Arwed Messmer Archives - Aktuelle Veranstaltungen im Ruhrgebiet

RAF – No Evidence / Kein Beweis

Posted by on September 3rd, 2017  •  0 Comments  • 

RAF – No Evidence / Kein Beweis

Museum Folkwang zeigt den Fotografen und Bildarchäologen Arwed Messmer mit seiner neuen Arbeit zu einem traumatischen Kapitel der deutschen Geschichte: RAF – No Evidence / Kein Beweis

Essen, 8. Juni 2017 – Über die Rote Armee Fraktion und den Deutschen Herbst 1977 ist aus journalistischer, historischer, literarischer und filmischer Perspektive viel geschrieben und erzählt worden. Der Fotograf und Bildarchäologe Arwed Messmer widmet sich in seiner neuen Arbeit aus fotografischer Sicht diesem Kapitel der bundesdeutschen Geschichte: RAF – No Evidence / Kein Beweis ist vom 9. Juni bis zum 3. September 2017 im Museum Folkwang zu sehen.

Die damalige gesellschaftliche Debatte über die Studentenproteste 1967 und die spätere terroristische Abspaltung wurde erbittert in den Medien geführt. Von der Roten Armee Fraktion existiert eine Vielzahl von Bildern, doch nur einige wenige sind in Erinnerung geblieben. Kannte die Generation der 1970er Jahre noch die Aufnahme des toten Holger Meins oder die 1978 im Stern veröffentlichten Fotografien der „Todesnacht“ in Stammheim, so denkt man heute eher an die Raster der Fahndungsplakate oder an das Videostill und die Polaroid-Aufnahmen des von der RAF entführten Hanns-Martin Schleyer im sogenannten Volksgefängnis. Diese Bilder gehören zum kollektiven Gedächtnis der Deutschen. Doch mit der Konzentration auf einige wenige Bilder, geht auch eine Verarmung historischer Zeugenschaft einher.

Arwed Messmers Ausgangspunkt sind die bisher unbeachtet gebliebenen unterschiedlichen Aufnahmen von Polizeifotografen – Fotos von Demonstrationen, Tatortbilder und erkennungs- dienstliche Aufnahmen –, die er in verschiedenen staatlichen Archiven gesichtet hat. Messmer stellt die Frage, wie diese ehemalige kriminalistische Spurensuche heute als künstlerische Recherche produktiv werden kann – im Sinne einer anderen Erkenntnis dieser Zeit.

Seine Erzählung spannt den Bogen von den Jahren 1967 bis 1977, von den Anfängen der RAF hin zur multiplen Gewaltentladung des Jahres 1977, der Entführung und Ermordung von Hanns- Martin Schleyer und dem Tod von Andreas Baader, Gudrun Ensslin und Jan-Carl Raspe in der JVA Stammheim. Arwed Messmers Methode des zweiten Blicks fördert Bilder zutage, die zuvor größtenteils noch nicht veröffentlicht worden sind und die sich auf den Filmstreifen neben den bekannten Aufnahmen befinden – etwa jener Aufnahmen aus Stammheim, die später, veröffentlicht unter anderem im Stern, zu Ikonen geworden sind. Oder er entdeckt auf Aufnahmen der Berliner Schutzpolizei aus dem Jahr 1967 die Szene des sterbenden Benno Ohnesorg am 2. Juni, ein Tod vor laufenden Kameras. Der Polizeifotograf hielt die ganze Szene fest – hierin unterscheidet er sich vom Journalisten, der immer verdichten und weglassen muss. Ihre ursprüngliche Funktion haben diese Aufnahmen gegen eine andere dokumentarische Qualität eingetauscht. Somit hat Messmers Arbeit auch eine bildethische Dimension: Welche Aufnahmen darf man zeigen, wie kann man sie zeigen, warum sollen wir sie sehen? Dies rührt an einen zentralen Punkt in der Debatte über Bilder, die einerseits historische Dokumente sind, andererseits ihre eigene Ästhetik und ein großes, kaum steuerbares Potential für die empathische Auseinandersetzung mit Geschichte aufweisen.

Seit mehr als 10 Jahren arbeitet Arwed Messmer mit fotografischem Archivmaterial, das seinen eigentlichen, funktionalen Wert eingebüßt hat, nicht selten visueller Ausschuss der Geschichte geworden ist – und dem der Künstler nun neue Leseweisen abgewinnt. In Zusammenarbeit mit Annett Gröschner erschien 2016 die Neuauflage des vielbeachteten Bandes Die Inventarisierung der Macht. Die Berliner Mauer aus anderer Sicht. Zuletzt legte er den Band Zelle/Cell vor, der die Entführung des Politikers Peter Lorenz 1975 mit vergleichbarem Bildmaterial der Polizei nachzeichnet.

Für sein Projekt zur Erforschung der staatlichen Bildarchive zur RAF wurde Arwed Messmer 2014 mit dem Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stipendium für Zeitgenössische Deutsche Fotografie ausgezeichnet.

Arwed Messmer dankt dem Bundesarchiv, dem Staatsarchiv Ludwigsburg und der Polizeihistorischen Sammlung Berlin für die Kooperation und der Stiftung Kunstfonds und der VG Bild-Kunst für die freundliche Unterstützung.

Quelle: Museum Folkwang

 

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RAF – No Evidence / Kein Beweis

Posted by on September 2nd, 2017  •  0 Comments  • 

RAF – No Evidence / Kein Beweis

Museum Folkwang zeigt den Fotografen und Bildarchäologen Arwed Messmer mit seiner neuen Arbeit zu einem traumatischen Kapitel der deutschen Geschichte: RAF – No Evidence / Kein Beweis

Essen, 8. Juni 2017 – Über die Rote Armee Fraktion und den Deutschen Herbst 1977 ist aus journalistischer, historischer, literarischer und filmischer Perspektive viel geschrieben und erzählt worden. Der Fotograf und Bildarchäologe Arwed Messmer widmet sich in seiner neuen Arbeit aus fotografischer Sicht diesem Kapitel der bundesdeutschen Geschichte: RAF – No Evidence / Kein Beweis ist vom 9. Juni bis zum 3. September 2017 im Museum Folkwang zu sehen.

Die damalige gesellschaftliche Debatte über die Studentenproteste 1967 und die spätere terroristische Abspaltung wurde erbittert in den Medien geführt. Von der Roten Armee Fraktion existiert eine Vielzahl von Bildern, doch nur einige wenige sind in Erinnerung geblieben. Kannte die Generation der 1970er Jahre noch die Aufnahme des toten Holger Meins oder die 1978 im Stern veröffentlichten Fotografien der „Todesnacht“ in Stammheim, so denkt man heute eher an die Raster der Fahndungsplakate oder an das Videostill und die Polaroid-Aufnahmen des von der RAF entführten Hanns-Martin Schleyer im sogenannten Volksgefängnis. Diese Bilder gehören zum kollektiven Gedächtnis der Deutschen. Doch mit der Konzentration auf einige wenige Bilder, geht auch eine Verarmung historischer Zeugenschaft einher.

Arwed Messmers Ausgangspunkt sind die bisher unbeachtet gebliebenen unterschiedlichen Aufnahmen von Polizeifotografen – Fotos von Demonstrationen, Tatortbilder und erkennungs- dienstliche Aufnahmen –, die er in verschiedenen staatlichen Archiven gesichtet hat. Messmer stellt die Frage, wie diese ehemalige kriminalistische Spurensuche heute als künstlerische Recherche produktiv werden kann – im Sinne einer anderen Erkenntnis dieser Zeit.

Seine Erzählung spannt den Bogen von den Jahren 1967 bis 1977, von den Anfängen der RAF hin zur multiplen Gewaltentladung des Jahres 1977, der Entführung und Ermordung von Hanns- Martin Schleyer und dem Tod von Andreas Baader, Gudrun Ensslin und Jan-Carl Raspe in der JVA Stammheim. Arwed Messmers Methode des zweiten Blicks fördert Bilder zutage, die zuvor größtenteils noch nicht veröffentlicht worden sind und die sich auf den Filmstreifen neben den bekannten Aufnahmen befinden – etwa jener Aufnahmen aus Stammheim, die später, veröffentlicht unter anderem im Stern, zu Ikonen geworden sind. Oder er entdeckt auf Aufnahmen der Berliner Schutzpolizei aus dem Jahr 1967 die Szene des sterbenden Benno Ohnesorg am 2. Juni, ein Tod vor laufenden Kameras. Der Polizeifotograf hielt die ganze Szene fest – hierin unterscheidet er sich vom Journalisten, der immer verdichten und weglassen muss. Ihre ursprüngliche Funktion haben diese Aufnahmen gegen eine andere dokumentarische Qualität eingetauscht. Somit hat Messmers Arbeit auch eine bildethische Dimension: Welche Aufnahmen darf man zeigen, wie kann man sie zeigen, warum sollen wir sie sehen? Dies rührt an einen zentralen Punkt in der Debatte über Bilder, die einerseits historische Dokumente sind, andererseits ihre eigene Ästhetik und ein großes, kaum steuerbares Potential für die empathische Auseinandersetzung mit Geschichte aufweisen.

Seit mehr als 10 Jahren arbeitet Arwed Messmer mit fotografischem Archivmaterial, das seinen eigentlichen, funktionalen Wert eingebüßt hat, nicht selten visueller Ausschuss der Geschichte geworden ist – und dem der Künstler nun neue Leseweisen abgewinnt. In Zusammenarbeit mit Annett Gröschner erschien 2016 die Neuauflage des vielbeachteten Bandes Die Inventarisierung der Macht. Die Berliner Mauer aus anderer Sicht. Zuletzt legte er den Band Zelle/Cell vor, der die Entführung des Politikers Peter Lorenz 1975 mit vergleichbarem Bildmaterial der Polizei nachzeichnet.

Für sein Projekt zur Erforschung der staatlichen Bildarchive zur RAF wurde Arwed Messmer 2014 mit dem Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stipendium für Zeitgenössische Deutsche Fotografie ausgezeichnet.

Arwed Messmer dankt dem Bundesarchiv, dem Staatsarchiv Ludwigsburg und der Polizeihistorischen Sammlung Berlin für die Kooperation und der Stiftung Kunstfonds und der VG Bild-Kunst für die freundliche Unterstützung.

Quelle: Museum Folkwang

 

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RAF – No Evidence / Kein Beweis

Posted by on September 1st, 2017  •  0 Comments  • 

RAF – No Evidence / Kein Beweis

Museum Folkwang zeigt den Fotografen und Bildarchäologen Arwed Messmer mit seiner neuen Arbeit zu einem traumatischen Kapitel der deutschen Geschichte: RAF – No Evidence / Kein Beweis

Essen, 8. Juni 2017 – Über die Rote Armee Fraktion und den Deutschen Herbst 1977 ist aus journalistischer, historischer, literarischer und filmischer Perspektive viel geschrieben und erzählt worden. Der Fotograf und Bildarchäologe Arwed Messmer widmet sich in seiner neuen Arbeit aus fotografischer Sicht diesem Kapitel der bundesdeutschen Geschichte: RAF – No Evidence / Kein Beweis ist vom 9. Juni bis zum 3. September 2017 im Museum Folkwang zu sehen.

Die damalige gesellschaftliche Debatte über die Studentenproteste 1967 und die spätere terroristische Abspaltung wurde erbittert in den Medien geführt. Von der Roten Armee Fraktion existiert eine Vielzahl von Bildern, doch nur einige wenige sind in Erinnerung geblieben. Kannte die Generation der 1970er Jahre noch die Aufnahme des toten Holger Meins oder die 1978 im Stern veröffentlichten Fotografien der „Todesnacht“ in Stammheim, so denkt man heute eher an die Raster der Fahndungsplakate oder an das Videostill und die Polaroid-Aufnahmen des von der RAF entführten Hanns-Martin Schleyer im sogenannten Volksgefängnis. Diese Bilder gehören zum kollektiven Gedächtnis der Deutschen. Doch mit der Konzentration auf einige wenige Bilder, geht auch eine Verarmung historischer Zeugenschaft einher.

Arwed Messmers Ausgangspunkt sind die bisher unbeachtet gebliebenen unterschiedlichen Aufnahmen von Polizeifotografen – Fotos von Demonstrationen, Tatortbilder und erkennungs- dienstliche Aufnahmen –, die er in verschiedenen staatlichen Archiven gesichtet hat. Messmer stellt die Frage, wie diese ehemalige kriminalistische Spurensuche heute als künstlerische Recherche produktiv werden kann – im Sinne einer anderen Erkenntnis dieser Zeit.

Seine Erzählung spannt den Bogen von den Jahren 1967 bis 1977, von den Anfängen der RAF hin zur multiplen Gewaltentladung des Jahres 1977, der Entführung und Ermordung von Hanns- Martin Schleyer und dem Tod von Andreas Baader, Gudrun Ensslin und Jan-Carl Raspe in der JVA Stammheim. Arwed Messmers Methode des zweiten Blicks fördert Bilder zutage, die zuvor größtenteils noch nicht veröffentlicht worden sind und die sich auf den Filmstreifen neben den bekannten Aufnahmen befinden – etwa jener Aufnahmen aus Stammheim, die später, veröffentlicht unter anderem im Stern, zu Ikonen geworden sind. Oder er entdeckt auf Aufnahmen der Berliner Schutzpolizei aus dem Jahr 1967 die Szene des sterbenden Benno Ohnesorg am 2. Juni, ein Tod vor laufenden Kameras. Der Polizeifotograf hielt die ganze Szene fest – hierin unterscheidet er sich vom Journalisten, der immer verdichten und weglassen muss. Ihre ursprüngliche Funktion haben diese Aufnahmen gegen eine andere dokumentarische Qualität eingetauscht. Somit hat Messmers Arbeit auch eine bildethische Dimension: Welche Aufnahmen darf man zeigen, wie kann man sie zeigen, warum sollen wir sie sehen? Dies rührt an einen zentralen Punkt in der Debatte über Bilder, die einerseits historische Dokumente sind, andererseits ihre eigene Ästhetik und ein großes, kaum steuerbares Potential für die empathische Auseinandersetzung mit Geschichte aufweisen.

Seit mehr als 10 Jahren arbeitet Arwed Messmer mit fotografischem Archivmaterial, das seinen eigentlichen, funktionalen Wert eingebüßt hat, nicht selten visueller Ausschuss der Geschichte geworden ist – und dem der Künstler nun neue Leseweisen abgewinnt. In Zusammenarbeit mit Annett Gröschner erschien 2016 die Neuauflage des vielbeachteten Bandes Die Inventarisierung der Macht. Die Berliner Mauer aus anderer Sicht. Zuletzt legte er den Band Zelle/Cell vor, der die Entführung des Politikers Peter Lorenz 1975 mit vergleichbarem Bildmaterial der Polizei nachzeichnet.

Für sein Projekt zur Erforschung der staatlichen Bildarchive zur RAF wurde Arwed Messmer 2014 mit dem Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stipendium für Zeitgenössische Deutsche Fotografie ausgezeichnet.

Arwed Messmer dankt dem Bundesarchiv, dem Staatsarchiv Ludwigsburg und der Polizeihistorischen Sammlung Berlin für die Kooperation und der Stiftung Kunstfonds und der VG Bild-Kunst für die freundliche Unterstützung.

Quelle: Museum Folkwang

 

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RAF – No Evidence / Kein Beweis

Posted by on August 31st, 2017  •  0 Comments  • 

RAF – No Evidence / Kein Beweis

Museum Folkwang zeigt den Fotografen und Bildarchäologen Arwed Messmer mit seiner neuen Arbeit zu einem traumatischen Kapitel der deutschen Geschichte: RAF – No Evidence / Kein Beweis

Essen, 8. Juni 2017 – Über die Rote Armee Fraktion und den Deutschen Herbst 1977 ist aus journalistischer, historischer, literarischer und filmischer Perspektive viel geschrieben und erzählt worden. Der Fotograf und Bildarchäologe Arwed Messmer widmet sich in seiner neuen Arbeit aus fotografischer Sicht diesem Kapitel der bundesdeutschen Geschichte: RAF – No Evidence / Kein Beweis ist vom 9. Juni bis zum 3. September 2017 im Museum Folkwang zu sehen.

Die damalige gesellschaftliche Debatte über die Studentenproteste 1967 und die spätere terroristische Abspaltung wurde erbittert in den Medien geführt. Von der Roten Armee Fraktion existiert eine Vielzahl von Bildern, doch nur einige wenige sind in Erinnerung geblieben. Kannte die Generation der 1970er Jahre noch die Aufnahme des toten Holger Meins oder die 1978 im Stern veröffentlichten Fotografien der „Todesnacht“ in Stammheim, so denkt man heute eher an die Raster der Fahndungsplakate oder an das Videostill und die Polaroid-Aufnahmen des von der RAF entführten Hanns-Martin Schleyer im sogenannten Volksgefängnis. Diese Bilder gehören zum kollektiven Gedächtnis der Deutschen. Doch mit der Konzentration auf einige wenige Bilder, geht auch eine Verarmung historischer Zeugenschaft einher.

Arwed Messmers Ausgangspunkt sind die bisher unbeachtet gebliebenen unterschiedlichen Aufnahmen von Polizeifotografen – Fotos von Demonstrationen, Tatortbilder und erkennungs- dienstliche Aufnahmen –, die er in verschiedenen staatlichen Archiven gesichtet hat. Messmer stellt die Frage, wie diese ehemalige kriminalistische Spurensuche heute als künstlerische Recherche produktiv werden kann – im Sinne einer anderen Erkenntnis dieser Zeit.

Seine Erzählung spannt den Bogen von den Jahren 1967 bis 1977, von den Anfängen der RAF hin zur multiplen Gewaltentladung des Jahres 1977, der Entführung und Ermordung von Hanns- Martin Schleyer und dem Tod von Andreas Baader, Gudrun Ensslin und Jan-Carl Raspe in der JVA Stammheim. Arwed Messmers Methode des zweiten Blicks fördert Bilder zutage, die zuvor größtenteils noch nicht veröffentlicht worden sind und die sich auf den Filmstreifen neben den bekannten Aufnahmen befinden – etwa jener Aufnahmen aus Stammheim, die später, veröffentlicht unter anderem im Stern, zu Ikonen geworden sind. Oder er entdeckt auf Aufnahmen der Berliner Schutzpolizei aus dem Jahr 1967 die Szene des sterbenden Benno Ohnesorg am 2. Juni, ein Tod vor laufenden Kameras. Der Polizeifotograf hielt die ganze Szene fest – hierin unterscheidet er sich vom Journalisten, der immer verdichten und weglassen muss. Ihre ursprüngliche Funktion haben diese Aufnahmen gegen eine andere dokumentarische Qualität eingetauscht. Somit hat Messmers Arbeit auch eine bildethische Dimension: Welche Aufnahmen darf man zeigen, wie kann man sie zeigen, warum sollen wir sie sehen? Dies rührt an einen zentralen Punkt in der Debatte über Bilder, die einerseits historische Dokumente sind, andererseits ihre eigene Ästhetik und ein großes, kaum steuerbares Potential für die empathische Auseinandersetzung mit Geschichte aufweisen.

Seit mehr als 10 Jahren arbeitet Arwed Messmer mit fotografischem Archivmaterial, das seinen eigentlichen, funktionalen Wert eingebüßt hat, nicht selten visueller Ausschuss der Geschichte geworden ist – und dem der Künstler nun neue Leseweisen abgewinnt. In Zusammenarbeit mit Annett Gröschner erschien 2016 die Neuauflage des vielbeachteten Bandes Die Inventarisierung der Macht. Die Berliner Mauer aus anderer Sicht. Zuletzt legte er den Band Zelle/Cell vor, der die Entführung des Politikers Peter Lorenz 1975 mit vergleichbarem Bildmaterial der Polizei nachzeichnet.

Für sein Projekt zur Erforschung der staatlichen Bildarchive zur RAF wurde Arwed Messmer 2014 mit dem Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stipendium für Zeitgenössische Deutsche Fotografie ausgezeichnet.

Arwed Messmer dankt dem Bundesarchiv, dem Staatsarchiv Ludwigsburg und der Polizeihistorischen Sammlung Berlin für die Kooperation und der Stiftung Kunstfonds und der VG Bild-Kunst für die freundliche Unterstützung.

Quelle: Museum Folkwang

 

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RAF – No Evidence / Kein Beweis

Posted by on August 30th, 2017  •  0 Comments  • 

RAF – No Evidence / Kein Beweis

Museum Folkwang zeigt den Fotografen und Bildarchäologen Arwed Messmer mit seiner neuen Arbeit zu einem traumatischen Kapitel der deutschen Geschichte: RAF – No Evidence / Kein Beweis

Essen, 8. Juni 2017 – Über die Rote Armee Fraktion und den Deutschen Herbst 1977 ist aus journalistischer, historischer, literarischer und filmischer Perspektive viel geschrieben und erzählt worden. Der Fotograf und Bildarchäologe Arwed Messmer widmet sich in seiner neuen Arbeit aus fotografischer Sicht diesem Kapitel der bundesdeutschen Geschichte: RAF – No Evidence / Kein Beweis ist vom 9. Juni bis zum 3. September 2017 im Museum Folkwang zu sehen.

Die damalige gesellschaftliche Debatte über die Studentenproteste 1967 und die spätere terroristische Abspaltung wurde erbittert in den Medien geführt. Von der Roten Armee Fraktion existiert eine Vielzahl von Bildern, doch nur einige wenige sind in Erinnerung geblieben. Kannte die Generation der 1970er Jahre noch die Aufnahme des toten Holger Meins oder die 1978 im Stern veröffentlichten Fotografien der „Todesnacht“ in Stammheim, so denkt man heute eher an die Raster der Fahndungsplakate oder an das Videostill und die Polaroid-Aufnahmen des von der RAF entführten Hanns-Martin Schleyer im sogenannten Volksgefängnis. Diese Bilder gehören zum kollektiven Gedächtnis der Deutschen. Doch mit der Konzentration auf einige wenige Bilder, geht auch eine Verarmung historischer Zeugenschaft einher.

Arwed Messmers Ausgangspunkt sind die bisher unbeachtet gebliebenen unterschiedlichen Aufnahmen von Polizeifotografen – Fotos von Demonstrationen, Tatortbilder und erkennungs- dienstliche Aufnahmen –, die er in verschiedenen staatlichen Archiven gesichtet hat. Messmer stellt die Frage, wie diese ehemalige kriminalistische Spurensuche heute als künstlerische Recherche produktiv werden kann – im Sinne einer anderen Erkenntnis dieser Zeit.

Seine Erzählung spannt den Bogen von den Jahren 1967 bis 1977, von den Anfängen der RAF hin zur multiplen Gewaltentladung des Jahres 1977, der Entführung und Ermordung von Hanns- Martin Schleyer und dem Tod von Andreas Baader, Gudrun Ensslin und Jan-Carl Raspe in der JVA Stammheim. Arwed Messmers Methode des zweiten Blicks fördert Bilder zutage, die zuvor größtenteils noch nicht veröffentlicht worden sind und die sich auf den Filmstreifen neben den bekannten Aufnahmen befinden – etwa jener Aufnahmen aus Stammheim, die später, veröffentlicht unter anderem im Stern, zu Ikonen geworden sind. Oder er entdeckt auf Aufnahmen der Berliner Schutzpolizei aus dem Jahr 1967 die Szene des sterbenden Benno Ohnesorg am 2. Juni, ein Tod vor laufenden Kameras. Der Polizeifotograf hielt die ganze Szene fest – hierin unterscheidet er sich vom Journalisten, der immer verdichten und weglassen muss. Ihre ursprüngliche Funktion haben diese Aufnahmen gegen eine andere dokumentarische Qualität eingetauscht. Somit hat Messmers Arbeit auch eine bildethische Dimension: Welche Aufnahmen darf man zeigen, wie kann man sie zeigen, warum sollen wir sie sehen? Dies rührt an einen zentralen Punkt in der Debatte über Bilder, die einerseits historische Dokumente sind, andererseits ihre eigene Ästhetik und ein großes, kaum steuerbares Potential für die empathische Auseinandersetzung mit Geschichte aufweisen.

Seit mehr als 10 Jahren arbeitet Arwed Messmer mit fotografischem Archivmaterial, das seinen eigentlichen, funktionalen Wert eingebüßt hat, nicht selten visueller Ausschuss der Geschichte geworden ist – und dem der Künstler nun neue Leseweisen abgewinnt. In Zusammenarbeit mit Annett Gröschner erschien 2016 die Neuauflage des vielbeachteten Bandes Die Inventarisierung der Macht. Die Berliner Mauer aus anderer Sicht. Zuletzt legte er den Band Zelle/Cell vor, der die Entführung des Politikers Peter Lorenz 1975 mit vergleichbarem Bildmaterial der Polizei nachzeichnet.

Für sein Projekt zur Erforschung der staatlichen Bildarchive zur RAF wurde Arwed Messmer 2014 mit dem Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stipendium für Zeitgenössische Deutsche Fotografie ausgezeichnet.

Arwed Messmer dankt dem Bundesarchiv, dem Staatsarchiv Ludwigsburg und der Polizeihistorischen Sammlung Berlin für die Kooperation und der Stiftung Kunstfonds und der VG Bild-Kunst für die freundliche Unterstützung.

Quelle: Museum Folkwang

 

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RAF – No Evidence / Kein Beweis

Posted by on August 29th, 2017  •  0 Comments  • 

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Museum Folkwang zeigt den Fotografen und Bildarchäologen Arwed Messmer mit seiner neuen Arbeit zu einem traumatischen Kapitel der deutschen Geschichte: RAF – No Evidence / Kein Beweis

Essen, 8. Juni 2017 – Über die Rote Armee Fraktion und den Deutschen Herbst 1977 ist aus journalistischer, historischer, literarischer und filmischer Perspektive viel geschrieben und erzählt worden. Der Fotograf und Bildarchäologe Arwed Messmer widmet sich in seiner neuen Arbeit aus fotografischer Sicht diesem Kapitel der bundesdeutschen Geschichte: RAF – No Evidence / Kein Beweis ist vom 9. Juni bis zum 3. September 2017 im Museum Folkwang zu sehen.

Die damalige gesellschaftliche Debatte über die Studentenproteste 1967 und die spätere terroristische Abspaltung wurde erbittert in den Medien geführt. Von der Roten Armee Fraktion existiert eine Vielzahl von Bildern, doch nur einige wenige sind in Erinnerung geblieben. Kannte die Generation der 1970er Jahre noch die Aufnahme des toten Holger Meins oder die 1978 im Stern veröffentlichten Fotografien der „Todesnacht“ in Stammheim, so denkt man heute eher an die Raster der Fahndungsplakate oder an das Videostill und die Polaroid-Aufnahmen des von der RAF entführten Hanns-Martin Schleyer im sogenannten Volksgefängnis. Diese Bilder gehören zum kollektiven Gedächtnis der Deutschen. Doch mit der Konzentration auf einige wenige Bilder, geht auch eine Verarmung historischer Zeugenschaft einher.

Arwed Messmers Ausgangspunkt sind die bisher unbeachtet gebliebenen unterschiedlichen Aufnahmen von Polizeifotografen – Fotos von Demonstrationen, Tatortbilder und erkennungs- dienstliche Aufnahmen –, die er in verschiedenen staatlichen Archiven gesichtet hat. Messmer stellt die Frage, wie diese ehemalige kriminalistische Spurensuche heute als künstlerische Recherche produktiv werden kann – im Sinne einer anderen Erkenntnis dieser Zeit.

Seine Erzählung spannt den Bogen von den Jahren 1967 bis 1977, von den Anfängen der RAF hin zur multiplen Gewaltentladung des Jahres 1977, der Entführung und Ermordung von Hanns- Martin Schleyer und dem Tod von Andreas Baader, Gudrun Ensslin und Jan-Carl Raspe in der JVA Stammheim. Arwed Messmers Methode des zweiten Blicks fördert Bilder zutage, die zuvor größtenteils noch nicht veröffentlicht worden sind und die sich auf den Filmstreifen neben den bekannten Aufnahmen befinden – etwa jener Aufnahmen aus Stammheim, die später, veröffentlicht unter anderem im Stern, zu Ikonen geworden sind. Oder er entdeckt auf Aufnahmen der Berliner Schutzpolizei aus dem Jahr 1967 die Szene des sterbenden Benno Ohnesorg am 2. Juni, ein Tod vor laufenden Kameras. Der Polizeifotograf hielt die ganze Szene fest – hierin unterscheidet er sich vom Journalisten, der immer verdichten und weglassen muss. Ihre ursprüngliche Funktion haben diese Aufnahmen gegen eine andere dokumentarische Qualität eingetauscht. Somit hat Messmers Arbeit auch eine bildethische Dimension: Welche Aufnahmen darf man zeigen, wie kann man sie zeigen, warum sollen wir sie sehen? Dies rührt an einen zentralen Punkt in der Debatte über Bilder, die einerseits historische Dokumente sind, andererseits ihre eigene Ästhetik und ein großes, kaum steuerbares Potential für die empathische Auseinandersetzung mit Geschichte aufweisen.

Seit mehr als 10 Jahren arbeitet Arwed Messmer mit fotografischem Archivmaterial, das seinen eigentlichen, funktionalen Wert eingebüßt hat, nicht selten visueller Ausschuss der Geschichte geworden ist – und dem der Künstler nun neue Leseweisen abgewinnt. In Zusammenarbeit mit Annett Gröschner erschien 2016 die Neuauflage des vielbeachteten Bandes Die Inventarisierung der Macht. Die Berliner Mauer aus anderer Sicht. Zuletzt legte er den Band Zelle/Cell vor, der die Entführung des Politikers Peter Lorenz 1975 mit vergleichbarem Bildmaterial der Polizei nachzeichnet.

Für sein Projekt zur Erforschung der staatlichen Bildarchive zur RAF wurde Arwed Messmer 2014 mit dem Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stipendium für Zeitgenössische Deutsche Fotografie ausgezeichnet.

Arwed Messmer dankt dem Bundesarchiv, dem Staatsarchiv Ludwigsburg und der Polizeihistorischen Sammlung Berlin für die Kooperation und der Stiftung Kunstfonds und der VG Bild-Kunst für die freundliche Unterstützung.

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Posted by on August 28th, 2017  •  0 Comments  • 

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Museum Folkwang zeigt den Fotografen und Bildarchäologen Arwed Messmer mit seiner neuen Arbeit zu einem traumatischen Kapitel der deutschen Geschichte: RAF – No Evidence / Kein Beweis

Essen, 8. Juni 2017 – Über die Rote Armee Fraktion und den Deutschen Herbst 1977 ist aus journalistischer, historischer, literarischer und filmischer Perspektive viel geschrieben und erzählt worden. Der Fotograf und Bildarchäologe Arwed Messmer widmet sich in seiner neuen Arbeit aus fotografischer Sicht diesem Kapitel der bundesdeutschen Geschichte: RAF – No Evidence / Kein Beweis ist vom 9. Juni bis zum 3. September 2017 im Museum Folkwang zu sehen.

Die damalige gesellschaftliche Debatte über die Studentenproteste 1967 und die spätere terroristische Abspaltung wurde erbittert in den Medien geführt. Von der Roten Armee Fraktion existiert eine Vielzahl von Bildern, doch nur einige wenige sind in Erinnerung geblieben. Kannte die Generation der 1970er Jahre noch die Aufnahme des toten Holger Meins oder die 1978 im Stern veröffentlichten Fotografien der „Todesnacht“ in Stammheim, so denkt man heute eher an die Raster der Fahndungsplakate oder an das Videostill und die Polaroid-Aufnahmen des von der RAF entführten Hanns-Martin Schleyer im sogenannten Volksgefängnis. Diese Bilder gehören zum kollektiven Gedächtnis der Deutschen. Doch mit der Konzentration auf einige wenige Bilder, geht auch eine Verarmung historischer Zeugenschaft einher.

Arwed Messmers Ausgangspunkt sind die bisher unbeachtet gebliebenen unterschiedlichen Aufnahmen von Polizeifotografen – Fotos von Demonstrationen, Tatortbilder und erkennungs- dienstliche Aufnahmen –, die er in verschiedenen staatlichen Archiven gesichtet hat. Messmer stellt die Frage, wie diese ehemalige kriminalistische Spurensuche heute als künstlerische Recherche produktiv werden kann – im Sinne einer anderen Erkenntnis dieser Zeit.

Seine Erzählung spannt den Bogen von den Jahren 1967 bis 1977, von den Anfängen der RAF hin zur multiplen Gewaltentladung des Jahres 1977, der Entführung und Ermordung von Hanns- Martin Schleyer und dem Tod von Andreas Baader, Gudrun Ensslin und Jan-Carl Raspe in der JVA Stammheim. Arwed Messmers Methode des zweiten Blicks fördert Bilder zutage, die zuvor größtenteils noch nicht veröffentlicht worden sind und die sich auf den Filmstreifen neben den bekannten Aufnahmen befinden – etwa jener Aufnahmen aus Stammheim, die später, veröffentlicht unter anderem im Stern, zu Ikonen geworden sind. Oder er entdeckt auf Aufnahmen der Berliner Schutzpolizei aus dem Jahr 1967 die Szene des sterbenden Benno Ohnesorg am 2. Juni, ein Tod vor laufenden Kameras. Der Polizeifotograf hielt die ganze Szene fest – hierin unterscheidet er sich vom Journalisten, der immer verdichten und weglassen muss. Ihre ursprüngliche Funktion haben diese Aufnahmen gegen eine andere dokumentarische Qualität eingetauscht. Somit hat Messmers Arbeit auch eine bildethische Dimension: Welche Aufnahmen darf man zeigen, wie kann man sie zeigen, warum sollen wir sie sehen? Dies rührt an einen zentralen Punkt in der Debatte über Bilder, die einerseits historische Dokumente sind, andererseits ihre eigene Ästhetik und ein großes, kaum steuerbares Potential für die empathische Auseinandersetzung mit Geschichte aufweisen.

Seit mehr als 10 Jahren arbeitet Arwed Messmer mit fotografischem Archivmaterial, das seinen eigentlichen, funktionalen Wert eingebüßt hat, nicht selten visueller Ausschuss der Geschichte geworden ist – und dem der Künstler nun neue Leseweisen abgewinnt. In Zusammenarbeit mit Annett Gröschner erschien 2016 die Neuauflage des vielbeachteten Bandes Die Inventarisierung der Macht. Die Berliner Mauer aus anderer Sicht. Zuletzt legte er den Band Zelle/Cell vor, der die Entführung des Politikers Peter Lorenz 1975 mit vergleichbarem Bildmaterial der Polizei nachzeichnet.

Für sein Projekt zur Erforschung der staatlichen Bildarchive zur RAF wurde Arwed Messmer 2014 mit dem Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stipendium für Zeitgenössische Deutsche Fotografie ausgezeichnet.

Arwed Messmer dankt dem Bundesarchiv, dem Staatsarchiv Ludwigsburg und der Polizeihistorischen Sammlung Berlin für die Kooperation und der Stiftung Kunstfonds und der VG Bild-Kunst für die freundliche Unterstützung.

Quelle: Museum Folkwang

 

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Posted by on August 27th, 2017  •  0 Comments  • 

RAF – No Evidence / Kein Beweis

Museum Folkwang zeigt den Fotografen und Bildarchäologen Arwed Messmer mit seiner neuen Arbeit zu einem traumatischen Kapitel der deutschen Geschichte: RAF – No Evidence / Kein Beweis

Essen, 8. Juni 2017 – Über die Rote Armee Fraktion und den Deutschen Herbst 1977 ist aus journalistischer, historischer, literarischer und filmischer Perspektive viel geschrieben und erzählt worden. Der Fotograf und Bildarchäologe Arwed Messmer widmet sich in seiner neuen Arbeit aus fotografischer Sicht diesem Kapitel der bundesdeutschen Geschichte: RAF – No Evidence / Kein Beweis ist vom 9. Juni bis zum 3. September 2017 im Museum Folkwang zu sehen.

Die damalige gesellschaftliche Debatte über die Studentenproteste 1967 und die spätere terroristische Abspaltung wurde erbittert in den Medien geführt. Von der Roten Armee Fraktion existiert eine Vielzahl von Bildern, doch nur einige wenige sind in Erinnerung geblieben. Kannte die Generation der 1970er Jahre noch die Aufnahme des toten Holger Meins oder die 1978 im Stern veröffentlichten Fotografien der „Todesnacht“ in Stammheim, so denkt man heute eher an die Raster der Fahndungsplakate oder an das Videostill und die Polaroid-Aufnahmen des von der RAF entführten Hanns-Martin Schleyer im sogenannten Volksgefängnis. Diese Bilder gehören zum kollektiven Gedächtnis der Deutschen. Doch mit der Konzentration auf einige wenige Bilder, geht auch eine Verarmung historischer Zeugenschaft einher.

Arwed Messmers Ausgangspunkt sind die bisher unbeachtet gebliebenen unterschiedlichen Aufnahmen von Polizeifotografen – Fotos von Demonstrationen, Tatortbilder und erkennungs- dienstliche Aufnahmen –, die er in verschiedenen staatlichen Archiven gesichtet hat. Messmer stellt die Frage, wie diese ehemalige kriminalistische Spurensuche heute als künstlerische Recherche produktiv werden kann – im Sinne einer anderen Erkenntnis dieser Zeit.

Seine Erzählung spannt den Bogen von den Jahren 1967 bis 1977, von den Anfängen der RAF hin zur multiplen Gewaltentladung des Jahres 1977, der Entführung und Ermordung von Hanns- Martin Schleyer und dem Tod von Andreas Baader, Gudrun Ensslin und Jan-Carl Raspe in der JVA Stammheim. Arwed Messmers Methode des zweiten Blicks fördert Bilder zutage, die zuvor größtenteils noch nicht veröffentlicht worden sind und die sich auf den Filmstreifen neben den bekannten Aufnahmen befinden – etwa jener Aufnahmen aus Stammheim, die später, veröffentlicht unter anderem im Stern, zu Ikonen geworden sind. Oder er entdeckt auf Aufnahmen der Berliner Schutzpolizei aus dem Jahr 1967 die Szene des sterbenden Benno Ohnesorg am 2. Juni, ein Tod vor laufenden Kameras. Der Polizeifotograf hielt die ganze Szene fest – hierin unterscheidet er sich vom Journalisten, der immer verdichten und weglassen muss. Ihre ursprüngliche Funktion haben diese Aufnahmen gegen eine andere dokumentarische Qualität eingetauscht. Somit hat Messmers Arbeit auch eine bildethische Dimension: Welche Aufnahmen darf man zeigen, wie kann man sie zeigen, warum sollen wir sie sehen? Dies rührt an einen zentralen Punkt in der Debatte über Bilder, die einerseits historische Dokumente sind, andererseits ihre eigene Ästhetik und ein großes, kaum steuerbares Potential für die empathische Auseinandersetzung mit Geschichte aufweisen.

Seit mehr als 10 Jahren arbeitet Arwed Messmer mit fotografischem Archivmaterial, das seinen eigentlichen, funktionalen Wert eingebüßt hat, nicht selten visueller Ausschuss der Geschichte geworden ist – und dem der Künstler nun neue Leseweisen abgewinnt. In Zusammenarbeit mit Annett Gröschner erschien 2016 die Neuauflage des vielbeachteten Bandes Die Inventarisierung der Macht. Die Berliner Mauer aus anderer Sicht. Zuletzt legte er den Band Zelle/Cell vor, der die Entführung des Politikers Peter Lorenz 1975 mit vergleichbarem Bildmaterial der Polizei nachzeichnet.

Für sein Projekt zur Erforschung der staatlichen Bildarchive zur RAF wurde Arwed Messmer 2014 mit dem Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stipendium für Zeitgenössische Deutsche Fotografie ausgezeichnet.

Arwed Messmer dankt dem Bundesarchiv, dem Staatsarchiv Ludwigsburg und der Polizeihistorischen Sammlung Berlin für die Kooperation und der Stiftung Kunstfonds und der VG Bild-Kunst für die freundliche Unterstützung.

Quelle: Museum Folkwang

 

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RAF – No Evidence / Kein Beweis

Posted by on August 26th, 2017  •  0 Comments  • 

RAF – No Evidence / Kein Beweis

Museum Folkwang zeigt den Fotografen und Bildarchäologen Arwed Messmer mit seiner neuen Arbeit zu einem traumatischen Kapitel der deutschen Geschichte: RAF – No Evidence / Kein Beweis

Essen, 8. Juni 2017 – Über die Rote Armee Fraktion und den Deutschen Herbst 1977 ist aus journalistischer, historischer, literarischer und filmischer Perspektive viel geschrieben und erzählt worden. Der Fotograf und Bildarchäologe Arwed Messmer widmet sich in seiner neuen Arbeit aus fotografischer Sicht diesem Kapitel der bundesdeutschen Geschichte: RAF – No Evidence / Kein Beweis ist vom 9. Juni bis zum 3. September 2017 im Museum Folkwang zu sehen.

Die damalige gesellschaftliche Debatte über die Studentenproteste 1967 und die spätere terroristische Abspaltung wurde erbittert in den Medien geführt. Von der Roten Armee Fraktion existiert eine Vielzahl von Bildern, doch nur einige wenige sind in Erinnerung geblieben. Kannte die Generation der 1970er Jahre noch die Aufnahme des toten Holger Meins oder die 1978 im Stern veröffentlichten Fotografien der „Todesnacht“ in Stammheim, so denkt man heute eher an die Raster der Fahndungsplakate oder an das Videostill und die Polaroid-Aufnahmen des von der RAF entführten Hanns-Martin Schleyer im sogenannten Volksgefängnis. Diese Bilder gehören zum kollektiven Gedächtnis der Deutschen. Doch mit der Konzentration auf einige wenige Bilder, geht auch eine Verarmung historischer Zeugenschaft einher.

Arwed Messmers Ausgangspunkt sind die bisher unbeachtet gebliebenen unterschiedlichen Aufnahmen von Polizeifotografen – Fotos von Demonstrationen, Tatortbilder und erkennungs- dienstliche Aufnahmen –, die er in verschiedenen staatlichen Archiven gesichtet hat. Messmer stellt die Frage, wie diese ehemalige kriminalistische Spurensuche heute als künstlerische Recherche produktiv werden kann – im Sinne einer anderen Erkenntnis dieser Zeit.

Seine Erzählung spannt den Bogen von den Jahren 1967 bis 1977, von den Anfängen der RAF hin zur multiplen Gewaltentladung des Jahres 1977, der Entführung und Ermordung von Hanns- Martin Schleyer und dem Tod von Andreas Baader, Gudrun Ensslin und Jan-Carl Raspe in der JVA Stammheim. Arwed Messmers Methode des zweiten Blicks fördert Bilder zutage, die zuvor größtenteils noch nicht veröffentlicht worden sind und die sich auf den Filmstreifen neben den bekannten Aufnahmen befinden – etwa jener Aufnahmen aus Stammheim, die später, veröffentlicht unter anderem im Stern, zu Ikonen geworden sind. Oder er entdeckt auf Aufnahmen der Berliner Schutzpolizei aus dem Jahr 1967 die Szene des sterbenden Benno Ohnesorg am 2. Juni, ein Tod vor laufenden Kameras. Der Polizeifotograf hielt die ganze Szene fest – hierin unterscheidet er sich vom Journalisten, der immer verdichten und weglassen muss. Ihre ursprüngliche Funktion haben diese Aufnahmen gegen eine andere dokumentarische Qualität eingetauscht. Somit hat Messmers Arbeit auch eine bildethische Dimension: Welche Aufnahmen darf man zeigen, wie kann man sie zeigen, warum sollen wir sie sehen? Dies rührt an einen zentralen Punkt in der Debatte über Bilder, die einerseits historische Dokumente sind, andererseits ihre eigene Ästhetik und ein großes, kaum steuerbares Potential für die empathische Auseinandersetzung mit Geschichte aufweisen.

Seit mehr als 10 Jahren arbeitet Arwed Messmer mit fotografischem Archivmaterial, das seinen eigentlichen, funktionalen Wert eingebüßt hat, nicht selten visueller Ausschuss der Geschichte geworden ist – und dem der Künstler nun neue Leseweisen abgewinnt. In Zusammenarbeit mit Annett Gröschner erschien 2016 die Neuauflage des vielbeachteten Bandes Die Inventarisierung der Macht. Die Berliner Mauer aus anderer Sicht. Zuletzt legte er den Band Zelle/Cell vor, der die Entführung des Politikers Peter Lorenz 1975 mit vergleichbarem Bildmaterial der Polizei nachzeichnet.

Für sein Projekt zur Erforschung der staatlichen Bildarchive zur RAF wurde Arwed Messmer 2014 mit dem Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stipendium für Zeitgenössische Deutsche Fotografie ausgezeichnet.

Arwed Messmer dankt dem Bundesarchiv, dem Staatsarchiv Ludwigsburg und der Polizeihistorischen Sammlung Berlin für die Kooperation und der Stiftung Kunstfonds und der VG Bild-Kunst für die freundliche Unterstützung.

Quelle: Museum Folkwang

 

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RAF – No Evidence / Kein Beweis

Posted by on August 25th, 2017  •  0 Comments  • 

RAF – No Evidence / Kein Beweis

Museum Folkwang zeigt den Fotografen und Bildarchäologen Arwed Messmer mit seiner neuen Arbeit zu einem traumatischen Kapitel der deutschen Geschichte: RAF – No Evidence / Kein Beweis

Essen, 8. Juni 2017 – Über die Rote Armee Fraktion und den Deutschen Herbst 1977 ist aus journalistischer, historischer, literarischer und filmischer Perspektive viel geschrieben und erzählt worden. Der Fotograf und Bildarchäologe Arwed Messmer widmet sich in seiner neuen Arbeit aus fotografischer Sicht diesem Kapitel der bundesdeutschen Geschichte: RAF – No Evidence / Kein Beweis ist vom 9. Juni bis zum 3. September 2017 im Museum Folkwang zu sehen.

Die damalige gesellschaftliche Debatte über die Studentenproteste 1967 und die spätere terroristische Abspaltung wurde erbittert in den Medien geführt. Von der Roten Armee Fraktion existiert eine Vielzahl von Bildern, doch nur einige wenige sind in Erinnerung geblieben. Kannte die Generation der 1970er Jahre noch die Aufnahme des toten Holger Meins oder die 1978 im Stern veröffentlichten Fotografien der „Todesnacht“ in Stammheim, so denkt man heute eher an die Raster der Fahndungsplakate oder an das Videostill und die Polaroid-Aufnahmen des von der RAF entführten Hanns-Martin Schleyer im sogenannten Volksgefängnis. Diese Bilder gehören zum kollektiven Gedächtnis der Deutschen. Doch mit der Konzentration auf einige wenige Bilder, geht auch eine Verarmung historischer Zeugenschaft einher.

Arwed Messmers Ausgangspunkt sind die bisher unbeachtet gebliebenen unterschiedlichen Aufnahmen von Polizeifotografen – Fotos von Demonstrationen, Tatortbilder und erkennungs- dienstliche Aufnahmen –, die er in verschiedenen staatlichen Archiven gesichtet hat. Messmer stellt die Frage, wie diese ehemalige kriminalistische Spurensuche heute als künstlerische Recherche produktiv werden kann – im Sinne einer anderen Erkenntnis dieser Zeit.

Seine Erzählung spannt den Bogen von den Jahren 1967 bis 1977, von den Anfängen der RAF hin zur multiplen Gewaltentladung des Jahres 1977, der Entführung und Ermordung von Hanns- Martin Schleyer und dem Tod von Andreas Baader, Gudrun Ensslin und Jan-Carl Raspe in der JVA Stammheim. Arwed Messmers Methode des zweiten Blicks fördert Bilder zutage, die zuvor größtenteils noch nicht veröffentlicht worden sind und die sich auf den Filmstreifen neben den bekannten Aufnahmen befinden – etwa jener Aufnahmen aus Stammheim, die später, veröffentlicht unter anderem im Stern, zu Ikonen geworden sind. Oder er entdeckt auf Aufnahmen der Berliner Schutzpolizei aus dem Jahr 1967 die Szene des sterbenden Benno Ohnesorg am 2. Juni, ein Tod vor laufenden Kameras. Der Polizeifotograf hielt die ganze Szene fest – hierin unterscheidet er sich vom Journalisten, der immer verdichten und weglassen muss. Ihre ursprüngliche Funktion haben diese Aufnahmen gegen eine andere dokumentarische Qualität eingetauscht. Somit hat Messmers Arbeit auch eine bildethische Dimension: Welche Aufnahmen darf man zeigen, wie kann man sie zeigen, warum sollen wir sie sehen? Dies rührt an einen zentralen Punkt in der Debatte über Bilder, die einerseits historische Dokumente sind, andererseits ihre eigene Ästhetik und ein großes, kaum steuerbares Potential für die empathische Auseinandersetzung mit Geschichte aufweisen.

Seit mehr als 10 Jahren arbeitet Arwed Messmer mit fotografischem Archivmaterial, das seinen eigentlichen, funktionalen Wert eingebüßt hat, nicht selten visueller Ausschuss der Geschichte geworden ist – und dem der Künstler nun neue Leseweisen abgewinnt. In Zusammenarbeit mit Annett Gröschner erschien 2016 die Neuauflage des vielbeachteten Bandes Die Inventarisierung der Macht. Die Berliner Mauer aus anderer Sicht. Zuletzt legte er den Band Zelle/Cell vor, der die Entführung des Politikers Peter Lorenz 1975 mit vergleichbarem Bildmaterial der Polizei nachzeichnet.

Für sein Projekt zur Erforschung der staatlichen Bildarchive zur RAF wurde Arwed Messmer 2014 mit dem Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stipendium für Zeitgenössische Deutsche Fotografie ausgezeichnet.

Arwed Messmer dankt dem Bundesarchiv, dem Staatsarchiv Ludwigsburg und der Polizeihistorischen Sammlung Berlin für die Kooperation und der Stiftung Kunstfonds und der VG Bild-Kunst für die freundliche Unterstützung.

Quelle: Museum Folkwang

 

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RAF – No Evidence / Kein Beweis

Posted by on August 24th, 2017  •  0 Comments  • 

RAF – No Evidence / Kein Beweis

Museum Folkwang zeigt den Fotografen und Bildarchäologen Arwed Messmer mit seiner neuen Arbeit zu einem traumatischen Kapitel der deutschen Geschichte: RAF – No Evidence / Kein Beweis

Essen, 8. Juni 2017 – Über die Rote Armee Fraktion und den Deutschen Herbst 1977 ist aus journalistischer, historischer, literarischer und filmischer Perspektive viel geschrieben und erzählt worden. Der Fotograf und Bildarchäologe Arwed Messmer widmet sich in seiner neuen Arbeit aus fotografischer Sicht diesem Kapitel der bundesdeutschen Geschichte: RAF – No Evidence / Kein Beweis ist vom 9. Juni bis zum 3. September 2017 im Museum Folkwang zu sehen.

Die damalige gesellschaftliche Debatte über die Studentenproteste 1967 und die spätere terroristische Abspaltung wurde erbittert in den Medien geführt. Von der Roten Armee Fraktion existiert eine Vielzahl von Bildern, doch nur einige wenige sind in Erinnerung geblieben. Kannte die Generation der 1970er Jahre noch die Aufnahme des toten Holger Meins oder die 1978 im Stern veröffentlichten Fotografien der „Todesnacht“ in Stammheim, so denkt man heute eher an die Raster der Fahndungsplakate oder an das Videostill und die Polaroid-Aufnahmen des von der RAF entführten Hanns-Martin Schleyer im sogenannten Volksgefängnis. Diese Bilder gehören zum kollektiven Gedächtnis der Deutschen. Doch mit der Konzentration auf einige wenige Bilder, geht auch eine Verarmung historischer Zeugenschaft einher.

Arwed Messmers Ausgangspunkt sind die bisher unbeachtet gebliebenen unterschiedlichen Aufnahmen von Polizeifotografen – Fotos von Demonstrationen, Tatortbilder und erkennungs- dienstliche Aufnahmen –, die er in verschiedenen staatlichen Archiven gesichtet hat. Messmer stellt die Frage, wie diese ehemalige kriminalistische Spurensuche heute als künstlerische Recherche produktiv werden kann – im Sinne einer anderen Erkenntnis dieser Zeit.

Seine Erzählung spannt den Bogen von den Jahren 1967 bis 1977, von den Anfängen der RAF hin zur multiplen Gewaltentladung des Jahres 1977, der Entführung und Ermordung von Hanns- Martin Schleyer und dem Tod von Andreas Baader, Gudrun Ensslin und Jan-Carl Raspe in der JVA Stammheim. Arwed Messmers Methode des zweiten Blicks fördert Bilder zutage, die zuvor größtenteils noch nicht veröffentlicht worden sind und die sich auf den Filmstreifen neben den bekannten Aufnahmen befinden – etwa jener Aufnahmen aus Stammheim, die später, veröffentlicht unter anderem im Stern, zu Ikonen geworden sind. Oder er entdeckt auf Aufnahmen der Berliner Schutzpolizei aus dem Jahr 1967 die Szene des sterbenden Benno Ohnesorg am 2. Juni, ein Tod vor laufenden Kameras. Der Polizeifotograf hielt die ganze Szene fest – hierin unterscheidet er sich vom Journalisten, der immer verdichten und weglassen muss. Ihre ursprüngliche Funktion haben diese Aufnahmen gegen eine andere dokumentarische Qualität eingetauscht. Somit hat Messmers Arbeit auch eine bildethische Dimension: Welche Aufnahmen darf man zeigen, wie kann man sie zeigen, warum sollen wir sie sehen? Dies rührt an einen zentralen Punkt in der Debatte über Bilder, die einerseits historische Dokumente sind, andererseits ihre eigene Ästhetik und ein großes, kaum steuerbares Potential für die empathische Auseinandersetzung mit Geschichte aufweisen.

Seit mehr als 10 Jahren arbeitet Arwed Messmer mit fotografischem Archivmaterial, das seinen eigentlichen, funktionalen Wert eingebüßt hat, nicht selten visueller Ausschuss der Geschichte geworden ist – und dem der Künstler nun neue Leseweisen abgewinnt. In Zusammenarbeit mit Annett Gröschner erschien 2016 die Neuauflage des vielbeachteten Bandes Die Inventarisierung der Macht. Die Berliner Mauer aus anderer Sicht. Zuletzt legte er den Band Zelle/Cell vor, der die Entführung des Politikers Peter Lorenz 1975 mit vergleichbarem Bildmaterial der Polizei nachzeichnet.

Für sein Projekt zur Erforschung der staatlichen Bildarchive zur RAF wurde Arwed Messmer 2014 mit dem Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stipendium für Zeitgenössische Deutsche Fotografie ausgezeichnet.

Arwed Messmer dankt dem Bundesarchiv, dem Staatsarchiv Ludwigsburg und der Polizeihistorischen Sammlung Berlin für die Kooperation und der Stiftung Kunstfonds und der VG Bild-Kunst für die freundliche Unterstützung.

Quelle: Museum Folkwang

 

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RAF – No Evidence / Kein Beweis

Posted by on August 23rd, 2017  •  0 Comments  • 

RAF – No Evidence / Kein Beweis

Museum Folkwang zeigt den Fotografen und Bildarchäologen Arwed Messmer mit seiner neuen Arbeit zu einem traumatischen Kapitel der deutschen Geschichte: RAF – No Evidence / Kein Beweis

Essen, 8. Juni 2017 – Über die Rote Armee Fraktion und den Deutschen Herbst 1977 ist aus journalistischer, historischer, literarischer und filmischer Perspektive viel geschrieben und erzählt worden. Der Fotograf und Bildarchäologe Arwed Messmer widmet sich in seiner neuen Arbeit aus fotografischer Sicht diesem Kapitel der bundesdeutschen Geschichte: RAF – No Evidence / Kein Beweis ist vom 9. Juni bis zum 3. September 2017 im Museum Folkwang zu sehen.

Die damalige gesellschaftliche Debatte über die Studentenproteste 1967 und die spätere terroristische Abspaltung wurde erbittert in den Medien geführt. Von der Roten Armee Fraktion existiert eine Vielzahl von Bildern, doch nur einige wenige sind in Erinnerung geblieben. Kannte die Generation der 1970er Jahre noch die Aufnahme des toten Holger Meins oder die 1978 im Stern veröffentlichten Fotografien der „Todesnacht“ in Stammheim, so denkt man heute eher an die Raster der Fahndungsplakate oder an das Videostill und die Polaroid-Aufnahmen des von der RAF entführten Hanns-Martin Schleyer im sogenannten Volksgefängnis. Diese Bilder gehören zum kollektiven Gedächtnis der Deutschen. Doch mit der Konzentration auf einige wenige Bilder, geht auch eine Verarmung historischer Zeugenschaft einher.

Arwed Messmers Ausgangspunkt sind die bisher unbeachtet gebliebenen unterschiedlichen Aufnahmen von Polizeifotografen – Fotos von Demonstrationen, Tatortbilder und erkennungs- dienstliche Aufnahmen –, die er in verschiedenen staatlichen Archiven gesichtet hat. Messmer stellt die Frage, wie diese ehemalige kriminalistische Spurensuche heute als künstlerische Recherche produktiv werden kann – im Sinne einer anderen Erkenntnis dieser Zeit.

Seine Erzählung spannt den Bogen von den Jahren 1967 bis 1977, von den Anfängen der RAF hin zur multiplen Gewaltentladung des Jahres 1977, der Entführung und Ermordung von Hanns- Martin Schleyer und dem Tod von Andreas Baader, Gudrun Ensslin und Jan-Carl Raspe in der JVA Stammheim. Arwed Messmers Methode des zweiten Blicks fördert Bilder zutage, die zuvor größtenteils noch nicht veröffentlicht worden sind und die sich auf den Filmstreifen neben den bekannten Aufnahmen befinden – etwa jener Aufnahmen aus Stammheim, die später, veröffentlicht unter anderem im Stern, zu Ikonen geworden sind. Oder er entdeckt auf Aufnahmen der Berliner Schutzpolizei aus dem Jahr 1967 die Szene des sterbenden Benno Ohnesorg am 2. Juni, ein Tod vor laufenden Kameras. Der Polizeifotograf hielt die ganze Szene fest – hierin unterscheidet er sich vom Journalisten, der immer verdichten und weglassen muss. Ihre ursprüngliche Funktion haben diese Aufnahmen gegen eine andere dokumentarische Qualität eingetauscht. Somit hat Messmers Arbeit auch eine bildethische Dimension: Welche Aufnahmen darf man zeigen, wie kann man sie zeigen, warum sollen wir sie sehen? Dies rührt an einen zentralen Punkt in der Debatte über Bilder, die einerseits historische Dokumente sind, andererseits ihre eigene Ästhetik und ein großes, kaum steuerbares Potential für die empathische Auseinandersetzung mit Geschichte aufweisen.

Seit mehr als 10 Jahren arbeitet Arwed Messmer mit fotografischem Archivmaterial, das seinen eigentlichen, funktionalen Wert eingebüßt hat, nicht selten visueller Ausschuss der Geschichte geworden ist – und dem der Künstler nun neue Leseweisen abgewinnt. In Zusammenarbeit mit Annett Gröschner erschien 2016 die Neuauflage des vielbeachteten Bandes Die Inventarisierung der Macht. Die Berliner Mauer aus anderer Sicht. Zuletzt legte er den Band Zelle/Cell vor, der die Entführung des Politikers Peter Lorenz 1975 mit vergleichbarem Bildmaterial der Polizei nachzeichnet.

Für sein Projekt zur Erforschung der staatlichen Bildarchive zur RAF wurde Arwed Messmer 2014 mit dem Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stipendium für Zeitgenössische Deutsche Fotografie ausgezeichnet.

Arwed Messmer dankt dem Bundesarchiv, dem Staatsarchiv Ludwigsburg und der Polizeihistorischen Sammlung Berlin für die Kooperation und der Stiftung Kunstfonds und der VG Bild-Kunst für die freundliche Unterstützung.

Quelle: Museum Folkwang

 

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RAF – No Evidence / Kein Beweis

Posted by on August 22nd, 2017  •  0 Comments  • 

RAF – No Evidence / Kein Beweis

Museum Folkwang zeigt den Fotografen und Bildarchäologen Arwed Messmer mit seiner neuen Arbeit zu einem traumatischen Kapitel der deutschen Geschichte: RAF – No Evidence / Kein Beweis

Essen, 8. Juni 2017 – Über die Rote Armee Fraktion und den Deutschen Herbst 1977 ist aus journalistischer, historischer, literarischer und filmischer Perspektive viel geschrieben und erzählt worden. Der Fotograf und Bildarchäologe Arwed Messmer widmet sich in seiner neuen Arbeit aus fotografischer Sicht diesem Kapitel der bundesdeutschen Geschichte: RAF – No Evidence / Kein Beweis ist vom 9. Juni bis zum 3. September 2017 im Museum Folkwang zu sehen.

Die damalige gesellschaftliche Debatte über die Studentenproteste 1967 und die spätere terroristische Abspaltung wurde erbittert in den Medien geführt. Von der Roten Armee Fraktion existiert eine Vielzahl von Bildern, doch nur einige wenige sind in Erinnerung geblieben. Kannte die Generation der 1970er Jahre noch die Aufnahme des toten Holger Meins oder die 1978 im Stern veröffentlichten Fotografien der „Todesnacht“ in Stammheim, so denkt man heute eher an die Raster der Fahndungsplakate oder an das Videostill und die Polaroid-Aufnahmen des von der RAF entführten Hanns-Martin Schleyer im sogenannten Volksgefängnis. Diese Bilder gehören zum kollektiven Gedächtnis der Deutschen. Doch mit der Konzentration auf einige wenige Bilder, geht auch eine Verarmung historischer Zeugenschaft einher.

Arwed Messmers Ausgangspunkt sind die bisher unbeachtet gebliebenen unterschiedlichen Aufnahmen von Polizeifotografen – Fotos von Demonstrationen, Tatortbilder und erkennungs- dienstliche Aufnahmen –, die er in verschiedenen staatlichen Archiven gesichtet hat. Messmer stellt die Frage, wie diese ehemalige kriminalistische Spurensuche heute als künstlerische Recherche produktiv werden kann – im Sinne einer anderen Erkenntnis dieser Zeit.

Seine Erzählung spannt den Bogen von den Jahren 1967 bis 1977, von den Anfängen der RAF hin zur multiplen Gewaltentladung des Jahres 1977, der Entführung und Ermordung von Hanns- Martin Schleyer und dem Tod von Andreas Baader, Gudrun Ensslin und Jan-Carl Raspe in der JVA Stammheim. Arwed Messmers Methode des zweiten Blicks fördert Bilder zutage, die zuvor größtenteils noch nicht veröffentlicht worden sind und die sich auf den Filmstreifen neben den bekannten Aufnahmen befinden – etwa jener Aufnahmen aus Stammheim, die später, veröffentlicht unter anderem im Stern, zu Ikonen geworden sind. Oder er entdeckt auf Aufnahmen der Berliner Schutzpolizei aus dem Jahr 1967 die Szene des sterbenden Benno Ohnesorg am 2. Juni, ein Tod vor laufenden Kameras. Der Polizeifotograf hielt die ganze Szene fest – hierin unterscheidet er sich vom Journalisten, der immer verdichten und weglassen muss. Ihre ursprüngliche Funktion haben diese Aufnahmen gegen eine andere dokumentarische Qualität eingetauscht. Somit hat Messmers Arbeit auch eine bildethische Dimension: Welche Aufnahmen darf man zeigen, wie kann man sie zeigen, warum sollen wir sie sehen? Dies rührt an einen zentralen Punkt in der Debatte über Bilder, die einerseits historische Dokumente sind, andererseits ihre eigene Ästhetik und ein großes, kaum steuerbares Potential für die empathische Auseinandersetzung mit Geschichte aufweisen.

Seit mehr als 10 Jahren arbeitet Arwed Messmer mit fotografischem Archivmaterial, das seinen eigentlichen, funktionalen Wert eingebüßt hat, nicht selten visueller Ausschuss der Geschichte geworden ist – und dem der Künstler nun neue Leseweisen abgewinnt. In Zusammenarbeit mit Annett Gröschner erschien 2016 die Neuauflage des vielbeachteten Bandes Die Inventarisierung der Macht. Die Berliner Mauer aus anderer Sicht. Zuletzt legte er den Band Zelle/Cell vor, der die Entführung des Politikers Peter Lorenz 1975 mit vergleichbarem Bildmaterial der Polizei nachzeichnet.

Für sein Projekt zur Erforschung der staatlichen Bildarchive zur RAF wurde Arwed Messmer 2014 mit dem Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stipendium für Zeitgenössische Deutsche Fotografie ausgezeichnet.

Arwed Messmer dankt dem Bundesarchiv, dem Staatsarchiv Ludwigsburg und der Polizeihistorischen Sammlung Berlin für die Kooperation und der Stiftung Kunstfonds und der VG Bild-Kunst für die freundliche Unterstützung.

Quelle: Museum Folkwang

 

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RAF – No Evidence / Kein Beweis

Posted by on August 21st, 2017  •  0 Comments  • 

RAF – No Evidence / Kein Beweis

Museum Folkwang zeigt den Fotografen und Bildarchäologen Arwed Messmer mit seiner neuen Arbeit zu einem traumatischen Kapitel der deutschen Geschichte: RAF – No Evidence / Kein Beweis

Essen, 8. Juni 2017 – Über die Rote Armee Fraktion und den Deutschen Herbst 1977 ist aus journalistischer, historischer, literarischer und filmischer Perspektive viel geschrieben und erzählt worden. Der Fotograf und Bildarchäologe Arwed Messmer widmet sich in seiner neuen Arbeit aus fotografischer Sicht diesem Kapitel der bundesdeutschen Geschichte: RAF – No Evidence / Kein Beweis ist vom 9. Juni bis zum 3. September 2017 im Museum Folkwang zu sehen.

Die damalige gesellschaftliche Debatte über die Studentenproteste 1967 und die spätere terroristische Abspaltung wurde erbittert in den Medien geführt. Von der Roten Armee Fraktion existiert eine Vielzahl von Bildern, doch nur einige wenige sind in Erinnerung geblieben. Kannte die Generation der 1970er Jahre noch die Aufnahme des toten Holger Meins oder die 1978 im Stern veröffentlichten Fotografien der „Todesnacht“ in Stammheim, so denkt man heute eher an die Raster der Fahndungsplakate oder an das Videostill und die Polaroid-Aufnahmen des von der RAF entführten Hanns-Martin Schleyer im sogenannten Volksgefängnis. Diese Bilder gehören zum kollektiven Gedächtnis der Deutschen. Doch mit der Konzentration auf einige wenige Bilder, geht auch eine Verarmung historischer Zeugenschaft einher.

Arwed Messmers Ausgangspunkt sind die bisher unbeachtet gebliebenen unterschiedlichen Aufnahmen von Polizeifotografen – Fotos von Demonstrationen, Tatortbilder und erkennungs- dienstliche Aufnahmen –, die er in verschiedenen staatlichen Archiven gesichtet hat. Messmer stellt die Frage, wie diese ehemalige kriminalistische Spurensuche heute als künstlerische Recherche produktiv werden kann – im Sinne einer anderen Erkenntnis dieser Zeit.

Seine Erzählung spannt den Bogen von den Jahren 1967 bis 1977, von den Anfängen der RAF hin zur multiplen Gewaltentladung des Jahres 1977, der Entführung und Ermordung von Hanns- Martin Schleyer und dem Tod von Andreas Baader, Gudrun Ensslin und Jan-Carl Raspe in der JVA Stammheim. Arwed Messmers Methode des zweiten Blicks fördert Bilder zutage, die zuvor größtenteils noch nicht veröffentlicht worden sind und die sich auf den Filmstreifen neben den bekannten Aufnahmen befinden – etwa jener Aufnahmen aus Stammheim, die später, veröffentlicht unter anderem im Stern, zu Ikonen geworden sind. Oder er entdeckt auf Aufnahmen der Berliner Schutzpolizei aus dem Jahr 1967 die Szene des sterbenden Benno Ohnesorg am 2. Juni, ein Tod vor laufenden Kameras. Der Polizeifotograf hielt die ganze Szene fest – hierin unterscheidet er sich vom Journalisten, der immer verdichten und weglassen muss. Ihre ursprüngliche Funktion haben diese Aufnahmen gegen eine andere dokumentarische Qualität eingetauscht. Somit hat Messmers Arbeit auch eine bildethische Dimension: Welche Aufnahmen darf man zeigen, wie kann man sie zeigen, warum sollen wir sie sehen? Dies rührt an einen zentralen Punkt in der Debatte über Bilder, die einerseits historische Dokumente sind, andererseits ihre eigene Ästhetik und ein großes, kaum steuerbares Potential für die empathische Auseinandersetzung mit Geschichte aufweisen.

Seit mehr als 10 Jahren arbeitet Arwed Messmer mit fotografischem Archivmaterial, das seinen eigentlichen, funktionalen Wert eingebüßt hat, nicht selten visueller Ausschuss der Geschichte geworden ist – und dem der Künstler nun neue Leseweisen abgewinnt. In Zusammenarbeit mit Annett Gröschner erschien 2016 die Neuauflage des vielbeachteten Bandes Die Inventarisierung der Macht. Die Berliner Mauer aus anderer Sicht. Zuletzt legte er den Band Zelle/Cell vor, der die Entführung des Politikers Peter Lorenz 1975 mit vergleichbarem Bildmaterial der Polizei nachzeichnet.

Für sein Projekt zur Erforschung der staatlichen Bildarchive zur RAF wurde Arwed Messmer 2014 mit dem Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stipendium für Zeitgenössische Deutsche Fotografie ausgezeichnet.

Arwed Messmer dankt dem Bundesarchiv, dem Staatsarchiv Ludwigsburg und der Polizeihistorischen Sammlung Berlin für die Kooperation und der Stiftung Kunstfonds und der VG Bild-Kunst für die freundliche Unterstützung.

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RAF – No Evidence / Kein Beweis

Posted by on August 20th, 2017  •  0 Comments  • 

RAF – No Evidence / Kein Beweis

Museum Folkwang zeigt den Fotografen und Bildarchäologen Arwed Messmer mit seiner neuen Arbeit zu einem traumatischen Kapitel der deutschen Geschichte: RAF – No Evidence / Kein Beweis

Essen, 8. Juni 2017 – Über die Rote Armee Fraktion und den Deutschen Herbst 1977 ist aus journalistischer, historischer, literarischer und filmischer Perspektive viel geschrieben und erzählt worden. Der Fotograf und Bildarchäologe Arwed Messmer widmet sich in seiner neuen Arbeit aus fotografischer Sicht diesem Kapitel der bundesdeutschen Geschichte: RAF – No Evidence / Kein Beweis ist vom 9. Juni bis zum 3. September 2017 im Museum Folkwang zu sehen.

Die damalige gesellschaftliche Debatte über die Studentenproteste 1967 und die spätere terroristische Abspaltung wurde erbittert in den Medien geführt. Von der Roten Armee Fraktion existiert eine Vielzahl von Bildern, doch nur einige wenige sind in Erinnerung geblieben. Kannte die Generation der 1970er Jahre noch die Aufnahme des toten Holger Meins oder die 1978 im Stern veröffentlichten Fotografien der „Todesnacht“ in Stammheim, so denkt man heute eher an die Raster der Fahndungsplakate oder an das Videostill und die Polaroid-Aufnahmen des von der RAF entführten Hanns-Martin Schleyer im sogenannten Volksgefängnis. Diese Bilder gehören zum kollektiven Gedächtnis der Deutschen. Doch mit der Konzentration auf einige wenige Bilder, geht auch eine Verarmung historischer Zeugenschaft einher.

Arwed Messmers Ausgangspunkt sind die bisher unbeachtet gebliebenen unterschiedlichen Aufnahmen von Polizeifotografen – Fotos von Demonstrationen, Tatortbilder und erkennungs- dienstliche Aufnahmen –, die er in verschiedenen staatlichen Archiven gesichtet hat. Messmer stellt die Frage, wie diese ehemalige kriminalistische Spurensuche heute als künstlerische Recherche produktiv werden kann – im Sinne einer anderen Erkenntnis dieser Zeit.

Seine Erzählung spannt den Bogen von den Jahren 1967 bis 1977, von den Anfängen der RAF hin zur multiplen Gewaltentladung des Jahres 1977, der Entführung und Ermordung von Hanns- Martin Schleyer und dem Tod von Andreas Baader, Gudrun Ensslin und Jan-Carl Raspe in der JVA Stammheim. Arwed Messmers Methode des zweiten Blicks fördert Bilder zutage, die zuvor größtenteils noch nicht veröffentlicht worden sind und die sich auf den Filmstreifen neben den bekannten Aufnahmen befinden – etwa jener Aufnahmen aus Stammheim, die später, veröffentlicht unter anderem im Stern, zu Ikonen geworden sind. Oder er entdeckt auf Aufnahmen der Berliner Schutzpolizei aus dem Jahr 1967 die Szene des sterbenden Benno Ohnesorg am 2. Juni, ein Tod vor laufenden Kameras. Der Polizeifotograf hielt die ganze Szene fest – hierin unterscheidet er sich vom Journalisten, der immer verdichten und weglassen muss. Ihre ursprüngliche Funktion haben diese Aufnahmen gegen eine andere dokumentarische Qualität eingetauscht. Somit hat Messmers Arbeit auch eine bildethische Dimension: Welche Aufnahmen darf man zeigen, wie kann man sie zeigen, warum sollen wir sie sehen? Dies rührt an einen zentralen Punkt in der Debatte über Bilder, die einerseits historische Dokumente sind, andererseits ihre eigene Ästhetik und ein großes, kaum steuerbares Potential für die empathische Auseinandersetzung mit Geschichte aufweisen.

Seit mehr als 10 Jahren arbeitet Arwed Messmer mit fotografischem Archivmaterial, das seinen eigentlichen, funktionalen Wert eingebüßt hat, nicht selten visueller Ausschuss der Geschichte geworden ist – und dem der Künstler nun neue Leseweisen abgewinnt. In Zusammenarbeit mit Annett Gröschner erschien 2016 die Neuauflage des vielbeachteten Bandes Die Inventarisierung der Macht. Die Berliner Mauer aus anderer Sicht. Zuletzt legte er den Band Zelle/Cell vor, der die Entführung des Politikers Peter Lorenz 1975 mit vergleichbarem Bildmaterial der Polizei nachzeichnet.

Für sein Projekt zur Erforschung der staatlichen Bildarchive zur RAF wurde Arwed Messmer 2014 mit dem Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stipendium für Zeitgenössische Deutsche Fotografie ausgezeichnet.

Arwed Messmer dankt dem Bundesarchiv, dem Staatsarchiv Ludwigsburg und der Polizeihistorischen Sammlung Berlin für die Kooperation und der Stiftung Kunstfonds und der VG Bild-Kunst für die freundliche Unterstützung.

Quelle: Museum Folkwang

 

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RAF – No Evidence / Kein Beweis

Posted by on August 19th, 2017  •  0 Comments  • 

RAF – No Evidence / Kein Beweis

Museum Folkwang zeigt den Fotografen und Bildarchäologen Arwed Messmer mit seiner neuen Arbeit zu einem traumatischen Kapitel der deutschen Geschichte: RAF – No Evidence / Kein Beweis

Essen, 8. Juni 2017 – Über die Rote Armee Fraktion und den Deutschen Herbst 1977 ist aus journalistischer, historischer, literarischer und filmischer Perspektive viel geschrieben und erzählt worden. Der Fotograf und Bildarchäologe Arwed Messmer widmet sich in seiner neuen Arbeit aus fotografischer Sicht diesem Kapitel der bundesdeutschen Geschichte: RAF – No Evidence / Kein Beweis ist vom 9. Juni bis zum 3. September 2017 im Museum Folkwang zu sehen.

Die damalige gesellschaftliche Debatte über die Studentenproteste 1967 und die spätere terroristische Abspaltung wurde erbittert in den Medien geführt. Von der Roten Armee Fraktion existiert eine Vielzahl von Bildern, doch nur einige wenige sind in Erinnerung geblieben. Kannte die Generation der 1970er Jahre noch die Aufnahme des toten Holger Meins oder die 1978 im Stern veröffentlichten Fotografien der „Todesnacht“ in Stammheim, so denkt man heute eher an die Raster der Fahndungsplakate oder an das Videostill und die Polaroid-Aufnahmen des von der RAF entführten Hanns-Martin Schleyer im sogenannten Volksgefängnis. Diese Bilder gehören zum kollektiven Gedächtnis der Deutschen. Doch mit der Konzentration auf einige wenige Bilder, geht auch eine Verarmung historischer Zeugenschaft einher.

Arwed Messmers Ausgangspunkt sind die bisher unbeachtet gebliebenen unterschiedlichen Aufnahmen von Polizeifotografen – Fotos von Demonstrationen, Tatortbilder und erkennungs- dienstliche Aufnahmen –, die er in verschiedenen staatlichen Archiven gesichtet hat. Messmer stellt die Frage, wie diese ehemalige kriminalistische Spurensuche heute als künstlerische Recherche produktiv werden kann – im Sinne einer anderen Erkenntnis dieser Zeit.

Seine Erzählung spannt den Bogen von den Jahren 1967 bis 1977, von den Anfängen der RAF hin zur multiplen Gewaltentladung des Jahres 1977, der Entführung und Ermordung von Hanns- Martin Schleyer und dem Tod von Andreas Baader, Gudrun Ensslin und Jan-Carl Raspe in der JVA Stammheim. Arwed Messmers Methode des zweiten Blicks fördert Bilder zutage, die zuvor größtenteils noch nicht veröffentlicht worden sind und die sich auf den Filmstreifen neben den bekannten Aufnahmen befinden – etwa jener Aufnahmen aus Stammheim, die später, veröffentlicht unter anderem im Stern, zu Ikonen geworden sind. Oder er entdeckt auf Aufnahmen der Berliner Schutzpolizei aus dem Jahr 1967 die Szene des sterbenden Benno Ohnesorg am 2. Juni, ein Tod vor laufenden Kameras. Der Polizeifotograf hielt die ganze Szene fest – hierin unterscheidet er sich vom Journalisten, der immer verdichten und weglassen muss. Ihre ursprüngliche Funktion haben diese Aufnahmen gegen eine andere dokumentarische Qualität eingetauscht. Somit hat Messmers Arbeit auch eine bildethische Dimension: Welche Aufnahmen darf man zeigen, wie kann man sie zeigen, warum sollen wir sie sehen? Dies rührt an einen zentralen Punkt in der Debatte über Bilder, die einerseits historische Dokumente sind, andererseits ihre eigene Ästhetik und ein großes, kaum steuerbares Potential für die empathische Auseinandersetzung mit Geschichte aufweisen.

Seit mehr als 10 Jahren arbeitet Arwed Messmer mit fotografischem Archivmaterial, das seinen eigentlichen, funktionalen Wert eingebüßt hat, nicht selten visueller Ausschuss der Geschichte geworden ist – und dem der Künstler nun neue Leseweisen abgewinnt. In Zusammenarbeit mit Annett Gröschner erschien 2016 die Neuauflage des vielbeachteten Bandes Die Inventarisierung der Macht. Die Berliner Mauer aus anderer Sicht. Zuletzt legte er den Band Zelle/Cell vor, der die Entführung des Politikers Peter Lorenz 1975 mit vergleichbarem Bildmaterial der Polizei nachzeichnet.

Für sein Projekt zur Erforschung der staatlichen Bildarchive zur RAF wurde Arwed Messmer 2014 mit dem Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stipendium für Zeitgenössische Deutsche Fotografie ausgezeichnet.

Arwed Messmer dankt dem Bundesarchiv, dem Staatsarchiv Ludwigsburg und der Polizeihistorischen Sammlung Berlin für die Kooperation und der Stiftung Kunstfonds und der VG Bild-Kunst für die freundliche Unterstützung.

Quelle: Museum Folkwang

 

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RAF – No Evidence / Kein Beweis

Posted by on August 18th, 2017  •  0 Comments  • 

RAF – No Evidence / Kein Beweis

Museum Folkwang zeigt den Fotografen und Bildarchäologen Arwed Messmer mit seiner neuen Arbeit zu einem traumatischen Kapitel der deutschen Geschichte: RAF – No Evidence / Kein Beweis

Essen, 8. Juni 2017 – Über die Rote Armee Fraktion und den Deutschen Herbst 1977 ist aus journalistischer, historischer, literarischer und filmischer Perspektive viel geschrieben und erzählt worden. Der Fotograf und Bildarchäologe Arwed Messmer widmet sich in seiner neuen Arbeit aus fotografischer Sicht diesem Kapitel der bundesdeutschen Geschichte: RAF – No Evidence / Kein Beweis ist vom 9. Juni bis zum 3. September 2017 im Museum Folkwang zu sehen.

Die damalige gesellschaftliche Debatte über die Studentenproteste 1967 und die spätere terroristische Abspaltung wurde erbittert in den Medien geführt. Von der Roten Armee Fraktion existiert eine Vielzahl von Bildern, doch nur einige wenige sind in Erinnerung geblieben. Kannte die Generation der 1970er Jahre noch die Aufnahme des toten Holger Meins oder die 1978 im Stern veröffentlichten Fotografien der „Todesnacht“ in Stammheim, so denkt man heute eher an die Raster der Fahndungsplakate oder an das Videostill und die Polaroid-Aufnahmen des von der RAF entführten Hanns-Martin Schleyer im sogenannten Volksgefängnis. Diese Bilder gehören zum kollektiven Gedächtnis der Deutschen. Doch mit der Konzentration auf einige wenige Bilder, geht auch eine Verarmung historischer Zeugenschaft einher.

Arwed Messmers Ausgangspunkt sind die bisher unbeachtet gebliebenen unterschiedlichen Aufnahmen von Polizeifotografen – Fotos von Demonstrationen, Tatortbilder und erkennungs- dienstliche Aufnahmen –, die er in verschiedenen staatlichen Archiven gesichtet hat. Messmer stellt die Frage, wie diese ehemalige kriminalistische Spurensuche heute als künstlerische Recherche produktiv werden kann – im Sinne einer anderen Erkenntnis dieser Zeit.

Seine Erzählung spannt den Bogen von den Jahren 1967 bis 1977, von den Anfängen der RAF hin zur multiplen Gewaltentladung des Jahres 1977, der Entführung und Ermordung von Hanns- Martin Schleyer und dem Tod von Andreas Baader, Gudrun Ensslin und Jan-Carl Raspe in der JVA Stammheim. Arwed Messmers Methode des zweiten Blicks fördert Bilder zutage, die zuvor größtenteils noch nicht veröffentlicht worden sind und die sich auf den Filmstreifen neben den bekannten Aufnahmen befinden – etwa jener Aufnahmen aus Stammheim, die später, veröffentlicht unter anderem im Stern, zu Ikonen geworden sind. Oder er entdeckt auf Aufnahmen der Berliner Schutzpolizei aus dem Jahr 1967 die Szene des sterbenden Benno Ohnesorg am 2. Juni, ein Tod vor laufenden Kameras. Der Polizeifotograf hielt die ganze Szene fest – hierin unterscheidet er sich vom Journalisten, der immer verdichten und weglassen muss. Ihre ursprüngliche Funktion haben diese Aufnahmen gegen eine andere dokumentarische Qualität eingetauscht. Somit hat Messmers Arbeit auch eine bildethische Dimension: Welche Aufnahmen darf man zeigen, wie kann man sie zeigen, warum sollen wir sie sehen? Dies rührt an einen zentralen Punkt in der Debatte über Bilder, die einerseits historische Dokumente sind, andererseits ihre eigene Ästhetik und ein großes, kaum steuerbares Potential für die empathische Auseinandersetzung mit Geschichte aufweisen.

Seit mehr als 10 Jahren arbeitet Arwed Messmer mit fotografischem Archivmaterial, das seinen eigentlichen, funktionalen Wert eingebüßt hat, nicht selten visueller Ausschuss der Geschichte geworden ist – und dem der Künstler nun neue Leseweisen abgewinnt. In Zusammenarbeit mit Annett Gröschner erschien 2016 die Neuauflage des vielbeachteten Bandes Die Inventarisierung der Macht. Die Berliner Mauer aus anderer Sicht. Zuletzt legte er den Band Zelle/Cell vor, der die Entführung des Politikers Peter Lorenz 1975 mit vergleichbarem Bildmaterial der Polizei nachzeichnet.

Für sein Projekt zur Erforschung der staatlichen Bildarchive zur RAF wurde Arwed Messmer 2014 mit dem Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stipendium für Zeitgenössische Deutsche Fotografie ausgezeichnet.

Arwed Messmer dankt dem Bundesarchiv, dem Staatsarchiv Ludwigsburg und der Polizeihistorischen Sammlung Berlin für die Kooperation und der Stiftung Kunstfonds und der VG Bild-Kunst für die freundliche Unterstützung.

Quelle: Museum Folkwang

 

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RAF – No Evidence / Kein Beweis

Posted by on August 17th, 2017  •  0 Comments  • 

RAF – No Evidence / Kein Beweis

Museum Folkwang zeigt den Fotografen und Bildarchäologen Arwed Messmer mit seiner neuen Arbeit zu einem traumatischen Kapitel der deutschen Geschichte: RAF – No Evidence / Kein Beweis

Essen, 8. Juni 2017 – Über die Rote Armee Fraktion und den Deutschen Herbst 1977 ist aus journalistischer, historischer, literarischer und filmischer Perspektive viel geschrieben und erzählt worden. Der Fotograf und Bildarchäologe Arwed Messmer widmet sich in seiner neuen Arbeit aus fotografischer Sicht diesem Kapitel der bundesdeutschen Geschichte: RAF – No Evidence / Kein Beweis ist vom 9. Juni bis zum 3. September 2017 im Museum Folkwang zu sehen.

Die damalige gesellschaftliche Debatte über die Studentenproteste 1967 und die spätere terroristische Abspaltung wurde erbittert in den Medien geführt. Von der Roten Armee Fraktion existiert eine Vielzahl von Bildern, doch nur einige wenige sind in Erinnerung geblieben. Kannte die Generation der 1970er Jahre noch die Aufnahme des toten Holger Meins oder die 1978 im Stern veröffentlichten Fotografien der „Todesnacht“ in Stammheim, so denkt man heute eher an die Raster der Fahndungsplakate oder an das Videostill und die Polaroid-Aufnahmen des von der RAF entführten Hanns-Martin Schleyer im sogenannten Volksgefängnis. Diese Bilder gehören zum kollektiven Gedächtnis der Deutschen. Doch mit der Konzentration auf einige wenige Bilder, geht auch eine Verarmung historischer Zeugenschaft einher.

Arwed Messmers Ausgangspunkt sind die bisher unbeachtet gebliebenen unterschiedlichen Aufnahmen von Polizeifotografen – Fotos von Demonstrationen, Tatortbilder und erkennungs- dienstliche Aufnahmen –, die er in verschiedenen staatlichen Archiven gesichtet hat. Messmer stellt die Frage, wie diese ehemalige kriminalistische Spurensuche heute als künstlerische Recherche produktiv werden kann – im Sinne einer anderen Erkenntnis dieser Zeit.

Seine Erzählung spannt den Bogen von den Jahren 1967 bis 1977, von den Anfängen der RAF hin zur multiplen Gewaltentladung des Jahres 1977, der Entführung und Ermordung von Hanns- Martin Schleyer und dem Tod von Andreas Baader, Gudrun Ensslin und Jan-Carl Raspe in der JVA Stammheim. Arwed Messmers Methode des zweiten Blicks fördert Bilder zutage, die zuvor größtenteils noch nicht veröffentlicht worden sind und die sich auf den Filmstreifen neben den bekannten Aufnahmen befinden – etwa jener Aufnahmen aus Stammheim, die später, veröffentlicht unter anderem im Stern, zu Ikonen geworden sind. Oder er entdeckt auf Aufnahmen der Berliner Schutzpolizei aus dem Jahr 1967 die Szene des sterbenden Benno Ohnesorg am 2. Juni, ein Tod vor laufenden Kameras. Der Polizeifotograf hielt die ganze Szene fest – hierin unterscheidet er sich vom Journalisten, der immer verdichten und weglassen muss. Ihre ursprüngliche Funktion haben diese Aufnahmen gegen eine andere dokumentarische Qualität eingetauscht. Somit hat Messmers Arbeit auch eine bildethische Dimension: Welche Aufnahmen darf man zeigen, wie kann man sie zeigen, warum sollen wir sie sehen? Dies rührt an einen zentralen Punkt in der Debatte über Bilder, die einerseits historische Dokumente sind, andererseits ihre eigene Ästhetik und ein großes, kaum steuerbares Potential für die empathische Auseinandersetzung mit Geschichte aufweisen.

Seit mehr als 10 Jahren arbeitet Arwed Messmer mit fotografischem Archivmaterial, das seinen eigentlichen, funktionalen Wert eingebüßt hat, nicht selten visueller Ausschuss der Geschichte geworden ist – und dem der Künstler nun neue Leseweisen abgewinnt. In Zusammenarbeit mit Annett Gröschner erschien 2016 die Neuauflage des vielbeachteten Bandes Die Inventarisierung der Macht. Die Berliner Mauer aus anderer Sicht. Zuletzt legte er den Band Zelle/Cell vor, der die Entführung des Politikers Peter Lorenz 1975 mit vergleichbarem Bildmaterial der Polizei nachzeichnet.

Für sein Projekt zur Erforschung der staatlichen Bildarchive zur RAF wurde Arwed Messmer 2014 mit dem Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stipendium für Zeitgenössische Deutsche Fotografie ausgezeichnet.

Arwed Messmer dankt dem Bundesarchiv, dem Staatsarchiv Ludwigsburg und der Polizeihistorischen Sammlung Berlin für die Kooperation und der Stiftung Kunstfonds und der VG Bild-Kunst für die freundliche Unterstützung.

Quelle: Museum Folkwang

 

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RAF – No Evidence / Kein Beweis

Posted by on August 16th, 2017  •  0 Comments  • 

RAF – No Evidence / Kein Beweis

Museum Folkwang zeigt den Fotografen und Bildarchäologen Arwed Messmer mit seiner neuen Arbeit zu einem traumatischen Kapitel der deutschen Geschichte: RAF – No Evidence / Kein Beweis

Essen, 8. Juni 2017 – Über die Rote Armee Fraktion und den Deutschen Herbst 1977 ist aus journalistischer, historischer, literarischer und filmischer Perspektive viel geschrieben und erzählt worden. Der Fotograf und Bildarchäologe Arwed Messmer widmet sich in seiner neuen Arbeit aus fotografischer Sicht diesem Kapitel der bundesdeutschen Geschichte: RAF – No Evidence / Kein Beweis ist vom 9. Juni bis zum 3. September 2017 im Museum Folkwang zu sehen.

Die damalige gesellschaftliche Debatte über die Studentenproteste 1967 und die spätere terroristische Abspaltung wurde erbittert in den Medien geführt. Von der Roten Armee Fraktion existiert eine Vielzahl von Bildern, doch nur einige wenige sind in Erinnerung geblieben. Kannte die Generation der 1970er Jahre noch die Aufnahme des toten Holger Meins oder die 1978 im Stern veröffentlichten Fotografien der „Todesnacht“ in Stammheim, so denkt man heute eher an die Raster der Fahndungsplakate oder an das Videostill und die Polaroid-Aufnahmen des von der RAF entführten Hanns-Martin Schleyer im sogenannten Volksgefängnis. Diese Bilder gehören zum kollektiven Gedächtnis der Deutschen. Doch mit der Konzentration auf einige wenige Bilder, geht auch eine Verarmung historischer Zeugenschaft einher.

Arwed Messmers Ausgangspunkt sind die bisher unbeachtet gebliebenen unterschiedlichen Aufnahmen von Polizeifotografen – Fotos von Demonstrationen, Tatortbilder und erkennungs- dienstliche Aufnahmen –, die er in verschiedenen staatlichen Archiven gesichtet hat. Messmer stellt die Frage, wie diese ehemalige kriminalistische Spurensuche heute als künstlerische Recherche produktiv werden kann – im Sinne einer anderen Erkenntnis dieser Zeit.

Seine Erzählung spannt den Bogen von den Jahren 1967 bis 1977, von den Anfängen der RAF hin zur multiplen Gewaltentladung des Jahres 1977, der Entführung und Ermordung von Hanns- Martin Schleyer und dem Tod von Andreas Baader, Gudrun Ensslin und Jan-Carl Raspe in der JVA Stammheim. Arwed Messmers Methode des zweiten Blicks fördert Bilder zutage, die zuvor größtenteils noch nicht veröffentlicht worden sind und die sich auf den Filmstreifen neben den bekannten Aufnahmen befinden – etwa jener Aufnahmen aus Stammheim, die später, veröffentlicht unter anderem im Stern, zu Ikonen geworden sind. Oder er entdeckt auf Aufnahmen der Berliner Schutzpolizei aus dem Jahr 1967 die Szene des sterbenden Benno Ohnesorg am 2. Juni, ein Tod vor laufenden Kameras. Der Polizeifotograf hielt die ganze Szene fest – hierin unterscheidet er sich vom Journalisten, der immer verdichten und weglassen muss. Ihre ursprüngliche Funktion haben diese Aufnahmen gegen eine andere dokumentarische Qualität eingetauscht. Somit hat Messmers Arbeit auch eine bildethische Dimension: Welche Aufnahmen darf man zeigen, wie kann man sie zeigen, warum sollen wir sie sehen? Dies rührt an einen zentralen Punkt in der Debatte über Bilder, die einerseits historische Dokumente sind, andererseits ihre eigene Ästhetik und ein großes, kaum steuerbares Potential für die empathische Auseinandersetzung mit Geschichte aufweisen.

Seit mehr als 10 Jahren arbeitet Arwed Messmer mit fotografischem Archivmaterial, das seinen eigentlichen, funktionalen Wert eingebüßt hat, nicht selten visueller Ausschuss der Geschichte geworden ist – und dem der Künstler nun neue Leseweisen abgewinnt. In Zusammenarbeit mit Annett Gröschner erschien 2016 die Neuauflage des vielbeachteten Bandes Die Inventarisierung der Macht. Die Berliner Mauer aus anderer Sicht. Zuletzt legte er den Band Zelle/Cell vor, der die Entführung des Politikers Peter Lorenz 1975 mit vergleichbarem Bildmaterial der Polizei nachzeichnet.

Für sein Projekt zur Erforschung der staatlichen Bildarchive zur RAF wurde Arwed Messmer 2014 mit dem Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stipendium für Zeitgenössische Deutsche Fotografie ausgezeichnet.

Arwed Messmer dankt dem Bundesarchiv, dem Staatsarchiv Ludwigsburg und der Polizeihistorischen Sammlung Berlin für die Kooperation und der Stiftung Kunstfonds und der VG Bild-Kunst für die freundliche Unterstützung.

Quelle: Museum Folkwang

 

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RAF – No Evidence / Kein Beweis

Posted by on August 15th, 2017  •  0 Comments  • 

RAF – No Evidence / Kein Beweis

Museum Folkwang zeigt den Fotografen und Bildarchäologen Arwed Messmer mit seiner neuen Arbeit zu einem traumatischen Kapitel der deutschen Geschichte: RAF – No Evidence / Kein Beweis

Essen, 8. Juni 2017 – Über die Rote Armee Fraktion und den Deutschen Herbst 1977 ist aus journalistischer, historischer, literarischer und filmischer Perspektive viel geschrieben und erzählt worden. Der Fotograf und Bildarchäologe Arwed Messmer widmet sich in seiner neuen Arbeit aus fotografischer Sicht diesem Kapitel der bundesdeutschen Geschichte: RAF – No Evidence / Kein Beweis ist vom 9. Juni bis zum 3. September 2017 im Museum Folkwang zu sehen.

Die damalige gesellschaftliche Debatte über die Studentenproteste 1967 und die spätere terroristische Abspaltung wurde erbittert in den Medien geführt. Von der Roten Armee Fraktion existiert eine Vielzahl von Bildern, doch nur einige wenige sind in Erinnerung geblieben. Kannte die Generation der 1970er Jahre noch die Aufnahme des toten Holger Meins oder die 1978 im Stern veröffentlichten Fotografien der „Todesnacht“ in Stammheim, so denkt man heute eher an die Raster der Fahndungsplakate oder an das Videostill und die Polaroid-Aufnahmen des von der RAF entführten Hanns-Martin Schleyer im sogenannten Volksgefängnis. Diese Bilder gehören zum kollektiven Gedächtnis der Deutschen. Doch mit der Konzentration auf einige wenige Bilder, geht auch eine Verarmung historischer Zeugenschaft einher.

Arwed Messmers Ausgangspunkt sind die bisher unbeachtet gebliebenen unterschiedlichen Aufnahmen von Polizeifotografen – Fotos von Demonstrationen, Tatortbilder und erkennungs- dienstliche Aufnahmen –, die er in verschiedenen staatlichen Archiven gesichtet hat. Messmer stellt die Frage, wie diese ehemalige kriminalistische Spurensuche heute als künstlerische Recherche produktiv werden kann – im Sinne einer anderen Erkenntnis dieser Zeit.

Seine Erzählung spannt den Bogen von den Jahren 1967 bis 1977, von den Anfängen der RAF hin zur multiplen Gewaltentladung des Jahres 1977, der Entführung und Ermordung von Hanns- Martin Schleyer und dem Tod von Andreas Baader, Gudrun Ensslin und Jan-Carl Raspe in der JVA Stammheim. Arwed Messmers Methode des zweiten Blicks fördert Bilder zutage, die zuvor größtenteils noch nicht veröffentlicht worden sind und die sich auf den Filmstreifen neben den bekannten Aufnahmen befinden – etwa jener Aufnahmen aus Stammheim, die später, veröffentlicht unter anderem im Stern, zu Ikonen geworden sind. Oder er entdeckt auf Aufnahmen der Berliner Schutzpolizei aus dem Jahr 1967 die Szene des sterbenden Benno Ohnesorg am 2. Juni, ein Tod vor laufenden Kameras. Der Polizeifotograf hielt die ganze Szene fest – hierin unterscheidet er sich vom Journalisten, der immer verdichten und weglassen muss. Ihre ursprüngliche Funktion haben diese Aufnahmen gegen eine andere dokumentarische Qualität eingetauscht. Somit hat Messmers Arbeit auch eine bildethische Dimension: Welche Aufnahmen darf man zeigen, wie kann man sie zeigen, warum sollen wir sie sehen? Dies rührt an einen zentralen Punkt in der Debatte über Bilder, die einerseits historische Dokumente sind, andererseits ihre eigene Ästhetik und ein großes, kaum steuerbares Potential für die empathische Auseinandersetzung mit Geschichte aufweisen.

Seit mehr als 10 Jahren arbeitet Arwed Messmer mit fotografischem Archivmaterial, das seinen eigentlichen, funktionalen Wert eingebüßt hat, nicht selten visueller Ausschuss der Geschichte geworden ist – und dem der Künstler nun neue Leseweisen abgewinnt. In Zusammenarbeit mit Annett Gröschner erschien 2016 die Neuauflage des vielbeachteten Bandes Die Inventarisierung der Macht. Die Berliner Mauer aus anderer Sicht. Zuletzt legte er den Band Zelle/Cell vor, der die Entführung des Politikers Peter Lorenz 1975 mit vergleichbarem Bildmaterial der Polizei nachzeichnet.

Für sein Projekt zur Erforschung der staatlichen Bildarchive zur RAF wurde Arwed Messmer 2014 mit dem Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stipendium für Zeitgenössische Deutsche Fotografie ausgezeichnet.

Arwed Messmer dankt dem Bundesarchiv, dem Staatsarchiv Ludwigsburg und der Polizeihistorischen Sammlung Berlin für die Kooperation und der Stiftung Kunstfonds und der VG Bild-Kunst für die freundliche Unterstützung.

Quelle: Museum Folkwang

 

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RAF – No Evidence / Kein Beweis

Posted by on August 14th, 2017  •  0 Comments  • 

RAF – No Evidence / Kein Beweis

Museum Folkwang zeigt den Fotografen und Bildarchäologen Arwed Messmer mit seiner neuen Arbeit zu einem traumatischen Kapitel der deutschen Geschichte: RAF – No Evidence / Kein Beweis

Essen, 8. Juni 2017 – Über die Rote Armee Fraktion und den Deutschen Herbst 1977 ist aus journalistischer, historischer, literarischer und filmischer Perspektive viel geschrieben und erzählt worden. Der Fotograf und Bildarchäologe Arwed Messmer widmet sich in seiner neuen Arbeit aus fotografischer Sicht diesem Kapitel der bundesdeutschen Geschichte: RAF – No Evidence / Kein Beweis ist vom 9. Juni bis zum 3. September 2017 im Museum Folkwang zu sehen.

Die damalige gesellschaftliche Debatte über die Studentenproteste 1967 und die spätere terroristische Abspaltung wurde erbittert in den Medien geführt. Von der Roten Armee Fraktion existiert eine Vielzahl von Bildern, doch nur einige wenige sind in Erinnerung geblieben. Kannte die Generation der 1970er Jahre noch die Aufnahme des toten Holger Meins oder die 1978 im Stern veröffentlichten Fotografien der „Todesnacht“ in Stammheim, so denkt man heute eher an die Raster der Fahndungsplakate oder an das Videostill und die Polaroid-Aufnahmen des von der RAF entführten Hanns-Martin Schleyer im sogenannten Volksgefängnis. Diese Bilder gehören zum kollektiven Gedächtnis der Deutschen. Doch mit der Konzentration auf einige wenige Bilder, geht auch eine Verarmung historischer Zeugenschaft einher.

Arwed Messmers Ausgangspunkt sind die bisher unbeachtet gebliebenen unterschiedlichen Aufnahmen von Polizeifotografen – Fotos von Demonstrationen, Tatortbilder und erkennungs- dienstliche Aufnahmen –, die er in verschiedenen staatlichen Archiven gesichtet hat. Messmer stellt die Frage, wie diese ehemalige kriminalistische Spurensuche heute als künstlerische Recherche produktiv werden kann – im Sinne einer anderen Erkenntnis dieser Zeit.

Seine Erzählung spannt den Bogen von den Jahren 1967 bis 1977, von den Anfängen der RAF hin zur multiplen Gewaltentladung des Jahres 1977, der Entführung und Ermordung von Hanns- Martin Schleyer und dem Tod von Andreas Baader, Gudrun Ensslin und Jan-Carl Raspe in der JVA Stammheim. Arwed Messmers Methode des zweiten Blicks fördert Bilder zutage, die zuvor größtenteils noch nicht veröffentlicht worden sind und die sich auf den Filmstreifen neben den bekannten Aufnahmen befinden – etwa jener Aufnahmen aus Stammheim, die später, veröffentlicht unter anderem im Stern, zu Ikonen geworden sind. Oder er entdeckt auf Aufnahmen der Berliner Schutzpolizei aus dem Jahr 1967 die Szene des sterbenden Benno Ohnesorg am 2. Juni, ein Tod vor laufenden Kameras. Der Polizeifotograf hielt die ganze Szene fest – hierin unterscheidet er sich vom Journalisten, der immer verdichten und weglassen muss. Ihre ursprüngliche Funktion haben diese Aufnahmen gegen eine andere dokumentarische Qualität eingetauscht. Somit hat Messmers Arbeit auch eine bildethische Dimension: Welche Aufnahmen darf man zeigen, wie kann man sie zeigen, warum sollen wir sie sehen? Dies rührt an einen zentralen Punkt in der Debatte über Bilder, die einerseits historische Dokumente sind, andererseits ihre eigene Ästhetik und ein großes, kaum steuerbares Potential für die empathische Auseinandersetzung mit Geschichte aufweisen.

Seit mehr als 10 Jahren arbeitet Arwed Messmer mit fotografischem Archivmaterial, das seinen eigentlichen, funktionalen Wert eingebüßt hat, nicht selten visueller Ausschuss der Geschichte geworden ist – und dem der Künstler nun neue Leseweisen abgewinnt. In Zusammenarbeit mit Annett Gröschner erschien 2016 die Neuauflage des vielbeachteten Bandes Die Inventarisierung der Macht. Die Berliner Mauer aus anderer Sicht. Zuletzt legte er den Band Zelle/Cell vor, der die Entführung des Politikers Peter Lorenz 1975 mit vergleichbarem Bildmaterial der Polizei nachzeichnet.

Für sein Projekt zur Erforschung der staatlichen Bildarchive zur RAF wurde Arwed Messmer 2014 mit dem Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stipendium für Zeitgenössische Deutsche Fotografie ausgezeichnet.

Arwed Messmer dankt dem Bundesarchiv, dem Staatsarchiv Ludwigsburg und der Polizeihistorischen Sammlung Berlin für die Kooperation und der Stiftung Kunstfonds und der VG Bild-Kunst für die freundliche Unterstützung.

Quelle: Museum Folkwang

 

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RAF – No Evidence / Kein Beweis

Posted by on August 13th, 2017  •  0 Comments  • 

RAF – No Evidence / Kein Beweis

Museum Folkwang zeigt den Fotografen und Bildarchäologen Arwed Messmer mit seiner neuen Arbeit zu einem traumatischen Kapitel der deutschen Geschichte: RAF – No Evidence / Kein Beweis

Essen, 8. Juni 2017 – Über die Rote Armee Fraktion und den Deutschen Herbst 1977 ist aus journalistischer, historischer, literarischer und filmischer Perspektive viel geschrieben und erzählt worden. Der Fotograf und Bildarchäologe Arwed Messmer widmet sich in seiner neuen Arbeit aus fotografischer Sicht diesem Kapitel der bundesdeutschen Geschichte: RAF – No Evidence / Kein Beweis ist vom 9. Juni bis zum 3. September 2017 im Museum Folkwang zu sehen.

Die damalige gesellschaftliche Debatte über die Studentenproteste 1967 und die spätere terroristische Abspaltung wurde erbittert in den Medien geführt. Von der Roten Armee Fraktion existiert eine Vielzahl von Bildern, doch nur einige wenige sind in Erinnerung geblieben. Kannte die Generation der 1970er Jahre noch die Aufnahme des toten Holger Meins oder die 1978 im Stern veröffentlichten Fotografien der „Todesnacht“ in Stammheim, so denkt man heute eher an die Raster der Fahndungsplakate oder an das Videostill und die Polaroid-Aufnahmen des von der RAF entführten Hanns-Martin Schleyer im sogenannten Volksgefängnis. Diese Bilder gehören zum kollektiven Gedächtnis der Deutschen. Doch mit der Konzentration auf einige wenige Bilder, geht auch eine Verarmung historischer Zeugenschaft einher.

Arwed Messmers Ausgangspunkt sind die bisher unbeachtet gebliebenen unterschiedlichen Aufnahmen von Polizeifotografen – Fotos von Demonstrationen, Tatortbilder und erkennungs- dienstliche Aufnahmen –, die er in verschiedenen staatlichen Archiven gesichtet hat. Messmer stellt die Frage, wie diese ehemalige kriminalistische Spurensuche heute als künstlerische Recherche produktiv werden kann – im Sinne einer anderen Erkenntnis dieser Zeit.

Seine Erzählung spannt den Bogen von den Jahren 1967 bis 1977, von den Anfängen der RAF hin zur multiplen Gewaltentladung des Jahres 1977, der Entführung und Ermordung von Hanns- Martin Schleyer und dem Tod von Andreas Baader, Gudrun Ensslin und Jan-Carl Raspe in der JVA Stammheim. Arwed Messmers Methode des zweiten Blicks fördert Bilder zutage, die zuvor größtenteils noch nicht veröffentlicht worden sind und die sich auf den Filmstreifen neben den bekannten Aufnahmen befinden – etwa jener Aufnahmen aus Stammheim, die später, veröffentlicht unter anderem im Stern, zu Ikonen geworden sind. Oder er entdeckt auf Aufnahmen der Berliner Schutzpolizei aus dem Jahr 1967 die Szene des sterbenden Benno Ohnesorg am 2. Juni, ein Tod vor laufenden Kameras. Der Polizeifotograf hielt die ganze Szene fest – hierin unterscheidet er sich vom Journalisten, der immer verdichten und weglassen muss. Ihre ursprüngliche Funktion haben diese Aufnahmen gegen eine andere dokumentarische Qualität eingetauscht. Somit hat Messmers Arbeit auch eine bildethische Dimension: Welche Aufnahmen darf man zeigen, wie kann man sie zeigen, warum sollen wir sie sehen? Dies rührt an einen zentralen Punkt in der Debatte über Bilder, die einerseits historische Dokumente sind, andererseits ihre eigene Ästhetik und ein großes, kaum steuerbares Potential für die empathische Auseinandersetzung mit Geschichte aufweisen.

Seit mehr als 10 Jahren arbeitet Arwed Messmer mit fotografischem Archivmaterial, das seinen eigentlichen, funktionalen Wert eingebüßt hat, nicht selten visueller Ausschuss der Geschichte geworden ist – und dem der Künstler nun neue Leseweisen abgewinnt. In Zusammenarbeit mit Annett Gröschner erschien 2016 die Neuauflage des vielbeachteten Bandes Die Inventarisierung der Macht. Die Berliner Mauer aus anderer Sicht. Zuletzt legte er den Band Zelle/Cell vor, der die Entführung des Politikers Peter Lorenz 1975 mit vergleichbarem Bildmaterial der Polizei nachzeichnet.

Für sein Projekt zur Erforschung der staatlichen Bildarchive zur RAF wurde Arwed Messmer 2014 mit dem Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stipendium für Zeitgenössische Deutsche Fotografie ausgezeichnet.

Arwed Messmer dankt dem Bundesarchiv, dem Staatsarchiv Ludwigsburg und der Polizeihistorischen Sammlung Berlin für die Kooperation und der Stiftung Kunstfonds und der VG Bild-Kunst für die freundliche Unterstützung.

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RAF – No Evidence / Kein Beweis

Posted by on August 12th, 2017  •  0 Comments  • 

RAF – No Evidence / Kein Beweis

Museum Folkwang zeigt den Fotografen und Bildarchäologen Arwed Messmer mit seiner neuen Arbeit zu einem traumatischen Kapitel der deutschen Geschichte: RAF – No Evidence / Kein Beweis

Essen, 8. Juni 2017 – Über die Rote Armee Fraktion und den Deutschen Herbst 1977 ist aus journalistischer, historischer, literarischer und filmischer Perspektive viel geschrieben und erzählt worden. Der Fotograf und Bildarchäologe Arwed Messmer widmet sich in seiner neuen Arbeit aus fotografischer Sicht diesem Kapitel der bundesdeutschen Geschichte: RAF – No Evidence / Kein Beweis ist vom 9. Juni bis zum 3. September 2017 im Museum Folkwang zu sehen.

Die damalige gesellschaftliche Debatte über die Studentenproteste 1967 und die spätere terroristische Abspaltung wurde erbittert in den Medien geführt. Von der Roten Armee Fraktion existiert eine Vielzahl von Bildern, doch nur einige wenige sind in Erinnerung geblieben. Kannte die Generation der 1970er Jahre noch die Aufnahme des toten Holger Meins oder die 1978 im Stern veröffentlichten Fotografien der „Todesnacht“ in Stammheim, so denkt man heute eher an die Raster der Fahndungsplakate oder an das Videostill und die Polaroid-Aufnahmen des von der RAF entführten Hanns-Martin Schleyer im sogenannten Volksgefängnis. Diese Bilder gehören zum kollektiven Gedächtnis der Deutschen. Doch mit der Konzentration auf einige wenige Bilder, geht auch eine Verarmung historischer Zeugenschaft einher.

Arwed Messmers Ausgangspunkt sind die bisher unbeachtet gebliebenen unterschiedlichen Aufnahmen von Polizeifotografen – Fotos von Demonstrationen, Tatortbilder und erkennungs- dienstliche Aufnahmen –, die er in verschiedenen staatlichen Archiven gesichtet hat. Messmer stellt die Frage, wie diese ehemalige kriminalistische Spurensuche heute als künstlerische Recherche produktiv werden kann – im Sinne einer anderen Erkenntnis dieser Zeit.

Seine Erzählung spannt den Bogen von den Jahren 1967 bis 1977, von den Anfängen der RAF hin zur multiplen Gewaltentladung des Jahres 1977, der Entführung und Ermordung von Hanns- Martin Schleyer und dem Tod von Andreas Baader, Gudrun Ensslin und Jan-Carl Raspe in der JVA Stammheim. Arwed Messmers Methode des zweiten Blicks fördert Bilder zutage, die zuvor größtenteils noch nicht veröffentlicht worden sind und die sich auf den Filmstreifen neben den bekannten Aufnahmen befinden – etwa jener Aufnahmen aus Stammheim, die später, veröffentlicht unter anderem im Stern, zu Ikonen geworden sind. Oder er entdeckt auf Aufnahmen der Berliner Schutzpolizei aus dem Jahr 1967 die Szene des sterbenden Benno Ohnesorg am 2. Juni, ein Tod vor laufenden Kameras. Der Polizeifotograf hielt die ganze Szene fest – hierin unterscheidet er sich vom Journalisten, der immer verdichten und weglassen muss. Ihre ursprüngliche Funktion haben diese Aufnahmen gegen eine andere dokumentarische Qualität eingetauscht. Somit hat Messmers Arbeit auch eine bildethische Dimension: Welche Aufnahmen darf man zeigen, wie kann man sie zeigen, warum sollen wir sie sehen? Dies rührt an einen zentralen Punkt in der Debatte über Bilder, die einerseits historische Dokumente sind, andererseits ihre eigene Ästhetik und ein großes, kaum steuerbares Potential für die empathische Auseinandersetzung mit Geschichte aufweisen.

Seit mehr als 10 Jahren arbeitet Arwed Messmer mit fotografischem Archivmaterial, das seinen eigentlichen, funktionalen Wert eingebüßt hat, nicht selten visueller Ausschuss der Geschichte geworden ist – und dem der Künstler nun neue Leseweisen abgewinnt. In Zusammenarbeit mit Annett Gröschner erschien 2016 die Neuauflage des vielbeachteten Bandes Die Inventarisierung der Macht. Die Berliner Mauer aus anderer Sicht. Zuletzt legte er den Band Zelle/Cell vor, der die Entführung des Politikers Peter Lorenz 1975 mit vergleichbarem Bildmaterial der Polizei nachzeichnet.

Für sein Projekt zur Erforschung der staatlichen Bildarchive zur RAF wurde Arwed Messmer 2014 mit dem Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stipendium für Zeitgenössische Deutsche Fotografie ausgezeichnet.

Arwed Messmer dankt dem Bundesarchiv, dem Staatsarchiv Ludwigsburg und der Polizeihistorischen Sammlung Berlin für die Kooperation und der Stiftung Kunstfonds und der VG Bild-Kunst für die freundliche Unterstützung.

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RAF – No Evidence / Kein Beweis

Museum Folkwang zeigt den Fotografen und Bildarchäologen Arwed Messmer mit seiner neuen Arbeit zu einem traumatischen Kapitel der deutschen Geschichte: RAF – No Evidence / Kein Beweis

Essen, 8. Juni 2017 – Über die Rote Armee Fraktion und den Deutschen Herbst 1977 ist aus journalistischer, historischer, literarischer und filmischer Perspektive viel geschrieben und erzählt worden. Der Fotograf und Bildarchäologe Arwed Messmer widmet sich in seiner neuen Arbeit aus fotografischer Sicht diesem Kapitel der bundesdeutschen Geschichte: RAF – No Evidence / Kein Beweis ist vom 9. Juni bis zum 3. September 2017 im Museum Folkwang zu sehen.

Die damalige gesellschaftliche Debatte über die Studentenproteste 1967 und die spätere terroristische Abspaltung wurde erbittert in den Medien geführt. Von der Roten Armee Fraktion existiert eine Vielzahl von Bildern, doch nur einige wenige sind in Erinnerung geblieben. Kannte die Generation der 1970er Jahre noch die Aufnahme des toten Holger Meins oder die 1978 im Stern veröffentlichten Fotografien der „Todesnacht“ in Stammheim, so denkt man heute eher an die Raster der Fahndungsplakate oder an das Videostill und die Polaroid-Aufnahmen des von der RAF entführten Hanns-Martin Schleyer im sogenannten Volksgefängnis. Diese Bilder gehören zum kollektiven Gedächtnis der Deutschen. Doch mit der Konzentration auf einige wenige Bilder, geht auch eine Verarmung historischer Zeugenschaft einher.

Arwed Messmers Ausgangspunkt sind die bisher unbeachtet gebliebenen unterschiedlichen Aufnahmen von Polizeifotografen – Fotos von Demonstrationen, Tatortbilder und erkennungs- dienstliche Aufnahmen –, die er in verschiedenen staatlichen Archiven gesichtet hat. Messmer stellt die Frage, wie diese ehemalige kriminalistische Spurensuche heute als künstlerische Recherche produktiv werden kann – im Sinne einer anderen Erkenntnis dieser Zeit.

Seine Erzählung spannt den Bogen von den Jahren 1967 bis 1977, von den Anfängen der RAF hin zur multiplen Gewaltentladung des Jahres 1977, der Entführung und Ermordung von Hanns- Martin Schleyer und dem Tod von Andreas Baader, Gudrun Ensslin und Jan-Carl Raspe in der JVA Stammheim. Arwed Messmers Methode des zweiten Blicks fördert Bilder zutage, die zuvor größtenteils noch nicht veröffentlicht worden sind und die sich auf den Filmstreifen neben den bekannten Aufnahmen befinden – etwa jener Aufnahmen aus Stammheim, die später, veröffentlicht unter anderem im Stern, zu Ikonen geworden sind. Oder er entdeckt auf Aufnahmen der Berliner Schutzpolizei aus dem Jahr 1967 die Szene des sterbenden Benno Ohnesorg am 2. Juni, ein Tod vor laufenden Kameras. Der Polizeifotograf hielt die ganze Szene fest – hierin unterscheidet er sich vom Journalisten, der immer verdichten und weglassen muss. Ihre ursprüngliche Funktion haben diese Aufnahmen gegen eine andere dokumentarische Qualität eingetauscht. Somit hat Messmers Arbeit auch eine bildethische Dimension: Welche Aufnahmen darf man zeigen, wie kann man sie zeigen, warum sollen wir sie sehen? Dies rührt an einen zentralen Punkt in der Debatte über Bilder, die einerseits historische Dokumente sind, andererseits ihre eigene Ästhetik und ein großes, kaum steuerbares Potential für die empathische Auseinandersetzung mit Geschichte aufweisen.

Seit mehr als 10 Jahren arbeitet Arwed Messmer mit fotografischem Archivmaterial, das seinen eigentlichen, funktionalen Wert eingebüßt hat, nicht selten visueller Ausschuss der Geschichte geworden ist – und dem der Künstler nun neue Leseweisen abgewinnt. In Zusammenarbeit mit Annett Gröschner erschien 2016 die Neuauflage des vielbeachteten Bandes Die Inventarisierung der Macht. Die Berliner Mauer aus anderer Sicht. Zuletzt legte er den Band Zelle/Cell vor, der die Entführung des Politikers Peter Lorenz 1975 mit vergleichbarem Bildmaterial der Polizei nachzeichnet.

Für sein Projekt zur Erforschung der staatlichen Bildarchive zur RAF wurde Arwed Messmer 2014 mit dem Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stipendium für Zeitgenössische Deutsche Fotografie ausgezeichnet.

Arwed Messmer dankt dem Bundesarchiv, dem Staatsarchiv Ludwigsburg und der Polizeihistorischen Sammlung Berlin für die Kooperation und der Stiftung Kunstfonds und der VG Bild-Kunst für die freundliche Unterstützung.

Quelle: Museum Folkwang

 

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RAF – No Evidence / Kein Beweis

Posted by on August 10th, 2017  •  0 Comments  • 

RAF – No Evidence / Kein Beweis

Museum Folkwang zeigt den Fotografen und Bildarchäologen Arwed Messmer mit seiner neuen Arbeit zu einem traumatischen Kapitel der deutschen Geschichte: RAF – No Evidence / Kein Beweis

Essen, 8. Juni 2017 – Über die Rote Armee Fraktion und den Deutschen Herbst 1977 ist aus journalistischer, historischer, literarischer und filmischer Perspektive viel geschrieben und erzählt worden. Der Fotograf und Bildarchäologe Arwed Messmer widmet sich in seiner neuen Arbeit aus fotografischer Sicht diesem Kapitel der bundesdeutschen Geschichte: RAF – No Evidence / Kein Beweis ist vom 9. Juni bis zum 3. September 2017 im Museum Folkwang zu sehen.

Die damalige gesellschaftliche Debatte über die Studentenproteste 1967 und die spätere terroristische Abspaltung wurde erbittert in den Medien geführt. Von der Roten Armee Fraktion existiert eine Vielzahl von Bildern, doch nur einige wenige sind in Erinnerung geblieben. Kannte die Generation der 1970er Jahre noch die Aufnahme des toten Holger Meins oder die 1978 im Stern veröffentlichten Fotografien der „Todesnacht“ in Stammheim, so denkt man heute eher an die Raster der Fahndungsplakate oder an das Videostill und die Polaroid-Aufnahmen des von der RAF entführten Hanns-Martin Schleyer im sogenannten Volksgefängnis. Diese Bilder gehören zum kollektiven Gedächtnis der Deutschen. Doch mit der Konzentration auf einige wenige Bilder, geht auch eine Verarmung historischer Zeugenschaft einher.

Arwed Messmers Ausgangspunkt sind die bisher unbeachtet gebliebenen unterschiedlichen Aufnahmen von Polizeifotografen – Fotos von Demonstrationen, Tatortbilder und erkennungs- dienstliche Aufnahmen –, die er in verschiedenen staatlichen Archiven gesichtet hat. Messmer stellt die Frage, wie diese ehemalige kriminalistische Spurensuche heute als künstlerische Recherche produktiv werden kann – im Sinne einer anderen Erkenntnis dieser Zeit.

Seine Erzählung spannt den Bogen von den Jahren 1967 bis 1977, von den Anfängen der RAF hin zur multiplen Gewaltentladung des Jahres 1977, der Entführung und Ermordung von Hanns- Martin Schleyer und dem Tod von Andreas Baader, Gudrun Ensslin und Jan-Carl Raspe in der JVA Stammheim. Arwed Messmers Methode des zweiten Blicks fördert Bilder zutage, die zuvor größtenteils noch nicht veröffentlicht worden sind und die sich auf den Filmstreifen neben den bekannten Aufnahmen befinden – etwa jener Aufnahmen aus Stammheim, die später, veröffentlicht unter anderem im Stern, zu Ikonen geworden sind. Oder er entdeckt auf Aufnahmen der Berliner Schutzpolizei aus dem Jahr 1967 die Szene des sterbenden Benno Ohnesorg am 2. Juni, ein Tod vor laufenden Kameras. Der Polizeifotograf hielt die ganze Szene fest – hierin unterscheidet er sich vom Journalisten, der immer verdichten und weglassen muss. Ihre ursprüngliche Funktion haben diese Aufnahmen gegen eine andere dokumentarische Qualität eingetauscht. Somit hat Messmers Arbeit auch eine bildethische Dimension: Welche Aufnahmen darf man zeigen, wie kann man sie zeigen, warum sollen wir sie sehen? Dies rührt an einen zentralen Punkt in der Debatte über Bilder, die einerseits historische Dokumente sind, andererseits ihre eigene Ästhetik und ein großes, kaum steuerbares Potential für die empathische Auseinandersetzung mit Geschichte aufweisen.

Seit mehr als 10 Jahren arbeitet Arwed Messmer mit fotografischem Archivmaterial, das seinen eigentlichen, funktionalen Wert eingebüßt hat, nicht selten visueller Ausschuss der Geschichte geworden ist – und dem der Künstler nun neue Leseweisen abgewinnt. In Zusammenarbeit mit Annett Gröschner erschien 2016 die Neuauflage des vielbeachteten Bandes Die Inventarisierung der Macht. Die Berliner Mauer aus anderer Sicht. Zuletzt legte er den Band Zelle/Cell vor, der die Entführung des Politikers Peter Lorenz 1975 mit vergleichbarem Bildmaterial der Polizei nachzeichnet.

Für sein Projekt zur Erforschung der staatlichen Bildarchive zur RAF wurde Arwed Messmer 2014 mit dem Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stipendium für Zeitgenössische Deutsche Fotografie ausgezeichnet.

Arwed Messmer dankt dem Bundesarchiv, dem Staatsarchiv Ludwigsburg und der Polizeihistorischen Sammlung Berlin für die Kooperation und der Stiftung Kunstfonds und der VG Bild-Kunst für die freundliche Unterstützung.

Quelle: Museum Folkwang

 

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RAF – No Evidence / Kein Beweis

Posted by on August 9th, 2017  •  0 Comments  • 

RAF – No Evidence / Kein Beweis

Museum Folkwang zeigt den Fotografen und Bildarchäologen Arwed Messmer mit seiner neuen Arbeit zu einem traumatischen Kapitel der deutschen Geschichte: RAF – No Evidence / Kein Beweis

Essen, 8. Juni 2017 – Über die Rote Armee Fraktion und den Deutschen Herbst 1977 ist aus journalistischer, historischer, literarischer und filmischer Perspektive viel geschrieben und erzählt worden. Der Fotograf und Bildarchäologe Arwed Messmer widmet sich in seiner neuen Arbeit aus fotografischer Sicht diesem Kapitel der bundesdeutschen Geschichte: RAF – No Evidence / Kein Beweis ist vom 9. Juni bis zum 3. September 2017 im Museum Folkwang zu sehen.

Die damalige gesellschaftliche Debatte über die Studentenproteste 1967 und die spätere terroristische Abspaltung wurde erbittert in den Medien geführt. Von der Roten Armee Fraktion existiert eine Vielzahl von Bildern, doch nur einige wenige sind in Erinnerung geblieben. Kannte die Generation der 1970er Jahre noch die Aufnahme des toten Holger Meins oder die 1978 im Stern veröffentlichten Fotografien der „Todesnacht“ in Stammheim, so denkt man heute eher an die Raster der Fahndungsplakate oder an das Videostill und die Polaroid-Aufnahmen des von der RAF entführten Hanns-Martin Schleyer im sogenannten Volksgefängnis. Diese Bilder gehören zum kollektiven Gedächtnis der Deutschen. Doch mit der Konzentration auf einige wenige Bilder, geht auch eine Verarmung historischer Zeugenschaft einher.

Arwed Messmers Ausgangspunkt sind die bisher unbeachtet gebliebenen unterschiedlichen Aufnahmen von Polizeifotografen – Fotos von Demonstrationen, Tatortbilder und erkennungs- dienstliche Aufnahmen –, die er in verschiedenen staatlichen Archiven gesichtet hat. Messmer stellt die Frage, wie diese ehemalige kriminalistische Spurensuche heute als künstlerische Recherche produktiv werden kann – im Sinne einer anderen Erkenntnis dieser Zeit.

Seine Erzählung spannt den Bogen von den Jahren 1967 bis 1977, von den Anfängen der RAF hin zur multiplen Gewaltentladung des Jahres 1977, der Entführung und Ermordung von Hanns- Martin Schleyer und dem Tod von Andreas Baader, Gudrun Ensslin und Jan-Carl Raspe in der JVA Stammheim. Arwed Messmers Methode des zweiten Blicks fördert Bilder zutage, die zuvor größtenteils noch nicht veröffentlicht worden sind und die sich auf den Filmstreifen neben den bekannten Aufnahmen befinden – etwa jener Aufnahmen aus Stammheim, die später, veröffentlicht unter anderem im Stern, zu Ikonen geworden sind. Oder er entdeckt auf Aufnahmen der Berliner Schutzpolizei aus dem Jahr 1967 die Szene des sterbenden Benno Ohnesorg am 2. Juni, ein Tod vor laufenden Kameras. Der Polizeifotograf hielt die ganze Szene fest – hierin unterscheidet er sich vom Journalisten, der immer verdichten und weglassen muss. Ihre ursprüngliche Funktion haben diese Aufnahmen gegen eine andere dokumentarische Qualität eingetauscht. Somit hat Messmers Arbeit auch eine bildethische Dimension: Welche Aufnahmen darf man zeigen, wie kann man sie zeigen, warum sollen wir sie sehen? Dies rührt an einen zentralen Punkt in der Debatte über Bilder, die einerseits historische Dokumente sind, andererseits ihre eigene Ästhetik und ein großes, kaum steuerbares Potential für die empathische Auseinandersetzung mit Geschichte aufweisen.

Seit mehr als 10 Jahren arbeitet Arwed Messmer mit fotografischem Archivmaterial, das seinen eigentlichen, funktionalen Wert eingebüßt hat, nicht selten visueller Ausschuss der Geschichte geworden ist – und dem der Künstler nun neue Leseweisen abgewinnt. In Zusammenarbeit mit Annett Gröschner erschien 2016 die Neuauflage des vielbeachteten Bandes Die Inventarisierung der Macht. Die Berliner Mauer aus anderer Sicht. Zuletzt legte er den Band Zelle/Cell vor, der die Entführung des Politikers Peter Lorenz 1975 mit vergleichbarem Bildmaterial der Polizei nachzeichnet.

Für sein Projekt zur Erforschung der staatlichen Bildarchive zur RAF wurde Arwed Messmer 2014 mit dem Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stipendium für Zeitgenössische Deutsche Fotografie ausgezeichnet.

Arwed Messmer dankt dem Bundesarchiv, dem Staatsarchiv Ludwigsburg und der Polizeihistorischen Sammlung Berlin für die Kooperation und der Stiftung Kunstfonds und der VG Bild-Kunst für die freundliche Unterstützung.

Quelle: Museum Folkwang

 

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Posted by on August 8th, 2017  •  0 Comments  • 

RAF – No Evidence / Kein Beweis

Museum Folkwang zeigt den Fotografen und Bildarchäologen Arwed Messmer mit seiner neuen Arbeit zu einem traumatischen Kapitel der deutschen Geschichte: RAF – No Evidence / Kein Beweis

Essen, 8. Juni 2017 – Über die Rote Armee Fraktion und den Deutschen Herbst 1977 ist aus journalistischer, historischer, literarischer und filmischer Perspektive viel geschrieben und erzählt worden. Der Fotograf und Bildarchäologe Arwed Messmer widmet sich in seiner neuen Arbeit aus fotografischer Sicht diesem Kapitel der bundesdeutschen Geschichte: RAF – No Evidence / Kein Beweis ist vom 9. Juni bis zum 3. September 2017 im Museum Folkwang zu sehen.

Die damalige gesellschaftliche Debatte über die Studentenproteste 1967 und die spätere terroristische Abspaltung wurde erbittert in den Medien geführt. Von der Roten Armee Fraktion existiert eine Vielzahl von Bildern, doch nur einige wenige sind in Erinnerung geblieben. Kannte die Generation der 1970er Jahre noch die Aufnahme des toten Holger Meins oder die 1978 im Stern veröffentlichten Fotografien der „Todesnacht“ in Stammheim, so denkt man heute eher an die Raster der Fahndungsplakate oder an das Videostill und die Polaroid-Aufnahmen des von der RAF entführten Hanns-Martin Schleyer im sogenannten Volksgefängnis. Diese Bilder gehören zum kollektiven Gedächtnis der Deutschen. Doch mit der Konzentration auf einige wenige Bilder, geht auch eine Verarmung historischer Zeugenschaft einher.

Arwed Messmers Ausgangspunkt sind die bisher unbeachtet gebliebenen unterschiedlichen Aufnahmen von Polizeifotografen – Fotos von Demonstrationen, Tatortbilder und erkennungs- dienstliche Aufnahmen –, die er in verschiedenen staatlichen Archiven gesichtet hat. Messmer stellt die Frage, wie diese ehemalige kriminalistische Spurensuche heute als künstlerische Recherche produktiv werden kann – im Sinne einer anderen Erkenntnis dieser Zeit.

Seine Erzählung spannt den Bogen von den Jahren 1967 bis 1977, von den Anfängen der RAF hin zur multiplen Gewaltentladung des Jahres 1977, der Entführung und Ermordung von Hanns- Martin Schleyer und dem Tod von Andreas Baader, Gudrun Ensslin und Jan-Carl Raspe in der JVA Stammheim. Arwed Messmers Methode des zweiten Blicks fördert Bilder zutage, die zuvor größtenteils noch nicht veröffentlicht worden sind und die sich auf den Filmstreifen neben den bekannten Aufnahmen befinden – etwa jener Aufnahmen aus Stammheim, die später, veröffentlicht unter anderem im Stern, zu Ikonen geworden sind. Oder er entdeckt auf Aufnahmen der Berliner Schutzpolizei aus dem Jahr 1967 die Szene des sterbenden Benno Ohnesorg am 2. Juni, ein Tod vor laufenden Kameras. Der Polizeifotograf hielt die ganze Szene fest – hierin unterscheidet er sich vom Journalisten, der immer verdichten und weglassen muss. Ihre ursprüngliche Funktion haben diese Aufnahmen gegen eine andere dokumentarische Qualität eingetauscht. Somit hat Messmers Arbeit auch eine bildethische Dimension: Welche Aufnahmen darf man zeigen, wie kann man sie zeigen, warum sollen wir sie sehen? Dies rührt an einen zentralen Punkt in der Debatte über Bilder, die einerseits historische Dokumente sind, andererseits ihre eigene Ästhetik und ein großes, kaum steuerbares Potential für die empathische Auseinandersetzung mit Geschichte aufweisen.

Seit mehr als 10 Jahren arbeitet Arwed Messmer mit fotografischem Archivmaterial, das seinen eigentlichen, funktionalen Wert eingebüßt hat, nicht selten visueller Ausschuss der Geschichte geworden ist – und dem der Künstler nun neue Leseweisen abgewinnt. In Zusammenarbeit mit Annett Gröschner erschien 2016 die Neuauflage des vielbeachteten Bandes Die Inventarisierung der Macht. Die Berliner Mauer aus anderer Sicht. Zuletzt legte er den Band Zelle/Cell vor, der die Entführung des Politikers Peter Lorenz 1975 mit vergleichbarem Bildmaterial der Polizei nachzeichnet.

Für sein Projekt zur Erforschung der staatlichen Bildarchive zur RAF wurde Arwed Messmer 2014 mit dem Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stipendium für Zeitgenössische Deutsche Fotografie ausgezeichnet.

Arwed Messmer dankt dem Bundesarchiv, dem Staatsarchiv Ludwigsburg und der Polizeihistorischen Sammlung Berlin für die Kooperation und der Stiftung Kunstfonds und der VG Bild-Kunst für die freundliche Unterstützung.

Quelle: Museum Folkwang

 

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Posted by on August 7th, 2017  •  0 Comments  • 

RAF – No Evidence / Kein Beweis

Museum Folkwang zeigt den Fotografen und Bildarchäologen Arwed Messmer mit seiner neuen Arbeit zu einem traumatischen Kapitel der deutschen Geschichte: RAF – No Evidence / Kein Beweis

Essen, 8. Juni 2017 – Über die Rote Armee Fraktion und den Deutschen Herbst 1977 ist aus journalistischer, historischer, literarischer und filmischer Perspektive viel geschrieben und erzählt worden. Der Fotograf und Bildarchäologe Arwed Messmer widmet sich in seiner neuen Arbeit aus fotografischer Sicht diesem Kapitel der bundesdeutschen Geschichte: RAF – No Evidence / Kein Beweis ist vom 9. Juni bis zum 3. September 2017 im Museum Folkwang zu sehen.

Die damalige gesellschaftliche Debatte über die Studentenproteste 1967 und die spätere terroristische Abspaltung wurde erbittert in den Medien geführt. Von der Roten Armee Fraktion existiert eine Vielzahl von Bildern, doch nur einige wenige sind in Erinnerung geblieben. Kannte die Generation der 1970er Jahre noch die Aufnahme des toten Holger Meins oder die 1978 im Stern veröffentlichten Fotografien der „Todesnacht“ in Stammheim, so denkt man heute eher an die Raster der Fahndungsplakate oder an das Videostill und die Polaroid-Aufnahmen des von der RAF entführten Hanns-Martin Schleyer im sogenannten Volksgefängnis. Diese Bilder gehören zum kollektiven Gedächtnis der Deutschen. Doch mit der Konzentration auf einige wenige Bilder, geht auch eine Verarmung historischer Zeugenschaft einher.

Arwed Messmers Ausgangspunkt sind die bisher unbeachtet gebliebenen unterschiedlichen Aufnahmen von Polizeifotografen – Fotos von Demonstrationen, Tatortbilder und erkennungs- dienstliche Aufnahmen –, die er in verschiedenen staatlichen Archiven gesichtet hat. Messmer stellt die Frage, wie diese ehemalige kriminalistische Spurensuche heute als künstlerische Recherche produktiv werden kann – im Sinne einer anderen Erkenntnis dieser Zeit.

Seine Erzählung spannt den Bogen von den Jahren 1967 bis 1977, von den Anfängen der RAF hin zur multiplen Gewaltentladung des Jahres 1977, der Entführung und Ermordung von Hanns- Martin Schleyer und dem Tod von Andreas Baader, Gudrun Ensslin und Jan-Carl Raspe in der JVA Stammheim. Arwed Messmers Methode des zweiten Blicks fördert Bilder zutage, die zuvor größtenteils noch nicht veröffentlicht worden sind und die sich auf den Filmstreifen neben den bekannten Aufnahmen befinden – etwa jener Aufnahmen aus Stammheim, die später, veröffentlicht unter anderem im Stern, zu Ikonen geworden sind. Oder er entdeckt auf Aufnahmen der Berliner Schutzpolizei aus dem Jahr 1967 die Szene des sterbenden Benno Ohnesorg am 2. Juni, ein Tod vor laufenden Kameras. Der Polizeifotograf hielt die ganze Szene fest – hierin unterscheidet er sich vom Journalisten, der immer verdichten und weglassen muss. Ihre ursprüngliche Funktion haben diese Aufnahmen gegen eine andere dokumentarische Qualität eingetauscht. Somit hat Messmers Arbeit auch eine bildethische Dimension: Welche Aufnahmen darf man zeigen, wie kann man sie zeigen, warum sollen wir sie sehen? Dies rührt an einen zentralen Punkt in der Debatte über Bilder, die einerseits historische Dokumente sind, andererseits ihre eigene Ästhetik und ein großes, kaum steuerbares Potential für die empathische Auseinandersetzung mit Geschichte aufweisen.

Seit mehr als 10 Jahren arbeitet Arwed Messmer mit fotografischem Archivmaterial, das seinen eigentlichen, funktionalen Wert eingebüßt hat, nicht selten visueller Ausschuss der Geschichte geworden ist – und dem der Künstler nun neue Leseweisen abgewinnt. In Zusammenarbeit mit Annett Gröschner erschien 2016 die Neuauflage des vielbeachteten Bandes Die Inventarisierung der Macht. Die Berliner Mauer aus anderer Sicht. Zuletzt legte er den Band Zelle/Cell vor, der die Entführung des Politikers Peter Lorenz 1975 mit vergleichbarem Bildmaterial der Polizei nachzeichnet.

Für sein Projekt zur Erforschung der staatlichen Bildarchive zur RAF wurde Arwed Messmer 2014 mit dem Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stipendium für Zeitgenössische Deutsche Fotografie ausgezeichnet.

Arwed Messmer dankt dem Bundesarchiv, dem Staatsarchiv Ludwigsburg und der Polizeihistorischen Sammlung Berlin für die Kooperation und der Stiftung Kunstfonds und der VG Bild-Kunst für die freundliche Unterstützung.

Quelle: Museum Folkwang

 

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Posted by on August 6th, 2017  •  0 Comments  • 

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Museum Folkwang zeigt den Fotografen und Bildarchäologen Arwed Messmer mit seiner neuen Arbeit zu einem traumatischen Kapitel der deutschen Geschichte: RAF – No Evidence / Kein Beweis

Essen, 8. Juni 2017 – Über die Rote Armee Fraktion und den Deutschen Herbst 1977 ist aus journalistischer, historischer, literarischer und filmischer Perspektive viel geschrieben und erzählt worden. Der Fotograf und Bildarchäologe Arwed Messmer widmet sich in seiner neuen Arbeit aus fotografischer Sicht diesem Kapitel der bundesdeutschen Geschichte: RAF – No Evidence / Kein Beweis ist vom 9. Juni bis zum 3. September 2017 im Museum Folkwang zu sehen.

Die damalige gesellschaftliche Debatte über die Studentenproteste 1967 und die spätere terroristische Abspaltung wurde erbittert in den Medien geführt. Von der Roten Armee Fraktion existiert eine Vielzahl von Bildern, doch nur einige wenige sind in Erinnerung geblieben. Kannte die Generation der 1970er Jahre noch die Aufnahme des toten Holger Meins oder die 1978 im Stern veröffentlichten Fotografien der „Todesnacht“ in Stammheim, so denkt man heute eher an die Raster der Fahndungsplakate oder an das Videostill und die Polaroid-Aufnahmen des von der RAF entführten Hanns-Martin Schleyer im sogenannten Volksgefängnis. Diese Bilder gehören zum kollektiven Gedächtnis der Deutschen. Doch mit der Konzentration auf einige wenige Bilder, geht auch eine Verarmung historischer Zeugenschaft einher.

Arwed Messmers Ausgangspunkt sind die bisher unbeachtet gebliebenen unterschiedlichen Aufnahmen von Polizeifotografen – Fotos von Demonstrationen, Tatortbilder und erkennungs- dienstliche Aufnahmen –, die er in verschiedenen staatlichen Archiven gesichtet hat. Messmer stellt die Frage, wie diese ehemalige kriminalistische Spurensuche heute als künstlerische Recherche produktiv werden kann – im Sinne einer anderen Erkenntnis dieser Zeit.

Seine Erzählung spannt den Bogen von den Jahren 1967 bis 1977, von den Anfängen der RAF hin zur multiplen Gewaltentladung des Jahres 1977, der Entführung und Ermordung von Hanns- Martin Schleyer und dem Tod von Andreas Baader, Gudrun Ensslin und Jan-Carl Raspe in der JVA Stammheim. Arwed Messmers Methode des zweiten Blicks fördert Bilder zutage, die zuvor größtenteils noch nicht veröffentlicht worden sind und die sich auf den Filmstreifen neben den bekannten Aufnahmen befinden – etwa jener Aufnahmen aus Stammheim, die später, veröffentlicht unter anderem im Stern, zu Ikonen geworden sind. Oder er entdeckt auf Aufnahmen der Berliner Schutzpolizei aus dem Jahr 1967 die Szene des sterbenden Benno Ohnesorg am 2. Juni, ein Tod vor laufenden Kameras. Der Polizeifotograf hielt die ganze Szene fest – hierin unterscheidet er sich vom Journalisten, der immer verdichten und weglassen muss. Ihre ursprüngliche Funktion haben diese Aufnahmen gegen eine andere dokumentarische Qualität eingetauscht. Somit hat Messmers Arbeit auch eine bildethische Dimension: Welche Aufnahmen darf man zeigen, wie kann man sie zeigen, warum sollen wir sie sehen? Dies rührt an einen zentralen Punkt in der Debatte über Bilder, die einerseits historische Dokumente sind, andererseits ihre eigene Ästhetik und ein großes, kaum steuerbares Potential für die empathische Auseinandersetzung mit Geschichte aufweisen.

Seit mehr als 10 Jahren arbeitet Arwed Messmer mit fotografischem Archivmaterial, das seinen eigentlichen, funktionalen Wert eingebüßt hat, nicht selten visueller Ausschuss der Geschichte geworden ist – und dem der Künstler nun neue Leseweisen abgewinnt. In Zusammenarbeit mit Annett Gröschner erschien 2016 die Neuauflage des vielbeachteten Bandes Die Inventarisierung der Macht. Die Berliner Mauer aus anderer Sicht. Zuletzt legte er den Band Zelle/Cell vor, der die Entführung des Politikers Peter Lorenz 1975 mit vergleichbarem Bildmaterial der Polizei nachzeichnet.

Für sein Projekt zur Erforschung der staatlichen Bildarchive zur RAF wurde Arwed Messmer 2014 mit dem Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stipendium für Zeitgenössische Deutsche Fotografie ausgezeichnet.

Arwed Messmer dankt dem Bundesarchiv, dem Staatsarchiv Ludwigsburg und der Polizeihistorischen Sammlung Berlin für die Kooperation und der Stiftung Kunstfonds und der VG Bild-Kunst für die freundliche Unterstützung.

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Posted by on August 5th, 2017  •  0 Comments  • 

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Museum Folkwang zeigt den Fotografen und Bildarchäologen Arwed Messmer mit seiner neuen Arbeit zu einem traumatischen Kapitel der deutschen Geschichte: RAF – No Evidence / Kein Beweis

Essen, 8. Juni 2017 – Über die Rote Armee Fraktion und den Deutschen Herbst 1977 ist aus journalistischer, historischer, literarischer und filmischer Perspektive viel geschrieben und erzählt worden. Der Fotograf und Bildarchäologe Arwed Messmer widmet sich in seiner neuen Arbeit aus fotografischer Sicht diesem Kapitel der bundesdeutschen Geschichte: RAF – No Evidence / Kein Beweis ist vom 9. Juni bis zum 3. September 2017 im Museum Folkwang zu sehen.

Die damalige gesellschaftliche Debatte über die Studentenproteste 1967 und die spätere terroristische Abspaltung wurde erbittert in den Medien geführt. Von der Roten Armee Fraktion existiert eine Vielzahl von Bildern, doch nur einige wenige sind in Erinnerung geblieben. Kannte die Generation der 1970er Jahre noch die Aufnahme des toten Holger Meins oder die 1978 im Stern veröffentlichten Fotografien der „Todesnacht“ in Stammheim, so denkt man heute eher an die Raster der Fahndungsplakate oder an das Videostill und die Polaroid-Aufnahmen des von der RAF entführten Hanns-Martin Schleyer im sogenannten Volksgefängnis. Diese Bilder gehören zum kollektiven Gedächtnis der Deutschen. Doch mit der Konzentration auf einige wenige Bilder, geht auch eine Verarmung historischer Zeugenschaft einher.

Arwed Messmers Ausgangspunkt sind die bisher unbeachtet gebliebenen unterschiedlichen Aufnahmen von Polizeifotografen – Fotos von Demonstrationen, Tatortbilder und erkennungs- dienstliche Aufnahmen –, die er in verschiedenen staatlichen Archiven gesichtet hat. Messmer stellt die Frage, wie diese ehemalige kriminalistische Spurensuche heute als künstlerische Recherche produktiv werden kann – im Sinne einer anderen Erkenntnis dieser Zeit.

Seine Erzählung spannt den Bogen von den Jahren 1967 bis 1977, von den Anfängen der RAF hin zur multiplen Gewaltentladung des Jahres 1977, der Entführung und Ermordung von Hanns- Martin Schleyer und dem Tod von Andreas Baader, Gudrun Ensslin und Jan-Carl Raspe in der JVA Stammheim. Arwed Messmers Methode des zweiten Blicks fördert Bilder zutage, die zuvor größtenteils noch nicht veröffentlicht worden sind und die sich auf den Filmstreifen neben den bekannten Aufnahmen befinden – etwa jener Aufnahmen aus Stammheim, die später, veröffentlicht unter anderem im Stern, zu Ikonen geworden sind. Oder er entdeckt auf Aufnahmen der Berliner Schutzpolizei aus dem Jahr 1967 die Szene des sterbenden Benno Ohnesorg am 2. Juni, ein Tod vor laufenden Kameras. Der Polizeifotograf hielt die ganze Szene fest – hierin unterscheidet er sich vom Journalisten, der immer verdichten und weglassen muss. Ihre ursprüngliche Funktion haben diese Aufnahmen gegen eine andere dokumentarische Qualität eingetauscht. Somit hat Messmers Arbeit auch eine bildethische Dimension: Welche Aufnahmen darf man zeigen, wie kann man sie zeigen, warum sollen wir sie sehen? Dies rührt an einen zentralen Punkt in der Debatte über Bilder, die einerseits historische Dokumente sind, andererseits ihre eigene Ästhetik und ein großes, kaum steuerbares Potential für die empathische Auseinandersetzung mit Geschichte aufweisen.

Seit mehr als 10 Jahren arbeitet Arwed Messmer mit fotografischem Archivmaterial, das seinen eigentlichen, funktionalen Wert eingebüßt hat, nicht selten visueller Ausschuss der Geschichte geworden ist – und dem der Künstler nun neue Leseweisen abgewinnt. In Zusammenarbeit mit Annett Gröschner erschien 2016 die Neuauflage des vielbeachteten Bandes Die Inventarisierung der Macht. Die Berliner Mauer aus anderer Sicht. Zuletzt legte er den Band Zelle/Cell vor, der die Entführung des Politikers Peter Lorenz 1975 mit vergleichbarem Bildmaterial der Polizei nachzeichnet.

Für sein Projekt zur Erforschung der staatlichen Bildarchive zur RAF wurde Arwed Messmer 2014 mit dem Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stipendium für Zeitgenössische Deutsche Fotografie ausgezeichnet.

Arwed Messmer dankt dem Bundesarchiv, dem Staatsarchiv Ludwigsburg und der Polizeihistorischen Sammlung Berlin für die Kooperation und der Stiftung Kunstfonds und der VG Bild-Kunst für die freundliche Unterstützung.

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Posted by on August 4th, 2017  •  0 Comments  • 

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Museum Folkwang zeigt den Fotografen und Bildarchäologen Arwed Messmer mit seiner neuen Arbeit zu einem traumatischen Kapitel der deutschen Geschichte: RAF – No Evidence / Kein Beweis

Essen, 8. Juni 2017 – Über die Rote Armee Fraktion und den Deutschen Herbst 1977 ist aus journalistischer, historischer, literarischer und filmischer Perspektive viel geschrieben und erzählt worden. Der Fotograf und Bildarchäologe Arwed Messmer widmet sich in seiner neuen Arbeit aus fotografischer Sicht diesem Kapitel der bundesdeutschen Geschichte: RAF – No Evidence / Kein Beweis ist vom 9. Juni bis zum 3. September 2017 im Museum Folkwang zu sehen.

Die damalige gesellschaftliche Debatte über die Studentenproteste 1967 und die spätere terroristische Abspaltung wurde erbittert in den Medien geführt. Von der Roten Armee Fraktion existiert eine Vielzahl von Bildern, doch nur einige wenige sind in Erinnerung geblieben. Kannte die Generation der 1970er Jahre noch die Aufnahme des toten Holger Meins oder die 1978 im Stern veröffentlichten Fotografien der „Todesnacht“ in Stammheim, so denkt man heute eher an die Raster der Fahndungsplakate oder an das Videostill und die Polaroid-Aufnahmen des von der RAF entführten Hanns-Martin Schleyer im sogenannten Volksgefängnis. Diese Bilder gehören zum kollektiven Gedächtnis der Deutschen. Doch mit der Konzentration auf einige wenige Bilder, geht auch eine Verarmung historischer Zeugenschaft einher.

Arwed Messmers Ausgangspunkt sind die bisher unbeachtet gebliebenen unterschiedlichen Aufnahmen von Polizeifotografen – Fotos von Demonstrationen, Tatortbilder und erkennungs- dienstliche Aufnahmen –, die er in verschiedenen staatlichen Archiven gesichtet hat. Messmer stellt die Frage, wie diese ehemalige kriminalistische Spurensuche heute als künstlerische Recherche produktiv werden kann – im Sinne einer anderen Erkenntnis dieser Zeit.

Seine Erzählung spannt den Bogen von den Jahren 1967 bis 1977, von den Anfängen der RAF hin zur multiplen Gewaltentladung des Jahres 1977, der Entführung und Ermordung von Hanns- Martin Schleyer und dem Tod von Andreas Baader, Gudrun Ensslin und Jan-Carl Raspe in der JVA Stammheim. Arwed Messmers Methode des zweiten Blicks fördert Bilder zutage, die zuvor größtenteils noch nicht veröffentlicht worden sind und die sich auf den Filmstreifen neben den bekannten Aufnahmen befinden – etwa jener Aufnahmen aus Stammheim, die später, veröffentlicht unter anderem im Stern, zu Ikonen geworden sind. Oder er entdeckt auf Aufnahmen der Berliner Schutzpolizei aus dem Jahr 1967 die Szene des sterbenden Benno Ohnesorg am 2. Juni, ein Tod vor laufenden Kameras. Der Polizeifotograf hielt die ganze Szene fest – hierin unterscheidet er sich vom Journalisten, der immer verdichten und weglassen muss. Ihre ursprüngliche Funktion haben diese Aufnahmen gegen eine andere dokumentarische Qualität eingetauscht. Somit hat Messmers Arbeit auch eine bildethische Dimension: Welche Aufnahmen darf man zeigen, wie kann man sie zeigen, warum sollen wir sie sehen? Dies rührt an einen zentralen Punkt in der Debatte über Bilder, die einerseits historische Dokumente sind, andererseits ihre eigene Ästhetik und ein großes, kaum steuerbares Potential für die empathische Auseinandersetzung mit Geschichte aufweisen.

Seit mehr als 10 Jahren arbeitet Arwed Messmer mit fotografischem Archivmaterial, das seinen eigentlichen, funktionalen Wert eingebüßt hat, nicht selten visueller Ausschuss der Geschichte geworden ist – und dem der Künstler nun neue Leseweisen abgewinnt. In Zusammenarbeit mit Annett Gröschner erschien 2016 die Neuauflage des vielbeachteten Bandes Die Inventarisierung der Macht. Die Berliner Mauer aus anderer Sicht. Zuletzt legte er den Band Zelle/Cell vor, der die Entführung des Politikers Peter Lorenz 1975 mit vergleichbarem Bildmaterial der Polizei nachzeichnet.

Für sein Projekt zur Erforschung der staatlichen Bildarchive zur RAF wurde Arwed Messmer 2014 mit dem Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stipendium für Zeitgenössische Deutsche Fotografie ausgezeichnet.

Arwed Messmer dankt dem Bundesarchiv, dem Staatsarchiv Ludwigsburg und der Polizeihistorischen Sammlung Berlin für die Kooperation und der Stiftung Kunstfonds und der VG Bild-Kunst für die freundliche Unterstützung.

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Posted by on August 3rd, 2017  •  0 Comments  • 

RAF – No Evidence / Kein Beweis

Museum Folkwang zeigt den Fotografen und Bildarchäologen Arwed Messmer mit seiner neuen Arbeit zu einem traumatischen Kapitel der deutschen Geschichte: RAF – No Evidence / Kein Beweis

Essen, 8. Juni 2017 – Über die Rote Armee Fraktion und den Deutschen Herbst 1977 ist aus journalistischer, historischer, literarischer und filmischer Perspektive viel geschrieben und erzählt worden. Der Fotograf und Bildarchäologe Arwed Messmer widmet sich in seiner neuen Arbeit aus fotografischer Sicht diesem Kapitel der bundesdeutschen Geschichte: RAF – No Evidence / Kein Beweis ist vom 9. Juni bis zum 3. September 2017 im Museum Folkwang zu sehen.

Die damalige gesellschaftliche Debatte über die Studentenproteste 1967 und die spätere terroristische Abspaltung wurde erbittert in den Medien geführt. Von der Roten Armee Fraktion existiert eine Vielzahl von Bildern, doch nur einige wenige sind in Erinnerung geblieben. Kannte die Generation der 1970er Jahre noch die Aufnahme des toten Holger Meins oder die 1978 im Stern veröffentlichten Fotografien der „Todesnacht“ in Stammheim, so denkt man heute eher an die Raster der Fahndungsplakate oder an das Videostill und die Polaroid-Aufnahmen des von der RAF entführten Hanns-Martin Schleyer im sogenannten Volksgefängnis. Diese Bilder gehören zum kollektiven Gedächtnis der Deutschen. Doch mit der Konzentration auf einige wenige Bilder, geht auch eine Verarmung historischer Zeugenschaft einher.

Arwed Messmers Ausgangspunkt sind die bisher unbeachtet gebliebenen unterschiedlichen Aufnahmen von Polizeifotografen – Fotos von Demonstrationen, Tatortbilder und erkennungs- dienstliche Aufnahmen –, die er in verschiedenen staatlichen Archiven gesichtet hat. Messmer stellt die Frage, wie diese ehemalige kriminalistische Spurensuche heute als künstlerische Recherche produktiv werden kann – im Sinne einer anderen Erkenntnis dieser Zeit.

Seine Erzählung spannt den Bogen von den Jahren 1967 bis 1977, von den Anfängen der RAF hin zur multiplen Gewaltentladung des Jahres 1977, der Entführung und Ermordung von Hanns- Martin Schleyer und dem Tod von Andreas Baader, Gudrun Ensslin und Jan-Carl Raspe in der JVA Stammheim. Arwed Messmers Methode des zweiten Blicks fördert Bilder zutage, die zuvor größtenteils noch nicht veröffentlicht worden sind und die sich auf den Filmstreifen neben den bekannten Aufnahmen befinden – etwa jener Aufnahmen aus Stammheim, die später, veröffentlicht unter anderem im Stern, zu Ikonen geworden sind. Oder er entdeckt auf Aufnahmen der Berliner Schutzpolizei aus dem Jahr 1967 die Szene des sterbenden Benno Ohnesorg am 2. Juni, ein Tod vor laufenden Kameras. Der Polizeifotograf hielt die ganze Szene fest – hierin unterscheidet er sich vom Journalisten, der immer verdichten und weglassen muss. Ihre ursprüngliche Funktion haben diese Aufnahmen gegen eine andere dokumentarische Qualität eingetauscht. Somit hat Messmers Arbeit auch eine bildethische Dimension: Welche Aufnahmen darf man zeigen, wie kann man sie zeigen, warum sollen wir sie sehen? Dies rührt an einen zentralen Punkt in der Debatte über Bilder, die einerseits historische Dokumente sind, andererseits ihre eigene Ästhetik und ein großes, kaum steuerbares Potential für die empathische Auseinandersetzung mit Geschichte aufweisen.

Seit mehr als 10 Jahren arbeitet Arwed Messmer mit fotografischem Archivmaterial, das seinen eigentlichen, funktionalen Wert eingebüßt hat, nicht selten visueller Ausschuss der Geschichte geworden ist – und dem der Künstler nun neue Leseweisen abgewinnt. In Zusammenarbeit mit Annett Gröschner erschien 2016 die Neuauflage des vielbeachteten Bandes Die Inventarisierung der Macht. Die Berliner Mauer aus anderer Sicht. Zuletzt legte er den Band Zelle/Cell vor, der die Entführung des Politikers Peter Lorenz 1975 mit vergleichbarem Bildmaterial der Polizei nachzeichnet.

Für sein Projekt zur Erforschung der staatlichen Bildarchive zur RAF wurde Arwed Messmer 2014 mit dem Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stipendium für Zeitgenössische Deutsche Fotografie ausgezeichnet.

Arwed Messmer dankt dem Bundesarchiv, dem Staatsarchiv Ludwigsburg und der Polizeihistorischen Sammlung Berlin für die Kooperation und der Stiftung Kunstfonds und der VG Bild-Kunst für die freundliche Unterstützung.

Quelle: Museum Folkwang

 

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RAF – No Evidence / Kein Beweis

Posted by on August 2nd, 2017  •  0 Comments  • 

RAF – No Evidence / Kein Beweis

Museum Folkwang zeigt den Fotografen und Bildarchäologen Arwed Messmer mit seiner neuen Arbeit zu einem traumatischen Kapitel der deutschen Geschichte: RAF – No Evidence / Kein Beweis

Essen, 8. Juni 2017 – Über die Rote Armee Fraktion und den Deutschen Herbst 1977 ist aus journalistischer, historischer, literarischer und filmischer Perspektive viel geschrieben und erzählt worden. Der Fotograf und Bildarchäologe Arwed Messmer widmet sich in seiner neuen Arbeit aus fotografischer Sicht diesem Kapitel der bundesdeutschen Geschichte: RAF – No Evidence / Kein Beweis ist vom 9. Juni bis zum 3. September 2017 im Museum Folkwang zu sehen.

Die damalige gesellschaftliche Debatte über die Studentenproteste 1967 und die spätere terroristische Abspaltung wurde erbittert in den Medien geführt. Von der Roten Armee Fraktion existiert eine Vielzahl von Bildern, doch nur einige wenige sind in Erinnerung geblieben. Kannte die Generation der 1970er Jahre noch die Aufnahme des toten Holger Meins oder die 1978 im Stern veröffentlichten Fotografien der „Todesnacht“ in Stammheim, so denkt man heute eher an die Raster der Fahndungsplakate oder an das Videostill und die Polaroid-Aufnahmen des von der RAF entführten Hanns-Martin Schleyer im sogenannten Volksgefängnis. Diese Bilder gehören zum kollektiven Gedächtnis der Deutschen. Doch mit der Konzentration auf einige wenige Bilder, geht auch eine Verarmung historischer Zeugenschaft einher.

Arwed Messmers Ausgangspunkt sind die bisher unbeachtet gebliebenen unterschiedlichen Aufnahmen von Polizeifotografen – Fotos von Demonstrationen, Tatortbilder und erkennungs- dienstliche Aufnahmen –, die er in verschiedenen staatlichen Archiven gesichtet hat. Messmer stellt die Frage, wie diese ehemalige kriminalistische Spurensuche heute als künstlerische Recherche produktiv werden kann – im Sinne einer anderen Erkenntnis dieser Zeit.

Seine Erzählung spannt den Bogen von den Jahren 1967 bis 1977, von den Anfängen der RAF hin zur multiplen Gewaltentladung des Jahres 1977, der Entführung und Ermordung von Hanns- Martin Schleyer und dem Tod von Andreas Baader, Gudrun Ensslin und Jan-Carl Raspe in der JVA Stammheim. Arwed Messmers Methode des zweiten Blicks fördert Bilder zutage, die zuvor größtenteils noch nicht veröffentlicht worden sind und die sich auf den Filmstreifen neben den bekannten Aufnahmen befinden – etwa jener Aufnahmen aus Stammheim, die später, veröffentlicht unter anderem im Stern, zu Ikonen geworden sind. Oder er entdeckt auf Aufnahmen der Berliner Schutzpolizei aus dem Jahr 1967 die Szene des sterbenden Benno Ohnesorg am 2. Juni, ein Tod vor laufenden Kameras. Der Polizeifotograf hielt die ganze Szene fest – hierin unterscheidet er sich vom Journalisten, der immer verdichten und weglassen muss. Ihre ursprüngliche Funktion haben diese Aufnahmen gegen eine andere dokumentarische Qualität eingetauscht. Somit hat Messmers Arbeit auch eine bildethische Dimension: Welche Aufnahmen darf man zeigen, wie kann man sie zeigen, warum sollen wir sie sehen? Dies rührt an einen zentralen Punkt in der Debatte über Bilder, die einerseits historische Dokumente sind, andererseits ihre eigene Ästhetik und ein großes, kaum steuerbares Potential für die empathische Auseinandersetzung mit Geschichte aufweisen.

Seit mehr als 10 Jahren arbeitet Arwed Messmer mit fotografischem Archivmaterial, das seinen eigentlichen, funktionalen Wert eingebüßt hat, nicht selten visueller Ausschuss der Geschichte geworden ist – und dem der Künstler nun neue Leseweisen abgewinnt. In Zusammenarbeit mit Annett Gröschner erschien 2016 die Neuauflage des vielbeachteten Bandes Die Inventarisierung der Macht. Die Berliner Mauer aus anderer Sicht. Zuletzt legte er den Band Zelle/Cell vor, der die Entführung des Politikers Peter Lorenz 1975 mit vergleichbarem Bildmaterial der Polizei nachzeichnet.

Für sein Projekt zur Erforschung der staatlichen Bildarchive zur RAF wurde Arwed Messmer 2014 mit dem Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stipendium für Zeitgenössische Deutsche Fotografie ausgezeichnet.

Arwed Messmer dankt dem Bundesarchiv, dem Staatsarchiv Ludwigsburg und der Polizeihistorischen Sammlung Berlin für die Kooperation und der Stiftung Kunstfonds und der VG Bild-Kunst für die freundliche Unterstützung.

Quelle: Museum Folkwang

 

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RAF – No Evidence / Kein Beweis

Posted by on August 1st, 2017  •  0 Comments  • 

RAF – No Evidence / Kein Beweis

Museum Folkwang zeigt den Fotografen und Bildarchäologen Arwed Messmer mit seiner neuen Arbeit zu einem traumatischen Kapitel der deutschen Geschichte: RAF – No Evidence / Kein Beweis

Essen, 8. Juni 2017 – Über die Rote Armee Fraktion und den Deutschen Herbst 1977 ist aus journalistischer, historischer, literarischer und filmischer Perspektive viel geschrieben und erzählt worden. Der Fotograf und Bildarchäologe Arwed Messmer widmet sich in seiner neuen Arbeit aus fotografischer Sicht diesem Kapitel der bundesdeutschen Geschichte: RAF – No Evidence / Kein Beweis ist vom 9. Juni bis zum 3. September 2017 im Museum Folkwang zu sehen.

Die damalige gesellschaftliche Debatte über die Studentenproteste 1967 und die spätere terroristische Abspaltung wurde erbittert in den Medien geführt. Von der Roten Armee Fraktion existiert eine Vielzahl von Bildern, doch nur einige wenige sind in Erinnerung geblieben. Kannte die Generation der 1970er Jahre noch die Aufnahme des toten Holger Meins oder die 1978 im Stern veröffentlichten Fotografien der „Todesnacht“ in Stammheim, so denkt man heute eher an die Raster der Fahndungsplakate oder an das Videostill und die Polaroid-Aufnahmen des von der RAF entführten Hanns-Martin Schleyer im sogenannten Volksgefängnis. Diese Bilder gehören zum kollektiven Gedächtnis der Deutschen. Doch mit der Konzentration auf einige wenige Bilder, geht auch eine Verarmung historischer Zeugenschaft einher.

Arwed Messmers Ausgangspunkt sind die bisher unbeachtet gebliebenen unterschiedlichen Aufnahmen von Polizeifotografen – Fotos von Demonstrationen, Tatortbilder und erkennungs- dienstliche Aufnahmen –, die er in verschiedenen staatlichen Archiven gesichtet hat. Messmer stellt die Frage, wie diese ehemalige kriminalistische Spurensuche heute als künstlerische Recherche produktiv werden kann – im Sinne einer anderen Erkenntnis dieser Zeit.

Seine Erzählung spannt den Bogen von den Jahren 1967 bis 1977, von den Anfängen der RAF hin zur multiplen Gewaltentladung des Jahres 1977, der Entführung und Ermordung von Hanns- Martin Schleyer und dem Tod von Andreas Baader, Gudrun Ensslin und Jan-Carl Raspe in der JVA Stammheim. Arwed Messmers Methode des zweiten Blicks fördert Bilder zutage, die zuvor größtenteils noch nicht veröffentlicht worden sind und die sich auf den Filmstreifen neben den bekannten Aufnahmen befinden – etwa jener Aufnahmen aus Stammheim, die später, veröffentlicht unter anderem im Stern, zu Ikonen geworden sind. Oder er entdeckt auf Aufnahmen der Berliner Schutzpolizei aus dem Jahr 1967 die Szene des sterbenden Benno Ohnesorg am 2. Juni, ein Tod vor laufenden Kameras. Der Polizeifotograf hielt die ganze Szene fest – hierin unterscheidet er sich vom Journalisten, der immer verdichten und weglassen muss. Ihre ursprüngliche Funktion haben diese Aufnahmen gegen eine andere dokumentarische Qualität eingetauscht. Somit hat Messmers Arbeit auch eine bildethische Dimension: Welche Aufnahmen darf man zeigen, wie kann man sie zeigen, warum sollen wir sie sehen? Dies rührt an einen zentralen Punkt in der Debatte über Bilder, die einerseits historische Dokumente sind, andererseits ihre eigene Ästhetik und ein großes, kaum steuerbares Potential für die empathische Auseinandersetzung mit Geschichte aufweisen.

Seit mehr als 10 Jahren arbeitet Arwed Messmer mit fotografischem Archivmaterial, das seinen eigentlichen, funktionalen Wert eingebüßt hat, nicht selten visueller Ausschuss der Geschichte geworden ist – und dem der Künstler nun neue Leseweisen abgewinnt. In Zusammenarbeit mit Annett Gröschner erschien 2016 die Neuauflage des vielbeachteten Bandes Die Inventarisierung der Macht. Die Berliner Mauer aus anderer Sicht. Zuletzt legte er den Band Zelle/Cell vor, der die Entführung des Politikers Peter Lorenz 1975 mit vergleichbarem Bildmaterial der Polizei nachzeichnet.

Für sein Projekt zur Erforschung der staatlichen Bildarchive zur RAF wurde Arwed Messmer 2014 mit dem Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stipendium für Zeitgenössische Deutsche Fotografie ausgezeichnet.

Arwed Messmer dankt dem Bundesarchiv, dem Staatsarchiv Ludwigsburg und der Polizeihistorischen Sammlung Berlin für die Kooperation und der Stiftung Kunstfonds und der VG Bild-Kunst für die freundliche Unterstützung.

Quelle: Museum Folkwang

 

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RAF – No Evidence / Kein Beweis

Posted by on Juli 31st, 2017  •  0 Comments  • 

RAF – No Evidence / Kein Beweis

Museum Folkwang zeigt den Fotografen und Bildarchäologen Arwed Messmer mit seiner neuen Arbeit zu einem traumatischen Kapitel der deutschen Geschichte: RAF – No Evidence / Kein Beweis

Essen, 8. Juni 2017 – Über die Rote Armee Fraktion und den Deutschen Herbst 1977 ist aus journalistischer, historischer, literarischer und filmischer Perspektive viel geschrieben und erzählt worden. Der Fotograf und Bildarchäologe Arwed Messmer widmet sich in seiner neuen Arbeit aus fotografischer Sicht diesem Kapitel der bundesdeutschen Geschichte: RAF – No Evidence / Kein Beweis ist vom 9. Juni bis zum 3. September 2017 im Museum Folkwang zu sehen.

Die damalige gesellschaftliche Debatte über die Studentenproteste 1967 und die spätere terroristische Abspaltung wurde erbittert in den Medien geführt. Von der Roten Armee Fraktion existiert eine Vielzahl von Bildern, doch nur einige wenige sind in Erinnerung geblieben. Kannte die Generation der 1970er Jahre noch die Aufnahme des toten Holger Meins oder die 1978 im Stern veröffentlichten Fotografien der „Todesnacht“ in Stammheim, so denkt man heute eher an die Raster der Fahndungsplakate oder an das Videostill und die Polaroid-Aufnahmen des von der RAF entführten Hanns-Martin Schleyer im sogenannten Volksgefängnis. Diese Bilder gehören zum kollektiven Gedächtnis der Deutschen. Doch mit der Konzentration auf einige wenige Bilder, geht auch eine Verarmung historischer Zeugenschaft einher.

Arwed Messmers Ausgangspunkt sind die bisher unbeachtet gebliebenen unterschiedlichen Aufnahmen von Polizeifotografen – Fotos von Demonstrationen, Tatortbilder und erkennungs- dienstliche Aufnahmen –, die er in verschiedenen staatlichen Archiven gesichtet hat. Messmer stellt die Frage, wie diese ehemalige kriminalistische Spurensuche heute als künstlerische Recherche produktiv werden kann – im Sinne einer anderen Erkenntnis dieser Zeit.

Seine Erzählung spannt den Bogen von den Jahren 1967 bis 1977, von den Anfängen der RAF hin zur multiplen Gewaltentladung des Jahres 1977, der Entführung und Ermordung von Hanns- Martin Schleyer und dem Tod von Andreas Baader, Gudrun Ensslin und Jan-Carl Raspe in der JVA Stammheim. Arwed Messmers Methode des zweiten Blicks fördert Bilder zutage, die zuvor größtenteils noch nicht veröffentlicht worden sind und die sich auf den Filmstreifen neben den bekannten Aufnahmen befinden – etwa jener Aufnahmen aus Stammheim, die später, veröffentlicht unter anderem im Stern, zu Ikonen geworden sind. Oder er entdeckt auf Aufnahmen der Berliner Schutzpolizei aus dem Jahr 1967 die Szene des sterbenden Benno Ohnesorg am 2. Juni, ein Tod vor laufenden Kameras. Der Polizeifotograf hielt die ganze Szene fest – hierin unterscheidet er sich vom Journalisten, der immer verdichten und weglassen muss. Ihre ursprüngliche Funktion haben diese Aufnahmen gegen eine andere dokumentarische Qualität eingetauscht. Somit hat Messmers Arbeit auch eine bildethische Dimension: Welche Aufnahmen darf man zeigen, wie kann man sie zeigen, warum sollen wir sie sehen? Dies rührt an einen zentralen Punkt in der Debatte über Bilder, die einerseits historische Dokumente sind, andererseits ihre eigene Ästhetik und ein großes, kaum steuerbares Potential für die empathische Auseinandersetzung mit Geschichte aufweisen.

Seit mehr als 10 Jahren arbeitet Arwed Messmer mit fotografischem Archivmaterial, das seinen eigentlichen, funktionalen Wert eingebüßt hat, nicht selten visueller Ausschuss der Geschichte geworden ist – und dem der Künstler nun neue Leseweisen abgewinnt. In Zusammenarbeit mit Annett Gröschner erschien 2016 die Neuauflage des vielbeachteten Bandes Die Inventarisierung der Macht. Die Berliner Mauer aus anderer Sicht. Zuletzt legte er den Band Zelle/Cell vor, der die Entführung des Politikers Peter Lorenz 1975 mit vergleichbarem Bildmaterial der Polizei nachzeichnet.

Für sein Projekt zur Erforschung der staatlichen Bildarchive zur RAF wurde Arwed Messmer 2014 mit dem Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stipendium für Zeitgenössische Deutsche Fotografie ausgezeichnet.

Arwed Messmer dankt dem Bundesarchiv, dem Staatsarchiv Ludwigsburg und der Polizeihistorischen Sammlung Berlin für die Kooperation und der Stiftung Kunstfonds und der VG Bild-Kunst für die freundliche Unterstützung.

Quelle: Museum Folkwang

 

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Posted by on Juli 30th, 2017  •  0 Comments  • 

RAF – No Evidence / Kein Beweis

Museum Folkwang zeigt den Fotografen und Bildarchäologen Arwed Messmer mit seiner neuen Arbeit zu einem traumatischen Kapitel der deutschen Geschichte: RAF – No Evidence / Kein Beweis

Essen, 8. Juni 2017 – Über die Rote Armee Fraktion und den Deutschen Herbst 1977 ist aus journalistischer, historischer, literarischer und filmischer Perspektive viel geschrieben und erzählt worden. Der Fotograf und Bildarchäologe Arwed Messmer widmet sich in seiner neuen Arbeit aus fotografischer Sicht diesem Kapitel der bundesdeutschen Geschichte: RAF – No Evidence / Kein Beweis ist vom 9. Juni bis zum 3. September 2017 im Museum Folkwang zu sehen.

Die damalige gesellschaftliche Debatte über die Studentenproteste 1967 und die spätere terroristische Abspaltung wurde erbittert in den Medien geführt. Von der Roten Armee Fraktion existiert eine Vielzahl von Bildern, doch nur einige wenige sind in Erinnerung geblieben. Kannte die Generation der 1970er Jahre noch die Aufnahme des toten Holger Meins oder die 1978 im Stern veröffentlichten Fotografien der „Todesnacht“ in Stammheim, so denkt man heute eher an die Raster der Fahndungsplakate oder an das Videostill und die Polaroid-Aufnahmen des von der RAF entführten Hanns-Martin Schleyer im sogenannten Volksgefängnis. Diese Bilder gehören zum kollektiven Gedächtnis der Deutschen. Doch mit der Konzentration auf einige wenige Bilder, geht auch eine Verarmung historischer Zeugenschaft einher.

Arwed Messmers Ausgangspunkt sind die bisher unbeachtet gebliebenen unterschiedlichen Aufnahmen von Polizeifotografen – Fotos von Demonstrationen, Tatortbilder und erkennungs- dienstliche Aufnahmen –, die er in verschiedenen staatlichen Archiven gesichtet hat. Messmer stellt die Frage, wie diese ehemalige kriminalistische Spurensuche heute als künstlerische Recherche produktiv werden kann – im Sinne einer anderen Erkenntnis dieser Zeit.

Seine Erzählung spannt den Bogen von den Jahren 1967 bis 1977, von den Anfängen der RAF hin zur multiplen Gewaltentladung des Jahres 1977, der Entführung und Ermordung von Hanns- Martin Schleyer und dem Tod von Andreas Baader, Gudrun Ensslin und Jan-Carl Raspe in der JVA Stammheim. Arwed Messmers Methode des zweiten Blicks fördert Bilder zutage, die zuvor größtenteils noch nicht veröffentlicht worden sind und die sich auf den Filmstreifen neben den bekannten Aufnahmen befinden – etwa jener Aufnahmen aus Stammheim, die später, veröffentlicht unter anderem im Stern, zu Ikonen geworden sind. Oder er entdeckt auf Aufnahmen der Berliner Schutzpolizei aus dem Jahr 1967 die Szene des sterbenden Benno Ohnesorg am 2. Juni, ein Tod vor laufenden Kameras. Der Polizeifotograf hielt die ganze Szene fest – hierin unterscheidet er sich vom Journalisten, der immer verdichten und weglassen muss. Ihre ursprüngliche Funktion haben diese Aufnahmen gegen eine andere dokumentarische Qualität eingetauscht. Somit hat Messmers Arbeit auch eine bildethische Dimension: Welche Aufnahmen darf man zeigen, wie kann man sie zeigen, warum sollen wir sie sehen? Dies rührt an einen zentralen Punkt in der Debatte über Bilder, die einerseits historische Dokumente sind, andererseits ihre eigene Ästhetik und ein großes, kaum steuerbares Potential für die empathische Auseinandersetzung mit Geschichte aufweisen.

Seit mehr als 10 Jahren arbeitet Arwed Messmer mit fotografischem Archivmaterial, das seinen eigentlichen, funktionalen Wert eingebüßt hat, nicht selten visueller Ausschuss der Geschichte geworden ist – und dem der Künstler nun neue Leseweisen abgewinnt. In Zusammenarbeit mit Annett Gröschner erschien 2016 die Neuauflage des vielbeachteten Bandes Die Inventarisierung der Macht. Die Berliner Mauer aus anderer Sicht. Zuletzt legte er den Band Zelle/Cell vor, der die Entführung des Politikers Peter Lorenz 1975 mit vergleichbarem Bildmaterial der Polizei nachzeichnet.

Für sein Projekt zur Erforschung der staatlichen Bildarchive zur RAF wurde Arwed Messmer 2014 mit dem Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stipendium für Zeitgenössische Deutsche Fotografie ausgezeichnet.

Arwed Messmer dankt dem Bundesarchiv, dem Staatsarchiv Ludwigsburg und der Polizeihistorischen Sammlung Berlin für die Kooperation und der Stiftung Kunstfonds und der VG Bild-Kunst für die freundliche Unterstützung.

Quelle: Museum Folkwang

 

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Posted by on Juli 29th, 2017  •  0 Comments  • 

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Museum Folkwang zeigt den Fotografen und Bildarchäologen Arwed Messmer mit seiner neuen Arbeit zu einem traumatischen Kapitel der deutschen Geschichte: RAF – No Evidence / Kein Beweis

Essen, 8. Juni 2017 – Über die Rote Armee Fraktion und den Deutschen Herbst 1977 ist aus journalistischer, historischer, literarischer und filmischer Perspektive viel geschrieben und erzählt worden. Der Fotograf und Bildarchäologe Arwed Messmer widmet sich in seiner neuen Arbeit aus fotografischer Sicht diesem Kapitel der bundesdeutschen Geschichte: RAF – No Evidence / Kein Beweis ist vom 9. Juni bis zum 3. September 2017 im Museum Folkwang zu sehen.

Die damalige gesellschaftliche Debatte über die Studentenproteste 1967 und die spätere terroristische Abspaltung wurde erbittert in den Medien geführt. Von der Roten Armee Fraktion existiert eine Vielzahl von Bildern, doch nur einige wenige sind in Erinnerung geblieben. Kannte die Generation der 1970er Jahre noch die Aufnahme des toten Holger Meins oder die 1978 im Stern veröffentlichten Fotografien der „Todesnacht“ in Stammheim, so denkt man heute eher an die Raster der Fahndungsplakate oder an das Videostill und die Polaroid-Aufnahmen des von der RAF entführten Hanns-Martin Schleyer im sogenannten Volksgefängnis. Diese Bilder gehören zum kollektiven Gedächtnis der Deutschen. Doch mit der Konzentration auf einige wenige Bilder, geht auch eine Verarmung historischer Zeugenschaft einher.

Arwed Messmers Ausgangspunkt sind die bisher unbeachtet gebliebenen unterschiedlichen Aufnahmen von Polizeifotografen – Fotos von Demonstrationen, Tatortbilder und erkennungs- dienstliche Aufnahmen –, die er in verschiedenen staatlichen Archiven gesichtet hat. Messmer stellt die Frage, wie diese ehemalige kriminalistische Spurensuche heute als künstlerische Recherche produktiv werden kann – im Sinne einer anderen Erkenntnis dieser Zeit.

Seine Erzählung spannt den Bogen von den Jahren 1967 bis 1977, von den Anfängen der RAF hin zur multiplen Gewaltentladung des Jahres 1977, der Entführung und Ermordung von Hanns- Martin Schleyer und dem Tod von Andreas Baader, Gudrun Ensslin und Jan-Carl Raspe in der JVA Stammheim. Arwed Messmers Methode des zweiten Blicks fördert Bilder zutage, die zuvor größtenteils noch nicht veröffentlicht worden sind und die sich auf den Filmstreifen neben den bekannten Aufnahmen befinden – etwa jener Aufnahmen aus Stammheim, die später, veröffentlicht unter anderem im Stern, zu Ikonen geworden sind. Oder er entdeckt auf Aufnahmen der Berliner Schutzpolizei aus dem Jahr 1967 die Szene des sterbenden Benno Ohnesorg am 2. Juni, ein Tod vor laufenden Kameras. Der Polizeifotograf hielt die ganze Szene fest – hierin unterscheidet er sich vom Journalisten, der immer verdichten und weglassen muss. Ihre ursprüngliche Funktion haben diese Aufnahmen gegen eine andere dokumentarische Qualität eingetauscht. Somit hat Messmers Arbeit auch eine bildethische Dimension: Welche Aufnahmen darf man zeigen, wie kann man sie zeigen, warum sollen wir sie sehen? Dies rührt an einen zentralen Punkt in der Debatte über Bilder, die einerseits historische Dokumente sind, andererseits ihre eigene Ästhetik und ein großes, kaum steuerbares Potential für die empathische Auseinandersetzung mit Geschichte aufweisen.

Seit mehr als 10 Jahren arbeitet Arwed Messmer mit fotografischem Archivmaterial, das seinen eigentlichen, funktionalen Wert eingebüßt hat, nicht selten visueller Ausschuss der Geschichte geworden ist – und dem der Künstler nun neue Leseweisen abgewinnt. In Zusammenarbeit mit Annett Gröschner erschien 2016 die Neuauflage des vielbeachteten Bandes Die Inventarisierung der Macht. Die Berliner Mauer aus anderer Sicht. Zuletzt legte er den Band Zelle/Cell vor, der die Entführung des Politikers Peter Lorenz 1975 mit vergleichbarem Bildmaterial der Polizei nachzeichnet.

Für sein Projekt zur Erforschung der staatlichen Bildarchive zur RAF wurde Arwed Messmer 2014 mit dem Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stipendium für Zeitgenössische Deutsche Fotografie ausgezeichnet.

Arwed Messmer dankt dem Bundesarchiv, dem Staatsarchiv Ludwigsburg und der Polizeihistorischen Sammlung Berlin für die Kooperation und der Stiftung Kunstfonds und der VG Bild-Kunst für die freundliche Unterstützung.

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Posted by on Juli 28th, 2017  •  0 Comments  • 

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Museum Folkwang zeigt den Fotografen und Bildarchäologen Arwed Messmer mit seiner neuen Arbeit zu einem traumatischen Kapitel der deutschen Geschichte: RAF – No Evidence / Kein Beweis

Essen, 8. Juni 2017 – Über die Rote Armee Fraktion und den Deutschen Herbst 1977 ist aus journalistischer, historischer, literarischer und filmischer Perspektive viel geschrieben und erzählt worden. Der Fotograf und Bildarchäologe Arwed Messmer widmet sich in seiner neuen Arbeit aus fotografischer Sicht diesem Kapitel der bundesdeutschen Geschichte: RAF – No Evidence / Kein Beweis ist vom 9. Juni bis zum 3. September 2017 im Museum Folkwang zu sehen.

Die damalige gesellschaftliche Debatte über die Studentenproteste 1967 und die spätere terroristische Abspaltung wurde erbittert in den Medien geführt. Von der Roten Armee Fraktion existiert eine Vielzahl von Bildern, doch nur einige wenige sind in Erinnerung geblieben. Kannte die Generation der 1970er Jahre noch die Aufnahme des toten Holger Meins oder die 1978 im Stern veröffentlichten Fotografien der „Todesnacht“ in Stammheim, so denkt man heute eher an die Raster der Fahndungsplakate oder an das Videostill und die Polaroid-Aufnahmen des von der RAF entführten Hanns-Martin Schleyer im sogenannten Volksgefängnis. Diese Bilder gehören zum kollektiven Gedächtnis der Deutschen. Doch mit der Konzentration auf einige wenige Bilder, geht auch eine Verarmung historischer Zeugenschaft einher.

Arwed Messmers Ausgangspunkt sind die bisher unbeachtet gebliebenen unterschiedlichen Aufnahmen von Polizeifotografen – Fotos von Demonstrationen, Tatortbilder und erkennungs- dienstliche Aufnahmen –, die er in verschiedenen staatlichen Archiven gesichtet hat. Messmer stellt die Frage, wie diese ehemalige kriminalistische Spurensuche heute als künstlerische Recherche produktiv werden kann – im Sinne einer anderen Erkenntnis dieser Zeit.

Seine Erzählung spannt den Bogen von den Jahren 1967 bis 1977, von den Anfängen der RAF hin zur multiplen Gewaltentladung des Jahres 1977, der Entführung und Ermordung von Hanns- Martin Schleyer und dem Tod von Andreas Baader, Gudrun Ensslin und Jan-Carl Raspe in der JVA Stammheim. Arwed Messmers Methode des zweiten Blicks fördert Bilder zutage, die zuvor größtenteils noch nicht veröffentlicht worden sind und die sich auf den Filmstreifen neben den bekannten Aufnahmen befinden – etwa jener Aufnahmen aus Stammheim, die später, veröffentlicht unter anderem im Stern, zu Ikonen geworden sind. Oder er entdeckt auf Aufnahmen der Berliner Schutzpolizei aus dem Jahr 1967 die Szene des sterbenden Benno Ohnesorg am 2. Juni, ein Tod vor laufenden Kameras. Der Polizeifotograf hielt die ganze Szene fest – hierin unterscheidet er sich vom Journalisten, der immer verdichten und weglassen muss. Ihre ursprüngliche Funktion haben diese Aufnahmen gegen eine andere dokumentarische Qualität eingetauscht. Somit hat Messmers Arbeit auch eine bildethische Dimension: Welche Aufnahmen darf man zeigen, wie kann man sie zeigen, warum sollen wir sie sehen? Dies rührt an einen zentralen Punkt in der Debatte über Bilder, die einerseits historische Dokumente sind, andererseits ihre eigene Ästhetik und ein großes, kaum steuerbares Potential für die empathische Auseinandersetzung mit Geschichte aufweisen.

Seit mehr als 10 Jahren arbeitet Arwed Messmer mit fotografischem Archivmaterial, das seinen eigentlichen, funktionalen Wert eingebüßt hat, nicht selten visueller Ausschuss der Geschichte geworden ist – und dem der Künstler nun neue Leseweisen abgewinnt. In Zusammenarbeit mit Annett Gröschner erschien 2016 die Neuauflage des vielbeachteten Bandes Die Inventarisierung der Macht. Die Berliner Mauer aus anderer Sicht. Zuletzt legte er den Band Zelle/Cell vor, der die Entführung des Politikers Peter Lorenz 1975 mit vergleichbarem Bildmaterial der Polizei nachzeichnet.

Für sein Projekt zur Erforschung der staatlichen Bildarchive zur RAF wurde Arwed Messmer 2014 mit dem Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stipendium für Zeitgenössische Deutsche Fotografie ausgezeichnet.

Arwed Messmer dankt dem Bundesarchiv, dem Staatsarchiv Ludwigsburg und der Polizeihistorischen Sammlung Berlin für die Kooperation und der Stiftung Kunstfonds und der VG Bild-Kunst für die freundliche Unterstützung.

Quelle: Museum Folkwang

 

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RAF – No Evidence / Kein Beweis

Posted by on Juli 27th, 2017  •  0 Comments  • 

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Museum Folkwang zeigt den Fotografen und Bildarchäologen Arwed Messmer mit seiner neuen Arbeit zu einem traumatischen Kapitel der deutschen Geschichte: RAF – No Evidence / Kein Beweis

Essen, 8. Juni 2017 – Über die Rote Armee Fraktion und den Deutschen Herbst 1977 ist aus journalistischer, historischer, literarischer und filmischer Perspektive viel geschrieben und erzählt worden. Der Fotograf und Bildarchäologe Arwed Messmer widmet sich in seiner neuen Arbeit aus fotografischer Sicht diesem Kapitel der bundesdeutschen Geschichte: RAF – No Evidence / Kein Beweis ist vom 9. Juni bis zum 3. September 2017 im Museum Folkwang zu sehen.

Die damalige gesellschaftliche Debatte über die Studentenproteste 1967 und die spätere terroristische Abspaltung wurde erbittert in den Medien geführt. Von der Roten Armee Fraktion existiert eine Vielzahl von Bildern, doch nur einige wenige sind in Erinnerung geblieben. Kannte die Generation der 1970er Jahre noch die Aufnahme des toten Holger Meins oder die 1978 im Stern veröffentlichten Fotografien der „Todesnacht“ in Stammheim, so denkt man heute eher an die Raster der Fahndungsplakate oder an das Videostill und die Polaroid-Aufnahmen des von der RAF entführten Hanns-Martin Schleyer im sogenannten Volksgefängnis. Diese Bilder gehören zum kollektiven Gedächtnis der Deutschen. Doch mit der Konzentration auf einige wenige Bilder, geht auch eine Verarmung historischer Zeugenschaft einher.

Arwed Messmers Ausgangspunkt sind die bisher unbeachtet gebliebenen unterschiedlichen Aufnahmen von Polizeifotografen – Fotos von Demonstrationen, Tatortbilder und erkennungs- dienstliche Aufnahmen –, die er in verschiedenen staatlichen Archiven gesichtet hat. Messmer stellt die Frage, wie diese ehemalige kriminalistische Spurensuche heute als künstlerische Recherche produktiv werden kann – im Sinne einer anderen Erkenntnis dieser Zeit.

Seine Erzählung spannt den Bogen von den Jahren 1967 bis 1977, von den Anfängen der RAF hin zur multiplen Gewaltentladung des Jahres 1977, der Entführung und Ermordung von Hanns- Martin Schleyer und dem Tod von Andreas Baader, Gudrun Ensslin und Jan-Carl Raspe in der JVA Stammheim. Arwed Messmers Methode des zweiten Blicks fördert Bilder zutage, die zuvor größtenteils noch nicht veröffentlicht worden sind und die sich auf den Filmstreifen neben den bekannten Aufnahmen befinden – etwa jener Aufnahmen aus Stammheim, die später, veröffentlicht unter anderem im Stern, zu Ikonen geworden sind. Oder er entdeckt auf Aufnahmen der Berliner Schutzpolizei aus dem Jahr 1967 die Szene des sterbenden Benno Ohnesorg am 2. Juni, ein Tod vor laufenden Kameras. Der Polizeifotograf hielt die ganze Szene fest – hierin unterscheidet er sich vom Journalisten, der immer verdichten und weglassen muss. Ihre ursprüngliche Funktion haben diese Aufnahmen gegen eine andere dokumentarische Qualität eingetauscht. Somit hat Messmers Arbeit auch eine bildethische Dimension: Welche Aufnahmen darf man zeigen, wie kann man sie zeigen, warum sollen wir sie sehen? Dies rührt an einen zentralen Punkt in der Debatte über Bilder, die einerseits historische Dokumente sind, andererseits ihre eigene Ästhetik und ein großes, kaum steuerbares Potential für die empathische Auseinandersetzung mit Geschichte aufweisen.

Seit mehr als 10 Jahren arbeitet Arwed Messmer mit fotografischem Archivmaterial, das seinen eigentlichen, funktionalen Wert eingebüßt hat, nicht selten visueller Ausschuss der Geschichte geworden ist – und dem der Künstler nun neue Leseweisen abgewinnt. In Zusammenarbeit mit Annett Gröschner erschien 2016 die Neuauflage des vielbeachteten Bandes Die Inventarisierung der Macht. Die Berliner Mauer aus anderer Sicht. Zuletzt legte er den Band Zelle/Cell vor, der die Entführung des Politikers Peter Lorenz 1975 mit vergleichbarem Bildmaterial der Polizei nachzeichnet.

Für sein Projekt zur Erforschung der staatlichen Bildarchive zur RAF wurde Arwed Messmer 2014 mit dem Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stipendium für Zeitgenössische Deutsche Fotografie ausgezeichnet.

Arwed Messmer dankt dem Bundesarchiv, dem Staatsarchiv Ludwigsburg und der Polizeihistorischen Sammlung Berlin für die Kooperation und der Stiftung Kunstfonds und der VG Bild-Kunst für die freundliche Unterstützung.

Quelle: Museum Folkwang

 

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RAF – No Evidence / Kein Beweis

Posted by on Juli 26th, 2017  •  0 Comments  • 

RAF – No Evidence / Kein Beweis

Museum Folkwang zeigt den Fotografen und Bildarchäologen Arwed Messmer mit seiner neuen Arbeit zu einem traumatischen Kapitel der deutschen Geschichte: RAF – No Evidence / Kein Beweis

Essen, 8. Juni 2017 – Über die Rote Armee Fraktion und den Deutschen Herbst 1977 ist aus journalistischer, historischer, literarischer und filmischer Perspektive viel geschrieben und erzählt worden. Der Fotograf und Bildarchäologe Arwed Messmer widmet sich in seiner neuen Arbeit aus fotografischer Sicht diesem Kapitel der bundesdeutschen Geschichte: RAF – No Evidence / Kein Beweis ist vom 9. Juni bis zum 3. September 2017 im Museum Folkwang zu sehen.

Die damalige gesellschaftliche Debatte über die Studentenproteste 1967 und die spätere terroristische Abspaltung wurde erbittert in den Medien geführt. Von der Roten Armee Fraktion existiert eine Vielzahl von Bildern, doch nur einige wenige sind in Erinnerung geblieben. Kannte die Generation der 1970er Jahre noch die Aufnahme des toten Holger Meins oder die 1978 im Stern veröffentlichten Fotografien der „Todesnacht“ in Stammheim, so denkt man heute eher an die Raster der Fahndungsplakate oder an das Videostill und die Polaroid-Aufnahmen des von der RAF entführten Hanns-Martin Schleyer im sogenannten Volksgefängnis. Diese Bilder gehören zum kollektiven Gedächtnis der Deutschen. Doch mit der Konzentration auf einige wenige Bilder, geht auch eine Verarmung historischer Zeugenschaft einher.

Arwed Messmers Ausgangspunkt sind die bisher unbeachtet gebliebenen unterschiedlichen Aufnahmen von Polizeifotografen – Fotos von Demonstrationen, Tatortbilder und erkennungs- dienstliche Aufnahmen –, die er in verschiedenen staatlichen Archiven gesichtet hat. Messmer stellt die Frage, wie diese ehemalige kriminalistische Spurensuche heute als künstlerische Recherche produktiv werden kann – im Sinne einer anderen Erkenntnis dieser Zeit.

Seine Erzählung spannt den Bogen von den Jahren 1967 bis 1977, von den Anfängen der RAF hin zur multiplen Gewaltentladung des Jahres 1977, der Entführung und Ermordung von Hanns- Martin Schleyer und dem Tod von Andreas Baader, Gudrun Ensslin und Jan-Carl Raspe in der JVA Stammheim. Arwed Messmers Methode des zweiten Blicks fördert Bilder zutage, die zuvor größtenteils noch nicht veröffentlicht worden sind und die sich auf den Filmstreifen neben den bekannten Aufnahmen befinden – etwa jener Aufnahmen aus Stammheim, die später, veröffentlicht unter anderem im Stern, zu Ikonen geworden sind. Oder er entdeckt auf Aufnahmen der Berliner Schutzpolizei aus dem Jahr 1967 die Szene des sterbenden Benno Ohnesorg am 2. Juni, ein Tod vor laufenden Kameras. Der Polizeifotograf hielt die ganze Szene fest – hierin unterscheidet er sich vom Journalisten, der immer verdichten und weglassen muss. Ihre ursprüngliche Funktion haben diese Aufnahmen gegen eine andere dokumentarische Qualität eingetauscht. Somit hat Messmers Arbeit auch eine bildethische Dimension: Welche Aufnahmen darf man zeigen, wie kann man sie zeigen, warum sollen wir sie sehen? Dies rührt an einen zentralen Punkt in der Debatte über Bilder, die einerseits historische Dokumente sind, andererseits ihre eigene Ästhetik und ein großes, kaum steuerbares Potential für die empathische Auseinandersetzung mit Geschichte aufweisen.

Seit mehr als 10 Jahren arbeitet Arwed Messmer mit fotografischem Archivmaterial, das seinen eigentlichen, funktionalen Wert eingebüßt hat, nicht selten visueller Ausschuss der Geschichte geworden ist – und dem der Künstler nun neue Leseweisen abgewinnt. In Zusammenarbeit mit Annett Gröschner erschien 2016 die Neuauflage des vielbeachteten Bandes Die Inventarisierung der Macht. Die Berliner Mauer aus anderer Sicht. Zuletzt legte er den Band Zelle/Cell vor, der die Entführung des Politikers Peter Lorenz 1975 mit vergleichbarem Bildmaterial der Polizei nachzeichnet.

Für sein Projekt zur Erforschung der staatlichen Bildarchive zur RAF wurde Arwed Messmer 2014 mit dem Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stipendium für Zeitgenössische Deutsche Fotografie ausgezeichnet.

Arwed Messmer dankt dem Bundesarchiv, dem Staatsarchiv Ludwigsburg und der Polizeihistorischen Sammlung Berlin für die Kooperation und der Stiftung Kunstfonds und der VG Bild-Kunst für die freundliche Unterstützung.

Quelle: Museum Folkwang

 

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RAF – No Evidence / Kein Beweis

Posted by on Juli 25th, 2017  •  0 Comments  • 

RAF – No Evidence / Kein Beweis

Museum Folkwang zeigt den Fotografen und Bildarchäologen Arwed Messmer mit seiner neuen Arbeit zu einem traumatischen Kapitel der deutschen Geschichte: RAF – No Evidence / Kein Beweis

Essen, 8. Juni 2017 – Über die Rote Armee Fraktion und den Deutschen Herbst 1977 ist aus journalistischer, historischer, literarischer und filmischer Perspektive viel geschrieben und erzählt worden. Der Fotograf und Bildarchäologe Arwed Messmer widmet sich in seiner neuen Arbeit aus fotografischer Sicht diesem Kapitel der bundesdeutschen Geschichte: RAF – No Evidence / Kein Beweis ist vom 9. Juni bis zum 3. September 2017 im Museum Folkwang zu sehen.

Die damalige gesellschaftliche Debatte über die Studentenproteste 1967 und die spätere terroristische Abspaltung wurde erbittert in den Medien geführt. Von der Roten Armee Fraktion existiert eine Vielzahl von Bildern, doch nur einige wenige sind in Erinnerung geblieben. Kannte die Generation der 1970er Jahre noch die Aufnahme des toten Holger Meins oder die 1978 im Stern veröffentlichten Fotografien der „Todesnacht“ in Stammheim, so denkt man heute eher an die Raster der Fahndungsplakate oder an das Videostill und die Polaroid-Aufnahmen des von der RAF entführten Hanns-Martin Schleyer im sogenannten Volksgefängnis. Diese Bilder gehören zum kollektiven Gedächtnis der Deutschen. Doch mit der Konzentration auf einige wenige Bilder, geht auch eine Verarmung historischer Zeugenschaft einher.

Arwed Messmers Ausgangspunkt sind die bisher unbeachtet gebliebenen unterschiedlichen Aufnahmen von Polizeifotografen – Fotos von Demonstrationen, Tatortbilder und erkennungs- dienstliche Aufnahmen –, die er in verschiedenen staatlichen Archiven gesichtet hat. Messmer stellt die Frage, wie diese ehemalige kriminalistische Spurensuche heute als künstlerische Recherche produktiv werden kann – im Sinne einer anderen Erkenntnis dieser Zeit.

Seine Erzählung spannt den Bogen von den Jahren 1967 bis 1977, von den Anfängen der RAF hin zur multiplen Gewaltentladung des Jahres 1977, der Entführung und Ermordung von Hanns- Martin Schleyer und dem Tod von Andreas Baader, Gudrun Ensslin und Jan-Carl Raspe in der JVA Stammheim. Arwed Messmers Methode des zweiten Blicks fördert Bilder zutage, die zuvor größtenteils noch nicht veröffentlicht worden sind und die sich auf den Filmstreifen neben den bekannten Aufnahmen befinden – etwa jener Aufnahmen aus Stammheim, die später, veröffentlicht unter anderem im Stern, zu Ikonen geworden sind. Oder er entdeckt auf Aufnahmen der Berliner Schutzpolizei aus dem Jahr 1967 die Szene des sterbenden Benno Ohnesorg am 2. Juni, ein Tod vor laufenden Kameras. Der Polizeifotograf hielt die ganze Szene fest – hierin unterscheidet er sich vom Journalisten, der immer verdichten und weglassen muss. Ihre ursprüngliche Funktion haben diese Aufnahmen gegen eine andere dokumentarische Qualität eingetauscht. Somit hat Messmers Arbeit auch eine bildethische Dimension: Welche Aufnahmen darf man zeigen, wie kann man sie zeigen, warum sollen wir sie sehen? Dies rührt an einen zentralen Punkt in der Debatte über Bilder, die einerseits historische Dokumente sind, andererseits ihre eigene Ästhetik und ein großes, kaum steuerbares Potential für die empathische Auseinandersetzung mit Geschichte aufweisen.

Seit mehr als 10 Jahren arbeitet Arwed Messmer mit fotografischem Archivmaterial, das seinen eigentlichen, funktionalen Wert eingebüßt hat, nicht selten visueller Ausschuss der Geschichte geworden ist – und dem der Künstler nun neue Leseweisen abgewinnt. In Zusammenarbeit mit Annett Gröschner erschien 2016 die Neuauflage des vielbeachteten Bandes Die Inventarisierung der Macht. Die Berliner Mauer aus anderer Sicht. Zuletzt legte er den Band Zelle/Cell vor, der die Entführung des Politikers Peter Lorenz 1975 mit vergleichbarem Bildmaterial der Polizei nachzeichnet.

Für sein Projekt zur Erforschung der staatlichen Bildarchive zur RAF wurde Arwed Messmer 2014 mit dem Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stipendium für Zeitgenössische Deutsche Fotografie ausgezeichnet.

Arwed Messmer dankt dem Bundesarchiv, dem Staatsarchiv Ludwigsburg und der Polizeihistorischen Sammlung Berlin für die Kooperation und der Stiftung Kunstfonds und der VG Bild-Kunst für die freundliche Unterstützung.

Quelle: Museum Folkwang

 

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RAF – No Evidence / Kein Beweis

Posted by on Juli 24th, 2017  •  0 Comments  • 

RAF – No Evidence / Kein Beweis

Museum Folkwang zeigt den Fotografen und Bildarchäologen Arwed Messmer mit seiner neuen Arbeit zu einem traumatischen Kapitel der deutschen Geschichte: RAF – No Evidence / Kein Beweis

Essen, 8. Juni 2017 – Über die Rote Armee Fraktion und den Deutschen Herbst 1977 ist aus journalistischer, historischer, literarischer und filmischer Perspektive viel geschrieben und erzählt worden. Der Fotograf und Bildarchäologe Arwed Messmer widmet sich in seiner neuen Arbeit aus fotografischer Sicht diesem Kapitel der bundesdeutschen Geschichte: RAF – No Evidence / Kein Beweis ist vom 9. Juni bis zum 3. September 2017 im Museum Folkwang zu sehen.

Die damalige gesellschaftliche Debatte über die Studentenproteste 1967 und die spätere terroristische Abspaltung wurde erbittert in den Medien geführt. Von der Roten Armee Fraktion existiert eine Vielzahl von Bildern, doch nur einige wenige sind in Erinnerung geblieben. Kannte die Generation der 1970er Jahre noch die Aufnahme des toten Holger Meins oder die 1978 im Stern veröffentlichten Fotografien der „Todesnacht“ in Stammheim, so denkt man heute eher an die Raster der Fahndungsplakate oder an das Videostill und die Polaroid-Aufnahmen des von der RAF entführten Hanns-Martin Schleyer im sogenannten Volksgefängnis. Diese Bilder gehören zum kollektiven Gedächtnis der Deutschen. Doch mit der Konzentration auf einige wenige Bilder, geht auch eine Verarmung historischer Zeugenschaft einher.

Arwed Messmers Ausgangspunkt sind die bisher unbeachtet gebliebenen unterschiedlichen Aufnahmen von Polizeifotografen – Fotos von Demonstrationen, Tatortbilder und erkennungs- dienstliche Aufnahmen –, die er in verschiedenen staatlichen Archiven gesichtet hat. Messmer stellt die Frage, wie diese ehemalige kriminalistische Spurensuche heute als künstlerische Recherche produktiv werden kann – im Sinne einer anderen Erkenntnis dieser Zeit.

Seine Erzählung spannt den Bogen von den Jahren 1967 bis 1977, von den Anfängen der RAF hin zur multiplen Gewaltentladung des Jahres 1977, der Entführung und Ermordung von Hanns- Martin Schleyer und dem Tod von Andreas Baader, Gudrun Ensslin und Jan-Carl Raspe in der JVA Stammheim. Arwed Messmers Methode des zweiten Blicks fördert Bilder zutage, die zuvor größtenteils noch nicht veröffentlicht worden sind und die sich auf den Filmstreifen neben den bekannten Aufnahmen befinden – etwa jener Aufnahmen aus Stammheim, die später, veröffentlicht unter anderem im Stern, zu Ikonen geworden sind. Oder er entdeckt auf Aufnahmen der Berliner Schutzpolizei aus dem Jahr 1967 die Szene des sterbenden Benno Ohnesorg am 2. Juni, ein Tod vor laufenden Kameras. Der Polizeifotograf hielt die ganze Szene fest – hierin unterscheidet er sich vom Journalisten, der immer verdichten und weglassen muss. Ihre ursprüngliche Funktion haben diese Aufnahmen gegen eine andere dokumentarische Qualität eingetauscht. Somit hat Messmers Arbeit auch eine bildethische Dimension: Welche Aufnahmen darf man zeigen, wie kann man sie zeigen, warum sollen wir sie sehen? Dies rührt an einen zentralen Punkt in der Debatte über Bilder, die einerseits historische Dokumente sind, andererseits ihre eigene Ästhetik und ein großes, kaum steuerbares Potential für die empathische Auseinandersetzung mit Geschichte aufweisen.

Seit mehr als 10 Jahren arbeitet Arwed Messmer mit fotografischem Archivmaterial, das seinen eigentlichen, funktionalen Wert eingebüßt hat, nicht selten visueller Ausschuss der Geschichte geworden ist – und dem der Künstler nun neue Leseweisen abgewinnt. In Zusammenarbeit mit Annett Gröschner erschien 2016 die Neuauflage des vielbeachteten Bandes Die Inventarisierung der Macht. Die Berliner Mauer aus anderer Sicht. Zuletzt legte er den Band Zelle/Cell vor, der die Entführung des Politikers Peter Lorenz 1975 mit vergleichbarem Bildmaterial der Polizei nachzeichnet.

Für sein Projekt zur Erforschung der staatlichen Bildarchive zur RAF wurde Arwed Messmer 2014 mit dem Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stipendium für Zeitgenössische Deutsche Fotografie ausgezeichnet.

Arwed Messmer dankt dem Bundesarchiv, dem Staatsarchiv Ludwigsburg und der Polizeihistorischen Sammlung Berlin für die Kooperation und der Stiftung Kunstfonds und der VG Bild-Kunst für die freundliche Unterstützung.

Quelle: Museum Folkwang

 

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RAF – No Evidence / Kein Beweis

Posted by on Juli 23rd, 2017  •  0 Comments  • 

RAF – No Evidence / Kein Beweis

Museum Folkwang zeigt den Fotografen und Bildarchäologen Arwed Messmer mit seiner neuen Arbeit zu einem traumatischen Kapitel der deutschen Geschichte: RAF – No Evidence / Kein Beweis

Essen, 8. Juni 2017 – Über die Rote Armee Fraktion und den Deutschen Herbst 1977 ist aus journalistischer, historischer, literarischer und filmischer Perspektive viel geschrieben und erzählt worden. Der Fotograf und Bildarchäologe Arwed Messmer widmet sich in seiner neuen Arbeit aus fotografischer Sicht diesem Kapitel der bundesdeutschen Geschichte: RAF – No Evidence / Kein Beweis ist vom 9. Juni bis zum 3. September 2017 im Museum Folkwang zu sehen.

Die damalige gesellschaftliche Debatte über die Studentenproteste 1967 und die spätere terroristische Abspaltung wurde erbittert in den Medien geführt. Von der Roten Armee Fraktion existiert eine Vielzahl von Bildern, doch nur einige wenige sind in Erinnerung geblieben. Kannte die Generation der 1970er Jahre noch die Aufnahme des toten Holger Meins oder die 1978 im Stern veröffentlichten Fotografien der „Todesnacht“ in Stammheim, so denkt man heute eher an die Raster der Fahndungsplakate oder an das Videostill und die Polaroid-Aufnahmen des von der RAF entführten Hanns-Martin Schleyer im sogenannten Volksgefängnis. Diese Bilder gehören zum kollektiven Gedächtnis der Deutschen. Doch mit der Konzentration auf einige wenige Bilder, geht auch eine Verarmung historischer Zeugenschaft einher.

Arwed Messmers Ausgangspunkt sind die bisher unbeachtet gebliebenen unterschiedlichen Aufnahmen von Polizeifotografen – Fotos von Demonstrationen, Tatortbilder und erkennungs- dienstliche Aufnahmen –, die er in verschiedenen staatlichen Archiven gesichtet hat. Messmer stellt die Frage, wie diese ehemalige kriminalistische Spurensuche heute als künstlerische Recherche produktiv werden kann – im Sinne einer anderen Erkenntnis dieser Zeit.

Seine Erzählung spannt den Bogen von den Jahren 1967 bis 1977, von den Anfängen der RAF hin zur multiplen Gewaltentladung des Jahres 1977, der Entführung und Ermordung von Hanns- Martin Schleyer und dem Tod von Andreas Baader, Gudrun Ensslin und Jan-Carl Raspe in der JVA Stammheim. Arwed Messmers Methode des zweiten Blicks fördert Bilder zutage, die zuvor größtenteils noch nicht veröffentlicht worden sind und die sich auf den Filmstreifen neben den bekannten Aufnahmen befinden – etwa jener Aufnahmen aus Stammheim, die später, veröffentlicht unter anderem im Stern, zu Ikonen geworden sind. Oder er entdeckt auf Aufnahmen der Berliner Schutzpolizei aus dem Jahr 1967 die Szene des sterbenden Benno Ohnesorg am 2. Juni, ein Tod vor laufenden Kameras. Der Polizeifotograf hielt die ganze Szene fest – hierin unterscheidet er sich vom Journalisten, der immer verdichten und weglassen muss. Ihre ursprüngliche Funktion haben diese Aufnahmen gegen eine andere dokumentarische Qualität eingetauscht. Somit hat Messmers Arbeit auch eine bildethische Dimension: Welche Aufnahmen darf man zeigen, wie kann man sie zeigen, warum sollen wir sie sehen? Dies rührt an einen zentralen Punkt in der Debatte über Bilder, die einerseits historische Dokumente sind, andererseits ihre eigene Ästhetik und ein großes, kaum steuerbares Potential für die empathische Auseinandersetzung mit Geschichte aufweisen.

Seit mehr als 10 Jahren arbeitet Arwed Messmer mit fotografischem Archivmaterial, das seinen eigentlichen, funktionalen Wert eingebüßt hat, nicht selten visueller Ausschuss der Geschichte geworden ist – und dem der Künstler nun neue Leseweisen abgewinnt. In Zusammenarbeit mit Annett Gröschner erschien 2016 die Neuauflage des vielbeachteten Bandes Die Inventarisierung der Macht. Die Berliner Mauer aus anderer Sicht. Zuletzt legte er den Band Zelle/Cell vor, der die Entführung des Politikers Peter Lorenz 1975 mit vergleichbarem Bildmaterial der Polizei nachzeichnet.

Für sein Projekt zur Erforschung der staatlichen Bildarchive zur RAF wurde Arwed Messmer 2014 mit dem Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stipendium für Zeitgenössische Deutsche Fotografie ausgezeichnet.

Arwed Messmer dankt dem Bundesarchiv, dem Staatsarchiv Ludwigsburg und der Polizeihistorischen Sammlung Berlin für die Kooperation und der Stiftung Kunstfonds und der VG Bild-Kunst für die freundliche Unterstützung.

Quelle: Museum Folkwang

 

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RAF – No Evidence / Kein Beweis

Posted by on Juli 22nd, 2017  •  0 Comments  • 

RAF – No Evidence / Kein Beweis

Museum Folkwang zeigt den Fotografen und Bildarchäologen Arwed Messmer mit seiner neuen Arbeit zu einem traumatischen Kapitel der deutschen Geschichte: RAF – No Evidence / Kein Beweis

Essen, 8. Juni 2017 – Über die Rote Armee Fraktion und den Deutschen Herbst 1977 ist aus journalistischer, historischer, literarischer und filmischer Perspektive viel geschrieben und erzählt worden. Der Fotograf und Bildarchäologe Arwed Messmer widmet sich in seiner neuen Arbeit aus fotografischer Sicht diesem Kapitel der bundesdeutschen Geschichte: RAF – No Evidence / Kein Beweis ist vom 9. Juni bis zum 3. September 2017 im Museum Folkwang zu sehen.

Die damalige gesellschaftliche Debatte über die Studentenproteste 1967 und die spätere terroristische Abspaltung wurde erbittert in den Medien geführt. Von der Roten Armee Fraktion existiert eine Vielzahl von Bildern, doch nur einige wenige sind in Erinnerung geblieben. Kannte die Generation der 1970er Jahre noch die Aufnahme des toten Holger Meins oder die 1978 im Stern veröffentlichten Fotografien der „Todesnacht“ in Stammheim, so denkt man heute eher an die Raster der Fahndungsplakate oder an das Videostill und die Polaroid-Aufnahmen des von der RAF entführten Hanns-Martin Schleyer im sogenannten Volksgefängnis. Diese Bilder gehören zum kollektiven Gedächtnis der Deutschen. Doch mit der Konzentration auf einige wenige Bilder, geht auch eine Verarmung historischer Zeugenschaft einher.

Arwed Messmers Ausgangspunkt sind die bisher unbeachtet gebliebenen unterschiedlichen Aufnahmen von Polizeifotografen – Fotos von Demonstrationen, Tatortbilder und erkennungs- dienstliche Aufnahmen –, die er in verschiedenen staatlichen Archiven gesichtet hat. Messmer stellt die Frage, wie diese ehemalige kriminalistische Spurensuche heute als künstlerische Recherche produktiv werden kann – im Sinne einer anderen Erkenntnis dieser Zeit.

Seine Erzählung spannt den Bogen von den Jahren 1967 bis 1977, von den Anfängen der RAF hin zur multiplen Gewaltentladung des Jahres 1977, der Entführung und Ermordung von Hanns- Martin Schleyer und dem Tod von Andreas Baader, Gudrun Ensslin und Jan-Carl Raspe in der JVA Stammheim. Arwed Messmers Methode des zweiten Blicks fördert Bilder zutage, die zuvor größtenteils noch nicht veröffentlicht worden sind und die sich auf den Filmstreifen neben den bekannten Aufnahmen befinden – etwa jener Aufnahmen aus Stammheim, die später, veröffentlicht unter anderem im Stern, zu Ikonen geworden sind. Oder er entdeckt auf Aufnahmen der Berliner Schutzpolizei aus dem Jahr 1967 die Szene des sterbenden Benno Ohnesorg am 2. Juni, ein Tod vor laufenden Kameras. Der Polizeifotograf hielt die ganze Szene fest – hierin unterscheidet er sich vom Journalisten, der immer verdichten und weglassen muss. Ihre ursprüngliche Funktion haben diese Aufnahmen gegen eine andere dokumentarische Qualität eingetauscht. Somit hat Messmers Arbeit auch eine bildethische Dimension: Welche Aufnahmen darf man zeigen, wie kann man sie zeigen, warum sollen wir sie sehen? Dies rührt an einen zentralen Punkt in der Debatte über Bilder, die einerseits historische Dokumente sind, andererseits ihre eigene Ästhetik und ein großes, kaum steuerbares Potential für die empathische Auseinandersetzung mit Geschichte aufweisen.

Seit mehr als 10 Jahren arbeitet Arwed Messmer mit fotografischem Archivmaterial, das seinen eigentlichen, funktionalen Wert eingebüßt hat, nicht selten visueller Ausschuss der Geschichte geworden ist – und dem der Künstler nun neue Leseweisen abgewinnt. In Zusammenarbeit mit Annett Gröschner erschien 2016 die Neuauflage des vielbeachteten Bandes Die Inventarisierung der Macht. Die Berliner Mauer aus anderer Sicht. Zuletzt legte er den Band Zelle/Cell vor, der die Entführung des Politikers Peter Lorenz 1975 mit vergleichbarem Bildmaterial der Polizei nachzeichnet.

Für sein Projekt zur Erforschung der staatlichen Bildarchive zur RAF wurde Arwed Messmer 2014 mit dem Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stipendium für Zeitgenössische Deutsche Fotografie ausgezeichnet.

Arwed Messmer dankt dem Bundesarchiv, dem Staatsarchiv Ludwigsburg und der Polizeihistorischen Sammlung Berlin für die Kooperation und der Stiftung Kunstfonds und der VG Bild-Kunst für die freundliche Unterstützung.

Quelle: Museum Folkwang

 

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RAF – No Evidence / Kein Beweis

Posted by on Juli 21st, 2017  •  0 Comments  • 

RAF – No Evidence / Kein Beweis

Museum Folkwang zeigt den Fotografen und Bildarchäologen Arwed Messmer mit seiner neuen Arbeit zu einem traumatischen Kapitel der deutschen Geschichte: RAF – No Evidence / Kein Beweis

Essen, 8. Juni 2017 – Über die Rote Armee Fraktion und den Deutschen Herbst 1977 ist aus journalistischer, historischer, literarischer und filmischer Perspektive viel geschrieben und erzählt worden. Der Fotograf und Bildarchäologe Arwed Messmer widmet sich in seiner neuen Arbeit aus fotografischer Sicht diesem Kapitel der bundesdeutschen Geschichte: RAF – No Evidence / Kein Beweis ist vom 9. Juni bis zum 3. September 2017 im Museum Folkwang zu sehen.

Die damalige gesellschaftliche Debatte über die Studentenproteste 1967 und die spätere terroristische Abspaltung wurde erbittert in den Medien geführt. Von der Roten Armee Fraktion existiert eine Vielzahl von Bildern, doch nur einige wenige sind in Erinnerung geblieben. Kannte die Generation der 1970er Jahre noch die Aufnahme des toten Holger Meins oder die 1978 im Stern veröffentlichten Fotografien der „Todesnacht“ in Stammheim, so denkt man heute eher an die Raster der Fahndungsplakate oder an das Videostill und die Polaroid-Aufnahmen des von der RAF entführten Hanns-Martin Schleyer im sogenannten Volksgefängnis. Diese Bilder gehören zum kollektiven Gedächtnis der Deutschen. Doch mit der Konzentration auf einige wenige Bilder, geht auch eine Verarmung historischer Zeugenschaft einher.

Arwed Messmers Ausgangspunkt sind die bisher unbeachtet gebliebenen unterschiedlichen Aufnahmen von Polizeifotografen – Fotos von Demonstrationen, Tatortbilder und erkennungs- dienstliche Aufnahmen –, die er in verschiedenen staatlichen Archiven gesichtet hat. Messmer stellt die Frage, wie diese ehemalige kriminalistische Spurensuche heute als künstlerische Recherche produktiv werden kann – im Sinne einer anderen Erkenntnis dieser Zeit.

Seine Erzählung spannt den Bogen von den Jahren 1967 bis 1977, von den Anfängen der RAF hin zur multiplen Gewaltentladung des Jahres 1977, der Entführung und Ermordung von Hanns- Martin Schleyer und dem Tod von Andreas Baader, Gudrun Ensslin und Jan-Carl Raspe in der JVA Stammheim. Arwed Messmers Methode des zweiten Blicks fördert Bilder zutage, die zuvor größtenteils noch nicht veröffentlicht worden sind und die sich auf den Filmstreifen neben den bekannten Aufnahmen befinden – etwa jener Aufnahmen aus Stammheim, die später, veröffentlicht unter anderem im Stern, zu Ikonen geworden sind. Oder er entdeckt auf Aufnahmen der Berliner Schutzpolizei aus dem Jahr 1967 die Szene des sterbenden Benno Ohnesorg am 2. Juni, ein Tod vor laufenden Kameras. Der Polizeifotograf hielt die ganze Szene fest – hierin unterscheidet er sich vom Journalisten, der immer verdichten und weglassen muss. Ihre ursprüngliche Funktion haben diese Aufnahmen gegen eine andere dokumentarische Qualität eingetauscht. Somit hat Messmers Arbeit auch eine bildethische Dimension: Welche Aufnahmen darf man zeigen, wie kann man sie zeigen, warum sollen wir sie sehen? Dies rührt an einen zentralen Punkt in der Debatte über Bilder, die einerseits historische Dokumente sind, andererseits ihre eigene Ästhetik und ein großes, kaum steuerbares Potential für die empathische Auseinandersetzung mit Geschichte aufweisen.

Seit mehr als 10 Jahren arbeitet Arwed Messmer mit fotografischem Archivmaterial, das seinen eigentlichen, funktionalen Wert eingebüßt hat, nicht selten visueller Ausschuss der Geschichte geworden ist – und dem der Künstler nun neue Leseweisen abgewinnt. In Zusammenarbeit mit Annett Gröschner erschien 2016 die Neuauflage des vielbeachteten Bandes Die Inventarisierung der Macht. Die Berliner Mauer aus anderer Sicht. Zuletzt legte er den Band Zelle/Cell vor, der die Entführung des Politikers Peter Lorenz 1975 mit vergleichbarem Bildmaterial der Polizei nachzeichnet.

Für sein Projekt zur Erforschung der staatlichen Bildarchive zur RAF wurde Arwed Messmer 2014 mit dem Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stipendium für Zeitgenössische Deutsche Fotografie ausgezeichnet.

Arwed Messmer dankt dem Bundesarchiv, dem Staatsarchiv Ludwigsburg und der Polizeihistorischen Sammlung Berlin für die Kooperation und der Stiftung Kunstfonds und der VG Bild-Kunst für die freundliche Unterstützung.

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RAF – No Evidence / Kein Beweis

Posted by on Juli 20th, 2017  •  0 Comments  • 

RAF – No Evidence / Kein Beweis

Museum Folkwang zeigt den Fotografen und Bildarchäologen Arwed Messmer mit seiner neuen Arbeit zu einem traumatischen Kapitel der deutschen Geschichte: RAF – No Evidence / Kein Beweis

Essen, 8. Juni 2017 – Über die Rote Armee Fraktion und den Deutschen Herbst 1977 ist aus journalistischer, historischer, literarischer und filmischer Perspektive viel geschrieben und erzählt worden. Der Fotograf und Bildarchäologe Arwed Messmer widmet sich in seiner neuen Arbeit aus fotografischer Sicht diesem Kapitel der bundesdeutschen Geschichte: RAF – No Evidence / Kein Beweis ist vom 9. Juni bis zum 3. September 2017 im Museum Folkwang zu sehen.

Die damalige gesellschaftliche Debatte über die Studentenproteste 1967 und die spätere terroristische Abspaltung wurde erbittert in den Medien geführt. Von der Roten Armee Fraktion existiert eine Vielzahl von Bildern, doch nur einige wenige sind in Erinnerung geblieben. Kannte die Generation der 1970er Jahre noch die Aufnahme des toten Holger Meins oder die 1978 im Stern veröffentlichten Fotografien der „Todesnacht“ in Stammheim, so denkt man heute eher an die Raster der Fahndungsplakate oder an das Videostill und die Polaroid-Aufnahmen des von der RAF entführten Hanns-Martin Schleyer im sogenannten Volksgefängnis. Diese Bilder gehören zum kollektiven Gedächtnis der Deutschen. Doch mit der Konzentration auf einige wenige Bilder, geht auch eine Verarmung historischer Zeugenschaft einher.

Arwed Messmers Ausgangspunkt sind die bisher unbeachtet gebliebenen unterschiedlichen Aufnahmen von Polizeifotografen – Fotos von Demonstrationen, Tatortbilder und erkennungs- dienstliche Aufnahmen –, die er in verschiedenen staatlichen Archiven gesichtet hat. Messmer stellt die Frage, wie diese ehemalige kriminalistische Spurensuche heute als künstlerische Recherche produktiv werden kann – im Sinne einer anderen Erkenntnis dieser Zeit.

Seine Erzählung spannt den Bogen von den Jahren 1967 bis 1977, von den Anfängen der RAF hin zur multiplen Gewaltentladung des Jahres 1977, der Entführung und Ermordung von Hanns- Martin Schleyer und dem Tod von Andreas Baader, Gudrun Ensslin und Jan-Carl Raspe in der JVA Stammheim. Arwed Messmers Methode des zweiten Blicks fördert Bilder zutage, die zuvor größtenteils noch nicht veröffentlicht worden sind und die sich auf den Filmstreifen neben den bekannten Aufnahmen befinden – etwa jener Aufnahmen aus Stammheim, die später, veröffentlicht unter anderem im Stern, zu Ikonen geworden sind. Oder er entdeckt auf Aufnahmen der Berliner Schutzpolizei aus dem Jahr 1967 die Szene des sterbenden Benno Ohnesorg am 2. Juni, ein Tod vor laufenden Kameras. Der Polizeifotograf hielt die ganze Szene fest – hierin unterscheidet er sich vom Journalisten, der immer verdichten und weglassen muss. Ihre ursprüngliche Funktion haben diese Aufnahmen gegen eine andere dokumentarische Qualität eingetauscht. Somit hat Messmers Arbeit auch eine bildethische Dimension: Welche Aufnahmen darf man zeigen, wie kann man sie zeigen, warum sollen wir sie sehen? Dies rührt an einen zentralen Punkt in der Debatte über Bilder, die einerseits historische Dokumente sind, andererseits ihre eigene Ästhetik und ein großes, kaum steuerbares Potential für die empathische Auseinandersetzung mit Geschichte aufweisen.

Seit mehr als 10 Jahren arbeitet Arwed Messmer mit fotografischem Archivmaterial, das seinen eigentlichen, funktionalen Wert eingebüßt hat, nicht selten visueller Ausschuss der Geschichte geworden ist – und dem der Künstler nun neue Leseweisen abgewinnt. In Zusammenarbeit mit Annett Gröschner erschien 2016 die Neuauflage des vielbeachteten Bandes Die Inventarisierung der Macht. Die Berliner Mauer aus anderer Sicht. Zuletzt legte er den Band Zelle/Cell vor, der die Entführung des Politikers Peter Lorenz 1975 mit vergleichbarem Bildmaterial der Polizei nachzeichnet.

Für sein Projekt zur Erforschung der staatlichen Bildarchive zur RAF wurde Arwed Messmer 2014 mit dem Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stipendium für Zeitgenössische Deutsche Fotografie ausgezeichnet.

Arwed Messmer dankt dem Bundesarchiv, dem Staatsarchiv Ludwigsburg und der Polizeihistorischen Sammlung Berlin für die Kooperation und der Stiftung Kunstfonds und der VG Bild-Kunst für die freundliche Unterstützung.

Quelle: Museum Folkwang

 

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RAF – No Evidence / Kein Beweis

Posted by on Juli 19th, 2017  •  0 Comments  • 

RAF – No Evidence / Kein Beweis

Museum Folkwang zeigt den Fotografen und Bildarchäologen Arwed Messmer mit seiner neuen Arbeit zu einem traumatischen Kapitel der deutschen Geschichte: RAF – No Evidence / Kein Beweis

Essen, 8. Juni 2017 – Über die Rote Armee Fraktion und den Deutschen Herbst 1977 ist aus journalistischer, historischer, literarischer und filmischer Perspektive viel geschrieben und erzählt worden. Der Fotograf und Bildarchäologe Arwed Messmer widmet sich in seiner neuen Arbeit aus fotografischer Sicht diesem Kapitel der bundesdeutschen Geschichte: RAF – No Evidence / Kein Beweis ist vom 9. Juni bis zum 3. September 2017 im Museum Folkwang zu sehen.

Die damalige gesellschaftliche Debatte über die Studentenproteste 1967 und die spätere terroristische Abspaltung wurde erbittert in den Medien geführt. Von der Roten Armee Fraktion existiert eine Vielzahl von Bildern, doch nur einige wenige sind in Erinnerung geblieben. Kannte die Generation der 1970er Jahre noch die Aufnahme des toten Holger Meins oder die 1978 im Stern veröffentlichten Fotografien der „Todesnacht“ in Stammheim, so denkt man heute eher an die Raster der Fahndungsplakate oder an das Videostill und die Polaroid-Aufnahmen des von der RAF entführten Hanns-Martin Schleyer im sogenannten Volksgefängnis. Diese Bilder gehören zum kollektiven Gedächtnis der Deutschen. Doch mit der Konzentration auf einige wenige Bilder, geht auch eine Verarmung historischer Zeugenschaft einher.

Arwed Messmers Ausgangspunkt sind die bisher unbeachtet gebliebenen unterschiedlichen Aufnahmen von Polizeifotografen – Fotos von Demonstrationen, Tatortbilder und erkennungs- dienstliche Aufnahmen –, die er in verschiedenen staatlichen Archiven gesichtet hat. Messmer stellt die Frage, wie diese ehemalige kriminalistische Spurensuche heute als künstlerische Recherche produktiv werden kann – im Sinne einer anderen Erkenntnis dieser Zeit.

Seine Erzählung spannt den Bogen von den Jahren 1967 bis 1977, von den Anfängen der RAF hin zur multiplen Gewaltentladung des Jahres 1977, der Entführung und Ermordung von Hanns- Martin Schleyer und dem Tod von Andreas Baader, Gudrun Ensslin und Jan-Carl Raspe in der JVA Stammheim. Arwed Messmers Methode des zweiten Blicks fördert Bilder zutage, die zuvor größtenteils noch nicht veröffentlicht worden sind und die sich auf den Filmstreifen neben den bekannten Aufnahmen befinden – etwa jener Aufnahmen aus Stammheim, die später, veröffentlicht unter anderem im Stern, zu Ikonen geworden sind. Oder er entdeckt auf Aufnahmen der Berliner Schutzpolizei aus dem Jahr 1967 die Szene des sterbenden Benno Ohnesorg am 2. Juni, ein Tod vor laufenden Kameras. Der Polizeifotograf hielt die ganze Szene fest – hierin unterscheidet er sich vom Journalisten, der immer verdichten und weglassen muss. Ihre ursprüngliche Funktion haben diese Aufnahmen gegen eine andere dokumentarische Qualität eingetauscht. Somit hat Messmers Arbeit auch eine bildethische Dimension: Welche Aufnahmen darf man zeigen, wie kann man sie zeigen, warum sollen wir sie sehen? Dies rührt an einen zentralen Punkt in der Debatte über Bilder, die einerseits historische Dokumente sind, andererseits ihre eigene Ästhetik und ein großes, kaum steuerbares Potential für die empathische Auseinandersetzung mit Geschichte aufweisen.

Seit mehr als 10 Jahren arbeitet Arwed Messmer mit fotografischem Archivmaterial, das seinen eigentlichen, funktionalen Wert eingebüßt hat, nicht selten visueller Ausschuss der Geschichte geworden ist – und dem der Künstler nun neue Leseweisen abgewinnt. In Zusammenarbeit mit Annett Gröschner erschien 2016 die Neuauflage des vielbeachteten Bandes Die Inventarisierung der Macht. Die Berliner Mauer aus anderer Sicht. Zuletzt legte er den Band Zelle/Cell vor, der die Entführung des Politikers Peter Lorenz 1975 mit vergleichbarem Bildmaterial der Polizei nachzeichnet.

Für sein Projekt zur Erforschung der staatlichen Bildarchive zur RAF wurde Arwed Messmer 2014 mit dem Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stipendium für Zeitgenössische Deutsche Fotografie ausgezeichnet.

Arwed Messmer dankt dem Bundesarchiv, dem Staatsarchiv Ludwigsburg und der Polizeihistorischen Sammlung Berlin für die Kooperation und der Stiftung Kunstfonds und der VG Bild-Kunst für die freundliche Unterstützung.

Quelle: Museum Folkwang

 

Weitere Ausstellungen in NRW

 

 


RAF – No Evidence / Kein Beweis

Posted by on Juli 18th, 2017  •  0 Comments  • 

RAF – No Evidence / Kein Beweis

Museum Folkwang zeigt den Fotografen und Bildarchäologen Arwed Messmer mit seiner neuen Arbeit zu einem traumatischen Kapitel der deutschen Geschichte: RAF – No Evidence / Kein Beweis

Essen, 8. Juni 2017 – Über die Rote Armee Fraktion und den Deutschen Herbst 1977 ist aus journalistischer, historischer, literarischer und filmischer Perspektive viel geschrieben und erzählt worden. Der Fotograf und Bildarchäologe Arwed Messmer widmet sich in seiner neuen Arbeit aus fotografischer Sicht diesem Kapitel der bundesdeutschen Geschichte: RAF – No Evidence / Kein Beweis ist vom 9. Juni bis zum 3. September 2017 im Museum Folkwang zu sehen.

Die damalige gesellschaftliche Debatte über die Studentenproteste 1967 und die spätere terroristische Abspaltung wurde erbittert in den Medien geführt. Von der Roten Armee Fraktion existiert eine Vielzahl von Bildern, doch nur einige wenige sind in Erinnerung geblieben. Kannte die Generation der 1970er Jahre noch die Aufnahme des toten Holger Meins oder die 1978 im Stern veröffentlichten Fotografien der „Todesnacht“ in Stammheim, so denkt man heute eher an die Raster der Fahndungsplakate oder an das Videostill und die Polaroid-Aufnahmen des von der RAF entführten Hanns-Martin Schleyer im sogenannten Volksgefängnis. Diese Bilder gehören zum kollektiven Gedächtnis der Deutschen. Doch mit der Konzentration auf einige wenige Bilder, geht auch eine Verarmung historischer Zeugenschaft einher.

Arwed Messmers Ausgangspunkt sind die bisher unbeachtet gebliebenen unterschiedlichen Aufnahmen von Polizeifotografen – Fotos von Demonstrationen, Tatortbilder und erkennungs- dienstliche Aufnahmen –, die er in verschiedenen staatlichen Archiven gesichtet hat. Messmer stellt die Frage, wie diese ehemalige kriminalistische Spurensuche heute als künstlerische Recherche produktiv werden kann – im Sinne einer anderen Erkenntnis dieser Zeit.

Seine Erzählung spannt den Bogen von den Jahren 1967 bis 1977, von den Anfängen der RAF hin zur multiplen Gewaltentladung des Jahres 1977, der Entführung und Ermordung von Hanns- Martin Schleyer und dem Tod von Andreas Baader, Gudrun Ensslin und Jan-Carl Raspe in der JVA Stammheim. Arwed Messmers Methode des zweiten Blicks fördert Bilder zutage, die zuvor größtenteils noch nicht veröffentlicht worden sind und die sich auf den Filmstreifen neben den bekannten Aufnahmen befinden – etwa jener Aufnahmen aus Stammheim, die später, veröffentlicht unter anderem im Stern, zu Ikonen geworden sind. Oder er entdeckt auf Aufnahmen der Berliner Schutzpolizei aus dem Jahr 1967 die Szene des sterbenden Benno Ohnesorg am 2. Juni, ein Tod vor laufenden Kameras. Der Polizeifotograf hielt die ganze Szene fest – hierin unterscheidet er sich vom Journalisten, der immer verdichten und weglassen muss. Ihre ursprüngliche Funktion haben diese Aufnahmen gegen eine andere dokumentarische Qualität eingetauscht. Somit hat Messmers Arbeit auch eine bildethische Dimension: Welche Aufnahmen darf man zeigen, wie kann man sie zeigen, warum sollen wir sie sehen? Dies rührt an einen zentralen Punkt in der Debatte über Bilder, die einerseits historische Dokumente sind, andererseits ihre eigene Ästhetik und ein großes, kaum steuerbares Potential für die empathische Auseinandersetzung mit Geschichte aufweisen.

Seit mehr als 10 Jahren arbeitet Arwed Messmer mit fotografischem Archivmaterial, das seinen eigentlichen, funktionalen Wert eingebüßt hat, nicht selten visueller Ausschuss der Geschichte geworden ist – und dem der Künstler nun neue Leseweisen abgewinnt. In Zusammenarbeit mit Annett Gröschner erschien 2016 die Neuauflage des vielbeachteten Bandes Die Inventarisierung der Macht. Die Berliner Mauer aus anderer Sicht. Zuletzt legte er den Band Zelle/Cell vor, der die Entführung des Politikers Peter Lorenz 1975 mit vergleichbarem Bildmaterial der Polizei nachzeichnet.

Für sein Projekt zur Erforschung der staatlichen Bildarchive zur RAF wurde Arwed Messmer 2014 mit dem Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stipendium für Zeitgenössische Deutsche Fotografie ausgezeichnet.

Arwed Messmer dankt dem Bundesarchiv, dem Staatsarchiv Ludwigsburg und der Polizeihistorischen Sammlung Berlin für die Kooperation und der Stiftung Kunstfonds und der VG Bild-Kunst für die freundliche Unterstützung.

Quelle: Museum Folkwang

 

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RAF – No Evidence / Kein Beweis

Posted by on Juli 17th, 2017  •  0 Comments  • 

RAF – No Evidence / Kein Beweis

Museum Folkwang zeigt den Fotografen und Bildarchäologen Arwed Messmer mit seiner neuen Arbeit zu einem traumatischen Kapitel der deutschen Geschichte: RAF – No Evidence / Kein Beweis

Essen, 8. Juni 2017 – Über die Rote Armee Fraktion und den Deutschen Herbst 1977 ist aus journalistischer, historischer, literarischer und filmischer Perspektive viel geschrieben und erzählt worden. Der Fotograf und Bildarchäologe Arwed Messmer widmet sich in seiner neuen Arbeit aus fotografischer Sicht diesem Kapitel der bundesdeutschen Geschichte: RAF – No Evidence / Kein Beweis ist vom 9. Juni bis zum 3. September 2017 im Museum Folkwang zu sehen.

Die damalige gesellschaftliche Debatte über die Studentenproteste 1967 und die spätere terroristische Abspaltung wurde erbittert in den Medien geführt. Von der Roten Armee Fraktion existiert eine Vielzahl von Bildern, doch nur einige wenige sind in Erinnerung geblieben. Kannte die Generation der 1970er Jahre noch die Aufnahme des toten Holger Meins oder die 1978 im Stern veröffentlichten Fotografien der „Todesnacht“ in Stammheim, so denkt man heute eher an die Raster der Fahndungsplakate oder an das Videostill und die Polaroid-Aufnahmen des von der RAF entführten Hanns-Martin Schleyer im sogenannten Volksgefängnis. Diese Bilder gehören zum kollektiven Gedächtnis der Deutschen. Doch mit der Konzentration auf einige wenige Bilder, geht auch eine Verarmung historischer Zeugenschaft einher.

Arwed Messmers Ausgangspunkt sind die bisher unbeachtet gebliebenen unterschiedlichen Aufnahmen von Polizeifotografen – Fotos von Demonstrationen, Tatortbilder und erkennungs- dienstliche Aufnahmen –, die er in verschiedenen staatlichen Archiven gesichtet hat. Messmer stellt die Frage, wie diese ehemalige kriminalistische Spurensuche heute als künstlerische Recherche produktiv werden kann – im Sinne einer anderen Erkenntnis dieser Zeit.

Seine Erzählung spannt den Bogen von den Jahren 1967 bis 1977, von den Anfängen der RAF hin zur multiplen Gewaltentladung des Jahres 1977, der Entführung und Ermordung von Hanns- Martin Schleyer und dem Tod von Andreas Baader, Gudrun Ensslin und Jan-Carl Raspe in der JVA Stammheim. Arwed Messmers Methode des zweiten Blicks fördert Bilder zutage, die zuvor größtenteils noch nicht veröffentlicht worden sind und die sich auf den Filmstreifen neben den bekannten Aufnahmen befinden – etwa jener Aufnahmen aus Stammheim, die später, veröffentlicht unter anderem im Stern, zu Ikonen geworden sind. Oder er entdeckt auf Aufnahmen der Berliner Schutzpolizei aus dem Jahr 1967 die Szene des sterbenden Benno Ohnesorg am 2. Juni, ein Tod vor laufenden Kameras. Der Polizeifotograf hielt die ganze Szene fest – hierin unterscheidet er sich vom Journalisten, der immer verdichten und weglassen muss. Ihre ursprüngliche Funktion haben diese Aufnahmen gegen eine andere dokumentarische Qualität eingetauscht. Somit hat Messmers Arbeit auch eine bildethische Dimension: Welche Aufnahmen darf man zeigen, wie kann man sie zeigen, warum sollen wir sie sehen? Dies rührt an einen zentralen Punkt in der Debatte über Bilder, die einerseits historische Dokumente sind, andererseits ihre eigene Ästhetik und ein großes, kaum steuerbares Potential für die empathische Auseinandersetzung mit Geschichte aufweisen.

Seit mehr als 10 Jahren arbeitet Arwed Messmer mit fotografischem Archivmaterial, das seinen eigentlichen, funktionalen Wert eingebüßt hat, nicht selten visueller Ausschuss der Geschichte geworden ist – und dem der Künstler nun neue Leseweisen abgewinnt. In Zusammenarbeit mit Annett Gröschner erschien 2016 die Neuauflage des vielbeachteten Bandes Die Inventarisierung der Macht. Die Berliner Mauer aus anderer Sicht. Zuletzt legte er den Band Zelle/Cell vor, der die Entführung des Politikers Peter Lorenz 1975 mit vergleichbarem Bildmaterial der Polizei nachzeichnet.

Für sein Projekt zur Erforschung der staatlichen Bildarchive zur RAF wurde Arwed Messmer 2014 mit dem Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stipendium für Zeitgenössische Deutsche Fotografie ausgezeichnet.

Arwed Messmer dankt dem Bundesarchiv, dem Staatsarchiv Ludwigsburg und der Polizeihistorischen Sammlung Berlin für die Kooperation und der Stiftung Kunstfonds und der VG Bild-Kunst für die freundliche Unterstützung.

Quelle: Museum Folkwang

 

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RAF – No Evidence / Kein Beweis

Posted by on Juli 16th, 2017  •  0 Comments  • 

RAF – No Evidence / Kein Beweis

Museum Folkwang zeigt den Fotografen und Bildarchäologen Arwed Messmer mit seiner neuen Arbeit zu einem traumatischen Kapitel der deutschen Geschichte: RAF – No Evidence / Kein Beweis

Essen, 8. Juni 2017 – Über die Rote Armee Fraktion und den Deutschen Herbst 1977 ist aus journalistischer, historischer, literarischer und filmischer Perspektive viel geschrieben und erzählt worden. Der Fotograf und Bildarchäologe Arwed Messmer widmet sich in seiner neuen Arbeit aus fotografischer Sicht diesem Kapitel der bundesdeutschen Geschichte: RAF – No Evidence / Kein Beweis ist vom 9. Juni bis zum 3. September 2017 im Museum Folkwang zu sehen.

Die damalige gesellschaftliche Debatte über die Studentenproteste 1967 und die spätere terroristische Abspaltung wurde erbittert in den Medien geführt. Von der Roten Armee Fraktion existiert eine Vielzahl von Bildern, doch nur einige wenige sind in Erinnerung geblieben. Kannte die Generation der 1970er Jahre noch die Aufnahme des toten Holger Meins oder die 1978 im Stern veröffentlichten Fotografien der „Todesnacht“ in Stammheim, so denkt man heute eher an die Raster der Fahndungsplakate oder an das Videostill und die Polaroid-Aufnahmen des von der RAF entführten Hanns-Martin Schleyer im sogenannten Volksgefängnis. Diese Bilder gehören zum kollektiven Gedächtnis der Deutschen. Doch mit der Konzentration auf einige wenige Bilder, geht auch eine Verarmung historischer Zeugenschaft einher.

Arwed Messmers Ausgangspunkt sind die bisher unbeachtet gebliebenen unterschiedlichen Aufnahmen von Polizeifotografen – Fotos von Demonstrationen, Tatortbilder und erkennungs- dienstliche Aufnahmen –, die er in verschiedenen staatlichen Archiven gesichtet hat. Messmer stellt die Frage, wie diese ehemalige kriminalistische Spurensuche heute als künstlerische Recherche produktiv werden kann – im Sinne einer anderen Erkenntnis dieser Zeit.

Seine Erzählung spannt den Bogen von den Jahren 1967 bis 1977, von den Anfängen der RAF hin zur multiplen Gewaltentladung des Jahres 1977, der Entführung und Ermordung von Hanns- Martin Schleyer und dem Tod von Andreas Baader, Gudrun Ensslin und Jan-Carl Raspe in der JVA Stammheim. Arwed Messmers Methode des zweiten Blicks fördert Bilder zutage, die zuvor größtenteils noch nicht veröffentlicht worden sind und die sich auf den Filmstreifen neben den bekannten Aufnahmen befinden – etwa jener Aufnahmen aus Stammheim, die später, veröffentlicht unter anderem im Stern, zu Ikonen geworden sind. Oder er entdeckt auf Aufnahmen der Berliner Schutzpolizei aus dem Jahr 1967 die Szene des sterbenden Benno Ohnesorg am 2. Juni, ein Tod vor laufenden Kameras. Der Polizeifotograf hielt die ganze Szene fest – hierin unterscheidet er sich vom Journalisten, der immer verdichten und weglassen muss. Ihre ursprüngliche Funktion haben diese Aufnahmen gegen eine andere dokumentarische Qualität eingetauscht. Somit hat Messmers Arbeit auch eine bildethische Dimension: Welche Aufnahmen darf man zeigen, wie kann man sie zeigen, warum sollen wir sie sehen? Dies rührt an einen zentralen Punkt in der Debatte über Bilder, die einerseits historische Dokumente sind, andererseits ihre eigene Ästhetik und ein großes, kaum steuerbares Potential für die empathische Auseinandersetzung mit Geschichte aufweisen.

Seit mehr als 10 Jahren arbeitet Arwed Messmer mit fotografischem Archivmaterial, das seinen eigentlichen, funktionalen Wert eingebüßt hat, nicht selten visueller Ausschuss der Geschichte geworden ist – und dem der Künstler nun neue Leseweisen abgewinnt. In Zusammenarbeit mit Annett Gröschner erschien 2016 die Neuauflage des vielbeachteten Bandes Die Inventarisierung der Macht. Die Berliner Mauer aus anderer Sicht. Zuletzt legte er den Band Zelle/Cell vor, der die Entführung des Politikers Peter Lorenz 1975 mit vergleichbarem Bildmaterial der Polizei nachzeichnet.

Für sein Projekt zur Erforschung der staatlichen Bildarchive zur RAF wurde Arwed Messmer 2014 mit dem Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stipendium für Zeitgenössische Deutsche Fotografie ausgezeichnet.

Arwed Messmer dankt dem Bundesarchiv, dem Staatsarchiv Ludwigsburg und der Polizeihistorischen Sammlung Berlin für die Kooperation und der Stiftung Kunstfonds und der VG Bild-Kunst für die freundliche Unterstützung.

Quelle: Museum Folkwang

 

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