theater“.

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Alle meine Söhne

Posted by on Juni 25th, 2017  •  0 Comments  • 

ALLE MEINE SÖHNE

VON ARTHUR MILLER | REGIE: ANSELM WEBER

Joe Kellers Welt ist das Werk seiner Hände: der sorgenlose Wohlstand seiner Familie, die Firma, der Platz in der Gemeinschaft. Alles hat er sich selbst aufgebaut, mit Anstand, harter Arbeit und Treue zu sich selbst. Fast vergessen das Unglück, das die Familie vor drei Jahren heimsuchte: Larry, der ältere Sohn, hat im Krieg als Kampfpilot gekämpft; er gilt seit dieser Zeit als vermisst. Nur seine Mutter Kate ist überzeugt davon, dass er noch lebt. So beginnt ein heißer Tag im August. An diesem Tag will Chris, der jüngere Sohn, Larrys ehemalige Verlobte Ann als seine zukünftige Braut vorstellen. Er muss seine Mutter davon überzeugen, dass Larry tot ist. Und Joe Keller muss eine Entdeckung verhindern, die seine ganze Welt zum Einstürzen bringen würde. An diesem Tag wird Joe Keller sterben. Arthur Millers berühmtes Drama zeigt eine moderne Familiengeschichte mit der schicksalhaften Unausweichlichkeit einer antiken Tragödie.
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Biedermann und die Brandstifter

Posted by on Juni 24th, 2017  •  0 Comments  • 

BIEDERMANN UND DIE BRANDSTIFTER

VON MAX FRISCH | REGIE: HASKO WEBER

Gottlieb Biedermann und seine Frau Babette sind wirkliche Gutbürger. Bieten sie doch dem arbeits- und wohnungslosen Ringer Schmitz Obdach. Und als sich ein ungutes Gefühl einschleichen will, bleiben die Biedermanns tapfer. So findet sich auch für Schmitz‘ Freund Eisenring eine Bleibe. Abwegig, dass die neuen, so verständnisvollen Mitbewohner etwas mit den jüngsten Bränden zu tun haben. Und Benzin und Holzwolle, gleichwohl sie so gut zündeln, kann schließlich jeder gut gebrauchen, der doch deshalb nicht gleich ein Brandstifter ist!
Das „Lehrstück ohne Lehre“ von 1953, oft als Analogie zur ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts gelesen, entzieht sich bis heute einer monokausalen Lesart. Welches gleichsam totalitäre System – ob in Gestalt von scheinbar unbeirrter Rechtschaffenheit oder radikaler Impertinenz – um seine Glaubwürdigkeit ringt, liegt im Auge des Betrachters. Regisseur Hasko Weber zieht zudem das Nachspiel hinzu, um welches Max Frisch sein Stück 1958 ergänzte. Vorgeblich eine konkrete Analyse über Verdrängung und Verschleierung von Mittäterschaft nach dem Zweiten Weltkrieg, legt es als Vexierspiel die vielfache Umdeutung von Teilhabe und Widerstand offen.
© Schauspielhaus Bochum

Der zerbrochene Krug

Posted by on Juni 24th, 2017  •  0 Comments  • 

DER ZERBROCHNE KRUG

VON HEINRICH VON KLEIST | REGIE: ANSELM WEBER

Ein Krug ist zerbrochen. Frau Marthe, Besitzerin des Kruges, beschuldigt Ruprecht, das Gefäß zerbrochen zu haben. Ruprecht gibt jedoch zu Protokoll, dass er beobachtet habe, wie ein Fremder in das Haus eingebrochen sei und es dann wieder fluchtartig verlassen habe. Dabei sei der Krug zu Bruch gegangen. Er wittert einen Betrug und beschimpft die eigene Verlobte, ihn mit einem anderen zu hintergehen. Ruprecht glaubt, dass der Unbekannte der Geliebte seiner Verlobten Eve war. Eve, die Tochter der Frau Marthe, schweigt zu den Vorwürfen. Dorfrichter Adam, mit einer großen Platzwunde am Kopf, ist wenig bemüht, Licht ins Dunkel zu bringen. Denn wie sich herausstellt, war er selbst der Übeltäter, der sich Eve des Nachts aufgedrängt hat. So sitzt er über einen Fall zu Gericht, in dem er selbst der Täter ist.
Die Rolle des Dorfrichters Adam übernimmt Dietmar Bär, der u. a. bereits in „Gift. Eine Ehegeschichte“, „Vor Sonnenaufgang“ und „Aus dem bürgerlichen Heldenleben“ am Schauspielhaus Bochum zu sehen war.
© Schauspielhaus Bochum

Club: Mischpoke

Posted by on Juni 24th, 2017  •  0 Comments  • 

Club: Mischpoke

Intergenerationelle und biografische Eigenproduktion zum Thema „Familie“ mit Teilnehmenden von 6 – 74 Jahren

Wer von uns hat nicht schon mal die eine oder andere Bemerkung gehört oder gar ausgesprochen: „Solange du deine Füße unter meinen Tisch stellst…“, „Mit vollem Mund spricht man nicht!“? Was stellen wir mit diesen Regeln und Ritualen an? Welchen Tabus begegnen wir immer wieder? Welche Erinnerungen und Bilder innerhalb von Familien-Beziehungen sind für uns wichtig? Was bedeuten Eltern, Großeltern und Familienfeste für jeden von uns? Diesen Fragen geht der intergenerationelle Club unter Leitung von Sandra Anklam mit familienfreundlichen und manchmal auch -unfreundlichen Suchbewegungen nach.

© Schauspielhaus Bochum


Tartuffe

Posted by on Juni 23rd, 2017  •  0 Comments  • 

TARTUFFE

VON MOLIÈRE | REGIE: HERMANN SCHMIDT-RAHMER

Wie kann es sein, dass so einer so weit kommt? Was er sagt, ist offensichtlich gelogen. Was er behauptet zu sein, kann nicht stimmen. Und doch hat er eine solche Anziehungskraft auf den reichen und mächtigen Bürger Orgon, dass dieser Tartuffe für einen heiligen Mann hält. Auch wenn er für den Rest der Familie nichts weiter ist als ein Hochstapler, voller Lüsternheit und Gier. Und doch schafft es niemand, sich Tartuffe zu widersetzen. Selbst dann nicht, als er offensiv mit der Ehefrau seines Gönners anbändelt und die Hochzeitspläne der Tochter sabotiert, um schließlich das Mädchen für sich selbst zu beanspruchen.
Molière hat mit Tartuffe eine Figur geschaffen, die die Wirklichkeit mit offenen Lügen zu seinen Gunsten verdreht. Und gerade weil seine unverhohlene Heuchelei und sein eifriges Streben nach Macht so erfolgreich sind, ist es umso erschütternder, dass es niemandem gelingt, sich gegen ihn zu stellen. Molières Komödie, die von der Zensur seiner Zeit gleich zweimal verboten wurde, ist eine bis heute hochbrisante politische Parabel.
© Schauspielhaus Bochum

Kampf des Negers und der Hunde

Posted by on Juni 21st, 2017  •  0 Comments  • 

Kampf des Negers und der Hunde

von Bernard-Marie Koltès

Bernard-Marie Koltès entwirft ein Gesellschaftspanorama, das aktueller nicht sein könnte. Drei in die Fremde geworfene Figuren sind plötzlich gezwungen, sich mit ihren wankenden Weltbildern auseinanderzusetzen. Werden sie zur Rede gestellt, scheinen nichts als Feuerwerkskörper die Antwort auf brennende Fragen zu sein: Baustellenleiter Horn und Ingenieur Cal leben an einem isolierten und von Wachtürmen gesicherten Ort, der ihnen fremd ist. Eigentlich sind sie hier, um ein angefangenes Projekt zu Ende zu bringen, doch dazu wird es nicht mehr kommen. Ein Eindringling namens Alboury, der hier ursprünglich zu Hause ist, fordert viel mehr als Horn und Cal bieten können. Wie aus einem schwarzen Angstraum heraus scheinen mehr als 1000 Augen auf die drei zu blicken und ihr Gewissen zu quälen. Während der altersmüde Horn zunächst noch als Vermittler auftritt, sich dann aber viel besser darin gefällt, seiner viel zu jungen und extra angereisten Geliebten ein noch nie gesehenes Spektakel darzubieten, lässt sich Kollege Cal als Rassist der neuen Schule von fehlgeleiteten Instinkten treiben.

© Schauspielhaus Bochum

 


Über Gott und die Welt

Posted by on Juni 21st, 2017  •  0 Comments  • 

ÜBER GOTT UND DIE WELT

TANZ- UND THEATERPROJEKT | KÜNSTLERISCHE LEITUNG: MARTINA VAN BOXEN, ARTHUR SCHOPA

Was denkst du, wie ist die Welt entstanden? Ein Urknall, glaub ich. Am Anfang? Da war doch das Wort, im Namen des Barmherzigen. Und Gott schuf Himmel und Erde. Seid ihr euch sicher? Ich denke schon. Was, wenn es anders wäre? Und spielt das eine Rolle? Acht junge Erwachsene geben ihre ganz eigenen Antworten auf jene Frage, die die Geschichte der Menschheit seit jeher bewegt: „Sag, wie hast du’s eigentlich mit der Religion?“ Was daraus folgt, rührt immer auch an individuellen Lebensentwürfen. Und ruft nicht zuletzt die unlösbare Frage auf den Plan: Kann es (d)einen Gott neben meinem geben? Kann deine Überzeugung neben meiner bestehen? Wie offen sprichst du (mit mir) darüber? Mit Tanz als eigenständiger Sprache und Ausdrucksform und unter Einbeziehung biografischer Texte begegnen die jungen Erwachsenen Fragen zu Atheismus und Religion, Glauben, Intuition und Erfahrung.

„Über Gott und die Welt“ ist das Nachfolgeprojekt von „Da-Heim“, das 2014 mit dem Preis des Tanztheatertreffens der Jugend in Berlin ausgezeichnet wurde.

„Über Gott und die Welt“ ist im Frühjahr 2017 zum „Bürgerbühnenfestival – Art of the cities“ in Freiburg eingeladen.

© Schauspielhaus Bochum

Der Herr der Fliegen

Posted by on Juni 20th, 2017  •  0 Comments  • 

Schulen in Bewegung 2017

Der Herr der Fliegen

Von William Golding für die Bühne eingerichtet von Nigel Williams

Genreübergreifendes Theaterprojekt mit sechs Bochumer Schulen aller Schulformen
Künstlerische Leitung: Martina van Boxen

„Irre!“, ruft Ralph aus. Eine Gruppe Minderjähriger findet sich nach einem Flugzeugabsturz plötzlich auf einer unbewohnten Insel inmitten des Pazifiks wieder. Doch das Gefühl der Freiheit hält nicht lange an. Die Ungewissheit darüber, ob sie gerettet werden, zwingt die Jugendlichen, sich mit der neuen Situation vertraut zu machen. Schnell zeigt sich, dass die Vorstellungen über Gemeinschaft innerhalb der Gruppe gegensätzlicher nicht sein könnten. Während sich Piggy um eine liberale Ordnung innerhalb der Gruppe bemüht, versucht Jack die Gruppe unter ihr Kommando zu bringen. Die Wahl zum Anführer fällt jedoch auf Ralph. Sichtlich gekränkt, lässt Jack keinen Zweifel daran, dass sie Ralph diese Position nicht widerspruchslos überlassen wird. Wann immer sich ihr die Möglichkeit bietet, sorgt sie dafür, dass sich die Konflikte innerhalb der Gruppe verschärfen. Bis sich schließlich zwei feindliche Fraktionen gegenüberstehen, deren Gefolgschaft jeweils einen Teil der Insel für sich beanspruchen. Um ihre Überlegenheit zu demonstrieren, macht die Gruppe um Jack schließlich auch vor blutiger Gewalt nicht Halt.

William Golding stellt in seinem erstmals 1954 veröffentlichten Roman zwei unvereinbare Wahrheiten gegenüber. Am Beispiel der heranwachsenden Jugendlichen zeigt der Autor, wie sich ein totalitäres System etablieren und soziale Bemühungen verdrängen kann. Golding beschreibt jene Gewalt, die aus Interessenskonflikten resultiert und schließlich in extremistische Gesinnungen mündet. Verursacht durch die reale Existenzbedrohung, der die Minderjährigen ausgesetzt sind, wird die ursprüngliche Unschuld der Kinder in ihr Gegenteil verkehrt.

Schulen in Bewegung
Sechs Bochumer Schulen, sechs verschiedene Schulformen, sechs Monate vom ersten Treffen bis zur Premiere, etwa 80 Schüler, 7 Gruppen, 14 Künstler und Mitarbeiter des Schauspielhauses, ca. 130 Probestunden: das ist „Schulen in Bewegung“! Unter der Leitung von freien Künstlern und Profis aus dem Schauspielhaus Bochum erarbeiten alle Teilnehmer gemeinsam ein genreübergreifendes Theaterstück. In den Arbeitsgruppen Schauspiel, Tanz, Musik, Bühnenbild, Kostüm, Multimedia und PR sowie Video durchmischen sich Schüler aller Schulformen. Vorurteile, Ängste und Stigmatisierungen werden mit Hilfe künstlerischer Arbeit abgebaut. Die Proben zu „Schulen in Bewegung“ beginnen im Januar 2017, zum Abschluss wird das Ergebnis am 8. Juni 2017 in den Kammerspielen des Schauspielhauses Bochum aufgeführt.

© Schauspielhaus Bochum

 


Homo Empathicus

Posted by on Juni 19th, 2017  •  0 Comments  • 

HOMO EMPATHICUS

VON REBEKKA KRICHELDORF | REGIE: THOMAS LADWIG

Stellen wir uns eine Welt vor, in der es keine sozialen Hierarchien gibt, in der Diskriminierung undenkbar ist, das Geschlecht Privatsache, Arbeitslosigkeit eine neue Chance und der Tod Gelegenheit, kleineren Lebewesen als Nahrung zu dienen. In dieser Welt leben ein „Hygienespezialisiertes“, das für das Reinigen öffentlicher Toiletten geschätzt und bewundert wird, ein „Wegsprechendes“, das Konflikte in Euphemismen ertränkt, und viele andere achtsame, gendergerechte und vor allem empathische Menschen. Die Gesellschaft, die die zeitgenössische Dramatikerin Rebekka Kricheldorf skizziert, ist geprägt von unbedingter Harmonie und zwanghafter Selbstoptimierung. Denn der Traum einer besseren Welt erfordert einen besseren Menschen: einen Homo Empathicus. „Der Mensch ist ein Kuscheltier“, heißt es hier. Aber stimmt das? Kann ein friedliches Zusammenleben gelingen? Oder liegt Aggressivität gegenüber dem Fremden in der Natur des Menschen? Diesen Fragen stellt sich Regisseur Thomas Ladwig gemeinsam mit elf Schauspielstudierenden der Folkwang Universität der Künste.
IN ZUSAMMENARBEIT MIT DER FOLKWANG UNIVERSITÄT DER KÜNSTE
© Schauspielhaus Bochum

Kampf des Negers und der Hunde

Posted by on Juni 18th, 2017  •  0 Comments  • 

Kampf des Negers und der Hunde

von Bernard-Marie Koltès

Bernard-Marie Koltès entwirft ein Gesellschaftspanorama, das aktueller nicht sein könnte. Drei in die Fremde geworfene Figuren sind plötzlich gezwungen, sich mit ihren wankenden Weltbildern auseinanderzusetzen. Werden sie zur Rede gestellt, scheinen nichts als Feuerwerkskörper die Antwort auf brennende Fragen zu sein: Baustellenleiter Horn und Ingenieur Cal leben an einem isolierten und von Wachtürmen gesicherten Ort, der ihnen fremd ist. Eigentlich sind sie hier, um ein angefangenes Projekt zu Ende zu bringen, doch dazu wird es nicht mehr kommen. Ein Eindringling namens Alboury, der hier ursprünglich zu Hause ist, fordert viel mehr als Horn und Cal bieten können. Wie aus einem schwarzen Angstraum heraus scheinen mehr als 1000 Augen auf die drei zu blicken und ihr Gewissen zu quälen. Während der altersmüde Horn zunächst noch als Vermittler auftritt, sich dann aber viel besser darin gefällt, seiner viel zu jungen und extra angereisten Geliebten ein noch nie gesehenes Spektakel darzubieten, lässt sich Kollege Cal als Rassist der neuen Schule von fehlgeleiteten Instinkten treiben.

© Schauspielhaus Bochum

 


Alle meine Söhne

Posted by on Juni 18th, 2017  •  0 Comments  • 

ALLE MEINE SÖHNE

VON ARTHUR MILLER | REGIE: ANSELM WEBER

Joe Kellers Welt ist das Werk seiner Hände: der sorgenlose Wohlstand seiner Familie, die Firma, der Platz in der Gemeinschaft. Alles hat er sich selbst aufgebaut, mit Anstand, harter Arbeit und Treue zu sich selbst. Fast vergessen das Unglück, das die Familie vor drei Jahren heimsuchte: Larry, der ältere Sohn, hat im Krieg als Kampfpilot gekämpft; er gilt seit dieser Zeit als vermisst. Nur seine Mutter Kate ist überzeugt davon, dass er noch lebt. So beginnt ein heißer Tag im August. An diesem Tag will Chris, der jüngere Sohn, Larrys ehemalige Verlobte Ann als seine zukünftige Braut vorstellen. Er muss seine Mutter davon überzeugen, dass Larry tot ist. Und Joe Keller muss eine Entdeckung verhindern, die seine ganze Welt zum Einstürzen bringen würde. An diesem Tag wird Joe Keller sterben. Arthur Millers berühmtes Drama zeigt eine moderne Familiengeschichte mit der schicksalhaften Unausweichlichkeit einer antiken Tragödie.
© Schauspielhaus Bochum

Club: Mischpoke

Posted by on Juni 18th, 2017  •  0 Comments  • 

Club: Mischpoke

Intergenerationelle und biografische Eigenproduktion zum Thema „Familie“ mit Teilnehmenden von 6 – 74 Jahren

Wer von uns hat nicht schon mal die eine oder andere Bemerkung gehört oder gar ausgesprochen: „Solange du deine Füße unter meinen Tisch stellst…“, „Mit vollem Mund spricht man nicht!“? Was stellen wir mit diesen Regeln und Ritualen an? Welchen Tabus begegnen wir immer wieder? Welche Erinnerungen und Bilder innerhalb von Familien-Beziehungen sind für uns wichtig? Was bedeuten Eltern, Großeltern und Familienfeste für jeden von uns? Diesen Fragen geht der intergenerationelle Club unter Leitung von Sandra Anklam mit familienfreundlichen und manchmal auch -unfreundlichen Suchbewegungen nach.

© Schauspielhaus Bochum


Biedermann und die Brandstifter

Posted by on Juni 16th, 2017  •  0 Comments  • 

BIEDERMANN UND DIE BRANDSTIFTER

VON MAX FRISCH | REGIE: HASKO WEBER

Gottlieb Biedermann und seine Frau Babette sind wirkliche Gutbürger. Bieten sie doch dem arbeits- und wohnungslosen Ringer Schmitz Obdach. Und als sich ein ungutes Gefühl einschleichen will, bleiben die Biedermanns tapfer. So findet sich auch für Schmitz‘ Freund Eisenring eine Bleibe. Abwegig, dass die neuen, so verständnisvollen Mitbewohner etwas mit den jüngsten Bränden zu tun haben. Und Benzin und Holzwolle, gleichwohl sie so gut zündeln, kann schließlich jeder gut gebrauchen, der doch deshalb nicht gleich ein Brandstifter ist!
Das „Lehrstück ohne Lehre“ von 1953, oft als Analogie zur ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts gelesen, entzieht sich bis heute einer monokausalen Lesart. Welches gleichsam totalitäre System – ob in Gestalt von scheinbar unbeirrter Rechtschaffenheit oder radikaler Impertinenz – um seine Glaubwürdigkeit ringt, liegt im Auge des Betrachters. Regisseur Hasko Weber zieht zudem das Nachspiel hinzu, um welches Max Frisch sein Stück 1958 ergänzte. Vorgeblich eine konkrete Analyse über Verdrängung und Verschleierung von Mittäterschaft nach dem Zweiten Weltkrieg, legt es als Vexierspiel die vielfache Umdeutung von Teilhabe und Widerstand offen.
© Schauspielhaus Bochum

Tartuffe

Posted by on Juni 15th, 2017  •  0 Comments  • 

TARTUFFE

VON MOLIÈRE | REGIE: HERMANN SCHMIDT-RAHMER

Wie kann es sein, dass so einer so weit kommt? Was er sagt, ist offensichtlich gelogen. Was er behauptet zu sein, kann nicht stimmen. Und doch hat er eine solche Anziehungskraft auf den reichen und mächtigen Bürger Orgon, dass dieser Tartuffe für einen heiligen Mann hält. Auch wenn er für den Rest der Familie nichts weiter ist als ein Hochstapler, voller Lüsternheit und Gier. Und doch schafft es niemand, sich Tartuffe zu widersetzen. Selbst dann nicht, als er offensiv mit der Ehefrau seines Gönners anbändelt und die Hochzeitspläne der Tochter sabotiert, um schließlich das Mädchen für sich selbst zu beanspruchen.
Molière hat mit Tartuffe eine Figur geschaffen, die die Wirklichkeit mit offenen Lügen zu seinen Gunsten verdreht. Und gerade weil seine unverhohlene Heuchelei und sein eifriges Streben nach Macht so erfolgreich sind, ist es umso erschütternder, dass es niemandem gelingt, sich gegen ihn zu stellen. Molières Komödie, die von der Zensur seiner Zeit gleich zweimal verboten wurde, ist eine bis heute hochbrisante politische Parabel.
© Schauspielhaus Bochum

Kampf des Negers und der Hunde

Posted by on Juni 14th, 2017  •  0 Comments  • 

Kampf des Negers und der Hunde

von Bernard-Marie Koltès

Bernard-Marie Koltès entwirft ein Gesellschaftspanorama, das aktueller nicht sein könnte. Drei in die Fremde geworfene Figuren sind plötzlich gezwungen, sich mit ihren wankenden Weltbildern auseinanderzusetzen. Werden sie zur Rede gestellt, scheinen nichts als Feuerwerkskörper die Antwort auf brennende Fragen zu sein: Baustellenleiter Horn und Ingenieur Cal leben an einem isolierten und von Wachtürmen gesicherten Ort, der ihnen fremd ist. Eigentlich sind sie hier, um ein angefangenes Projekt zu Ende zu bringen, doch dazu wird es nicht mehr kommen. Ein Eindringling namens Alboury, der hier ursprünglich zu Hause ist, fordert viel mehr als Horn und Cal bieten können. Wie aus einem schwarzen Angstraum heraus scheinen mehr als 1000 Augen auf die drei zu blicken und ihr Gewissen zu quälen. Während der altersmüde Horn zunächst noch als Vermittler auftritt, sich dann aber viel besser darin gefällt, seiner viel zu jungen und extra angereisten Geliebten ein noch nie gesehenes Spektakel darzubieten, lässt sich Kollege Cal als Rassist der neuen Schule von fehlgeleiteten Instinkten treiben.

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Der Herr der Fliegen

Posted by on Juni 14th, 2017  •  0 Comments  • 

Schulen in Bewegung 2017

Der Herr der Fliegen

Von William Golding für die Bühne eingerichtet von Nigel Williams

Genreübergreifendes Theaterprojekt mit sechs Bochumer Schulen aller Schulformen
Künstlerische Leitung: Martina van Boxen

„Irre!“, ruft Ralph aus. Eine Gruppe Minderjähriger findet sich nach einem Flugzeugabsturz plötzlich auf einer unbewohnten Insel inmitten des Pazifiks wieder. Doch das Gefühl der Freiheit hält nicht lange an. Die Ungewissheit darüber, ob sie gerettet werden, zwingt die Jugendlichen, sich mit der neuen Situation vertraut zu machen. Schnell zeigt sich, dass die Vorstellungen über Gemeinschaft innerhalb der Gruppe gegensätzlicher nicht sein könnten. Während sich Piggy um eine liberale Ordnung innerhalb der Gruppe bemüht, versucht Jack die Gruppe unter ihr Kommando zu bringen. Die Wahl zum Anführer fällt jedoch auf Ralph. Sichtlich gekränkt, lässt Jack keinen Zweifel daran, dass sie Ralph diese Position nicht widerspruchslos überlassen wird. Wann immer sich ihr die Möglichkeit bietet, sorgt sie dafür, dass sich die Konflikte innerhalb der Gruppe verschärfen. Bis sich schließlich zwei feindliche Fraktionen gegenüberstehen, deren Gefolgschaft jeweils einen Teil der Insel für sich beanspruchen. Um ihre Überlegenheit zu demonstrieren, macht die Gruppe um Jack schließlich auch vor blutiger Gewalt nicht Halt.

William Golding stellt in seinem erstmals 1954 veröffentlichten Roman zwei unvereinbare Wahrheiten gegenüber. Am Beispiel der heranwachsenden Jugendlichen zeigt der Autor, wie sich ein totalitäres System etablieren und soziale Bemühungen verdrängen kann. Golding beschreibt jene Gewalt, die aus Interessenskonflikten resultiert und schließlich in extremistische Gesinnungen mündet. Verursacht durch die reale Existenzbedrohung, der die Minderjährigen ausgesetzt sind, wird die ursprüngliche Unschuld der Kinder in ihr Gegenteil verkehrt.

Schulen in Bewegung
Sechs Bochumer Schulen, sechs verschiedene Schulformen, sechs Monate vom ersten Treffen bis zur Premiere, etwa 80 Schüler, 7 Gruppen, 14 Künstler und Mitarbeiter des Schauspielhauses, ca. 130 Probestunden: das ist „Schulen in Bewegung“! Unter der Leitung von freien Künstlern und Profis aus dem Schauspielhaus Bochum erarbeiten alle Teilnehmer gemeinsam ein genreübergreifendes Theaterstück. In den Arbeitsgruppen Schauspiel, Tanz, Musik, Bühnenbild, Kostüm, Multimedia und PR sowie Video durchmischen sich Schüler aller Schulformen. Vorurteile, Ängste und Stigmatisierungen werden mit Hilfe künstlerischer Arbeit abgebaut. Die Proben zu „Schulen in Bewegung“ beginnen im Januar 2017, zum Abschluss wird das Ergebnis am 8. Juni 2017 in den Kammerspielen des Schauspielhauses Bochum aufgeführt.

© Schauspielhaus Bochum

 


Alle meine Söhne

Posted by on Juni 13th, 2017  •  0 Comments  • 

ALLE MEINE SÖHNE

VON ARTHUR MILLER | REGIE: ANSELM WEBER

Joe Kellers Welt ist das Werk seiner Hände: der sorgenlose Wohlstand seiner Familie, die Firma, der Platz in der Gemeinschaft. Alles hat er sich selbst aufgebaut, mit Anstand, harter Arbeit und Treue zu sich selbst. Fast vergessen das Unglück, das die Familie vor drei Jahren heimsuchte: Larry, der ältere Sohn, hat im Krieg als Kampfpilot gekämpft; er gilt seit dieser Zeit als vermisst. Nur seine Mutter Kate ist überzeugt davon, dass er noch lebt. So beginnt ein heißer Tag im August. An diesem Tag will Chris, der jüngere Sohn, Larrys ehemalige Verlobte Ann als seine zukünftige Braut vorstellen. Er muss seine Mutter davon überzeugen, dass Larry tot ist. Und Joe Keller muss eine Entdeckung verhindern, die seine ganze Welt zum Einstürzen bringen würde. An diesem Tag wird Joe Keller sterben. Arthur Millers berühmtes Drama zeigt eine moderne Familiengeschichte mit der schicksalhaften Unausweichlichkeit einer antiken Tragödie.
© Schauspielhaus Bochum